der Rheintöchter lachend und scherzend, während Woglinde die fürcherliche Entsagungsformel ausspricht. Markerschütternd klingt Alberichs Fluch. Unter den furchtbaren erschütternden Klängen der Musik löst sich das Wassergewoge des Rheins in Wolkengebilde auf, die langsam empor schweben. Die Töne des Urelements, der Entsagung, des Rings und der Nheintöchter heben noch einmal an, um dann in die Motive des Feuerzaubers und Walhalls überzugehen. Die Scenen der Götter und Riesen gingen in vollendeter Darstellung vorüber. Eine wunderbare Gestalt schuf Dr. Briesemeister in seinem Loge. Als er von seinem Motiv eingeführt klein und beweglich aus dem Kopf die rote Zier und um den Körper den schwefelgelben Mantel geschlungen auf- tauchte, war er die leibhaftige, wabernde Lohe! Am anderen Tage rief uns der Klang des Wälsungen- Motivs in die Walküre. Wie im Rheingold der Loge des Herrn Briesemeister, so überstrahlte in der Walküre der Siegmund der Herrn Burgstaller alle übrigen Mitwirkenden. Sein machtvolles Organ durchlief alle Register der Leidenschaft, klang einmal wuchtig wie rollender Donner und dann wieder weich und süß, wie der Ton einer Hirtenflöte. Das Liebeslied sang er hinreißend schön. Frau Suchers Spiel ist über jede Kritik erhaben, allein ihr Gesang — es ist traurig, dies sagen zu müssen — erinnert nur noch entfernt an die Triumphe, die sie früher gefeiert hat. Man versichert, daß Frau Sucher, nachdem sie in Berlin Unbill erfahren hat, in Bayreuth zu ihrer künstlerischen Rehabilitierung gesungen habe. Besser wäre es jedenfalls für ihren großen Ruf gewesen, wenn sie den Zeitpunkt wahrgenommen hätte, nach so großen Erfolgen rechtzeitig von der Bühne zu verschwinden. — Auch die Brünhilde der Frau Gulbranson konnte nur teilweise befriedigen. Sie war nicht im stände, diese herrliche Gestalt dramatisch zu beleben und plastisch herauszuarbeiten, sodaß das Publikum ihr gegenüber kalt, ja teilnahmlos blieb. Aus dem Gesagten erhellt, daß die Darstellung der Walküre nicht ganz auf der Höhe künstlerischer Vollendung stand. — In den Zwischenakten wogt vor dem Festspielhaus eine vielköpfige Menge auf und ab. Da geben sich alle Nationen ein Stelldichein, da sieht man die wunderbarsten Toiletten und Trachten. Die Restaurants und Kaffees sind überfüllt. Unter einer Loggia hält Frau Cosima Wagner Cercle, wie eine Potentatin, die die Huldigungen ihrer Getreuen entgegennimmt. Aber sie hat auch allen Grund stolz und beglückt zu sein, denn unterstützt von ihrem Sohn Siegstied hat sie, ausgerüstet mit einer fast übermenschlichen Kraft und ausgestaltet mit dem feinsten künstlerischen Empfinden, den Geist der Festspiele zu erhalten gewußt, den der Meister selbst ihnen eingehaucht hat. — II. Homer erzählt uns von dem Volk der Lotophagen. Wer zu ihnen kam und mit ihnen von der Frucht des Lotosbaumes aß, den umfing ein seliges Vergessen, Heimat, Familie und Freundeskreis entschwanden mit einem Male seinem Gedächtnis und er fühlte sich der höchsten Wonne teilhaftig. Unwillkürlich gedachte ich der Verse des Homer, als ich in Bayreuth den Weihegruß der Meisterkunst empfing. Die Darstellung des „Siegfried", am dritten Festspielabend, versetzte mich in die hellste Begeisterung. Den Mime gab ein in Bayreuth ausgebildeter junger Künstler, Herr Breuer, dessen Gesang, Spiel und Maske sich in vollkommenster Harmonie zusammenfanden. Bezaubernd war irrfleisch per Pft. 65 Pig- gebrannten Kaffee» »er L-Aastalt * ePg, -invtaM^. .Seifenp",ver fliehe* 4846 jauungss “'^ihren ‘ .. ,. .ünnrat.111 .v.uonit lund" °°°^ «theke. ,j Nr. 225 Viertes Blatt» Sonntag den 24. September Nie Anzdgrn-BermtttUmgSßeSm H 3tu mtfe ÄnlUmfee «Innen Injeigen für feen Gießener Anzeiger ortgwgcK £ irietet wen Anzeigen zu feer nechmittaz» für feen z^fee» Keg «Icheinenfeev Nummer Mi wem. M Uhr. Lei Postbezug t Mark 50 "ierleljLhrltch yevwt* vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg mit vringerkohA. tügtlch oit Ausnahme fee« Monte,s. 9u Gießen« ''Itn feem Anzeiger rLentiich viermal fedgdegt Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und AnZeigeblutt für den Akveis Gieren. Gratisbeilsgen: Gießener Famitienblätter, Ker hrUche Kmdwirt, Mütter für hessische UolKsKun-r. Ätfeetdin, Sr-efeition unfe Druckerei: AchNlstrntze »r. 7. Ufeteffe für Depeschen: Anzeiger Gieße» Fernsprecher Nr. 51. Das Zarenpaar in Deutschland. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind auf ihrer Fahrt von Kopenhagen nach Darmstadt in Kiel, zum Besuche der Prinzessin Heinrich von Preußen, eingetroffen. Selbstverständlich trägt dieser Besuch einen rein persönlichen Charakter, er ist zurückzuführen auf die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen der Zarin und der Prinzessin, wie denn überhaupt die ganze Reise des Zarenpaares keinen politischen Zweck hat, sondern nur aus dem Grunde unternommen worden ist, nahestehende Höfe zu besuchen. Wie erinnerlich sein wird, ging in vergangener Woche in der Reichshauptstadt das Gerücht, ba£ der Zar in Potsdam eintreffen werde. Tatsächlich waren auch in aller Eile die nötigen Vorbereitungen für den Empfang getroffen und das Alexander-Regiment aus dem Manöverterrain abberufen worden. Wäre damals der Besuch am deutschen Kaiserhofe erfolgt, so hätte man nicht umhin gekonnt, einen besonderen politischen Grund dafür zu suchen. Denn die Fahrt nach Potsdam stand nicht ursprünglich auf dem Reiseprograwm des Zaren, dafür sprachen die eiligen Anordnungen des kaiserlichen Oberhofmarschallamts, die anderenfalls sicher von langer Hand her vorbereitet worden wären. Bisher ist noch nicht bekannt geworden, aus welchem Grunde der Abstecher unterblieben ist, doch darf wohl als sicher angenommen werden, daß die übliche Zusammenkunft der beiden Monarchen auch in diesem Jahre stattfindet. Die altherkömmliche Freundschaft der beiden Höfe, Berlin und Petersburg, welche unter dem Zaren Nikolaus III. einen gewaltigen Stoß erlitten hatte, wird von seinem Nachfolger Nikolaus in würdiger Weise gepflegt. Daran hat auch die Allianz mit Frankreich nichts ändern können, und bei jeder Gelegenheit kann wahrgenommen werden, welch hohen Wert der Sklbstbeherrscher aller Reußen auf gute Beziehungen zu Deutschland legt. Daß die Schwester unseres Großherzogs, welche an der Seite des Zaren den russischen Kaiserthron ziert, viel dazu beiträgt, diese Gesinnungen bei ihrem Gemahl zu pflegen und weiter auszubilden, braucht wohl kaum besonders betont zu werden. Jedenfalls beruht das gute Verhältnis zwischen Rußland und Deutschland auf einer stärkeren Basis als dasjenige Rußlands zu Frankreich. Dieses ist auf Gelegen- heitsrücksichten gegründet, während ersteres auf mehr als hundertjähriges Bestehen zurückblicken kann und sich in schwerer Zeit bewährt hat. Wir heißen das Zarenpaar in Deutschland willkommen, weil wir der festen Ueberzeugung sind, daß es zu seinem Teile an der Erhaltung des Weltfriedens beizutragen die besten Absichten hat. Der Zar hat ja seine friedliebenden Gesinnungen genugsam bezeugt durch seine bekannte Kundgebung, die die Haager Konferenz zur Folge hatte, und wenn die Erfolge derselben nicht überall befriedigt haben, wer will die Schuld dem Veranstalter zuschreiben? Deutschland und Rußland in gutem Einvernehmen ist an sich schon eine große Gewähr für den Frieden; denn kaum eine Macht wird es wagen, gegen den Willen dieser beiden kriegsbereitesten Staaten den Frieden zu stören. Im Interesse des letzteren wollen wir hoffen, daß die Freundschaft der genannten Reiche zu einander noch recht lange ungetrübt bleiben möge. (xx) Neue Bismarck-Anekdoten. In dem demnächst erscheinenden Werke: „Persönliche Erinnerungen an den Fürsten Bismarck" von John Booth ist eine Fülle interessanter Einzelheiten enthalten, von denen im nachstehenden einige mitgeteilt werden sollen: Im Oktober 1878 war John Booth, der mit dem verstorbenen Fürsten wegen der Anpflanzung einiger Nadelhölzer aus dem nordwestlichen Amerika in Deutschland in Berührung gekommen war, dessen Gast in Friedrichsruh. Hebet seinen Gesundheitszustand während des Berliner Kongresses vom Juni und Juli desselben Jahres ließ sich der Fürst folgendermaßen aus: „Es war nach den Attentaten keine leichte Sache, die Kollegen unter einen Hut zu bringen, daß dieselben für die Auflösung des Reichstages stimmten und sodann die Genehmigung des Kronprinzen, welcher für den kranken Kaiser die Regierung führte, zu erwirken. Aber Recht habe ich doch gehabt. Und dann der Kongreß! Ich hatte die größte Lust, gleich wieder von Berlin abzureifen; aber ich sah, daß dann nichts zu stände kommen würde und sie wieder alle auseinandergehen würden, wenn ich nicht dabei bliebe. Die geistige Abspannung, in der ich mich damals befand, war schrecklich! Ganz abgesehen von der Wichtigkeit der Verhandlungen, ist es äußerst angreifend, in einer fremden Sprache, wenn man dieselbe auch noch so fließend spricht, sich so korrekt auszudrücken, daß es ohne weiteres ins Protokoll ausgenommen werden kann. — Ich schlief selten vor 6, oft auch erst nm 8 Uhr einige Stunden, war dann bis 12 für niemand zu sprechen, und in welcher Verfassung ich dann sür die Sitzungen war, können Sie sich denken. Mein Gehirn war wie eine gallertartige, unzusammenhängende Masse. Ehe ich in den Kongreß ging, trank ich zwei bis drei solcher Biergläser allerstärksten Portweins (dabei zeigte er auf das Bierglas in seiner Hand), um das Blut ordentlich in Wallung zu bringen — ich wäre sonst ganz unfähig gewesen, zu präsidieren." Ein anderesmal kam Fürst Bismarck auf die Zerfahrenheit in der Orthographie in Deutschland zu sprechen. Er führte aus: „Ein Lehrer in Quarta läßt das stumme „h" fort, kommt der Junge nach Tertia, wird er für fehlerhaftes Schreiben bestraft; das ist verkehrt. Will man dergleichen einführen, dann muß es durch Gesetz geschehen, für alle Behörden und alle Schulen. Aber wie in so vielen Sachen mag der Deutsche ein Narr sein auf eigene Faust; das hält er für interessant und glaubt, er hat andern etwas voraus. Solche Sachen sind in anderen Ländern ganz undenkbar, und man würde denjenigen, der in England oder Frankreich plötzlich die Weglassung der stummen Buchstaben proponierte, ohne weiteres für verrückt erklären .... Unsere Sprache ist hart genug, und man soll alles vermeiden, sie noch schärfer klingen zu machen." Auf die Geheimräte war Fürst Bismarck bekanntlich sehr schlecht zu sprechen. Auch John Booth erzählt von einer derartigen Aeußerung unter dem 3. April 1879: Die Suppe war aufgetragen, als Bismarck den Minister Hofmann nach einem Aktenstücke fragte, worauf dieser antwortete, daß er dasselbe bei irgend einem vortragenden Rat vermute. Der Kanzler, einen Löffel Suppe in der Hand haltend, sagte, ehe er diesen zum Munde führte, halblaut, aber doch so, daß es alle hören konnten, mit seinen großen Augen im Kreise umherblickend: „Bei uns wird es überhaupt nicht eher besser, bis nicht alle Geheimräte mit Stumpf und Stiel ausgerottet sind." Wie diese Unterhaltung mit den Geheimräten begonnen hatte, so schloß sie auch, indem der Fürst bemerkte: „Nun, wie die Polen nicht ohne Juden, so können die Preußen nicht ohne Geheimräte fertig werden." Daß Fürst Bismarck ein starker Esser, Trinker und Raucher war, ist auch bekannt. Heber sein Austernessen erzählte er im Jahre 1878 bei Tisch einmal: „Die größte Zahl, welche ich je auf einmal gegessen, war in Lüttich, wo ich als 26jähriger Mensch auf meiner Rückreise vor 36 Jahren von England 175 verzehrte. Ich bestellte erst 25, dann, da sie vortrefflich waren, noch 50, und während ich diese verzehrte, beschloß ich, nichts anderes zu essen, und bestellte zur Heiterkeit der Anwesenden noch hundert." Im Jahre 1879 fragte einmal jemand bei Tische den Fürsten, ob er noch viel rauche. Heber die Antwort erzählt John Booth: „Zigarren garnicht mehr," antwortete Bismarck, „ich versuchte es neulich wieder einmal mit einer schwachen, es geht aber nicht mehr; ich glaube überhaupt, daß jedem Menschen ein gewisses Quantum bestimmt ist; hat er dieses konsumiert, so hat seine Rezeptionsfähigkeit aufgehört; ich nehme für mich etwa 100,000 Zigarren und 5000 Flaschen Champagner in Anspruch." Bei Nennung dieser Zahlen lachte ich laut auf, worauf der Fürst sagte: „Das will ich Ihnen beweisen." Mit den Zigarren gelang ihm das, mit Mapreuther Eindrücke. Von Agathe Szilagyi (Budapest). I. (Nachdruck verboten.) Man gab das Rheingold. Mein Kopf war noch vollständig wirr von den vielen Studien, die ich vor unserer Pilgerfahrt nach Bayreuth in Bezug auf die Motive und die Handlung der Tetralogie gemacht hatte. Um 5 Uhr wurden wir durch die Töne der Rheingoldfanfare m das Theater gerufen, und es war wirklich schön zu sehen, wie ruhig und ordnungsmäßig die Leute ihre Plätze aufsuchten. Als draußen die zweite Fanfare erklang, ließ man sich nieder, liefe Stille herrschte, und in vollkommener Finsternis setzte das unsichtbare Orchester ein. Feierlich tönte der Orgelpunkt in Es-dur durch das Haus und löste sich dann allmählich in das schwebende Motiv des Urelements auf: Es war gleichsam der Gruß einer anderen Welt, in die uns die wunderbare, weihevolle Musik erhob. Immer mächtiger rauschte der Tonschwall, als endlich beim triumphierenden Klang des Rheintöchtermotivs der Vorhang sich hob. In grünlichem Dämmerscheine wiegten sich die Rheintöchter. Der Apparat funktionierte so vortrefflich, daß die Illusion durch nichts gestört wurde. Das Terzett der Rheintöchter war unvergleichlich in seiner Reinheit und Präzision. Auch der Alberich bot eine ausgezeichnete Leistung. — Jetzt füllt plötzlich ein Strahl des funkelnden Himmelsgestirns auf die Oberfläche des Rheins, und bestrahlt das Rheingold. Das alles wirkte so natürlich, daß der Zauber der Seenerie mit Worten einfach nicht zu beschreiben ist. Dem Auge entquellen Thränen, Thränen echter Begeisterung. — Auf Alberichs Frage, was dort im Wasser gleiße und glänze, antworten ihm zwei dem Champagner aber nicht. „Nun, dann habe ich noch ein ordentliches Quantum zugute, ich mag ihn aber auch noch gern." Nach diesen Proben wird man nicht verkennen können, daß die neueste Bismarck-Publikation reich ist an interessanten Bismarck-Erinnerungen. KoK«lrs Llld Drsvmstettrs. Gießen, 23. September 1899. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Gärtner Philipp Crenz aus Kastel wegen Fahrraddiebstahls vom Polizeiamt Mainz, Gastwirt Karl August Baier aus Alsfeld wegen betrügerischen Bankrotts vom Untersuchungsrichter I zu Gießen, Photograph Adolf Eberle, angeblich aus Schleswig-Holstein, zuletzt in Gießen, wegen Betrugs vom Amtsanwalt zu Alsfeld, Franz Eckert von Darmstadt wegen Betrugs vom Amtsanwalt I zu Darmstadt, Bäcker Johannes Falk aus Enslingen wegen Unterschlagung von der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Taglöhner Wilhelm Gerlach aus Darmstadt wegen Unterschlagung vom Polizeiamt Darmstadt, Hausbursche Johann Guth aus Nürnberg wegen Unterschlagung von derselben Behörde, Dreschmaschinenarbeiter Franz Hagenow aus Neu-Ruppin wegen Betrugs vom Amtsanwalt zu Friedberg; Kellner Joseph Hentzsch aus Schmiedeberg in Böhmen wegen Betrugs vom Amtsanwalt zu Bingen, Kommis Karl Hesch aus Biebrich wegen Unterschlagung vom Polizeiamt Mainz, Hausbursche Adolf Keim aus Tübingen wegen Unterschlagung vom Polizeiamt Darmstadt, Schuhmacher Bruno Konkolewski aus Okonien wegen Hehlerei vom Amtsanwalt zu Offenbach, Karl Meyer aus Innsbruck wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz, Schreiner August Wilhelm Pabst aus Waldkirch wegen Diebstahls, Betrugs und Bedrohung von der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Dienstknecht Joseph Serbinowski aus Neudorf am Berg wegen Betrugs vom Amtsgericht Fürth, Schneider Richard Zick aus Weißhennland wegen Diebstahls von der Polizeiverwaltung Offenbach, Former Karl Seife aus Kaiserslautern wegen Körperverletzung, Taglöhner Lorenz Ockert aus Fichtenberg wegen Unterschlagung und Betrugs, Zimmergeselle Peter Borger aus Elmshausen wegen Betrugs und Backsteinbrenner Konrad Alois Hecker aus Schwegenheim wegen Unterschlagung, letztere sämtlich vom Amtsanwalt zu Worms. ** Zur Beachtung für Rekruteu. Die demnächst zur Ableistung ihrer Militärpflicht einrückenden Rekruten werden gut thun, ihre Quittungskarten über gezahlte Beiträge zur Alters- und Jnvaliditätsversicherung, soweit sie solche besitzen, sorgfältig aufzubewahren, da dieselben nach der Entlassung bei Wiedereintritt in versicherungspflichtige Betriebe anzugeben sind. Die Militärdienstzeit wird den Versicherten so angerechnet, als hätten sie während dieser ganzen Zeit ihre bestimmten Beiträge gezahlt. ** Vom Inserieren. In der weithin bekannten „Modernen kaufmännischen Bibliothek", herausgegeben vom „Verlag der Handels-Akademie Leipzig", erschien soeben ein weiterer Band: „Lehrbuch der kaufmännischen Propaganda im besondern der Anzeige- und Reklame-Kunst" von Redakteur T. Kellen. Einer großen Konkurrenz begegnet dieses Werk nicht, und wenn es selbst der Fall wäre, es würde keine zu fürchten brauchen! Es ist ja schon manches über Reklame und Reklamekunst geschrieben worden, so voll und ganz aber ist noch kein Buch dem umfassenden und sicher nicht leichten Stoff gerecht geworden. — Leicht faßlich und fließend geschrieben behandelt es nicht nur die treffende Beantwortung der fünf wichtigen Fragen: 1. Was soll man inserieren? 2. Wie soll man inserieren? 3. Wann soll man inserieren? 4. Wie oft soll man inserieren? 5. In welchen Blättern soll man inserieren?, sondern auch die Reklame in Katalogen, Kalendern, Adreßbüchern, solche durch Zirkulare, Plakate rc., ferner Firmenschilder, Schaufenster, Ausstellungen, Gewerbehallen rc., kurz alles das, was mit Recht „Reklame" heißt. Die Kunst einer zielbewußten Insertion ist zur Wissenschaft geworden und nur der Siegfried des Herrn Kraus. Seine wundervolle Gestalt schuf ihn zu einem echten „Jung-Siegfried". Wie er mit seinem wallenden blonden Haar, den edlen Gesichtszügen in kraftvollster Jugend über die Bühne schritt, vergaß man Ernst Kraus und vermeinte nur den Wälsungensproß vor sich zu sehen. Man jubelte mit ihm, man fürchtete für ihn. Wie herrlich, wie poetisch war die Waldscene! Unter weitschattendem Geäst eines uralten Lindenbaumes lag Siegfried. Man hörte das Summen der Käfer, das Säuseln der Blätter, das Rieseln des Quells. Wolken zogen über die Scene, zeitweise die Bühne ein wenig verdunkelnd, ringsher wurde alles lebendig und man spürte ordentlich den frischen Erdgeruch des Waldes. Die Brünhilde der Frau Gul- branson ließ etwas kalt, aber das Orchester, das sie begleitete, gab ihrer Gesangsleistung ein so wunderbares Relief, daß man die Sängerin beinahe darüber vergaß. Die Götterdämmerung beschloß den Nibelungen-Cyclus. Der erste Akt ermüdete etwas, weil Brünhilde und Hagen (Dr. Felix Kraus) zurückhielten und gleichsam nicht aus sich herausgingen. Desto vollkommener waren die Chöre, die man so über alle Maßen vortrefflich einstudiert eben nur in Bayreuth hören kann. — Ernst Kraus übertraf sich selbst in der Waldscene. Das Orchester spielte den Trauermarsch mit einer Kraft, mit einer Empfindung, daß sich die Hörerschaft wahrhaft ergriffen und bis ins tiefste Herz erschüttert fühlte...... Der letzte Festspielabend bescherte uns den Parsival. Dem majestätischen Werk geht ein so großer Ruf voraus, daß die hochgespannte Erwartung begreiflich ist, die man nach Bayreuth wallfahrend ihm entgegenbringt. Stundenlang vor Beginn des Bühnenweihfestspiels sind die Restau- bedauerlich ist es, daß sie noch so vielfach unterschätzt wird. Gleich allen kaufmännischen Wissenschaften sollte sie erlernt werden, soll sie doch das Wichtigste jedes Geschäftes herbeiführen; die Ausdehnung und den steigenden Gewinn. — Welche Riesensummen werden durch wertlose Reklamen verschwendet, und welchen Riesenerfolg könnten, nein müßten sie bringen, würde die Reklame planmäßig und überlegt in Szene gesetzt, und wenn auch nicht nach augenblicklichem Erfolg, durchgeführt. Denn nur in der beharrlichen Durchführung eines Reklame-Systems liegt Erfolg, liegt das Geheimnis des Reklame-Erfolges! — Vor allem sei das Merkchen denen empfohlen, die da noch immer den Wert der Reklame nicht einsehen wollen, denen, die da meinen, daß sie nicht nötig haben, sich der Reklame zu bedienen, und schließlich allen, die „Elwas zu verkaufen" haben, denn sie alle brauchen dazu die Reklame. Die mächtigsten Industriellen, die Besitzer jener Welthäuser, deren Namen jeder Zone geläufig sind, haben rückhaltlos anerkannt, daß die zielbewußte Reklame ihnen ihre Riesenerfolge brachte. — Nicht ein jedes Geschäft kann sich für seine Propaganda einen Fachmann engagieren, das obige billige, sachlich vorzügliche Merkchen kann sich jeder aber anschaffen und kann treffliche Lehren aus ihm ziehen, an Hand welcher er thätig sein wird, den stets steigenden Ansprüchen, die eine erfolgsichere Reklame an den Ausübenden stellt, gerecht zu werden. Das Merkchen behandelt nur die vornehme ökonomische Reklame, nicht die bekannte „amerikanische Reklame", in deren Wahnsinn trotz allem noch Methode liegt. 0. Ans Oberhefsen, 22. September. Der Herbst sängt nun an, die Abende sind schon länger geworden, und die Landwirte müssen mit Licht in den Ställen und Scheuern Herumwirtschaften. Sobald dies geschieht, kommen Schadenfeuer vor — und auch dieses Jahr wieder, wie man aus den öffentlichen Blättern entnehmen kann. Darum möchten wir unseren Berufsgenossen das alte Nachtwächterlied „Bewahrt das Feuer und das Licht, daß ja niemand ein Schaden geschicht" recht eindringlich zurufen. — Noch eins! Die Dreschmaschinen, die Futterschneidmaschinen, die Aepfelmühlen und Keltern sind im Gange und von vielen Seiten kommen Nachrichten; da hat einer einen Finger, dort hat einer einen Arm eingebüßt und dem ist die Hand gequetscht worden. Darum: Habt acht, Ihr Landwirte! Hütet die Kinder und seid mit Euren Maschinen vorsichtig — Vorsicht ist besser als Nachsicht! M. Aus der mittleren Wetterau, 21. September. Der Herbstanfang hat uns, dem Anschein nach, eine Wendung zu anderer Witterung gebracht. Die heiße, trockene Zeit im August ist durch schwere, anhaltende Regengüsse im September gründlich wettgemacht worden. Nun wird es im Obstgeschäfte lebendig; es haben Versteigerungen von Obst an den Straßen stattgefunden, wobei hohe Preise erzielt wurden. In Blofeld, dessen Obst natürlich von hervorragender Güte ist, versteigerte man gestern Baum für Baum, also nicht nach Gewicht. Nach mäßiger Schätzung und wenn die Erntekosten selbstverständlich miteingerechnet werden, kam das Brechobst bei besseren Sorten auf 18—20 Mk. der Doppelzentner und noch höher. — Die Kartoffeln sind glücklicherweise recht billig, man kauft den Doppelzentner je nach Güte für Mk. 2.80 bis Mk. 3.80 und noch höher. Recht teuer sind die sog. Mäuskartoffeln, diese langen, schlanken Dinger, welche den vorzüglichen Kartoffelsalat liefern und bis zu 20 Mk. per Doppelzentner bezahlt werden. Aber Achtung! und die Augen aufgethan! Ihr werten Hausfrauen beim Kartoffelkaufen. Die Knollen kommen sehr schmutzig in den Keller wegen des schlechten Wetters; es gibt kranke Knollen, die wegen des anhaftenden Schmutzes nicht leicht erkennbar sind. Wer nicht scharf zuschaut, kann viele angestoßene Knollen in den Keller be kommen, die schnell zu Grunde gehen. — Die Zwiebeln sind geraten und werden nicht hochpreisig; für 21/, bis 3 Mk. erhält man einen Zentner. — Recht schön sind alle Kohlarten und Rüben gediehen, besonders in den letzten 3 Wochen; wegen der großen Nässe ist der Geschmack dieser Erzeugnisse nicht so fein, als in Jahrgängen mit trocknem rants in der Nähe des Festspielhauses überfüllt. Da sitzt ein Kreis von Künstlern und Schriftstellern behaglich schmausend am wohlgedeckten Tisch. Allerlei kritische Worte werden laut, sodaß man neugierig näher tritt. Da beklagt sich eine Künstlerin bitterlich, daß Frau Cosima Wagner den mitwirkenden Damen nicht genug Freiheit lasse. Jede Bewegung, jeder Schritt werde von ihr vorgeschrieben. Die Widersprechende werde mit Acht und Bann belegt. Die Herren ließen sich diese etwas Peinliche Regie nicht gefallen, daher komme es, daß sie in ihren Rollen im allgemeinen besser gewirkt hätten als die Damen. Solche Eingriffe in die künstlerische Individualität rächten sich immer. Frau Wagner, hörte man sagen, gäbe sogar jeder Choristin, jeder Tänzerin, die Direktive. Auch sei es schwer begreiflich, daß sie Konzertsänger zur Mitwirkung bei den Festspielen heranziehe. Daß diese in Bezug auf Spiel und Gesten alsdann das meiste zu wünschen übrig ließen, sei leicht zu erklären. Man erzählt sich, daß die Familie Wagner vor Beginn jeder Vorstellung die Bühne beschreitet, um mit äußerster Strenge und Sorgfalt das gesamte Künstlerpersonal noch einmal zu inspizieren. Es ist billig, über diese Dinge sich lustig zu machen, aber man muß erst in Bayreuth gewesen sein, um sich zu überzeugen, daß eine in der Thal vollendete Regie die Darbietungen bis ins feinste ausgearbeitet und zu wahrhafter Vollendung geführt hat..... Um vier Uhr ertönten Fanfaren, und in wahrer Weihestimmung betraten wir das Festspielbaus. Unter den Zuhörern fiel die große Zahl der Engländer auf, während an den übrigen Festspicltagen das französische Element unter den Besuchern stark hervorgetreten war. Parsifal ist nämlich die Weihe- und Erbauungsmusik für die bigottesten September. Die Raupenplage ist glücklicherweise bis jetzt ausgeblieben. — Aus vorstehenden kurzen Notizen werden die verehrlichen Hausfrauen einiges zu entnehmen wissen und Anhaltspunkte für ihre Einkäufe haben. Bis die Sachen in die Städte kommen, fallen selbstverständlich noch einige Spesen daraus, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. + Illnhausen, 21. September. Die Familieunseres Bürgermeisters wurde heute in tiefe Trauer versetzt, indem ihr ein Enkelchen in die mit Regenwaffer an- gefüllte tiefe Mist stä11e stürzte und ertrank. Mainz, 21. September. Altertumsfunde. Vor einiger Zeit wurden bei der Erbauung eines Hauses in der Kurfürstenstraße vier Grabsteine aufgefunden, von denen aber nur zwei derart erhalten waren, daß die Inschriften entziffert werden konnten. Das Interessanteste ist, wie es sich aus den Untersuchungen des Herrn Prof. Dr. Körber ergeben hat, daß beide Grabsteine in einer Beziehung zu einander stehen. Sie gehören dem Anfänge des 3. Jahrhunderts an. Der eine Stein ist 89 Ctm. hoch, 44 Ctm. breit und 32 Ctm. tief. Aus der Inschrift geht hervor, daß ihrem 12jährigen Töchterchen der Schreiber des Legionslegaten Quietius Secundus und seine Gemahlin Secundinia Paula dieses Grabmal setzen ließen. Der andere Grabstein ist etwas größer und hat derselbe eine Höhe von 105 Ctm. und eine Breite von 55 Ctm. Aus der Inschrift des Grabsteins ist zu ersehen, daß derselbe Quietius Secundus, nachdem er inzwischen zum Beneficiarius des Legionslegaten aufgerückt ist, auch seine Gattin verloren hat. Er nennt sie „unvergleichlich und überaus pflichttreu", sowie „dem Gemahl unbedingt gehorsam". Daß er letzteres auf dem Grabmal noch besonders hervorhebt, beweist, daß es damals auch schon Frauen gegeben hat, von denen man dies wahrscheinlich nicht sagen konnte. (M. A.) *t Frankfurt a. M., 18. September. Central stelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. Julius Meier, Holzhandlung, Neuweier, Station Steinbach, Baden, tauft Mostäpfel. Maingauer Konservenfabrik G. m. b. H. in Hanau a. M., kaufen 200 Ctr. harte Birnen. Gottfried Gumder, Gardistenstraße 13 in Darmstadt, kauft gr. Posten Kelteräpfel. Frau Gottl. Lungen, Burg Zieverich, Bergheim Eft., kauft Tafelobst. Postsekretär Hennenberger, Rastatt, tauft Tafelobst. Eisenbahnsekretär Henkel, Frankfurt a. M., Mörfelderlandstr. 6211, kaust 50 Ctr. Tafel- und Kochobst. K. Langenauer, Niederwalluff, kauft 12 Ctr. Aepfel, Tafelobst. Carl Günther, zur Rose in Ladenburg, Baden, kauft Preisselbeeren, Pfirsiche und Birnen. G. Stumpp, Kaufmann, Alpirsbach, Württbg, kauft 3 Waggon Kelteräpfel. F. A. Duenkel, Coburg, kauft 5 Waggon Mostäpfel. Frau Oscar Schräder, Telgte, kauft schöne Aepfel, einige Ctr. Franz Jos. Büchold, Obernburg a. M., kauft 3 bis 5 Waggon Mostobst und 2 Waggon Tafel- Aepfel und Birnen. Ernst Schröder, Hamburg I, kauft Zwergobst, Tafeläpfel, Tafelbirnen, speziell Goldparmaine, Gravensteiner, Canada Reinetten rc. Obertel. Aff. Rotten- gutter, Mannheim, Rheindammstraße 51, kauft haltbare Tafeläpfel. Fran Professor Günther, Groß-Umstadt, Hessen, kauft 1—2 Ctr. jetzt reife Aepfel, Birnen, Zwetschen. Obft- verwert. Genossenschaft, Uslar a. Weser, kaust 500 Ctr. Mostobst, Tafeläpfel, Tafelbirnen. Oldenburg. 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Diese Töne haben Zauberkraft, und schon fühlt die Seele ahnungsvoll die Nähe des heiligen Grals. Der Vorhang hebt sich. Unter einem Felsen gebettet schläft der alte Gurnemanz, der Pförtner der Gralsburg. Zu seinen Füßen ruhen zwei Knappen, alle in der Tracht des heiligen Grals. Mit dem leisen Schlaf des Greises hört Gurnemanz den Weckruf, der von der Burg her tönt, und weckt die schlummernden Knappen. Alle drei knieen nieder und verrichten andächtig ihr Morgengebet, das das Orchester mit dem Motiv der „befreienden Liebe" begleitet. Ritter nahen von der Burg und melden die Ankunft des Königs, der im Wasser des geweihten Sees Linderung für die furchtbaren Schmerzen seiner Wunde sucht. In wilden Läufen deutet nun die Musik das Nahen der wilden Reiterin Kundry an. Sie schwankt herein, das härene Gewand hat sie mit Schlangenhäuten aufgeschürzt, ihr schwarzes Haar flattert in langen Strähnen hinter ihr her. Sie drückt ein Gefäß in Gurnemanz Hand. Aus dem fernen Arabien trägt sie für den kranken König Balsam herbei. Jedes Wort der Kundry wird von ihrem Motiv im Orchester begleitet und malt uns in Tönen das fürchterliche Geheimnis, das über diesem seltsamen Wesen webt. Als der Heiland sein Kreuz auf den Calvarienberg trug, da lachte Kundry — damals Herodias — seitdem tönt unaufhörlich ihr wildes Lachen durch die Welt. Klingsor, der furchtbare Zauberer und Feind der Gralsritter, hält sie in seinem Bann und zwingt sie, ihm als Werkzeug zum Verderben der Ritter zu dienen. In Klingsors Gefolgschaft erscheint sie in verführerischer Schönheit, ihr schändliches *4 'S« -Md efi** » «.r ‘“fä'funÄ '"-r !'"' d°i be i.?'?'" J I-'intt 3e*g t E »ÄS'tT ' tÄ"'"'Mein "b Hohe von 105Gim >lb?^n^rifÜe8®r^ -, .^uitliiiß Secundus SS8«** ?nenntfc ,u Jotül£e M Gemahl *S6 Mf dem Grabmal das es damals auch schon 1 man dies wahrscheinlich (M. 8.) *. Zentralstelle W-larMomitee «• Julius Meier, Holz- -teinbach, *it G. m. b. H. in harte Birnen. 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Lahr, Baden, kauft einige Ctr. Tafeläpfel. P. Göbel, Düngerhandlung, Landau, Pfalz, kauft Tafel- und Kelter-Aepfel. Dr. med. C. Kolbe, Bommern a. d. Ruhr, kaust mehrere Centner Tafeläpfel. Gastwirt Bastian, Frankfurt a. M., Am Tiergarten 54, kauft einige Waggon Kelteräpfel. Peter Boller, Hofl in Hochheim a. Main, kauft einige Waggon Kelteräpfel. Dampfkelterei Victoria in Frankfurt a. M., Grüne Straße, kauft großes Quantum Mostobst. I. G. Rackles, Frankfurt a. M., Löbersgasse, kauft großes Quantum Mostobst. Obstdurchschnittspreise. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Himbeeren der Centner Mk. 24, Brombeeren 15, Pfirsiche 45, Trauben 30, Reineklauden 30, Tafelbirnen je nach Sorte 10 bis 20, Kochbirnen 8, Tafel- Aepfel je nach Sorte 10 bis 18, Kochäpfel 8, Ital. (Eier)- Zwetschen 18, Hauszwetschen 10. (In Kelteräpfel wurden noch wenig Abschlüsse gemacht, die Durchschnittspreise stellen wir am 25. September fest). Unioersitäts-Uachrichten. — Würzburg. An Stelle des verstorbenen Professors Sittl wurde der Privatdozent vr. Bulle in München beauftragt, die Vorlesungen über Archäologie an der hiesigen Universität zu halten. Die definitive Besetzung des Lehrstuhls wird erst im Laufe des Wintersemesters erfolgen. — Leipzig. An Stelle des nach Berlin berufenen Professors vr. Wilhelm Sieglin wurde, wie das Leipziger Tageblatt mitteilt, Professor Dr, Eduard Zarncke, erster Kustos an der Universitätsbibliothek, zum Direktor der Münzsammlung der hiesigen Universität ernannt. Diese Sammlung weist über 89,000 Nummern auf. — Freiburg i. Br. In die philosophische Fakultät der hiesigen Universität ist der Straßburger Post zufolge Dr. Gustav Wolf als Privatdozent für neuere Geschichte ausgenommen worden. — Stuttgart. Der Oberbaudirektor Prof. v. Trischler von der Technischen Hochschule ist mit dem Ende dieses Studienhalbjahrs in den Ruhestand getreten. — Stuttgart. Zum ordentlichen Profeffor an der Technischen Hochschule wurde der Architekt Heinrich Jassoy ernannt. — Karlsruhe. Geheimrat Prof. Dr. Franz Reuleaux, der geistvolle „Maschinenphilosoph", vollendet am 30. September sein 70. Lebensjahr. Neben Reuleauxs vielseitigen Leistungen auf dem Gebiete der Maschinenwissenschaft, insbesondere auf dem Gebiete der Maschinenelemente und der Maschinenbewegungen (Kinematik) ist sein Name weit über die Grenzen der Fachwelt bekannt geworden durch seinen maßgebenden und führenden Einfluß auf die gewerblichen Künste und durch seine Dienste, welche er als Sachverständiger und Vertreter des deutschen Reiches der heimischen Industrie auf vielen Weltausstellungen geleistet hat. Aus seinem Lehramt schied er nach 40jähriger Thätigkeit 1896 aus der Technischen Hochschule zu Berlin aus, die er vor allen, soweit das Maschinenfach in Frage kommt, zu ihrer hervorragenden Stellung emporgeführt hat und die jetzt die größte technische Hochschule der Welt ist. Die zahlreichen Freunde des auf so vielen Gebieten menschlichen Wissens erfahrenen Mannes werden von dem bevorstehenden Ehrentage des Altmeisters sicherlich gern Kenntnis nehmen. — Freiburg (Schweiz). Der Professor an der hiesigen Universität Dr, Ferdinand Detter wurde zum ordentlichen Professor der älteren deutschen Sprache und Litteratur an der deutschen Universität Prag und der außerordentliche Professor Dr. Ludwig Finkel zum ordentlichen Profeffor der österreichischen Geschichte an der Universität Lemberg ernannt. — Leiden. Die hiesige Universitätsbibliothek erhielt von Herrn A. A. I. Schilt, Administrationsosfizier in Seeland, eine kostbare mitteljavanische Handschrift des Fabelbuches „Jantri" zum Geschenk. — Genf. Man schreibt der „Frkf. Ztg." von hier: Dieser Tage ist vom Großen Rate des Kantons Genf ein vom Staatsrat Javon, dem ehemaligen Chefredakteur des „Genevois“, ausgearbeiteter Gesetzentwurf an eine Kommission verwiesen worden, der sich u. a. auch mit der Errichtung einer Pensionskasse der Universitätsprofessoren und den Pensionsverhältniffen derselben befaßt. Die an der Universität Genf wirkenden Lehrer sind lebenslänglich angestellt. Nach dem Gesetzentwurf würden sie mit Vollendung des 75. Lebensjahres in den Ruhestand zu treten haben, doch können sie ihren Ptnfionvantrag schon mit dem 70. Lebensjahre oder unter besonderen Umständen mit dem 60. Lebensjahre verlangen. Die auszurichtende Pension betrüge zwei Drittel des zuletzt bezogenen Jahresgehaltes, jedoch nicht mehr als 3000 Franken. Der zu errichtenden Pensionskasse hätten alle Lehrer der Universität beizutreten — Münster. Die philosophische Fakultät der hiesigen Akademie hat den neuen Kultusminister Studt, der als Oberpräsident von Westfalen Kurator der Akademie gewesen, zum Ehrendoktor ernannt. — Japan besitzt zurzeit nur eine Universität, nämlich in Tokio; eine zweite in Kioto befindet sich in der Vorbereitung. Ihre Eröffnung wird nicht lange mehr auf sich warten lassen. Der Unterrichtsminister Graf Kabayama ist indessen der Ansicht, daß diese beiden Hochschulen dem Bedürfnis bei weitem nicht entsprechen. Er dürste dem japanischen Reichstag in seiner nächsten Tagung schon die Forderung unterbreiten, Gewerbe zu üben. Die Seele, von wilder Verzweiflung zermartert, sucht sie in anderer Gestalt im Dienst der Gralsritter Erlösung und Sühne. Der König der Gralsritter, Amfortas, war selber einmal den Künsten der verführerischen Kundry erlegen. Der frohlockende Klingsor hatte ihm den heiligen Speer entwandt und ihm die tiefe Wunde geschlagen. Nur die heilige Waffe, die einst Jesu Blut vergoß, kann die Wunde schließen. Den heiligen Speer aber kann nur der „aus Mitleid wissende, reine Thor" zurückerlangen. So war den Gralsrittern prophezeit und alle harren in banger Erwartung und heißer Sehnsucht des Befreiers und Erlösers. Das Motiv „aus Mitleid wissend der reine Thor" ist der goldene Faden, der sich durch das ganze Bühnenweihfestspiel zieht. Parsifal naht. In jugendlichem Ueberdrang hat er einen Schwan erlegt und im heiligen Haine Blut vergossen. Von den Worten Gurnemanz, der ihm den Frevel vorhält, aufs tiefste erschüttert, wirft er Pfeil und Bogen weg. Fortan wird Parsifal kein Blut mehr vergießen. Was in der Seele des Jünglings vorgeht, drückt die Musik in wunderbaren Tönen aus. Parsifal kennt weder seine Her- ! kunft noch seinen Namen. In der Furcht, daß er das Leben erkennen und in seinen Gefahren umkommen werde, hat ihn seine Mutter, Herzeloide, in vollkommenster Unwissenheit gelassen. Erst jetzt, da er den Schwan erlegt, I dämmert ihm, was gut und böse sei. Gurnemanz erkennt in Parsifal den „reinen Thoren", ihm schwant, es möchte wohl auch der „aus Mitleid wissende" sein. Er führt ihn in den Tempel des heiligen Grals, daß er sich am Anblick des Heiligtums und der heiligen Handlung erhebe. Eine zauberhafte Wandeldekoration führt in eine prachtvolle zwei weitere Universitäten zu gründen und zwar die eine in Kumamoto und die andere in Sendai. Jagd und Sport. München, 20. September. Gegen die Prämiierung der Münchener Sport-AuSflellung haben 47 prämiierte und 33 nicht prämiierte Firmen öffentlich folgenden Protest erhoben: „Die heute versammelten AuSstell-r bringen hiermit zvm Ausdruck, daß die Prämiierung in der Allgemeinen Deutschen Sport-AuSstellung n'chl als etnwandsrei angesehen werden kann Auf Grund der vorliegenden zahlreichen Reklamationen muß ausgesprochen werden, daß datz Preisgericht zum Tell nicht mit genügender Sorgfalt unb Sachkenntnis grprüft hat, daß die veröffentlichten Begründungen zum größten Teil nicht im Einklänge mit dem Nachtrage zu Z ffer 11 Absatz 1 des Programms und zu 12a der Prämiierungsbestimmungen stehen, daß selbst Nichtaussteller prämiiert wurden, jedoch Firmen, welche thatsächltch höchst beachtenswerte Gegenstände und Fabrikate ausgestellt haben, seitens der Preisrichter unbeachtet blieben, schließlich, daß es als ein Mißverhältnis bezeichnet werden muß. wenn auf die sich am wenigsten in den Rahmen der Ausstellung paffende Kostabteilung verhältnismäßig die meisten goldenen Medaillen verteilt wurden. Diese Umstände veranlassen die Anwesenden, die verteilten Auszeichnungen al« entwertet zu bezeichnen und zurückzuwetsen. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen 37. Woche. Vom 10. btS 16. September 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (tnd. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 21,22, nach Abzug der Ortsfremden 10.61°/«. E« starben an: Zusammen: Erwachsene: 1. im vom Lebensjahr: 2.—1b. Jahr. Kindbetifieber 1 (1) 1 (1) — — Bauchfelltuberkulose 1 1 — — Herzkrankheiten 2 (1) 2 (1) —— —— Brechdurchfall 1 1 — Schwäche 1 — 1 — Kreb6 1 (1) 1 (1) ■ - — Eingeklemmtem Bruch 1 (1) 1 (1) • — Wasserkopf 1 1 — Verunglückung^ 1 (1) 1 (1) — — Summa: 10 (5) 7 (5) 3 — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebm an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Verkehr, lowü mrd Dsiksrmrtschaft. Heu und Stroh. Berlin. Richtstroh, höchster Preis 4,32 Mk., niedrigster Preis 3,50 Mk., Heu, höchster Preis 6,00 Mk., niedrigster Preis 3,80 Mk. für 100 Kilo. — Köln. Heu 5,20—7,60 Mk., Krummstroh 2.00 Mk., Maschinenstroh 2,60 Mk, Richlstroh 0,00 Mk. für 100 Kilo. — Magdeburg. Richtstroh 3,50—400 Mk., Krummstroh 2,50-3,00 Mk., Heu 5,50—6,50 Mk. Alles pro 100 Kilo. — Nordhausen. Heu 5,00 bis 6,00 Mk., Richlstroh 2,50—3,00 Mk. für 100 Kilo. — Halle. Sämtliche Preise gelten für 100 Kilo, und zwar bei Partien frei Bahn hier, bei einzelnen Fuhren frei Hof hier. Roggenstroh (Handdrusch) 2,50 bis 3,20 Mk., Maschinenstroh (Roggenstroh) 2,00—2,50 Mk., Weizenstroh 1,70—2,00 Mk., Wiesenheu, hiesiges oder Thüringer, beste Sorten 6,00—7,00 Mk. — Nürnberg. Heu 5,60—7,40 Mk., Stroh 3,60 bis 4,00 Mk. für 100 Kilo. — Breslau. Heu 0,00—0,00 Mk. pro 100 Kilo, Stroh 0,00—0,00 Mk. das Schock. — Würzburg. Heu 4,80—5,20 Mk., Stroh 3,20—3,80 Mk. für 100 Kllo. — Karlsruhe. Heu 6,60 Mk., Stroh 0,00 Mk für 100 Kilo. — Offenburg. Heu 4,60 Mk., Stroh 3,40 Mk. für 100 Kilo. — Freiburg. Heu 4,80 Mk., Stroh 0,00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Heu 6,50 Mk., Stroh 4,50 Mk. für 100 Kilo. Butter und Käse. Berlin. Hof- und Genossenschaftsbutter la. Qualität 107 Mk., Ila. Qualität 105 Mk., Illa. Qualität 00 Mk., do. Abfall 100 Mk. — Königsberg i Pr. 95-104 Mk. für 50 Kg. — Hamburg. Butter 1. Klasse 106,02 Mk, 2. Klaffe 100,90 Mk, 3. Klaffe 00,00 Mk. für 50 Kg. netto, reine Tara. — Nordhausen. Landbutter 2,20 Mk., Speisebutter 2,30-2,40 Mk., feinste Gutsbutter 2,50—2,60 Mk. für 1 Kilo Eier 3,40—3,60 Mk. für 60 Stück, 1.14—1,20 Mk. für 1 Kilo. Käse 3,00—3,50 Mk. für 60 Stück. — Magdeburg. Eßbutter 2,20—2,60 Mk. für 1 kg. Eier: für 60 Stück 3,00—4,00 Mk. — Kempten. Süßrahmbutter 98 Mk., Sennbutter 95 Mk. für 50 Kg. ün engros-ßinlauf. Käse. (Im Großhandel an Produzenten bezahlte Preise.) Allgäuer Limburger Käse 12—24stund. Monatskäse 27—28 Mk., do. 24—36stünd. Monatskäse 25—26 Mk. — Würzburg. Butter 0,90-1,00 Mk. für */a Kg. Zahlungseinstellungen. Ueber das Vermögen der Firma Schneeweis & Engel, Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht, in Hanau, elektrotechnische Fabrik, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Konkurseröffnungen: Gastwirt Karl Friedr. Anton Müller, Buchholz (Annaberg); Hutmachcr Gustav Richard Fritzsche, Bernstadt (Sachsen); Nachlass de« Kaufmanns Emil Jähne, Wulfe« (Göthen); Handelsmann Georg Hastrich, Görlitz; Tischler Goswin Graulich, Greiz; Kaufmann Georg Quentin (Gebr. Quentin), Hannover; Lohgerbereibesitzer Richard Gündel, Mülaen-St. Niclas (Lichtenstein); Kaufmann Alex. Paul Graupner, Limaach; Steinmetz Ernst Knuth, Magdeburg; Getreidehändler Wilh. Ccnradi, Mülheim (Rhein); Süddeutsche Gummiwarenfabrik Konr. Fr. Petri & Lutze, Offenbach am Main; Kaufmann Emst Webers, Rh ne; Gastwirt Ewald Hülsberg, Milspe (Schwelm); Hotelpächter T eod. Düwel, Ahlbeck (Swine- münde); Gastwirt Joh. Nik. Beilstein Alsbach (Zwingenberg); Hotelbesitzer Herrn. Uhlemann, Grossh ringen (Apolda); Goldschmied Ferd. Hermann, Dessau; Schlosser Gust. Max Preschet, Dresden; Pferdehändler Eduard Heinr. Walter, Ebersbach; Kaufmann Rud. Cohn, Eberswalde; Bahnhofsrestaurateur Rob. Rüde, Eibenstock; Kaufmann Reinh. Golbs, Görlitz; Fahrradhändler A. K. Walter Wagner, Halle a. 8.; Schneider Kari Kuntrum, Hannover; Delikatesswarenhändler Franz Louis Julius Durth, Kahla; Kaufmann Wilhelm Freund, Magdeburg; Schuhmacher Friedr. Holzinger, München; Zimmermeister Heinrich Tensfeld, Nenmünster; Dorothea Jäger, Pudewitz; H. C. Phlibert, Rostock; Kaufmann Joh Preise, Jüttendorf (Senftenberg); Kaufmann Jos. Keul (Keul-Nicard), Sierck; Bahnexpedient Joh. Bachmeyer, Bollweiler (Sulz. O.-Els.); Nachlass des Holzhauers Joh. Georg Hettich, Engenthal (Wasselnheim); Schreiner Herrn. Benitz, Weinheim. Verlosungen. Amsterdamer 3^proz. Stadtanleihe von 1897. 1. Verlosung am 2. August 1899. Zahlbar am 1. Oktober 1899 188 207 255 310 314 338 424 596 605 645 702 714 728 729 743 784 814 819 1027 159 201 277 306 346 394 449 510 574 629 692 717 791 810 820 826 828 854 918 929 2043 061 066 101 103 252 308 320 400 415 499 526 644 650 670 805 807 821 839 912 939. Eßlinger Stadt-Obligationen. Verlosung am 19. August 1899. Zahlbar am 31. Dezember 1899. Litt. A. 382 387 455 622 678. Litt. B. 10 110 149 274 373. Litt. E. 17 19 67 78 134 136 159 227 288 306. Frankenthal (Pfalz), Stadt-Obligationen von 1882. Verlosung am 3. Mai 1899. Zahlbar 'am 1. Oktober 1899. 28 75 92 105 162 201 260 288 309 318 324 371 378 426 434 442 453 454 528 616 653 668 750 760 817 861 883 898 907 971 983 994 1063 077 082 115 132 149 150 173 178 187 200 205 206 207 302 312 331 357 381 386. Aus dem Geschäftsleben. Drei Gesichtspunkte sind es, unter denen ein Nahrungsmittel auf seinen Wert geprüft werden soll. 1. Enthält es die zur Bildung eines gesunden Blutes dienenden Stoffe ? In welcher Menge und Zusammensetzung sind diese Stoffe vorhanden? 3. Steht demnach der Marktpreis des Nahrungsmittels im richtigen Verhältnis zu seinem wirklichen Wert? — Würde man, wie man sollte, diesen Maßstab an alle für den eigentlichen Lebensunterhalt bestimmten Verbrauchsgegenstände anlegen, so wü'de wohl mancher von ihnen aus dem Ausgabenbuch entweder ganz gestrichen, oder es würde ihm doch gewiß eine untergeordnete Stellung angewiesen, denn das für ihn aufgewendete Geld ist zum mindesten unvorteilhaft angelegt, wenn nicht so gut wie fortgeworfen. Dagegen müßten andere Nahrungsmittel, die vom großen Publikum noch nicht in ihrem vollen Wert erkannt zu sein scheinen, mehr in den Vordergrund treten. Ein sprechendes Beispiel hierfür ist der Cacao. Nach den wiffen- schaftlichen Feststellungen enthält das Cacaopulver ca. 20 Prozent Eiweißstoffe, 30 Prozent verdauliches d h. nahrhaftes Fett, 18,5 Prozent Kohlehydrate und 1,5 Prozent Theobromin, es gehört also zu den gehaltreichsten und wertvollsten Nahrungsmitteln. Aber es ist auch das billigste. Von dem Cacao Moser-Roth der Vereinigten Choco- ladefabriken E. O. Moser u. Co. und Wilhelm Roth jr. Kgl. Hoflieferanten Stuttgart, der an Ausgiebigkeit unerreicht ist, nimmt man fünf Gramm für eine Taffe gleich */< Liter Wasser oder Milch und so er- giebt sich bei einem Preis von Mk. 1.60 bis 2.20 per Pfund für diese Portion ein Verbrauch von Cacaopulver von l3/s bis 2l/s Pfg. — So geringe Kosten dürfte, was man auch dagegen halten wollte, bei nur annähernd gleichem Nährwert und Wohlgeschmack kein anderer Posten des Küchenregisters mehr aufweisen. — Keine Schönheit kann bestehen und jede Vollkommenheit geht verloren, wenn sie nicht von der Kunst unterstützt wird, die das Gute vervollkommnet. Dieser Grundsatz gilt, wenn irgendwo, so für die Pflege der äußeren Schönheit des Menschen; einen großen Bestandteil der Schönheit des Menschen aber macht die Hant aus. Es ist also nicht etwa Eitelkeit oder Putzsucht, wenn wir der Pflege der Haut genügen; denn diese Pflege ist ebenso wichtig, als die diätätische Beobachtung, seinen Magen nicht zu überlasten. Die Hautpflege hat sich wesentlich vereinfacht, seit uns die Wissenschaft mit dem „Lanolin" genannten Fett beschenkt hat, das dem von Natur in der menschlichen Haut enthaltenen Fett analog ist und in allen jenen Fällen, wo die Haut ihre Geschmeidigkeit und Elastizität verloren hat, über den Mangel wieder hinweghilft. Man verwendet das Fett in der längst als Schönheitsmittel populär gewordenen Form des„Lanolin-Toilette-Cream- Lanolin", das überall in Tuben und kleinen Dosen zu billigen Preisen erhältlich ist und bei Groß und Klein gleich beliebt ist. — Beim Einkauf achte man darauf, daß jede Packung die Marke „Pfeilring" trage. Basilika, in deren Apsis verhüllt der Gral auf einem Altar steht. — Jetzt naht sich der Zug der Gralsritter mit langsam gemessenen Schritten, voran auf einer Tragbahre der tot- wunde Amfortas, der nun in der Nähe des Grals auf weichem Ruhebett sanft gelagert wird. Die Ritter nehmen an langen Tafeln Platz, an Wein und Brot, den Symbolen des Abendmahls, sich erlabend. Aus der Höhe der Kuppel tönt Engelgesang. In der That ist es ein Knabenchor, aber die Illusion ist so vollkommen, daß man nur noch mit verhaltenem Atem lauscht und sich in die himmlischen Gefilde versetzt, wähnt. Und an der Pforte der Basilika steht Parsifal und schaut unverwandt und gebannt der heiligen Handlung zu. Der Vorhang senkt sich. Im Auditorium herrscht wahre Kirchenstimmung, man applaudiert nicht, man wagt sich nicht zu erheben und erst allmählich beginnt der Zauber zu weichen, der alle Sinne gefangen hält. Der zweite Akt führt uns in Klingsors Zaubergarten, in den sich der umherstreifende Parsifal verirrt hat. Ein Reigen wunderschöner Blumenmädchen will ihn bestricken. Eine süße, sinnbestörende Musik begleitet das anmutige Spiel. Parsifal bleibt standhaft. Nun wagt Klingsor das Letzte und entsendet Kundry (Frau Ternina, München) in verlockendster Gestalt, den reinen Thoren zu überlisten. In ergreifenden Tönen erzählt ihm Kundry von seinem Vater Gamuret und seiner Mutter Herzeloide. Und immer näher zieht sie den Arglosen zu sich heran und wähnt schon, er sei ihrer Schöne verfallen, da stößt sie Parsifal von sich, denn sein Geist weilt in der Gralsburg, er hört den Schmerzensschrei des kranken Amfortas und all sein Sinnen ist darauf gerichtet, ob er dem Unglücklichen Heil und Rettung bringen könne. Plötzlich erscheint Klingsor und schleudert von wilder Wut erfaßt auf Parsifal den heiligen Speer. Die heilige Wehre aber bleibt wagrecht vor dem Haupt des Jünglings stehen. Dieser ergreift sie und in demselben Augenblick stürzt unter Donnergetöse Klingsors Burg mit dem Zaubergarten zusammen. Die größte künstlerische That dieses zweiten Akts vollbrachte Frau Ternina, die die Rolle der Kundry in wahrhaft genialer Weise erfaßte und den geheimsten Absichten des Meisters nachspürend eine Gestalt von überwältigender Größe schuf. Der dritte Akt beginnt. Es ist Charfreitag. Das ? Orchester malt die Feiertagsstimmung mit einer wahrhaft himmlischen Musik. Parsifal, der Erlöser naht. Mit dem Wasser des heiligen Quells vollzieht er an Kundry die Taufe. Das wilde Weib ist nun aller Sünde bar, fortan eine Gläubige und Hoffende. Von Gurnemanz geleitet tritt Parsifal in den Saal des heiligen Gral, wo Amfortas und die Ritter versammelt sind. In dem Augenblick, da Parsifal die Wunde des Königs mit dem heiligen Speer berührt, schließt sich diese für immer. Parsifal tritt an Amfortas' Platz, enthüllt den Gral, der heilige Geist senkt sich in Gestalt einer weißen Taube nieder und in den Gesichtern der staunenden Ritter drückt sich das höchste Entzücken aus, die höchste Wonne. Die Musik, die der Handlung folgt, klingt einfach überirdisch und Wagner hat darin das Wunderbarste geschaffen, was je der Seele eines Komponisten entströmt ist. Ich aber verließ das Festspielhaus, tiefinnerst eine Wandlung fühlend, als ob künftig ein schöneres, edleres Wollen all meine Wege begleiten müsse, als ob ich eine Läuterung erfahren, die meine Wesenheit über die Erdennot hinaus dem Unvergänglichen, dem Ewigen zuführen werde. 6746 unter Garantie tadellosen Sitzes in empfehlende Erinnerung. Pfeffer 6840 6748 WWMWWKGOOBWASOGGGOOKKÄAMO 6802 Zemeutwaren- unb Kunststein-Fabrik. 6686 neshflltiingebürlitn n. Lese« Jahn-, Kopf- nub KleidkrbürSen z-Chmpagvklsiasltzc« 1 03282 kau t With. Mayer, zum Aquarium. ^.WIGOMk.Ä TcoJ yiKtgATj 7Z/V KÖLN, Schildergasse 78. BEHL! N , Mohren stn2l. 1 neä 6t«i«hnichri FF u.aulomaHscher^bsfandherslellung. 3996] Eine schöne 4-Zimmerwohnung, 1. Etage, mit Zubehör ist per sofort zu vermieten. 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