Mittwoch den 23. August Erstes Blatt. Nr. m 881g » Gießen. Mannheim. 113.10 113.70 Bekanntmachung. 142.40 ÄBe «nzritzen.BermiNlun-rsteSea M In- ontz SulloM nehmen Anreißen für den Gießener Lnzciger ent^M. bis 200 PS be IteHltiin, Expedition und Druckerei: Achnkßr.tze Nr. 7. «dreffe für Depeschen: Anzeiger chießs»« Fernsprecher Nr. 61. ardbahn-1 .Simpton 26.88 13.20 2485 23.80 • Äfj *n ^er 8ÖS Wetterau, ' auch länger 5788 Metiiektlon. verboten worden. Gießen, am 19. August 1899. Großherzogliches Kreisamt v. Bechtold. 141.3» 166.— 13U.-- 13696 135 25 14390 103.60 12660 39" Gehöft des Händlers Jakob Stern zu Gladenbach (Kreis Biedenkopf) auf 14 Tage lang gesperrt. Gießen, den 19. August 1899. Großherzögliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. 137.40 135.8° 148.75 103.80 128." sse IS 6059 n MM Geschäft isse ich bir m diesem preisemäßiguug SnneNwe «„»eigen zu der nnchmtttag» für bte ^'icnlt* Xm rrfcheivenden Nummer W vor«. 19 Uhr. lich gesperrt. Gießen, den 22. August 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Nit) deEch bEige« H ff H ff »ng. M, daß ich j-hi it Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Zer hessische Landwirt, Klätter snr hessische Volkskunde. 1 «Mu UMk s bir 'Mreiner, 2 J ' 1 wabjjen jum 1 $t"ta Ä1 64mi.b 1 Wagner. Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger Amts- und Attzrigeblatt für den Nvsis Gietzen. folgender Viehmärkte, und zwar: 1. zu Gladenbach am 25. August d. I., 2. „ Battenberg M 29. 3. „ Breidenbach „ 29. W tt Abonnements I auf den Girßenrr Aiyriger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und । der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. September kostenfrei. _____________________________ Amtlicher Wl. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die größere Ausbreitung der Maulend Klauenseuche im Kreise Biedenkopf ist die Abhaltung mit «u«noh»r M Rnttfl >k 30. ds. Mts. zu G'-h-u vorgesehene Viehmarkt verboten. Gießen, den 22. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. __________________ Bekanntmachung, betr.: Maul- und Klauenseuche zu Inheiden. Nachdem zu Inheiden in drei Gehöften die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden, ist die Sperre dieser Gehöfte und der Gemarkung Juheide» verfügt worden Das Durchtreiben von Rindvieh, Schweinen, Ziegen oder Schafen durch die Gemarkung ist verboten. Die Ausfuhr aus der Gemarkung ist nur zum Zweck sofortiger Abschlachtung auf Grund schriftlicher Erlaubnis der Großh. Bürgermeisterei gestattet, welche nur nach den Vorschriften des § 59 der Instruktion zum Reichsviehseuchengesetz erteilt werden darf. Zuwiderhandlungen gegen die Sperr - maßregeln werden gemäß § 65 und 66 des Reichsvleh- seuchengesetzes bestraft. Gießen, 22. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Prozeß Dreyfus. Rennes, 21. August. Die Verhandlung des Kriegsgerichts beginnt heute wie immer um >/,7 Uhr. Erster Beuge tft bet General Fabre. Derselbe schildert Dreyfus als prätentiös. Er sei 1 einen Kameraden ebensowenig sympathisch gewesen, wie seinen Vorgesetzten. Dreyfus habe anfcheineub die rhm übertragenen Der Verkehr in der Göthestraße zwischen Siid- anlage und Löberstraße ist für den 23. August 1899 Polizei- 'Wu‘ 126t 15 263.« r« - " , ! |lfi*g«yrcU vikrteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfz mit vringcrloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Bekanntmachung. Unter dem Rindviehbestande des Ackermanns Fr. Ben der ru Hachborn (Kreis Marburg) ist didMaul-und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 19. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold.__ BÄnntmachung. " ~ Unter dem Rindviehbestand des Ludwig Schepp IH- zu Endb ach und unter demjenigen des Peter Schneider zu Niederweidbach (Kreis Biedenkopf) ist die Maul- U Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre angeordnet Wegen Verdachts der Maul- und Klauenseuche ist das 25.90 13.05 24-50 fr die Reisekosten zurückgeben lassen. Um 9 Uhr 40 Minuten trat eine Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Sitzung setzt Lauth seine Aussagen fort. Von Demange und dem Vorsitzenden wird er nach der Abschabung der Adresse des Nohrpostbriefes gefragt. Lauth antwortet sehr verlegen, er wisse nicht, wer sie abgeschabt habe. Er habe es nicht gethan. Picquart sagt ans, die Adresse sei nicht abgeschabt gewesen, als erden Dienst verlassen habe, jetzt aber sei sie abgeschabt. Ein Lichtbild sei vorhanden, das Lauth selbst angefertigt habe und das den Nohrpostbrief im ursprünglichen Zustand zeige. Lauth habe eine Anzahl Lichtbilder hergestellt, welche die Sache noch deutlicher gemacht hätten. Lauth habe aber die Platten zerstört. Lauth, welcher sehr verlegen ist und den Eindruck des personifizierten schlechten Gewissens macht, giebt die Zerstörung der Platten zu, bleibt aber dabei, nicht zu wissen, wer die Abschabung vorgenommen. Bezüglich des Ergebnisses der Baseler Reise giebt Zeuge zu, daß Picquart mit seinem Bericht sehr unzufrieden gewesen sei. Zeuge Major Junck schildert den Charakter des Angeklagten auf das abfälligste. Dreyfus habe gespielt und Beziehungen zu Angehörigen der Halbwelt gehabt. Zeuge schildert weiter noch den Besuch Henrys im Kabinett Ber- tulus. Dreyfus erhält das Wort. Er widerlegt ausführlich mit lauter Stimme mehrere Punkte, welche von dem letzten Zeugen vorgebracht wnrden. Alsdann wird die Verhandlung auf morgen vertagt. Deutsches Reich. Berlin, 21. August. Der Chef des Civilkabinetts, v. Lucanus, fuhr, wie ein Berichterstatter meldet, heute mittag 12 Uhr bei dem Reichskanzler vor und hatte mit demselben eine halbstündige Konferenz. Alsdann begab sich Herr v. Lucanus zum Minister v. Miquel, bei welchem er etwa eine Stunde verweilte. Für heute nachmittag 4 Uhr sind sämtliche Minister vom Fürsten Hohenlohe zu einer vertraulichen Sitzung in seiner Amtswohnung eingeladen. Berlin, 21. August. Der Kaiser von Oesterreich hat anläßlich seines 70. Geburtstages dem 16. Husarenregiment in Schleswig, dessen Chef er ist, ein Paar silberne Kesselpauken verliehen. Die Uebergabe derselben ist dieser Tage erfolgt. Berlin, 21. August. Im Abgeordnetenhause wurden heute der Gesetzentwurf betreffend die Landesbank in Wiesbaden und betreffend die Kirchenverfassung der evangelischen Kirchen in Frankfurt a. M. debattelos in dritter Lesung angenommen. Alsdann stand die zweite Lesung des Gesetzentwurfes betreffend die Polizei-Verwaltung in den Vororten von Berlin zur Beratung. Der Entwurf wurde nach längerer Debatte an die Kommission zurückverwiesen. Hierauf wurden Petitionen erledigt. Für morgen steht die Berliner Gerichtsorganisation, Petitionen und der Antrag Kanitz betreffend Rentenguts-Gesetznovelle auf der Tagesordnung. M.P.C. Berlin, 22. August. Aus Hoskreisen wird uns geschrieben: Nach Ablehnung der Kanalvorlage ist es wahrscheinlich, daß das Ministerium dem Kaiser den Rat geben wird, das Abgeordnetenhaus aufzulösen. Insbesondere ist auch, wie wir hören, der Ministerpräsident und Reichskanzler Fürst Hohenlohe der-Meinung, daß an die Wähler appelliert werde. Ob der Vizepräsident des Staatsministeriums, Dr. von Miquel noch länger im Amte bleiben wird, ist im höchsten Grade zweifelhaft. Die Gesundheit des Ministers ist nichts weniger als fest, auch hat er von seinem vierwöchigen Urlaub nicht die erwartete Erholung gehabt. Obendrein mußte er seine Kur mehrfach unterbrechen. Demnächst gedenkt er noch einen Nachurlaub anzutreten und denselben bei seiner in Schlesien verheirateten Tochter zuzubringen. Wenn schon jetzt von Ministerveränderungen gesprochen wird, so können zunächst nur zwei Posteu in Betracht kommen, die eine Neubesetzung erfahren dürften, einmal der des Ministers des Innern und dann der des Eisenbahnministers. Der Inhaber des Portefeuilles der Eisenbahnen, Thielen, hat schon jahrelang den Wunsch, sich von seinem arbeits- und verantwortungsvollen Posten zurückzuziehen, weil er stark an Nierensteinen leidet. Eine Neubesetzung des Ministeriums des Innern würde namentlich dann fast unausbleiblich werden, wenn zu einer Auflösung des Abgeordnetenhauses geschritten werden sollte. Es würde dann eine scharfe Ueberwachung der Agitation der Landräte notwendig werden. Am meisten Aussichten, Nachfolger des Herrn von der Recke zu werden soll Herr- Richter haben. Seine Wahlen-Registratur übertrifft an Vollständigkeit die jeder anderen Partei und auch die der Regierung. Seine Rede von Samstag wird in den Reihen der Kanalfreunde als ein Meisterstück geschätzt. Sind die Agrarier bei der Abstimmung über den Kanal rücksichtslos gegen den Kaiser gewesen, so würde er ihrer Rücksichtslosigkeit die seinige entgegensetzen. Als Kandidaten neben Herrn Richter, kommen, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, der Ministerialdirektor im Ministerium des Innern Or. von Bitter und der Oberpräsident von Hessen-Nassau, der vormalige Kultusminister von Zedlitz-Trützschler in Betracht. Am nächsten Mittwoch soll Kronrat stattfindeu, in diesem wird die Minister- und die Auflösungsfrage entschieden werden. — Die „Hamburger Nachrichten" wenden sich gegen den Eifer, den ein Teil der deutschen Presse dem Spektakelstücke Dreyfus als solchem zuwendet, wie folgt: „Einzelne Blätter behandeln die Sache, als ob es sich um die wichtigste vaterländische Angelegenheit handelte; sie nehmen mit einem Feuereifer Partei für oder gegen die einzelnen Persönlichkeiten, die im Prozeß auftreten, der ebenso unangebracht wie vom deutsch-nationalen Standpunkte aus betrachtet unwürdig erscheint. Die Entschuldigung, daß sich die auffällige Erscheinung aus der menschlich begreiflichen Teilnahme erkläre, die man der Sache der Gerechtigkeit entgegenbringe, scheint uns doch kaum zu genügen. Wir erblicken den Grund dafür vielmehr erstens in dem Sensationsbedürfnis unserer Zeit, zweitens in dem Umstande, daß der neue Prozeß in die tote Jahreszeit fällt, und drittens, daß Dreyfus eben ein Israelit ist und die gesamte israelitische Presse seine Sache zu der ihrigen gemacht hat. Wir sind zu höflich, die Gefühle mit Namen zu bezeichnen, die in uns aufsteigen, wenn wir in deutschen Blättern Artikel finden, welche die „Helden" des französischen Spektakelstückes in einer Weise glorifizieren, als ob sie uns Deutschen die wichtigsten Dienste geleistet hätten. Wir bezweifeln stark, daß die Franzosen umgekehrt uns so viel wohlwollendes Interesse zuwenden würden, wenn wir ihre „Affaire" hätten und sie unbeteiligte Zuschauer wären. Hohn und Spott wäre sicher unser Teil! Das sollten wir doch nicht außer Augen verlieren. Die leidenschaftliche Parteinahme der deutschen Presse in der Dreyfusiade ist übrigens deshalb umso weniger angebracht und für das deutsche Nationalbewußtsein erhebend, als den Verhandlungen, soweit sie sich auf Deutschland beziehen, nirgends ein Moment zu entnehmen ist, das sie rechtfertigen könnte. Die offiziellen Erklärungen des deutschen Botschafters und des deutschen Staatssekretärs, daß irgend welche deutsche Behörden oder Beamten niemals, sei es unmittelbar, sei es mittelbar, mit Dreyfus das geringste zu schaffen gehabt haben, werden von französischer Seite ungeniert mit der Erklärung abgethan, daß bei diplomatischen Kundgebungen „die Wahrheit oft daneben falle". Von den Versicherungen des deutschen Kaisers, von dessen angeblicher Beschäftigung mit Spionage, von der Unglaubwürdigkeit der Reden des deutschen Staatssekretärs wird in einer Weise gesprochen, welche für jedes deutsche Empfinden etwas tief Verletzendes und Beleidigendes haben muß. In Berlin wird man nur ein mitleidiges Achselzucken für solche französische Kundgebungen haben; aber für die deutsche Presse sollten sie doch einen ausreichenden Grund bilden, sich zu fragen, ob es mit unserer nationalen Selbstachtung zu vereinbaren, wenn wir trotzdem die französische Sache wie eine eigene vaterländische behandeln." Köln, 21. August. Weihbischof Dr. Schmitz ist heute nachmittag 6*/2 Uhr gestorben. Frankfurt a. M., 21. August. Die „Franks. Ztg." meldet aus Mainz: Bei der heutigen Tafel im Großherzoglichen Schlosse benutzte der Bürgermeister Gaßner die Gelegenheit, den Kaiser für das nächste Jahr zu der 500jährigen Gutenbergfeier einzuladen. Der Kaiser versprach, wenn es irgend möglich sei, zu erscheinen. Die Entfestigungsangelegenheit und die Erwerbung militärisch-fiskalischer Gebäude durch die Stadt wurden ebenfalls erörtert. Man hegt die Hoffnung, daß vielleicht in Bälde eine befriedigende Lösung der Frage eintreten wird. — Nach der Tafel begaben sich der Kaiser und der Großherzog nach Wolfsgarten. Die Kaiserin Friedrich war bereits kurz nach 3 Uhr nach Cronberg zurückgekehrt. Samoa. Der Samoa-Akte hat die Samoa-Kommission einen allgemeinen Bericht vorangestellt. Der Bericht führt für die Unruhen auf Samoa vier Hauptgründe an. Erstens solche, die unvermeidlich die Wahl eines Königs begleiten, und dessen spätere Anstrengungen, feine Autorität zur Geltung zu bringen. Zweitens die Gründe, die aus der Eifersucht der fremden Nationen untereinander entstehen und aus ihrer Neigung, in inneren samoanischen Angelegenheiten Partei zu ergreifen. Drittens wird als Grund angeführt, daß es Jahre lang außerhalb des Weichbildes von Apia kein anderes Gesetz ober keine andere Verwaltung auf Samoa gegeben hat als das Gewohnheitsrecht der Eingeborenen. Einen vierten Grund für die Unruhen erblickt die Samoakommission darin, daß infolge der Unmöglichkeit, die Zollvorschriften mit gehörigem Nachdruck zur Geltung zu bringen, es Händlern gestattet ist, große Mengen Waffen, unter der durch politische Parteien gespaltenen Bevölkerung abzusetzen. Nach dem Bericht der Samoakommission hat die Abschaffung des Königtums allem Anschein nach keine feindseligen Gefühle unter den Eingeborenen hervorgerufen. Nur bedauern viele große Häuptlinge, daß sie fortan keine Gelegenheit haben, der Neigung für Rang und Zeremonien nachzuhängen. Jeder Weiße, gleichviel welcher Nation angehörig, habe mit Ausnahme von einem oder zwei Advokaten, die in der Sache interessiert waren, die Abschaffung des Königtums empfohlen. Vom Königtum auf Samoa könne unmöglich irgend etwas Gutes gesagt werden. Es habe keinem nützlichen Zweck gedient. Am schwierigsten zu heilen sind nach Ansicht der Samoakommission die Mißstände, die aus der Eisersüchtelei der verschiedenen weißen Nationalitäten unter einander entspringen. „Diese Feindseligkeit macht sich in allen Lebensverhältnissen bemerkbar. Die Händler auf der einen Seite verbinden sich gegen die auf der anderen Seite. Der Munizipalrat ist in zwei Parteien gespalten, von denen jede entschlossen lst, ihr eigenes Programm zu unterstützen und das der andern Partei zu Falle zu bringen. Vorgeschlagene Reformen und Maßnahmen werden nicht nach Ihrem Inhalt beurteilt, sondern nach Parteierwägungen, und Beamte, wie unparteiisch sie auch zu sein wünschen, werden als zur einen ober anderen Seite angehörig angesehen, je nach ihrer Nationalität, und sie werden unver- weidlich selbst zuletzt mehr oder weniger Parteizeuge werden." Die Samoa-Kommission glaubt nicht, daß es jemals möglich fein wird, diesen Zustand unter einer Dreiherrschaft zu befestigen, und benutzt die Gelegenheit, ihre Meinung dahin auszusprechen, „daß die allein natürliche und normale Regierungsform für diese Insel und das einzige Negierungs- system, das dauerndes Wohl und Ruhe sichern kann, die Regierung durch eine einzige Macht ist." Sie erachte es aber als außer des ihr erteilten Auftrags, über eine solche Frage einen generellen Vorschlag zu machen, und hat nur versucht, die bestehenden Erscheinungen so zu verbessern, daß sie sich, wenn auch nicht vollständig befriedigend, so doch wenigstens gangbar erweisen können. Das Urteil über die allein natürliche Negierungssorm des Jnselreichs bedeutet mehr als das neue Verwaltungssystem der Kommission, das keine Ruhe verbürgt, den Herrschaftsstreit der Parteien nicht aus der Welt schafft. Wird nicht eine der drei Regierungen endlich entschlossen'den Vorschlag machen, das ganze Flickwerk der Kommission bei Seite zu werfen und auf Samoa die allein natürliche Regierungsform herzustellen? Folgende neuere Nachricht könnte sie dabei nur ermutigen: Nach der Abreise der Kommission zeigt sich eine bedenkliche Unterströmung, indem die zu Mataafa stehenden Häuptlinge mehrmals von Anhängern des Tann angegriffen und beleidigt wurden. Tann, sowie Tamasese, der ehemalige Vizekönig, haben ihre Negierung noch immer in Apia trotz des Befehls der Kommission, sie aufzulösen. Ausland. Prag, 21. August. In Graslitz fanden gestern abend und in später Nachtstunde blutige Demonstrationen statt, wobei die Gendarmerie thätlich angegriffen wurde und von ihrer Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Zahlreiche Personen wurden hierbei tätlich verwundet. Die Aufregung nnter der Bevölkerung ist sehr groß. In allen Amtsgebäuden wurden die Fenster eingeschlagen. Paris, 21. August. Zu den gestrigen Unruhen wird noch gemeldet, daß die Demonstrationen derart heftig waren, daß gegen Mitternacht zwei Kompagnien des 74. Linienregiments herbeigeholt werden mußten. Nachdem die Ruhestörer zerstreut waren, wurde die Rue Chabrol in weitem Umkreise mit einem sechsfachen Gürtel umgeben, bestehend aus Infanterie, Stadtgarde und Schutzleuten. Insgesamt sind 59 Schutzleute verwundet. Verhaftet wurden ca. 250 Personen, verwundet fast 400. Von den letzteren wurden 300 in das Spital Laribviscöre gebracht. Man schätzt die Zahl der an den gestrigen Unruhen Beteiligten aus 30,000 Mann. Paris, 21. August. Angesichts der energischen Haltung der Negierung haben in den letzten Tagen eine große Anzahl Antisemiten die Stadt verlassen und haben sich über die Grenze nach Belgien begeben. Rennes, 21. August. Ein Telegramm aus Louiäre meldet, daß ein Unbekannter einen eigentümlichen Selbstmord begangen und vor demselben erklärt habe, er müsse sich das Leben nehmen. Man glaubt es mit dem Attentäter Laboris zu thun zu haben. Rennes, 21. August. Das Gerücht erhält sich aufrecht, daß der wirkliche Attentäter auf Labori in der Nähe von Rennes auf einem Bauernhöfe versteckt gehalten wird. Die Aerzte haben Labori weitere Schonung auferlegt, eS ist daher fraglich geworden, ob er überhaupt noch in dieser Woche den Sitzungen des Kriegsgerichts wird beiwohnen können. London, 21. August. „Daily Telegraph" meldet aus Nom: Der englische Botschafter Currie wird in allernächster Zeit seine Demission einreichen. Madrid, 21. August. Der Verlust, welchen der spanische Handel seit der offiziellen Quarantäne gegen Portugal betroffen hat, beträgt bereits 2*/, Millionen Francs. Lissabon, 21. August. Die Sanitätsbehörde hat beschlossen, die Stadt Lissabon vollständig gegen die Außenwelt abzufperren. Prälona, 21. August. Gestern abend wurden in allen Kirchen Transvaals Gebete verrichtet und Messen gelesen, damit ein Krieg mit England vermieden werde. Belgrad, 21. August. Vor dem Standgericht, welches im Laufe dieser Woche wieder zusammentritt, werden insgesamt 45 Personen wegen Hochverrates und Majestätsbeleidigung gestellt. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 22. August 1899. • • Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 20. August dem Dekan Joseph Theodor Körner, Pfarrer in St. Stephan zu Mainz, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. "Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 14. August dem Arbeiter bei dem Tiefbauamte zu Mainz, Philipp Reis aus Budenheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" zu verleihen. * * Militärpersonalnachrichten. Den Charakter als Oberstleutnant erhielt Frhr. v. Eynatten, Kommandeur des Landw.-Bez. Friedberg. Mit Ende September d. I. wird von seinem Kommando enthoben bei der Unteroffizierschule in Marienwerder Schüler, Oberlt. im 3. Großh. Jnf.- Regt. (Leib-Regt.) Nr. 117, unter Versetzung in das Inf.- Regt. Nr. 141. Befördert sind a. zu Lts. die Fähnriche v. Hymmen, Haniel im Großh. Feldart.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), Konop acki im 1. Großh. Ins.- (Leibgarde-)Regt. Nr. 115, Frhr. v. d. Goltz, v. Oppeln- Bronikowski im Inf. Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Wichert im 3. Großh. Jnf.-Regt. (Leib- Regt.) Nr. 117, Oldenburg, Kahlenberg im 4. Großh. Jnfant.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, Flebelkorn, v. Dobbeler, Goepel, Winther im 5. Großh. Jnf.- Regt. Nr. 168, Graf v. Wedel, Broscher im Großh. Drag. -Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23. b. zu Fähnrichen die Unteroffiziere Hessler, Goedicke im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Kuhn im 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118. • • Die Gießener freiwillige Feuerwehr beging, wie wir bereits mitgeteilt, am Sonntag das 25jährige Dienst- jubiläum ihrer Mitglieder Wigandt und Friedrich durch eine Hebung auf dem Brand, zu welcher die Staatsund städtischen Behörden, sowie die Freiwillige Gail'sche und die freiwillige Feuerwehr Großen-Linden sich einge- Fff*! Jol9enb "euere Ti* J der ?"He inchoials n„t ta“bt«k ""^«lionen wurde und Zahlreiche ^«»ufreguHg ^en Auits- ■n Unruhen wird *en derart heftig Compagnien des mßten. Noch- edle Rue Chabrol Gürtel umgeben, und Schutzleuten, '"det. Verhastet 1 ^00. Von den boiscöre gebracht. >gen Unruhen Be- 'ergischen Haltung eine große Anzahl > haben sich über mm aus Louiöre ümlichen Selbst, lrt habe, er mW mit dem Attentäter Thält sich aufrecht, iori in der Nähe eckt gehalten wird. >ung auferlegt, es aupt noch in dieser 1 wird beiwohnen raph" meldet aus ie wird in aller« ist, welchen der QuarMme MN z 2^ Millionen ätsbehörde hat :g gegen die Außen- nd wurden in allen und Messen gelesen, werde. Standgericht, ammentritt, werden ites und MaMlS- iDrs. August 1899. nigliche Hoheit b« uht, am 20. August orrerina®*1 Me deS Lerdienst- erleihen. , Hoheit der *X4'Ä* iw eichen mit der j Äfe JfÄs* :.KÄ »SSL iftfä r'fygs «*“ , 118«. ie wir ehr b-M'^e^ 5jith^^rikbrl>h dt und $ welche Maj i’lfl t. Lich, 21. August. Derselbe Langfinger, welcher in Gießen so reiche Beute gemacht hat, scheint gestern sein Arbeitsfeld hierher verlegt zu haben. Gestern nachmittag wnrde in der alten Post in raffinierter Weise ein gebrochen. Als sämtliche Hausinsassen ausgegangen waren und ven Schlüssel an seinen Platz gelegt hatten, schloß der Dieb auf und drang in die Wohnung der Witwe Güngerich. Hier durchsuchte er alles, Betten, Weißzeug- und Kleiderschränke, warf deren Inhalt im Zimmer umher, fand aber nicht, wonach er suchte. Bon hier drang er mittels eines Handbeiles in die Wohnung des emer. Postverwalters Stotz ein und suchte dort mit gleicher Sorgfalt nach Geld, nach anderem scheint er kein Begehren gehabt zu haben. Ob er hier eine Beute gemacht hat, weiß man nicht, da die Familie Stotz verreist ist und ein Fräulein, das während deren Abwesenheit in der Wohnung schläft, keine Auskunft geben kann. Dann zog der Dieb ab, schloß die Hausthür wieder zu und legte den Schlüssel wieder an den alten Platz. Einige Leute wollen einen Menschen kurz vor 4 Uhr sich in auffälliger Weise bei der Post Herumtreiben gesehen haben. Die Beschreibung im Gießener Polizeibericht soll auf ihn passen. Er soll auch in der Nacht versucht haben, in verschiedene Häuser einzudringen. Gestern feierten die Kampfgenossen die Erinnerung an die Siegestage um Metz. Sie zogen auf den Hardberg und kochten dort ab. Wahrscheinlich hat der Dieb gedacht, die Gelegenheit sei günstig für ihn. H- Grimberg, 21. August. Auf unseren letzten Wochen-, markten herrschte ein besonders lebhafter Handel mit Gurken, welch letztere fast ausschließlich von Bewohnern des Dorfes Bessingen, in dessen Gemarkung dieselben besonders gut gediehen, zu Markt gebracht werden. Hier und überhaupt in den nach dem Vogelsberg hin gelegenen Ortschaften pflanzt man fast gar keine Gurken, da solche doch nur selten geraten. Hunderte von Körben voll werden auf unseren Samstagsmärkten alljährlich verkauft. Das Hundert Gurken kostet heuer je nach der Größe der Früchte 1 bis 2 Mark. Der hiesige gemischte Chor (Kirchengesangverein) unternahm gestern einen Ausflug nach Staufenberg; sämtliche Teilnehmer an der Tour waren von dem Verlauf derselben sehr befriedigt. Q Weitersham, 21. August. Schon lange war es ein sehnlicher Wunsch der hiesigen Bewohnerschaft, unser Ort möge auch ein würdiges Kriegerdenkmal besitzen. Hauptsächlich auf Anregung des Kriegervereins ist nun endlich ein solches errichtet worden, und gestern, am Tage der Kirchweihe, fand unter sehr zahlreicher Beteiligung auswärtiger Vereine und Festgäste die feierliche Einweihung desselben statt. Um 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die mit Tannengrün und Ehrenpforten geschmückten Ortsstraßen nach der Friedenseiche, unter deren grünen Laubdach das Denkmal Aufstellung gefunden hat. Nachdem der Vorsitzende des hiesigen Kriegervereins, Herr P. Sann, die Erschienenen begrüßt hatte, entbot der Bezirkspräsident, Herr Fabrikant C. Ranft von Grünberg, in von patriotischem Geiste getragener Ansprache den Kameraden ein herzliches Willkommen und betonte dabei besonders, wie das heran- zur Neige gingen. Paris, 22. August. Die Lage gilt als bedenklich, wenn sie auch nicht übertrieben werden darf. Die Nationalisten und Antisemiten kündigen einen regelrechten Aufstand für den Fall der Freisprechung Dreyfus an. Die Kapitalisten beginnen besorgt zu werden. Gestern wurden zahlreiche Depots von den Banken entnommen und nach Brüssel geschafft. Paris, 22. August. Die außergewöhnliche Entscheidung der Minister, vollzählig in Paris zu bleiben, wird von allen Blättern als ein unzweideutiger Beweis der äußerst gefahrvollen inneren und äußeren politischen Lage ausgelegt. Man ist überzeugt, daß gegenwärtig ein höchst wichtiger Noten-Austausch mit den auswärtigen Regierungen stattfindet. fanteriebrigade, die Regimenter Nr. 115, Nr. 116 und Nr. 168; zusammengesetzte Brigade: Stab der 50. Infanterie Brigade, Regiment Nr. 117, Unteroffizierschule Biebrich, 3. Fußartillerie Regiment, 11. Pionierbataillon; zusammengesetzte Kavallerie Brigade: Stab der 25. Kavalleriebrigade, 23.Dragonerregnncnt, 13.Husarenregiment. Denersten Vorbeimarsch schlugendieSpielleuteder42. Jnf.-Brigade durch. Der Kaiser war in der Obersten Uniform des 116. Regiments, der Großherzog, der rechts von ihm hält, in der Uniform seines Leib-Regiments Nr. 115, rechts vom Großherzog halten während der Parade Kaiserin Friedrich, die Großherzogin und die Prinzessinnen. Der erste Vorübermarsch dauerte s/4 Stunden. Der Großherzog führte sein Regiment Nr. 115 dem Kaiser vor, dieser dem Großherzog das Regiment Nr. 116. Als der Kaiser an der Spitze des 116. Regiments anritt und dem Großherzog mit dem Säbel salutierte, brachte das Publikum brausende Hurras aus. Beim Abschwenken zur Seite des Großherzogs ritt der Kaiser vorher zu seiner Mutter und reichte ihr die Hand. Der ganzen Parade kam ein herrschender leichter Wind sehr zustatten, da er eine zu starke Staubbildung verhinderte und erfrischend auf Truppen und Publikum wirkte. Nach den Vorbeimärschen versammelte der Kaiser die Generäle und Regiments-Kom > andeure zur Besprechung um sich. Hierbei erfolgten verschiedene Ernennungen und wurden Ordensauszeichnungen verteilt. Nachdem noch der Kaiser an den auf dem Sande haltenden Equipagen vorbeigesprengt war, । setzte er sich an die Spitze der an der Bruchspitze hallenden Fahnen-Kompagnie vom Regiment Nr. 116 (Hauptmann Graf Herzberg) und der Standarten-Eskadron vom Husaren- Regiment Nr. 13 (Rittmeister von Tiedemann) und ritt an der Seite des Großherzogs in die Stadt. Der Weg ging an der Gastellichen Fabrik vorüber, durch das Mombacher Thor über die Wallstraße (alle Kasernen waren geziert) und über Eisenbahnüberführung in der Bingerstraße in die Stadt. Das Wetter, frühmorgens etwas trübe und frostig, hellte sich im Laufe des Vormittags prächtig auf. Gegen Va2 Uhr erfolgte unter tausendstimmigen Hochrufen der Einzug des Kaisers in die Stadt an der Spitze der Fahnenkompagnie und der Standarteneskadron. Rechts neben dem Kaiser ritt der Großherzog, zur Linken der I kommandierende General v. Lindequist. Der Weg ging zum I Gouvernement, woselbst die Fahnen abgeliefert wurden. Der Kaiser ritt darauf an der Spitze der Husareneskadron mit der Regimentskapelle über die Große Bleiche zum Großherzoglichen Palais, wo er im Vestibül von Staatsminister Rothe, Provinzialdirektor Frhr. v. Gagern und Oberbürgermeister Dr. Gaßner begrüßt wurde. Zur Festtafel un Schlosse lagen 33 Gedecke auf. Von Zivilpersonen waren aus Mainz eingeladen die Herren Provinzialdirektor v. Gagern ZM " . Die ersten Gänge zieren. An der nach dem Gefecht folgenden Parade nahmen 21 Bataillone Infanterie, 10 Schwadronen Kavallerie und 12 Batterien Artillerie teil. Die Paradeaufstellung geschah in folgender Ordnung: Stab der 25. Division, 42. Infanteriebrigade, die Regimenter Nr. 80 und Nr. 81, 49. In- funden hatten. Die Hebung ging gut von statten, und über- | reichte nach derselben Herr Provlnzialdirektor v. Bechtold mit einer Ansprache den Jubilaren die ihnen von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog verliehenen Ehrenzeichen. Mit einem Brandangriff auf das Turmhaus wurde die Hebung beschlossen, und marschierten darauf die Wehren nach Röhrlcs Bierhalle, um nach gethaner Arbeit gemütliches Beisammensein zu pflegen. — Abends 9 Uhr fand I in Steins Saalbau ein Bankett unter gütiger Mitwirkung des Bauer 'sch en Gesangvereins und der Fried« I berger Feuerwehrkapelle und später Tanz statt. I Herr Hauptmann Gail begrüßte die Gäste und brachte dem Protektor der hessischen freiwilligen Feuerwehren, Sr. 1 Königl. Hoheit dem Großherzog, ein Hoch. Herr Regie- rungsrat Wagner begrüßte als Vertreter der Regierung die Jubilare und brachte ein Hoch auf dieselben aus, während Herr Beigeordneter Wolf den Jubilaren den Dank der Stadt für ihre fünsundzwanzigjährige Thätigkeit zum Wohle derselben abstattete, und mit einem Hoch auf das Blühen und Gedeihen der Wehr seine Rede schloß. — iHierauf überreichte Herr Hauptmann Gail den Jubilaren | zum Andenken an ihren Ehrentag im Auftrage des Korps je I eine goldene Uhrkette, der Hoffnung Ausdruck gebend, daß die Jubilare mit gleichem Eifer wie seither den Dienst der I Nächstenliebe auch noch ferner ausüben würden und ermahnte die jungen Kameraden, treu dem Dienste in der Feuerwehr nachzukommen, damit auch sie in die Lage kämen, das 25 jährige Dienstjubiläum feiern zu können. Von Freunden der Jubilare überreichte Herr Rühl mit einer schönen Ansprache jedem ein Bierservice. Herr Adjutant Th. Loos von der Freiwilligen Gail'schenFeuerwehr verband mit dem Dank für die Einladung die Glück- | wünsche des Korps und schloß mit einem Salamander auf die Jubilare. — Telegraphisch sandten Glückwünsche Herr- Kreis-Feuerwehrinspektor M. Loos, Herr Kommerzienrat Heichelheim und der Maschinist des Wasserwerks, Herr- Walther in Queckborn. Herr W i g a n d t dankte für die ihm und seinem Kameraden Friedrich gewordene Ehrung, und brachte auf die Stadt Gießen ein Hoch aus. Dem Bauer'schen Gesangverein, welcher unter Direktion des Herrn Kapellmeister Polster sechs Gesangstücke vortrug, kann nicht genug Dank gespendet werden für die vorzüglichen Leistungen, welche den Abend verherrlichen halfen, und wenn wir schließlich noch die schönen Leistungen der Friedberger Feuerwehr- Kapelle sowie die Aufführung von Stuhlpyramiden durch Mitglieder des Turnvereins erwähnen, wirds begreiflich, daß die Festlichkeit, welche mit Tanz bis zur frühen Morgenstunde abschloß, in aller Erinnerung bleibt. ** Zirkus Jmmans. Die gestrige Abendvorstellung war trotz des vorher veröffentlichten äußerst reichhaltigen Programms nur mäßig besucht. Die gebotenen Leistungen waren jedoch vorzügliche und hätten daher ein volles Haus verdient. Staunen erregte der von Frl. Corradini zu- gleich mit einem Pferde vorgeführte dressierte Elefant, der trotz seines Unwillens seiner Meisterin gehorchen mußte. Auch die Pracht-Hundemeute des Herrn Direktors Jmmans, sowie sämtliche übrigen Nummern fanden wiederum dankbare Anerkennung. Den Schluß der Vorstellung bildete eine Pantomime : „Die Unsrigen in Kiautschou", verbunden mit Tänzen, Evolutionen und Aufmärschen, die ebenfalls als wohl- gelungen bezeichnet zu werden verdient. Heute abend findet die letzte Vorstellung statt, zu der wir nicht versäumen möchten, nochmals an dieser Stelle den Besuch des Zirkus, der bei verhältnismäßig billigen Preisen so bedeutendes bietet, allen zu empfehlen. , ** Hübsche Fäßchen. Eine hiesige Brauerei erhielt gestern vier Fässer, von denen jedes die Kleinigkeit von 8000 Liter fassen kann. Es dürften dies die größten Bierfässer am Platze sein. Bemerkt sei noch, daß die Fässer von einem hiesigen Küfermeister geliefert wurden. wachsende Geschlecht nach Kräften bemüht sein müsse, das zu erhalten, was unsere Väter mit Blut und Eisen in schwerem Kampfe erstritten. Die eigentliche Weiherede hielt der Ortsgeistliche, Herr Pfarrverwalter Walter von Londorf, der in trefflichen, zu Herzen gehenden Worten die Zuhörer zu begeistern wußte. — Nachdem die ernste, erhebende Feier beendigt war, entwickelte sich bald auf dem inmitten des Ortes an der Theis'schen Wirtschaft gelegenen Festplatze ein buntbewegtes Volksfesttreiben. — Das Denkmal, welches von unserem Mitbürger, Herrn Kunstschlosser Sann, gefertigt wurde, ist ein wirkliches Meisterstück und gereicht sowohl der Gemeinde, als auch besonders dem Schöpfer desselben zur Ehre. Die Gedenktafel trägt außer der Widmung auch die Namen der beiden am 18. August 1870 gefallenen Söhne unseres Ortes. E. Darmstadt, 21. August. Der Heutigen Feier des 25jährigen Jubiläums unseres Kriegervereins ging gestern abend eine Familienfeier im Saalbau voraus; daran reihte sich heute morgen eine akademische Feier, in welcher Herr Hauptmann Waldecker die Festrede hielt. Nach der Neve folgten Gratulationen. Im Namen der Großh. Regierung sprach Ministerialrat Breidert, im Namen des Hassiaverbandes Oberstleutnant Cramolini, im Namen der Garnison Darmstadt Oberst Daum, im Namen der Stadt Oberbürgermeister Morneweg, im Namen des Landwehr- und Offizierkorps Hauptmann Freiherr von Schenk zu Schweinsbcrg. Die von Frauen und Jung- j frauen gestiftete Fahnenschleife nebst Bandelier überreichten Frl. Engel und Frl. Listmann. Eine große Anzahl Gratulationen folgten noch, desgleichen wurden mehrere Fahnennägel und -Schleifen überreicht. (Auch der Kriegerverein Gießen ließ durch eine Deputation eine prächtige Schleife überbringen). Den 56 noch lebenden Gründern des Vereins wurden Ehrentafeln überreicht. An dem Festzuge am Nachmittag nahmen ca. 60 Vereine teil. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog unternahm um 5 Uhr einen Rund- -- « - - gang auf dem Festplatz (Bessungener Hoforangeriegarten), und Oberbürgermeister Dr. E. Main,, 21. August. Se. Majestät der Kaiser wurden auf Silber, das Dessert auf Gold serviert. Um ist, wie bereits gestern gemeldet, heute vormittag hier ein- I 3 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers mit dem Groß ierzog getroffen und hat sich sofort zur Truppenschau nach dem I nach Schloß Wolfsgarten. ------- Großen Sande begeben. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog I « war bereits um 8’/4 Uhr eingetroffen. Die Stadt ist groß- I vtX Hkll JUv gvll» artig geschmückt, auch die Gastell'sche Waggonfabrik, wo- | <ßor 130 Jahren, am 23. August 1769, wurde in der selbst Se. Majestät mit Gefolge die Pferde bestieg. Nach I damals württembergischen Stadt Mömpelgard (Montbeliard) Begrüßung und Empfang durch den Großherzog und den der französische Naturforscher Cuvier geboren. Er erhob Gouverneur sprengte der Kaiser mit seiner glänzenden Suite die Anatomie zuerst zur Wisienschaft und besaß im hohen nach dem Paradefelde. Als Ordonanzoffizier war ihm Ober- I Grade die Fähigkeit, wissenschaftliche Forschungen allgemein I leutnant Bartsch vom Regiment Nr. 116 beigegeben. Auf I verständlich und in glänzender Sprache darzulegen. Er | dem großen Sande stand, die Ankunft des Kaisers er- | ^^b am 13. Mai 1832 zu Paris. wartend, die 49. Infanterie-Brigade (die Regimenter Nr. I ~~ 115, 116 und 168, Kommandeur: Generalmajor v. Plötz) I TIpnpßT 11II11 Eli unter Befehl des Kommandeurs der 25. Division, General- SH'UtfU I leutnant Frh. Schilling von Canstatt. Mit „Guten Morgen, Depeschen des Bureau „Herold'. 49. Brigade" begrüßte der Kaiser die Brigade. Dröhnend Berlin, 22. August. In der gestrigen Sitzung der I schallte ihm der unter präsentiertem Gewehr stehenden Sol- I 24. Kommission des Abgeordnetenhauses für das baten Dankgruß „Guten Morgen, Majestät" als Erwide- Gemeinde Wahlrecht wurde der Vorschlag der Konservatives runq entgegen. Die Truppen tragen feldmarschmäßige abgelehnt, ebenso das ganze Gesetz mit 13 gegen 8 Stimmen. Uniform, aber weiße Hosen, auch die Offiziere. Für die Minister v. Miquel erklärte darauf, jedenfalls werde in höheren Stäbe war, entgegen sonstiger Gepflogenheiten, für nächster Session unter möglichster Berücksichtigung der kund- I dieses Mal Waffenrock statt Jnterimsrock vorgeschrieben. I gegebenen Wünsche dem Landtage eine neue Vorlage über Kaum war der kaiserliche Gruß und der Soldatengegen- die Bildung der Wählerabteilungen gemacht werden. qruß verhallt, ertönten auch schon weithin die Kommandos, I Berlin, .22. August. Dem „Vorwärts" wird bestätigt, und das Exerzieren der 49. Infanterie-Brigade begann. Es daß Minister von derRecke in derThat mletzter Stunde wurden Frontmärsche, Schwenkungen und Flankenbewegungen eine Anweisung an alle Landrate, die zugleich Abgeordnete aemacht. Der Kaiser ritt stets neben der marschierenden sind, ergehen ließ, die diese strikte aufgefordert, für den Brigade her und beobachtete alles. Plötzlich ein Halten, Kanal zu stimmen. Demgemäß haben die Konservativen be- Adjutanten sprengen über den Platz. Es wird die Aufgabe schlossen, alle vom Minister von der Recke eingebrachten für das beginnende Gefecht überbracht. Die Kolonne löst Gesetzentwürfe nicht mehr zur Beratung kommen zu lassen I sich in verschiedene Treffen auf und entwickelt sich zum Ge- Pans, 22. August. Gusrin hat sich heute früh I fecht Darauf hat der versteckt liegende markierte Feind I 2 Uhr dem Kommandanten der ihn überwachenden gruppen (Regiment 117, Husaren-Regiment Nr. 13 und eine Ab- übergeben. Die Kapitulation Guörms erfolgte nachdem I teiluna Feld-Art. Nr. 27), gewartet. Kaum ist die Brigade | seine Freunde ihm dazu geraten und die Geschäftsleute m I zur Gefechtsformation übergegangcn, als auch schon die I der Rue Chabrol einen Protest gegen die Verlängerung Scküsse fallen (jeder Mann 'hat 20 Platzpatronen, jedes seiner Verbarrikadierung eingereicht hatten. Teilweise ist I Geschütz 10 Manöverkartuschen). Der Kaiser kommandierte I die Uebergabe auch deshalb erfolgt, weil die Lebensmittel selbst das Gefecht. Um 10 Uhr 40 Min. waren Kaiserin 1 —* Friedrich, Großherzogin Victoria Melitta mit den Prinzessinnen Friedrich Karl von Hessen und die Kronprinzessin von Griechenland mit dem Gefolge in sechs Hofequipagen erschienen, in Begleitung von Provinzialdirektor Freiherrn v. Gagern und Negierungsrat Dr. Göttelmann, die Gala- I uniform trugen. Kaiserin Friedrich und die Großherzogin I trugen Trauerkleidung. Die Kritik über das Gefecht der 49. Brigade erfolgte liyt Uhr, deshalb wurde das Kavallerie- Exerzieren und -Gefecht abbefohlen. Die Parade begann I erst um lU/j» Uhr. Der Kaiser wurde mit brausendem Hurra von den Truppen beim Abreiten der Front begrüßt. Eine ungeheure Menschenmenge umlagerte das Paradefeld. I Bei der Kritik umstanden Hunderte den Kaiser mit den Ossi« 6155 GHKKSROGHGGGVKOGGGNGHBBGG in 6149 Fr. Nicolai, Rechtsanwalt. 6096 furt a. M. 6099 Ä==™Men.mKyffhäuser Schule Dir. Pet Krug. Z 6107 gesucht 6147 Näheres in der Expedition d. Blattes. Emil Orbig 6163 6093 6151 eintretet?. empfiehlt 6157 Moltkestraße 8 6024 6164 6165 anlage verloren llrrllcigcrinuuii (Offene Stellen tmpfeliliuißen VerslhiMes Vermietungen Vevloven Franz Wigandt. 8udw. Friedrich Jene Linsen, neues Sauerkraut Neue einfache Lehrmethode Staatl.gel. Abgangsprüfung W.-Sem. An£.2.Nov. Vorunt.9.Okt. Kngt. Windhund, l Vrjährig, reine Nasse, billig zu verkaufen- Wilh. Meissinger II Gasthaus zur Rabenau. Stativ f. 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