inteln i 1 6734 er, £ *10 Philipp Ria» Am meifibietcnb gegen bar kch 1 toin, Ihriges Kalb, WU, 1 kW. Wilhelm Rinn. Wle. Vittter-Semester ids 8V, Nft, ntim Abend pünktlich im einfinben, um ^tuubifr (za nehmen. -maligen WtnterMsus VoMrnbrn — L8. Trptmder - 4 IQ W ta W°al 1 10 Ml. n n N n 10 10 10 3 5 mz, Rechnen, -rer Fach wird e Schüler ftei) «tti« -Ä#W* ZtiTJ* M * .**bel i*L üM. H-S •tSfegsi dt’B lahrnn?1 IU# bel i hdoreb<%' s?"" Nr. 225 es Blatt. Sonntag den ^4. September Gießener Anzeiger Hmeral-Nnzeiger Nei«grprei« vierteljährlich 2 Mark 20 Vffr monatlich 75 Pfß. mit Bringerloh». Bei Postbezuß 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Mnne>et »en Anzeigen -u bet nachmittag- für d« JtlftStat Lag erfcheinmden Nummer bi- vor«. 10 Uhr. Äffe Snzeigen-Bermittlung-stellen bei In« und guileaHS »ehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgeye. erscheint tägkich mit Ausnahme des Mantags. Die Gießener ytwifttii Mitt et werden dem Anzeiger wöchentlich viermal betykgt Anrts- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieren. Nedaktton, Lspeditton und Druckerei: Kchnkstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der bellische Landwitt, Blätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieß-». Fernsprecher Nr. 51. Abonnements - Einladung. Zum Bezug des „Gießener Anzeiger" für bad 4. Vierteljahr 1899 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer, den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntnis seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten zuverlässiger telegraphischer Nachrichten- Bureaus sowie zahlreiche Mitteilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch umsichtige Berichterstatter m allen Orten Oberhessens und in den bedeutenden Städten der anderen hessischen Provinzen, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge innerhalb unseres engeren Vaterlandes und der Nachbargebiete so frühzeitig wie möglich zur Kenntnis seiner Leser zu bringen, desgleichen werden die Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im lokalen Teile des Anzeigers erfahren. Den Interessen der in der Provinz Oberheffen betriebenen Landwirtschaft wird der Anzeiger weiterhin durch eine landwirtschaftliche Beilage Rechnung tragen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Kunst und Wissenschaft, Litteratur, Hauswirtschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Als weitere Beigabe erhalten die Leser die Blätter für Hessische Volkskunde. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten llnterhaltungs- stoff bieten. Die „Gießener Familienblätter" werden dem Anzeiger wöchentlich 4mal ^Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags) beigelegt und neben den Erzählungen, Romanen und Novellen beliebter Schriftsteller anziehenden Unterhaltungsstoff aus dem Gebiete des Familienlebens und der Hauswirtschaft bringen, und somit namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Deuhinzutretende hiesige Abonnenten erhallen vom Eage der Abstellung bis 30. September den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe-Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements betrag durch Quittung erheben laffen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtungsvoll Verlag des „Gießener Anzeige Brüh lösche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben). AmtlichttJell. Gießen, den 19. September 1899. Betr.: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Indem wir Sie benachrichtigen, daß Ihnen die Listen der zum Besuche der Fortbildungsschule Verpflichteten in Kürze wieder zugehen werden, beauftragen wir Sie, dieselben den Lehrern behufs Aufstellung der Schülerlisten für die Fortbildungsschule des Jahres 1899/1900 zuzustellen und den Unterricht wie in früheren Jahren beginnen zu lassen. Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt vom 3. November 1898 beauftragen wir Sie, auch in diesem Jahre den Versuch, den Beginn des Unterrichts in der Fortbildungsschule auf eine frühere Tagesstunde zu verlegen, zu wiederholen. Wir bemerken hierzu ausdrücklich, daß der Unterricht auch früher als 5 Uhr nachmittags beginnen darf, auch daß Mittwochs und Samstags der Nachmittag zu je dreistündigem Unterricht verwendet werden darf. Auf jeden Fall müssen wir darauf bestehen, daß ein ernstlicher Versuch in dieser Hinsicht gemacht wird, und daß örtliche Verhältnisse das Unterlassen dieses Versuches nicht rechtfertigen, da in mehreren Gemeinden bereits gute Erfolge ohne erhebliche Schädigung der Beteiligten erreicht worde« sind. Die Berichterstattung über Ihre Erfahrungen werde« wir später einfordern. v. Bechtold. Bekanntmachung, Amtstage des Großherzoglichen Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird Samstag den 7. Oktober 1899, von vormittags 9 Uhr an, einen Amtstag im Rathaus zu Grünberg abhalten und wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-Bezirke« Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termin vorzubringen. Gießen, den 21. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 21. September 1899. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Gr. Bürgermeistereien der in den Amts- gerichtsbezirkeu Grüuberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern hat der Transatlantischen Feuerversicherungs-Aktien Gesellschaft in Hamburg die Ausdehnung des Geschäftsbetriebes auf die Unfall-Haftpflicht- und Glasversicherung, sowie auf die Versicherung gegen Schädigung durch Diebstahl und Waffer- leitung gestattet. Gießen, den 21. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. FemlletM. * Hebet den Bankier Max Arendt, der, wie schon gemeldet, am 20. September mit seinem Betrugsgenossen Albert Levy verhaftet wurde, berichtet der „Berlin. Lok.-Anz.": Arendt ist öfter in unliebsamer Weise in der Öffentlichkeit hervorgetreten. Sein Name ist vor allem wiederholt in Verbindung mit der zusammengebrochenen Rheinisch-Westfälischen Bank genannt worden. Er war auch ein intimer „Freund" des ehemaligen Rechtsanwalts Dr. Fritz Friedmann, dem er nach seiner Freisprechung die Mittel zur Reise nach Paris gab. Früher Direktor einer hiesigen Omuibusgesellschaft, betrieb er allerlei Kommissionsgeschäfte und Gründungen, bis er seinen Posten liquidieren mußte. Er errichtete nun ein eigenes Bankgeschäft, das sich mit Sanierungen schwankender Firmen befaßte. Ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Aktiengesetz und anderer Vergehen, die er bei Gründung einer Braunkohlengrube in Grimma begangen haben soll, schwebt gegen ihn in Leipzig. Der „Vielgewandte", der als ein außerordentlich befähigter Geschäftsmann gilt, ist nun in Gemeinschaft mit dem Rennstallbesitzer Albert Levy der Bewucherung des jungen Ernst Renz und einer ganzen Reihe Schiebungen bezichtigt, die hiermit in Verbindung stehen. Der Haupttrumpf soll bei dem Verkauf des Zirkus an Ernst Renz ausgespielt worden sein, wo eine enorme Provision, man spricht von 100 000 Mk. aufgerechnet worden ist. Die Verhaftung der Beschuldigten erfolgte zur gleichen Stunde. Beiden Festnahmen gingen Haussuchungen nach Korrespondenzen vorher; bei Arendt war diese besonders umfassend. Während die Verhaftung Levys sich ruhig vollzog, kam es bei derjenigen Arendts zu einer aufgeregten Szene. Es liegen, wie schon bemerkt, viele schwere Beschuldigungen, die sich als Schiebungen bei der Gründung hiesiger Institute und gewohn- heits- und gewerbsmäßiger Wucher darstellen, gegen ihn vor. In anderen Fällen, die zum Teil aus dem vorigen, zum Teil aus dem laufenden Jahr datieren, wird er des vollendeten und des versuchten Betruges beschuldigt. Da bei der Höhe der zu erwartenden Strafe Fluchtverdacht vorlag, so beschloß der Untersuchungsrichter ihn in Haft zu nehmen. Als der Kriminalkommissar Arendt die Verhaftung ankündigte, ergriff dieser ein vor ihm auf dem Schreibtische liegendes Radiermeffer und versuchte, sich durch einen Stich in das Herz zu töten. Das Messer drang ziemlich tief in die linke Brustseile ein, scheint aber doch das Herz nicht schwer getroffen zu haben. Arendt vergoß viel Blut und brach zusammen. Der Kommissar ließ sofort aus der Nachbarschaft mehrere Aerzte holen, die dem Verletzten einen Notverband anlegten, und brachte ihn dann als Polizeigefangenen nach der Charitä. * Die Telegramme von Rennes. Die Riesenaufgabe, die während des Dreyfus-Prozesses dem Telegraphenamte von Rennes gestellt war, und welche es in großartiger Weise löste, wird in der Geschichte des modernen Verkehrs stets ein bemerkenswertes Ereignis bilden. Der telegraphische Verkehr wickelte sich in größter Ordnung und Präzision ab. Die Depeschen, die in allen europäischen Sprachen abgefaßt waren, wurden ungemein rasch befördert, obgleich, wie fest- gestellt ist, nicht weniger als neun Millionen Worte abgesendet wurden. Neunzig Telegraphisten waren abwechselnd vom frühen Morgen bis zum späten Abend an den Apparaten beschäftigt. Von den neun Millionen Worten entfielen 1,125,000 auf den „Figaro", der bekanntlich einen stenographischen Prozeßbericht publizierte, der schon um halb 5 Uhr nachmittags erschien, und im Durchschnitt täglich 36 Spalten der Separatausgabe dieses Blattes füllte. Am Tage der Urteilsfällung allein wurden 3000 Telegramme aus Rennes in alle Richtungen versendet. Bei dieser Gelegenheit sei erzählt, wie es ein englischer Korrespondent, der Berichterstatter einer Londoner Depeschenagentur, anstellte, um sein Telegramm mit dem Urteile als Erster nach London zu bringen. Er wußte, daß die nach Paris führenden Drähte (über Paris gingen alle nach dem Norden und Osten Europas bestimmten Depeschen) sofort nach der Urteilsfällung vollauf besetzt sein würden und fürchtete, daß die Uebermittlung seiner Depesche hierdurch eine Verzögerung erfahren könnte. Er verfiel nun auf folgenden geistreichen Ausweg. Er setzte sich mit der Commercial Cable Company, der das von Havre nach New-Jork führende Kabel gehört, in Verbindung und sendete das Urteil wenige Minuten, nachdem es gefällt worden war, nach Havre, von wo es sofort nach New-Aork telegraphiert wurde. Der New-Jorker Telegraphenbeamte gab die Depesche gleich nach dem Einlangen aus dem nach London führenden Kabel ab, und so kam es, daß kaum zehn Minuten nach der Fällung des Urteils dieses im Bureau der Londoner Agentur bekannt war und von dieser auf ihren automatischen Apparaten, die in allen Londoner Redaktionen, großen Hotels und anderen öffentlichen Lokalen aufgestellt sind, an vielen Hunderten von Stellen verbreitet wurde. In New Jork selbst wurde das Urteil erst später bekannt, denn der Londoner Journalist hatte sich eines mit seinem Bureau vereinbarten Schlüssels bedient; er hatte nur das Wort „Thomas" telegraphiert und dieses bedeutete: „DreyfuS verurteilt." So hat es der elektrische Funke möglich gemacht, daß der kürzeste Weg von Frankreich nach London über den Atlantischen Ozean führt. ». * • * Unverbesserlich. „Aber Hiesl! Mußt Du denn alle Tag' Dein' Rausch hab'n! Schau', das liebe Vieh weiß, wenns genug hat!" — „Beim Wasser wüßt' i' aa', wenn i' g'nua hab!" * Während dtS Manövers. „Weshalb so verdrießlich, Herr Hauptmann?" — „Erst bei Kritik allerlei, hm, — Liebenswürdigkeiten zu hören bekommen, und dann um quartiert ju einem Zylinderhutsabrikanten'" Kre! NächsteMol tember, nach heim nächste! Lieferungen Werden: 1. Mrbeste 2. ehesten (HaMbi 8. Liefern vi Hausteinen 4. Liefern । steinen ö. Liefern vo steinen 8. Beisuhr de 7. Goßenpsta! 8. Liefern do 9. Liefern t( 10. Änffetzrnf Gießen, 2< I)er Kaiser und die Kochwasser-Katastrophe in Sayern. Seine Majestät der Kaiser hat sich über die Hoch- waffer-Katastrophe in Bayern nach Norwegen Bericht erstatten und Sr. Königl. Hoheit dem Prinzregenten und der bayerischen Regierung seine Anteilnahme aussprechen lassen. Der Kaiser hat ferner sofort die Initiative ergriffen, daß im übrigen Deutschland eine Hilfsaktion eingeleitet werde. Zu diesem Zwecke hat, wie wir bereits gestern kurz mitteilten, Ihre Majestät die Kaiserin auf Wunsch ihres Gemahls sich an die Spitze dieses humanitären Unternehmens gestellt, und das Zentralkomitee vom Roten Kreuz durch eine Ordre beauftragt, Sammlungen zum Besten der durch das Hochwasser Geschädigten herbeizuführen, und den Ertrag nach München zu leiten. Das Komitee ist schon am Freitag Abend unter seinem Vorsitzenden Kammerherrn v. d. Knesebeck in Berlin zusammengetreten, um nähere Beschlüsse zu fassen. Der Kaiser und die Kaiserin haben zu der Sammlung einen Beitrag von 30,000 Mark gezeichnet. Das Handschreiben der Kaiserin an das Zentralkomitee der deutschen Vereine hat folgenden Wortlaut: „Die Hochwasser-Katastrophe, die über das schöne bayerische Alpenvorland herctngebrochen ist, erfüllt Mich mit schmerzlicher Teilnahme. Der angerichtete Schaden, noch nicht zu ermessen, fordert schleunige Hilfeleistung. Th-tkrästtg sind damit in Bayern das Königshaus, die Regierung und der Magistrat der hart betroffenen Hauptstadt vorangegangen. Aber Ich bin überzeugt, daß im ganzen übrigen deutschen Vaterlands das Verlangen, helfen zu können, ein allgemeines ist, und daß mit Mir Tausende der Tage dankbar gedenken, die sie in dem gesegneten Hochland verleben durften, dessen Bewohner nun, von schwerem Schicksalsschlag hart betroffen, unseres innigen Mitgefühls gewiß sind. Es ist daher Mein herzlicher Wunsch, alle hllfsbereiten Kräfte zu gemeinsamer Thätigkett zu vereinen, und Ich beauftrage das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, durch einen Aufruf in möglichst weitem Umfang eine Sammlung von Geldspenden zu veranlassen, deren Ergebnis dem Zentral-Htlfskomitee in München zu überweisen ist. Neues Palais, den 21. September 1899. Auguste Victoria I. R. . Das unterzeichnete Central-Komitee bittet um möglichst zahlreiche Spenden aus allen Kreisen, die ihrer Teilnahme an der Heimsuchung des bayerischen Landes und seiner Bewohner Ausdruck zu geben wünschen. Die Kasse der königlichen Seehandlung Berlin W., Jägerstraße 21, ist bereit, die für diesen Zweck bestimmten Gaben entgegenzunehmen, über welche in der Presse Rechnung gelegt werden wird. Die weiteren Sammelstellen sind durch Plakate kenntlich gemacht. Berlin W., Wilhelmstraße 73. Central-Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz. B. von dem Knesebeck, v. Spitz, General der Infanterie z. D., Dr. Koch, Präsident der Reichsbank, Lademann, Erster Staatsanwalt beim königl. Landgericht II., Magnus, Geh. Regierungsrat, Frhr. v. Zedlitz und Neukirch, Präsident der Seehandlung, Dr. Lieber, Generalarzt a. D. — Die den Ueberschwemmten aus Gießen zugedachten Gaben bitten wir weiter an den Gießener Anzeiger abliefern zu wollen. Vgl. „Lokales" in heutiger Nr. d. Red.) Mari Montag d. Js», vl soll der tarn M 6$a$en Unterzeichneten W, ton Dni Deutsches Reich. Berlin, 22. September. Der Kaiser in Schweden. Kaiser Wilhelm hat bei seinem Besuche in Snogeholm dem Kammerjunker Grafen Alfred Piper den Kronenorden 2. Klasse verliehen, dem Leutnant Gyllenswaerd und dem Rittergutsbesitzer Franz Marcker den Kronenorden 3. Kl., dem Grafen Erik Piper den Rothen Adler-Orden 3. Kl., dem Unterleutnant C. A. Piper und dem Verwalter Andersson den Kronenorden 4. Kl. Die Gräfin Piper in Snogeholm erhielt das Bild des Kaisers in kostbarem Rahmen. — Die Jagdbeute am Donnerstag Nachmittag waren waren acht Rehböcke. Der Kaiser machte zwei Doubletten. Freitag wurde die Jagd fortgesetzt. Der deutsche Konsul in Malmö, Hallbaeck, gab Donnerstag den Offizieren der „Hohenzollern" und der „Hela" ein Mittagessen. Landeshauptmann Dickson brachte ein mit großem Jubel aufgenommenes Hoch auf Kaiser Wilhelm aus, der Kommandant der „Hohenzollern", Graf Baudissin, ein Hoch auf den Admiral ä la suite der deutschen Marine König Oskar. Auf das Mittagessen folgte ein Kommers. — Die Rückkehr des Kaisers von Schweden nachDeutschland sollte, wenn nicht ungünstige Witterungsverhältnisse die Seefahrt beeinträchtigten, am Montag gegen 8 Uhr früh, erfolgen und zwar, wie bereits mitgeteilt, nach Neusahrwasser. Jetzt verlautet jedoch, daß die Ankunft noch zwei Tage hinausgeschoben sei. Jedenfalls wird der Herrscher in Gegenwart des General-Inspekteurs der Marine, Admiral Köster, den großen Panzerkreuzer „Kaiser" besichtigen, der seit dem Sommer 1895 Flaggschiff des in den chinesischen Gewässern befindlichen Kreuzergeschwaders gewesen, und nunmehr in die Heimat zurückgekehrt ist. Sobald die Besichtigung ihr Ende erreicht hat, fährt der Kaiser über Danzig nach Langfuhr, um dort im Offizierkasino des 1. Leib-Husaren-Regiments Nr. 1 zu frühstücken. Hieran schließt sich ohne jeden Zwischenaufenthalt die Weiterreise nach Rominten. — Wie aus Kiel telegraphiert wird, haben wegen des andauernd regnerischen Wetters der Kaiser und die Kaiserin vonRußland das Schloß heute nicht verlassen. Um V/4 Uhr fand daselbst eine größere Tafel statt, an der die Prinzessin Heinrich, das Zarenpaar, das beiderseitige Gefolge, der Standarten - Admiral des Kaisers Nikolaus sowie die Kommandanten der beiden russischen Kaiser-Aachten Polarstern und Standard und die in Kiel anwesenden Admirale teilnahmen. — Der Kaiser hat, wie die „National-Ztg." erfährt, das Protektorat über das neu zu gründende Bismarckhaus in Stendal abgelehnt. — Der Kultusminister Dr. Studt ist von Münster Ausland. Wien, 22. September. Die israelitische Kultusgemeinde protestiert feierlich st gegen die in den Polnaer Prozeß hineingetragene Beschuldigung, daß das Judentum oder irgend eine jüdische Sekte den rituellen Gebrauch von Menschenblut lehre oder gelehrt habe. Einer gleichen Beschuldigung seien unlängst in China Hunderte von Christen zum Opfer gefallen. Die Kultusgemeinde habe geschwiegen, so lange nur ihre materiellen Interessen geschädigt worden seien. Da man jetzt aber noch an ihr Heiligstes Hand anlege, wolle sie, wie die Väter gethan, mit Gut und Blut für die Ehre und Reinheit ihrer Religion eintreten. Zugleich erläßt der Verein gegen den Antisemitismus einen Aufruf an die gesamte Intelligenz Oesterreichs, mitzuwirken, daß durch die Erlangung einer eingehenden gerichtlichen Untersuchung über die gefährliche Verleumdung volles Licht verbreitet werde. Wien, 22. September. Nach einer aus Cettinje hier eingegangenen Meldung ist die Verlobung der Prinzessin Xenia von Montenegro mit dem Prinzen Nikolaus von Griechenland unmittelbar bevor st ehend. Prag, 22. September. Es wird bestätigt, daß Leo Freiherr v. Skrbensky zumErzbischof von Prag berufen worden ist. Paris, 22. September. Der Tod des Divifions generals Brault hat in militärischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Da die Witwe des Verstorbenen völlig mittellos ist, wird der Kriegminister Vorschlägen, der Witwe eine Tabaksagentur 1. Klaffe zu übertragen. DreyfuS. — Ueber neuere Aeußerungen DreyfuS' veröffentlicht der „Figaro" den Bericht seines Redakteurs Huret, der DreyfuS bis Avignon begleitete. Das Gespräch Hurets mit Dreyfus nahm seinen Ausgang vom Tode Scheurer-Kestners: „Wie werde ich jemals", sagte Dreyfus, „allen Bekannten und Unbekannten meine Dankesschuld abtragen können? Von fünftausend Briefen, die mir allein zugingen (meine Frau erhielt noch mehr) habe ich keine» beantworten können. Nun werde ich wohl zum schreiben kommen. Ich bleibe bei meinem Schwager in Carpentras; ich will nicht nach Italien, da ich nicht liebe, mich in Szene zu setzen. Ich erhielt Briefe, unterzeichnet von aktiven Offizieren, welche mich mit Stolz erfüllten. Die zwei Kameraden des Kriegsgerichtes, welche mich freisprachen, schwöre ich, haben in meiner Seele richtig gelesen. Den tiefsten Eindruck während der Verhandlung machten mir FreystätterS Worte. Hierdurch wurde mir auch sofort zur Gewißheit, waS ich stets vermutete: Man häufte 1894 Schuldbeweise auf, weil man sich in eine Sackgasse verrannt wußte. Meine Ehre muß ich wieder haben. Einen Tag lang will ich wieder der „Hauptmann" Dreyfus sein. Dann werde ich freiwillig die Armee verlassen. Fortan werde ich nur der Erziehung meiner Kinder leben. Wenn mein Sohn Pierre erwachsen sein wird, werde ich ihn meine Tagebücher von der Teufelsinsel lesen lassen. Er wird )ann verstehen, warum es eine Zeit gab, da ich sein Bild, das seiner Schwester und seiner Mutter nicht auf meinem Tische sehen konnte. Der Anblick dieser Bilder, anstatt mir Mut einzusiößen, hätte mich fast zum Selbstmorde getrieben. Ihr anderen könnt es nicht verstehen; ich selber habe heute Mühe, mich in jenen Seelenzustand zurückzuversetzen." . . . — Die „Aurore" veröffentlicht ein langes offenes Schreiben Zola's an Frau Dreyfus. Es beginnt damit, das erste Zusammenleben des Freigelassenen mit seiner Familie auszumalen. Mein Werk, so fährt Zola fort, war anfänglich ein Werk menschlicher Solidarität, des Mitleids und der Liebe. Keine politischen Zwecke lagen in meinem Thun. Der Unschuldige ist nun seinen Leiden enthoben und damit ist das erste Ziel erreicht. Aber die Be- gnadigung ist doch bitter als moralische Qual nach so viele» physischen Schmerzen. Das Schlimmste dabei ist, daß anscheinend alles von langer Hand vorbereitet war. Wie traurig, daß die Regierung eines Landes gnädig ist, wo sie gerecht sein soll. Die Rehabilitation des Unschuldige» ist nötig, weniger für ihn als für Frankreich. Dahin zielen nunmehr unsere Anstrengungen. — In demselben offenen Briefe an Frau DreyfuS führt Zola ferner aus, die Dreyfus-Sache sei eine Sache des Volkes geworden. Seine Ausfälle gegen die Generalität sind stärker als in allen früheren Briefen. Zola erneuert namens aller Mitkämpfer den Schwur, die Weltausstellung werde nicht eröffnet werden, ohne daß sich Frankreich durch die regelmäßige Freisprechung von Dreyfus rehabilitiert hätte. Algier, 22. September. Wie nunmehr feststeht, hat Max Regis nachts die Villa Antijuive verlassen. Wohin er sich gewandt hat, ist nicht bekannt; das Blatt „Telegramme" sagt, er habe auf einem kleinen Schiff die Fahrt nach Spanien angetreten. Acht seiner Genossen sind verhaftet. — Die Polizei hingegen ist der Ansicht, daß der aus seiner Villa gefiüchtetc Max Regis sich in der Umgegend von Algier aufhält und nicht nach Spanien entkommen ist. Auch glaubt man, daß er von seinem Versteck aus einen Handstreich vorbereitet. Sein Signalement ist allen Gerichtsbehörden übermittelt worden London, 22. September. Es verlautet, der heutige Ministerrat werde wahrscheinlich keine sehr drastischen diplomatischen Schritte ergreifen, aber im Hinblick auf die zweifelhafte Haltung des Oranje-Freistaates beschließen, weitere TrupPen nach Süd-Afrika zu entsenden. Chamberlain werde voraussichtlich beauftragt werden, eine neue Note an die Buren-Regierung zu senden, welche lediglich erklärt, daß ihre jüngste Antwort als unbefriedigt erachtet werde, und daß die britische Regierung fernerhin ihre Forderung formulieren werde. Diese Forderungen würden möglicherweise erst dann gestellt werde», wenn mehr britische Truppen zur Geltendmachung der neuen Forderungen in Südafrika nötig sein würden. 66ei.„ bMilien ' in ?*' HO*/ nÄ br Kur 3 Nr vi M 19. § Ä'*« In i>em Äoi teS Gastwirts i Antrag der Ko Mtolm, nach, LÜ8 <>, auf dem N olur 1 Nr. 231 . . Welbft 'billig meist! Gießen, 19. Großh. <782 \ nach Beendigung der Abschiedsfeierlichkeiten nach Berlin wieder zurückgekehrt und hat der gestrigen Sitzung des Staatsministeriums beigewohnt. — Die gestrige Sitzung des preußischen Staatsministeriums dauerte bis 71/, Uhr. Minister v. Miquel, dessen Befinden sich zwar bedeutend gebessert hat, konnte trotzdem der gestrigen Sitzung des Staatsministeriums seines leidenden Zustandes wegen nicht bei-, wohnen. — Die Organisation der Benne nschiff fahr ts- betriebe hat heute in einer Versammlung einen befriedigenden Abschluß gefunden. Der Verein deutscher Binnenschifffahrtsbetriebe hat sich heute konstituiert. — Zum Zusammenoperieren von Flotte und Landheer. Es verbiet zweifellos große Beachtung, daß der Vizeadmiral v. Diederichs, unser jetzt ältester Vizeadmiral, bis auf weiteres zu seiner Information zum Generalstab der Armee kommandiert worden ist. In letzter Zeit ist, wie der „Hann. Kourier" erinnert, bei allen Uebungen der Flotte der Gesichtspunkt eines gemeinsamen Operierens mit dem Landheer nicht aus den Äugen gelassen worden, und es wird daher die Abkommandierung dieses hohen Seeoffiziers zum Generalstab nach Berlin auch nach dieser Richtung hin in Verbindung gebracht. Dem vorjährigen großen Flottenmanöver wohnte ein Generalstabsoffizier an Bord des Flottenflaggfchiffs bei; diesmal waren deren zwei kommandiert, darunter auch der deutsche Militärbevollmächtigte in Petersburg. Außerdem hatten laut kaiserlicher Ordre auch der Vizeadmiral v. Diederichs und der Chef des vor etlichen Monaten neu gebildeten Admiralstabes, Kontreadmiral Bende- mann, den Flottenmanövern beizuwohnen. — Zur Kanalfrage. Die Handelskammer zu Minden faßte in ihrer letzten Gesamtsitzung einstimmig nachstehende Resolution: Die Handelskammer w Minden hat zu ihrem großen Bedauern die Ablehnung des Gesetzentwurfes betreffend den Bau eines Schifffahrts-Kanals vomRhein bis zurElbe seitens des preußifchen Abgeordnetenhauses zur Kenntnis genommen. Getreu ihrem langjährigen Wirken für die Verwirklichung dieses für den gesamten Staat und seine verschiedenen Erwerbsgruppen wirtschastlich bedeutsamen Kulturwerkes und durchdrungen von der unabweisbaren Notwendigkeit der Schaffung desselben beschließt sie, in den Bemühungen für den Bau des Rhein-Elbe-Kanals unverdrossen zu verharren. Sie gibt dabei der Erwartung Ausdruck, daß die königliche Negierung ihrerseits an der Gesetzesvorlage festhält und den Versuch unternimmt, durch geeignete Erweiterung derselben die Vertreter widersprechender Landesteile und Erwerbszweige für die Annahme zu gewinnen. M.P.C. Wenn man dem bisherigen Schicksal der Kanalvorlage auf den Grund geht, so läßt sich nicht verkennen, daß weitaus am meisten ausschlaggebend für die gefallene, aber, wie man hoffen darf, nicht unabänderliche Entscheidung die Haltung der Mehrzahl der schlesischen Abgeordneten gewesen ist. Sehr drastisch erhellte dies besonders bei der zweiten Lesung aus der Rede, welche der Reichstagspräsident Graf Balleftrem in seiner Eigenschaft als schlesisches Mitglied der Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses hielt. Auch Herr v. Kardorff und Graf Limburg-Stirum, deren Kanalgegnerschaft mit großem Gewichte in die Wagschale der Entscheidungen fiel, sind bekanntlich Schlesier. Das Verhalten dieser Herren entsprach der Stimmung in den landwirtschaftlichen, industriellen und Handelskreisen der Provinz. Es war vielleicht ein Fehler von Seiten der Regierung, daß sie auf die Diskussion über alle möglichen Kompensationen einging, statt sich darauf zu beschränken, einen umfassenden Plan für die schlesischen Kompensationen auszuarbeiten. Nachdem den Schlesiern die Aussicht eröffnet worden ist, daß die neue Vorlage diesen Plan als integrierenden Bestandteil aufweisen werde, beginnt die Stimmung dort umzuschlagen. Uebrigens ist es eine alte Erfahrung, daß sich in der Provinz Schlesien jedesmal der König, wenn er ruft, zuerst und am bereitwilligsten Geltung verschafft. Breslau, 22. September. Die 19. Jahresversammlung des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit wurde gestern unter dem Vorsitz des Beigeordneten Seyffardt-Krefeld bei zahlreicher Beteiligung eröffnet. Kirche und Schule. Berlin, 21. September. Der vorwiegend ungünstige Ausfall von Extraneerprüfungen ist eine feststehende Thatsache, die auch in diesem Semester wieder ihre Bestätigung gefunden hat. Diejenigen jungen Leute, welche ihren Bildungsgang nicht auf einem Gymnasium selbst vollendet haben, werden zur Ablegung der Prüfungewöhnlich vom Provinzial-Schulkollegium dem Gymnasium zu Spandam überwiesen. In der soeben beendeten Prüfung haben von 16 Kandidaten nur fünf bestanden. — Betreffs des Militärdienstes der Lehrer hat der Kreisverband Westpriegnitz auf der Provinzial-Lehrerversammlung zu Landsberg a. W. beantragt: „Der Vorstand des Provinzialverbandes möge auf die Lehrervereine in Garnisonstädten dahin einwirken, daß sie Lehrern, die in ihrem Orte einjährig dienen wollen, in wirtschaftlicher und anderer Beziehung möglichst Erleichterung zu verschaffen suchen." Der Antrag ist folgendermaßen begründet: „Da eine große Zahl der militärpflichtigen Lehrer wenig bemittelt ist, so wird es eine wesentliche Hilfe für sie sein, wenn die zur Ableistung des Militärdienstes erforderlichen Kosten durch Empfehlung leistungsfähiger Beklerdungsfirme«, preiswerter Wohnungen, anständiger und billiger Speisehäuser rc. nach Möglichkeit verringert werden." ____________ Wetterbericht vom 23. September 1899. Das gestern über Skandinavien gelegene Mmimum ist nordwärts abgezogen. Gegen den Kontinent herein ist den letzteren ein Ausläufer vorgelagert, welcher für Nordwest- änd Mittel-Deutschland zu trübe», stellenweise regnerischer Witterung Veranlassung giebt. Die Luftbewegung ist in den genannten Gebieten sehr lebhaft. An der Nordseeküst« und über England trägt dieselbe einen stürmischen Charakter. 3* Mittelmeergebiet ist das Barometer gestiegen und besteht am Nordrande der Alpen heute föhniges Wetter. — Voraussichliches Witterung- Im Norden trüb und regnerisch, im Süden Föhn-Einfluß und heiter. Später gleichfalls Trübung mit Niederschlägen. 1*1? '”® lobe «'M W b °r- >h wvhi L Ve’ne* Naget Ä ^reiben * ■? «ts* ."S-ixL: ?Ä.’“ i Wfifi n We Sackgasse ver- I Wttber haben. Einen y>w m« t* tTsinTi?’ $öttan ” xtnbet leben. Wenn ft*1» ich ih« weine Ä *• ®r wirb 5* da >ch fei» », "En »cht auf meinen Met W«, anftatt mit ! rum Selbstmorde m, ^erstehen; ich selber n Seelenzuftand zurück- )t ein langes offenes Dreyfus. Es beginnt des Freigelassenen mit n Werk, fo fährt Zola chü'cher Solidarität, bei lachen Zwecke lagen in t nun feinen Leiden ent» i erreicht. Aber die Df clische Qual nach so vielen mmste dabei ist, daß an« ) vorbereitet war. Wie Landes gnädig ist, wo sie tation des Unschuldigen für Frankreich. Dahin gen. Briefe an Frau DreyfuS fus-Sache fei eine Sache fäfle gegen die Generalität Briefen. Zola erneuert tour, die XBtltauifteb erben, ofyne bafi (idf ißige Freisprechung ätte. > MMchr Mch, y Mive verlassen. Wohin ekannt', das Blatt „Dele- n kleinen Schiss die Fahrt Acht feiner Genossen sind der Ansicht, daß der aus qis sich in der Umgegend ch Spanien entkommen'st. seinem Versteck aus einen Signalement ift ->°-» ®<- B ntrtatet, btt fag teilt febrbraW'«1’* Ä,'.W ■t