grttl j jjj \W llf rst, Hießen, Kooftsteio-Fabrik. Hf Oi' »< flantn»^ i. 6tf- ic- fi. 6 Mnta ”■* “ bet »WlJ« tat ‘«PI Rch (h®“bt«’ für '"Nötige, S*»ä **«Ä“ «n Saben natürlich .»b, b, k? W all k bM für Uta „ ','V”' '*■ M dm "««tWmbttttlbttoiin 1 *,* iB ®«n- ö rtcr' ^he man in leb. mn6 der Sörper gesunt Wg der Gesundheit steh, M SSttstgN, Bader. A. Ä * ». Da^etz, tt jtt vohnmlaff« und i . er Gesundheit, denn D aff« bas Aufregende tränk voll« im Ge« AuS diesem Grunde ichm WnteS wegen, ine« Hause fehlen. gilbtn-«11 Ä--r - Lrflr,WShtnl b.l®00 V 15H' I ’ i*iÄ* « MOS | TsS®e# MS i te” ^n-Ap^.1 4^5 Dtiobet M- i8, Nr. 250 ErPes Blatte Dienstaq den 24 October 1809 (Ziehener Anzeiger Heneral-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vicrtetjährllch. ^'Jcpißspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg uionatlich 75 'Jßfo »tu Bringerlohn Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für bet! folgenden Lag erscheinenden Nummer btS vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-vermittlung-stellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Altzeiger entgegen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamiltenötätter werden dem Anzeiger wSchentlich viermal beigelegt. Zlnrts- und Zlnzeigeblntt fiw den ICreU Gisfzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandmirt, Matter für hessische Volkskunde. Adresse für Depelchen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Keil. Gießen, den 20. Oktober 1899. Betr.: Wahlen zum XXXI. Landtag. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen «tt die Großh. Bürgermeiftereieu des IV., V., VII. rr. XII. Wahlbezirks der Provinz Oberheffe«. Wir teilen Ihnen mit, daß nach Verfügung Großh. Staatsministeriums zu Wahlkommissären ernannt worben sind: Für den IV. Wahlbezirk: Kreisamtmann Boeck- mann in Gießen. Für deuV. Wahlbezirk: Regierungsrat vr. Wagner in Gießen. Für den VII. Wahlbezirk: Kreisrat Melior in Alsfeld. Für den XII. Wahlbezirk: Kreisamtmann Hechler in Schotten. Alsbald nach vollzogener Wahl der Wahlmänner ist gemäß § 40 der Anleitung das Wahlprotokoll nebst sämtlichen dazu gehörigen Beilagen und den in versiegeltem Umschlag beizufügenden Stimmzetteln an den bestellten Wahl- kornmissär einzusenden v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Grünberg. In Grün berg ist in einem Gehöfte die Maul- und Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 23. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Höerhesstscher Höstbauverein. Wereinsöezirk Kießerr. Am Soutttag dem LS. Oktober, nachmittags 3 Uhr, findet in Grüuivgeu in der Wirtschaft von Billgel eine Versammlung statt mit nachfolgender Tagesordnung : 1) Unsere besten Obstsorten. 2) Die Ausstellungen des Oberhessischen Obstbauvereins 1899. Referent: Der Sekretär des Vereins, Herr K. R e i ch e l t, Lehrer für Naturwissenschaften und Obstbau an der Großh. Obstbauschule und Landw. Winterschule. Die Mitglieder unseres Vereins, sowie sonstige Jnter- rffenten werden zu der Versammlung freundlichsteingeladen. Gießen, den 21. Oktober 1899. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhesi. ObftbauvereinS. Frhr. Schenck. Gießen, den 21. Oktober 1899. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen «tt die Großh. Bürgermeistereien von Grüttivgeu und den benachbarten Orten. Obige Versammlung wollen Sie in Ihren Gemeinden bekannt geben. I. V.: Frhr. Schenck. Steckbrief. Der unten näher bezeichnete Rekrut Johann Georg Dönges des Landwehrbezirks Gießen hat sich der Gestellung entzogen. Sämtliche Zivil- und Militärbehörden werden dieustergebenst ersucht, gefälligst auf denselben ein wachsames Buge zu haben, ihn im Ergreifungsfalle zu arretieren und an die nächste Militärbehörde abliefern zu lassen. Signalement. 1. Name: Johann Georg Dönges. 2. Geburtsort: Watzenborn. 3. Kreis: Gießen. 4. Geboren: 2. September 1876. 5. Größe: 1 Mtr. 62,5 Ctm. 6. Religion: Evangelisch. 7. Stand oder Gewerbe: Taglöhner. Gießen, den 18. Oktober 1899. Detring, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. * Die Kaiserreise nach England. Gießen, den 23. Oktober 1899. ES unterliegt kaum noch einem Zweifel, daß die unerfreuliche Mitteilung, Kaiser Wilhelm werde im nächsten Monat England besuchen, feste Gestalt annehmen und das deutsche Volk von neuem vor ein Rätsel gestellt werden wird, dessen Lösung ihm unmöglich erscheint. Allerdings versichert ein offiziöses Organ, daß die leitenden Männer in allem, was fie thun, „sich ihrer Verantwortung voll bewußt seien, wenn sie das Schiff gegen Land steuern, während andere vielleicht den Kurs in die hohe See erwartet hätten"; in späteren Zeiten werden noch „die Zweifler und Nörgler erkennen, warum das Schiff damals eine andere Bahn einschlug, und sie werden dann noch denen danken, die es leiteten"; allerdings gerät das offiziöse Organ sogar in einen gewissen poetischen Schwung, in dem es die Tadler und Kritiker mit einem Reisenden vergleicht, der eine weite Landschaft beschreiben zu können glaubt, weil er von einem Hügel aus ein Stück von ihr überblickt, während doch hohe Bergketten ihm nach mehreren Seiten hin jeden Fernblick verwehren. Aber ein solcher Appell an den beschränkten Unterthanenverstand mochte noch vor 50 Jahren Eindruck machen, heute aber wird man ihn lächelnd vernehmen und lächelnd über ihn zur Tagesordnung übergehen. Der Glaube an die unfehlbare Weisheit jedes Ministers des Auswärtigen, wie er gewiffermaßen in ein Dogma zusammengepreßt wird, findet im Volke keine Anhänger mehr, und wenn wir uns recht erinnern, hat der Mann, der doch wohl von diesen Dingen am meisten verstand, hat Fürst Bismarck während der letzten Jahre seines Lebens gerade die auswärtige Politik auf ihren wundersamen Wegen mit der äußersten Bitterkeit verfolgt. Sicherlich denkt in Deutschland kein Mensch daran, der Regierung in der Transvaalkrise ein aktives Eingreifen vorzuschlagen, und die spöttische Bemerkung der „Post": «Ginge es nach dem Wunsche gewisser Herren, so hätten wir uns Samoas wegen mit den Vereinigten Staaten und England überworfen, den Spaniern wären wir mit unserer kleinen Flotte zu Hilfe geeilt, und jetzt ständen bereits etliche Armeekorps in Südafrika, um die Buren gegen die Briten zu schützen." — Diese spöttische Bemerkung würde sich ganz nett ausnehmen, wenn sie nicht geradezu unehrlich wäre. Denn eine Politik, wie sie hier an die Wand gemalt wird, hat niemand empfohlen. Man hat freilich den Spaniern gewisse Sympathien geschenkt, nicht nur, weil sie die Schwächeren waren in ihrem Kriege gegen die Union, sondern weil der Krieg ein Spekulantenkrieg, war, unternommen, um hinter der Maske des Idealismus grobe materielle Gelüste zu verbergen, vor allem aber, weil man voraussah, daß nach einem leichten Siege der amerikanische Hochmut sich bis zur Unerträglichkeit steigern werde. Man ist erbittert gewesen über die Schmach von Samoa, weil sie ein deutliches Merkzeichen dafür bot, daß die deutsche Diplomatie die drohenden Gefahren nicht rechtzeitig voraussah und eine Niederlage vermied, die man ja schließlich durch die Entsendung der berühmten Kommission offen eingestand. Man war eben nicht der H e r r, sondern das Opfer der Situation. Jetzt wäre vielleicht die Gelegenheit gekommen, die Scharte auszuwetzen. Man braucht dazu gar keine Kanonen, sondern nur einige diplomatische Geschicklichkeit. Freilich mit jener weichlichen Sentimentalität, die sich mit großem Geschrei dagegen verwahrt, englische Verlegenheiten auszubeuten, ist es nicht gethan. Mit einer solchen Auffaffung hätten wir sicherlich nicht Düppel erstürmt, Königgrätz und Sedan geschlagen. Fürst Bismarck war eben anderer Meinung. Er schuf dem Gegner Verlegenheiten, um sie für sich auszunutzen, aber er wartete nicht, bis der Andere erklärte: „So, jetzt habe ich nach allen Seiten hin freie Hand, jetzt stehe ich zu Diensten." Die Samoafrage ist noch ungelöst — wenigstens hegen wir noch den Schimmer solcher Hoffnung. Ist nicht gerade jetzt die Stunde gekommen, den berühmten Druck auf die Magengegend John Bulls auszuüben und das zu erreichen, wa- man in den Tagen der Samoanischen Königswahl aus geheimnisvollen Gründen nicht erreichen konnte? Solche Politik ist keineswegs „unmoralisch". Als wir in Frankreich standen, brach Rußland im Schwarzen Meere den Pariser Vertrag, und die Italiener zogen nach Rom. Nun wird Kaiser Wilhelm, wenn nicht bessere Ratgeber in letzter Stunde seinen Entschluß umstimmen, nach England gehen. Man wird diese Reise geflissentlich als eine Vetternreise hinstellen, geboten durch verwandschaftliche Rücksichten. Aber man wird schwerlich darauf rechnen, irgendwelchen Glauben zu finden. Denn Monarchen müffen sich einmal daran gewöhnen, daß sie politische Persönlichkeiten, nicht Privatleute sind, und daß noch ihr persönliches Thun unter den politischen Gesichtspunkt gestellt wird. Kein verständiger Mensch in der Welt würde glauben, daß Kaiser Wilhelm nur als zärtlicher Enkel nach Windsor geht, um sich nach dem Befinden der Großmama zu erkundigen und ihr die Hand zu küffen. Ein Monarch ist nicht frei, seinem ungeheueren Vorrechte steht die Einschränkung seiner persönlichen Neigungen ergänzend gegenüber. Darum wird auch eine Vetternreise zur Staatsaktion, und sie wird diesen Charakter in politisch lebhaften Zeiten mit doppelter Stärke annehmen. Haben wir nicht vor vier Jahren es erlebt, daß ein ähnlicher Besuch der Großmutter von unmeßbarem Einfluß auf die Gestaltung der Politik gewesen ist? Ist es denn vergessen, wie damals in den englischen Regierungsblättern in unverschämter Weise dem erlauchten Gaste geraten wurde, bei seiner Großmutter „eine Lektion in politischer Weisheit zu nehmen, wenn er sie auch niemals an Scharfsinn erreichen werde." Datiert nicht von eben jenem Besuche her der Umschwung unserer englandfreundlichen Politik und die Aufnahme des Versuches, den alten engen Anschluß an den östlichen Nachbar wiederzugewinnen? So wird man auch jetzt trotz aller offiziösen Blaufärbereien in einer Fahrt des Kaisers nach England eine hochbedeutsame politische Aktion erblicken, und man wird diese Aktion aus tiefstem Herzen beklagen. Noch auf dem Sterbebette hat Kaiser Wilhelm I. seinen Enkel ermahnt, die Verbindung mit Rußland nicht zu lösen. In der Zeit erzwungener Muße hat Fürst Bismarck immer wieder an diese Mahnung erinnert. Eine stärkere Hinneigung aber zu England muß entscheidend fein für unser Verhältnis zu Rußland. So sprach Fürst Bismarck es im Jahre 1891, in den Tagen des jubilierenden CaprivismuS, aus: „Das russische Mißtrauen gegen die künftige Haltung der deutschen Politik wird Schritt halten mit der Vertiefung der deutsch-englischen Intimität und noch mehr mit dem Scheine derselben, wie sie sich momentan in diplomatischer Beobachtung darstellt. Um Rußland über die deutschen Absichten zu beunruhigen, bedarf es nicht notwendig direkter antirussischer Symptome, die am diplomatischen Himmel zur Erscheinung kommen, sondern die scheinbar stärkere Intimität des deutsch englischen Verhältnisses genügt, um in den Zukunftsberechnungen der russischen Diplomatie in Ansatz gebracht zu werden." Aber Graf Bülow und sein Adlatus, Herr v. Richthofen, sind begeisterte Bewunderer Englands. Es ist andererseits nicht anzunehmen, daß im November, wenn der Besuch erfolgt, der Krieg in Transvaal zur Entscheidung gelangt ist. Muß da nicht dieser Besuch direkt als eine Sympathiekundgebung für die Politik Chamberlains anfgesaßt werden? Bitter genug wird man im Lager der Buren, in dem ja auch Tausende von Deutschen kämpfen, an das Kaisertelegramm erinnern, und verständnislos wird man einer Politik gegenüberstehen, die für das Linsengericht englischer „Freundschaft" den Anspruch auf Zuverlässigkeit und Stetigkeit in der Politik preisgiebt. Aber es scheint. als ob der geheimnißvolle deutsch-englische Vertrag wieder einmal spukt, der so köstlich ist, daß man ihn noch immer nicht bekannt macht. Ach, der Glaube ist längst zur Gewißheit geworden, daß es sich hier um eine partitio leonina handelt, die den Engländern Fleisch, Fell und Mark, uns aber die Knochen schenkt. * Wach der Schlacht von chl'encoe. Die Tragweite des englischen Sieges über die Buren bei Glencoe in Natal läßt sich bisher sehr schwer ermessen, zumal wenn man sich stets vor Augen hält, daß alle vorliegenden Nachrichten die Censur der englischen Militärbehörde passiert haben. Eins darf man als feststehend annehmen, daß in dem vorgestrigen Kampfe die bessere Schulung der britischen Artillerie und die große Bravour der beiden zum Angriff verwendeten Infanterie- Regimenter die kleine englische Armee noch knapp vor Thores- fchluß aus einer heillos verfahrenen, strategischen Lage gerettet haben, welche im Falle des Verlustes des Treffens zu einer schweren Katastrophe geführt haben würde. Wie wenig die englische Leitung und besonders der Aufklärungsdienst geleistet haben, zeigt am besten die in unserer vorgestrigen Ausgabe mitgeteilte Thatsache, daß das Lager bei Glencoe am Morgen des Schlachttages durch die Granaten der Buren vollständig überrascht wurde; niemand hatte geahnt, daß der Feind während der Nacht dicht vor der Front Stellung genommen hatte. Den Franzosen gegenüber ist den Deutschen im Jahre 1870 eine solche Üeberraschung nur bei Vionville und bei Beaumont geglückt. Im Kampfe selbst haben dann die Engländer, wie gesagt, sehr tapfer gefochten, aber auch die Buren vorzüglich gezielt, wie aus den großen Verlusten hervorgeht. Da es sich nach europäischen Begriffen um nur geringe Truppenstärke handelte, ist besonders der englische Offiziersverlust enorm hoch. Nach der offiziellen Verlustliste sind zehn Offiziere tot und einundzwanzig meist schwer verwundet. Tot sind ein General, ein Oberst, ein Oberstleutnant, drei Hauptleute, fünf Leutnants. Verwundet: ein Oberst, drei Majore, fünf Hauptleute, elf Leutnants. General Symons war schrecklich in der Leistengegend verwundet. Von den Mannschaften sind 34 tot und 158 verwundet. Wie gemeldet wird, exponierten sich die Offiziere rücksichtslos, hielten aber ihre Leute an, Deckung zu suchen, worauf dieselben seit Wochen eingedrillt worden waren, lieber das Resultat der Verfolgung ist noch keine Nachricht da, doch sollen die Buren in voller Flucht sein. In Kapstadt herrscht Freudentaumel unter den Engländern, während die Holländer deprimiert sind. Ob die Abweisung des Angriffes der Buren auf das Lager bei Glencoe die englische Aufstellung in Natal wirklich schon aus jeder Gefahr gerettet hat, muß dahingestellt bleiben; jedenfalls wird bestätigt, daß in der westlichen Flanke bei Ladysmith die Oranjestaatsburen einen wesent- Vorteil über die englischen Vortruppen errungen haben. Weitere Operationen der Buren werden von der Südgrenze des Freistaats gemeldet, von Rouxville bis Norvals Point. Sie scheinen den Oranjefluß überschreiten und Alival North und Colesberg angreifen zu wollen. Die Holländer aus dem englischen Gebiete nördlich von Kimberley gehen massenweise zu den Freistaatern, welche Kimberley belagern, über und erklären, Kimberley mit Rhodes nehmen zu wollen. Man glaubt, die Buren werden dort einen Coup versuchen, um ihr Prestige wieder herzustellen, wozu Rhodes' Gefangennahme wesentlich beitragen würde. — Das englische Kriegsministerium erhielt folgendes offizielle Telegramm aus Kapstadt: Nach einer Meldung aus Kimberley vom 18. d. Mts. ist dort alles wohl und die Garnison guter Dinge. Die Wafferleitung ist abgeschnitten, doch gibt es reichlichen Wasservorrat in der Stadt. Nach Privatdepeschen von Major Virgan aus Mafeking vom 14. d. Mts. war auch dort alles wohl. Nach einer Privatmeldung aus Kapstadt wurde Rhodes aufgefordert, Kimberley zu verlassen. Er weigerte sich aber mit der Erklärung, er werde bis zu Ende dort bleiben. Noch ist die Situation der Buren, namentlich bei Ladysmith, eine günstige. Hier sammeln sich starke Truppenkontingente vom Oranjestaat her, die Ladysmith bereits umgangen haben und die Vereinigung mit den von Norden über Glencoe kommenden Transvaal-Buren anstreben. Diese dürfte" ihnen unschwer gelingen, wenn sie durch Angriffe auf Ladysmith den Transvaalern Luft geschaffen haben werden. Vorerst kann man es nur billigen, daß die Buren einer offenen Feldschlacht so viel wie möglich ausweichen und sich lieber zurückziehen, wenn sie keinen Erfolg voraussehen. Gegen eine schneidige Draufgängerei spricht vor allem die Rücksicht auf das Menschenmaterial, mit dem sehr haushälterisch umzugehen dir Buren allen Grund haben; ihr Heer ist kein Söldner-, sondern ein Bürgerheer, zudem haben sie keine Reserven zur Ausfüllung der Lücken, die der Tod in ihre Reihen reißt, denn heute schon steht im Felde, was nur eine Büchse zu führen vermag. Großen Verlusten dürfen sich die Buren nur aussetzen, wenn ein großer Siegespreis winkt, und es ist doch recht fraglich, ob die Wegnahme von Ladysmith einen Gewinn bedeuten würde, der einen vielleicht nach vielen Hunderten zu bemeffenden Verlust an Toten und Verwundeten aufwöge. Gelingt es den Buren, die Engländer in ihren Stellungen in Natal einzuschnüren und auszuhungern, dann verlieren sie vielleicht ein paar Tage Zeit, sparen sich aber (wie in der „Boss. Ztg." unseres Erachtens richtig hervorgehoben wird) ihre gesammelte Kraft für die großen Entscheidungen auf, die erst nach dem Einlangen der britischen Verstärkungen, deren Einschiffung beginnt, zu erwarten sind. * • * London, 22. Oktober. Im Kriegsministerium wurde Lestern abend 5 Uhr folgendes Telegramm angeschlagen: General White ist um 2% Uhr früh in die Gegend von Elandslaagte abgeritten. Die Truppen des Generals French verließen Ladysmith um 4 Uhr morgens, teilweise zu Fuß, teilweise per Eisenbahn, um sich nach Modder Bridge zu begeben. Um 2 Uhr begaben sich eine Schwadron Lanzenreiter, ein Dragoner Regiment, drei Feldbatterien, eine Infanterieregiment, eine Schwadron Kavallerie, ein Regiment Ausländer und zwei Schwadronen Freiwillige von Natal nach Moder River. In Ladysmith verbleiben zwei Infanterie^ Regimenter, ein Bataillon Gebirgs-Artillerie und 500 Freiwillige. Man berichtet, daß ein Panzerzug eine Meile von Elandslaagte um 5 Uhr nachmittags drei Kanonen durch Feuer zum Stillschweigen gebracht hat. Die englischen Anführer schickten sich an, um diese Zeit einen Angriff auszuführen. Dieselben sind der Ansicht, etwa 2000 Buren vor sich zu haben. General White verfolgt den Zweck, die Eisenbahnverbindung mit Dundee wieder herzustellen und gegen Abend mit den Truppen zurückzukehren. Um 7 Uhr 45 Minuten abends wird gemeldet, daß die englischen Truppen die feindlichen Stellungen genommen haben, wobei sie eine große Anzahl Pferde, Wagen und Montierungsstücke erbeuteten. Die englische Kavallerie ist im Begriff, den Feind zu verfolgen. Die Engländer haben nur geringe Verluste. Weitere Einzelheiten fehlen noch. London, 21. Oktober. „Daily Mail" berichtet aus Ladysmith, daß die Buren des Oranjefreistaates infolge der Niederlage der Transvaalburen nicht entmutigt sind und auf Ladysmith vorrücken, woselbst eine große Schlacht bevorstehe. — General Symons hat den General Hill zu seinem Nachfolger bestimmt. Paris, 22. Oktober. Die hiesige Gesandtschaft von Transvaal erhielt Kenntnis von einem für die Oranje- Buren vorteilhaften Treffen bei Besterstation. Die Engländer wären hiernach unter Zurücklassung von großem Waffen-Material nach Ladysmith entkommen. London, 21. Oktober. Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Kapstadt hat sich der Polizeichef von Vryburg aus Verzweiflung über die Einnahme der Stadt durch die Buren erschossen. London, 21. Oktober. Nach weiteren Meldungen aus Glencoe waren die englischen Verluste sehr schwer. Besonders sind unverhältnismäßig viele Offiziere gefallen. Die Buren weichen in voller Auflösung Über den Buffalo-Fluß unaufhaltsam zurück und werden von englischer Kavallerie verfolgt. London, 21. Oktober. Die zum Kanalgeschwader gehörigen Kreuzer Niobe und Diadem erhielten in Gibraltar den Befehl, nach Las Palmas bezw. St. Vinzent zu gehen zur Absaugung etwa nach Transvaal bestimmter Munitions-Transporte. London, 21. Oktober. Nach Depeschen aus Masern wird die Haltung der Raffern bedrohlich für die Oranjefreistaat-Buren. Der Oberhäuptling soll eine Loyalitäts-Erklärung für England abgegeben haben. London, 21. Oktober. Die für Transvaal bestimmt gewesenen 4000 Kisten Munition, welche der deutsche Dampfer Kaiser zur Vermeidung ihrer Konfiskation in Port Said ausgeschifft hatte, wurden von dem Dampfer Herzog wieder an Bord genommen und befinden sich bereits wieder auf der Rückreise nach Hamburg. London, 21. Oktober. Der „Central News" wird aus Kapstadt telegraphiert: Die Buren sind in ihrer bevorzugten Position auf dem eigens von ihnen gewählten Terrain angegriffen und vollständig geschlagen worden. In Kapstadt herrschte gestern abend wildeste Begeisterung. Die Massen wogten durch die Straßen, jubelten und sangen. Die Menschen waren wie im Delirium. — Weiter wird den „Central News" aus Glencoe von dem gestrigen Kamps noch folgendes berichtet: Mehrere Male gab es während des Kampfes eigentümliche Ruhepausen, in denen die englischen Truppen vorwärts krochen ohne zu feuern, während auch das Feuer der Buren schwieg. Die englischen Batterien verbrauchten eine ungeheure Masse von Munition. Die Offiziere unterließen es, Deckungen zu suchen, als sie die Mannschaften zum Kampfe anfeuerten. Husaren und Artillerie setzten den flüchtigen Buren nach und verfolgen sie noch immer. Der Rückzug der Buren artet in wilde Flucht aus. Es ist keine Kampffähigkeit mehr in ihnen, sie bleiben nicht standhaft, sondern eilen davon, sobald Granaten zu platzen beginnen. Die moralische Wirkung des Sieges ist unberechenbar. Die englischen Soldaten sind voll Siegesgewißheit._________ Deutsches Keich. Berlin, 21. Oktober. Heute vormittag hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Generalstabes v. Schlieffen und des Generals v. Hahnke und empfing später den russischen Marineattachee Pauli in Gegenwart des Kontre-Admirals Freiherrn v. Senden Bibran. Um 1 Uhr nahm der Kaiser die Meldung des neu ernannten kommandierenden Generals des X. Armeekorps, Generalleutnants v. Stuetzner, sowie weiter militärischer Meldungen entgegegen. — Die Ernennung des Grafen Wedel zum Botschafter am italienischen Hofe wird heute im „Reichsanzeiger" amtlich bekannt gegeben. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß es nicht in der Absicht der Heeresverwaltung liegt, die im Frühjahr d. I. in dem Gesetzentwurf, betr. die Feststellung der Friedenspräsenzstärke des Heeres von Seiten des Parlaments nachzufordern. — Ein polizeiliches Ermittlungsverfahren schwebt zur Zeit nach dem Unbekannten, der den Kontoauszug des Freiherrn v. Zedlitz Über dessen der „Post" gelieferte Beiträge dem „Vorwärts" in die Hände gespielt hat. Man nimmt an, daß dies von einer Persönlichkeit geschehen sei, die der „Post", bezw. Herrn v. Zedlitz nahesteht. — Der vatikanische Berichterstatter der Wiener „Pol. Korr." dementiert die Meldung, betreffend die angebliche Bestellung eines apostolischen Delegaten in Berlin. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Meldung hiesiger Blätter, wonach die Reichspostverwaltung für die künstlerische Ausstattung der in Aussicht genommenen Postmarken für größere Beträge „vorübergehend eine hervorragende künstlerische Kraft aus England habe gewinnen müssen, weil unseren einheimischen Künstlern die Erfahrung gerade in Arbeiten der hier in Rede stehenden Art mangelte", entspricht nicht den Thatsachen. Eine Entscheidung darüber, zu welchem Zeitpunkte die neuen Marken zur Ausgabe kommen sollen, ist übrigens, wie wir vernehmen, noch nicht getroffen. — Maximilian Harden hatte vor einiger Zeit wegen Beleidigung des Königs Otto von Bayern eine Zusatzstrafe von 14 Tagen Festungshaft erhalten. Da nun ein von der Gattin Hardens an den Kaiser gerichtetes Gnadengesuch jetzt abschlägig beschieden wurde, so wird Harden die Festung Weichselmünde erst am 14. November d. I. verlassen. Ausland. Nach Meldungen aus Samoa ist dort die Situation neuerdings hochernst. Der Ausbruch von Unruhen gilt als unmittelbar bevorstehend. Unter den drei Konsuln, welche die provisorische Regierung ausüben, soll große Spannung herrschen. Wien, 22. Oktober. Wie verlautet, richtet^ der Minister des Aeußern an die Behörden das Ersuchens jeden Versuch zur Einberufung von Freiwilngen für den Transvaalkrieg zu unterdrücken. Wie von unterrichteter Seite versichert wird, soll für die Anschaffung von Schnellfeuer-Kanonen von den Delegationen der Betrag von 35 Millionen Gulden verlangt werden. Wien, 21. Oktober. Heute kam es beim Studentenbummel vor der Universität zu Schlägereien zwischen deutsch-nationalen und christlich-sozialen Studenten. Der Bummel dürfte dieserhalb wiederum sistiert werden. Wien, 21. Oktober. In Hofkreisen wird bestätigt, daß demnächst dieVermählungderKronprinzessin- witwe Stefanie mit dem Grafen Elemer Lonyay in England stattfinden wird. Graf Lonyay ist in Rom zum Katholizismus übergetreten. Budapest, 21. Oktober. Der Erlaß des Ministers des Innern, der die Verwendung von Fahnen in sächsischen Nationalfarben in Siebenbürgen bei festlichen Anlässen verbot, wurde von der Regierung zurückgezogen. Rom, 22. Oktober. Die Regierung beschloß, dem Ansuchen des Fürsten von Montenegro stattzugeben und Lehrer der italienischen Sprache nachCettinje zu senden. Rom, 21. Oktober. Gemäß einer Verfügung der Ministers des Innern kommen auf Herkünfte aus de» brasilianischenHäfendiesanitärenVorschriften zur Anwendung. Die brasilianischen Häfen werden für pe st verseucht erklärt. Paris, 22. Oktober. Die Einweihung des Denkmals „Triumph der Republik" wird warscheinlich am 19. November stattfinden. Waldeck Rousseau ist gestern offiziell eingeladen worden. Sobald Loubet feine Einladung angenommen hat, wird das offizielle Datum der Festlichkeit veröffentlicht werden. — Die Untersuchung über die Komplott- Slffaire ist gestern abend beendet worden. Das Verhör der Angeklagten vor dem versammelten Senat wird wahrscheinlich nächste Woche stattfinden. Verenger verhörte als letzten Zeugen einen früheren Soldaten der Brigade Rogets. Derselbe sagte aus, als Deroulöde in der Kaserne sich Roget näherte, sagte er: Die Armee hat mich verraten, diese Armee, deren Fahne ich immer verteidigt habe. Alles ist in der jetzigen Republik verseucht. Sie sind einer parlamentarischen Republik würdiger. — Präsident Loubet und Minister Delcassä habe» dem Fürsten Münster anläßlich des Ablebens vo» dessen Tochter telegraphisch ihr Beileid ausgedrückt. — Der Figaro meldet, daß Madame Loubet gestern vom Papste ein sehr wertvolles Geschenk in Gestalt eines aus kostbaren Steinen in Gold gefaßte» Rosenkranzes überreicht worden ist. London, 21. Oktober. Die „Birmingham Post" teilt mit, zwischen dem englischen Auswärtigen Amte und der hiesigen deutschen Botschaft fei eine Vereinbarung getroffen worden über eine Reihe wichtiger Fragen, die zur Erörterung kommen sollen, wenn Kaiser Wil hem im nächsten Monat England besucht. Es heißt, daß Salisbury Gast der Königin sein werde, wenn der Kaiser hier ist, und daß der Kaiser auch mit Salisbury in London Zusammentreffen werde. Madrid, 21. Oktober. Die Verleihung des schwarzen Adlerordens an den König seitens Kaiser Wilhelms hat hier angenehm berührt. Prinz Albrecht von Preußen und dessen Sohn treffen am 4. November i» Madrid ein und werden im königlichen Paläste Wohnung nehmen. Auch sind größere Festlichkeiten in Anssis genommen. Lokales und Uroomstelles. Gießen, 23. Oktober 1899. ** GeschtchtSkaler»der. (Nachdruck verboten.) Vor 93 Jahre», am 23. Oktober 1806, wurde zu Dberplan in Böhmen der Dichter Adalbert Stifter geboren. Als feinsinniger Schrifsieller machte er sich berühmt burd) seine „Studien", die wie sein „Nachsommer" und seine .Bunten Steine" zarte und lebensvolle Schilderung n des Natur- und Menschenlebens entfalten. Stifter ftarb zu Linz am 21. Januar lt*68. Vor 88 Jahren, am 24. Okwber 1811, wurde im Frankfurt a. M. der vortreffliche Komponist und Mufiklchriflsteller Ferd. 500; am ftrjntM »'Jf t a I-i'° s-s. finbetn » 1 M .M*1 «hi!» di» «W*11 OrdtnSvnleihM Hroßherzog haben A \ Jz btm Kommerziell M Großmütigen zu w kirchliche Dienst « -er Großherzog hab bem Pfarrer, Heinrich evangelische Mrrstelle < zu übertragen.' ' Dienstmftßung. Herzog haben Allergnä den Oberförster der O tlugust SuYpeS zuWe m bit Oberförstern Ba' •i Ltadttheatrr. 5 ferates über die dnrchan „Journalisten" lasten Gast debütierenden he auftretenden Künstleri Obüft Berg, durch durchaus lebenswahre ernst und gemessen, ga in eckige Steifheit obei Runeck gab Fräulein \ In ihrer Kunst ist ja stellt faß affe ihre Rott Wen unb bem W * baSMltib" - Stoff gespart war - n bchtzmn, die imstande ist erstehen. Der SantUM das Fühnchen trchich c KvstümentgieisungMi Vch sonst stets durch und Gediegenheit in di D'e beiden jüdischen N Rolan und Curlanl das waren waschechte d«e Mauschelei Schmo pmger schönen als i ft« Helm IN einer s ?!tl ,IL Ein-der Hw äj standen ihrer ' kns getre«"^bsreda dar Seih Mr, % °, r Redaltlc letzteren & Lust Coriolan ??* Die «««» ft? “'t al ’s.S’-s Aen $er 1 " Der $ N 4„9?i|n« fr besuch S; »«. post- ;8 3.tzhis.," “e Ms Sa? * “i,:« tu 'Ö** blt w ' ** äbtW, wie Wlt ^lle e°r einiger s,j, f onN«n ri„ g 1 »Men. Da L. 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Noch h sie bei mir ihre Gestän war wirkliche Reue, die trieb. Aufgelöst in T IMeren Beichten; sie sagen würde, unter alb Tode ebenfo zu behandel ier Seifte gefaßt fattt. Nbefn mürbe, unb fo c «jr fetziges Bekenntnis wi "ein Mund würde durch mst durch das Beichtsteae Daß rch Mr \^x\ ’Q°jn würde, tonnte ich ' ich glaube ni «mei Besucherin beab M das Schweige Vermutung wurde bm 4W Gewißheit.- der vo * Plan, wich ,7 ft*"** *b ; Ä6,ea”e*len« "« Seiratigelui _ ’ ; S°s°tt mar meii ^fernher e *>* 'ch nner toiebtioen «'l to Da ich feVm;c?n9eIe9cr' ann bei »L ' He‘ Sa tr ^^lärun/ b-" ®an •' des i n? 8nbeutu 4 "Ut L ab ",lätte r'1. ‘MiJ. 1 PÜShÜ 2 ledes $rJ^n9en Mb ?"e f«*- 4?’"« °lk Britt 16.19 20.43 4.20 «beadeoarfei 147.80 I Oesterr. 6rebtt»8ktien Ferner: Die lebenden und singenden Oelgemäide. Theater unter Waffer. 3 Der freischwebende Fakir. 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