10 Ttäwwetz no”,e und Haur. - k» H' 8vrbach S*V8»» tzchlvx.. b 7" « . löen, jn^inbetj J'1« d.» n,k ft‘5 uassavischt» Nr. 47 g Zweites Blatt Freitag den 24. Februar IMI9 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bti Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Alle Anzergen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Lezugsprcl» viericliädrltch 2 Malk 20 Pfg. uwnaUich 75 Psg mit Bringerlohn. Erscheint täglich mir Ausnahme des MontagS. Die Gießener Anmltieuv tätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. «anahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den felynbm Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Amts- und Anzeigeblntt für den Ureis Giefzen. 1 (Pfalz), beehrte.) 899. 10 Jahren. Vor- ung, rbetreibende im iden auswärtige itszeit und Frei, itsllt. uo ft darch das larr. i: LahrchchU. hnfand Maiensabnkation rc. pofanlßßtu. 100.® ote« j lon r Art lung- 27(' ioo.(* 100) 990 ilberrente „«Rente il <** QbL g 990 MK'L i *** 5ieb-y[1U «edaktion, Expedition und Druckerei: Schukfiraße Dr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chleße«. Fernsprecher 91r. 51 Der Ministerwechsel in Ungarn. Von dem Rücktritt des Kabinets Banffy gilt nicht das Wort „Unverhofft kommt oft", denn schon seit langer Zeit kursieren Meldungen, wonach der ungarische Ministerpräsident amtsmüde sei. Die große liberale Partei in Ungarn, welche sich als eine so feste Stütze der Regierung erwiesen hatte, drohte zu zerstückeln, und immer mehr Abtrünnige zeigten sich, welche dem Baron Banffy den Rücken kehrten. Die Stampfe im Abgeordnetenhaus, welche zu einer Abdankung des alten Präsidiums führten, sind noch in frischer Erinnerung, so daß wir über die Gründe, welche die politische Situation in Ungarn so verwickelt machten, kaum noch etwas zu sagen brauchen. Baron Banffy hat sich im allgemeinen große Verdienste um Ungarn erworben und viel dazu bei- gctragen, daß das Verhältnis zwischen den beiden Reichshälften so lange ungetrübt geblieben ist. Im Verkehr hatte er eine anspruchslose Sicherheit und Selbstgewißheit, die ihm bei seiner verantwortungsvollen Stellung sehr zu statten kam. Und doch mußte er schließlich vom Platze weichen, so ungern sich wohl Kaiser Franz Josef von dem bewährten Ratgeber der ungarischen Krone trennen mochte. Baron Banffy hatte sich allzu sehr in Sicherheit gewiegt und glaubte, die Majorität des Abgeordnetenhauses werde mit ihm durch dick und dünn gehen. Darin hat er sich aber getäuscht; eine größere Zahl seiner Parteigänger reichte der ausgesprochenen Opposition die Hand, um Banffy zu stürzen. Kaiser Franz Josef hat zum Ministerpräsidenten an Stelle Banffys den Geheimen Rat Koloman Szell designiert und ihn mit der Kabinetsbildung betraut, nachdem noch bis zur letzten Stunde der Landesverteidigungsminister Baron Fejervary als künftiger Ministerpräsident gegolten hatte. Von der Berufung des letzteren hat man aber Abstand genommen, weil er bei den Oppositionsparteien ganz unmöglich war, und weil unter ihm die innerpolitische Situation Ungarns nur noch eine Verschärfung erfahren haben würde. Solomann Szell aber ist ein alter Palamentarier, der auch schon als Minister thätig war, und seine versöhnliche Natur läßt ihn dazu geeignet erscheinen, einen Ausgleich der Wirren herbeizuführen. Insbesondere kann er mehr auf die Unterstützung der Opposition rechnen, als ein anderer Kabinettschef. Die neuen Kabinettsmitglieder sind in dem Augenblick, wo wir dieses schreiben, noch nicht bekannt; doch dürfte Szell bei der Auswahl seiner Ministerkollegen sich mit von dem Gesichtspunkt leiten lassen, bei der Opposition feinen Anstoß zu erregen. Hoffentlich trägt seine Amtsführung dazu bei, die gegenwärtigen Wirren in dem befreundeten Ungarn zu beseitigen und die Beziehungen zwischen Ungarn und Oesterreich wieder fester zu gestalten. (xx) Feuilleton. Iriedrich Lpielhagen. Ein Siebzigjähriger und doch ewig Junger. Zu seinem 70. Geburtstage (24. Februar). Von Dr. Ernst Wilms. (Nachdruck verboten.) Ein volles Menschenalter ist uns allen der Name Spielhagen vertraut, und noch immer ist ein Roman von ihm ein litterarisches Ereignis. Ein wahrer Vertreter des Bolks, ein Dichter der Zeit, von einem edlen, freien Denken erfüllt, schuf er unermüdlich Werk auf Werk, mit jeder Arbeit sich weiter entwickelnd und stets in Berührung sich haltend mit den Fragen der Zeit, an bereu Lösung er eifrig mit- zuarbeiten sich angelegen fein ließ. Wer könnte sich wohl im Ernste denken, daß ein so hochbegabter Schriftsteller, beffen Schaffen mit der Litteratur des 19. Jahrhunderts förmlich verwachsen ist, etwas andres hätte fein und werden können als eben das was er ist? Und doch hatte es lange gedauert, ehe Friedrich Spielhagen feinen schriftstellerischen Beruf entdeckt hat. Aber eben weil er zum Schriftsteller geboren war, fand er keine rechte Freude an seinen vorhergehenden Bernsen, wußte er lange nicht recht, was er wollte urb was er eigentlich werden sollte. Seine Wiege stand in Magdeburg, der 24. Februar 1829 ist fein Geburtstag. Z-m Alter von sechs Jahren vertauschte er die alte mitteldeutsche Stadt mit Stralsund, wohin sein Vater als Regte- Deutsches Reich. Berlin, 22. Februar. Der Kaiser nahm heute vormittag 10 Uhr im Stadtschlosse zu Potsdam den Vortrag des Chefs des Civil-Kabinctts, v. Lucanus, entgegen. Berlin, 22. Februar. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wurde, der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge, heute vom Kaiser zu einem längeren Vortrage empfangen. Vorher hatte Fürst Hohenlohe auf Einladung des Kaisers an der Frühstückstafel teilgenommen. Berlin, 22. Februar. Aus gut unterrichteten Kreisen erfährt die „Deutsche Tageszeitung", daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe entschlossen sei, bald nach seinem Geburtstage den Abschied zu nehmen und daß als sein Nachfolger der Petersburger Botschafter Fürst Radolin bestimmt ausersehen sei. Das Blatt will sich jedoch für die Meldung nicht verbürgen. Berlin, 22. Februar. In der heutigen Sitzung der Budget-Commission wurde die Beratung der Militär- Vorlage fortgesetzt und über die Verstärkung der Infanterie verhandelt. Bei der Abstimmung wurde zunächst die Regierungsvorlage gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt. Sodann der Antrag Bassermann (Natl.) 590 Mann Durchschnittsstärke für das Infanterie-Bataillon gegen die Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen abgelehnt, hierauf wurde der Antrag Liebermann (Centrum) 584 Manu Durchschnittsstärke mit 18 gegen 7 Stimmen angenommen. Schließlich wurde die Resolution Gröber (Zentrum betreffend Einschränkung der Abkommandierungen) ebenfalls mit großer Mehrheit angenommen. Die erste Lesung der Militär-Vorlage ist damit beendet. Berlin, 22. Februar.' Wie die Post erfährt, ist hier nichts von einer englisch-amerikanischen Kooperation zugunsten des Oberrichters Chambers auf Samoa, wie von englischen Blättern berichtet wurde, bekannt. — Reform des Postzeitungstarifs. Von den verschiedenen Vereinigungen im Zeitungsgewerbe wurden vor einigen Jahren als das Gespenst eines neuen Post- zeitungstarifes auftauchte, für dessen Neugestaltung Vorschläge unter Beigabe von oft recht umfangreichem statistischem Material ausgearbeitet, die je nach der Kategorie der Zeitungen, welche die einzelne Vereinigung umfaßt, mehr oder weniger einseitig nur deren Interessen vertraten. Ein wirklich allgemein annehmbarer Vorschlag, der die berechtigten Interessen der kleinen, mittleren und großen Zeitungen mit geringem und hohem Abonnementspreis gleichmäßig berücksichtigt, fehlte vollständig. Die vor drei Wochen in Berlin gegründete Posttarif-Vereinigung deutscher Zeitungsverleger ist diesem thatsächlichen Mangel begegnet. Sie hat zu der vom Bundesrat gutgeheißenen Postzeitungstarif- vorlage einen Gegenvorschlag aufgestellt, der die Ungerechtigkeiten des gegenwärtigen Tarifes beseitigt und dabei doch rungs- und Baurat versetzt wurde. Erst wer hiervon Kenntnis'hat, begreift feine Meisterschaft in der Schilderung des Meer- und Strandlebens; verlebte er doch feine Kindheit und Jugend im Angesicht der gewaltigen See, deren mächtige Eindrücke in feinen Romanen zutage treten. Im ganzen verlies fein äußeres Dasein friedlich und füll, wenigstens was man so zu nennen pflegt. Wer nicht Abenteuer erlebt, Kämpfe durchmacht, in fremden Erdteilen reift der erlebt nach der Meinung der meisten Menschen nichts, oder nicht viel, und doch stehen diesen großen äußeren Aufregungen die inneren, die Kämpfe des Herzens und der Seele, wohl ebenbürtig zur Seite. ' Wer eine so reiche Entwickelung hinter sich hat, wie Spielhagen, wer sich durch die mannigfachsten Verhältnisse zu seinem wahren Seelenberufe durchzuringen vermocht — und alle die gewaltigen Ereignisse einer so großen und thatenreichen Zeitperiode, wie diejenige, in welcher wir seit 50 Jahren leben, nicht nur in sich zu verarbeiten, sondern auch in geistigen Bildern für die Menschheit nutzbar zu machen verstanden hat, der muß in Wahrheit unendlich viel erlebt, der muß gekämpft, gerungen, der muß auch gelitten haben — denn nur aus Leid und Freud gestaltet sich des Dichters tieferes Werk; wer nicht gelitten hat, der hat auch nichts zu sagen! Im Alter von achtzehn Jahren verwandelte sich der Schüler in den Studenten — anfangs in Berlin, später in Bmin und zuletzt in Greifswald. Schon jetzt zeigte sich die noch in ihm vorhandene Unklarheit über ferne Neigungen und Talente. Er studierte erst Medizin, bann Jura, schließlich Philosophie unb Philologie. Im übrigen hielt er allen billigen Wünschen ber Zeitungsverleger in ihrer Allgemeinheit Rechnung trägt. Währenb bie Annahme ber Vorlage burch ben Reichstag bie Existenz einer Reihe besonders schwer getroffener Blätter geradezu vernichten würbe, ist ber Gegenvorschlag ber neuen Vereinigung sehr wohl geeignet, bie einem Teile bes Zeitungsgewerbes brohenbe unerträgliche wirtschaftliche Schädigung abzuwenden. Die fiskalischen Gelüste, welche in der Vorlage zum Ausdruck kommen, und die auf ein Mehrerträgnis aus dem Zeitungsvertriebe von etwa drei Millionen Mark pro Jahr abzielen, werden durch diesen Gegenvorschlag allerdings nicht befriedigt und sollen auch durch höhere Besteuerung eines hervorragenden Bildungsmittels für das Volk nicht befriedigt werden. Der von der Posttarifvereinigung ausgearbeitete Gegenvorschlag ist von den Beteiligten als der den thatsächlichen Verhältnissen am besten entsprechende anerkannt worden, und es haben sich ihm deshalb der Verein deutscher Zeitungsverleger, bie Geschäftskommission deutscher Zeitungsbesitzer, sowie der Augustinusverein angeschlossen. Die ganze deutsche Presse ist nun bezüglich der Neugestaltung des Post- zeitnngstarifes einig und wird diese Einigkeit in der an den Reichstag zu richtenden Petion bekunden. Dieser Schritt kann nicht verfehlen, auch in den maßgebenden Kreisen Eindruck zu machen, und wird hoffentlich beitragen, das ber Presse brohenbe Unheil abzuwenben. — In Hamburg hat gestern bie Konstituierung einer besonderen Industrie-Kommission ftattgefunben, die neben ber Hanbelskammer bestehen unb namentlich bie Interessen ber Jnbustriellen vertreten soll. In ber von mehreren Vereinen einberufenen Versammlung, bie in ber Börse tagte, waren Vertreter von 19 Berufsgenossenschaften ans allen Gewerkszweigen zugegen, bie zum Schluß folgenbe Resolution annahmen: Die heute hier versammelten Ju- bustriellen erklären sich mit ber Bilbung einer Jnbustrie- Kommission im Anschluß an bie Hanbelskammer unb in ber von den vier einlabenben Vereinen vorgeschlagenen unb von ber Hanbelskammer gebilligten Form als geeignetste Interessenvertretung ber Jubustrie Hamburgs einoerftanben. Ausland. Paris, 20. Februar. Ein Vertreter bes Figaro hat bie alte Mutter bes Präsibenteu Loubet auf bem Bauernhöfe ausgesucht, wo sie noch selbst schaltet. Es ist eine stattliche Besitzung, bie zu ber Gemeinbe Marsanne, 15km von Montälinar, gehört unb ber Familie bes bisherigen Senats- präfibenten als Sommeraufenthalt biente. An beiben Seiten der Landstraße stehen Maulbeerbäume, und in den Wiesen fangen Mandelbäume und Pfirsichbäume zu blühen an. Die alte Frau empfing den Gast in ihrer einfachen Schlafstube, deren Hauptschmuck eine Photographie ihres verstorbenen Gatten und ein Heiligenbild sind. Sie saß auf einem sich von dem gewöhnlichen Treiben ber flotten Musensöhne fern, er war in sich gekehrt unb nicht so leicht zugänglich, wie bie jungen Leute seines Alters gewöhnlich finb. Abolf Strobtmann entwirft von dem Stubenten Spiel- Hagen folgenbes Bild: „Wer damals mit dem blaffen, langhaarigen, stillen unb schroffen Jüngling verkehrte, ber mit bem menschenscheuen Wesen unb ben wunberlich scharfen, unjugenblichen Zügen feinen luftigen Kommilitionen für einen altklugen Son- berling galt, ber immer Sentenzen von Goethe und Shakespeare, Homer oder Sophokles auf ber Lippe trug, beten Werke er mit vollenbet schönem Ausbruck unb mit einem herrlichen Organ remitierte, unzufrieben mit seinem Lose, unentschieben über bie Wahl seines Berufs, nüchtern unb schüchtern ben stubentischen Lustbarkeiten ausweichenb, selten sich unaufgefordert an ben Scherzen unb Gesprächen feiner Kameraben beteiligen^ nur baß er hin unb roieber eine sarkastische Bemerkung bazwischen warf — wer ihn bamals, wie ber Verfasser biefer Skizze" — Strobtmann legt biefe Charakteristik in feinem 1879 erschienenen Werke „ Dichter- Profile" nieber — „inmitten ber fröhlichen Universitäts- jugenb sah, hätte schwerlich geglaubt, baß sich aus ber grauen Puppe biefer mit sich und der Welt zerfallenen problematischen Natur zehn Jahre später der bunte Falter bex Dichtung so herrlich emporschwingen würbe". Nun ging bie freie Universitätszeit zu Enbe, ber Jüngling ftanb am Scheibewege bes Lebens. Was sollte er werben? Nicht imftanbe, einen festen Entschluß zu fassen, nahm er eine Hauslehrerstelle in Pommern an, bann ver- niedrigen Stuhl mit hoher Lehne, einer „Chauffeuse", am Kamin, das noch rosige, rundliche Gesicht von der dichten Krause einer weißen Haube eingerahmt, die Hände auf einer neuen blauen Schürze gefaltet. Als man ihr sagte, der fremde Herr habe ihren Sohn nach der Wahl in Versailles gesehen, er befinde sich wohl und habe zufrieden geschienen, da richtete fie einen etwas bangen Blick auf den Besucher und sagte: „So, zufrieden? Ich bin aber gar nicht zufrieden." Beim Empfang des Telegramms ihres Enkels, das ihr die Wahl seines Vaters meldete, brach die Sechsundachzigjährige in die Worte aus: „Ach, der Aermste! Was wird er alles auszustehen haben!" — Der neue Präsident führte bisher ein ganz patriarchalisches Leben im Schoße seiner Familie, und er wird den Franzosen wahrscheinlich nicht durch seine Prunkliebe imponieren wie sein Vorgänger. Außer einer verheirateten Tochter, deren Gatte Richter in Marseille ist, hat Herr Loubet zwei Söhne, von denen der ältere sein Privatsekretär ist und seine Rechtsstudien schon beendet hat, während der jüngere ein Nesthäkchen, noch zu den ABC-Schützen gehört. Dennoch hofft die Pariser Schuljugend schon, der „kleine Loubet" werde ihr einen Ferientag erwirken wie der kleine Casimier- Perier, dem seine Kameraden im Lycee Condorcet solange in den Ohren lagen, bis sie ihren Urlaub hatten. — Bei der Abstimmung in Versailles waren zwölf Stimmzettel unbeschrieben oder nichtig. Wie versichert wird, waren die meisten oder alle mit dem Namen des Prinzen Heinrich von Orleans beschrieben, des Afrikareisenden, der Esterhazy im Februar letzten Jahres vor allem Volke auf der Freitreppe des Justizpalastes umhalste. Males und PravmMes. K. Stockheim, 21. Februar. Bei der am vorigen Donnerstag hier vorgenommenen Bürgermeisterwahl wurde an die Stelle des freiwillig zurückgetretenen Bürgermeisters Mai, der Oekonom Hermann Koch mit 57 Stimmen gewählt. Seine beiden Gegenkanditaten brachten es nur auf zusammen 56 Stimmen. — Der Bahnbedienstete Johannes Erk von Effolderbach, der an hiesiger Station auf einem Personenwagen die Lichter anzündete, fiel von dem Wagen herunter auf die Schiene und fiel sich das rechte Ohr ab. H. Hungen, 22. Februar. Unsere Gemeinde hat aus der Hauptstaatskasse, oder richtiger Landeskreditkasse, ein Darlehn von 16000 Mark erhalten. Dafür zahlt sie 3*/a Prozent Zinsen und 3/< Prozent Tilgung, zusammen 4*/4 Prozent, womit nach 42 Jahren das Darlehn getilgt ist. Man sieht daraus, daß nicht blos Privatpersonen, besonders Landwirte zu einem billigen Zinssätze, sondern auch Gemeinden und Gesellschaften Darlehen erhalten, und das ist ein großer Segen. — Früher mußte man 5 Prozent zahlen und hatte das Kapital ewig am Bein; jetzt zahlt man 474 Prozent und ist in 42 Jahren von allem befreit. -f- Echzell (Wetterau), 21. Februar. Zur Ausbildung von Ob st bäum Wärtern soll vom 13. März bis incl. 6. Mai dahier ein unentgeltlicher Lehrkursus mit praktischen Uebungen abgehalten werden. Die Leitung dieses Kursus ist Herrn Kreisobstbautechniker Metternich von Büdingen übertragen worden. § Babenhausen (Kr. Schotten), 22. Februar. Unser heutiger und gestriger P etrim arkt" war von dem wundervoll schönen Februarwetter begünstigt, das uns heuer ganz vergessen läßt, daß wir noch im Winter sind. Unter solch günstigem Umstand nahm der Markt, zu dem man gar ost in anderen Jahrgängen durch fußhohen Schnee waten mußte, den besten Verlauf. Der gestrige Viehmarkt zeigte im Rindvieh schwache, in Schweinen starke Auffahrt. Der Handel ging beim Rindvieh lan, da die Preise zur Zeit sehr auf der Höhe stehen. Das milde Winterwetter hat auch auf den Futterbedarf beim Vieh sehr günstig ein- gcwirkt, sodaß es nicht wie sonst um diese Zeit an Futter mangelt und in manchem Stall der Absatz geboten erschien. Auf dem Schweinemarkt herrschte naturgemäß flotterer Handel, obschon auch hier die Preise auf respektabler Höhe suchte er sich als Offizier, später als Privatdozent, als Handelsschullehrer — endlich ging er unter die Schriftsteller. Zwar wurde ihm, wie den meisten seiner Berufsgenossen, der Anfang nicht leicht, da seine ersten Novellen „Clara Vere" und „Auf der Düne" (1857 und 1858) nicht den erwarteten Erfolg hatten, ihr Verfasser mußte den Rebak- tionssessel besteigen und zur Übersetzungsthätigkeit seine Zuflucht nehmen; während er jedoch das Feuilleton der Hannoverschen „Zeitung für Norddeutschland" bearbeitete, schrieb er nebenbei den Roman „Problematische Na> turen" (4 Bände, Berlin 1860), der sofort seinen littera- rischen Ruf begründete. Spielhagen wandelte in diesem großen Zeitromane wohl noch in Gutzkow's Bahnen, doch tritt er bereits in lebhaften Gegensatz zu deu Anschauungen des jungen Deutschlands, indem er die Meinung vertritt, daß nicht von einer einzelnen Person, sondern von der Gesamtheit, durch gemeinsame Culturarbeit das Heil der Menschheit zu erwarten sei. Ein Jahr später erschien die Fortsetzung der „Problematischen Naturen" unter dem Titel „Durch Nacht zum Licht", auch dieser Roman fand lebhaften Beifall, fodaß der Dichter sich in die Lage versetzt sah, der journalistischen Thätigkeit Valet zu sagen und seine Feder ganz in den Dienst der Zeit und ihrer Ideen zu stellen, ein edler „Ritter vom Geiste", der ohne Furcht und Scheu die (stimme der Wahrheit redete. Noch einmal finden wir ihn später als Redakteur aufgeführt, und zwar von Wcstermaun's „Illustrierten deutschen Monatsheften" (von 1878—1884), doch wurde seine schriftstellerische Thätigkeit davon offenbar nicht wesentlich beeinflußt, denn seit 1862 ist ein Werk nach dem andern seiner Muse entflossen, jedes nicht nur reifer und schöner in Form, Anlage und Charakteristik, sondern auch vertiefter und standen. Man bezahlte^für das Paar Läufer 100 bis 110 Mk., für das Paar Ferkel erster Sorte 70 bis 80 Mk. und 80 bis 85 Mk., für das Paar zweiter Sorte 45 bis 55 Mk. und 55 bis 60 Mk. Diese hohen Preise für Jungschweine stehen kaum im richtigen Verhältnis zu den Preisen der Fettschweine. Letztere sind bis auf 40 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht, geringerer Art sogar bis auf 38 Pfg. herabgegangen. Dem heutigen Krämermarkt führte das einzig schöne Wetter vielen Besuch aus der Umgegend zu. §§ Aus dem Vogelsberg, 22. Februar. Die außerordentlich hohen Pachtpreise für die Gemeindejagden, welche in diesem Jahre erzielt werden, erregen kopfschüttelnde Bewunderung bei unseren Jägern von altem Schrot und Korn, nicht selten aber auch ärgerlichen Verdruß, da bei solchen Preisen eben nicht mehr mitgemacht werden kann wie früher, und die Flinte unbenutzt an die Wand gehängt werden muß. Es ist in der Thal eine ganz auffällige Steigerung der Pachtpreise für Jagden, die auf eine viel größere Wertschätzung des weidmännischen Vergnügens seitens reicher Stadtbewohner sicher schließen läßt, als wie es vor sechs Jahren noch der Fall gewesen. Besonders ist es Frankfurt, die reichste Stadt Preußens nach der jüngsten Steuereinschätzung, welche für unsere Gegenden die meisten Jagdliebhaber herausschickt. Die immer mehr eintretende Bahnverbindung des Vogelsbergs, seine vorzüglichen Waldjagden und die seitherigen niederen Preise der Jagden mehren hier die auswärtigen Liebhaber. Das doppelte, dreifache bis selbst fast neunfache — wie dieser Tage die Jagd von Crainfeld statt seither mit 40 Mk, jetzt mit 300 Mk. verpachtet wurde — wird bei den jetzigen Neuverpachtungen erzielt. Wenn die alten Jäger billiger Jagden sich ärgern, so freuen sich die Gemeinden über die gute Einnahmequelle. Darmstadt, 21. Februar. Die Darmstädter Handelskammer beschloß in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig, die Eingabe der Düsseldorfer Handelskammer an den Reichstag gegen die Einengung des Zeitungsversandtes zu unterstützen. Bezüglich der hessischen Steuerreform- Vorlage erklärte die Handelskammer im übrigen die Regierungsvorlage für annehmbar, lehnte dagegen die Weinsteuer einstimmig ab. L. Darmstadt, 22. Februar. Schlußvortrag des diesmaligen Hochschul-Cyklus war ein solcher des Dozenten für Jngenieurwissenschaften, Herrn Geh. Baurat Professor Lands berg, der in sehr anschaulicher und für den Laien verständlicher Weise das „eiserne Jahrhundert" in Bezug auf Eisenbahnen, eiserne Brücken und Hochbauten schilderte, an das Wort Liebigs anknüpfend, daß der Verbrauch von Seife der Gradmesser der Kultur eines Volkes sei, welches Wort in noch höherem Maße von der Verwendung des Eisens heutzutage gelte. Das Bessemer- Verfahren der Herstellung schmiedbaren Eisengusses, die Verwendung besonderer eiserner Wege für die Bahnen mußten der heutigen staunenswerten Entwickelung des Eisenbahnwesens vorangehen, von dessen Umfang die eine Zahl schon einen Begriff giebt, daß Deutschland jetzt 45000 Kilometer Schienenwege besitzt. Die weitestgespannten eisernen Brücken über ihre großen Ströme usw. haben die Amerikaner und Engländer; die Firth of Forth-Brücke mit 520 Mir. Pfeilerentfernung ist die weitgespannteste der ganzen Welt. Von deutschen Brücken wurden die bei Mainz, Worms, Bonn, die Hochbrücken bei Grünenthal und Mi'mgsten mit 180 Mtr. weiten Bogen usw. in schönen Bildern gezeigt. Durch Zusammenwirken erster Architekten und Ingenieure hat man gelernt, auch ästhetisch befriedigende Brücken zu bauen. Die mächtigen Perronhallen (in Frankfurt a. M. drei Bogen ä 56 Mtr. weit), die großen eisernen Warenhäuser und die amerikanischen „Wolkenkratzer" sind weiterhin bedeutsame Objekte moderner Eisenarchitektur und Eisentechnik. In schwungvollem Schlußworte stellte Redner unser eisernes Jahrhundert mit seiner zielbewußten, ehrlichen Arbeit weit über das goldene mit seinem mühelosen Gewinn und pries die einzig in der Welt dastehende deutsche Eisen-Industrie und die angewandte Eisentechnik. (Lebhafter Beifall.) Das ideenreicher wie das vorhergehende. In „Die von Hohenstein" (4 Bände) geißelte er die Schwächen des Adels, „In Reih und Glied" (Berlin 1866, 5 Bände), dessen Held zweifellos Ferdinand Lassalle ist, werden diejenigen ge« zeichnet, die sich für zu gut halten, in „Reih und Glied" mit der Allgemeinheit zu arbeiten und vorwärts zu gehen; der Roman „Hammer und Amboß" singt das Lob der Arbeit, „Die Sturmflut" (3 Bände) bietet eine Parallele der Sturmflut vom November 1872 mit der in den auf den deutsch-französischen Krieg folgenden Jahren in Handel und Industrie infolge der sich überbietenden, ungesunden Spekulationen eingetretenen „Sturmflut". „Platt Land" behandelt den wirtschaftlichen Verfall der großen Güter Neuvorpommerns infolge eigener Verschuldung der Besitzer. Weiter folgten die sozialen Romane: „Was will das werden?" „Noblesse oblige", „Ein neuer Pharao" u. s. w., außerdem veröffentlichte der Dichter Erzählungen und Novellen in schier überreicher Fülle, darunter „Röschen vom Hofe", „Was die Schwalbe sang", „Hans und Grete", „Uhlenhans", „Quisisana", „Die Dorfkokette", und viele andere mehr, auch Gedichte und ästhetische und kritische Schriften sind von ihm erschienen, sowie eine zweibändige Selbstbiographie „Finder und Erfinder" (1890) und eine Anzahl Dramen, wie „Der lustige Rat", „Gerettet", „In eiserner Zeit", „Liebe für Liebe", „Hans und Grete", ohne daß der Dichter jedoch auf der Bühne heimisch zu werden vermochte. Spielhagen ist eben vorwiegend Epiker; er versteht es meisterhaft, die Fragen und Ereignisse der Zeit poetisch zu reflektieren, wiewohl er auch, besonders in seinen Novellen, die Töne weichen Gefühls anzuschlagen vermag, die wie ein wehmütiger Zauber auf die Herzen der Leser wirken. Ein Auditorium war wieder bis zum letzten Platze besetzt. Der Back'sche Böcklin-Vortrag erfährt am 1. März eine Wiederholung für diejenigen, die seiner Zeit wegen der Ucberfüüung ihn nicht hören konnten. Mainz, 23. Februar. Gestern feierte der älteste städtische Angestellte, Oberlehrer Friedrich Kübel, den Tag, an welchem er 80 Jahre alt ward, und gleichzeitig waren es an diesem Tage 61 Jahre, daß er als Lehrer angestellt wurde. Kübel, der trotz seines hohen Alters immer noch geistige Frische bewahrt und ein rüstiger Herr ist, wird im Laufe dieses Sommers in den Ruhestand treten — einen Ruhestand, den der Greis wohl verdient hat. Vermischtes. * Niedergirmes, 22. Februar. Der bereits in voriger Nummer gemeldete Unglücksfall hat den Tod des Gestürzten, Berginvalide Philipp Berghäuser zur Folge gehabt. Durch den so rasch wie möglich herbeigezogenen Arzt wurde festgestellt, bajj Berghäuser das Genick gebrochen hatte. Der so jäh aus dem Leben Gerissene hinterläßt eine Witwe und mehrere erwachsene Kinder. * Zum achtzigsten Geburtstage von Professor Klau» Groth werden auch in Berlin Festlichkeiten geplant. Bei Kroll soll eine große Feier stattfinden, welche die plattdeutsche Welt zu Ehren des Altmeisters der niederdeutschen Dichtung vereinigen wird. Sie soll die äußere Form eines Kommerses erhalten. Magnussen modelliert für das Fest eine Kolossalbüste des gefeierten Quickbornsängers. * Aus Hameln, 21. Februar, schreibt man der „Wes.- Ztg.": „Nachdem die Bahnstrecke Frankenberg-Corbach ihrer Vollendung entgegengeht, beabsichtigt man von hier aus eine lebhafte Agitation für die Erbauung der nur ca. 20 Kilometer langen Strecke Münder-Bad Nenndorf ins Werk zu setzen, zumal, wie bestimmt verlautet, der Herr Minister für öffentliche Arbeiten die Erbauung der Strecke als Kleinbahn abgelehnt hat, um dieselbe demnächst auf Staatskosten zu bauen. Die Erbauung dieser Strecke würde für weitere Kreise insofern ein besonderes Interesse haben, als dadurch eine neue, erheblich kürzere Bahnlinie Frankfurt-Bremen über Gießen, Marburg, Arolsen, Warburg, Altenbeken, Hameln, Münder, Nenndorf, Wunstorf, Nien bürg geschaffen würde, welche ca. 50 Kilometer kürzer ist, als der heutige Weg über Hannover-Kassel. Bei der großen Bedeutung dieses neuen Verkehrsweges wäre es erwünscht, daß auch von den übrigen Interessenten bezügliche Anträge wegen Erbauung dieser kleinen Reftstrecke gestellt würden." * Eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe hat sich, wie schon gemeldet wurde, am 18. Februar bei der Station Forest bei Brüssel zugetragen. Der Morgenzug von Tournay hatte bei dichtem Nebel mit 15 Minuten Verspätung kaum den Bahnhof Forest verlassen, als der von Mons kommende Eilzug, dessen Führer das Haltesignal nicht erkannt hatte, mit voller Gewalt in den vorauffahrenden Zug hineinfuhr. Im Augenblick hatten Maschine und Tender des Eilzuges die letzten drei Wagen dritter Klasse des Tournayer Zuges überklettert und unter ihrem Gewicht völlig zermalmt. Während aus dem aufgeschlitzten Leibe der Maschine der Dampf mit fürchterlichem Zischen entwich, waren etwa 25 Menschen bereits zerquetscht, zerrissen, gevierteilt und mehr als 100 stürzten wie wahnsinnig vor Schmerz und Angst davon. Die Stadt Forest war sofort alarmiert. Aerzte und Geistliche brachten die erste Hilfe und Trost. Lehrerinnen und ganz jugendliche Schülerinnen bilden die Mehrzahl der Toten, daneben hat das Schicksal kleinere Beamte von Banken und Advokaten ereilt. Eine Lehrerin lag mehrere Stunden unter einem gräßlich verstümmelten Leichnam, ehe man sie unverletzt hervorzichen konnte. Der Verkehr auf der Linie ist völlig aufgehoben. Die Zahl der bei dem Unglück Getöteten wird zwischen 30 und 33, die der schwer Verletzten auf 50—60 angegeben, wovon wieder mehrere dem sicheren Tode entgegen sehen. Außerdem sollen noch mehr als 100 Personen leichtere Verletzungen davon getragen haben. Als Ursache des Unglücks wird dichter glänzender Schilderer und Rhetoriker, voll Kraft ber Darstellung und Schärfe der Charakteristik, versteht er es, daS Bild der Zeit nicht nur zu zeichnen und festzuhalten, sondern er verkündet auch die Wege, die zu gehen, die Ziele, die zi erstreben sind. Durch alle seine Werke hindurch ertönt sein Mahnruf zu rechter Kulturarbeit, zu vernünftigem Fortschritt, und malt er auch hie und da mit zu grellen Farben, so verliert er doch nie seinen großen allgemeinen Zweck auS den Augen und verirrt sich nicht bis zur selbst unbewußten Entstellung. „Ich habe stets gemalt, wie tch'S verband, Und hab' ich manchmal zweifellos gepfufchet, Die Farbe hab' ich immer treu bekannt Und nie hab' ich etwas mit Fleiß vertuschet!" Und nicht nur ein Apostel der Wahrheit ist Friedrich Spielhagen, sondern auch der Humanität: „Denn wert, daß es besteht", sagt Oberst von Vogtriz in „Was will daS werden?", „ist einzig und allein und kann auch nur bestehen, was aus der humanen Idee herausgewachsen ist und deshalb nicht bloß den Griechen, Römern oder Germanen, sondern der ganzen Menschheit zu gute kommt; wie allen Völkern, so allen im Volke, nicht irgend einer Minorität im Volke", diesem Programm entspricht es nur, wenn wir den Namen des Jubilars überall da verzeichnet finden, wo es gilt, ein nützlich-soziales ober humanes Werk zu schaffen, ben Fortschritt ber Menschheit zu fördern und dem Unrecht zu steuern! Möchte ihm noch ein langes Leben im Dienste seiner großen Mission vergönnt sein, denn obgleich er, weil er den Besten seiner Zeit genug gethan, für alle Zeiten gelebt hat, so hat er sich doch seiner eigenen Zeit so un entbehrlich gemacht, daß sie des verehrten Propheten noch nicht entraten kann. # Die "7 , Mi J* ■ üJldet t«f ‘ ®116' 120 .Örn«” wr» m-M Otr s- d aana M *S trappt» •WM1™' „ Gonitantin #one -er Grabungen mch diestn v« MS Lager M Müh wtbcl ivorden, um e gegen die Ebu können und cu Wchuge Cäsai Sicherung der Lrcvirer. Im Geheimrat Ni "Nachweis des i Festung bringe ♦ Die Sol noch die M aus der im Ja tzelen »Sbend- Sbteilung von1 gegliederten Ta gesamt m Herren M zu einer wes« richtsgegenstä abgeschlossene Englisch, Ges Geometrie, 9 'künde. 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Bei der grov- wäre es erroüniti i bezügliche Antch cke gestellt roürbtn. e hat sich, wie fön ler Station Forel: nzug von Tonrn-t en Verspätung kam son Mons kommt! nicht erkannt hotte M 3ug jineinfch. enber des E/W Tournayer Zuge; völlig zermalmt der Marine bei .roid), waren etiw len, gevierteilt uni a vor Schmerz uni H Sofort fllürmierf. :fte Hilse It0!l hülerinm bilden die )as Schiel lieme reift Eine Lehrer- cäßlich verstummens .ziehen konnte, r ,oben. Di- Kd » ifen 30 nnb 33. ■ Ztn, *w »* 1 sinjerti« I* Ä" * ■< öS fl« „,«« «' ich' (S.I! j finben. ® >®‘ M hfrn tlNd 0 Nebel angegeben, infolge dessen der Führer des Schnellzuges das Haltesignal nicht bemerken konnte. Forest liegt an der Hauptlinie Paris—Brüssel. Unter den Namen der Toten bcfinben sich keine Deutschen. Die Zeitungen enthalten Entsetzen erregende Berichte von Augenzeugen. Vor dem Südbahnhof spielten sich furchtbare Szenen ab. * Die Brückenfestung bei dem zweiten Nheinnbergang Z. Casars zwischen Urmitz und Weißenturm ist jetzt vom Provinzialmuseum in Bonn in ihrer ganzen Ausdehnung aufgedeckt, und es sind auch mehrere Thore und eine größere Anzahl von Türmen bestimmt worden. Sie hat bei 813 Meter Tiefe einen Umfang von 3681 Meter. Außer zwei breiten Gräben hatte sie einen Wall und eine von etwa 120 Türmen begleitete Pfahlmauer. In der Nähe des Lagers wurden auch beim Baggern im Rhein die Pfähle der Brücke selbst gefunden, die I. Cäsar für den Ueber- gang seiner aus zehn Legionen, aus Reiterei und Hilfstruppen bestehenden, über 40000 Mann starken Armee geschlagen hatte. Für diese Armee war, wie der Entdecker Konstantin Könen, der auch mit der archäologischen Leitung der Grabungen beauftragt ist, nach dem Befunde und dem durch diesen verständlichen Wortlaute Cäsars annimmt, auch das Lager bestimmt, das mit großartigen Befestigungen, nämlich mit der Holzmauer und den Holztürmen versehen worden, um es bei dem von ihm ausgehenden Kriegszuge gegen die Eburonen durch zwölf Cohorten verteidigen zu können und einen ferneren festen Punkt zu gewinnen zum Rückzüge Cäsars, zur Wache gegen die Germanen und zur Sicherung der Rheinbrücke gegen eine neue Auflehnung der Trevirer. Im nächsten Heft der Bonner Jahrbücher wird Geheimrat Nissen den Fund historisch beleuchten und den Nachweis des Alters und des Zweckes der großartigen Festung bringen. * Die Volkshochschule zu Straßburg i. E., bislang immer noch die einzige ihrer Art in Deutschland, hervorgegangen aus der im Jahre 1876 vom Volksbildungsvereine gegründeten „Abend-Fortbildungsschule", seither in dieser Abteilung von 6410, in der seit Herbst 1893 daran angegliederten Tagschule (Neformgymuasium) von 277, insgesamt von 6687 der öffentlichen Schulpflicht entwachsenen Personen jedes Standes und Alters besucht, hat ihren Schülern durch Vervollständigung ihrer Bildung den Zugang zu einer wesentlich besseren Lebensstellung ermöglicht. Unter- nchtsgegenstände der Abendschule sind, unter Voraussetzung abgeschlossener Elemeutarschulbildung, Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte, Geographie, Physik, Rechnen, Algebra, Geometrie, Volkswirtschaftslehre, Gesetz- und Verfassungs- kunde. Im ablaufenden Schuljahre Ostern 1898/99 beteiligten sich daran 160 Schüler (84 Unteroffiziere behufs Vorbereitung zum Sekretariat im Justiz- und Verwaltungsdienste, 20 junge Kaufleute und Techniker behufs Vorbereitung zur Einjährig-Freiwilligcn-Prüfung, 56 Civilisten verschiedener Stände behufs allgemeiner oder fachlicher Fortbildung). Die „Tagschule" bereitet, unter Voraussetzung der Kenntnisse eines reifen Realquartaners oder Mittelschülers für die Einjährigfreiwillige-, Prima-, Fähnrichs-, und Abiturienten. Prüfung sämtlicher höheren Lehranstalten vor und erreicht diese Ziele, dank ihres eigentümlichen Lehr- und Lektionsplanes in der Regel in der Hälfte, nicht selten sogar in einem noch geringeren Bruchteile der an öffentlichen Lehranstalten üblichen Zeit. Die Einjährigen-Abteilung besuchten im ablaufenden Schuljahre 34 (einschließlich der 20 Abendschüler 54) junge Leute, die Abiturienten-Abteilung 24 mehr oder minder ältere Herren, im ganzen die Abteilung B. 58 bezw. 78 Schüler bis zum Alter von 42 Jahren, unter ihnen 35, die schon in einem Lebensberufe thätig waren (3 Lehrer, 12 Kaufleute, 20 Techniker); 34 Auswärtige (1 Nordamerikaner, Schweizer, Luxemburger, Württemberger, 2 Franzosen, 4 Lothringer, 5 Oberelsässer, 6 Preußen und Bayern, 7 Unterelsässer.) Die Eiujährigfreiwilligenprüfung bestanden im Herbst 3 Schüler, für den Obertermin haben sich 11 gemeldet; in die Prima einer anderen Schule traten über 5; das Abiturientenexamen an einem Gymnasium bestanden im Herbst 2; für den Ostertermin sind zur Zeit in die Prüfung eingetreten 8. Das mit der Anstalt verbundene Pensionat (internationale Internat, mit deutscher, französischer und englischer Umgangssprache) frequentierten 31 Pensionäre (1 Amerikaner, Schweizer, Luxemburger, Lothringer, 2 Japaner und Franzosen, 3 Oberelsässer und Straßburger, 4 Bayern, 6 Preußen, 7 Unterelsässer.) Das Schuldgeld wird nach Maßgabe der Ansprüche und der Vermögens- Verhältnisse des Aufzunehmenden berechnet und schwankt vierteljährlich zwischen 9 bis 150 Mk.; ebenso die Pension zwischen 75 bis 300 Mk. Unter Leitung erfahrener Lehrer (1 Realschuldirektor, 1 Gymnasialdirektor, 1 Rektor, 1 Oberlehrer a. D. und mehreren Hilfslehrern) erfreut sich die Anstalt nah und fern eines von Jahr zu Jahr wachsenden guten Rufes. Der Direktor, Professor Bartholdy, übersendet auf Wunsch franko Prospekt und Lektionsplan. * Das Schicksal der „Bulgaria". Die über den Frachtdampfer der Hamburg-Amerika Linie „Bulgarin" vorliegenden letzten Meldungen lassen, wie die „Hamb. Nachr." glauben, es als zweifellos erscheinen, daß die „Bulgarin" verloren gegangen ist, und nicht wenige der Leute, die sich an Bord befanden, ihr Leben haben einbüßen müssen. So wird dem englischen Blatte „Daily Mail" aus Ponta De- gaba untenn 16. Februar geschrieben: „Einer der Passagiere der „Bulgarin" namens John Hill, der von dem Dampfer „Weehawken" ausgenommen wurde, erzählt, daß er bei den 107 Pferden angestellt war, die außer Mais, Gerste, Blei und landwirtschaftlichen Maschinen, die Ladung der „Bulgarin" bildeten. Am 1. Februar, so berichtet Hill, geriet das Schiff in einen Sturm, der bald zum Orkan nusartete; es rollte schrecklich und stampfte so schwer, daß die Pferde sich nicht auf den Beinen halten konnten und sich mehrfach verletzten. Drei Tage raste der Sturm. Schwere See kam über das Schiff, zerbrach die Decksthüren und schwemmte die Pferdeställe weg. Die Pferde wurden von einem Ende zum anderen geworfen; viele gingen darauf, und um die anderen war's ein Jammer. Am vierten Tage wurde das Wetter zwar etwas milder, aber die Ladung mar übergegangen und in einzelnen Teilen des Schiffsraumes befand sich Wasser. Am fünften Tage früh 10 Uhr kam die „Weehawken" in Sicht. Der Sturm hatte wieder zugenommen und die See wuchs in’S grausige. Mit großer Schwierigkeit gelang es, das Rettungsboot der „Bulgaria" zu Wasser zu bringen mit acht Kindern und vier Frauen. Fünf Mann ruderten und erreichten nach zwei Stunden härtester Arbeit die „Weehawken". Die übrigen Frauen getrauten sich nicht, die „Bulgaria" zu verlaffen, da sie mit dem Boot zu kentern fürchleten. Um diese Frauen nicht im Stich zu lassen, blieb auch die Stewardeß an Bord der „Bulgarin". Nachdem das Rettungsboot die „Weehawken" erreicht hatte, versuchte es, zur „Bulgaria" zurückzukehren; aber die Mannschaft war nicht imstande, das Boot zu halten, und rettete sich mit knapper Not durch springen auf die „Weehawken". Diese schickte nun zwei Boote los. Eins davon nahm sofort Wasser über und fing au zu sinken. Das andere erreichte die „Bulgarin", konnte aber nur fünf Mann aufnehmen, die mit Lebensgefahr hineinsprangen. Man wollte das Boot von der „Weehawken" noch einmal zurückgehen lassen, aber Sturm und Wellen waren nicht mehr zu bewältigen, und die Leute hatten alle Kräfte für ihr eigenes Leben einzusetzen. Zwei andere Dampfer, die sich in der Nähe aufhielten, boten keine Hilfe. Das Steuerwerk der „Bulgaria" war total gebrochen, die sonstigen Maschinen waren in Ordnung und gingen. Aber der erste Maschinist soll gesagt haben, das Schiff könne sich nur noch vier Stunden halten. Weiler berichtet Hill, daß an Bord der „Bulgarin" musterhafte Disziplin geherrscht habe, nicht die geringste Unordn ng, und jedermann wäre auf seinem Platz gewesen. Er glaubt, daß die „Bulgaria" wohl in der Nacht des 5. Februar gesunken sei. Hill rettete sich dadurch, daß er in das Rettungsboot der „Weehawken" sprang, als er erste Offizier rief: „Wer fein Leben retten will, der springe!" Weiteres weiß weder Hill noch sonst jemand bisher zu berichten, Unter der Mannschaft der „Bulgaria" befand sich auch ein in Berlin ansässiger Mediziner als Schiffsarzt, Dr. med. Muszkat. Er war vor mehreren Jahren von einem akuten Lungenleiden heimgesucht worden, das ihn zwang, längere Zeit in Davos zuzubringen. Um die dort erzielte Genesung durch stärkende Seeluft zu befestigen, suchte und fand er Anstellung als Schiffsarzt bei der Hamburg-Amerika-Linie. Universitüts Nachrichten. — Marburg. Der außerordentliche Professor Leonhard in der juristiichen Fakultät unserer Universität wurde zum ordentlichen Professor ernannt. Mit Versehung deS Lehramt« de« nach auswärt« berufenen Profesior Coster wurde Privatdozent Dr. Kühnemann beauftragt — Rostock. Der Direktor der chirurgischen Universitätsklinik Drosefior Dr. Garrs hat, wie man schreibt, den an ihn ergangen« Ruf an die Universttät Basel al« Nachfolger deS verstorbenen Pro« fesiorS Socin abgelehnt. Verdingung von Fuhrlöhnen. Da« Anfahren von Holz rc. für die städtischen Anstalten, sowie die Leistungen der Tagesfuhre« für bl« Rechnungsjahr 1899/1900 sollen Dienstag de« 28. flfebr. d. I., vormittags IV/i Uhr, ö:Übungen werden. Die Bedingungen liegen bei uns Zimmer Rr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen. ZufchlagSfrist 14 Tage Gießen, 20. Fcbruar 1899. Das Stadtbauamt. __________Schmandt._______1636 Vergebung von Bauarbeiten. Nachstehende, zum Neubau einer Lcheuer für Freiherrlich von Nordeck jur Rabenauijchen Gutshof zu Oden- Haufen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, namentlich Maurer-, Zimmer^ u. Dachdeckerarbeit, Pflastererarbeit, Lieferung von 15 Mille Schlackensteinen, 3 Mille Vail'schen Hintermauerungs-Klinkern, ICO Beninern gutgebranntemWeißkalk, 200 Z ntnern hydraulischem Graukalk, 200 Zentnern Schlackensand, 25 Ztrn. Echlackenmehl, sowie diverse Fuhren- leifiungen u. f. w., sollen Dteustag deu 28. Febr. d.J., nachmittags 3 Uhr, W«r den alsdann bekannt gemacht «erdenden Bedingungen in der Be- 4ou ung des K. Göbel dahier ö ff ent* 4«b versteigert werden. Londorf, am 22. Februar 1899. Der Bauverwalter. Unger. 1677 Bekanntmachung. In das Genoffenschaftsregifter unterfertigten Gerichts wurde heute bezüglich des landwirtschaftlichen Konsumverein« Rödgen, eing. G. m. u. H., eingetragen, daß die Liquidation beendet ist und die den Liquidatoren erteilten Vollmachten sonach erloschen sind. Gießen, am 11. Februar 1899. Großh. Amtsgericht. Neuenhagen. 1680 -Persteigmulgen Versteigerung Mittwoch den 1. März l. I., nachmittags 2 Uhr, werden im Pfandlokal, Seltersweg 11, gegen Barzahlung versteigert : 1 Schreibtisch, 1 Nähmaschine, 2 Glasschränke, 1 Kleiderschrank, Sofas und Spiegel, 1 Zylinderuhr und 1 Vogelkäfig mit Vogel. Gießen, den 23. Februar 1899. 1671 Mulch, Vollziehungsbeamter. HolMrsteigerung im Altkv-Auseckkr Kemeikdknmld Dienstag deu 28. d. Mts., vou 9 Uhr au. 299 Eichenstämme mit 88,14 fm, Schnitt- und Werkholz, darunter bis 55 cm Durchmesser, 3 Hainbuchen mit 0,64 fm, 236 Nadelstämme mit 104,19 fm, bis 34 cm Durchmesser und 18 m Länge, 157 Eichm-Derbstangen mit 7,90 fm, 80 Nadel-Derbstangen mit 6 53 fm, 987 Nadel-Reisstangen mit 4,08 fm, 9 rm Nadel-Knüppel, 3 m lang. Distrikt Hangelstein, Lärchenwald und Pfingftkops. Der Anfang ist im Distrikt Hangelstein. Alten-Buseck, den 22. Febr. 1899. 1678 K örber, Bürgermeister. Holz-Verkauf. Die Gemeinde Daubrir.gen br- abstchtigt, ihr Bau- und Nutzholz, bestehend in 110 ßichenstämmen mit 50,69 Aestmeter, 117 Iichtenstämmen mit 50,09 Aestmeter, im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. Rest kianten wollen ihre Angebote, und zwar getrennt auf Eichen und Fichten, bis zum Freitag den 3. März I. IS. bei unterzeichneter Bürgermeisterei einreichen. — Genehmigung bleibt acht Tage vorbehalten. Auf Verlangen wird Forstwart Hilberg dahier das Holz vorzeigen. Daubringen, am 21. Febr. 1899. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. Walter. 1674 Hotzversteigerung am Freitag, dem 3. März er., vou vormittags 9 Uhr ab, bet Wirt Lauz zu Wißmar. Distrikt Reußling: 8 rm Eichen- und 394 rm Buchen-Scheit- und Knüppelholz, 2 rm Bachen-Nutzholz, 89 rm Buchen-Slöcke, 464 rm Buchen-Rciser. Distrikt Kattenbach: 119 rm Eichen- und 376 rm Buchen- Scheit- und Knüppelholz, 77 rm Stöcke, 1077 rm Reifer. Distrikt KuhbachSdell: 9 rm Eichen- und 232 rm Buchen-Scheit- und Knüppel- holz, 62 rm Stocke, 4 rm Buchen- Nutzholz, 350 rm Reiser. Das Holz liegt im Gemeindewald von Wißmar. Krofdorf, 22. Februar 1899. 1683 Das Vürgermeister-Amt. Vermietungen 1181] Mühlgaffe 23 ein kleines Familienlogis zu vermieten. Näheres bei H. Schaffstaedt, Schanzenstraße. 1613] Steinstratze 17 ist eine freundliche Mansardenwohnung mit allem Zubehör und Gartenanteil per 15. März oder später zu vermieten. Nähere Auskunft erteilt Albert Neu- bürger, Steinstraße 1b, pari.___________ Settersweg 87 ist der erste Stock, 7 große Zimmer mit Balkon, Veranda, Gasleitung Gartenanteil rc., auf 1. April zu vermieten. 723 ________________R. Scheel. 0562] Die Wohnung der Frau Rühling, 4 bis 5 Zimmer, ist wegzugshalber zu vermieten. Frarikfurterstrahe 90. 1565] Kleine Wohnung mit Zubehör zu vermieten.________Riegelpfad 31. 613] Wohnung, 3 Zimmer nebst Zubehör, zu vermieten. Natha« Roseuthal, Franksurterstr. 53. 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