8e ZV- k Bii"' Hat«,,, 5824 L-AM “Nwitol mi“ t 32531 ^chUgsgcjrük. ’orie bd to, ^il-Liabe 21. ^MorLchu. »elLersweg 24 LarLtplatz 21. ^UtvöM. dechatze 1. rravdgalle. ße 7. s alle nötigen > , litt-o.Glanz- Uli * ' von Jeder- • ohnten V erfahre n >iei kochend i’iiknn» verveiiter, :n drr Wäsche. Angelt1. L?slichkeix. gr.su ihafteses. sehiiLfta ieiichjtes Stärtesä>_ en n 10 und i» Pfg. . dnreh Pliiite dän-Xirke eradtliä. tärke Um »0. 'S «• V« sun|dflet chietzss». Fernsprecher 9tr. 51. ■en**« ••« Anzeigen zu der unchmitiaA» für He (BltmHeXee erscheinenden Nummer di» vor«. 10 Nhr. Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu rerichten, daß niemand vorzuladcn war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. v. B e ch t o l b. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Ne»»g»prei» vierteljährlich 2 Mart 20 Pf§ monatlich 75 Pftz mit vringerlopt. vei Poftbcjug 2 Mark 50 Pf», vierleljährttch. Giehener Anzeiger Heneral -Anzeiger z. B. die Tochter des verstorbenen Schriftstellers Ernst Pasquo, der durch seinen Sammlerfleiß bekannt war und in Weimar auch viel auf den Spuren Goethes und Schillers gewandert ist, aus dem Nachlaß ihres Vaters beigesteuert: ein Goethe Manuskript, die Aufzeichnung der einen Xeme, drei Briefe von Schauspielern aus Goethes Zett, die aus ihn und seine Werke Bezug haben, einen Uhrschlüssel, den Goethe, nachweislich, benutzt, und eine Mundtasse, auf welcher sich das Goethe-Haus in Weimar befindet. Diese wurde vom Dichter mit einem kurzen Vers an Durand, den ersten Darsteller des Faust, als Affektionszeichen gegeben, und ist durch einen der Erben des Schauspielers an Ernst Pasquv gekommen. — . . ... .. . Das Erdgeschoß unseres Kunstvereins-Gebaudes am Rheinthor ist gegenwärtig überfüllt mit Kisten und Kistchen, die ihrer Eröffnung harren. Der große Andrang der Aussteller hat den Anbau einer Halle notwendig gemacht, zu welcher man vom Treppenhause aus den Eingang brechen wird. Nach erfülltem Zweck soll der Anbau wieder beseitigt werden. In Angriff aber hat man ihn noch gar nicht genommen, und doch ist die Eröffnung der Ausstellung, falls der Großherzog nicht anders bestimmt, für den 15. September geplant. , . Das Kunstgewerbliche wird diesmal nur den Charakter des Beiwerks beanspruchen. Als ein Hauptclou dürf immerhin die vollständige Einrichtung eines ' zimmers zu betrachten sein, wie sie eben auf der Dresdener Ausstellung paradiert. wenn kleine Marschstockungen eintreten und er nicht abspringen will. Ein großes Volksfest, das im Orangeriegarten stattfand, beschloß die Reihe der patriotischen Festlichketten. Warum dieser Garten mit seinen breiten, regelmäßig geschnittenen Laubengängen, in welchen eine Illumination geradezu feenhaft wirkt, nicht öfter zu solchen Zwecken herangezogen wird, ist uns immer rätselhaft gewesen. — Wir Darmstädter werden auch unsere Goethe-Tage haben, natürlich in Miniatur-Ausgabe. Mit Frankfurt können wir selbstverständlich nicht wetteifern, vielleicht nicht einmal mit Wetzlar. Was sich hier von persönlichen Erinnerungen an Goethe auftreiben läßt, wird sich zu der Ausstellung im Frankfurter Goethe-Museum etwa so ver- halten, wie die Größe unseres Woog zu der des Mam- stroms^u dem fällt noch erschwerend in die Wagschale, daß derjenige Merck, welcher die Haupterinnerungen an Goethe, soweit solche sich auf die Beziehungen zur Merck'schen Familie erstrecken, bewahrt, von Darmstadt ins Bayernland verzogen ist und seine Schätze für sich behält. , . , Aber ganz ohne Reliquien sind wir deshalb doch nicht, und am Tage der akademischen Feier wird sichs zeigen, daß das Gedächtnis an Goethe, den Menschen und den Dichter, auch hier nicht verloren gegangen ist. Zu der Ausstellung, für die em Raum der Techn scheu Hochschule angewiesen ist, haben verschiedene Per!°nl>chk--'-n recht interessante, nennenswerte Bettrage gestiftet. So hat unschuldig. (Während dieser Aeußerungen erscheint die Pariser Schauspielerin Rejane im Saal). Der Zeuge, Kommandant Rollin macht Aussagen über eine Affaire Lajpur. Hier greift Labori ein und fragt den Zeugen, ob er die Verantwortung für die Übersetzung des Briefes des Obersten Schneider übernehme. Regierungs- Kommissar Carriöre untersagt, das diplomatische Gebiet zu berühren. In einem solchen Falle müsse er den Ausschluß der Oeffentlichkeit fordern. Labori erwidert, mcht die Verteidigung sei es gewesen, welche den Zwischenfall Schneider geschaffen, es sei General Mercier gewesen, welcher von den Dokumenten gesprochen habe. Labori wiederholt seine Frage an den Zeugen, welcher eine ausweichende Antwort giebt. Labori fragt nun Mercier, woher er dieses Dokument habe. Mercier antwortet zögernd, er glaube, auf diese Frage keine Antwort erteilen zu sollen. Auf die nochmalige Frage Laboris antwortet Mercier, daß er die Verantwortung für'die Richtigkeit der Uebersetzung übernehme. Labor: fragt weiter den General, mit welchem Recht er der Besitzer des Dokumentes sei und mit welchem Recht der Besitzer des geheimen Dossiers. Er bitte den General, daß er im Saale bleibe, er habe noch viele Fragen an ihn zu richten. Labori setzt sich, seine im Saale anwesende Gattin beobachtet ihn fortwährend. Der Zeuge Ferre, früher Beamter im Bureau des Generalstabes sagt aus, er sei jetzt Beamter bet einer Beerdigungs-Gesellschaft. Er erzählt, er habe Dreyfus außerhalb der Dienststunden in dem Bureau.des Colonel Berlin getroffen und habe gesehen, wie Dreyfus einen Civtlisten im Bureau empfing. Dreyfus protestiert energisch dagegen, jemals daS Bureau des Colonel Vertin außerhalb der Dienststunden betreten und jemals Civilisten empfangen zu haben. Zeuge Berlin erzählt, wie Dreyfus in seinen Dienst getreten sei und in welcher Weise er ihn beschäftigt habe. Er habe sich mit dem Eisenbahnnetz zu beschäftigen gehabt und zu allen Schränken die Schlüssel besessen. Dreyfus habe vieles gesprochen und vieles gefragt und sich mehr mit dem Resultat der Studien, als mit methodischer Arbeit beschäftigt. Berlin erzählt weiter, wie er im Manöver an der Nähe der Grenze seiner Bewegung Ausdruck gegeben habe, so nahe an den verlorenen Provinzen zu sem. Da habe Dreyfus ihn plötzlich unterbrochen und gesagt, das gilt nicht für uns Juden, denn wo wir sind, ist unser Gott mit uns. Zeuge schildert weiter, wie General Mercier ihn beauftragte, Casimir Perier von dem Gange der Untersuchung gegen Dreyfus Mitteilung zu machen und berichtete dann, daß Scheurer-Kestner ihn über die Affaire Dreyfus gefragt habe. Auf eine Bemerkung des Zeugen Berlin fragt der Präsident den Zeugen Ferre, ob er Dreyfus in dem Bureau des Colonel Berlin gesehen und um welche Uhr das der Fall gewesen sei. Ferre entgegnet, vor 1 Uhr. Präsident Jouaust fragt den Zeugen Berlin, was der Schrank in seinem Bureau enthalten habe. Der Feuilleton. Ariefe aus der Hiesidenz. (OrtainKlbnicht für den .Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) XV. Ein patriotisches Volksfest. — Vorbereitungen zur Goethefeier. Der Kunst Verein. Drei Tage lang stand unsere Residenz im Flaggenschmuck, der dem 25jährigen Jubiläum des Krieger-Vereins galt. Auf den Straßen, durch welche sich der Festzug bewegte, entfaltete sich in den Sonntagnachmtttagsstunden so etwas wie das Meistersinger-Treiben im 3. Akt des Waqner'schen Musikdramas. Charakteristisch hoben sich namentlich die Gruppe der Metzger, die mit ihren Betten stolz wie römische Liktoren dahin schritten, die Fechtklubs und die der Radlervereine hervor. Als der Verein gegründet wurde, existierten letztere noch nicht. Jetzt wirst ihr Dasein ganz neue Momente in das Bild öffentlicher Festaufzüge. Die großartigen Blumenarrangements an der Lenkstange, die mit grünem Laub umwundenen Radspeichen nahmen sich höchst forsch aus. Nur sehr geübte Radler — auch einige Damen waren auf ihrem Stahlroß vertreten — dürfen sich auf einen solchen „Korso" entlaßen. Denn das Einhalten des Promenadenschritts ist für den Radfahrer mit äußersten Schwierigkeiten verknüpft, zumal QU. 198 «U M Rnrttfl •te W*ntr »ewWhwMttti «erbt« bem «u,eißer «öchmtttch bHrmel bdfdnt Bekanntmachung, betr.: Maul- und Klauenseuche zu Ruttershausen. In einem Gehöft zu Ruttershausen ist die Maul-und Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre verfügt worden. Gießen, 23. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________v. Bechtold. Prozeß Dreyfus. Rennes, 22. August. Auch die heutige Sitzung des Kriegsgerichtes wurde um 6Va Uhr eröffnet. Der Verteidiger Labori ist anwesend. Bei seinem Erscheinen werden ihm allseitig Ovationen bereitet. Die Generale Billot und Mercier begrüßen ihn und wechseln freundliche Worte mit ihm. Dreyfus wird alsbald vorgeführt. Als er Labori ansichtig wird, geht er auf ihn zu und drückt in bewegten Worten seine Freude über die Genesung aus. Der Vorsitzende erhebt sich alsbald und hält eine kurze, warmherzig gehaltene Ansprache, in welcher er nochmals sein Bedauern über das Attentat ausdrückt und erklärt: Jeder gesittete Mensch habe bei der Meldung über das Attentat seine Abscheu ausgesprochen. Er sei glücklich, feststellen zu können, daß das Attentat kein weiteres Unglück zur Folge gehabt habe. Labori antwortet, indem er für die warmen Worte des Vorsitzenden dankt: Es sei für ihn eine besondere Freude, wieder schnell geheilt zu sein, da nun fein lang gehegter Wunsch, Dreyfus zu verteidigen, in Erfüllung gehe. Wir haben, so sagt Labori weiter, eine schwere Sache in Angriff genommen, wir suchen nur die Wahrheit und das Recht, wobei wir die Verteidiger, die Mitarbeiter sind. Wir wollen nur die Gerechtigkeit und sind überzeugt, daß in der ganzen Angelegenheit Aufrichtigkeit vorherrscht. Ich hoffe, gegen das zu fällende Urteil wird niemand Einfpruch erheben können. Die Worte Laboris wurden im ganzen Saale mit Beifall ausgenommen. Sodann begann das Verhör des früheren Polizei-Präfekten von Belfort, namens Grigner. Derselbe ergeht sich in langen Auseinandersetzungen und hebt die Tüchtigkeit und wissenschaftliche Bildung Esterhazys hervor. Der Zeuge Grenier, welcher der Sohn des Generals Grenier ist, unter welchem Esterhazy in Afrika gedient hat, sagt aus, daß Esterhazy wenig Vertrauen verdient habe, aber, er Zeuge halte ihn des Verrats für unfähig. Esterhazy habe mehrere Erbschaften infolge von Liebschaften und übermäßigen Aufwendungen durchgebracht. Der Zeuge sagt, es scheine ihm, (ausdrücklich behaupten könne er es nicht) daß Esterhazy ihm einmal gesagt habe, er halte Dreyfus für auf den Gießener Anzeiger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. September kostenfrei. Amtlicher Teil. Gießen, den 21. August 1899. Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungs- eides. Das GroßherMliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme derjenigen der Amtsgerichtsbezirke Grünberg und Homberg. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, stattfinden: 1. Der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Mittwoch den 13. September d. I., nachmittags 2i/8 Uhr, in dem Rathause zu Lich; 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Freitag deu 15. September d I., nachmittags 3 Uhr, in dem Rathause zu Hungen; 3. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gieheu gelegenen Gemeinden Dienstag den 19. September d. I, vormittags 11 Uhr, in dem Regierungsgebäude (auf dem Brand zu Gießen. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Zeuge antwortet, das oberste Fach enthielt den Mobilisierungsplan. Dreyfus war es möglich gewesen, denselben zu öffnen. Zeuge Berlin verbreitet sich weiter über seine Beziehungen zu Scheurer-Kestner, den er seit vielen Jahren kenne und der schon seit 1895 in ihm, dem Zeugen, Zweifel an der Schuld Dreyfus erwecken wollte. Zeuge erzählt, daß Scheurer-Kestner ein alter Freund der Familie Dreyfus sei. Auf Verlangen Laboris wird hier eine lange Aussage Scheurer-Kestners verlesen, der durch Krankheit am persönlichen Erscheinen verhindert ist. Die Aussage erklärt zunächst, daß Scheurer-Kestner niemals Beziehungen zur Familie Dreyfus gehabt und niemals ein einziges Mitglied der Familie Dreyfus gekannt, bis Matthieu Dreyfus zu ihm kam und bat, sich für seinen unschuldig verurteilten Bruder zu interessieren. Scheurer-Kestner erzählt, wie er nach und nach zur Gewißheit der Unschuld Dreyfus und der Schuld Esterhazys gelangt sei. Demange verlangt nochmals von dem Zeugen Berlin Aufschluß über die Erklärung, die Berlin der Familie Scheurer-Kestner gemacht habe. Berlin erklärt, er habe niemals der Familie Scheurer-Kestner verschwiegen, daß Scheurer dem Vaterlande einen ungeheueren Dienst erweisen würde, wenn es ihm gelingen würde, die Unschuld Dreyfus zu beweisen. Er, Zeuge, habe aber auch nie verschwiegen, daß er von der Schuld Dreyfus überzeugt sei. Berlin bestreilet ganz entschieden, daß Dreyfus darunter zu leiden gehabt hätte, daß er Jude war. Dreyfus sei nicht der erste jüdische Offizier im Generalstabe, er, Zeuge, habe jüdische Kameraden, die er achte. Ein jüdischer Offizier sei sein vertrauter Freund. Auf Verlangen Demanges werden nunmehr sämtliche Dienstnoten von Dreyfus verlesen, die bis zum Jahre 1893 glänzend sind. Erst im zweiten Halbjahre 1893 macht Oberst Fabre eine abfällige Bemerkung über das selbstgefällige Gebühren Dreyfus, die ihn zum Generalstabschef ungeeignet mache. Labori fragt alsdann den Zeugen Berlin, ob er sich erinnere, daß er etwa drei Wochen nach der Verurteilung des Dreyfus, mit ihm, Labori, in einer Familie gespeist und daß er damals gesagt habe, er sei einer der Urheber der Strafsache Dreyfus. Berlin bestreitet den Ausdruck Urheber, doch könne er wohl gesagt haben, er sei stolz darauf, an der Verurteilung eines Verräters mitgearbeitet zu haben. Es entspinnt sich nun eine Kontroverse zwischen Demange und Berlin, die Verteidigung von Dreyfus im Jahre 1894 betreffend. Dreyfus erhob sich sodann und erklärte: Er begreife nicht, daß man es dem Heere schuldig zu sein glaube, auf ihn fortwährend los zu hacken und ihn als schuldig hinzustellen. Er habe von der Ehre des Heeres eine andere Vorstellung. Er meine, die Ehre erfordere nicht, daß ein französischer Offizier durchaus schuldig sei. Ich liebe Frankreich. Lesen Sie, was ich auf der Teufelsinsel schrieb, in meinem Jammer, im Fieber. Lesen Sie meine damaligen Briefe und sagen Sie dann noch, daß meine Gefühle nicht die eines guten Franzosen sind. (Bewegung.) Es tritt jetzt eine Pause ein. Der erste Zeuge nach der Pause ist der Colonel Gendron. Er sagt aus, er habe gehört, daß Dreyfus mit einer Madame Fery verkehrt habe. Diese Dame sei weder eine Cocotte noch eine anständige Frau gewesen. Weiter sagt Zeuge, die Offiziere des Generalstabes seien Leute, die vor Pflichteifer nicht schliefen. Zeuge Kapitän Besse sagt aus, daß er Dreyfus die Papiere über die Ostbahn gegeben habe. Dreyfus bestreitet das. Zeuge Kommandant Boullenger sagt über Indiskretionen aus. Dreyfus antwortet ausführlich in ruhiger Weise. Colonel Jeannel bekundet, daß sich Dreyfus von ihm die Dienstvorschriften geliehen habe. Die Verteidiger unterwerfen den Zeugen einem scharfen Kreuz-Verhör. Dreyfus entgegnet nach dem Verhör jedem einzelnen Zeugen in langen Widerlegungen. Zeuge Kommandant Maistre sagt aus, Dreyfus habe gute Kenntnisse über die Mobilisationspläne gehabt. Weiter protestiert Zeuge dagegen, daß im Bureau Antisemitismus geherrscht habe. Die Verhandlung wird jetzt aus morgen vertagt. Dreyfus verabschiedet sich herzlich von Demange und Labori. Deutsches Keich. Berlin, 22. August. Der Kaiser fährt auf der „Hohenzollern" am 18. September nach Swinemünde und von da nach Schweden. Die Rückkehr erfolgt am 28. September. Berlin, 22. August. Der Kaiser ist Dienstag früh 7 Uhr mit Sonderzug in Begleitung des Grafen Waldersee in Nedlitz (Anhalt) eingetroffen und bei der Ankunft im Namen des Herzogs von dem Staatssekretär Di*, von Koseritz und im Namen des Kreises von dem Kreisdirektor Witting begrüßt worden. Ehrenjungfrauen überreichten Blumen. Die vor dem Bahnhofe aufgestellten Schulen und Kriegervereine des Kreises Zerbst brachten dem Kaiser stürmische Huldigungen dar. Der Kaiser fuhr in einem vierspännigen Wagen nach der F ^'erei Eichenquast, stieg hier zu Pferde und ritt nach dem Truppeu-Uebungsplatz bei Altengrabow. Die Rückreise ist für nachmittags 3 Uhr 20 Minuten über Nedlitz in Aussicht genommen. Berlin, 22. August. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Graf v. Bülow, ist nach Berlin zurückgekehrt. Berlin, 22. August. Kultusminister Dr. Bosse unterbricht den ihm gewährten Urlaub und trifft heute aus der Schweiz in Berlin ein. Berlin, 22. August. Die Mitteilungen Uber die Reisepläne des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe werden den „Berl. Neuest. Nachr." als unzutreffend bezeichnet. Der Reichskanzler werde naturgemäß zunächst die weitere Entwicklung der politischen Angelegenheiten in Berlin abwarten und erst nach Erledigung der mit diesen zusammenhängenden Geschäfte Berlin verlassen. Das Blatt glaubt, daß die Reise nach Aussee aufgegeben ist, der Kanzler vielmehr die Absicht hat, sich für einige Wochen nach Werki in Rußland zu begeben, wohin bereits einige Mitglieder der Familie abgereist sind. — Nach demselben Blatt steht es noch nicht fest, daß morgen wirklich ein Kronrat stattfinden wird. Berlin, 22. August. Wie die „Nat.-Ztg." meldet, überwog heute im Abgeordnetenhause die Ansicht, es werde zur Auflösung kommen, und zwar unter Rücktritt nur des Ministers v. d. Recke und einer Anzahl Veränderungen in den politischen Beamtenstellungen. Man wollte in dieser Angabe, welche auf konservative Abgeordnete zurückgeführt wurde, ein Echo der gestrigen Besprechung des Staatsministeriums finden. Es ist indes bis jetzt nach keiner Richtung eine Entscheidung erfolgt. Berlin, 22. August. In eine allgemeine Lohnbewegung wollen die Glaser Berlins und Umgegend eintreten. Gefordert wird: Neunstündige Arbeitszeit, Stundenlohn von 50 Pfg., 60 Pfg. für Ueberstunden und 1 Mk. für Nachtarbeit. M.P.C. Berlin, 22. August. Aus dem Abgeordnetenhause wird uns geschrieben: Während Hohenlohe für die Auflösung des Abgeordnetenhauses sein soll, heißt es von Miquel dieser sei dagegen. Danach scheint es fast, als ob die Krisis sich zu einem Kampf zwischen Hohenlohe und Miquel zuspitze. Das wäre dann etwa eine Situation ähnlich derjenigen, die dazu führte, daß Caprivi und Eulenburg beide ihre Entlassung nahmen. Es kann nicht fehlen, daß alle möglichen Kombinationen verbreitet und Namen um die Wette genannt werden. Waldersee befindet sich auch wieder darunter. In Blättern, welche dem Fürsten Hohenlohe nahestehen, wird mitgeteilt, der Kaiser sei besonders deshalb außerordentlich aufgebracht, weil man ihn solange über die parlamentarische Situation im Unklaren gelassen habe. Damit würde es nicht stimmen, wenn erzählt wird, Herr Miquel habe dem Kaiser davon abgeraten, nach Dortmund zu gehen. Es hätten sich dann andere Einflüsse geltend gemacht, welche den Rat Miquels als nicht ganz richtig erscheinen ließen. Man ist sich in keiner Partei vollkommen klar darüber, was Herr v. Miquel schließlich beabsichtigte und was nicht. Jedenfalls trat ein Gegensatz zwischen ihm und dem Fürsten Hohenlohe schon im Zusammenhang mit der Dortmunder Reise des Kaisers zutage. Auch ließ sich während der letzten Beratungen über die Kanalvorlage nicht verkennen, daß nicht vollkommene Uebereinstimmung zwischen den beiden Staatsmännern über die Behandlung der Konservativen herrschte. Mehrfach hört man im Abgeordnetenhause die Meinung zum Ausdruck bringen, Herr v. Miquel sei amtsmüde und er wolle politisch sterben. Dem wird entgegengehalten, daß sich dann Herr v. Miquel bei der Kanalberatung leicht einen guten Abgang hätte verschaffen können. Denn er brauchte nur den Konservativen zu erklären, er würde es als einen Beweis des Vertrauens oder Mißtrauens ansehen, ob die Mehrheit des Hauses mindestens den Dortmund-Rhein-Kanal bewillige oder nicht. Lehnte auch danach die Mehrheit des Abgeordnetenhauses den Kanal ab, so hatte Minister v. Miquel eine Quittung in der Tasche, die nicht ohne Wert gewesen wäre nach vielen Seiten. — Die 24. Kommission des Abgeordnetenhauses hat gegen 6 Stimmen die Gemeindewahlgesetznovelle abgelehnt. Während der Beratungen ergriff auch der Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. v. Miquel das Wort. Er hob hervor, die Gemeinden sollten Stabilität haben und keinen stets erneuerbaren Krieg über das Wahlrecht. Durch die staatliche Gesetzgebung sei eine plutokratische Verschiebung herbeigeführt, deshalb habe der Staat die Verpflichtung, sie zu beseitigen. In einzelnen Fragen könne mau den Gemeinden Autonomie gewähren für das Wahlrecht, aber nur so, daß eine gewisse Stabilität hergestellt werde. Ein Gesetz, das im Widerspruch mit dieser Auffassung stehe, werde nicht zu stände kommen. Die heutige Verhandlung zeige, was die einzelnen Parteien wollten. Die Staatsregierung werde in der nächsten Session wieder eine Vorlage machen. Die Regierungsvorlage sei immer noch besser, als alle sonst gestellten Anträge; die Regierung werde bereit sein, dem Kompromiß Fritzen-Sattler beizutreten. Es wäre vielleicht gut gewesen, das Gesetz früher einzubringen, es hätte aber ganz gut erledigt werden können. In der nächsten Session werde die Negierung in der Lage sein, gleich bei Beginn der Session den Gesetzentwurf vorzulcgen. M.P.C. Die Mietspreise für Arbeiterwohnungen richten sich, wie das Verbandsorgan der deutschen Gewerkvereine: „Der Gewerkverein" nachweist, keineswegs allgemein nach dem Stand der Löhne. Aus Mitteilungen des Gewerkvereins der Maschinenbauer aus einigen Orten mit gleicher oder annähernd gleicher Lohnnotierung haben zwar die Mieten für "Wohnungen mit zwei Räumen (meist Stube und Küche) die Tendenz, mit den Löhnen zu steigen, sind aber gleichwohl bei denselben Löhnen recht verschieden. Bei mehr als zwei Räumen ist der Unterschied noch erheblicher und die Belastung des Budgets für den Arbeiter recht drückend. So geben nach Angabe der Maschinenbauer in Karlsruhe 30 Proz., in Liegnitz 33 Proz. und in Mannheim 36,5 Proz., nach Angabe der Bauhandwerker in Char- lottenburg 33 Proz. des Lohnes für Miete drauf. Eine Wohnung von drei Räumen beansprucht nach Angabe des Gewerkvereins der Maschinenbauer vom Lohne in Dresden I 25,2 Proz., in Gleiwitz 26,2 Proz., in Düsseldorf III24 Proz., in Jagen 26,3 Proz., in St. Johann fast 23 Proz., in Leopoldshall 16 Proz., in Elbing 21 Proz., in Guben 20 Proz., in Hörde 17 Proz., in Schönsee i. West-Preußen 29 Proz., in Schweidnitz über 26 Proz., in Spiprdau 20 Proz., in Lauban 17,7 Proz., in Insterburg fast 22 Proz. u. s. w. Die Maschinenbauer sind in ihrer Gesamtheit zu den bestbezahlten Arbeitern zu rechnen. Die Statistik der übrigen Gewerkvereine ergiebt, daß im allgemeinen eine Arbeiterfamilie, wenn sie mehr als zwei Wohnräume haben will, ein Fünftel bis ein Viertel des Lohnes für Miete auszugeben hat, also denselben Prozentsatz des Einkommens, den in Berlin die Einkommenklaffen bis rund 10000 Mk. etwa aufwenden. Das ist um so drückender, je niedriger das Einkommen ist. — Von der Zentralleitung der sozialdemokratische« Gewerkschaften wird eine spezialisierte Nachweisung veröffentlicht, wie viel Geldmittel für die Zwecke der Organisation int Jahre 1898 von den Mitgliedern der einzelnen Gewerkschaften aufgebracht und wozu sie verwandt worden sind. Diese Aufstellung ist sehr lehrreich: sie weist nach, in welchem Umfang die Sozialdemokratie von ihrer Anhängerschaft Steuern erhebt, und wie viel von diesen Arbeitergroschen unter den Händen der Agitatoren zerrinnt. Auf den Kopf haben an Gewerkschaftssteuern im Jahre 1898 bezahlt: die Bäcker 11 Mk. 16 Pfg., Bildhauer 25 Mk. 99 Pfg., Böttcher 12 Mk. 15 Pfg., Buchbinder 14 Mk. 54 Pfg., Buchdrucker 56 Mk. 21 Pfg., Formenstecher 10 Mk. 1 Psg-, Gastwirtsgehilfen 20 Mk. 79 Pfg., Graveure und Ziseleure 17 Mk. 96 Pfg., Handlungsgehilfen 14Mk. 38Pfg., Handschuhmacher 17 Mk. 94 Pfg., Hutmacher 33 Mk. 88 Pfg., Kupferschmiede 14 Mk. 81 Pfg., Lederarbeiter 12 Mk. 62 Pfg., Litographen 13 Mk. 81 Pfg., Maurer 10 Mk. 32 Pfg., Porzellanarbeiter 17 Mk. 76 Pfg., Steinarbeiter 10 Mk. 71 Pfg., Tabakarbeiter 10 Mk. 64 Pfg., Zigarrensortierer 21 Mk. 12 Pfg., Zimmerer 11 Mk. 17 Pfg. Dabei sind das nur die normalen Beiträge. Die außerordentliche« Beiträge verschiedenster Art, die manchmal diese Summen noch verdoppeln, sind nicht mit verrechnet. Dazu kommen dann noch die Aufwendungen für die politische Organisation, die im letzten Grunde von denselben Leuten getragen wird. Nach Ausweis der Jahresabrechnung der sozialdemokratischen Parteiführung für 1897/98 beliefen sich die Parteibeiträge zur selben Zeit, als jene hohen Gewerkschaftssteuern aufgebracht worden sind, in Summa auf 231 850 Mk. Die Zahlen sollten die bürgerlichen Kreise betrachten * und sich im stillen Kämmerlein fragen, was jeder für sich gethan, um seiner politischen Ueberzeugung in der Oeffentlichkeit den gehörigen Nachdruck zu verschaffen. Mit Reden allein macht die Sozialdemokratie es nicht. — Beh andlung beschädigter Münzen. Es wird amtlich bekannt gegeben, daß gelegentlich der Einziehung der silbernen Zwanzigpfennigstücke die Wahrnehmung gemacht worden sei, daß seitens der Kassen Stücke, welche mit geringen Beschädigungen behaftet waren oder Einbiegungen zeigten, nach Zerschneiden dem Einzahler zurückgegeben oder überhaupt zurückgewiesen wurden. Ein solche- Verfahren wird als den in Betracht kommenden gesetzliche« Bestimmungen nicht entsprechend bezeichnet. Abgesehen von den Falschslücken wird in diesen Bestimmungen unterschieden zwischen abgenutzten Münzen, welche zum vollen Werte anzunehmen sind, und den gewaltsam beschädigten Münzen, welche durch Zerschlagen oder Einschneiden für den Umlauf unbrauchbar zu machen und alsdann dem Einzahler zurückzugeben sind. Hiernach ist die Zurückweisung beschädigter Münzen unstatthaft. Es kann sich nur darum handeln, diese Münzen entweder anzunehmen, oder sie, wenn eine gewaltsame Beschädigung stattgefunden hat, nach vorgängiger Unbrauchbarmachung zurückzugeben. Ob die letztere Voraussetzung zutrifft, ist im einzelnen Falle zu prüfen. Die silbernen Zwanzigpfennigstücke unterliegen einer raschen Abnutzung und sind bei der Dünne der Münzplättchen in erhöhtem Maße der Gefahr ausgesetzt, bei dem Umlauf von Hand zu Hand beschädigt, insbesondere verbogen zu werden. Die Rücksicht auf die technischen Mängel der Münzgattung war für die beschlossene Einziehung derselben überhaupt maßgebend. Beschädigungen sind daher nicht ohne weiteres als gewaltsame im Sinne der gedachten Bestimmungen anzusehen, sondern werden häufig unter den Begriff der Abnutzung fallen. Eine gewaltsame Beschädigung wird nur dann anzunehmen sein, wenn sie als solche aus ihrer Beschaffenheit auf zweifelsfreie Weise erkennbar ist, z. B. wen« die Münze durchlöchert, durchschnitten ist oder wenn erhebliche Münzteile fehlen. Frankfurt a. M., 22. August. Die „Franks. Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Der Sultan hat Antho- pulos Pascha, der bald nach London zurückkehrt, beauftragt, beim englischen Auswärtigen Amte Schritte zu thun Wege« der Grundlage des französisch-englischen Uebereinkommens über das südtripolitanische Hinterland. — Der Sultan beabsichtigt, neben dem Iildiz-Palast ein neues Palais mit 80,000 Pfund Sterling Kostenaufwand zu bauen. — Die Dacht „Snltani" wird. anfangs September nach Antivari sich begeben, gutem Vernehme« nach, «m den Kronprinzen und die Kronprinzessin vo» Montenegro als Gäste des Sultans hierher abzuholen. Einer anderen Version zufolge wird es sich um den bevorstehenden Besuch des Fürsten von Montenegro selbst handeln. Frankfurt a. M., 22. August. Die „Franks. Ztg." meldet aus Paris: Es ist nicht richtig, daß der österreich- ungarische Botschafter, Graf Wolkenstein, seinen Urlaub unterbricht, um nach Paris zurückzukehren. Auch Oberst Schneider soll nur zu einem kurzen Aufenthalt hier sein, um nach Beendigung seiner Kur in Ems nach der Schweiz zu reifen. Darauf, daß Schneider oder die österreichische Botschaft über die bisherigen Dementis an den „Figarohinausgehen, ist also schwer zu rechnen. — In der Rue Chabrol dauert die Belagerung Guorins ohne besondere Anteilnahme des Publikums fort. Mit Gusrin sind nur noch zwölf Genossen eingeschlossen. Nachdem ihm Nahrung und Wasser abgeschnitten, sowie die Abflußkanäle des Hausegestaut sind, soll der hygienische Zustand des Innern jammervoll sein, sodaß die baldige freiwillige Uebergabe erwartet wird. Köln, 22. August. Von zuverlässiger Seite verlautet aus Petersburg, daß im Südosten Rußlands, im Gouvernement Samara, die sibirische Pest ausgebroche» sei. Auf telegraphische Requisition hin wurden mehrere Regimenter Soldaten dorthin entsandt, um die Stadt Zaryzin abzusperren. Den russischen Zeitungen wurde strengstes Stillschweigen auferlegt. Me A Hit, rSr Si*»' lern im ftk? '*e 1898 2°uer 25 Mk Mmbet 14 »' ifriSTä11 1 l'nI2%4 ■’ ■ 10 ,®t 32 & ^arbeitet 10 Mk' 1 h Wmnfortiertr . W DM sind e außervrdeELiA ”al «* Wm 5, Dazu kommen "Ae Organisation Ern getragen wird, r soMidrmvbatiichen 5,™ N'Mtige kMstmnn aufge, 231 850 M Ne betrauten • mb fyj »tr für fich get^an, » der QhiiilichlÄ ■ Mit Reden allein r Münzen. Es nklich der Einziehung < Wahrnehmung ge- ' assen Stücke, welche . waren oder Eindieg- : Einzahler zurückge- ourden. Ein solchc- ommenden gesetzlichen hnet. Abgesehen von imungen unterschieden : zum vollen Werte beschädigten Münzen, üden sür den Umlauf )em Einzahler zurück- ckmeisung beschädigter tur barum fabeln, 'btr fit, wenn eine it, nach vorgängiger b die letztere Vvr- lUe zu prüfen. Die zen einer rächen Ab- Mnnzpiättchen in erbet dem Umlauf von e verbogen zu werden, igel der Münzgattung derselben überhaupt er nicht ohne weiteres [en Bestimmungen an- : Den Begriff der Ab- .schädigung wird nur ! j-lch- aus ihrer w- ennbar ift-i-ä.»«« । jft ober wenn erhe»- Die c Sultan hat Antho- jutüeim »«** Stritte j« >h«» W19‘‘ chen Ueberemtommen« interim»-. - ® IbiuP-l-st «»„ ng ®irM*9»c7 '.«un 8en*‘* “>Urin*“« bb.h r N« d°“ bS gjlonitnegw I'1? Di- .$“*5 ** ’eÄ £** liebte«;.1 fein, «»rtU 0d)»eii oder die > «^[0 ntis » J fff» neu- " A besondere sind ”® Kit ^5. MM and des wird- lebergabe^ lflUtet Mger St" jnt Aow , ’, um »ie „„tlt i«*3“wnJe» chen •0 die Gründung von Zuchtstationen. An der Diskussion be- I teiligten sich außer dem Referenten und dem Vorsitzenden, Herr Pfarrer Schrimpf von Butzbach, Herr Lehrer Grün von Reiskirchen, Herr Lehrer Döll von Wieseck und Herr Pfarrer Koch von Berstadt. Alle sind mit dem Ziele der Wahlzucht einverstanden, nur bezüglich der Einrichtung und Ausführung der Zuchtstationen gehen die Ansichten auseinander. Doch sind die gegebenen Anregungen auf guten Boden, der reiche Ernte verspricht, gefallen. Dies ist wohl der beste Dank, der neben reichem Beifall dem Redner zuteil werden konnte. — Als zweiter Redner sprach Herr Pfarrer Gros von Burkhards über: „Die Förderung und I Verhinderung des Schwärmens." Er zeigte, wie durch ver- I schiedene Methoden beide Forderungen erreicht werden können. Bezüglich der Förderung des Schwärmens brachte Herr Lehrer Maurer von Heuchelheim im Kreise Büdingen eine Klarstellung an. Wenn auch vielen Imkern die eine oder I andere der Ausführungen bekannt sein durften, so bot doch | der Vortrag recht viel Lehrreiches, was durch den Anklang I und die Zustimmung, die er fand, bestätigt wurde. Mit I dem Dank an die Referenten, der Wahl des nächsten Ver- I sammlungsortes, wozu Hungen in Aussicht genommen ist, I schloß Herr Pfarrer Ellenberger die Generalversammlung. I — Weil zwei Imkern im laufenden Jahre ihre wertvollen I Bienenstände abgebrannt sind, so wurde die Frage angeregt, ob nicht ein Feuerversicherungs-Verband innerhalb des I Vereins zu gründen sei. Der Plan fand einstimmige An- I nähme. Nachdem Haupt- und Nachschwarm sich auf kurze Zeit I verteilt hatten, setzte er sich im Saale am alten Platze nochmals I zum Festessen an. Bei dem reichlichen Mahle, das Herrn I Allendorf alle Ehre machte, gehoben durch die fröhlichen | Klänge der Feuerwehrkapeste und die lieblichen Weisen des I Vogelsberger Sängerquartetts entwickelte sich bald die heiterste I Stimmung. Herr Pfarrer Ellenberger brachte auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den I Großherzog ein dreifaches Hoch aus. Herr Schulinspektor I Süß von Friedberg, der Stellvertreter des Präsidenten toastete auf den Vertreter der Negierung, Herrn Dr. Sandmann und Herrn Landtagsabgeordneten Erk von Nidda, i worauf Herr Dr. Sandmann und Erk mit ihren Toasten I auf den Vorstand und das Gedeihen der Bienenzucht erwiderten. Herr Amtsrichter Fuhr lud zu öfterem Besuche des Städtchens, des Thales und der schönen Wälder ein. Sein Hoch galt der Bienenzucht. Als eine Hochschule der Imkerei, in deren Kursen so viele Bienenzüchter sich zum Meister ausbilden, bezeichnete Herr Pfarrer Schrimpf die Stadt Ortenberg und toastete auf ihre Gastfreundschaft. Herr Pfarrer Wahl von Nieder-Florstadt toastete auf die Referenten, Herr Schulinspektvr Süß auf das Lokalkomitee I und Herr Pfarrer Gros auf die Damen. Leider entführten die Eisenbahnzüge die vollauf befriedigten Gäste zu früh. , Darmstadt, 22. August. Staatsminister Rothe Exc. ist von seiner Urlaubsreise wieder hier eingetroffen. — Finanzminister Küchler Exc. hat seine Amtsgeschäfte wieder ausgenommen. △ Mainz, 22. August. Bei den gestern in Anwesenheit des Kaisers auf dem „großen Sand" hier stattgehabten I Gefechtsübungen sind einige Unfälle vorgekommen, wovon I der eine den Tod eines Artilleristen zur Folge hatte. Letzterer wurde durch ein Holzgeschoß — die Geschütze waren mit Holzkeilen geladen — derart schwer am Kopfe I verletzt, daß er noch am Abend im Spital verschied. Ferner I wurde ein Major des 115. Infanterieregiments von einer I attackierenden Husaren-Eskadron überritten und dabei derart I verletzt, daff man ihn bewußlos in sein Quartier in die Stadt verbringen mußte. Weiter wurde einem Soldaten des 115. Regiments von einem Kameraden ein Finger abgeschossen. — Wie hiesige Blätter wissen wollen, soll die Kritik des Kaisers über die gestrigen Gefechtsübungen I keine gute gewesen sein. Nach einer Version soll der Kaiser I gesagt haben, daß er nicht gekommen sei, um ein Ballet, I sondern um ein Gefecht zu sehen. Besonders soll der I Kaiser eine Kavallerie-Attacke getadelt haben. — Bei den Ordensauszeichnungen, die gestern erfolgten, wurde u. a. I der Gouverneur der hiesigen Festung, Herr v. Collas, I mit dem roten Adlerorden bedacht. △ Mainz, 22. August. Angeblich wegen Maßregelung I von Kollegen haben die Arbeiter des Asphaltgeschäfts der Firma Müller hier die Arbeit niedergelegt. Einem I von den Streikenden in der Nähe der Fabrik ausgestellten Posten wurde von einem Schutzmanne mit augenblicklicher I Verhaftung gedroht, was zur Folge hatte, daß heute morgen energische Proteste gegen diese Polizeimaßregelung bei der I Bürgermeisterei erhoben wurden. Letztere hat eine sofortige I Untersuchung zugesagt. Dem „Neuesten Anzeiger" wird I mitgeteilt, daß heute morgen Arbeitswillige von den Aus- I ständigen mit Totschlägen bedroht, worauf die letzteren ver- I hastet worden seien. △ Vom Rhein, 22. August In Niedrheinsbach (unterhalb Bingerbrück) brach gestern morgen Groß feuer I aus, das in kurzer Zeit 16 Wohnhäuser in Asche legte. Man mußte die Feuerwehren aus einer Reihe umliegender I Orte requirieren, um des Elementes Herr zu werden. Köln, 22. August. Die ultramontane „Volksztg." erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß Miquel der einzige Minister sei, der gegen eine Auflösung des Abgeordnetenhauses sei. Das Blatt sagt, Miquel habe von seinem diesjährigen Kuraufenthalt nicht genügenden Nutzen gehabt; er leide an hartnäckiger Verschleimung der Luftwege und neuralgischen Kopfschmerzen; er sehne sich nach Entbindung von seinem Amte. Arbeitsmüde seien auch Minister Thielen und Dr. Bosse, sowie v. d. Recke, welcher bereits zweimal dem Kaiser seine Entlassung eingerelcht habe. Daß Aend,erungen im Ministerium vorgenommen würden, sei feststehend. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „fcerolb'. Berlin, 23. August. Der Kaiser traf gestern nachmittag 5 Uhr 20 Min. mittelst Sonderzuges auf Station Wildpark bei Potsdam ein und wurde von der Kaiserin und den kaiserlichen Kindern auf dem Bahnhofe empfangen. Das Kaiserpaar begab sich darauf in offenem Zweispänner nach dem Neuen Palais. Um 7 Uhr abends langte Staatssekretär Graf von Bülow aus Berlin an, um dem Kaiser Vortrag zu halten. Graf Bülow war ohne jede Begleitung und verblieb bis 1OV2 Uhr im Neuen Palais. Wie verlautet, wird der Kaiser heute nicht nach Berlin kommen, sondern das Gesamt-Ministerium zum Kronrat in Potsdam empfangen. Berlin, 23. August. Die innere Lage präsentiert sich, wie die Berliner Neuesten Nachrichten melden, augenblicklich so, daß von einer Ministerkrisis zur Zeit keine Rede ist und die Auflösung des Abgeordnetenhauses in den Vordergrund tritt. Wenn eine solche nicht erfolgt, dürfte der Kaiser am Samstag selbst die Landtags-Session schließen. Thorn, 23. August. Unter dem Verdacht des Mädchenhandels wurde gestern der Tapezierer Adolf Want aus Friedenau verhaftet. Derselbe hat unter dem Namen einer adligen Dame brieflich mit einem Stellung suchenden jungen Mädchen aus Thorn wegen Engagements als Gesellschafterin verhandelt. Als er das Mädchen gestern zum Rendezvous in den Thorner Stadtpark bestellte, wurde er von der dortigen Polizei verhaftet. Wien, 23. August. Nach Meldungen aus Graslitz dauert dort die Erregung fort. Gestern zog die Gendarmerie ab, welche von der Volksmenge mit Schmähungen und Steinwürfen bis zum Bahnhofe verfolgt wurde. Heute findet die Leichenfeier für die gefallenen Opfer statt, wobei neuerliche Kundgebungen befürchtet werden. Es sind vier Kompagnien Militär eingerückt. Dieselben bivouakieren am Bahnhof. Lemberg, 23. August. Der Kurier Lowsky bringt die sensationelle Meldung, daß der Pariser Antisemit G u vrin ein Hochstapler der geriebensten Sorte sei. Derselbe habe im Jahre 1887 in Galizien große Schwindeleien verübt. Budapest, 23. August. Infolge der polizeilichen Drohung, alle streikenden Tischlergehilfen auszuweisen, kam es gestern zu Straßen-Demonstrationen. Die Polizei mußte 30 Tischlergehilfen verhaften. Rom, 23 August. Ein Redakteur der Tribuna hatte eine Unterredung mit Panizzardi, bei welchem letzterer erklärte, der französische Generalstab sei ebenso gut wie er informiert, daß unter der Bezeichnung Gelte Canaille du i Paly de Elam gemeint sei. Haag, 23. August. Von heute ab ist die Einfuhr von Kleidungsstücken u. s. w., welche aus Oporto kommen, untersagt. Brüssel, 23. August. Das neue Wahlgesetz wurde von der ZentraUommission der Kammer mit 6 Stimmen gegen 1 angenommen, nachdem die Regierung die Erklärung abgegeben hatte, >baß die Auflösung des Parlaments im kommenden Monat erfolgen werde. Paris, 23. August. Die gestrige Meldung von der Kapitulation Guerins bestätigt sich nicht. Die Regierung ist entschlossen, Guerin gegenüber das System vollständiger I Absperrung fortzusetzen. Ein neuer Vermittlungsversuch der Deputierten Millevoye und Gervaise blieb erfolglos. Von Guärins Genossen ist gestern neuerdings wieder einer erkrankt. Von gestern ab halten Polizeiagenten Wache auf dem Dach eines Nachbarhauses. Ein Arzt erzählte, daß Guörin und seine Genossen an Wassermangel und infolge der ungenügenden Kleidung an Kälte litten. Paris, 23. August. Die gestrige Sitzung des Kriegsgerichtes wird eifrig und in günstigstem Sinne für Dreyfus kommentiert, besonders wegen des Wiedereingreifens Laboris. Die Chauvinisten verbreiten das Gerücht von einem offiziellen Eingreifen der deutschen Regierung für den I Angeklagten. Paris, 23. August. Der Figaro veröffentlicht einen Brief des Obersten Schneider, in welchem derselbe erklärt, daß seine Ansicht über Dreyfus vom 30. November 1897, dem Datum des gefälschten Briefes, eine ganz andere gewesen ist, als die, welche durch die Fälschung aufgedeckt I ist. Es handle sich deshalb nicht nur um eine bloße Schriftfälschung, sondern um eine falsche Auslegung seiner I Meinung. Rennes, 23. August. Labori war gestern in vorzüglicher Stimmung. Sein Arzt, der Professor Reclus ist zu einer Konferenz nach den Pyrenäen abgereist, ein Beweis, daß die Gesundheit Laboris eine ziemlich gute ist. Rennes, 23. August. Bei Labori laufen noch immer Drohbriefe in großer Anzahl ein. Sie gelten aber diesem nicht nur allein, sondern allen denen, welche für Dreyfus Entlastungen vorbringen. Rennes, 23. August. In den letzten zwei Tagen hat die Polizei von der Ankunft mehrerer Anarchisten Kenntnis erhalten. Dieselben werden scharf bewacht. Loudon, 23. August. Nach einem aus Johannisburg I eingetroffenen Telegramm wurde in einer zahlreich.besuchten, I enthusiastischen Versammlung von Deutschen in Johannis- I bürg ein Flotten-Verein gegründet. A. Bracham I von der Firma A. Görz u. Co. wurde zum Präsidenten I gewählt und 450 Pfund wurden sofort für den Flotten- Verein-Fond gezeichnet. Die Versammlung war durchweg I von höchstem Enthusiasmus beseelt und endete mit Hochrufen I auf den deutschen Kaiser. London, 23. August. „Daily Telegraph" meldet aus New-York, daß infolge eines neuen Orkans an der Küste I von Süd-Karolina zwei Fischerdörfer durch Flutwellen I überschwemmt wurden. In dem einen Dorfe sind 20, in I dem anderen 36 Personen ertrunken. Lokales und MovinMrs. Gießen, den 23. August 1899. " Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schriftführer des Kriegervereins Darmstadt, Fink, Kanzlei-Inspektor beim Oberlandesgericht, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen Allergnädigst zu verleihen geruht. + Büdingen, 22. August. Nächsten Sonntag haben die Katholiken der Pfarrkuratie Büdingen-Nidda die Ehre, I seit vier Jahren zum ersten Male wieder ihren Oberhirten, I Bischof Haffner zu Mainz, in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Hochderselbe trifft am Samstag Abend Uhr I dahier ein und wird in der Kirche feierlich empfangen. Während des Festgottesdienstes am Sonntag Vormittag nimmt der Herr Bischof die Firmung vor und im Nachmittagsgottesdienste wird Se. Hochwürden den Gläubigen seinen bischöflichen Segen spenden. Die Vorbereitungen zum Empfange des Oberhirten und zur kirchlichen Feier sind in vollem Gange. , , L I -s. Romrod, 22.August. Eingestürzt ist heute abend um 7 Uhr das Haus des Landwirts und Taglöhners Hrch. Haber körn. Schon einige Stunden vorher wurde ein verdächtiges Knistern und Krachen vernommen, und langsam neigte sich der Dachstock nach her nördlichen Giebelseite hin. Die Bewohner waren noch mit dem Ausräumen des Hausrats beschäftigt, als der Einsturz erfolgte. In diesem Augenblicke war zum Glück niemand im Hause, sodaß Menschen nicht zu Schaden kamen. Das Gebäude war schon alt; vor einiger Zeit war der alte Schornstein beseitigt und ein solcher neuerer Konstruktion aufgeführt worden. Haberkorn lebt in dürftigen Verhältnissen, hat auch eine zahlreiche Familie zu ernähren. Hoffentlich greift die öffentliche Mildthätigkeit lindernd ein. -r- Ortenberg, 22. August. Festtage, begünstigt vom schönsten Wetter, waren es, welche die 39. Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzüchter-Vereins uns brachte. Sonntags um 3 Uhr traf der Gesangverein „Liederkranz" von Friedberg und sehr viele Imker hier ein. Sie wurden mit der Feuerwehrkapelle am Bahnhofe abqeholt, und in einem stattlichen Zuge unter den Klängen der Musik nach dem „Mauergarten", wo die Versammlungen, Vergnügungen und Ausstellungen stattfanden, geleitet. Mit einer Begrüßungsansprache seitens des Ver- einspräsiventen, Herrn Pfarrer Ellenberger, die in ein Hoch auf den Landesherrn anSklang, wurde die Wanderversammlung eröffnet. Bald darauf entwickelte sich ein urgemütlich, fröhliches Leben, eine herzliche Geselligkeit, wie man sie selten wieder findet. Von ^5 Uhr ab ließ der Liederkranz seine wohlgeschulten, trefflichen Chöre und Sologesänge, die den Sängern reiche Anerkennung und den Zuhörern große Befriedigung einbrachten, ertönen. Abends wurde der Terpsichore gehuldigt, und in ausgiebigstem Maße drehten sich die Paare im Kreise. Erst die mitternächtigen Stunden führten die Gäste in die freundlichst gewährten Freiquar- | tiere. War schon am Sonntage ein starker Vorschwarm ' von Imkern um seinen Präsidenten, wie um die Königin, versammelt, so erschien am Montage schon in der Frühe ein noch stärkerer Nachschwarm, dem auch natürlich die jungen Königinnen nicht fehlten. Die einzelnen Kommissionen und Preisrichter walteten ihres mitunter schwierigen Amtes. Die Aussteller, sämtlich Mitglieder des Vereins, sehen es gerne, wenn ihnen ihre durch die Ausstellungen erwachsenen Unkosten in irgend einer Weise, sei es durch Ankauf der von ihnen ausgestellten Gegenstände oder durch Gewährung einer Geldprämie oder ehrenden Auszeichnung, die sich in den meisten Fällen nach den gemachten,Aufwendungen richten, gedeckt werden. Selbstverständlich ist dies bei großen Ausstellungen, zahlreichen Ausstellern und den zur Verfügung stehenden Mitteln, nicht immer nach Wunsch möglich. — Die Generalversammlung begann um 10 Uhr. Herr Pfarrer Ellenberger begrüßte den Regierungsvertreter, Herrn Kreisamtmann Dr. Sandmann von Büdingen und Herrn Landtagsabgeordneten Erk von Nidda und die erschienenen Festteilnehmer. Nach den allgemeinen geschäftlichen Mitteilungen, der Rechnungsablage pro 1898, und dem Verlesen des Voranschlags für 1899, erhielt Herr Lehrer Adam von Allendorf a. d. Lumda das Wort zu seinem Vortrag: „Welches ist das beste Mittel zur Hebung der Bienenzucht?" Er empfiehlt neben anderen Mitteln besonders die Einführung der Wahlzucht bei den Bienen, ähnlich wie solches bei den Haustieren geschieht und wünscht Auslmd. Rom, 22. August. Wie verlautet, ist die telegraphische Bitte einer hochgestellten Dame, angeblich der Fürstin von Monaco, an Visconti Venosta, Dreyfus durch die Aufdeckung der ihm wohlbekannten Jntrignen zu retten, abschlägig beschieden worden und zwar auf Veranlassung des Kriegsministers. London, 22. August. In Bälde werden die 160 Beweisstücke, aus denen die Unschuld Dreyfus' und die Schuld Henrys und Esterhazys hervorgeht, ver- öffentlicht werden. Ans der Zeit für die Zett. Vor 1820 Jahren, am 24. August 79 n. Ehr., wurden die Städte Herculanum und Pompeji durch einen furchtbaren Ausbruch des Vesuv verschüttet. Fast 17 Jahrhunderte lagen sie unter der Lava, bis sie durch Zufall entdeckt und teilweise wieder ausgegraben wurden, ein Ereignis, das für die Altertumskunde von höchster Wichtigkeit war. _____________________________________________ Temperatur der Lahn und Luft nach Reaurnur gemessen am 23. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag«: Wasser 15'/,°, Luft 19'/,°. Rübsarnen'sche Badeanstalt. Die Beerdigung findet Freitag den 25. August, nachmittags y25 Uhr, vom Sterbehause, Deutscher Hof, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. * Todes-Anzeige. Freunden, Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass es Gott gefallen hat, unseren innigst geliebten Vater, Grossvater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herrn Wirt Philipp Rinn gestern abend V28 Uhr im 59. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. Um stille Teilnahme bitten 6182 Klein-Linden, den 23. August 1899. Bekanntmachung. Die Gemeindesteuer» (3. Ziel), sowie die hierher zahlbaren Schulgelder für daS 2. Quartal 1899/1900 können bis Ende dieses Monats ohne Kosten entrichtet werden. Gießen, am 23. August 1899. 6183 ______________________Stadtkaffr Gießen. D 0 epfer.______________________ Bekanntmachung. Das rege Interesse, welches von Landwirten alljährlich zwecks An- und Verkauf guter Saalfrucht auf hiesigem Samstagsmarkt betätigt worden ist, hat Veranlassung gegeben, folgende Termine zur Abhaltung solcher Saatfruchtmärkte in Alsfeld für 1899 festzusetzen: * Samstag den 2. September, Samstag den 9. September, Samstag den 16. September. Für trockene Lagerräume zum vorübergehenden Einstellen von Frucht im Sack ist gesorgt. Alsfeld, den 19. August 1899. . Großherzoglicbe Bürgermeisterei Alsfeld. Arnold. 6170 Arbeitsvergebung. Die nachverzeichneten Bauarbeiter! für unser Gaswerk sollen auf dem Wege der öffentlichen Aurschreibung zwammen oder getrennt vergeben werden, nämlich: 1)Erbauung eines Schuppens a) Maurerarbeit, b) Zimmerarbeit, c) Dachdeckerarbeit und d) Schreinerarbeit. 2) Errichtung einer Halle und Abbruch eines Dachstuhles. a) Maurerarbeit, b) Zimmerarbeit und c) Dachdeckerarbeit. 3) Herstellung einer Einfriedigung längs derWiefeck a) Maurerarbeit, b) Schlosserarbett und c) Schceineracbeit. Die Beengungen, Arbettsbeschreib- ungen und Zeichnungen liegen während der Die- ststunden auf unserem technischen Bureau zur Einsichtnahme offen. Bezügliche Angebote sind bis Donnerstag den 31. d. Mts., vormittags il Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift verschen bei uns einzureichen. Gießen, 22. August 1899. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. 6171 _______Otto Bergen._______ Der für den 24. August l. Js. dahier festgesetzte Vieh markt fällt wegen der herrschenden Maul und Klauenseuche aus. 6169 Butzbach, den 22. August 1899. Großh. Bürgermeisterei Butzbach. Mittwoch den 30. August, nachmittags 21/» Uhr, sollen auf dem hiesigen Orlsgerickt die den Erben der Friedrich Wilhelm Emil Karl Schmidt Witwe in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 46 — 12 qm Hofraum Miststätte in der Mühlgasse, Flur 1 Nr. 71 — 11 6 qm Hofraite in dem Mühlgäßcben Erbverteilungs halber freiwillig meist bietend versteigert werden. Gießen, 23. August 1899. Großh. Orlsgericht Gießen. I. A.: Vogt.6175 Deiranntmachimg. Donnerstag den 24. d. M., nach mittags 3 Uhr, sollen im Bieker'schen Saale — Neustadt — dahier: Haus- und Küchengeräte aller Art, sowie ein großer Posten Sckuhwaren zwangsweise gegen Bar versteigert werden. Gießen, 23. August 1899. 6184 Seipel, Gerichtsvollzieher Wßmstklgklllug. Der Unterzeichnete beabsichtigt d°m größeren Teil der diesjährigen Aepfelerute Donnerstag den 31. d. Mts. baumweise öffentlich zu versteigern. Zusammenkunft morgens 9 Uhr bei dem Hof. 6179 Hofgut Albach, 23. August 1899. Aug. Mein, Kabliau uud ZcheMche 'risch im Rebstock._________________886 HkWkMll feinste schwedische Ware (zum Einkochen) empfiehlt 6167 J- M. Schulhof. Meine werte Kundschaft wird höfl. gebeten, ihren Bedarf baldigst aufgeben zu wollen, da die Saison sehr kur» sein wird. Krummetgras- Aersteigerung. Das diesjährige Grummetgras von 15 Morgen Freiherrlich von Nordeck zur Rabeuau'schen Wiesen uud Gärten in der Gemarkung Alten - Buseck soll Montag den 28. August, von vormittags 10 Uhr an, in der Wirtschaft des Herrn Wilh. Rabenau zu Alten-Buseck versteigert werden. Londorf, den 22. August 1899. Der Rentmüster. Schmidt. 6168 Empfeliluilgen Stadt. SchichthMS. Freibank. 6145 Heute und morgen: Fasklochftuflclsih 35 W. Schweivkstkislh 40 |)fß. Heute frische Schellfisch®, Kabliau, Zander, Schollen, Fluß« lebende Karpfen, Schleie, Forellen eingenoffen. 3iu Prompter Versandt nach auswärts. T I. M. Kolonialwaren- und Delikateffenaeschäft. 0294 1 Heute treffen lebendfriscke Schellfische, Kabeljau, Schollen ic. ein. Täglicher Fang von Lahnfischen aller Art. M. Simon, Asterweg 1. Offene Stellen Ein tüchtiger Nockarbeiter | auf Werkstatt gesucht. Markus Bauer, ______Kirchenplatz 11. Die Schäferei-Gesellschaft von Gerhard Eckhard in Staufenberg sucht wegen Krankseins des seitherigen sofort einen Schäfer. Meldungen können bei dem Salzmeister Benzler gemacht werden.6176 Ein junger Mnnn für Hausarbeit gesucht. 6180 __________Steins Garten. 6172] Ein tüchtiges Dienstmädchen auf sofort nach Leipzig gesucht. Auskunft wird erteilt Gartenstratze 11 (oberer Stock der Sparkaffe). Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 5 Uhr unseren lieben Vater Kenn Johannes Leih Schreiuermeister nach kurzem Leiden im Alter von 44 Jahren zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Kinder Karl uud Heinrich. Gießen, den 23. August 1899. Die Beerdigung findet Freitag den 25. August, nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Kaplansgaffe 25, aus statt. 6186 Orts-KrankenkaffeGietzen. Der Vorstand. 6166 Samstag den 26. August, abends 8>/r Mr, im Saale des Louys Bierkeller: Versammlung aller Mitglieder der Arts-Krankenkasse. Hages-Hrduung: Acr Huöerkulose-Kongreß in Merlin. Referent: Kontrolleur Beckmann. 6178 _________________________Der Vorftavd. Männer-Hurnverein Hießen ; Samstag den 26. August, abends 9 Uhr im Vcreinslokal (Kaiserhof): Avßeroldkkltlihe KllllplvkrsamNlllng. Tages-Ordnung: Erwerbung eines Grundstückes. Wegen der Wichtigkeit wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. Arisch- und Wurst-Versand-Geschäst. Mit dem Heutigen beginnt wieder wie alljährlich der Versand von Fleisch und Warft-Waren. Versende franko gegen Nachnahme: 617$ 10 Pfund Fleisch ohne Knochen für Mk. 3.—. 10 „ Fleischwurst mit Speck „ „ 4.—♦ 50 Stück große Knoblauchwürste „ , 5.—. Kessler, Nftldkiilttzger. Ein Bursche zu einem Pferd gesucht. 6174 Bäcker Klingelhöffer. Junger Kommis mit guten Zeugnissen sucht per 1. Oktober er. Stellung. Offerten an die Ex pedition dieses Blattes unter Nr. 6102. NerWeßenes Wäsche znm Waschen und Glanzbügelu wird angenommen in und außer dem Hause von 02897 Frau Klein Wwe., Mäusburg 12, HI, Ein junges Hündchen zugelaufen im Gießener Stadtwald am Trieb. Eigentümer kann dasselbe bei mir gegen Erstattung der Jnseratgebühren und des Futtergeldes in Empfang nehmen. 6181 Wirt Balser, Rödgen. 02944] Ein kleines Logis, 2 Zimmer mit Zubebör, zu v?rm. ©cbüßentir. 19. 02941] Zur Feier M Tages, an dem meine Dreschmaschine 25 Jahre auf einem Platze in Betrieb ist, lade ich meine gesamte Kundschaft auf Samstag den 26. August, nachmittags, zu einem gemütlichen Glase Wein nach Annerod auf den Dreschplatz höflichst ein. Wilhelm Araolö, Oppenrod. Zu verkaufen 6m"eaUe“rtle Elchkllblktttt, UM damit zu räumen, spottbillig abzugeben. Näheres Liebigstraße 61, Holzbaudla. «e6actUe; 9L «vrkh.rtzi. - »wieg der Urühl'schm UM»erfitSt-.Vm-- vrt Stetobniderd (Pietsch Erbe«) m Gießm. Die Heutige Wummer umfaßt 10 Seiten. fiM1 gthltiin, W D-i chß «ihr -bzul-W ta6 ti ßlh »ö guch um dne s Fürst Hohenloh seine Demisfioi Reichskanzleran haben bereits d gegenwärtig um schenken, und w des Kaisers na folgen werbet, des Fürsten Ho Minister war, w zusanMndernsei UtbttbTinyi bt und den Vize' nach der Sih kabinetts wiedi lohe, in welch sprechung entg zu benachrichtij Was bei wert erscheint, Person Miqni bei dieser Gel v. Miquel th rmmS unb be. sich ber ttytp nicht erworben, der bestgehaßte za sein. Jetzt, auch diejenige' viel zu verdat jetzt fallen, u sein Wirken t würde. Leute, di der vertraM auch um i treffen seien, g tauglich der ^fanden, und sonderen Pftjchl natürlich nicht Punkt, der ze glei, L*? ®- r« fachen Mech^ Nto zu »> mit b, Feuer» . Ars »eit«. btt «rt unb unb d ft*.» H,”.* nI1” ei«i m 2e»» d