I« Jü «0. >'tta»s 11 „hr, Er°tzir,°Mm ämt«. M - ämwclh.18 - BS** ru,bem®-4; 'B?C • JiODtuibet 18M * ^ti.n ' lksvechhren. KoMnvttsLhr^ über Friedrich Mar zur Abnahme *un9 des Verwaltert g2Jon Sendungen ^chlußverzelchnis der bei ung zu berückfichligenden :n und rur BeschluhfaflM *9er über die nicht vn> den 18. November 1898. Neidhart, 8185 reibet des Großherzoglicha Amtsgerichts. iSfe: S&s-w Pf’-Jlih«eieT®” ®r. 113 - 7'_? S'Ä^Ls AZS kise -egen -goiif- imtinllchung. : letzten Zeit sind in bet n Heuchelheim wiederhol! le der Bteberthalbabn her- t und quer auf die Schienen den. ■ieblütnuallungberBitbet« jert demjenigen «. BäohkMtz \ vdn die Miet derartig rächt, dad ihre gnichilicht g veranlagt werden broi , 20. November 1899. ;b. Staatsanwaltschaft. Zimmermann. 8191 WttdmgÜG leiember 1899, vomitlag! ird im diess. SOästsMM I - der Bedarf an FleG raren für die Garnison Gieße . i Qnnuar bis 30. Anin inaen Die LieserungSbediE en m GesLMMmer aut. XSssaS "toriH W* aüi Km» »*u,n «M Rr. 277 Erstes Blatt. Freitag dm 24. November 18»» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Netugspreir vikrteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfß. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg, vierteljährlich. Annahme van Anzeigen zn dec nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nttmmer bis vorin. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstelle« deS Ja« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen Hrlcheinl täglich mit Ausnahme deS MontagS. Tie Gießener Aamtlieab kälter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Amts- und Zlnzeigeblntt für den lireb Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Uolksknn-e.__ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. BWy Abonnements "ME auf den Gießener Anzeiger für den Monat Dezember werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweig- und Abholestellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1, Dezember kostenfrei.__________________ Amtlicher Keil. Gießen, den 22. November 1899. Betreffend: Den Neudruck der Gesinde-Dienstbücher: Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au Grohh. Polizeiamt Gieherr und die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiseS. Im Anschluß an unser Ausschreiben vom 17. l. Mts. im Anzeiger Nr. 273 empfehlen wir Ihnen schon jetzt bei neu auszustellenden Gesindedienstbüchern das neue Formular zu benutzen, damit den Inhabern die Möglichkeit gegeben ist, sich mit den am 1. Januar 1900 in Geltung tretenden neuen Bestimmungen vertraut zu machen und damit für die Folge Irrtümer, bezüglich des geltenden Rechts, vermieden werden. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. In Utphe ist die Maul- und Klauenseuche in allen Gehöften, mit Ausnahme von einem erloschen und deshalb die Gemarkungssperre aufgehoben worden. Gießen, den 23. November 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Theater. -r Gießen, 23. November. (Stadttheater.) Man braucht' nicht Mitglied eines Alpenvereins zu sein, um sich an den Reise- und Hotelbildern aus dem Salzkammergut zu ergötzen, welche Blumenthal und Kadelburg m ihrem harmlosen Lustspiel: „Im weißen Rößl" entrollen, das am Dienstag abend denselben Lacherfolg hatte ftjie — relata refero — bei seinen wiederholten Ausführungen im vorigen Jahre. Die Sommerfrischler von Fach, ru denen wohl die ganze einigermaßen kapitalkräftige Bevölkerung gehört, schwelgen im „Weißen Rößl" in den Erinnerungen an ihre Reiseabenteuer in der Sommersaffon. Ob sich diese im Salzkammergut, in Oberbayern oder Tirol abspielen, ist ganz gleichgültig. Dergleichen sieht sich überall zum Verwechseln ähnlich: einen solchen unendlichen Regenguß hat man, wie die drei Obdachlosen im ersten Akt, schon oft über sich ergehen lassen; so ist man einquartrert und ausquartiert worden; so hat man sich mit den Kellnern gezankt; so ist man von den Bettlern geprellt worden. Die ganze Odyssee des bergwandernden Touristen entrollt sich vor unseren Augen auf der Bühne. Blumenthal besitzt bekanntlich selbst eine Villa im Salzkammergut; er hat dort Gelegenheit gehabt, Beobachtungen anzustellen, die er sonst vielleicht in einem Feuilleton verwertet hätte. Im „Weißen Rössel" hat er mit seines Kollegen Kadelburg Unterstützung ein dramatisches Feuilleton daraus gemacht, welches man, da es ja vorschriftsmäßig rn drei Akte gegliedert ist, auch sür ein Drama gelten lassen kann. Es ist eigentlich ein Touristenlustspiel. Herr Helm (Wiesecke) ist der Hauptträger der Handlung in Lust und Lew, tn Verbitterung und Fröhlichkeit ein ergötzlicher Philister, Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. In Gießen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und die verfügte Gehöftsperre wieder aufgehoben worden. Gießen, den 23. November 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Nonnenroth. Nachdem die Maul- und Klauenseuche zu Nonnenroth erloschen ist, wird die Sperre der Gemarkung und der Gehöfte hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. November 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Landwirtschaftliche Vorträge. Am Sonntag dem 2«. ds. Mts., nachmittags 3 i/e Uhr, wird Herr Oekonomierat Leit Higer aus Alsfeld zu Londorf im Saale des Gastwirts Karl Göbel einen Vortrag über „Schweinezucht" halten. Ich lade jedermann dazu freundlichst ein. Gießen, den 20. November 1899. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Bekanntmachung. Samstag den 25. l. M. bleibt das Bureau geschlossen. Der nächste Amtstag wird am Montag dem 27. l. M. abgehalten. Gießen, den 22. November 1899. Großherzogliches Steuerkommissariat. ____________Bähr. __________________ Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Samstag, den 25. November l. Js. aus Anlaß des Geburtsfestes Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin die Geschäftsräume der unterzeichneten Behörde geschlossen bleiben. Gießen, den 20. November 1899. Großherzogliches Hauptsteueramt. Weißenbach. himmelhochjauchzend, was er durch einen gelungenen Schuh- plattltanz ausdrückt, und zum Tode betrübt durch gescheiterte Hoffnungen. Der Sohn der feindlichen Firma Sülzheimer (Herr Henry) hat eine köstliche Szene mit der Tochter des Privatgelehrten Hinzelmann. Beide haben einen Naturfehler. Die Tochter lispelt und der junge Kaufmann hat eine riesige Glatze. Fräulein Duve brachte diesen Zungendefekt sehr drollig vor, wie überhaupt ihr ganzes Spiel allerliebst ansprach. Herr Henry und Fräulein Duve spielten die Hauptszene, in der ihr körperliches Defizit durch das Gewinnkonto ihrer Herzen ausgeglichen wird, d. h. in der sich ihre Herzen finden, sehr amüsant. Herr Steinert (Rechtsanwalt Siedler) blieb der Gewandtheit und Geistesgegenwart des jungen Juristen nichts schuldig und fand auch für seine zarteren Gefühle — Kunststück'.— den geeigneten Ausdruck. DieOttilie des Frl. Hammer zeigte einen verwandten Charakter: sie war munter und nie verlegen. Der feinste Charakter des Stückes ist offenbar der von Herrn Curl and ganz vortrefflich dargestellte Privat- gelehrte Hinzelmann; man könnte ihn einen idyllischen Charakter nennen, wenn man für die Idylle die Jean Paul'sche Auslegung: „Das Volksglück in der Beschränkung" annehmen will. Frau Kruse (Charlotte), Herr Paren und Frl. Hardegg, welche das gegen die ganze Welt gleichgiltige Ehepaar, Bernbach und Frau darstellten, Frl. Zjimmermann (Rätin Schmidt) Frl. Haußig (Melanie Schmidt) gaben der Touristengruppe buntes, mannigfaltiges Leben. . . Doch neben dem Touristenlustspiel geht em Lustspiel der Landeseingeborenen einher, in dessen Mitte die Wirtin Josepha Voglhuber und der Zählkellner Leopold Brand- mayer stehen. Dieser ist in seine Gebieterin verliebt und BekauutmachuuL Aus Anlaß der Allerhöchsten Geburtstagsfeier bleibt das OrtSgericht Gießen Samstag den 25. November geschlossen. Gießen, den 22. November 1899. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Gros. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. In der Zeit vom 25. November bis einschließlich 8. Dezember d. I. liegen auf dem Amtszimmer der Groß- herzoglichen Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des 1. Abschnittes vom I. Felde rubrizierter Feldbereinigung, nämlich: 1. der allgemeine Meliorationsplan, 2. Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu demselben, zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Samstag, 9. Dezember 1899, vorm. 11—12 Uhr im Gemeindehaus zu Daubringen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens i/2 Bogen) einzureichen. Friedberg, den 21. November 1899. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär. ___________________Süffert. "Deutsches Keich. Berlin,22. Nov. Für die nächste Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses, welche in der Pfingstwoche 1900 zu Karlsruhe stattfindet, wurden als Hauptgegenstände der Verhandlungen festgesetzt: 1) Wie gliedern wir unsere der Volksschule entwachsene Jugend fester in den nationalen und sittlichen Organismus der Gesellschaft ein? — Diese Frage wird von zwei Referenten, einem praktischen Sozialpolitiker und einem Theologen, behandelt werden. 2) Die Wohnungsfrage. Als Referenten dieses Themas haben zugesagt: Landesrat Dr. Liebrecht, Vorsitzender der Invalidität-- und Altersversicherungsanstalt Hannover, und Pfarrer Dr. Lehmann in Hornberg in Baden. 3) Welche sozialen und sittlichen Aufgaben stellt die Entwickelung Deutschlands zur Weltmacht unserem Volke? — Bei wirbt um ihre Hand, bald zärtlich, bald grollend und schmollend, so lange sie ein Auge auf einen Lieblingsgast geworfen hat. Doch als sie sich überzeugt, daß derselbe, eben jener Rechtsanwalt, die Tochter des Fabrikanten liebt, da wendet sie sich ihrem obersten Sklaven zu, und indem sie ihn entläßt, acceptiert sie ihn als zukünftigen Ehemann. Fräulein Eichwald war eine pikante kleine Souverainin und spielte die große Hauptszene mit Leopold mit viel psychologischer Feinheit. Leicht und ungezwungen sprach sie den Dialekt des Landes, der ihr jedenfalls ursprünglich fremd ist, und vermied es doch dabei zu stark aufzutragen. Fräulein Eichwald, die in letzter Zeit sehr starke Partieeu zu bewältigen hatte, ist unstreitig die fähigste Kraft unter den weiblichen Mitgliedern unserer Bühne. An Vielseitigkeit wird sie wenigstens von keiner anderen übertroffen. Ein sehr gewandter und auch sehr verliebter Zählkellner war der Leopold des Herrn Wilhelmi, dessen Herz wie seine Serviette hin- und herflatterte. Und die anderen Landeskinder schlossen sich diesen bei den Hauptszenen mit genrebildlicher Lebenswahrheit an: der wohlhabende Bettler des Herrn Walter, die Briefbotin Kathi des Fräulein Kugler, der Kellner Franz des Herrn Joost, der Piccolo von Frida Helm, die Hausknechte, Portiers, Stubenmädchen, Gebirgsführer; das alles hat Herr Helm mit seiner Regie zusammengehalten. Auch der Regen regnete mit großer Naturwahrheil. Alle Knallerbsen des Witzes, auf welche die Muse Blumenthals tritt, fanden ein lebhaftes Echo und die Fremdenkolonie wie das Zubehör des Hotels sah man auch nach den Aktschlüffen wiederholt auf der Bühne. Die Vorstellung war mäßig besucht. der Schwierigkeit und dem Gewicht dieses Problems find hierfür drei Referenten in Aussicht genommen; an erster Stelle Geheimrat Professor Dr. Adolf Wagner Berlin, außerdem ein Missionsleiter und ein Nationalökonom. — lieber den Vorgängen im Kolonialrat und den Gründen, die zu der entscheidenden und den deutschen leitenden Kreisen durchaus unerwarteten Wendung in der Samoafrage führten, ruht noch ein gewisses Dunkel. Sicherlich aber trägt zu der Aufhellung desselben die uns völlig verbürgt zugehende Mitteilung bei, daß Graf Bülow selbst in der vielbesprochenen Sitzung die Notwendigkeit, Samoa preiszugeben, durchaus als feststehend hingestellt hat, wie ja auch sowohl die plötzliche Berufung des Kolonialrates, als das unerwartete Erscheinen des Staatssekretärs an der Seite des Herrn v. Buchka darauf hinweist, daß es sich damals um endgiltige Beschlüsse handelte, die, durchaus unpopulär, dem Grafen Bülow in dem Kolonialrat eine Art Koulisse geben sollten. Wenn dennoch die von uns unmittelbar nach dem Eingang der Londoner Zugeständnisse signalisierte Wendung eintrat, so war Graf Bülow von dieser Wendung ebenso überrascht, wie Herr v. Eckardstein, der Schwiegersohn des Herrn Maple, der in London eine wenig nützliche Thätigkeit entfaltet hatte. Das Verdienst an dem Erfolge gebührt neben den Buren dem deutschen Botschafter in London, Grafen Hatzfeld und der vom Kaiser selbst in der Frage der englischen Reise eingenommenen zögernden Haltung. Magdeburg, 21. November. Zum Fall Hoens- broech wird der „Magdeb. Ztg." geschrieben: Zu dem Bericht über die Verhandlung der Privatklagesache des Herrn von Pokorny gegen Professor Bey sch lag hat die „Germania" von vornherein den Zusatz gemacht: „Diese Behauptung des Rechtsanwalts Keil ist unwahr." In der nächsten Nummer war sie so freundlich, die Möglichkeit zuzugeben, daß meine Erklärung auf einer falschen Information seitens des Herrn Prof. D. Beyschlag oder seitens des Grafen Hoensbroech beruhen könne; daher die öffentliche Aufforderung an uns drei. In Wahrheit liegt die dritte Möglichkeit vor: Der von der „Germania" gebrachte Bericht über die Verhandlung ist in diesem Punkt unrichtig. Ich habe that« sächlich nicht von dem Chefredacteur der „Germania" gesprochen und von dessen angeblicher Erklärung, v. Pokorny habe sich zeitweilig in dem Bureau der „Germania" aufgehalten, sondern ich habe den Inhalt eines mir vorliegenden Pfändungs-Protokolls wiedergegeben. Danach hat der Gerichtsvollzieher Bußler, Berlin, Zimmerstraße 81 a, am 2. November 1889 wegen der seitens des Herrn v. Pokorny dem Grafen Hoensbroech zu erstattenden außergerichtlichen Kosten im Betrage von 872 Mk. die Pfändung gegen v. P. im Redaktionsgebäude der Zeitung „Germania" versucht. Er hat dabei den Direktor der Aktiengesellschaft Zeitung „Germania" angetroffen, der ihm erklärt hat: „v. Pokorny hat vor einigen Tagen sich hier in Berlin aufgehalten, besitzt aber in unserem Hause weder eine Wohnung, noch ein Geschäftslokal." Ich habe daraus den Schluß gezogen, daß immerhin noch vor kurzem eine gewisse Verbindung zwischen v. Pokorny und dem genannten Herrn Direktor bestanden hat, da sonst gar nichts über den Aufenthalt des angeblich in England befindlichen, aus Ungarn stammenden v. Pokorny zu ermitteln gewesen ist. Hochachtungsvoll Dr. Keil. Ausland. Wien, 22. November. Aus den Berichten über die bisherigen Audienzen der verschiedenen Parteiführer beim Kaiser ist ersichtlich, daß der letztere an dem parteilosen Ministerium nur so lange festhält, bis auf einer parlamentarischen oder nationalen Verständigung die Möglichkeit eines andern Regierungs-Systems sich entwickelt. Die gegenwärtige Majorität des Abgeordnetenhauses ist aber vom Kaiser keinesfalls als Grundlage für ein künftiges Ministerium in Aussicht genommen. — Die Vermählungsabsichten der Kronprinzessin Stephanie scheinen nunmehr definitiv auf gegeben zu fein. Wie der „Figaro" aus vatikanischen Kreisen erfährt, sei es den Vorstellungen ihres Vaters, des Königs der Belgier, und des Papstes gelungen, die verwitwete Kronprinzessin von ihrem Heiratsplane abzubringen. Budapest, 22. November. Zwischen den beiden Quoten- Deputationen wurde heute mittag eine Einigung er zie lt. Brüssel, 22. November. Der Vertreter Transvaals, Dr. Leyds, hat dem Vorsitzenden des Pariser Gemeinderates einen Dankbrief gesandt wegen des Votums, welches der Gemeinderat am 6. d. M. zu gunsten der Buren angenommen hatte. Paris, 22. November. Der Kriegsminister wird der Kammer in Form eines Gesetzentwurfes folgende Umgestaltung des Militär-Strafgesetzbuches unterbreiten: 1. Zuständigkeit der gewöhnlichen Tribunale für sämtliche Rechtsvergehen in Friedenszeit. 2. Befugnis des Kassationshofes, Urteile des Kriegsgerichtes zu kassieren. 3. Zulassung von mildernden Umständen in Friedenszeit. 4. Geheime Beratung der Kriegsgerichte. 5. Zusammenstellung der Militärgerichte. London, 22. November. „Daily Telegraph" meldet aus Kairo: Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß die englischen Truppen in das Gebiet von Wadai, welches das Hinterland von Tripolis bildet, eingedrungen find. Dieses Hinterland ist dem anglo-französischen Vertrage zufolge den Franzosen als Einfluß-Sphäre zuerkannt worden. * Vom Kriegsschauplatz. Die Aussichten der Engländer. Man gewinnt immer mehr die Ueberzeugung, daß die Engländer an keiner Stelle den Buren mit einjer starken Uebermacht werden entgegentreten können, und vermag den Gedanken nicht abzuweisen, daß die Engländer auch mit der 5. Division, die jetzt aufgestellt wird, keine nennenswerten Erfolge über die Buren davontragen werden. Auch in England gibt man gelegentlich ähnlichen Erwägungen Raum, aber man tröstet sich bann schnell mit der Zuversicht, daß das Kriegsamt im Notfälle weitere Divisionen mobil machen wird. Dem gegenüber ist es angebracht, sich einmal klar zu machen, wie groß die militärische Leistungsfähigkeit Englands überhaupt noch ist, d. h. wie viel Truppen ohne Gefährdung der sonstigen Interessen Großbritanniens noch nach Südafrika entsandt werden können. Für die Mobilmachung der fünften Division, die nach den Niederlagen bei Glencoe und Ladysmith angeordnet wurde, kommt vor allem die Thatsache in Betracht, daß sich zur Zeit nur noch 41 Infanterie-Bataillone im Vereinigten Königreich befinden. Diese Bataillone, die als Ersatzbataillone für die im Ausland stehenden Feldbataillone anzusehen sind, sind, wie in der „Münchner Allg. Ztg." von einem militärischen Sachverständigen dargethan wird, au ausgebildeten Mannschaften so schwach, daß der für einen Feldzug verwendbare Bestand kaum erheblich über 300 Mann für das Bataillon betragen dürfte. Von diesen 41 Bataillonen sind nun 12 in der Mobilmachung begriffen, d. h. sie müssen durch einberufene Reserven von 300 auf 1000 Mann ergänzt werden. Berücksichtigt man, daß dazu schon ältere Jahrgänge eingezogen werden müssen, bei denen über 25 vom Hundert wegen Untauglichkeit auszufallen pflegen, so werden für die fünfte Division über 10 800 Reservisten herangezogen werden müssen. Da im ganzen 90 000 Re- servissen vorhanden sind und davon bereits 56 000 Mann für Südafrika verbraucht sind, so verbleiben nach Beendigung der Mobilmachung der neuen Division an Truppen des stehenden Heeres und deren Reserve nur noch im ganzen etwa 42 000 Mann. Aus dieser Aufstellung ergibt sich, daß England mit der Aufstellung einer 5. Division bereits das Aeußerste gethan hat, was es innerhalb des Rahmens seines stehenden Heeres und der gesetzlichen Bestimmungen über Verwendung von Truppen im Auslandsdienste ohne völlige Entblößung des Mutterlandes von aktiven Truppenteilen zu leisten vermag. Nun kann Großbritannien zwar ein zweites Armeekorps an Infanterie aufstellen; damit ist aber auch sein gesamter Vorrat an Reservisten und Linientruppen völlig erschöpft. Würden auch diese Neuformationen in das Ausland entsendet, dann befänden sich im vereinigten Königreiche nur mehr Milizformationen. Da es nun aus genugsam bekannten Gründen ganz ausgeschloßen erscheint, daß Irland von Truppen völlig entblößt wird, so er- giebt sich als weitere Folge, daß die nach Mobilmachung der 5. Division noch verbleibenden 29 Linienbataillone unbedingt im Heimatlande, das heißt Irland, zurückbehalten werden müssen, daß also für den Burenkrieg von dorther weitere Truppen nicht verfügbar gemacht werden können. Es ist überdies in Rechnung zu setzen, daß die bereits in Südafrika verwendeten Truppenkörper so stark mit Artillerie und Reiterei ausgestattet sind, daß ein etwa mobil gemachtes zweites Armeekorps in diesen beiden Truppengattungen weit hinter seiner planmäßigen Stärke zurückbleiben müßte. Diese nüchternen Darlegungen beweisen, daß die militärische Lage der Engländer auch nach dem Eintreffen aller beschlossenen Truppenverstärkungeu nicht annähernd so gut sein wird, wie die in militärischen Dingen häufig schlecht unterrichtete englische Presse hofft, und sie bestätigen, wie sehr im Recht Lord Wolseley mit seinem Zugeständnis war, daß man sich in einen Krieg eingelassen hat, ohne über die Streitkräfte des Gegners im Klaren zu fein. Ist Ladysmith gefallen? läßt sich allerdings immer noch nicht mit absoluter Sicherheit beantworten. Wie das „Berl. Tgbl." mitteilt, verlautete zwar am Montag abend in Berliner Bankierkreisen, welche mit London in Verbindung stehen, ebenfalls, daß die Stadt kapituliert habe, allein eine authentische Bestätigung liegt bis jetzt nicht vor. Die Londoner Abendblätter vorn Montag kündigen sogar eine neue Schlacht an, die am Mittwoch voriger Woche ftnttgefunben haben soll. Sie veröffentlichen eine aus Estcourt vorn 20. November dadierte Depesche, nach welcher es heißt, daß der Kampf von Tagesanbruch bis 2 Uhr nachmittags dauerte. An dem Kampfe sei nur Infanterie beteiligt gewesen, viele Buren seien getötet, eine erhebliche Anzahl gefangen. Das sind natürlich Aufschneidereien, mit denen die Londoner Blätter ihr Publikum über die verzweifelte Lage, in der sich die Armee des Generals White, wenn dieselbe wirklich noch bestehen sollte, jedenfalls befindet, zu trösten suchen. Würden die Truppen Whites noch zu Besorgnissen Anlaß geben, so könnten nicht so große Burenmassen nach Süden gehen. Es ist überhaupt fraglich, sicherlich noch nicht aufgeklärt, ob seit dem 9. November noch Kämpfe vor Ladysmith stattgefunden haben. Die neuesten Meldungen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Loudon, 21. November. Der Berichterstatter des „Standard„ meldet ans Ladysmith vom 17. November: Die Ankunft eines Teils der Entfatztruppen in Estcourt habe die Pläne der Buren gänzlich geändert. Joubert habe sich nach Süden gewendet, um die Vereinigung der Entsatz- kollonne unter General Clery mit Whites zu verhindern; die Besatzung sei im Besitz genügender Mund- Vorräte und Munition (?), das Bombardement nehme seinen Fortgang, richte aber verhältnismäßig wenig Schaden an. Die Recognoscierung am 14. November zeigte, daß die Buren die Straße nach Colenso in großer Stärke besetzt halten. Bei Annäherung der Entsatzbrigade wird ein entscheidendes Treffen erwartet. Nach einer Drahtmeldung aus Estcourt vom 18. November treffen dort beständig Verstärkungen ein. Der Vorstoß dürfte in wenigen Tagen erfolgen. Südlich vo« Tugelaf luß zerstörten die Buren die Eisenbahn an verschiedenen Punkten. Sonntagabend fand südlich von Estcourt ein unerhebliches Scharmützel statt. London, 21. November. Die Abendblätter veröffentlichen eine Drahtnachricht anS Estcourt vom 20. d. M., in der berichtet wird, es sei nunmehr bekannt ^. worden, daß General Joubert mit seiner gesamten Streitmacht südlich nach Estcourt vorrückt. Die Belagerung Ladysmiths sei wahrscheinlich aufgehoben worden. (Sott die letztere Bemerkung vielleicht ein geblümtes Eingeständnis der Kapitulation sein? Die Red.) Estcourt, 20. November. Der Feind, der zehn Meilen nordwestlich vonEstcourtAufstellunggenornmen hat, hat sich nicht aus seiner Stellung locken lassen. Am Mooiflusse soll ein Gefecht in der Richtung nach Süden im Gange sein. Die südlich von Ladysmith stehenden Buren sind eifrig mit Fouragieren auf den Gehöften beschäftigt. Durban, 21. November. Nach einer Drahtnachricht des „Natal Advertiser" ans Estcourt haben etwa 700 Buren, von Weenen kommend, gestern eine starke Stellung bei Turners Farm auf dem Hochlande, etwa 14 Meilen südlich vonEstcourt, nordwestlich des Mooi-Flusses, besetzt. Britische berittene Infanterie und Karabiniers aus Estcourt verwickelten den Feind in ein Gefecht. Der Feind, der einen Verlust von drei Mann, einschließlich des Führers, erlitten haben soll, zog sich zurück und nahm von der Farm 200 Stück Vieh mit. Die Stadt Estcourt liegt an der Vereinigung des Bushman und Little Bushman River, der von einer Eisenbahnbrücke mit fünf Oeffnungen überspannt wird. In Estcourt, das 300 Einwohner zählt und eine öffentliche Bibliothek und eine Kirche besitzt, befindet sich der Sitz des Gerichtes für die Grafschaft Weenen. Das angebliche Fort Durnford, das die Stadt beherrscht, ist nur eine sogenannte Defensions-Kaserne mit einem Belegraume von 50 berittenen Polizisten. Capstadt. 16. November. Die in Johannesburg erscheinenden „Standard and Diggers News" erklären die Nachricht, daß die Regierung der Südafrikanischen Republik die Goldminen zerstöre, für unbegründet und bemerken, die Minen seien im Betriebe, und das Gold werde für die Zwecke der Verteidigung der Unabhängigkeit des Landes benutzt. Nach Beendigung des Krieges werde das Geld zurückgezahlt werden, und die Aktionäre in Europa könnten beruhigt fein, daß dann keine Minen zu Grunde gerichtet seien. Westlicher und südlicher Kriegsschauplatz. London, 20. November. Nach einer „Reuter"-Mel- dung aus Capstadt vom 15. November ist der Einfall der Buren in die Kapkolonie jetzt eine vollendete Thatsache. Es besteht kein Zweifel, daß Versuche gemacht werden, die Fahne des Aufruhrs in der ganzen Kolonie zu entfalten. Die Aussichten der Buren auf Erfolg sind schwer zu beurteilen, viele Holländer sind ohne Zweifel aufgeregt durch die Anwesenheit der Buren. Darunter befinden sich zahlreiche, welche, so lange die Buren noch auf der anderen Seite des Flusses sich befanden, nie daran gedacht haben würden, zum Feinde überzutreten. Näheres über ihre Haltung muß abgewartet werden, bevor sich irgend etwas hinsichtlich der Möglichkeit eines holländischen Aufstandes sagen läßt; die Militärbehörden am Cap halten jede Vorwärtsbewegung der Truppen möglichst geheim. Das Publikum bleibt vollständig im Dunkel über den Bestimmungsort einzelner auf den Kriegsschauplatz gesandter Regimenter. London, 21. November. Eine Kapstädter Drahtmel- bung besagt, daß die Buren bei Kuruman (Britisch- Betschuanaland) von den britischen Truppen geschlagen wurden. (?) Einzelheiten darüber werden nicht gemeldet. Der Einfall der Buren in die Kap- Kolonie nehme größeren Umfang an. Die besetzten Städte würden systematisch unter die Herrschaft des Freistaates gestellt. Der Aufruf an die Afrikander, sich den Buren anzuschließen, sei bisher ergebnislos geblieben. OranjeRivier, 21. November. Die Buren bei Belmont sollen 1200 Mann stark sein. London, 21. November. Das „Reuter'sche Bureau" berichtet aus Naauwpoort unter dem 15. d. M.: Zur Verstärkung der 1300 Buren, die Colesberg bereits besetzt haben, werden noch 1500 erwartet. Die Buren sind vorzüglich beritten und haben genügend Munition und 20 Wagen mit Proviant. Die Buren sind von bewaffneten schwarzen Dienern begleitet. Telegramme. London, 23. November. Nach einer amtlichen Statistik, die in Prätoria ausgegeben wurde, betragen die Verluste der Buren bisher 90 Tote und 200 93er» wundete. Von den letzteren sind indes eine Anzahl bereits wieder genesen und kämpfen wieder mit. London, 25. November. Eine Meldung aus Mafe- king berichtet, daß am Montag nachmittag die Engländer ein heftiges Feuer gegen die Buren begonnen haben. Die Buren beantworteten dasselbe mit ihren Geschützen, worauf die Engländer das Feuer bald einstellten. Die Bure» hatten nur einen Verwundeten. Prätoria, 23. November. General Joubert hat die Engländer, welche einen Angriff machten, nach dem Tugela-Flusse zurückgeworfen. || 1 'Mo in’* d,j I ’ta-ca ren dj. i"h vy, abend fank d ftatt, UÖI’$ von ^b‘Är2jet>t, tltM «*«ÄÄ®** «’« M ^kngeftSnrH Eum * »«« m der tor* aa «ÄM uf den Gehöften be- Drahtnachricht V ^aben etwa 700 eine starte ‘ dm Hochlande, nordwestlich des ntenhe W»uxu und ten, )en Feind in ein erlnst von drei Mann, ^n.soll, zog sich zE k Vieh mit. " der Vereinigung des ' der von einer Eisen- ‘fpannt wirb. In Sst- d eine öffentliche W, )et sich der Sih des • Das anMche W. ch Mr eine so- :inem Belegraume von in zohannesburg er« rs News- eiklären die : Südafrikanischen erstöre, für unbe- i seien im Betriebe, und :r Verteidigung der lln- Nach Beendigung bezahlt werden, und die ligt sein, daß dann keine kriegSfchall-la-. I einer „Reuter"-Mel- mder ist der Einfall eine Dollen- Zweifel, dch Versuche z Aufruhrs in der en. Die Aussichten der eurteilen, viele Holländer ch die Anwesenheit der Weiche, welche, so lange leite des Flusses sich be- ärden, zum Feinde über- altung muß abgewartet osichtlich der MoMit ien läßt; die W* tsbewegung berW“ bleibt vollständig M einzelner auf denÄMS' - «°pM-r E ; guruman (8wW LL blLvZ sich den Di! 8»ten 611 9el< erwartet. niigtil nd h°b " 9®ie A'-' t ?<»“ >arzen " *»;»**“' KV *** .... v >" i rifi «** ' Prof. Krüger. 8227 0 8221 0 0 Telephon 46. Markt 21. 0 8220 4 Tum Totenfeste bei 8226 in jeder Preislage, 04218 XX3OD Mietgeluche ! Kauf Gesuche I ?,u verkaufen 0 0 o Q O a □ D Q a □ a Friedhofsgärtnerei, 13 Licherstraße 13. 3. Verschiedener. Für den Aussichtsrat: I. V.: Daupert. □ 0 0 0 o Ein jüngerer, tüchtiger Hickner bei hohem Gehalt für ein maschincn- tecbnisches Bureau gesucht. 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Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold'. Berlin, 23. November. Von der Kaiserreise nach England wird gemeldet: Der Kaiser und die Königin Viktoria machten gestern nachmittag in Begleitung der kaiserlichen Prinzen eine Spazierfahrt und nahmen abends an der Familientafel teil. Wien, 23. November. Die jungtschechischen Abgeordneten beschlossen, mit der Obstruktion vorzu- gehen. Zu diesem Behufe werden sich sämtliche Klubmitglieder für die Debatte über die Ausgleichs-Vorlage als Redner eintragen lassen. Wien, 23. November. Nach zuverlässigen Privatmeldungen bestätigt es sich, daß die Russen Herat eingenommen haben. Wien, 25. November. Das Abgeordnetenhaus lehnte sämtliche Anträge ab, welche die Versetzung des Ministeriums Thun in den Anklagezustand betreffe. Wien, 23. November. Bei der gestern fortgesetzten Debatte über die Minister-Anklage kam es bei einer Rede des polnischen antisemitischen Abgeordneten Stojalowski zu einem heftigen Auftritt zwischen diesem und dem Sozialdemokraten Daszynski. Ersterer nannte Daszynski einen niederträchtigen Kerl, der von Berlin aus unterstützt werde. Daszynski rief, ein so schmutziges Individuum sollte man überhaupt hier nicht hereinlassen. Stojalowski erwiderte, Sie sind ein Meineidiger, Sie haben schon drei Meineide geschworen, Sie Spion. An diesen Dialog knüpfte sich ein Schimpf-Konzert der beiderseitigen Parteien. Budapest, 23. November. Die Quoten-Vereinigung wird in hiesigen politischen Kreisen, wo man an dem Zustandekommen einer Einigung schon beinahe zweifelte, mit Zum Totenfeste. Mooskränzchen, sowieStechpalmen- kränze, mit und ohne Wachsblumen, empfiehlt Wilh. Gerhard. MmrMM. Ko»smierem Wieseck. E. G m. u H. Nreitag den 1. Dezember 1899, abends 8V2 Wr: General-Versammlung bei Gastwirt Adam Ziegler. Tages-Ordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes und Aussichtsrates. 2. Bekanntgebung des Revisionsberichtes. einem Gefühl der Erleichterung ausgenommen. Die Vertreter Ungarns betonten bei den Verhandlungen, die Quoten- Erhöhung sei ziffermäßig nicht motivirbar, doch sähen sie sich zu Konzessionen veranlaßt, um den das Ansehen der Monarchie im Auslande untergrabenden Streit zu beenden. Das neue Quotengesetz wird heute im Parlament eingebracht. Budapest, 23. November. Beim Schließen des Postamtes in N a gy id a überfiel ein junger, elegant gekleideter Mensch die Po ftmeisterin, schlug sie mit einem Hammer nieder und raubtediePostkassemit beträchtlichem Inhalt aus. Der Attentäter ist ausfindig gemacht. Die Postmeisterin ringt mit dem Tode. Budapest, 23. November. Auf den Fiumaner Schnellzug wurde gestern ein Attentat verübt, indem die Schienen gelockert wurden. Durch die Wachsamkeit des Personals wurde eine Katastrophe verhindert. Budapest, 23. November. Nach dem Muster von Mocsa suchten in Ober Ungarn ein Richter und zwei Unterbeamte einer des Diebstahls verdächtigen alten Frau durch furchtbare Foltern ein Geständnis zu erpressen. Die Frau starb unter den Qualen der Folter. Der Richter und feine Helfer wurden zu je 9 Monaten Kerker verurteilt. Budapest, 23. November. Von der Quoten-Deputation wurde die österreichische Quote auf 65,6 und die ungarische auf 34,4 Prozent festgesetzt. Rom, 23. November. Montenegr o unterhandelt hier wegen einer Anleihe und zwar gegen Verpfändung der Zoll-Einnahmen. London, 23. November. „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Sensationsmeldung, wonach der russische Finanz- Minister Dr. White auf kaiserlichen Befehl verhaftet worden sei. Er habe den Versuch gemacht, sich zu entleiben, sei aber daran gehindert worden. Seme Gattin habe eine Audienz beim Zaren erbeten, dieselbe aber nicht erhalten. Diese Nachricht ist mit großer Vorsicht aufzunehmen. A k London, 23. November. In liberalen Kreisen wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß der Tod der Lady Salisbury eine Rückwirkung auf die englische Politik haben werde, in dem Lord Salisbury dadurch veranlaßt werden dürfte, zurückzutreten, wodurch die Politik Chamberlains zumJmperialismus ungehindert zur leitenden englischen Politik erhoben würde. Lokales und VrsvmsteUes. Gießen, den 23. November. ** Stadttheater. Auf die morgen Freitag stattfindende Premiäre der Lustspiel-Novität „Das Opferlamm" wird hiermit nochmals aufmerksam gemacht. Die Besetzung der Rollen ergiebt sich aus dem Theaterzettel in heutiger Nummer. _________ △ Aus Hessen, 22. November. Ein Professor einer Hochschule berührte kürzlich bei seinen Zuhörern während des Vortrags eine amüsante Reminiszenz. Ein Verwaltungsbeamter — Name und Wohnsitz wollen wir verschweigen — telegraphierte nach einem glücklich überlebten Erdstoß seiner vorgesetzten Dienstbehörde: „Heute nacht hier Erdbeben verspürt. Was machen?" Jedenfalls erteilte die Behörde dem besorgten Beamten schleunigst angemessene Verhaltungsmaßregeln zur wirksamen Bekämpfung der Erderschütterungen. * „ △ Klein-Krotzenburg, 22. November. Der heutige allgemeine preußische Bußtag brachte der benachbarten Kahlthalbahn trotz des düsteren Himmels eine sehr lebhafte Frequenz. Der eingelegte Sonderzug wurde fleißig benutzt. Den Arbeitern wurden die gleichen Vergünstigungen wie an Samstagen gewährt. Die gesamte Ringofenanlage zu Blankenbach war zur Herstellung von hydraulischem Stuck- und Schwarzkalk im Betriebe. Don der Erlaubnis zum freien Zugang wurde seitens der zahlreichen Interessenten Gebrauch gemacht. △ Hainstadt a. M., 22. November. Eine Kuh des Weichenwärters Gerbig dahier brachte dieser Tage ein Kalb mit sechs Beinen und zwei Köpfen zur Welt. Die überzähligen beiden Vorderbeine hingen von der Schulter des Monstrums herab, während der zweite Kopf an der Seite des normalen Kopfes hervorgewachsen ist. Die Mißgeburt befindet sich zwar, wie die Kuh, wohl und munter; gleichwohl will der Besitzer das seltsame Naturgebilde töten und auSbalgen lassen. empfehle ich in grosser Auswahl Kräuze und KoiMkts zu den 8225 billigsten Preisen. Bekanntmachung. Der Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde Heuchelheim für 1900/1901 liegt acht Tage lang, vom 25. November an, zur Einsicht aller Beteiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. Heuchelheim, den 22. November 1899. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Varteuftrahe 2. Attaedot der Arbeitnehmerr 2 Weißbinder, 1 Schneider, 1 Maschmen- schloffer 1 Schuhmacher, 2 Taglöhner, 2 Hausburschen, 1 Lagerarbeiter, 1 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Putzfrau, 1 Kontorist, 1 Spengler. Nachfrage der Arbeitgeberr 1 Bürstenbinder, 1 Tapezier (Polsterer), eine Anzahl Maschinenschloffer, 1 Mechaniker, 1 Bauschloffer, 2 Schreiner, 1 jüngerer Lausbursche, 2 Dienstmädchen, 1 gewandtes Hausmädchen, 1 Laufrnadchen für den ganzen Tag, 1 Lagerarbeiter im Alter von 22 bis 25 Jahren. v Mrtoren Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ruttershausen für das Jahr 1900/1901 liegt auf dem hiesigen Bürgermeisterei Bureau vom 24. d. Mts. an acht Tage lang offen. Ruttershausen, den 23. November 1899. Gesucht jüngerer, wachsamer Hofhund. 04229 L. W. Plank, 'Neustadt 13. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten, daß die gestern stattgehabte Verpachtung von Triebvierteln genehmigt worden ist. Gießen, den 21. November 1899. 8223 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 23. November 1899. Die Leitung her öffentlichen Vortt äge in der Aula wird ersucht, für eine erträgliche Temperatur und atembare Luft im Saale Sorge iu tragen. Der Zustand war bei dem gestrigen, in Form und Inhalt vorzüglichen Vortrag des Herrn Geb. Rat Prof. vr. Oncken geradezu «nertiägltch. Schon in der Mitte des Vortrages war kaum jemand »ehr imstande, mit Aufmerksamkeit, geschweige denn mit Genuß dem Redner zu folgen. Am Schluß hone man nur daS eine Gefühl äußern: Gott sei Dank, endlich kann man hinaus. Atlanten — (Blobea Sriefmarkkll» unt Mkarteu.AlbllMS Kochbücher. Reichhaltiges Lager in: tiaugtl. GesaoMcheru und kalhol Kkbktbüchero. Ausführliche Kataloge ; gratis und franko. 8228 Karl Krebs, Buchhandlung. Schulstrasse 10. ö Merböchrr — Marchkllböcher Juseudschrifteil — Klassiker Romane — Prachtwerke Vermietungen 96 Mark. m . — Als Reinertrag der bei Gelegenheit des Sortraged eon v. Paul v. Zimmermann veranstalteten Sammlung habe lch heute 135 Mk. an den Schatzmeister der evangeüschen Gemeinde Turn bei Tdplitz in Deutschbbhmen abgesandt. Gießen, 22. November 1899. verMMes Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Reinhardshain für das Jahr 1900/1901 liegt vom 27. November 1899 an acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier offen. D araxxxxxxxxx 000000000000000000 □ Fertige Betten ° prima neue finfen, pa. ffte. Frankstr. WnrHen empfehlen in anerkannt besten Qualitäten billigst 6984 A. & 6. Wallenfels, 04220] Ein schönes, kleines Logis so- fort zu vermieten. Krofdorferstraße 17. 04234] Emsach möbl. Zimmer zu vermieten. Steinstrabe 66. Giessen /1 Kirehenplate 11, gegenüber der StadMreJ*. u. - cKo - .... *’‘ ' W MW .) A N.