1S99 Nr. 2Ü Zweites Blatt Dienstag den 24. Januar ivrv!Z swahi;4 hinüb« 'n „7 ^vaft. j, m-?Uj nehme iU|. SsgS! fltMt efinbe,'M 5^ 0258 ™ tu J Gießener Anzeiger General-^Anzeiger Mczugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Dringerlvhn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Lnnahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamitienblälter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Aints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. lttlhrtk Koob ig der heiril P-O rasse 7. nberc des Mars itr. Redaktion, Expodition und Druckerei: Schutstraße Ar. 7. ►ereilt. 2 Uhr püoktliii Der hessische Tarif unter- hl ,'*7 v‘v«.uu«) von dem preußischen nicht nur da- r<9' daß er für die Einkommen unter 900 Mk. keine Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde. zur Deckung der Staatsausgaben erforderlichen Mittel auf andere Weise aufzubringen. Wir vermöchten uns auch jetzt noch nicht für den Gedanken der Einführung einer Staatslotterie zu erwärmen, wenn wir die Ueberzeugung hätten, daß die geplante Reform auch ohne sie möglich wäre. Nachdem sich aber nunmehr ergeben hat, daß die allseitig als dringend erforderlich anerkannte Neugestaltung der Besteuerung ohne Heranziehung neuer Einnahmequellen nicht durchführbar ist, nachdem man auch die Weinsteuer wieder in Hebung setzen will, und somit alle anderen Einnahmequellen, die vom Standpunkte der Moral und Gerechtigkeit zunächst und vor der Lotterie in Betracht kommen müßten, nach Möglichkeit erschöpft sind, müssen selbst die Gegner des Lotteriespieles ihre schwerwiegenden prinzipiellen Bedenken fallen lassen, um nicht das Zustandekommen des ganzen, groß angelegten Reformwerkes zu gefährden. Nach Artikel 2 des vorliegenden Gesetzentwurfes wird die Regierung ermächtigt, den Betrieb der Lotterie selbst zu übernehmen oder unter Wahrung ihres Aufsichtsrechts einem Unternehmer zu übertragen. Cs wird jedoch in der zugehörigen Begründung bereits darauf hingewiesen, daß beabsichtigt ist, den Betrieb möglichst an einen Unternehmer zu verpachten. Obwohl zweifellos der Selbstbetrieb durch die Regierung mehr Garantie dafür böte, daß die schädlichen Wirkungen einer Staatslotterie nach Möglichkeit vermieden würden, so kann doch nicht verkannt werden, daß zurzeit, wo es sich lediglich um eine finanzielle Maßregel handelt, die Uebertragung des Betriebes an einen geeigneten Unternehmer um deswillen den Vorzug verdient, weil der Staat hierbei kein Risiko trägt, und auf eine bestimmte jährliche Einnahme von gleicher Höhe rechnen kann. Eine möglichst sichere und stetige Einnahme zu schaffen, ist aber in einem Augenblick doppelt geboten, wo man einerseits auf das bisherige sichere Erträgnis aus Grund- nud Gewerbesteuer vernichtet, und dafür andererseits ganz neue Einnahmequellen einstellt, über deren Höhe bei aller Gewissen- haftigkeit und Sorgfalt der Berechnung doch nur Vermutungen bestehen können. (Schluß folgt.) besitze für Hardens Infamie urkundliche Beweise und die habe er beizubringen. M.P.C Berlin, 21. Januar. Das beim jüngsten Ordensfest ausgezeichnete Mitglied des Reichsversicherungsamtes, der kaiserl. Geh. Regierungsrat Rudolf Stolzmann wird binnen kurzem den zweiten Teil seines in der sozialpolitischen Welt mit großem Beifall aufgenommenen Werkes: „Die soziale Kategorie in der Volkswirtschaftslehre" erscheinen lassen. Der erste grundlegende und kritische Teil erschien im Jahre 1896 (Puttkamer und Mühlbrecht). Rudolf Stolzmann gehört zu denen, die es bedauern, daß während z. B. im medizinischen und naturwissenschaftlichen Fache Theorie und Praxis sozusagen in Personalunion verbunden sind, sodaß der Universitätslehrer und der praktische Arzt manchmal kaum auseinander gehalten werden können, in der Nationalökonomie das bis jetzt nicht der Fall ist. Ob es in der Sache liegt, in der Art der Vorbildung und der Verteilung der Berufsbeschäftigungen oder in der Zerstreutheit der Anwenduugsgebiete will er nicht entscheiden. Die von ihm gewählte Methode ist die der sozialen Betrachtungsweise, welche, unter strengem Ausschluß jeder Parteitendenz und jeder politischen Stellungnahme, doch mitten in die weltbewegenden praktischen Fragen des nach Gestaltung ringenden Wirtschaftslebens hineingreift. Geheimrat Stolzmann gehört dem Reichsversicherungsamt seit 1891 an. MPC. In agrarischen Kreisen ist bemängelt worden, daß die Thronrede nur sehr kurz zur Lage der Land - wirtschaft Stellung nimmt. Es werde in der Rede nicht erwähnt, durch welche Mittel die Negierung auf die Hebung der Landwirtschaft bedacht sein wolle. Der Finanzminister hat in seiner Etatsrede erklärt, daß der Mehrbedarf der Landwirtschaft auf 1,268,988 Mk. veranschlagt sei. Das ist sicher eine respektable Summe. Von 1880/81 bis 1890/91 erfuhren die Gesammtausgaben für den landwirtschaftlichen Etat eine Steigerung von 100 Prozent auf 138 Prozent — von 9,1 auf 12,5 Millionen Mark — in den folgenden 7 Jahren aber eine weitere Zunahme auf 186 Prozent (1897/98 fast 17 Millionen Mark) und der durch Einnahmen nicht gedeckte Zuschußbedarf stieg in der ersteren Periode von 100 Prozent auf 155 Prozent (7,8 auf 11,1 Mill. Mk.) Für 1898/99 war der Mehrbedarf gegen das Vorjahr auf rund 2 Mill. Mk. veranschlagt. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Steuerfreiheit kennt, sondern auch dadurch, daß die Progression nicht bei einer Belastung von 4°/0 aufhört, sondern noch um nahezu % % weitersteigt. Da nach dem Entwurf gerade die mittleren Einkommen bis zu 6000 Mk. schärfer als seither zur Steuer herangezogen werden, so sah man sich veranlaßt, zu bestimmen, daß die Veranlagung um eine oder zwei Klassen niedriger erfolgen soll, wenn auf die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen ungünstig einwirkende Verhältnisse (zahlreiche Familie, Krankheit rc.) zu besonderer Berücksichtigung Anlaß geben. Eine weitere Neuerung besteht darin, daß die Steuerpflicht auf die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Berggewerkschaften, sowie auf die eingetragenen Genossenschaften und Konsumvereine, deren Geschäftsbetrieb über den Kreis der Mitglieder hinausgeht, ausgedehnt wurde. Da alle diese Gesellschaften nicht von der Vermögenssteuer getroffen werden, so entspricht es nur der Billigkeit, sie zur Einkommensteuer heranzuziehen, umsomehr, als diejenigen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, welche ihre Thätig- keit nicht auf den Kreis ihrer Vereinsgenossen beschränken, auch seither gewerbsteuerpflichtig waren, und kein Anlaß vorliegt, sie in Zukunft von jeder Steuer zu befreien. Auch bei der Einkommensteuer sollen ebenso wie bei der Vermögenssteuer in Zukunft keine Steuerkapitalien mehr gebildet werden, sondern die Steuersätze sollen unmittelbar den Steuerbetrag ausdrücken, der von der betreffenden Einkommensklaffe zu erheben ist. Ebenso ist auch für die Einkommensteuerpflichtigen 2. Abteilung der Rekurs an die Ministcrialabteilung für Steuerwesen nicht mehr zulässig, und es wird dafür die Berufung an die Landeskommission eingeführt. Die staatliche Klaffeulotterie. In der Zweiten Kammer der Landstände ist bereits früher mehrfach der Antrag auf Einführung einer staatlichen Klaffenlotterie eingebracht worden. Die Regierung hat sich seither jedoch stets aus Gründen der Moral ablehnend dagegen verhalten, und nach unserer Auffassung wohl auch solange mit Recht, als die Möglichkeit gegeben war, die Nie ZtMssteukklkform im Großherzoginm Hessen. (Nachdruck verboten.) (3. Fortsetzung.) Die Abänderung des Einkommensteuergesetzes. Kiel, 21. Januar. Als Ersatz für den Kreuzer „Eormoran" von der ostasiatischen Station, welcher nach Samoa entsandt wird, geht das Kanonenboot „Iltis" gleich nach der am 1. Oktober erfolgenden Seeklarmachung nach Ostafrika. Köln, 21. Januar. Infolge des auf der gesamten Mittel- und Oberrhein-Strecke zurückgehenden Wasserstandes steht die Wiederaufnahme der Schleppschiffahrt für heute zu erwarten. Der amtliche Nachrichtendienst ist eingestellt worden. Aus dem Ruhrgebiet wird gemeldet, daß der Rhein langsam, die Ruhr rapide zurückgeht, sodaß auch dort die Wiederaufnahme des gesamten Verkehrs beginnt. Es finden umfangreiche Kohlen-Verfrachtungen statt, da die Schiffahrt wegen des hohen Wasserstandes auf längere Zeit hinaus bis Straßburg ausgedehnt werden kann. Stuttgart, 17. Januar. Seitdem Deutschland in die Reihe der Colonialmächte eingetreten ist, sind von allen deutschen Missionsgesellschaften kaum 12 Aerzte ausgesandt worden, weil es an Mitteln für diesen Zweig der Thätigkeit noch überall gebricht. Und doch vermag kein anderes Mittel so sehr den Eingeborenen zu imponieren und einen so nachhaltigen Einfluß auf sie auszuüben, als die barmherzige Liebesthätigkeit des Arztes, der mit seiner überlegenen Wissenschaft und Kunst die finstere Macht der heidnischen Priester bricht, Krankheiten und Siechtum bannt und bei den Eingeborenen Achtung, Vertrauen und Dankbarkeit gegen die weiße Rasse weckt. Es muß daher mit Freuden begrüßt werden, daß nun ein Deutscher Verein für ärztliche Mission sich gebildet hat, dessen Geschäftsführung der durch 21jährige Praxis in Indien mit den Verhältnissen wohlvertraute Missionsarzt Dr. med. Liebendörfer in Stuttgart übernommen hat. In erster Linie soll das Interesse für unser deutsches Schutzgebiet Kamerun geweckt werden, wo seit längerer Zeit schon ein dringendes Bedürfnis nach ärztlicher Versorgung sowohl für die Missionarsfamilien als für die Eingeborenen besteht. Erstrebt wird die Errichtung eines Hausesfür den Arzt in Bonaku, dem Centrum der Mission, in der Nähe der Regierung, mit einem Kostenaufwand von 20—25 000 Mk. Die Ausrüstung und Aussendung des Arztes erfordert 2000 Mk., die Errichtung eines kleinen Spitals 12000 Mk. Also sind rund 40000 Mk. für diesen Zweck aufzubringen. Aehnliche Aufgaben harren des Vereins in anderen Missions- W m Di Haus Vorst lingm, Wd. Deutsches Reich. Berlin, 21. Januar. Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des Chefs des Generalstabes, Grafen v. Schliessen und darauf denjenigen des Chefs des Militärkabinets, General v. Hahnke. Um 1 Uhr nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen und empfing den Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Generalmajor Liebert, zur Anmeldung. Berlin, 21.Januar. Der Kaiser hat genehmigt, daß von jetzt an Jmmediatberichte mittelst Schreibmaschine hergestellt werden können. Voraussetzung ist jedoch dabei die Anwendung einer gleichmäßigen Schriftart. Berlin. 21. Januar. Der Präsident des Reichstages, Graf Ballestrem, wird morgen abend ein Essen, zu welchem die Mitglieder des Vorstandes Einladungen erhalten haben, in der Präfidial-Wohnung geben. Berlin, 21. Januar. Im Abgeordnetenhause begann heute die erste Lesung des Etats. An der Debatte beteiligten sich Finanzminister Miquel, die -Abgeordneten Richter, Graf Limburg-Stirum, der Kultus-Minister Dr. Bosse und Abgeordneter Sattler. Die Arbeiten werden am Montag fortgesetzt. Berlin, 21. Januar. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus London sprach während des gestrigen Ministerrates der deutsche Botschafter Graf Hatzfeld vor. Dieser ungewöhnliche Besuch wird mit der Samoa-Krisis in Zusammenhang gebracht. Berlin, 21. Januar. Vor dem Schöffeugericht stand heute abermals Termin zur Hauptverhandlung an in der Privatbeleidigungsklage des Herausgebers der Zukunft, Maximilian Harden, gegen den Herausgeber der Preußischen Jahrbücher, Professor Hans Delbrück. Es handelt sich bekanntlich um den Vorwurf der Infamie, den der Verklagte in einem Artikel der Preußischen Jahrbücher dem Privatkläger gemacht hat. Der Präsident hat beschlossen, sämtliche Beweisanträge des Professors Delbrück, sowie die Sachen Mehring, Treitschke und Otto Erich Hartlebeu abzulehnen. Der Gerichtshof stellt sich auf den Standpunkt, wonach bei Beleidigungsklagen Beweisanträge nur soweit zulässig sind, als 'fle sich ganz direkt auf die Beleidigung selbst beziehen. Delbrück habe aber erklärt, er Stadltbealer, 24. Januar IM. Leopold. lang in 5 Mn ti Mufit von R. Bi« hbe nach 10/t U6r. D- l» Forderungen nicht genügt, und es wird deshalb auch ein Gesetzentwurf über die Abänderung des Einkommensteuergesetzes vorgelegt. Ä rr 3uJ*eit ^den in Hessen die unteren Einkommens- m l assen hoher, die oberen dagegen geringer als in Preußen bir Emkommensteuer herangezogen. Dieses offenbare Miß- iqj ttryaltnis soll wenigstens insoweit beseitigt werden, als die trogrejfion für die höheren Klassen verschärft wird. Ein- Ä k Ostung der unteren Klassen konnte nicht erfolgen, da sonst das finanzielle Erträgnis nicht ausreichen würde: - ^ßerdem wird m der Begründung mit Recht darauf hin- landiungen. Nach der gemeinsamen Begründung soll in dem neuen Staatssteuersystem die Einkommensteuer gewissermaßen das WV - Rückgrat des ganzen Systems bilden, und die Besteuerung tiV.dirUt^ mit der Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen in Einklang l bringen. Ferner soll sie, um die Durchführung der Reform . zu ermöglichen, einträglicher veranlagt sein als seither, und schließlich vom sozialpolitischen Standpunkte aus möglichst gerecht sein. Die Begründung kommt zu dem Resultat, daß dis derzeitige Einkommensteuergesetz von 1895 diesen An- Alberten« d-Rente !N Trieben *>n 1887 811 r Vorstand. Ld MO ilung ienb5 6 W, kniend- 0* n. «■TiP.'T'— .*“ -v’-giuuuung mu mecyr oaraur YIN- SÄ' bMa6 Befreiung der Klaffen bis zu ÄLkunk'b. M jooJ 9(KD Mk. vom sozialpolitischen Standpunkte aus gar nicht voA-dk.nÄ'M besonders wünschenswert erscheint. ‘ Es sind daher für die 2. Abteilung der Steuerpflichtigen io S zu einem Einkommen von 2600 Mk.) die seitherigen 8dtf # Steuersätze mit nur geringfügigen Aenderungen geblieben, dagegen beginnt schon mit der ersten Klasse der 1. Ab- cinc Erhöhung des seitherigen Satzes, bei WO Mk. Einkommen wird eine Belastung von 2,66 o/ h 10,000 Mk. eine solche von 3%, bei 50,000 Mk. eine We von 3,6%, bei 100,000 Mk. von 4%, und schließ- libgctien 5 bei dem dermaligen höchsten Einkommen eine Belastung nahezu 4,5% erreicht. ' ...... " " »etzky' A'det sich hiernach >d. ’d our«h, dak er für gebieten. Von allgemeinen Bestrebungen, die er verfolgt, seien genannt: die Sammlungen der neuesten Erfahrungen aus dem Gebiete der Tropeumedizin und Tropenhygieiue und deren Bekanntgabe an alle deutschen Missionsärzte; die Unterstützung von Studenten der Medizin, die sich dem Beruf des Missionsarztes widmen wollen; die Ausrüstung von Aerzten der Basler Mission im besonderen mit Instrumenten, Verbandzeug und Medikamenten; die Sammlung von Mitteln zur Unterhaltung der ärztlichen Stationen, der Spitäler u. s. w. Fürwahr eine schöne Aufgabe, welche die kräftige Förderung und Unterstützung im deutschen Vaterlande verdient. Ausland. Wien, 21. Januar. Das Reichsgericht hat die Beschwerde des Reichenberger Stadtrats gegen das Verbot des deutschen Städtetages in Böhmen zurückgewiesen. Wien, 21. Januar. In Abgeordnetenkreisen verlautet, daß die von parlamentarischer Seite gemachten Anstrengungen, die deutsche Opposition zum Fallenlassen der Obstruktion zu bewegen, damit das Parlament wieder aktionsfähig werde, Aussicht auf Erfolg biete. Budapest, 21. Januar. Baron Banffy dürfte sich heute abend nach Wien begeben, um dem Kaiser über das bisherige Resultat Bericht zu erstatten. Es verlautet, daß trotz der ablehnenden Haltung der Opposition die Regierung die Kompromiß-Verhandlungen fortsetzen wolle. Budapest, 21. Januar. Die Reise Banffys^nach Wien wird erst in einigen Tagen erfolgen, weil die Regierung die Antwort der Opposition vorerst zum Gegenstand reiflicher Erwägungen machen will. Paris, 21. Januar. Der Abgeordnete Breton, welcher in der gestrigen Sitzung der Kammer durch eine Bemerkung des Abgeordneten Millevoye sich beleidigt fühlte, hat diesem seine Zeugen gesandt. Die Zeugen erklärten jedoch, daß die gefallenen Worte nicht dazu angethan seien, ein Duell nach sich zu ziehen. Loudon, 21. Januar. „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai, die Rebellion in der Provinz Tsau-Hu nehme zu. M.P.C London, 22. Januar. In der englischen Presse waren grobe Beschuldigungen gegen den Sirdar und seine Truppen erhoben worden, indem behauptet wurde, daß die Verwundeten und Wehrlosen in der Schlacht bei Omdurmann in der brutalsten Weise von den englischen Soldaten niedergemacht seien. Die regierungsfreundliche Presse führt dagegen das Zeugnis des italienischen Majors Calderai ins Treffen, der als militärischer Vertreter Italiens der Schlacht beiwohnte und' der in seinem ossiziellen Bericht die Mäßigung der englisch-ägyptischen Soldaten nicht genug loben kann, da diese sich trotz Schmähungen von feiten verwundeter fanatischer Derwische sich in keiner Weise zu den oben genannten Ausschreitungen hinreißen ließen. — In England ist man jedoch der Ansicht, daß eine Beruhigung der öffentlichen Meinung erst nach einer genauen Untersuchung im Parlament zu stände kommen wird. — Allem Anschein nach beabsichtigt England mit |ber spanischen Negierung wegen der Erweiterung ihres Gebiets bei Gibraltar in Verhandlung zu treten, da die Größe des Platzes mit der Zahl der Bewohner in keinem Verhältnis mehr steht. Konstantinopel, 21. Januar. Infolge auf der Pforte eingelaufener Nachrichten aus Mazedonien scheint sich dort eine aufständische Bewegung für das Frühjahr vorzubereiten. Algier, 21. Januar. Der Bäcker-Ausstand ist beendet, nachdem eine Verständigung zwischen den Arbeitgebern und Gesellen stattgefunden hat. Infolgedessen ist die Arbeit in Algier und Umgebung wieder ausgenommen worden. Samoa. Die bis Samstag eingelaufenen Meldungen lassen bereits eine etwas ruhigere Auffassung auf amerikanischer Seite durchblicken. Aus Washington liegt zunächst folgende Drahtnachricht vor: „Das Kabinet beriet heute über die Samoa-Angelegenheit; aber da keine amtliche oder neuere Information vorlag, war mau der Ansicht, daß gegenwärtig nichts unternommen werden sollte, was über die Beantragung einer Konferenz von Vertretern der drei beteiligten Mächte hinausginge. Man ist der Ansicht, daß in Berlin eine Konferenz bald zusammentreten wird." Eine weitere Meldung des „R. B." aus Washington besagt Folgendes: „Wie offiziös gemeldet wird, behandelt das Staatssekretariat die Samoafrage mit Entschiedenheit, aber mit Besonnenheit. Es ist nicht einverstanden mit den aufregenden Zeitungsartikeln, welche darauf berechnet sind, eine freundschaftliche und gütliche Lösung der Frage zu durchkreuzen. Amtliche Mitteilungen fehlen noch. Soweit sich in Berlin ermitteln läßt, kennt man amtlich den Grund nicht, der den Oberrichter veranlaßte, Mataafa für nicht wählbar zu erklären. Man vermutet jedoch, daß diese Entscheidung auf unlautere Beeinflussuug von feiten der interessierten Parteien zurückzuführen sei." Man muß anerkennen, daß diese Meldung eine ruhige und objektive Beurteilung verrät. Es wird daher auch von unserer Seite notwendig sein, ein weiteres Urteil über die Vorgänge zurückzuhalten, bis genügende amtliche Aufklärung über die Thatsachen erfolgt ist. Wir wollen zuversichtlich hoffen, daß es unserer Regierung gelingen wird, die beiden anderen Vertragsmächte von der Unhaltbarkeit der bisherigen Zustände zu überzeugen, sowie davon, daß es ihrem eigenen Interesse am besten entspricht, wenn die deutschen Interessen, die auf den Inseln die erste Stelle einnehmen, ausgiebig und nachdrücklich gewahrt werden. — Hebet die Hnruhen selbst wird in Ergänzung früherer Nachrichten noch berichtet: Während des Kampfes 'n Apia am Neujahrstage landete das englische Kriegsschiff „Porpoise" eine Abteilung bewaffneter Matrosen, welche zunächst die Wohnung des amerikanischen Oberrichters, etwa eine halbe Stunde südlich Apias gelegen, und demnächst die in Apia am Strande gelegene Station der Londoner Mission besetzten. Hiernach flüchtete die Tanupartei unter den Schutz der Truppe, bis deren Wiedereinschiffung erfolgte. Bei dieser Gelegenheit begaben sich Tanu, Tamasese und Oberrichter Chambers an Bord des „Porpoise". Alsdann fand auch ein Teil der Tanupartei längsseits des Kriegsschiffs Schutz, indem die Flüchtlinge zur Auslieferung ihrer Waffen veranlaßt wurden. Der Rest der Partei wurde von den Gegern auf der Halbinsel Mulinun bei Apia gefangen genommen. Mataafa selbst hat sich an den Kämpfen nicht beteiligt. Das im Hafen liegende deutsche Kriegsschiff „Falke" hat in die Händel der Eingeborenen nicht eingegriffen. — Von englischer Seite hat, wie aus Wellington in Neuseeland gemeldet wird, der Kreuzer „Tauranga" Befehl erhalten, nach Samoa zu gehen. • M.P.C. Da neuerdings die Samoa-Frage wieder aktuell wird, ist es an der Zeit daran zu erinnern, daß zwischen dem Deutschen Reich, den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien unterm 14. Juni 1889 die Generalakte der in Berlin abgehaltenen Samoakonferenz zur Publikation gelangte. Diese Konferenz bildete die Fortsetzung einer solchen, welche in Washington am 15. Juni 1887 ihren Anfang nahm. Es waren folgende Bevollmächtigte zu ihr ernannt: für das deutsche Reich: Graf Herbert Bismarck, Staatsminister und Staatssekretär der auswärtigen Angelegenheiten, der Wirkliche Geheime Legationsrat Baron von Holstein und der Geh. Legationsrat ür. Krauel aus dem Auswärtigen Amt. Seitens der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika: die Herren John A. Kassou, William Walter Phelps und Georges H. Bates. Seitens Englands: Sir Edward Baldin Malet, (Botschafter in Berlin), Herr Charles Siemont Scott (außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister bei der schweizerischen Genossenschaft und Herr John Archer Growe, Ihrer Majestät Handels-Attache für Europa. Es wurde bestimmt, daß die Samoa-Inseln ein neutrales Gebiet seien, innerhalb dessen die Bürger und Untertanen der drei Vertragsmächte gleiche Rechte in Bezug auf Wohnsitz, Handel und persönlichen Schutz besitzen. Die drei Mächte erkannten die Unabhängigkeit der samoanischen Regierung und das freie Recht der Eingeborenen an, ihren Häuptling oder König zu erwählen und ihre Regierungsform in Gemäßheit ihrer eigenen Gesetze und Gewohnheiten zu bestimmen. Keine der Mächte sollte eine gesonderte Kontrole über die Inseln oder deren Regierung ausüben. — Es wurde verabredet, daß ein oberster Gerichtshof in Samoa eingesetzt werde — dessen ausschließlicher Zuständigkeit übertragen würden alle Zivilprozesse betreffend Grundeigentum in Samoa, und zwischen Eingeborenen und Fremden oder zwischen Fremden verschiedener Nationalität, sowie alle Verbrechen und Vergehen von Eingeborenen gegen Fremde oder von solchen Fremden, welche nicht einer Konsulat-Gerichtsbarkeit unterworfen sind. Außerdem enthält die Generalakte Bestimmungen über den Erwerb von Ländereien, eine Erklärung betreffend Besteuerung und Einkünfte in Samoa, eine solche über die Beschränkung des Verkaufs und Gebrauchs von Waffen, Munition und berauschenden Getränken und schließlich Die allgemeine Bestimmung, daß die Vorschriften der Akte im Gebrauch bleiben sollten bis sie nach Uebereinstimmung der drei Mächte abgeändert würden. Auf Verlangen einer der Mächte sollten dieselben nach Ablauf von drei Jahren gemeinschaftlich erwägen, welche Verbesserungen in den Bestimmungen dieser Generalakte etwa eintreten sollten. Der Austausch der Ratifikationsurkunden über diese Geueralakte fand am 12. April 1889 statt. Der König Malietoa erklärte, namens der samoanischen Regierung ein Jahr später — unterm 19. April 1890 — den Beitritt zu derselben. _______________________ Males und MovinMes. Gießen, den 23. Januar 1899. ** Hessische Klafsenlotterie. Unter den bei der Zweiten Kammer von der Großh. Staatsregierung in Verbindung mit der allgemeinen Steuerreform-Vorlage eingebrachten Gesetzesentwürfen befindet sich bekanntlich auch derjenige, betr. die Einführung einer hessischen Klassen- Lotterie. Der fragliche Entwurf hat folgenden Wortlaut: „Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein 2C. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen wie folgt: Art. 1. Unsere Regierung wird eine staatliche Klassenlotterie unter der Bezeichnung „Großherzoglich Hessische Landeslotterie" einfühten. Art. 2. Unsere Regierung wird ermächtigt, den Betrieb der Lotterie selbst zu übernehmen oder unter Wahrung ihres AufsichtsrechteS einem Unternehmer zu übertragen. Auch im Falle der Verpachtung des Lotteriebetriebes haftet der Staat vorbehaltlich seines Ersatzanspruchs an den Unternehmer dem Inhaber des Loses für die Auszahlung des Gewinnes und der Prämie, welche er plan- und bestimmungsgemäß anzusprechen hat. Art. 3. Alljährlich werden zwei Lotterien nach einem staatlich zu genehmigenden Spielplan veranstaltet. Die zur Ausführung dieses Gesetzes erforderlichen Bestimmungen erläßt Unser Ministerium der Finanzen. Art. 4. Wer in außerhessischen Lotterien, die nicht mit staatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelassen sind, spielt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mk. bestraft. Den Lotterien sind alle außerhalb Hessens öffentlich veranstaltete Ausspielungen beweglicher oder unbeweglicher Sachen gleich zu achten. Art. 5. Der Zeitpunkt, mit welchem dieses Gesetz in Kraft tritt, wird durch Verordnung bestimmt. Art. 6. Unser Ministerium der Finanzen ist mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels." Die Regierung glaubt auf die aus der Lotterie fließende Einnahme umsoweniger verzichten zu sollen, als die vielfach angeregte Regelung der Lotteriefrage durch das Reich nach den Erklärungen des Königlich Preußischen Ministers der Finanzen in absehbarer Zeit wohl kaum in Aussicht steht, vielmehr, wie das Vorgehen Lübecks und der thüringischen Staaten zeigt, eher eine Vermehrung als eine Verminderung der Staatslotterien in Deutschland zu erwarten fein dürfte. Q ** Eine veraltete Polizeibestimmung. Nach dem Art. 228 des immer noch zu Recht bestehenden Polizeistrafgesetzbuches ist es den Wirten bei Strafe verboten, während des Sonnoder festtägigen Gottesdienstes Speisen und Getränke zu verabfolgen. In den Städten des Großherzogtums wird diese Bestimmung schon lange nicht mehr gehandhabt. Kürzlich hat nunmehr der Vorstand des hessischen Gastwirteverbandes dem Großh. Ministerium eine Eingabe unterbreitet mit dem Ersuchen, den fraglichen Art. 228 des Polizeistrafgesetzbuches entweder abzuändern oder vollständig aufzuheben. Das Ministerium hat daraufhin dem Vorstände ein Schreiben zu- gehen lassen, mit der Mitteilung, daß eine Revision des Polizeistrafgesetzbuches in Aussicht genommen fei, und daß bei dieser Gelegenheit auch eine Abänderung oder Aufhebung des Artikels 228 dieses Gesetzes in Erwägung gezogen werden würde. Aus Oberhessen, 20. Januar wird der „Darrnst. Ztg." geschrieben: In verschiedenen Orten der Provinz, namentlich in den nach dem Vogelsberg hin gelegenen, besteht vielfach noch die Unsitte, das Brennholz nicht in geschloffenen Räumen oder Schuppen, sondern auf allen möglichen Plätzen und Winkeln, sogar in den sogenannten Reuten, unterzubringen. Da dadurch die Feuersgefahr für die betreffenden Gebäulichkeiten bedeutend erhöht wird, sind die Kreis- behörden mit Recht darauf bedacht, diese Mißstände zu beseitigen. So fordert gegenwärtig das Großherzogliche Kreisamt Schotten die Bürgermeistereien auf, energisch auf Abstellung dieser Mißstände in ihren Gemeinden zu dringen. — Das ungesunde feuchte Wetter hat wieder allerlei Krankheiten im Gefolge. So kommen in manchen Orten zahlreiche Jnfluenzaerkrankungen vor. Auch hört man hier und da auf dem Lande von Diphteritiserkrank- ungen unter den Kindern. Darmstadt, 21. Januar. Bank für Süd deutsch- land. Eine in der „Franks. Ztg." enthaltene, bisher nicht dementierte Mitteilung bringt die überraschende Nachricht, daß der Bundesrat beschlossen habe, die deutschen Privatnotenbanken durch Aenderung des Reichsbankgesetzes vom Jahre 1875 zu verpflichten, nach Ablauf des kommenden Jahres nicht mehr unter dem Satze der Reichsbank zu diskontieren. Durch diesen Beschluß scheinen die Existenzbedingungen der Privatnotenbanken, also auch der Bank für Süddeutschland, verschlechtert, wenn nicht gar ernstlich gefährdet. Wir hören, daß die Großherzogliche Handelskammer hier sich am Montag mit dieser Angelegenheit befassen wird, und zweifeln nicht daran, daß dieselbe gegen die von dem Bundesrat beabsichtigte Gesetzesänderung Stellung nehmen wird, was schon durch die anderenfalls drohende Gefahr einer bleibenden Verteuerung der Zinssätze sich als geboten erweisen dürfte. Darmst. Ztg. Bingen, 20. Januar. Die hiesige Handelskammer sprach sich über die Errichtung einer Handelsschule dahin aus: Sie verkenne nicht den Wert einer höheren kaufmännischen Bildung, halte aber vorerst für näher liegend und praktisch wichtiger eine reichliche staatsseitige Unterstützung der bestehenden kaufmännischen Fortbildungsschulen, bezw. Neuerrichtung solcher, wo dafür ein Bedürfnis hervortrete. Betrachtungen von Hermann Lekisch. Als wir vor einiger* Zeit die hundertjährige Wiederkehr des Tages feierten, an dem „Wallensteins Lager" zum erstenmale am Hoftheater zu Weimar aufgeführt wurde, gab man überall die Trilogie, und überall hatte man sie, fo gut wie möglich, ausgeftattet und einstudiert, dennoch war nirgends das Theater fo besucht, als an den Tagen, an denen „Im weißen Rößl" der bekannten Lustfpielfirma Blumenthal und Kadelburg zur Aufführung kam. Leider macht man in den letzten Jahren immer mehr die traurige Erfahrung, daß da» Interesse des großen Publikums für klassische Werke erlahmt, daß man lieber über die blutigen Kalauer eine» Blumenthal lacht, als daß man bei den geistvollen Versen eines KlaisikerS etwas denkt. Das große Publikum geht eben heute nur ins Theater, um sich zu amüsieren, und nicht, wie früher, um sich dort zu bilden. Um schlechte Stücke zu sehen oder sich einmal tot zu lachen, wie es im Volksmunde heißt, geht man jetzt dahin. Ich wüßte diesen Leuten ein vie Ibesseres und billigeres Mittel, um einmal gesund lachen zu können, man leihe sich einen Jahrgang der „Fliegenden Blätter" und man wird viel eher auf seine Kosten kommen. Da die Herren Theaterdirektoren leider mehr auf das Geld als auf die Kunst sehen müssen, fällt es ihnen garnicht ein, sich ein Publikum für klassische Stücke heranzubi'.den, sondern fie lassen dieselben eben einfach vom Spielplan verschwinden, oder bringen fie so wenig wie möglich, und ungenügend vorbereitet; daß dann das Publikum lieber auf klassische Werke verzichtet, als daß es stch eine Parodie vorführen läßt, ist selbstverständlich. Kurzum, es giebt in ganz Deutschland nur wenige Theater, die klassische Stücke anständig aufführen und das find vor allem: das Berliner Schauspielhaus, das Deutsche Theater zu Berlin und die Münchener Hofbühne. Auf dis im Vorhergehenden angegebenen Gründe ist es auch zurückzuführen, daß man unter den jungen Schauspielern und Schauspielerinnen nur wenige findet, die Verse richtig deklamieren können. S» giebt gute Lustspiele und Schwänke das find aber hauptsächlich die älteren von Moser, Benedix und Kotzebue und die fron« zöfischen, die neueren find zumeist minderwertig. Niemand wird von einem Schwanke mehr verlangen, als daß er ein wenig Sinn und einige gute Witze enthält, kurz, daß er den ^cks und der ?1'H eine W«»b iB et, bbem &t. 228 M-tzbichs "d d-S Sonn, tlta”fe in»,,, "? *b biefe °bL, ^^teverbandes mit htm ^Gesetzbuches »heben. Das ' Schreiben zu- Wlion des 1 sei, und daß oder Aufhebung i9Un9 gezogen Darmst. inz, nmnenti^ .besteht vielfach in geschlossenen Men Plätzen ulen, unterzu- ie betreffenden ib die Kreis- Mißstände zu Srvstherzogliche i, energisch auf Den zu dringen, wieder allerlei n in manchen r. Auch hört chteritiserkraiss- Züddeutsch- jaltenc, bisher raschende Nach- die deutschen ichsbankgescßes \\ des iMMn- der Reichsbank nen die Existenz- auch der Bank icht gar ernstlich -gliche Handels- ngeiegenheit be> i, dr^ebde geg» Kese-e/MEg bit anderenfalls ig der Zinssätze rmst. Zig- Handelskammer er Handels- )en Wert einer der vorerst für reichliche staats- nännischen Fort- ilcher, wo dafür ährige WiedeM tnö Lager F esghrt wurde. g°° *e man ste, so 9“ I'ÄÄfS s:" r L®trte «'*( r'sS «■gS* iS wird viel eher nan « ^^ktoren n Theodo ^rn, ras f*llafflfie telÜU® st' einfai» *«*<£** -n L Publix dann° fich eine i(8 AutjumJ* ndliö bje klasfis^ Dealer. da» nd ^r ° setll« gehende" - im ^rh^h »<» ,d)aufPiel n ßt 9 J d«fJt tw1A Abend angemessen ausfüllt. Dar thun aber unsere neueren Schwänke und Lustspiele nicht, sie bringen, wenn e» gut geht, neben einer faden Handlung in jebem Akte einen Witz, an dem dann stundenlang gezehrt wird. Es ist wirklich kaum zu verstehen, daß Stücke wie: „Hans Huckebein", „Logenbrüder", „Charleys Tante" und „Im weißen Rößl" 20 bis 30 mal volle Häuser bringen können, während bei der Aufführung eines Dramas das Theater kaum zur Hälfte gefüllt ist. Das neuere Drama hat dagegen, wenn auch nur wenige, so doch immerhin einige gute Stücke hervorgebracht, von denen vor allem Sudermann« „Johannes", Hauptmanns „Versunkene Glocke" und „Fuhrmann Henschel", Langmanns „Bartel Turaner" und Halbes „Jugend" zu nennen sind, die wirklichen poetischen Wert haben, während wir beim deutschen Lustspiel den esprit des französischen Satirikers gänzlich vermissen. Die deuischen Lustspieldichter schreiben eben nur, um Geld zu verdienen, so viel Geld zu verdienen, um sich dann an irgend einem schönen Orte eine Villa zu kaufen und dort sorgenlos leben zu können. Das Publikum sitzt dann im Theater, grinst schreit und trampelt, und wenn es auch die faulen Witze garnicht versteht, es lacht doch mit, weil die anderen e» auch thun, und man sich doch für fein Geld amüsieren will. An unserem Lustspiel zeigt sich erst recht die Wahrheit der Schillerschen Worte: „Unsinn du siegst^; denn je unsinniger, je fader ein Stück rst, desto sicherer ist heutzutage sein Erfolg. Vermischtes. * Deutsche Gesellschaft für Volksbäder. Infolge einer Anregung seitens des Berliner Vereins für Volksbäder ist eine Deutsche Gesellschaft für Volksbäder im Werden begriffen. Nahezu dreihundert angesehene Männer aus allen Teilen des Deutschen Reiches haben sich zusammen gefunden, um für die Hebung des Volks-Badewesens thatkräftig einzutreten. Hohe Regierungs-Beamte, die Leiter der größten und kleineren städtischen Gemeinden, hervorragende Vertreter der medizinischen Wissenschaft (unter ihnen fast alle Professoren der Hygiene in Deutschland), Vorstandsmitglieder des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege, Industrielle, Bankiers und Kaufleute, politische und wissenschaftliche Publicisten, sowie viele andere Freunde der öffentlichen Wohlfahrt haben sich bereit erklärt, in diesem Sinne miteinander thätig zu sein. In allen Gegenden Deutschlands sollen Zweig-Vereine geschaffen werden, welche die Einrichtung neuer, die Erweiterung und Verbesserung bereits bestehender Anstalten, vor allem aber auch die Neigung zur Benutzung derselben in weiten Kreisen der Bevölkerung befördern wollen. Die Konstituierung der Gesellschaft erfolgt in kurzem. Doch wird schon jetzt zum Eintritt eingeladen. Mitglied kann jedermann werden. Der Jahresbeitrag ist (von drei Mark an) in das Belieben jedes Einzelnen gestellt. Schriftliche Meldungen werden an das einstweilige Bureau der Deutschen Gesellschaft für Dolksbäder, Berlin NW. Karl- straße 19, erbeten. * Der Fernsprecher in Deutsch-Togo und Deutsch-Ostafrika. In Togo besitzen die beiden dort bestehenden Postanstalten Fernsprecheinrichtungen, die recht fleißig benutzt werden. Während des Jahres 1897/98 sind im Ganzen 4027 Gespräche geführt worden, nämlich 3557 in Klein-Popo und 470 in Lomö. — In Ostafrika find nunmehr alle neun an der Küste gelegenen Postanstalten mit Fernsprechern ausgerüstet und unter einander verbunden. Während im Jahre 1896/97 bei sieben Postanstalten 1545 Gespräche geführt wurden, stieg die Benützung im Jahre 1897/98 auf fast das Doppelte; es wurden nämlich 2713 Gespräche geführt. An erster Stelle steht mit 499 Gesprächen Kilwa, dem mit 481 Dar-es-Salaam und mit 470 Mohoro folgen. In Lindi wurden 339, in Bagamoyo 299, in Mikimbani 240 Gespräche geführt. Daran schließen sich Tanga mit 138, Pangani mit 133 und endlich Saadani mit 116 Gesprächen. — In absehbarer Zeit wird der Fernsprechverkehr auch in Südwestafrika eingeführt werden. Der Eisenbahn-und Telegraphenbau schreitet hier rüstig vorwärts und nach Vollendung dieser Arbeiten wird ein Fernsprechdienst nicht lange auf sich warten lassen. * Der arg verkannte Honigkuchen. Arg verkannt wurde jüngst ein Honigkuchen, den die Töchter eines schwedischen Landpastors zu einer landwirtschaftlichen Ausstellung in einer Provinzstadt eingesendet hatten in der Erwartung, einen Preis zu erhalten und damit ihrem alten Vater eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Eines Tages, als die Familie bei Tische saß, kam ein großes versiegeltes Schreiben an, das also lautete: „Das Preisrichter-Kollegium der siebenten Gruppe, welche Stallgebäude und das zugehörige Baumaterial umfaßt, hat den Fräuleins Minny und Betty Hansen eine goldene Medaille zuerkannt für die von ihnen ausgestellte Probe zum Bodenbelag von Stallungen und Meiereien. Obgleich die Zusammensetzung der vorzüglichen Masse nicht — wie es die Statuten erfordern — genau angegeben ist, konnte das Richterkollegium nicht unterlassen, dieses vorzügliche Erzeugnis zu prämiieren. Selbst neubeschlagene Pfürde werden nicht im stände sein, einen mit Fliesen aus dem eingesendeten Material belegten Stallboden zu beschädigen. * Bismarck-Sarkophag. Im Mausoleum zu Friedrichsruh soll bekanntlich dem verstorbenen Fürsten Bismark und seiner Gemahlin ein in Marmor hergestellter Sarkophag errichtet werden. Zu dem ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sich 23 Bewerber gemeldet. Wie aus Salzburg berichtet wird, ist die Aktiengesellschaft für Marmorinduftrie, Kiefer, zu Oberalm bei Hallein mit der Ausführung der beiden Sarkophage betraut worden, und zwar wird sie zu denselben den prachtvollen Marmor des Unterberges bei Salzburg verwenden. * Reue Postkarten. Da die Zeit naht, in welcher wieder dem Radfahrsport gehuldigt werden kann, fühlt mancher an. gehende oder perfekte Radler, besonders aber auch manche fesche Radlerin da- Bedürfnis, nach so und so viel durch» radelnden Kilometern Postkartengrüße an liebe Freunde und Bekannte zu senden. Diesem Bedürfnis werden in hohem Grade die soeben von der Continental Pneumatik-Kompagnie herausgegebenen Postkarten, von denen uns die erste Serie vorliegt, entsprechen. Die ebenso farbenprächtig wie humoristisch gehaltenen Karten werden ohne Zweifel dem Empfänger Freude bereiten. * Elektrischer Bahnbetrieb Berlin-Hamburg? Den „Alt. Nachr." wird mitgeteilt, daß im Berliner Eisenbahnministerium eine sorgfältige Berechnung darüber stattgefunden habe, wie sich Ausgaben und Einnahmen stellen würden, wenn auf der Berlin-Hamburger Bahn elektrischer Betrieb eingeführt würde. Die Rechnung soll eine fünsprozentige Verzinsung ergeben haben. Der außerordentliche Vorteil gegen den heutigen Zustand würde darin liegen, daß die Züge, die heute schon auf der Bahn die größte, auf dem Festlande erreichbare Geschwindigkeit haben, doppelt so schnell wie jetzt würden geben können daß man also in etwa 1 s/4 Stunden diese 38 Meilen durchfahren würde. Die Bürgschaft für die Mitteilung lehnt das genannte Blatt freilich ab. * Die größte Eisenbahnbrücke der Welt wird unzweifelhaft die Brücke der sibirischen Essenbabrr über dm Jenissei werden. Ihre Baukosten belaufen sich auf 2279 950 Rubel. Ursprünglich sollte sie erst im Frühjahre 1900 fertig gestellt sein. Rach den jetzigen Nachrichten wird die Eröffnung aber bereits im nächsten Mai erfolgen können. Der Bau ist ganz m Stein und Eisen ausaeführt. Verkehr, Zand- und Volkswirtschaft. — Zusammenstellung der im Jahre 1898 in New-Vorr gelandeten Passagiere. Landungsbehörde). (Nach der Kajüte amtlichen Aufstellung der Zwtfchendcck Total Norddeutscher Lloyd . . 17 895. 53 223. 71118. ) Cunard Line .... 16 692. 20 463. 37 157. Hamburg-Amerika-Linie. 8 486. 24 245. 32 731. White Star Line . . . 10 332. 20 764. 31 096. Anchor-Ltne..... 5 099. 19 765. 24 864. Eie. Gänörale TranSatl. 5 203. 15511. 20 714. Holland-Amerika-Ltnie . 3 365. 14 273. 17 638. Red Star Line.... 3 881. 11 984. 15 865. Prince Ltne..... 241. 13 587. 13 828. Fabre Ltne..... 7. 12 138. 12 145. Amerikan Line .... 5 037. 5 819. 10 866. Thingvalla Line . . . 679. 2 661. 3 340. Allan State Line . . . 1344. 1128. 2 472. Atlantic Transport Line 1 872. — 1872. Union Line..... — 1 457. 1 457. Diverse Linien.... 453. 80 586 2 633. 219 651. 3 086. 30d 237. *) Fast 24o/o aller in New-York gelandeten Passagiere. Außerdem beförderte der Norddeutsche Lloyd von Bremen nach Baltimore 664 Kaj., 11254 Zwischend., 11898 Tot. d. i. Nrw-Yoik und Baltimore total 83016._________________________________________ „tMiMg-Me" — nur echt, wenn dtrect ab meinen Fabriken bezogen — fchwarz, weiß und farbig, von 75 Pfg. bis Mk. 18,65 per M ter — h den modernsten Geweben, Farben und DestiriS. An Jedermann franco und verzollt ins Haus. Muster umgehend. ,767 6. Henneberg’s Seiden-Fabriken (k.u.k.Hofl.), Zürich, THEE-MESSMLH Berühmte Mischungen Mk. 3,50 und 2,80 per Pfd. Probepackete 60 und 80 Pfg. Nur in feineren Geschäften käuflich. 229 'Meyers Konversations - Lexikon I (auch in Umtausch gegen älter« Werke) sowie alle andern Bücher I liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H- 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VIL llftlli'igctnuiu'ii Dienstag den S4. d. Mts., nach- mittags 2 Uhr, versteigere ich gegen varzahlung: 3 Fahrräder, darunter 1 Damenrad, 35 Paar Filzschuhe, 1 Buch der normalen Anatomie, 1 Patentsessel, 3 SophaS, 2 Sessel, 1 Ballen Barchent, 2 Nähtische, 1 Kleiderschrank, einen Handwagen, eine Partie Schuhwaren und andere Sachen. ■94 ________Born, Gerichtsvollzieher. Hotzversteigerung. Donnerstag den 26. d. M., ton vormittags 91/« Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, in der Abteilung 6 Krähenholz, nach- lerzetchnetes Holz versteigert werden: A. Bau- und Nutzholz. 266 Etchenstämme von 14 bis 40 cm Durchmesser und 6 bis 14 m Länge mit 82,16 km, 182 Nadelftämme von 15 bis 35 cm Durchmesser und 10 bis 18 m Länge mit 55,10 km, 13 EicheN'Derbstangen mit 0,74km, 4 rm Eichen-Nutzscheitholz. B. Brennholz. 35,6 rm Eichen-Scheitholz, 4 „ Radel- „ 68 „ Eichen-Knüppel, 23 „ Radel- „ 2100 Eichen-Wellen, 1660 Radel-Wellen. 75 rm Eichen- u. Nadel-Stockholz. Bemerkt wird, daß das Eichen- kmmholz sich größtenteils zu Wagner- Wi eignet. Die Zusammenkunft ist am Müller- «e» am Eingang de» Waldes bei lönkholz Nr. 256. Annerod, den 20. Januar 1899. ®:toh- Bürgermeisterei Annerod. Horn. 782 Hohversteigernng. Donnerstag den 26. b. M., vormittags 10 Uhr, soll in dem Walde der Gemeinde Watzenborn- Steinberg nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 167 Nadelstämme von 14 bis 43 cm Durchmesser und 10 bis 21 m Länge mit 108,31 km. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Triesch. Steinberg, den 21. Januar 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. ___________Heß._________787 Hotzversteigerung im Steinbacher Eemeinbenialb. Mittwoch den 25. Januar 1899 soll im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Todtenzipsen, Heegheck und Ameisekopf, nachverzetchnetes Holz versteigert werden: 250 m Buchen-Scheitholz, 73 „ „ Knüppel, 2300 Buchen-Wellen, 70 rm Buchen-Stöcke, 14 „ Eichen-Knüppel, 2400 Buchen- und Eichen-Durch- forstungswellen, 10 rm Eichen-Stöcke, 26 „ Erlen-Knüppel, 6 „ Erlen-Stöcke, 70 „ Nadel-Knüppel, 2800 Nadel-Wellen, 80 rm Nadel-Stöcke. Zusammenkunft morgen» V810 Uhr an der Kreisstraße Steinbach — Oppenrod. Steinbach, am 20. Januar 1899. Großh Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 792 Aachener Badeofen D. R.-P. lieber 50 000 Oefen im Gebrauch. In 5 Minuten ein warmes Bad! Original ‘ Houben’s Gasöfen gg“ * J 6. Honben Sohn Carl Aachen ■* Sfaft allen ^Pl ätzen" iiii 1 in inji 206 (frnipfi'hluiifleii Frische, ger. Kieler Mckiinge tmb ger. Schrllßsche empfiehlt 213 E. Dort, Wallthorstraße 45. Wichtig für Kausftauen! Die unter der Marke Meschanten-Kaffee' H. 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Hypbk. unk. 1904 . 101.50 100.— 98.— 101.— 97.40 99 — 99.50 101.— 97.30 98.— 100.85 100.— 97.50 97 — 100.40 98 — 100.— 100.— 1(2.— 98.3C 97.3( 101.50 100.— 98.— 100.80 97.40 99.— 99.50 101.— 97.30 98.— 100.75 100.10 97.50 97.— 100.40 98.— 100.— 100- 102— 98 3( 97.3( 37, 4 4 4 47, Westdeutsche Bodeneredit in Cöln . . Ung. Lds.-Ctr. -»erst. Buderus . . . Eisenb. Rtbk. . Hirzh. u. Lollar -ailfAriini. Dtsch.Reichsbk. Berliner Hand. Darmstadt. Bk. Deutsche Bk. . Dt. Genoffbk.. Diset.-Comm. Dresdener . . Mitteldt. . . . Nalionalbk. . . Oest.Ered.-Act. )Bbe|rib>rtien KleyerFahrrad Henninger Brauerei. . Farbw. Höchst. Rordd. Lloyd . Bochumer Guß Gelsenk. Brgw. Harren. Braw. 97.— 97.40 99.30 100.40 99.— 164.35 168.70 154.90 207.60 117.90 198.90 164 95 120.50 149.70 225 60 243 - 143- 411.5c 115- 235 1( 183.51 178 9t 99.30 97.20 99.20 100 20 166.05 168 60 154.10 208.— 117.40 198.50 163.70 120.10 148.— 225.60 243 — 143.70 412.- 115.- 232.7( 187.- 181.5 4 4 5 37, 3 4 5 3 27, 3 Der. Königs- u. 1 Laura ■ • ■ 1 | Oest. Staatsb. do. Südbahn । Gotthardbahn. Jura-Simplon Princ Henry . §"se tn Procrnlnr. Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau-Regul. Cöln-Minden. Madrider. . . Mein. Th. 100 Oesterr.v.1860 Oldenb. Th. 40 Raab-Grazer . Türk. frs. 400 per 6tü