Entwickelung werden erkannt, unsichtbare Strahlen machen undurchdringliche Körper durchdringbar. Ist es ein Wunder, daß die so auf den Kopf gestellte Welt sich in der neuen Situation nicht so schnell zurechtzufinden vermag? Daß Verwirrung und Unruhe herrschen, Gährung und Unzufriedenheit? In 100 Jahren ist die Arbeit eines Jahrtausends geleistet worden, wie wäre es möglich, daß die große Masse, deren Entwickelungsfähigkeit eine langsame ist, dem Fluge der Wissenschaft so rasch zu folgen vermöchte? Alle diese Triumphe sind ja doch das Resultat der Arbeit besonders erleuchteter Geister. — Das ganze nächste Jahrhundert wird noch notwendig sein, alle Errungenschaften für die Allgemeinheit in allgemein befrie- digender Weife nutzbar zu machen und die Entwickelung mit dem Fortschritt zu versöhnen. Die soziale Frage ist nichts als ein Produkt der geschilderten Dissonanz. Die Menschheit befindet sich, wenn man uns ein recht drastisches Bild gestatten will, in der Lage eines Magens, dem eine außergewöhnlich starke Mahlzeit zugemutet worden ist. Ein gewaltiges Verdauungsfieber hebt an und bringt eine förmliche Umwälzung im gesamten Organismus hervor, bis endlich der gewohnte Zustand der Ruhe und Behaglichkeit wieder eintritt. Unter drei Zeichen steht vor allem unser Säkulum, unter dem Zeichen der Darwinschen Theorie, des Dampfes und der Elektrizität. Die Entwickelungstheorie stellt sich indessen ebenso wenig wie die beiden anderen Errungenschaften als etwas Plötzliches dar, sie selbst unterliegt ebenfalls den Gesetzen der Entwickelung, sie ist etwas Gewordenes, ein langsam aufgeführter Bau, den Darwin nur vollendet und gekrönt hat. Nicht nur begegnen wir schon bei den griechi- schen Philosophen der Vermutung, daß höhere Tiere aus niederen und diese aus leblosen Stoffen hervorgegangen seien, sondern wir finden dieselbe Idee bereits in sehr ausgeprägter Form bei einzelnen Naturforschern des endenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, so bei dem Großvater von Darwin, Erasmus Darwin, bei dem älteren Geoffroy St. Hilaire, bei Lamarck, Kant, Herder, Goethe u. s. w. Unser großer Dichter machte selbst eine für die Abstammungslehre nicht unbedeutende Entdeckung, diejenige des menschlichen Zwischenkiefers. Geoffroy de St. Hilaire führte mit dem berühmten Naturforscher Cuvier einen gelehrten Streit in der Pariser Akademie über seine Anschauung, aus welchem der letztere infolge seines hohen Ansehens in der wissenschaftlichen Welt zwar als äußerer Sieger hervorging, ohne jedoch die Frage zum Stillstand oder gar zur Entscheidung gebracht zu haben. Denn der Mann, welcher die neuen Gesetze, auf denen die Abstammungslehre fußt, entdecken sollte, war bereits geboren (am 12. Februar 1809 zu Shrewsbury als Sohn eines Arztes) und im Jahre 1859 erschien sein epochemachendes, diesen Gegenstand behandelndes Werk: „lieber die Entstehung der Arten", oder wie der englische Titel lautet: „On the origin of speciea by meana of natural selection or the preaervation of favoured racea in the atruggle of life.* Die erste Anregung zur Verfolgung der Frage über den Ursprung der jetzt lebenden Arten des Tier- und Pflanzengeschlechts erhielt Darwin, wie in einer Biographie berichtet wird, während seiner Reise um die Welt, indem ihm gewisse Thatsachen der geographischen Verbreitung organischer Wesen, und namentlich die nahe Verwandtschaft gewisser heute lebender Bewohner Südamerikas mit den daselbst in ihren Resten gefundenen ausgestorbenen Tieren aufgefallen waren. Er kam bald zu der Ueberzeugung, daß diese Thatsachen nur durch die Annahme einer Abstammung der jetzigen, wenn auch vielfach veränderten Lebewesen von den früheren erklärbar seien, und daß der bis dahin von der Naturforschung behauptete Lehrsatz von der Unveränderlichkeit der Arten unhaltbar sei". Seine Untersuchungen über die Veränderlichkeit der Haustiere befestigten in ihm die Ueberzeugung von der Existenz eines Plinzips, „das aus den überall freiwillig entstehenden Varietäten der Tiere und Pflanzen die Weiterzüchtung der mit besonderen Eigenschaften versehenen Formen (Arten) bewirkt, welche die anderen überleben, in derselben Weise, wie der Landwirt bei der künstlichen Züchtung verfährt." (E. S. in der erwähnten, der Hendel'schen Ausgabe der „Entstehung der Arten" beigegebenen Biographie.) (Schluß folgt.) 'M *4 S-J? ** H HM >uetnbe6teaunä:„? stete***, ieiasq», M ordrchtc *»ir kill M em HmbM c-.- 2 Nm-, W] Lehrling v- und panMfyjrM: MnM 1 gesucht. Weller vr-chn MM an &nftat) 8. 3M Miitfrfltofc 35, i] TieirhMm -M. MWch tlchr■ Mitt, # Me.Px.8eM' ieüen unter MS M 24____ Ein Bi« heftet V. in M w*6 Lcepl ober J tSÄi frr. IIS Zweites Blatt Mittwoch den 24 Mai 1S99 Siebener Anzeiger Kenerat-'Mnzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf-, vierteljährlich. xsezugrpreii vlerkeljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Innx • or Anzeigen zu der nachmittag- für den julH-md« Zeg erscheinenden Nummer biS vorm. 10 Uhr. «n? Anzeigen-DermittlungSstellen de- In- und Au-lande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Wtbri ItgNch »et Ausnahme de- Montags Di« Gießener leiden dem Anzeiger »»chenUich viermal beigelegt. Amts- und Anzeigeblntt für den ICrtis Grefzen. biedaktton, Expedition und Druckerei: Zchntftrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der Hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Deich. Berlin, 20. Mai. Das Kaiserpaar traf heute morgen $*/i Uhr von Wiesbaden kommend, auf Station Wildpark rill, und wurde von den gestern abend aus Plön ein- grtr»'ffenen kaiserlichen Prinzen empfangen. Unmittelbar nach seiner Ankunft im Neuen Palais hörte der Kaiser tiner längeren Vortrag des Chefs des Militär-Kabinetts d. Hahnke. Berlin, 20. Mai. Zum 80. Geburtstage der fcgin Viktoria von England hat sich der Großmarschall ter Kaiserin Friedrich, Frhr. von Reichsch, nach London tegeben, um die Glückwünsche der Kaiserin zu überbringen. Eritk'ns des Ofsizierkorps des 1. Garde-Dragoner-Regiments, tesser Chef die Königin Viktoria ist, wird der 24. Mai M ein Geburtstagsmahl begangen werden, zu welchem ter englische Botschafter und die übrigen Mitglieder der viglij chen Botschaft Einladungen erhalten haben. Berlin, 20. Mai. Wie das „Kleine Journ." meldet, vird die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil, durch welches Graf Pückler in Klein-Tschirne von der Beschuldigung der ^usneizung zum Klassenhaß freigesprochen wird, Berufung linieren. Berlin, 20. Mai. Wie aus Krefeld gemeldet wird, ist bei einem dortigen Neubau eine Mauer eingestürzt. 12 Ar- teitei wurden getötet, die beiden Unternehmer sind schwer Berlin, 20. Wlai. Die Post schreibt: Von verschiedenen o&itfwi hat der Umstand eine falsche Deutung erfahren, N Deutschland bei der Friedenskonferenz nur durch Men diplomatischen Bevollmächtigten, den Grafen Münster «ilrttten wird. Wie wir jedoch erfahren, ist als zweiter KivEmächtigter, falls Graf Münster einmal verhindert iim swllte, der deutsche Gesandte in Brüssel, Graf von Älvin sieben, in Aussicht genommen. Eine Vertretung dkll R utschen Bevollmächtigten durch den derzeitigen deutschen Vcsaiwtcn im Haag, Freiherrn von der Brinken dürfte Oi^hallb nicht in Betracht kommen, weil dieser schon seit • !• «nger er Zeit durch Krankheit an der Führung der Geschäfte isvchv.dert ist. Kerliu, 20. Mai. Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht Feuilleton. Aas 19. Jahrhundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten.) IX. Natnrwifseuschafteu. I. Wir gehen zu einem Kapitel unserer Darstellung über, b um in it Recht den Titel: „Der Triumph des 19. Jahr- b-juutexld" führen könnte. Unser Säkulum ist das Jahr- h iumtert der Naturwissenschaften. Auf dem Gebiete der N^Mfsorschung hat der Mensch die größten Erfolge seines SMms und Denkens erzielt und der ganzen Entwickelung n ull, Bahnen eröffnet. Alle übrige Thätigkeit und Wissen- sc W Lbed Menschen ist von den Ergebniffen der Natur- m MnI chaft berührt worden, die ganze Kultur hat ein anderes G^ihi! erhalten, eine neue Weltanschauung ist geboren MMlkv. Wer hätte am Ende des 18. Jahrhunderts an Erahnen, Dampfschiffe, Telegraphen, elektrisches Licht u.:. ifi'. gedacht? Und jetzt, 100 Jahre später, rauchen die SÄMisteine von tausenden von Fabriken, gewaltige Maschinen vemhien Arbeiten, welche Menschenkraft niemals zu be- wiWgelli vermocht hätte, die Lokomotive durchrennt in wiuszem Stunden Hunderte von Kilometern, der Verkehr ke!« »wenigstens auf Erden keine Schranken mehr! Das FH-imIhr eröffnet dem sterblichen Auge den ungeheuren SßMamim, das Mikroskop die geheimnisvolle Zauberwelt der SMriitn, der Telegraph trägt in wenigen Augenblicken die EL»«Mse von einem Ende der Welt zum anderen, der PÄMWaph bewahrt die Stimme des Menschen jahrelang auch ntittels des Telephons sprechen wir mit fern wohnenden FrMdom wie von Person zu Person. Die Photographie da.:« blie Natur in unvergängliche Bilder, Dampfschiffe faliim jftolz über die Ozeane, riesenhafte Kanäle verbinden di«t'. Mer, Meerengen werden überbrückt, Landengen durch- staschn, aus der Erde heraus gräbt der menschliche Scharfsinn die r Kulturdenkmäler entlegener Zeiten! Die Gesetze der eine Bekanntmachung des Kultusministers, nach welcher für das Preis-Ausschreiben zur Gewinnung von Entwürfen für eine Tauf-Medaille oder Plakette 100 Entwürfe eingegangen sind. Den ersten Preis im Betrage von 2000 Mark erhielt der Bildhauer Rudolf Bosselt in Frankfurt a. M. Berlin, 20. Mai. Der Schriftführer des Abgeordnetenhauses, Bode, Mitglied der konservativen Fraktion, ist in der Nacht zum Samstag hier plötzlich am Herzschlag gestorben. Berlin, 20. Mai. Die Reichstagsersatzwahl im 1. hannoverschen Wahlkreis findet am 8. Juni statt. Berlin, 20. Mai. Der „Post" zufolge ist anscheinend die Absicht, die Vorlage wegen des Schutzes der Arbeitswilligen noch in der laufenden Session im Reichstag einzubringen, aufgegeben worden. Dagegen stehe die Einbringung des Kommunalwahlgesetzes im preußischen Landtag in sicherer Aussicht. Es erscheine aber zweifelhaft, ob die Verabschiedung des Gesetzes noch in der jetzigen Tagung möglich sein werde. Berlin, 20. Mai. Die deutsche Kunstausstellung der Berliner Sezession wurde heute mittag 1 Uhr im eigenen Hause in der Kantstraße eröffnet. Der erste Vorsitzende, Professor Max Liebermann, hielt die Eröffnungsrede. — Koloniales. Der neueste Bericht des Hauptmanns v. Kamptz aus Adamaua bestätigt, daß der Kommandeur mit seiner Schutztruppe auch noch gegen Tibati vorrücken will. Als schon vor einiger Zeit in den ersten Meldungen von dem Vordringen der Schutztruppe in das südliche Adamaua von dieser Absicht des Hauptmanns v. Kamptz berichtet wurde, erregte diese Angabe Zweifel, da man die Schutztruppe für ein solches Unternehmen nicht stark genug hielt. Wenn er nun wirklich zum Angriffe auf Tibati schreitet, so ist darin ein Zeichen dafür zu sehen, daß er die Stämme am Sannaga und Mbam für so vollkommen unterworfen^ansieht, daß von ihnen nichts zu befürchten ist. Ferner muß der Kommandeur auch überzeugt sein, daß die Truppe zur Unterwerfung Tibatis genügt. Tibati liegt fast in der Mitte zwischen dem Sannaga, bei Ngila und dem Benne, die Residenz des Häuptlings befindet sich an einem der Quellflüsse des Sannaga, der in einem großen östlichen Bogen sich nach Nordwesten wendet. Die Herrscher von Tibati sind Vasallen des Emirs von Jola. Die Sultane zu Tibati gehören zu dem Stamme der Fullah, die fast in ganz Adamaua die Herrschersitze einnehmen. Der jetzige Sultan heißt Amalamu und ist ein noch ziemlich junger Mann. Mit der Einnahme von Tibati wird die deutsche Herrschaft bis mitten nach Adamaua ausgedehnt, das durch die Verträge von 1890 und 1894 mit England und Frankreich als deutsche Interessensphäre anerkannt ist. Die Eroberung der Stadt und des Sultanates kann aber nicht als der letzte Zweck des Unternehmens des Hauptmanns v. Kamptz angesehen werden; vielmehr wird dort eine feste Station errichtet werden müffen und so die dauernde Festsetzung der Deutschen und die Einrichtung einer geordneten Verwaltung zu erfolgen haben. Denn nur dadurch wird ein wirklicher Nutzen für uns aus dem kostspieligen Kriegszuge erreicht werden können. Mit Tibati erhalten wir einen Stützpunkt nach dovpelter Richtung hin; einmal wird er seinen heilsamen Einfluß nach dem Sango hin fühlbar machen, dann aber macht sich die deutsche Herrschaft bis zum Benne geltend. Ein neues großes Gebiet öffnet sich uns. — Zur Po st Vorlage wird von amtlicher Seite geschrieben: Durch einen Teil der Presse geht die Nachricht: Die Beschlüsse der Postkommission des Reichstages über die Postgesetznovelle haben bei den Inhabern der Privat- Briefbeförderungsanstalten eine solche Bestürzung hervor- verufen, daß sie sich in meterhohen Plakaten an die Oeffent- lichkeit wenden und um Schutz ihres Eigentums, ihrer wohl- erworbenen Rechte bitten. Die vorgesehene Entschädigung, die für den entgangenen Gewinn in keinem Falle mehr als das achtfache des in den vor dem 1. April 1898 liegenden 3 Jahren im Durchschnitt erzielten Reingewinnes betragen solle, entspreche bei weiten nicht dem wirklichen Geschäftswerte der Anstalten. Die Annahme der Vorlage sei gleichbedeutend mit einer Vermögens-Konfiskation, zumal die Höhe der Entschädigungen in das Ermessen der Pvstver- waltung gestellt sei und den Besitzern der Privatanstalten der Rechtsweg nicht offen stehe. Demgegenüber muß nachdrücklich betont werden, daß obige Anschauungen auf einer gänzlichen Verkennung des wirklichen Sachverhalts und der betreffend: die Altersvnficheni I Kopenhagen, 20. Wlai. Auf der Generalversammlung I sämtlicher Arbeitgeber des Baufaches ist der Beschluß I gefaßt worden, von Mittwoch ab eine Riesenentlassung für I Dänemark, etwa 30000 Arbeiter umfassend, zu erklären, I wenn die Gesellen, speziell die Tischler, nicht von ihren un- I billigen Forderungen abstehen. Wahrscheinlich kommt aber I noch vorher ein Kompromiß zu stände. Niederlande. Die Friedenskonferenz hat begonnen, die Bestimmungen über die Arbeiten festzusetzen. Freitag vormittag versammelten sich die Vorstände der einzelnen Vertretungen zu einer Besprechung beim Präsidenten v. Staal. I Hn derselben einigte man sich ohne Schwierigkeit über die I Niedersetzung der drei Ausschüsse. Es wird sich demnach I der erste Ausschuß mit der Einschränkung der Rüstungen, I der zweite mit der Festsetzung von Kriegsgesetzen, der dritte mit der Vermittlung und dem fakultativen Schiedsspruch zu beschäftigen haben. Wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch werden die Ausschüsse zusammentreten. Jede auf der Konferenz vertretene Nation wird auch in jedem Ausschuß vertreten sein. Bei den Verhandlungen über diese Fragen 1 hat sich angeblich auf allen Seiten der vollste Einklang bekundet. — Die Londoner Blätter besprechen fast sämtlich , die Friedenskonferenz mehr oder weniger skeptisch. Die i „Times" meint, die Aufgabe sei offenbar unmöglich, der „Standard", die Konferenz könne nicht schaden und möge vielleicht später Nutzen stiften. Die „Morning Post" droht, alle Veränderungen des See- und Landkriegsrechts, welche in geheimen Sitzungen beschlossen würden, würden von dem englischen Volke fast sicher zurückgewiesen werden. — Am 24. Mai wird Königin Wilhelmina die! Chefs der Delegationen empfangen und Abends ihren Gästen | im Palais eine Galasoiree geben, zu der etwa 500 Ein- | ladungen ergehen sollen. Außerdem sind an festlichen Veranstaltungen für die nächste Zeit in Aussicht genommen: | em Blumenkorso in der Blumenstadt Haarlem und ein Besuch von Gouda, das durch seine altehrwürdige Johannes- | nrqje berühmt ist. — In einer sozialistischen Versammlung | nannte der Sozialistenführer Niewenhuis die Konferenz | eme Farce. Karrikaturen auf den Zaren als Friedens- | apostel fanden reißenden Absatz. Brüssel, 22, Mai. In einer Unterredung vor I semer Abreise nach Paris erklärte der Vorsitzende der fran- ^sischen Handelskammer, Rolland, über die mutmaßlichen Gründe befragt, aus welchen das Kriegsministerium den | Spion Montier in dem Vorstand der Handelskammer in Schutz genommen habe, dieser Skandal hänge mit den Geständnissen Henrys eng zusammen. Montier war ein in- | ttmer Freund Henrys, und Henry hatte ihm Schriftstücke | anmtraut, welche bedeutende französische Persönlichkeiten | bloß stellen werden. Wenn das Kriegsministerium den Mon- | her nicht beschützen würde, so würde dieser jene Schriftstücke | ber Oeffentlichkeit übergeben. So mußte denn gern oder | ungern bcr Gesandte Gerard, auf Befehl seiner Regierung, | oiqen keineswegs als Ehrenmann bekannten Montier gegen | ole französische Handelskammer in Brüssel mit seiner Au- I torität decken. I ; Verkehr, Land und V§tkswirtfthaft @eMt*a,20 Mai. Frachtpreise. öriiaXO\00-On,(X Korn M 00,00-00,00, Gerste * 00,00-00,00, Hafers Erbsen! 00.00-00,00, Linsen X 00,00-00,00, Wicken .X 00X4 Lein * 00,00, Ätrhfftto * 450-6,42, S«ue» * 00,00-00,«> — Das vor einigen Monaten etvgelretene große Etseribay» Unglück in Forest unweit Brüssel, bei welchem 30 Personen 0 tötet und über 1Ö0 schwer verletzt wurden, beweist von neuem, wertvoll der Abschluß einer »eben-lLrrglich-rr «iserrbahrmmax Versicherung ist. Die VerstcherungSgesellschaft .Thurtngta ■ Erfurt schließt solche Versicherungen gegen die geringe, nur ew malige Prämie von 3 Proz. Poltceformulare zum sofortigen schluß stehen jedermann zu Gebote, worauf die geehrt« Leser merksam gemacht werden. Offizierkorps und das Sanitätswesen nach deutschem Muster organisiert werden. Budapest, 20. Mai. Auf der internationalen Acetylen- ausstellung fand bei der Demonstration des Adetylen- gases eine Explosion statt, wobei der Demonstrierende lebensgefährlich verwundet wurde; das Publikum flüchtete panikartig. Rostow am Do«, 20. Mai. Der von Rostow nach Charkow fahrende Personenzug Nr. 7 ist zwischen den Stationen Matwiejew-Kurkau und Riaschennoje entgleist. Acht Personen und ein Heizer sind tot, fünf Personen schwer, 13 leicht verletzt. S.echs Waggons wurden zertrümmert. Man vermuthet, daß die Entgleisung von ruchloser Hand herbeigeführt wurde, da man auf den Schienen eine Schwelle fand. Konstantinopel, 20. Mai. Das Gerücht von der Erkrankung des Sultans ist vollständig unbegründet. Ostasien. Ueber den Fremdenhaß in Südchina, ber sich zur Zeit am stärksten in bem von ben Englänbern oifupierten Hinterlanb von Hongkong äußert, wirb ben "Tlmes" aus Honkong gemelbet, baß in Futschou heftige, gegen bie Auslänber gerichtete Plakate angeschlagen worben ’e2cn' ~!e'£Tn,ie selbst besagen, von ben Manbarinen unb aUen Klassen ber Bevölkerung ausgehen. Die Plakate enthalten bie Aufforberung, bie Auslänber ohne Gnabe nieber- zumetzeln unb richten sich besonbers gegen bie Christen. Bestimmungen bes Gesetzentwurfs beruhen. Was zunächst bie Höhe der Entschädigung betrifft, so ist diese nicht nur von ber großen Mehrheit ber Reichstagskommission, sondern auch in einem großen Teile ber Presse unb auch sonst in ber Oeffentlichkeit als sehr reichlich anerkannt worben. Wie richtig bie Vorschläge ber Reichsregierung ben bestehenben Verhältnissen angepaßt sinb, hat ber Staatssekretär bes Reichs-Postamts nach bem Bericht ber 14. Reichstagskom- miffion bei ber Vorberatung ber Postgesetznoveüe u. a. an bem Beispiele ber Berliner Packetfahrt-Aktiengesellschaft nach- gewiesen, bei ber (unter Anrechnung ber vorhandenen Re- fertten) mit dem achtfachen des durchschnittlichen Reinertrages ber volle Wert ber Aktien bezahlt werbe. Die Aktien bieser Gesellschaft sinb nach Annahme ber regierungsseitigen Ent- I^udigungsvorschläge sogar im Kurse noch gestiegen. Wenn bie Privatanstalten ferner behaupten, baß sie „burch ein Ausnahmegesetz rechtlos gestellt, ber Willkür ber Postverwaltung überliefert werben sollen" unb begleichen mehr, i° verschweigen sie, baß es ihnen nach Artikel 5 ber Gesetz- Vorlage freisteht, gegen bie Entscheibung ber Postbehörbe I über bie Entschäbigungsansprüche Berufung bei einem aus Mitgliebern bes Reichsgerichts gebildeten Schiebsgericht zu erheben, bas boch zweifellos bie benkbar unparteiischste Urteilsfällung verbürgt. Hiernach erscheint ber Versuch ber Privat-Briefbeförberungsanstalten, für bie burch ben Gesetzentwurf mit sehr ausgiebigen Entschäbigungskapitalien be- bachten.Unternehmer unb Aktionäre bas öffentliche Mitleib 1 aufzurufen, in ber Sache völlig verfehlt. — Am 25. Mai geht bie Expebition bes Bergmeisters I Elchmeyer aus Zellerfelb nach Sübwest-Aafrika mit bem | btreften Woermann-Dampfer ab, um bas Gebiet von Reho- | voth fachmännisch nach Metallen zu untersuchen. Herr Eich- | metjer war noch vor kurzem in Siebenbürgen, um einen im | Golbbergbau kunbigen Fachmann anzuwerben. Im ganzen | gehen 16 Europäer mit ihm hinaus, baselbst sollen noch | etwa 60 Eingeborene angeworben werben. Der Bergmeister | will ganz grünblich vorgehen, es sollen Schachte abgeteuft I tuerben u. s. f., daher nimmt er ein ganz gewaltiges Material | mit, zum Beispiel Dynamit, Zünber zu Sprengungen u. s. f. I r%11.9 für bie bergmännischen Unternehmungen in Süd- | baß noch niemals eine gründliche Unter- | suchung auf das Vorkommen von Metallen angestellt worden | ?.azL Jcfet soll diese Frage endgiltig entschieden werden. Da | bic Regierung auch das kupferführende Gebiet von Otawi | durch ben Berginspektor Duft untersuchen läßt, so wirb | man m Sübwest-Asrika enblich zu klaren Verhältniffen | kommen. " I Vermischtes. • Vo« dem großen NUreservoir, bas bei Assuan angelegt werben unb ben Genfer See mehr als zweimal an Große übertreffen soll, versprechen sich bie Englänber einen ungeheueren wirtschaftlichen Aufschwung Egyptens. Von ben 994000 Quabrat-Kilometern, bie Egypten nominell umfaßt, kommen augenblicklich nur 20000 für ben Anbau burd? baß neue Wasserbecken sollen weitere 7000 Quabrat-Kilometer ber Agrikultur erschlossen werben. Diese sollen besonbers für ben Anbau von Zuckerrohr in Betracht gezogen werben. Egypten probuziert nämlich ein Zuckerrohr von vorzüglicher Qualität, unb ba auf Cuba, baö bisher ber Hauptplatz ber Rohrzuckerprobuktion war, nach den letzten schweren Jahren wohl sobalb nicht bie frühere Blüthezett wieberkehren wirb, so hofft man engli cher- seits, baß es inzwischen Egypten gelingen wirb, sich ben Weltmarkt zu erobern. Die Herstellung bes Riesenwerkes wirb verhältnismäßig nicht sehr lange bauern: am 1. Juli 1903 sollen bie Wasser bes Nil zum erftenmale bas große Becken füllen, bas 250 Billionen Gallonen Wasser fassen wird. Die Kosten sind auf 108 Millionen Mark ver- anschlagt; die egyptische Regierung soll diese Summe in jährlichen Raten von 3 Millionen 600000 Mark abzahlen. Die erste Rate ist aber erst nach vollständiger Fertigstellung Die iw Ließen vom ■ hiesigen Geln° ’ Gießen, ...T Ueber bie Polnischen Verhältnisse in Obersch le sie n gibt ber Bericht ber Sozialbemokratie über ihre polnischen Bevölkerung Fuß zu fassen, lehrreiche Aufschlüsse. Auf bem Hamburger Parteitag würbe bekanntlich bie Frage erörtert, ob man nicht polnisch sprechenbe Agitatoren hinaus senben sollte. Die Antwort oberschlesischer ^uhrer war, bas sei nicht nötig, weil bie oberschlesischen Wen beutsch genug verstäuben, um sich bie sozialbemokratischen ^hren beibringen zu lassen. Die Generalkommission bcr sozialbemokratischen Gewerkschaften hat es barauf trotzbem mit ber polnischen Sprache versucht. Sie ist, wie soeben in pranffurt a. M. von bem Chef ber Generalkommission, bem sozialbemokratischen Reichstagsabgeorbneteu Legien, bem r^erkschaftskongreß mitgeteih worben ist, bamit aber nicht gefahren. Er erzählte: Wir versuchten es erst mit Zuschüssen für polnische Agitatoren, mußten aber bie Er- Ta^rixng ma^enz baß biese mehr bie großpolnische als bie gewerkschaftliche Organisation betrieben. — So lehrreich diese Erfahrung für bie Sozialbemokratie ist, so interessant ist sie für ben nationalen Politiker insofern, als baraus hervorgeht, baß bie großpolnische Propaganba auch in ben tieferen sozialen Schichten festen Boben gefunben bat. Homburg v. d. H., 20. Mai. Nachbem bie hiesige ; Stabtverorbneten-Versammlung vorgestern 10000 Mk. als Beitrag zum Bau bes Prätoriums im Römerkastel ber Saa burg bewilligt hatte unb bieser Beschluß sofort bem Waifer mitgeteilt worben war, traf gestern abenb folqenbe ^^esche von Wiesbaven ein: „Hocherfreut über bie Meldung von ber Bewilligung einer Summe von 10000 Mark ^-^^deraufbau ber Saalburg spreche ich ben stäbtischen Myoiden für biesen hochherzigen Beschluß meinen wärmsten Ich hoffe, baß bas Römerkastel nach seiner Wieberherstellung em interessanter unb kräftiger Anziehungspunkt werben wirb unb baß dasselbe zur Hebung meiner Wilhelm ^R** Homburg v. b. Höhe beitragen werde. I des Werkes fällig. Man hofft, daß dieser lährliche Einnahme von 9 Millionen Mark geaenüb^ ' wird, die die Regierung aus dem Verkauf vo^Mas^' der Verpachtung von Land erzielt, ganz abgesehen einnahmen ^^i^n Aufschwung wachsenden A' Wir brint geber Dttpfliji einer ffiofy) bc tilgen Man testens am dr bei um anzuM eudiguug des 6benfo isi tretende, ba6 Vr Krankheit, zeitwei binnen 3 Ta, Zuwiderhai Reichsgesetze» voi geahndet. Die Meldr öomulai, weid ^eau, fowie! Arbeitgeber w Wir mach« und Abmeld mcht genügt ist ^tmgenzurVe Me defonnular e Meldung, sofem n... Schließlich ^oeitsantritt bat 9 t * l«r Am sK -L r -HDie @rl wdfi Ä'6 Kegen, bie y tta einzelner einen! anderen, werden. Die - erüägniße der Sodann der Verordnun Beitrag zur B 1) von Betr 2) von Zink 3) von geleg 4) on f iche * hing t Diejenigen der amtlichen Ke zesordttt, die B weicher dM Grv tragen. Gießen ÄS «•! ß? «4 T' «ufe «so sm * Die N««ft',chk FreiluftGlühlampe. Der für i I April angekündigte Vortrag von Proseisor ®ah« st über die von ihm erfundene Glühlamp e wurde Xq,' im Konferenzzimmer der allgemeinen Elektrizitäts°e!-li: m Berlin vor einem größeren Publikum gehallen u b-sonderc Bedeutung erhielt der Vortrag dadmck . be, dieser Gelegenheit die N-rnst'sch- Lamp- Mal- vor der Oeffentlichkeit in Betrieb corgefüL X . 3nm Vergleich waren im Saal Edison'sche Glühl-n>' und solche des neuen Typus angebracht; letztere ' sich durch intensivere Helligkeit und reinweißes, ruhL 5 | vorteilhaft vor dem roten, unruhigeren Licht bcr ff»F Simen aus Nach einer historischen U-b-rsich, ktzte Entwicklung der modernen BeleuchtungstechE , I Generaldirektor Rathenau, ergriff Professor Walt» ® * d°s Wort Er zeigte, daß bei der Anwendmg I Origen elektrischen Lichtsysteme nur ein unverhältnisw^, Quantum elektrischer Energie in Licht umgenw- wahreub ber Löwenanteil berfelben zur Emission 5 I ganz zweckloser Wärme verwenbet wirb. Selbst bei I toenbung von Bogenlampen beträgt biese unnütze Veraeut. - bes Stromes 90 pCt., bei ben gewöhnlichen Glühla^.- fteigt ber Verlust aber gar auf 97 pCt. Diesen Uebelst!- | beseitigen, war schon lange bas Bestreben ber ffiifi - Wßp.imb Mnit boch scheiterte bie Verbesserung V- seitherigen Systeme an nicht zu übertoinbenben (Sdjiuin feiten. Schon ber Russe Jablochkoff hatte einen Weg ( - geschlageu, bie metallischen Leiter burch bie feuerfeie I Porzellanerbe, burch Kaolin zu ersetzen. Diese Kons!-' hon vermochte sich aber wegen ber mit ber hiebei erforber. I uchen Anwenbung von elektrischen Strömen sehr hohen Spür ung nicht in bie Praxis einzubürgern, sie würbe kur; ihrem Auftauchen gegen bie Mitte ber siebziger Jahre r-i,, ^I^^^bssen. Auch Nernst, ber übrigens bie Lampe \a[ lochkosss erst kennen lernte, als er seine Konstruktion bm erjunben hatte, verwenbet, wie hier bereits aussühüi-, I mttgetdlt würbe, elektrolytische Substanzen. Sein Bestrcd' darauf gerichtet, solche zu finben, bei benen sich mk, viel ber elektrischen Energie in Licht verwand bcn-!L mit1^eta^cn toar dieses Ziel schon aus rein tlj; puschen Untersuchungen nicht zu erreichen. Aus Grum läge ber von t'Hoff'schen Theorie ber festen Lösunz- gelang es Professor Nernst burch eine Reihe praktische Voruntersuchungen festzustellen, baß Mischungen von Oxid-: bei starker Erwärmung ihren elektrischen Wiberftanb vexlie- ren unb bie Elektrizität sehr gut leiten. Ursprünglich to menbete ber Ersinber Wechselströme, ba er befürchtete, tij em so hoher Gleichstrom, wie er zur Erzeugung ber Wcij- glut nötig ist, ben Leuchtkörper alsbalb zerstören wück Doch zeigte sich balb, baß ber Sauerstoff ber Luft bur$ Depolarisierung ber zersetzenben Thätigkcit auch bes Gleich stroms biesem Hinbernis vorbeugt. Mit biesem letz!» Schritt war bie neue Lampe für bie Praxis gegebtr. Professor Nernst zeigte bann bie an bieser Stelle bereit! im Vormonate ausführlich geschilbertcn verschiedenen Sen struktionen feiner Lampe unb erwähnte, baß ber Augenblö des Aufleuchtens je nach ber Konstruktion unb Größe bu Lampe je nach zehn bis breißig Sekunben erfolgt. Dc Ersinber ber automatischen Konstruktion ber Voremärmrm- des Leuchtkörpers ist Dr. Ochs. Nach verschiedenen prab üschen Demonstrationen mit ber neuen Lampe schloß Prof. Nernst seinen Vortrag, inbem er nochmals auf den lange: Weg zurückwies, ber bie Erfinbung aus bem Laboratorinr ‘ [ in bie Praxis hinausführte. Den praktischen Vorzügen de : neuen Lampe ben bisherigen Systemen gegenüber war d-c anschließenbe Vortrag bes Oberingenieurs der Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, Bußmann, gewidmet. Dieser führt unter anderem aus, baß bie Nernst'sche Lampe bei eine Pferbekraft schon 480 Kerzenstärken liefert, während di gewöhnlichen Glühlampen bei Verwendung ber gleiche Kraft bereu nur bie Hälfte bieten. Die Lebensdauer b«c neuen Lampe beträgt heute schon mindestens 300 Stunde unb ber Energieverbrauch pro Normalkerze IV, bis l*, Watt. Die Fabrikation ber neuen Lampe wird int Som mer in einem neuen Fabrikgebäude der Gesellschaft vorg. nommen und zunächst Lampen von 25, 50 unb 100 No: malkerzen für Spannungen von HO und 220 Volt erzem werden. Zum Ersatz der Bogenlampen werden jedoch au»c Lampen bis zu 480 Kerzen hergestellt werden. Der Pre i der neuen Lampe wird ein sehr bescheidener fein, namen. lief) für jene Lampen, bei welchen die Vorerwärmung nicR automatisch erfolgt. Minister Herrfurt sprach Professe Nernst den Dank der Versammlung für seine Erfindum aus und zum Schluffe bemerkte Generaldirektor Rathen« noch, daß die Gesellschaft mit Hilfe der neuen Lamp' jenes Terrain wieder zu erobern hoffe, das sie bisher « bie Auer-Lampe verloren habe, von Wichtigkeit sei ade ber Umstanb, baß am Vortragstage bas Patentamt all Einsprüche gegen bas Patent bes Ersinbers abgewiesen Anstand. . ®’en' .2'- Mai. Die „Neue freie Presse" erhielt von der Baronin Suttner folgendes Telegramm aus dem d» Erleuchtung wollte ich meinen Lands- üon bet Konferenz senden. Das mittelbar mü6te wvhl sein, was so um M k ?dgl'ch von dem Einberuser selber kommt. b cbcn “u8 Petersburg hier eingetroffen. ,/Sogen Sie mir," wendete ich mich an ihn, „mit welchen Itunb “ mit" Sie wieberurn eine \b m §aren gesprochen haben, ber Friebens- konferenz entgegen?" - „Diese Konferenz," entqeqnete ^nnb'fipmwf "^mals aufgelöst, fonbefn nur vertagt werben, bEUN sie soll ber Keim eines Weltparlamentes sein" — ♦ C ober bie bes Kaisers? Sprechen S/ebestimmter, bitte" - „Ich kann nichts von bem mit teiten, was ber Kaiser sprach ober that. Nur eins kann ich sagen: Das Beste, was bie Friebensfreunbe in ihren dar»^'U"den erhofften, wird mehr als verwirkttch" Niklaus" die Wünsch- und di- Entschloss-nh/j. . ^0- Mai, Wie in militärischen Kreisen ver- lautet, soll das gesamte österreichisch-ungarische ärztliche Vi340 Pf. fo^nr.Stück in 4103 pr1homp$0||s 4104 Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, 19. Mai 1899. 4093 Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion 2 Leun. 4105 I. 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Juni 1899, vormittags 11«/» Uhr, postsrei hierher einzureichen. Bekanntmachung, A ie^Nnfallverficherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen betr. Die im Abdruck nachstehende Bekanntmachung Großherzogl. Kreisamts Hichen vom 13. l Mts. wird hiermit zur Kenntnis der Grundbesitzer^der firstgen Gemarkung gebracht. Gießen, 19. Mai 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur taub« und forst- wirtschaftlichen Berufsgenoffenfchaft für das Jahr 1S9S liegt von heute an während 14 Tagen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offtn._ Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle ab beitragspflichtig in Anspruch genommene gegen die Beitragsberechnung b dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen Brrufsgenossenschaft Einspruch erheben, (s. § 21 der Verordnung vom 11. Juli 1888, Regierungsblatt S. 83). Bekanntmachung. Da seitens des Stadtbauamts Gießen mit dem Ausbau der Mmzarsteige in der Bahnhofstraße, zwischen der Wolkengasse und dei» Iochnhofe, — in der Fraukfurterstratze, zwischen dem Selters, thcim und der Wilhelmstraße, — in der Steiustraste, zwischen der NÄvtiilllage und der Dammstraße und zwischen dem Asterwege und der ScMrraße, und in der vorderen Wilhelmstraße in nächster Zeit be- gonuin wird, so ersuchen wir die anliegenden Hauseigentümer der betr. ©tMflJi auch auf diesem Wege, uns bis Ende diefes Monats gefl. miEm zu wollen, ob jetzt oder in nächster Zett ihre Häuser, welche zwar WLifn- aber noch keinen Gasanschluß besitzen, mit Gas versorgt werden joQiffl; l damit wir die Gasznleitungen vor Ans. fültzumg der Bürgersteige herstellen können. — Nach Fertigstellung den ^ersteige sind solche Anschlüsse mit technischen Schwierigkeiten und graiKn kosten verbunden. Stießen, dm 20. Mai 1899. Bekanntmachung. P ^Die Grundbesitzer, welche ihren Grundbesitz mtweder ganz oder teil- ffldl e nicht selbst bewirtschaften, werden hierdurch aufgefordert, bet der Ai germeisterei derjenigen Gemeinde, in deren Gemarkung die Grundstücke liegim, bis zum 1. Juni l. I. schriftlich oder mündlich zu Protokoll ton Antrag zu stellen, daß der auf die Steuerkapitalien ihrer Grundstücke ckr einzelner derselben entfallende Beitrag zur Berufsgenossenschaft von mem anderen, als Betriebsunternehmer zur Zahlung Verpflichteten, erhoben versien. Die Anträge müssen auch die nötigen Angaben über die Pacht- trttägniffe der einzelnen Lose enthalten. Sodann wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 dn Verordnung vom 11. Juni 1888 von nachverzeichneten Objekten ein deitrrag zur Berufsgenossenschast nicht erhoben wird: 1) von Grundstücken, welche zu einem land- oder forstwirtschaftlichen Betriebe überhaupt nicht gehören; 2) von allen Gebäuden nebst zugehörigen Hofräumen, Haus- und Ziergärten; 3) von Grundstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist; 4) von steuerp^ichligen Grundstücken, deren land- und forstwirtschaftliche Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede Nutzung aufgehört hat, sei es, daß an Stelle der land- oder forstwirt- schaftlichen eine gewerbliche Benutzung getreten ist (z. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinbruch). Diejenigen Grundbesitzer, welche derartige Befreiungrgründe, die sich -kr amtlichen Kenntnis entziehen, geltend machen können', werden auf- chrioert, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in vrlH-r das Grundstück gelegen ist, bis zum 1. Juni L I. zu bean- trngen. Gießen, am 15. Mai 1899. Bekanntmachung, Idtef enb: die Ausführung des Reichsgesetzes über die Jnvaliditäts- und Merl,Versicherung, insbesondere die An- und Abmeldung verficherungs- pflichtiger Personen. Wir bringen hiermit wiederholt in Erinnerung, daß die Arbeit- ffltbetr verpflichtet find, jede von ihnen nicht blos vorübergehend (unter Mer Woche) beschäftigte versicherungspflichtige Person, welche nicht der .Msigm Ottrkrankenkaffe oder einer Fabrik-Krankenkasse angehört, spä- r tiefte»- am dritten Tage nach Beginn der Befchäftignug IWinw anzumelden und spätestens am dritten Tage nach Be- < ttibijiuufl des Arbeitsverhältuifses wieder abzumelden. (Ebenso ist jede während der Dauer des Arbeitsverhältnisses ein- ttirMe, das Verficherungsverhältnis beeinflussende Aenderung (rote z. B. 5 AMeit, zeitweise Einstellung der Arbeit, oder militärische Dienstleistung rc.) Iteinnrn 3 Tagen nach deren Eintritt bet un» anzuzeigen. Zuwiderhandlungen gegen die Meldepflicht werden nach §.112 des 3 Wsgesetzes vom 22. Juni 1889 mit Geldstrafe bis z« 100 Mk. giuahndet. Die Meldungen haben fchriftlich auf dem hierfür eingesührten Zs^Mar, welches auf dem Bürgermeisterei- und auf dem Polizeiamts. 9Miiiaui, sowie bei dem Kaffeboten Schwan erhältlich ist, durch de« Mrbeiitgeber zu erfolgen. Wir machen hierbei besonders darauf aufmerksam, daß durch die Tlü'mnd Abmeldungen bei dem Polizeiamt der vorbezeichneten Meldefrist u sticht genügt ist, weil die polizeilichen Meldungen ganz unabhängig von bi ««Mi,gen zur Versicherung sind. Außerdem bemerken wir, daß wir ein neues DMstormular eingeführt haben, und künftig über jede bei uns erstattete ■Dtoimg, sofern dieses Formular benutzt wird, eine Bescheinigung erteilen. Schließlich heben wir noch hervor, daß Personen, welche bei dem AlM«lmtritt das verficherungspflichtige Alter (16. Lebensjahr) noch nicht hkiM, aber später während der Beschäftigung dasselbe erreichen, häufU oceatet oder überhaupt nicht zur Anmeldung gelangen. Auch Laufmädchen und Lauf- oder Monatsfrauen, welche in einem fcifa Arbeitsverhältnis zu Jemanden stehen, kommen vielfach zu spät oder gM nicht zur Anmeldung. Da die rechtzeitigen An- und Abmeldungen sowohl für einen geord- netin Geschäftsgang, all auch im Interesse der Versicherten unerläßlich lii'ilj fw müssen wir pünktliche Beachtung der bezüglichen Vorschriften er- Versäumnisse werden unnachsichtltch zur Bestrafung anaezeigt. Gießen, den 10. Mai 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mittwoch den 21. Juni, nachmittags 2«/, Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgerickt die der Heinrich Hansel Ehefrau Katharina geb. Bender in Gießen gehörige Hofraite: Flur 27 Nr. 96Vio — 336 qm in der Stephansmark, jenseits der Wieseck auf das Bruch öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 9. Mai 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. 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Juni keine Steuerzettel erhalten haben, ihren Verhältnissen nach ober annehmen müssen, daß sie steuerpflichtig sind, werden hiermit aufgefordert, hiervon alsbald bei Vermeidung nachteiliger Folgen auf dem Bürgermeisterei-Büreau — Zimmer Nr. 15 — Anzeige zu erstatten. ’S» SÄ 1 d--s 5 ÄS. ■,‘*4 £':- twlt (jn ein unötrL ^rgie in Lich, ' desselben Wet v/'id liefe unÄ 7 d°- s-L chMM di- lJu überwind^, ^Wojj hattet 1 Leiter durch t ; ru ersetzen. en der mit der t ien Strömen sch^ Kigern, sie N M'tte der siebzig- der übrigens bi 1I§ er seine Konftr. wie hier bertiir V Substanzen, fe zu finden, bei Energie in Lich! ses Ziel schon w: ht zu erreichen, t Theorie der fest» "t ' durch eine Reihe:: n, daß Mischungen tos i elektrischen ffiikfiur: gut leittn. vchckgli: Nme, ba er besuche! er jur (fytugung -er 8 er alMb jirftörtn m : SaueM der W bi \ des l> cdrH. M I; pt str W PO c: die an schilderten verschiß erwähnte, daß t-' gonftruttion «iS ßig Stunden r chruttion bei?' 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