1NO9 Nr 47 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Zlints- und Zlnzeigeblutt für ben Ureis Gieren Feuilletsn. n e r • rteclmik' Worten Ausdruck verliehen wurde. Ain«, TO Wo. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstelleu de« In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. von — we Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchntflraße Ar. 7. Später, unterm 18. August 1846, richtete Johannes [, der Wirt auf der Stauffenburg, ein Schreiben Abgabe ihrer Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen, welche erkennen laffen, ob der Erklärende der Errichtung der Zwangsinnung zustimmt oder nicht, gütig sind, und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunktes eingehende Aeußerungen unberücksichtigt bleiben. Gießen, den 18. Februar 1899. Der Kommissar: Schön, Großh. Regierungsasseffor. Deutscher Reichstag. 39. Sitzung vom 22. Februar. 1 Uhr. Die Beratung des Etats des Reichsjustizamts wird fortgesetzt. Abg. Heine (Soz.) kommt auf die gestrige Aeußerung des sächsischen Bevollmächtigten zurück und bemerkt, das Urteil des sächsischen Oberlandesgerichts gegen die Verbreitung von Wahlflugblättern in einzelnen sächsischen Bezirken sei eine direkte Auflehnung gegen den Willen des Reichstages, wie dieser in der Gewerbeordnung ausdrücklich niedergelegt worden sei. , t Präsident Graf Ballestrem bezeichnet den Ausdruck Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Famitienbtütter, Der hessische Landwirt, Dtätter für hessische Dotksknnde. __________ „direkte Auflehnung" als unparlamentarisch und unzulässig. Abg. Heine (Soz.) fährt fort: Tatsächlich habe das Oberlandesgericht das Gesetz unrichtig angewandt, im Widerspruch auch zu dem Reichsgericht. Redner wendet sich dann zu der Resolution Beckh. Er befürwortet eine Entschädigung auch für willkürliche administrative Inhaftnahme. Weiter müsse ein Strafvollzugsgesetz gefordert werden, u. a. auch zum Schutz von in Strafhaft befindlichen Redakteuren. Den wegen Preßvergehen Verurteilten müffle literarische Selbstbeschäftigung gestattet werden. Staatssekretär Nieberding entgegnet dem Vorredner, daß, so lange ein Reichsgesetz über den Strafvollzug nicht bestehe, die Einzelstaaten durchaus befugt seien zum Erlaß von Reglements. Was speziell die Redakteure anlange, so fielen auch sie unter die allgemeinen Bestimmungen, und die Selbstbeschäftigung sei auch für sie nur ein Ausnahmefall. Abg. Frhr. v. Stumm (Np.) protestiert grundsätzlich gegen die sozialdemokratische Forderung, daß sozialdemokratische Redakteure im Gefängnis weiter für die sozialdemokratische Presse arbeiteten und mit derselben in Verbindung bleiben dürften. Wie die sozialdemokratische Presse alles Rohe verteidige, sehe man ans der Art, wie sie den Löb- tauer Prozeß verarbeitet habe. Die Strafe sei keineswegs für einen solchen Mordversuch (Unruhe), ja, wohl Mordversuch, zu hoch gewesen. Diese Totschläger sollten aus Notwehr gehandelt haben? Das wäre ja der reine Hohn auf die Wahrheit! (Rufe: Brüsewitz). Die sozialdemokratischen Agitatoren der Presse hätten fortwährend gehetzt zu solchen Verbrechen. Diese Agitatoren gehörten ins Zuchthaus ! (Zustimmung rechts; Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Stadthagen (Soz.) wendet sich gegen den Abg. Frhrn. v. Stumm. Er fragt denselben, ob er wohl bei der Dresdener Verhandlung Geschworener oder Zeuge gewesen sei? (Zwischenrufe rechts.) Er, Redner, wisse ja, daß der Stall die Vorstufe des Kavaliers sei! (Große Unruhe rechts und Zwischenrufe.) Herr v. Stumm wüte gern gegen die organisierten Arbeiter. Seien denn aber die in ihren Ringen organisierten Unternehmer nicht erst recht solche Verbrecher, organisierte Verbrecher? Verstoße nicht auch das nach einem Urteil des Reichsgerichts gegen die guten Sitten? Die ganze Rede des Herrn v. Stumm von Personen außerhalb und innerhalb dieses Hauses könne nur mit medizinischem Interesse betrachtet werden. Präsident Gras Ballestrem ruft den Redner wegen dieser Aeußerung zur Ordnung. Abg. Stadthagen (Soz.) fortfahrend, kritisiert die bedingte Begnadigung sehr abfällig und empfiehlt das System der bedingten Verurteilung. Weiter wendet er sich gegelt Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosih. Bürgermeistereien des Amts- gerichtsbezirks Gießen Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in ortsüblicher Weise zur Kenntnis der Beteiligten bringen und den Vollzug uns baldigst anzeigen. v. Bechtold. vg*— iffee bestens :e Mischung g bewährter yigen Auf- 'geschmaw, »T-rcitno den 24 hulhos, A°lkh°s, «*• ud.Lchlabach Orscheint täglich rtit Ausnahme de» Montag-. Die Gießener -«»ttieuStätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. SÄ ;S-°- Bekanntmachung. Oberhefsischer Obstbauverein. Am Samstag dem 25. Februar, abends 8 Uhr, findet im Saale des (Safe Ebel in Gießen eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Blutlaus und ihre Bekämpfung, 2. Heber Versuchspflanzungen im Vogelsberg. Referent: der Sekretär des Vereins, Herr K. R ei chel t, Lehrer für Naturwissenschaften und Obstbau au der Großh. Obstbauschule in Friedberg. Die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins, sowie sonstige Interesse,den werden hierzu freundlichst ein* * * * * * * * * * * geladen. Gießen, 14. Februar 1899. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Frhr. Schenck. Aezttgsprel» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pf^ mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mllrk 50 Pfg. vierteljährlich. u. s. w. Mit diesen Stücken hätte sich schon ein kleines griechisches Scherbengericht abhalten lassen. „Die Jugend will getobt haben!" sprach jener weise Landmann, als ihm das Kind aus der Keetze gehupft war. in Indiana, Nordamerika), 12. F. Voltz, stud for. (Nordamerika), die beiden Schildwächter: 13. Th. Schildwächter, stud. med. (Arzt in Nordamerika), und 14. Jul. Schildwächter, stud for. (gestorben als Farmer in Nordamerika), 15. C. Voelker, stud. theol. (Gastwirt in Nordamerika), 16. K. Walter, stud. cam. (New Orleans, später verschollen), zusammen mit Preetorius 17 akademisch gebildete junge Männer allein von der Universität Gießen, die dem Vaterlande den Rücken wiesen, jenseits des Ozeans eine neue Heimat suchten, und dieser Heimat ihre besten körperlichen und geistigen Kräfte widmeten. Viele sind nicht mehr übrig, die den Auszug im August 1846 miterlebten. Sein Wunder! Wenn einer einmal mehr als hundert Semester auf dem Buckel hat, gehts abwärts, die meisten Walzer sind getanzt, und die Reihen lichten sich. Kommen aber hie und da zwei oder oder gar drei aus jener Zeit zusammen, und die Rede führt auf den Stauffenberger Auszug, dann erglänzen die Augen, die Wangen röten sich, und man erinnert sich an diesen und jenen Ulk, den man hat ausführen helfen. Auch unter den lieben Gießener Philistern, die jene Tage miterlebten, wirds immer lichter. Darum dachte der Schreiber dieser Zeilen: es kann nicht schaden, wenn man jene Erlebnisse in möglichst gedrängter Weise noch einmal vorführt. Die Alten freuen sich dessen, und die Jungen werden diesen Zeilen, die durch das Jubiläum des Ehrendoktors Preetorius veranlaßt wurden, auch nicht gram sein. Vielleicht ruft auch einer oder der andere: Fiducit! k & bk Iflenkn 4lr oi. Wentdegrapb.] fr ' Oapi/ij am 18. :y°n tngdommai Bekanntmachung, betreffend: Die Feuervisitation in den Orten des 4. Bezirks. Durch die auf Ansuchen erfolgte Entbindung des Kreisstraßenmeisters Maringer in Grünberg von dem Dienste eines Aeuervisitalors ist die Stelle eines solchen für den 4. Bezirk, bestehend ans den Gemeinden Beltershain, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Lauter, Lindenstruth, Lumda, Odenhausen, Qneckborn, Reinhardshain, Saasen, Stangenrod, Stockhausen und Weickartshain, in Erledigung gekommen. Bewerbungen um diese Stelle sind bis zum 10. März l. I-, unter Anschluß von Zeugnissen über die seitherige Beschäftigung und etwa bestandene Prüfung bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Gießen, den 21. Februar 1899. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v. B e ch t o l b. Bekanntmachung. Hierdurch mache ich bekannt, daß die Aeußerungen für -ober gegen die Errichtung einer Zwangsinnung für das Backereihandwerk im Amtsgerichtsbezirke Gießen schriftlich bis zum 10. März l. Js. einschließlich, oder mündlich in k; Zeit vom 1. bis 10. März l. Js. einschließlich bei mir »bjugeben sind. Die Abgabe der mündlichen Aeußerung kann während angegebenen Zeitraumes werktäglich von 9—12 Uhr »ormittagd in den Diensträumen des Großh. Kreisamts Gießen erfolgen. Ich fordere hierdurch alle Handwerker, welche im Amtsgerichtsbezirk Gießen das Bäckereihandwerk betreiben, zur Bekanntmachung, betreffend: Die Bäcker-Innung zu Gießen; hier: Errichtung einer Zwangsinnung. Nachdem seitens der Bäcker-Innung zu Gießen der Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung in dem in § 100 der Reichs-Gewerbeordnung bezeichneten Sinne für Jiq5 Bäckereigewerbe in dem Amtsgerichtsbezirke Gießen bei .mis gestellt worden ist, haben wir zur Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden den Großh. Negierungsasseffor Schön zum Kommissar bestellt. Gießen, den 12. Februar 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Wir sind mit der Schilderung des Gießener Studenten- Auszuaes anno 1846 zu Ende; nun handelt es sich darum, den Schluß unserer Mitteilung an den Anfang anzuknüpfen. Dieser Anfang bezog sich auf den Jubeldoktor Herrn Dr. Emil Preetorius, Chefredakteur der „Westlichen Post" in St. Louis (Nordamerika). Er hat in Gießen studiert, hat den Exodus anno 1846 mitgemacht, und hat auch in Gießen promoviert, wie das am 21. Januar l. I. überreichte Ehrendiplom besagt. Die 1848/49er Wirren führten ihn mit vielen anderen Kommilitonen über den Ozean nnd von diesen anderen, die auch den Auszug mitmachten und in Gießen studierten, wollen wir einige erwähnen: 1 O. Sonnemann, stud arch., 2. G. Jaeger, stud iur *), 3. C. Wundt, stud. med (gestorben als Arzt in Cuba 4. F. O. Schenk, stud med. (gestorben als Arzt in Nordamerika), 5. C. Wüst, stud. cam. (Apotheker in Nordamerika), 6. F. Leiß, stud. theol ev. (Redakteur des Freidenkers" in New-York >, 7. W. Wagner, stud cam. (aestorben in Nordamerika), 8. C. Hesse, stud. cam. (Notar in New-York), 9. Th. Schleuning, stud. jur. (Kaufmann in New York), 10. L. Dauber, stud. theol. ev. (Apotheker in Mascotah, Illinois), 11. C. Noirö, stud. cam. (Farmer *) Der Aufenthaltsort dieser beiden ist nickt näher bekannt geworden. Jaeger soll eine Stiefelwichsfabrik gegründet haben. *5* b«6 et ich 7 NbttÄtjtn? ' «hlbw ««lenere Hattet a«B (lgln6 D-uW-ch unb qo, niemals ausgesch Bonaparte u 'n sein. ________ .... i an Herrn K . . . und legte eine Rechnung über 75 Gulden ng 2 Kreuzer bei, worin nachgewiesen wurde, daß allerlei Ge- 9 rite in die Brüche ging, als da waren: 130 Bier- und rir Deimgläser, 296 Bier- und Wasserflaschen, 30 Wasserkrüge, ft/ bu^ fll1 2 Windlampen, 54 porzellanene Teller, 10 gute Tassen K affe NurschenfierrlichKeit! (Schluß.) Am folgenden Tage wurde der Ausschuß vor den 8iettor (es war der allgemein beliebte Professor Dr. Knobel, ein berühmter Senner der hebräischen Sprache und Litteratnr) geladen, und ihm eröffnet: Alle Schritte zur vollständigen Beilegung der Sache auf gütlichem Wege sind eingeleitet; die seit dem 1. August verhängten Strafen werden zurück- gtriDmmen; die Relegation der drei „Sch" (Schlich-Schneider- Lchlosser) wird aufgehoben, eine weitere Untersuchung findet 1 richt mehr statt. Da sich die Gießener Bürgerschaft in der ganzen An- , ßrlegenheit wahrhaft musterhaft benommen hatte, sollte ihr 311 * * * 15 16 Ehren ein solennes Bankett im Busch'schen Garten ab- ’iflfiCMUl* gehalten werden. Der akademische Senat fand die Sache |U1»*V inopportun und verweigerte die Erlaubnis; wahrscheinlich ftrchtete er allerlei Demonstrationen. Der Studenten- |8D naD)pfbetrie ausfthtiß richtete darum ein herzliches Dankschreiben an d- °°ä % „eit Herrn H. Ferber u. Gen., worin den Dankgefühlen der das in den Gesindeordnungen noch erhaltene Züchtigungsrecht, welches eine Verhöhnung der Reichsgesetze sei. Redner Plaidiert schließlich nochmals für ein Strafvollzugsgesetz. Sächsischer Generalstaatsanwalt Rüger bleibt dabei, daß ein rechtskräftiges Urteil in diesem Hause keine solche Kritik erfahren sollte. Es sei doch undenkbar, daß dieses Haus die rechtliche Seite des Falles beurteilen könne. (Rufe rechts: Sehr richtig!) Eine derartige Kritik eines Richterspruches erschüttere das Vertrauen in die Rechtsprechung. Alle, die ein Interesse an dem Wohl des Vaterlandes hätten, sollten mitwirken, daß Richtersprüche nicht ohne Not angegriffen würden. (Beifall rechts.) Redner geht dann auf den Löbtauer Fall ein. Es sei richtig, daß das, was das „Dresdener Journal" veröffentlicht habe, die Anklageschrift sei. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Aha!) Alles, was in dem „Dresdener Journal" stehe, sei wahr und entspreche den Zeugenaussagen. (Zuruf links: Es steht aber nicht alles drin, es ist manches verschwiegen!) Abg. Müller-Meiningen (frs. Vg.) plaidiert für den endlichen Erlaß eines Strafvollzugsgesetzes. Der jetzige Zustand sei unhaltbar. Staatssekretär Nieberding widerspricht lebhaft der Ansicht des Vorredners, daß § 18 der jetzt geltenden Grundsätze für den Strafvollzug jede Ranküne gegen politische Gefangene ermögliche. Morgen 1 Uhr. Fortsetzung der heutigen Beratung. (Schluß 5i/4 Uhr.) Deutsches Deich. Berlin, 22. Februar. Sicherem Vernehmen nach ist der bisherige kommiffarische Landeshauptmann von Deutsch- Neu-Guinea, Rechtsanwalt Skopnik, abberufen worden. Er hat sein Amt bereits niedergelegt und sich auf die Reise nach Berlin begeben. Berlin, 22. Februar. Im Abgeordnetenhause stand heute der Gesetzentwurf betreffend den Ankauf der Bernsteinwerke von Stantien & Becker in Königsberg zur Debatte. Nach der Vorlage soll der Regierung das Recht bewilligt werden, bis 93/< Millionen Mark für den Ankauf der Bernsteinwerke auszugeben. Die Vorlage wurde nach längerer Debatte an die Budget-Kommission verwiesen. Hierauf wurde die Etatsberatung fortgesetzt, Spezial-Etat des Finanzministeriums. Die Position „20000 Mark zur Förderung des Deutschtums in Nord-Schleswig" wurde genehmigt. Die Beratung des Etats wird morgen fortgesetzt. Das Herrenhaus erledigte heute kleinere Vorlagen und vertagte sich dann auf unbestimmte Zeit. Berlin, 22. Februar. Eine dritte Verhaftung in der Spieler-Affaire ist heute erfolgt. Nach einer langwierigen Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter wurde ein Herr v. Schachtmeyer, Hauptmann der Reserve, in Untersuchungshaft genommen. Er gehört ebenfalls dem Klub der Harmlosen an. Eine vor einiger Zeit bei ihm abgehaltene Haussuchung ist ergebnislos geblieben. Berlin, 22. Februar. Wie die „Kreuzzeitung" nachträglich vernimmt, waren der französische Botschaftsrat Boutiron und der Botschafts-Sekretär Jecomte am Sonntag Abend im amtlichen Auftrage auf dem Bahnhofe erschienen, zu einer Abschiedsbegrüßung der Abordnung deutscher Offiziere, welche sich unter Führung des Fürsten Anton Radziwill nach Paris zur Bei- fetzungsfeier begaben. M.P.C. Was Fürst Herbert Bismarck am Samstag im Reichstag über die Vorgänge von 1879 mitteilte, daß es in der Absicht seines Vaters gelegen habe, ein enges organisches Bündnis mit Oesterreich zu schaffen, ist keineswegs etwas neues. Der vormalige erste Reichskanzler berührte diese Angelegenheit selbst im März 1885 im Reichstage. Er erklärte, daß er vor wie nach an der Idee festhalte, in der Form einer Zollunion oder in irgend welcher anderen Form einen politisch-pragmatischen Vertrag herbeizuführen, um die Lücke im bestehenden deutsch-österreichischen Bündnis auszufüllen. Die Schwierigkeiten der praktischen Durchführung eines solchen staatsrechtlich geführten Vertrags verhehlte Fürst Bismarck bei dieser Gelegenheit nicht, sie lägen, sagte er, nicht auf deutscher, sondern auf österreichischer Seite. — Graf Andrassy hatte im Jahr vorher im Delegationsausschusse erklärt, er habe die Jnartikulierung nicht für zweckmäßig gehalten. Er äußerte ferner: Ein formeller Antrag sei nicht erfolgt, noch weniger eine Aktion von Kabinett zu Kabinett, sondern diese Idee sei im Laufe der Verhandlungen aufgetaucht und dann im gegenseitigen Einverständnis fallen gelassen worden, um nicht wieder aufs Tapet zu kommen. M.P.C. Wenn sich jetzt das angeblich in Alexandrien, bei Gelegenheit der Orientreise des deutschen Kaiserpaares geplante Bombenattentat als eine scheinbar von den Engländern gemachte Sache herausstellt, so darf hervorgehoben werden, daß irgend welche Schuld der deutschen Regierung an der Verbreitung falscher Meldungen nicht vorliegt. Von deutscher Seite gingen die letzteren in keiner Weise aus, die deutsche Regierung war lediglich angewiesen auf die Berichte der italienischen und der egyptisch-englischen Behörden. So lange sie keinen Grund hatte, in die Zuverlässigkeit der ihr übermittelten Nachrichten ernste Zweifel zu setzen, so lange mußte sie es auch für geboten erachten, ihrerseits alles zu thun, um die Einleitung und Betreibung des von den italienischen resp. englisch egyptischen Behörden in Aussicht gestellten Ermittelungsverfahreus zu unterstützen. MP.C Immer aufs Neue auftaucheude Nachrichten über weitgreifende Konflikte auf Samoa zwischen Amerikanern oder Engländern einer- und Deutschen andererseits sind mit dem größten Zweifel aufzunehmen. Was an Thatfachen vorliegt, sind wesentlich bestimmte Anhaltspunkte für Zwistigkeiten zwischen einzelnen Persönlichkeiten, insbesondere hat sich der Amerikaner Chambers mit den deutschen Vertretern auf Samoa in keiner Weise zu stellen verstanden, deshalb ist der Wunsch der deutschen Regierung in Washington zu erkennen gegeben worden, Herr Chambers möchte von dort abberufen werden. MPC Gegen den im preußischen Abgeordnetenhause hervorgetretenen Wunsch, daßdieEinführung des bürgerlichen Gesetzbuchs vom 1.,Januar 1900 bis 1. Januar des folgenden Jahres hinausgeschoben werde, machen sich namentlich in den süddeutschen Staaten erhebliche Bedenken geltend. Voraussichtlich wird die Frage auch im Zusammenhang mit der Spezialberatung des Etats des Reichsjustizamts zur Erörterung gelangen. Wahrscheinlich dürfte bei dieser auch der Wunsch nach Erhöhung der Revisionssumme noch einmal zum Vortrag gebracht werden. Ob mit der Aussicht auf irgend welchen schon bald zu erwartenden Erfolg erscheint mehr als zweifelhaft. M.P.C. Die Zwistigkeiten in Samoa werden gemeiniglich weit überschätzt. Es. handelt sich zunächst durchaus nicht um hervorgetretene Differenzen der drei Vertragsmächte, sondern um persönliche Reibungen zwischen den Vertretern der verschiedenen Länder. Diese Herren sind weit von den Centralpunkten ihrer Regierungen und deshalb darauf angewiesen, in vielen Fällen auf eigene Faust vorzu- gehen. Dadurch entwickelt sich bei ihnen ein gewisses Ueber- maß von Selbständigkeit. Wahrscheinlich werden alle drei Regierungen Veranlassung haben, ihre Vertreter wegen der einen oder anderen Eigenmächtigkeit zurechtzuweisen. M.P.C. Nach den Beschlüssen der Budgetkommission des Reichstags scheint es, als ob die kavalleristischen Förderungen der Verbündeten Regierungen diesmal nicht bewilligt werden. Im übrigen ist es bemerkenswert, daß sich für die infanteristischen und artilleristischen Forderungen auch Centrumsabgeordnete aus Bayern erklärt haben, von denen früher angenommen wurde, sie würden sich ablehnend verhalten. — Aus dem Lager von Tsintau wird einem Berliner Blatt u. a. geschrieben: Dank der verhältnismäßig günstigen Witterung nehmen die Bauarbeiten ihren ungestörten Fortgang. Auch dem ärgsten Nörgler muß jetzt das geschäftige Leben und Treiben in der Kolonie imponieren. Nähert man sich von der See her, so gleicht Tsintau und Umgegend mit den tausenden von Arbeitern einem ungeheuren Ameisenhaufen, aus dem die roten Ziegelhaufen und die mehr oder weniger fertigen Neubauten hervorragen. Fertig sind bis jetzt die Feldartilleriekaserne und das Gerichtsgebäude. Im Bau sind ferner die Gasthöfe der Herren Buschendorf, Staab und Falke, von denen besonders das erstere in großem Maßstab aufgeführt und eingerichtet wird. Auch die Speicher (Godowns) in der Nähe des Brückenlagers gehen ihrer Vollendung entgegen. Der Bau der Wege und Kanalisation unter der sachkundigen Leitung des Regierungsbaumeisters Magens schreitet ebenfalls rüstig vor. — Der Heilige Abend brachte uns gleich zwei Posten auf einmal; zuerst kam die „Apenrade" mit den durch die Post versandten Weihnachtspacketen und dann der „Prinz Heinrich", der Lloydpackete und Liebesgaben für die Besatzung in der mannigfachsten Fülle auslud. Da gab es alles, was des Menschen Herz erfreuen kann, bis zum Klavier und der Drehorgel hinaus. Recht gemütvoll war eine Gabe, welche eine Dame in Süddeutschland gestiftet hatte. Es waren hundert Cigarren und ein Thaler,. bestimmt für den ärmsten Soldaten des Bataillons. Nach gewissenhaften Erwägungen wurde das Geschenk einem Manne der 1. Kompagnie zu Teil. Die edle Geberin möge sich versichert halten, daß sie dem Beglückten Weihnachten zu einem wahren Fest der Freude gemacht hat. Mit dem „Prinzen Heinrich" war auch eine größere Anzahl Herren aus Shanghai gekommen, welche das schöne Wetter und die günstige Gelegenheit zu einem W e i h n a ch.t s a u s f l u g e verlockt hatte. Sie werden es nicht bereut haben. Allgemein war bei ihnen allen die Ueberraschung über die Entwickelung Tsintaus. In Shanghai scheinen bisher nur die abfälligen Aeußerungen Kurswert gehabt zu haben. Nun hoffentlich bahnt dieser Ausflug einen Umschwung der Meinung an. Die Erwerbung von Grund und Boden wird auf viele Schwierigkeiten stoßen, doch nicht auf unüberwindliche. Geld lockt auch den verstocktesten Chinesen, und gegen Geld hält auch der festeste Aberglaube nicht stand. Nur sollte man nicht verabsäumen, bei der Bildung von Gesellschaften rc. zur Ausbeutung der Bodenschätze auch reiche und in einflußreicher Stellung be- sindliche Chinesen mit heranzuziehen, dann werden die Schwierigkeiten wie Schnee an der Sonne schwinden. Wie dringend notwendig schon im Interesse der Menschlichkeit es ist, Schantung der europäischen Kultur zu erschließen und den Bewohnern lohnendere Arbeitsgelegenheit zu geben, zeigt jetzt am besten das Elend, welches durch die Ueberschwemm- ungen des Hoangho in diesem Herbst verursacht worden ist. Augenzeugen schildern die Verheerungen als geradezu entsetzlich. Man schätzt das Ueberschwemmungsgebiet auf wenigstens 300 Kilometer Länge und 50 Kilometer Breite. — Koloniales. Nach einer Mitteilung des Direktors v. B u ch k a an die „Kommission zur Bekämpfung des afrikanischen Branntweinhandels" war schon seit längerer Zeit eine Konferenz zur Revision des Artikels XCli der Brüsseler Akte in Aussicht. Jetzt wird über Brüssel gemeldet, daß der Zusammentritt der Konferenz bald zu erwarten ist. Die Aufgabe der Konferenz dürfte es sein, einen einheitlichen Mindest-Einfuhrzoll für die in Afrika eingeführten Spirituosen festzusetzen. Deshalb kann man dem Ergebnis der Konferenz mit Spannung entgegensetzen. Denn an der Frage, ob sie den Mindest-Einfuhrzoll für Spirituosen in einer solchen Höhe bestimmt, daß durch ihn die Branntweineinfuhr in Afrika künftig ganz wesentlich eingeschränkt wird, und weiter an der Frage, ob sie Beschlüsse faßt, durch die auch der Spirituosenhandel vermindert wird, hängt augenblicklich zweifellos zu einem großen Teil die Zukunft von Millionen von Eingeborenen Afrikas. Auf der Brüsseler Konferenz war ein Vorschlag von einem Mindestzoll von 15 Franken für den Hektoliter zur Annahme gelangt, und zwar mit der näheren Bestimmung, daß dieser Zoll nach Ablauf von drei Jahren auf 25 Franken für den Hektoliter sollte erhöht werden dürfen. Die Konferenz hatte also das Prinzip der allmählichen Steigerung des Spirituosen-Einfuhrzolles angenommen, und die deutsche Regierung ist offenbar gewillt, aus den Erfahrungen, welche sie im Laufe der Jahre in den westafrikanischen Kolonien gemacht hat, die nötigen Folgerungen zu ziehen. Das zeigt das Ab- kommen, das sie mit England getroffen hat, um durch eine» gemeinsam fortgesetzten Einfuhrzoll, der für Togo und ben links vom Volta liegenden Teil der Goldküsten-Kolonie gilt, sowohl den Spirituosen-Schmuggel zu verhindern, als auch die Spirituosen-Einfuhr in gewissen Grenzen zu halten. Ferner tritt in Kamerum am 1. März eine Erhöhung des Zolles auf 49 p. H. Spirituosen um mehr als das Doppelte ein, und die Einfuhr von reinem Alkohol ist so ziemlich lahm gelegt. Man kann also mit dem Evangelischen Afrika- Verein, welcher diese Verhältnisse stets im Auge behalten hat, sicher sein, daß die bevorstehende Konferenz eine Besserung in diesen Verhältnissen herbeiführen wird. — Im Verlauf der unlängst erwähnten Expedition des Hauptmanns Schlobach nach den Gegenden am Viktoria-Nyanza hat nach neueren Berichten am 12 November v. I. Leutnant Sand von der neugegründeten Station an der Mori-Bucht aus eine stark befestigte Borna der kriegführenden Wasweta erstürmt und dabei 50 Gefangene gemacht und etwa 10 Zentner Elfenbein erbeutet. Zwei von den aufständigen Häuptlingen gerieten ebenfalls in seine Hände und wurden standrechtlich erschossen. Die Boma wurde niedergerissen und nach fünf Tagen der Rückmarsch nach der Mori-Bucht angetreten. Ausland. Graz, 22. Februar. 250 Kroaten überfielen die Ortschaft Polstrau in Untersteiermark und verwüsteten den Gemeindewald. Die gesamte Gendarmerie ist auf- geboten, um gegen die Ruhestörer vorzugehen. Budapest, 22. Februar. Die Kompromiß-Verhandlungen nehmen einen günstigen Verlauf und dürsten, bereits morgen zu Ende geführt werden. Alsdann wird sich die neue Kabinettsbildung rasch vollziehen. M.P.C. Aus Nom wird uns geschrieben: ES ist ganz thöricht, wenn mehrfach gesagt wird, es sei nicht möglich, daß an der vom Zaren berufenen Friedenskonferenz ein Vertreter des Königs von Italien und des Papstes zugleich teilnehmen könnten. Bekanntlich sind an verschiedene« Höfen gleichzeitig italienische Botschafter und päpstliche Nuntien beglaubigt, je nachdem ordnet sich der eine dem andern unter. Paris, 22. Februar. Die Liga der Vaterländischen und die Patriotenliga haben die Losung ausgegeben, während des morgigen Leichenzuges keine aufreizenden Rufe aus zu stoß en. Jedenfalls sind die Führer infolge der reservierten Haltung des Publikums, auf welches die Wahl Loubets beruhigend wirkt, sehr eingeschüchtert. Paris, 22. Februar. Die Progress istischeGruppe hat sich in zwei Lager geteilt. 30 Mitglieder haben sich von der Gruppe Barthou losgelöst. Paris, 22. Februar. Es wird jetzt offiziell bestätigt, daß Loubet den Leichenzug vom Elysee bis zum Kirchhofe begleiten wird. Der Leichenzug wird nicht durch die Rue Rivoli gehen, wie dies bei derartigen Anläffen sonst der Fall war, sondern sich das rechte Seine-Ufer entlang nach der Notredame-Kirche bewegen. Diese Aenderung erfolgt deshalb, weil zahlreiche Straßen der Stadt wegen der Arbeiten für die unterirdische Bahn nicht passierbar sind. Die gesamte Garnison von Paris wird aufgeboten, um auf beiden Seiten der Straße eine doppelte Reihe zu bilden. Außer den Mitgliedern der Familie Faure werden nur die höchsten Beamten und Parlamentarier Zutritt zur Notredame-Kirche erhalten. Der Leichenzug wird vormittags 10 Uhr vom Elysee aus sich in Bewegung setzen. In dem Augenblick, wo der Trauerzug den Kirchhof erreicht hat, werden 101 Kanonenschüsse abgefeuert. Die Truppen werden alsdann vor dem Katafalk defilieren. M.P.C. Man schreibt uns aus Paris: Wenn mehrfach im Auslande angenommen ist, der Herzog von Orleans werde bei einer Staatsveränderung besonders in den Vordergrund treten, so haben gerade die letzten Tage gezeigt, daß der Herzog gar keinen Boden, weder in der Armee, noch in der Bürgerschaft hat. Die Nachricht, er werde nach Frankreich kommen, war eine Prahlerei. Sobald er die Grenze überschreitet, wird er einfach eingesponnen. M.P.C. Frankreich. Am 22. Januar wurde in Foutenay für Moselle durch den Gouverneur von Toul General de la Bogassiöre ein Denkmal enthüllt, errichtet zu Ehren der Franktireurs, welche 1870 dort die Eisenbahnbrücke zerstörten. Loudon, 22. Februar. Der „Standard" sagt zu der Botschaft Loubets, dieselbe sei ein Anzeichen der strengen und ehrlichen Politik. „Daily Telegraph" meint, die Botschaft fei ein Versuch zur Verständigung innerhalb der republikanischen Partei. Sicher sei, daß Loubet alles, was in seinen Kräften steht, thun werde, um ein Gegengewicht zwischen den Kammern, der Armee und der Regierung herzustellen. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 23. Februar 1899. ** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 22. Februar u. a. den Dr. Dorfeld vom Gymnasium in Gießen. ** Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 22. Februar dem Geheimen Justizrat und Mitglied des General-Auditoriats Friedrich Wolf, seither Divisions-^ 1 '«ti- «runner, alk b'D* ne • Berichts MM- »"2 y.- ft 1 b,< «ui«*; nipielt u. V 9 *' In stW «hjlippi in der Schönheit" x irisch nicht entve einzelnen Zeiten der Architekt € chö»heit aus d t, stimme sich dü f-rhältnis zur S suche auch in bei reichen. Das I tcmu nur geschü „Schönheit" kein Mellender Begri urb die Geschichte unterworfen. Wi ideal recht zu ha Siebenen Ideale Menen Stufen erreichten Schoch lihes tzrschnngs timwl kMMN 1 intern, hade \ Reiz, für die o fiert. Diese s aus der Kunsto 2rrt, daß der t b-e ästhetisch-do tuen scharfen am 1. März, handeln. " E. He, Kollegium", bie : jwr gut, lebig . b: 9 Nchrecheu, Zurkrl stören solle l'ch tmal kenne j.UMMN, und Familie. Da h Geständnis des worden sei und; PWr mit dem libaifalfy uidjt jUl- toburd) nübtt he ben geselliger r w'ch übrigen In, »«chnung ist V einander hass schicken verstehen, glichen den Fr'c a-4 die Männe C|ie der drei Men unsere i Frauen wie liegt J V* i« S? $itS ^anlagten i ; Aiiendsreuiwe 1 j ^Merker \ Inen b;" Weg ' »»r U; «Achs fern ?i 2 schon fiir. ' ; ’f «teil. Jy i<(lr giJfc W l •ks c; ' ^be bei ‘ mit •w hw & di ' MS SK 4N0 h’? M -<4 ? beacht d relgt das . $g9o uitb di, ""Kolonie »i? di«« e fern 1^*«9 d,t ,l , “ ®*Mk m J” i11«^ *W“W ® ®“?e Halt« wonfttenj hren wird. ^ntc” Expedition n Gegenden am ?ten am 12 Nö ■ neugegründetei k befestigte Bom ’ö dabei 50 @£; Elfenbein erbeutet, gerieten tbinfads 1 erschossen. Die Tagen btt M n übersielen bii ' verwüstete» ibarmerie ist aus, en. promiß-Ber- Mb Men i. Waxm mir) iehen. schrieben: , es sei nicht ch. Friedenskonfen:> d des Papstes zi- i) an verschieden!» ir und päpstlich« sich der eine bim er Vaterländischn sgegeben, wähnnl eizenden Rusr ü-rer infolge ir weites die M ert. tische Gruppe ieder haben sich ossiziell bestätigt, bis zum Kirchhofe D nicht durch die aen Anlässen iN Zeine-llfer entlang Diese Anberuntz der Stadt Wn i nicht pO^' wird aufgevotl ie doppelte A MeFaureweM »tarier «*be,Ä L ,mch * ™^t w Luditeur bei der Großherzoglichen (25.) Division die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen geruht. Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 6. Februar 1) dem Mathias Flächsenhaar, 2) Johannes Lehr, 3) Friedrich Lehr, alle von Steinbach, 4) Johannes Kerl, 5) Nikol. Fiedler, 6) Karl Kübler, 7) Georg Brunner, alle von Michelstadt, in Diensten der mechanischen Buntweberei, Druckerei und Färberei Gebrüder d'Orville in Michelstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zu verleihen. • Berichtigung. In dem Feuilleton „Gerhard Hauptmanns Werke" in Nr. 45 ds. Bl., ist auf 3. Spalte aus Berschen ein Satz ausgelassen. Es muß von der 6. Zeile ab heißen: Der Glockengießer Heinrich in der „Versunkenen Glocke" ist ein einseitiger Mensch, dessen Worte die Klagen des Dichters um seinen Florian Geyer verraten. Die „Versunkene Glocke" gipfelt u. s. w. Der sechste Mitiwochsvortrag des Herrn Professors Philippi in der Aula des Gymnasiums handelte von der „Schönheit" in der Kunst. Der Begriff könne theoretisch nicht entbehrt werden, obwohl er thatsächlich in den einzelnen Zeilen und Schulen etwas verschiedenes bedeute. In der Architektur und im Gerät ergebe sich ein Teil der Schönheit aus der Zweckmäßigkeit. In Malerei und Plastik bestimme sich die Schönheit eines Kunstwerkes durch sein Verhältnis zur Natur, und eine Annäherung an die Natur suche auch in der Geschichte aller Völker die Kunst zu erreichen. Das Ideal der Zeiten sei aber verschieden, es könne nur geschichtlich verstanden werden. So sei auch die „Schönheit" kein von einer Aesthetik ein für allemal festzustellender Begriff, sondern etwas an die Natur, das Leben und die Geschichte eines Volkes gebundenes, und dem Wechsel unterworfen. Wenn auch jedes Volk mit seinem Schönheitsideal recht zu haben scheine, so könne man doch die verschiedenen Ideale abschätzen, und ohne Willkür zu verschiedenen Stufen und also zu einer höchsten, bis jetzt erreichten Schönheit gelangen. Mehr als ein solches geschichtliches Erfahrungsresultat sei nicht zu verlangen. Was noch einmal kommen könne, oder überhaupt möglich sei, zu erörtern, habe für die Spekulation vielleicht einen großen Reiz, für die geschichtlich betrachtende Methode aber keinen Wert. Diese Reihe von Gedanken wurde durch Beispiele aus der Kunstgeschichte noch weiter veranschaulicht in der Art, daß der Vortragende die geschichtliche Betrachtung und die ästhetisch-dogmatische Behandlung der Kunst immer in rinen scharfen Gegensatz brachte. — Der nächste Vortrag, gm 1. März, 5 Uhr, wird von der „heutigen Kunst" handeln. E. Theaterverein. „Es hatten vier Gesellen ein fein Kollegium", die waren sämtlich der Ansicht, daß heiraten zwar gut, ledig bleiben aber besser sei; und sie gaben sich das Versprechen, daß niemals ein Weib ihren gemütlichen Zirkel stören solle. So lebten sie zufrieden dahin, wöchentlich einmal kamen sie in der Villa von Freund Marlens zusammen, und diese Zusammenkünfte ersetzten ihnen die Familie. Da plötzlich wird Martens durch das zögernde Geständnis des einen überrascht, daß er wortbrüchig geworden sei und sich verlobt habe. Bald darauf kommt ein zweiter mit dem gleichen Geständnis, und der dritte bleibt ibensalls nicht zurück. Nun hofft man die gestörte Harmonie dadurch wieder herzustellen, daß man beschließt, die Frauen zu den geselligen Zusammenkünften in Martens', des einzigen Wch übrigen Junggesellen, Hause zuzuziehen. Aber diese Rechnung ist ohne — die Frauen gemacht, die nicht so gut zu einander passen und sich nicht so gut ineinander zu schicken verstehen, wie die Männer. Es kommt infolge dessen zwischen den Frauen zu den größten Verdrießlichkeiten, die «uch die Männer in Mitleidenschaft ziehen. Da hat der «ine der drei Ehemänner den glücklichen Gedanken: wir vollen unsere Zusammenkünfte in Martens Hause ohne )ie Frauen wieder aufnehmen. Aber als man Martens diesen Vorschlag unterbreitet, da zeigt sich, daß inzwischen auch er von Gott Amor besiegt ist. Diese alte, ewig junge ^(schichte liegt Ludwig Fuldas neuestem Lustspiel „Jugendfreunde" zu Grnnde, welches gestern abend zum crsten- mle in Gießen im Theaterverein in Szene ging, und, sagen vir es gleich, mit außerordentlichem Erfolg, zu dem das geschickt aufgebaute und amüsant durchgeführte Werk und dwZ vortreffliche Spiel der Darsteller gleicherweise beitrugen. Die große Nolle des Bruno Martens gab Herrn Dietz sch Gelegenheit, sein schauspielerisches Können im vorteilhaftesten Lichte zu zeigen; er charakterisierte den durch Welterfahrung blasiert gewordenen, etwas cholerisch vrranlagten feinen Weltmann in vollendeter Weise. Die ebenfalls ziemlich großen Rollen der drei anderen der Jugendfreunde lagen ebenfalls in den allerbesten Händen: Herr Merker spielte den sanguinischen Techniker, Herr Hc lm den phlegmatischen, in erster Linie an Zigarren und Sier denkenden Maler, Herr Waller den melancholischen Musiker. Alle drei Darsteller charakterisierten ihre Rollen in der glücklichsten Weise, vor allem fand der „Zephyr" Herrn Merker großen Beifall. Die Charaktere der grauen sind vom Dichter in den denkbar schärfsten Gegen- jüfc gestellt, so daß es wohl glaubhaft erscheint, wenn sie sich schon kurze Zeit nach ihrer Bekanntschaft in die „Haare" geraten. Auch die Besetzung der Frauenrollen war eine sehr gute, jede der Damen brachte offenbar schon von Hause aus eine besondere Begabung für die Darstellung ihrer Nolle mit: Fräulein Pauli entfesselte lauten Beifall als fische Wienerin, die ihrem Mann von Anfang an das Bierseidel abgewöhnen und das Malen mehr angewöhnen will; grdntein Isenburg charakterisierte gut die gleich in Ticnstbotennöten aufgehende, immer eifersüchtige, plauder- hch« junge Frau, die, noch ein halbes Kind, immer nach Hopa und Mama ruft; Fräulein Schloß, der die am wenigsten dankbare Rolle zugefallen war, brachte die konventionelle, aus feiner Familie stammende Dame Amalie zu wirksamer Darstellung. Zu diesen drei Unruhestifterinnen kontrastierte in höchst wohlthuender Weise die Stenographin Fräulein Lenz, oder, wie Bruno sagt, „Herr" Lenz. Diese sympathische Frauengestalt fand eine äußerst wirksame Vertreterin in Fräulein Würdig. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir noch des „edlen" Dieners Stephan, in bester Weise verkörpert durch Herrn Wilhelmi. Das vollbesetzte Haus — nur die Galerie war, wie im „Bartel Turaser", leer; warum eigentlich? — geizte nicht mit Beifall. Sollen wir zum Schluß noch einen Wunsch Ausdruck geben, so wäre es folgender. Die Vorstellungen des Theatervereins vereinigen gewiß einen sehr großen Teil unseres theaterliebenden Publikums, aber doch nur einen Teil. Ein so vortreffliches Lustspiel in so guter Darstellung verdient aber von allen, die gern einen vergnügten Abend im Theater verleben, gesehen zu werden. Deshalb möge die Direktion recht bald die „Jugendfreunde" nochmals in Szene gehen lassen; wir sind überzeugt, das Haus wird nochmals gefüllt. Hat das „weiße Rößl" hier ein Dutzend Aufführungen erlebt, so verdienen die „Jugendfreunde" mindestens deren zwei. •• Das gestrige zweite Konzert Sandor Schreyers war aus naheliegenden Gründen — Aufführung der Fulda'schen Jugendfreunde seitens des Theatervereins im Stadttheater — leider nur schwach besucht. Der Künstler, wie auch sein Begleiter leisteten wiederum hervorragendes und bleibt nur zu bedauern, daß das wirklich seelenvolle Spiel Schreyers hier so wenig Anklang gefunden hat. ** Ueber den Vortrag des Herrn Or. Alfred Köpp en, Berlin „Eine Wanderung durch Pompeji", der am nächsten Freitag in „Steins Saalbau" ftattfindet, schreibt die „Hallesche Zeitung": „Wer hätte nicht Interesse daran, in die verschüttete Römerstadt, deren Schätze bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts unter dem Boden verhüllt gelegen haben, einen Blick zu werfen? Und wie bequem wird es uns gemacht! Ohne alle Reiseunannehmlichkeiten durchschreiten wir hier unter vorzüglicher sachkundiger Führung die Stadt, bewundern das Forum mit dem prächtigen Jupitertempel, wandern durch die Straßen, schauen die Theater, die Tempel, Bäder und Plätze, werfen einen Blick in das Innere der Häuser und bewundern die hochentwickelte Kunst an den Wandmalereien und Mosaiken, werden nicht nur mit der Bauart der antiken Häuser im allgemeinen, sondern auch mit einzelnen durch Kunst und Schönheit besonders hervorragenden Häusern und Villen bekannt gemacht und erfahren dabei noch außerdem so mancherlei über Leben und Sitte, Kunst und Anschauungen des klassischen Altertums, — kurz, wir fühlen uns am Schluß durch eine solche Fülle neuer Anschauungen bereichert, daß wir mit dem Gefühl der Befriedigung den Saal verlassen, fast mit Bedauern nehmen wir von der Stadt Abschied, die uns durch die ganz vorzüglichen farbigen Lichtbilder und die fesselnden Erläuterungen so anschaulich geworden ist, als wanderten wir in Wirklichkeit durch ihre schmalen Gassen und Straßen. Schwerlich wird sich auch an Ort und Stelle ein Führer finden, der, mit so umfassender Kenntnis des Gegenstandes ausgerüstet, den Fremden den Weg zeigt und nicht nur dem Laien, sondern auch dem Gebildeten sich äußerst anregend und nützlich erweist." z •* Der Ludwig Misfionsvereiu zu München hat für den katholischen Kirchenbau dahier 1000 Mk. und für desgleichen zu Bad-Nauheim ebenfalls 1000 Mk. kürzlich gespendet. ♦* Der hiesigen Firma I. Dern & Comp., Inhaber Oskar Gutmann, wurde die Lieferung und Ausführung des Plattenbelages der Wannen, des Schwimmbasins sowie des gesamten Fußbodenbelages für das Sophienbad in Eisenach übertragen. Gewiß ein erfreuliches Zeichen für die Anerkennung, welche hiesige, leistungsfähige Firmen auch auswärts finden. Aus der Zeit für die Zett. Vor 100 Jahren, am 24. Februar 1799, starb zu Göttingen der Professor der Physik und Mathematik Georg Christian Lichtenberg, der zu den ersten Größen deutscher Litteratur zählte. Durch seine geistreichen Erklärungen der Hoaarthschen Kupferstiche beurkundet er einen tiefen Blick m das Seelenleben der Menschen; allein seine sonderbare Natur ließ ihn bei keiner größeren Arbeit ausdauern; humoristische und satirische Abhandlungen, in denen besonders sein Gegensatz zu Lavater hervortrat, waren neben einigen wissenschaftlichen Schriften die einzige Frucht seines hohen Talents und seines klaren, selbstbewußten Geistes. Er wurde am 1. Juli 1742 in Oberamstädt geboren. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten tterl LooS und I. M. Schulhof. m Bremen, 21. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Willehad, C-pitSn E Rach, vom Norddeutschen Lloyd £ Bremen, ist heute, 10 Uhr vormittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen. ___________ Der Postdampfer „Noordland" der „SReb Star Line* in Antwerpen ist laut Telegramm am 19. Februar wohlbehalten in New- York avgekommen.__ Eingesandt. Gießen, 23. Februar 1899. Ain der letzten Stadtverordnetensitzung wurde darauf hinge- wiefen, daß der Dentilbrunnen am Emgang zur Brandgasse den Polübergehenden gefahrdrohend sei. Es erscheint uns aufsällig. daß jetzt auf einmal hier eine Gefahr oorliegen soll, da solche Kleinlichkeiten doch die langen Jahre her zu keinerlei Klagen Anlaß gegeben haben. Von einer Gefahr kann nur bei Frostwetter die Rede sein, w«S sich alsdann bet sämtlichen Brunnen einstellt. Ein schSnereS und paffendereS Plätzchen würde fich wobl kaum finden lasten, xumel gerade dieser Brunnen zu einem großen Bedürfnis fletrotbtn ist. Mehrere Bewohner der Wallthorstraße. Gießen, 23. Februar 1899. Würde die Leitung urse'eS StadltheaterS nicht geneiot fein, den Schwank »Aschermittwochs, welcher bet seiner E staussübrung hier einen duichscytagendeu Lachersolg zu verzeichnen hatte, baldigst zu wiederholen d X. tzottrsdirnst m der Synagoge. Samstag den 25. Februar 1899. Vorabend 5" Uhr, morgenS 9 Ubr, nachmittag- 8 Uhr Dchrifterklärung, SabbathauSgang 6" Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 25. Februar 1899. Freitag abend 545 Uhr, Samstag vormittag 8« Uhr, nachmittag 3»° Uhr, SabbathauSgang 6° Uhr. Nachmittag 3 Uhr SchrifterklLrung Neustadt 13. Wockengottesdienft morgens 7 Uhr, abends 6 Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 23. Februar. Die „National Ztg." bezeichnet die Ankündigung von Rücktrittsabsichteu des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe gegenwärtig als ebenso grundlos, wie sie es in früheren Fällen war. Bei dem gestrigen Vortrag des Fürsten Hohenlohe beim Kaiser habe es sich um schwebende parlamentarische Fragen gehandelt. Berlin, 23. Februar. In dem Disziplinarverfahren gegen den Professor Hans Delbrück steht der „National- Zeitung" zufolge am Samstag Termin zur Verhandlung vor dem Disziplinarhofe für nichtrichterliche Beamte unter dem Vorsitz des Unterstaatssekretärs Meinecke an. Berlin, 23. Februar. Dem Vernehmen nach ist der Entwurf eines Kommunal-Wahlgesetzes vom Staatsministerium genehmigt worden und dürfte demnächst dem Abgeordnetenhaus zugehen. Berlin, 23. Februar. Wie der „Vorwärts" meldet, hat die Regierung von Sachsen-Weimar dem Abgeordneten Ahlwardt jede fernere Agitation unter Androhung der Ausweisung verboten. Berlin, 23. Februar. Auf dem Tempelhofer Felde wurde gestern abend gegen 8 Uhr die Schneiderin Borchert von einem Infanteristen überfallen, der ihr Gewalt anzuthun versuchte. Da sie sich zur Wehr setzte, wurde sie von dem Soldaten durch einen Säbelhieb in's Gesicht schwer verletzt. Der Soldat entkam. Berlin, 23. Februar. Die gemeldete Verhaftung des von Schachtmayer ist unter dem Verdacht des gewerbs^ mäßigen Glücksspieles erfolgt. Nach einer andern Meldung soll gegen sämtliche in der Spieler-Affaire verhafteten Personen auch wegen Betruges Anklage erhoben werden. Die Hauptversammlung dürfte noch vor Anfang Juni stattfinden, da die Zeugen-Vernehmnngen große Dimensionen annehmen. Prag, 23. Februar. Der sozialistische Redakteur Reumann aus Wien wurde zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er in einer Versammlung der Eisenbahnbeamten dem Regierungs-Vertreter, welcher die Versammlung auflöste, zugerufen hatte, Sie verstehen das Gesetz nicht. Budapest, 23. Februar. Der Abschluß der Kompromiß-Verhandlungen zwischen Koloman Szell und den Führern der Opposition ist gestern abend durch Ueber- einstimmung in allen Punkten erfolgt. Heute sollen die Punktationen unterzeichnet 'werden und alsdann die Neubildung des Kabinetts vor sich gehen. Rom, 23. Februar. Der Herzog von Orleans wurde von Der italienischen Regierung aufgefordert, jede politische Agitation in Italien zu unterlassen. Daraufhin hat er sich nach Brüssel begeben, um angeblich die Unternehmungen der Bonapartisten zu überwachen. Paris, 23. Februar. Es verlautet, die Verfolgung Beaurepaires wegen Verleumdung des Staats-Oberhauptes und Aufreizung sei beschlosien. Paris, 23. Februar. Der Abgeordnete Habert, Mitglied der Patriotenliga, begab sich gestern zum Ministerpräsidenten Dupuy, um Einspruch dagegen zu erheben, daß es der Patriotenliga untersagt worden sei, sich an dem Leichenznge Faures zu beteiligen. Dupuy begründete diese Maßregel damit, daß die Patriotenliga, die früher aufgelöst wurde, sich wieder neu gebildet habe, ohne sich die Gesetzliche Erlaubnis hierzu eingeholt zu haben. Paris, 23. Februar. Die gesamte republikanische Presse billigt die vom Minister des Innern angeordneten Polizei- Maßregeln für den heutigen Tag. Er bedauert nur, daß dieselben nicht schon früher getroffen worden sind. Paris, 23. Februar. Aus einer Brüsseler Depesche, welche mitteilt, daß der Herzog von Orleans vom belgischen Thronfolger empfangen wurde, schließt der „Gau- lois", daß der Herzog die Unterstützung dieses Hofes finden könnte. Er veröffentlicht deshalb eine Note, daß der Prinz sich bereit halte, seine Pflichten zu erfüllen und sein Pflichtbewußtsein durch die That zu bekunden. Paris, 23. Februar. Die Wahl des Finanzministers Peytral zum Senatspräsidenten ist sicher. Constans wird nicht kandidieren. London, 23. Februar. Die Morgenblätter kommentieren sämtlich die letzten Ereignisse im Sudan, und sind der Ansicht, daß es möglich sei, Daß der Führer der Mahdisten eingefangen und getötet worden sei. „Daily News" sagt, der sudanesische Feldzug sei keineswegs beendet, sondern werde wieder aufgenommen, und England Geld und Leute noch genug kosten. Sofia, 25. Februar. Die Beschwerdenote der Pforte, daß bulgansche Banden ungehindert macedonisches Gebiet überschreiten, wurde von der Regierung in scharfer Weise zurückgewiesen, da dieselbe vollständig unbegründet sei. Marburgersir.che 7. 1696 Sch ssenh r-e men 17. vormittags 11 Uhr, 15*06 1 2 38 692 Großherzogliche Bürgermeisterei: Joutz. 1684 rm: n vormittags 11'/4 Uhr, kommt alsbald nach Beginn zum 1686 Arnsburg, den 22. Febr. 1899. A. Harr Gräfliche Oberförsterei Konr. Rübsamen, Gießen rc. 362 treffen heute ein bei 4 1899. unter Zusicherung reeller Bedienung. 1887 81/, Hambrgr. Hyp Bk. unk. b. 1908 4 Preuß.Hyp A.Bkunk. b.1900 »rief 11 Uhr, einzulkgen. 1676 232.60 Darmst. Bk.-Lctien A. K. Müller 11.. ■*actto: t. — »rad und der Brätzl'schsu »«WerMtS^uch. und 6*m6ntdmt (Pietsch Erben) in «iefen. Ist verliaufen Capitalien Verschiedenes Vermietungen Verkttsermlsen, Mietgesuche Vereine Gfsene Stellen Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 3 6 4 Laubach (Hessen), 22. Febr. 1899. Gräfliche Oberförsterei. 100.76 100.66 27 00 100 00 51.70 100.20 99.00 99.00 100 JO 98.00 100.66 4 4 3 3 101.76 92.90 100.00 000.00 000.00 Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 22. Februar 1899. Das Stadtbauamt. Schmandt. ®elb 81.00 169.46 4.18 a04 Buchen, 268 Buchen, 2 Eichen, 100 Buchen, 11 Eichen- Nadelholz, 509 Buchen, 397 Eichen 45 Nadelholz, 12 Eichen, 3 Fichten. A. & G. Wallenfels Markt 21. — Fernsprech-Nr. 46. Direktorium 1685 Monopol-Griechen von Eisend. Rentenb. Obi. BuderuS Obl. bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 18 Tage. Gießen, den 22. Februar Das Stadlbauamt. Schmandt. Adendeourser 155.30 s Oesterr. Eredit-Actien 0590] Ein tüchtiger Schreinergeselle sowie ein Lehrling gesucht festgesetzt. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angeboie auf Vordruck find bis zum genannten Termin einzureichen. Z'.schlagsfrist 3 Wochen. Gießm, den 22. F bruar 1899. 1672] Der zweite Stock Grünberger« ftratze 24 an ruhige Leute zu vermieten. Procent 41/» Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente empfiehlt sich sur Anfertigung ton Druckarbeiten aller Art Lahnsand für Cementwarenfabrikation Lagerplatz: Aodöerg. 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März 1899 statt, wozu Händler mit direkt aus der Schweiz be- zogenkn S-m.enthaler Faseln, sowie mit nord- deutschen Milchkühen Eintreffen weihen. 7 Prämiierung von Aaseln und Hlindern wozu bemerkt wirb, daß auch solche aus den naheliegenden preußischen und ehemals nassauische« Hrten zugelassen werden. Das Stadtbauamt. —**"‘M—— I Schellfische, Berotngung. Kabliau, Zander, Schollen, Fluh- tinti hechte, lebende Karpfen, Schleie, Die Räumung vou w n Forellen eingetroffen. 3io graben in der Gemarkung Gießen,' ° - .«.<■•.. ■ ßr teilt in drei Lose, soll 87, Frankstr. Hyp. Bk unk. b. 1906 99.00 t 87, Frkf. Hyp. Ered.B. unk. b. 1906 98.00 t T 4 dto. unk. b. 1907 102.00 87, Pomm. Hyp.A.Bk. unk. b.1906 4 Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1904 lOl.bO 4 Frkf.Ldw.Ered.Bk.unkck>.i900 Kleine Familie sucht per 1. April ober später 4- bis 5 Zimmerwohnung, möglichst im Norden der Stadt. Gest. Offerten mit genauen Angaben über Preis rc. unter J. 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