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Was das Eisenbahnprojekt des Herrn Ceeil Rhodes betrifft, so widersprechen sich die Zeitungsmeldungen insofern, als die einen die Aussichten der Verwirklichung der Pläne des genannten Unternehmers in möglichst günstigem Lichte darstellen, während die anderen die Annahme zu unterstützen scheinen, als ob letztere, so weit sie sich auf die Durchführung der Bahnstrecke durch deutsches Gebiet beziehen, in Berlin ins Wasser gefallen feien. Die Wahrheit liegt wohl, wie uns aus London geschrieben wird, in der Mitte. Jedenfalls scheint eine prinzipielle Einigung des Herrn Cecil Rhodes mit den amtlichen Berliner Kreisen darüber zustande gekommen zu sein, daß die Bahn vorbehaltlich der vom Kolonialdirektor im Reichstage mitgeteilten Bedingungen, durch deutsches Kolonialgebiet geführt werde. Wie weit sich aber das Reich an der wesentlich durch Kooperation deutscher und englischer Finanzkräfte zu ermöglichenden Bauausführung der Bahn (durch deutsches Gebiet) eventuell durch Uebernahme einer Zinsgarantie beteiligen dürste, darüber haben noch gar keine Besprechungen stattgefunden, geschweige denn, daß bindende Abmachungen getroffen wären. Kommt Zeit, kommt Rat, darf es auch in dieser Beziehung heißen. Bevor der erste Spatenstich zu der Kap-Kawvbahn wird gethau werden können, soweit ihre Durchführung durch deutsches Gebiet in Frage kommt, werden noch ganz andere Bahnen in Afrika, die uns einstweilen näher angehen, gebaut werden müssen. Ausland. MP.C. Man'schreibt uns aus Wien. In der hiesigen diplomatischen Gesellschaft wird es auffallend gefunden, daß in der vom Ballhausplatze aus beeinflußten Presse in kurzen Zwischenräumen immer wieder Angriffe gegen die Person des hiesigen deutschen Botschafters, des Grafen Philipp Eulenburg gerichtet werden. Derselbe wird in ein Licht gesetzt, als ob er mit einzelnen Gruppen der deutschen Opposition in Oesterreich konspiriere. Die Beweise dafür, daß dies nicht der Fall sei, liegen vor aller Augen klar zu Tage. Im Wiener auswärtigen Amt nimmt man aber die ganze Sache auf die bekannte leichte Schulter und erklärt, so etwas sei ja nicht tragisch aufzufassen, Goluchowski werde in Blättern, die mit dem Auswärtigen Amt in Berlin Fühlung Hätten, ebenfalls angegriffen. Da von diesen Angriffen in den hier vorliegenden deutschen Blättern nichts zu merken ist, so neigt man dazu, diesen Versuch, die Angriffe, die gegen den Grafen Eulenburg gerichtet werden, im Lichte einer berechtigten Vergeltungspolitik erscheinen zu lassen, erst recht als eine Ausrede anzusehen, und sich des gerade in Oesterreich leider sehr oft angebrachten Wortes zu erinnern: „Trau, schau, wem?" Paris, 21. März. Der hiesige spanische Gesandte, welcher sich nach Madrid begeben hatte, um dem Ministerpräsidenten seine Demission einzureichen, ist nach Paris zurückgekehrt, da feine Demission nicht angenommen worden ist. Petersburg, 21. März. Aus Taganorg wird die Explosion eines Hochofens gemeldet. Mehrere Personen wurden getötet, viele verwundet. Samoa. Dem Reuterschen Bureau wird aus Apia vom 10. März gemeldet: Infolge der Drohungen der Anhänger Mataafas, daß sie die Dörfer Malietoas in Savaii in Brand stecken würden, falls die Bewohner nicht Steuern und Soldaten für Mataafa schickten, besuchte der britische Konsul Savaii an Bord des Kriegsschiffes „Pvrpvise" und drohte im Falle eines Friedensbruches die Dörfer Mataafas zu beschießen. Die Konsuln Großbritanniens und der Vereinigten Staaten erließen ebenfalls Bekanntmachungen, in denen sie die umlaufenden Gerüchte, Mataafa sei als König anerkannt worden, widerlegten und energisches Vorgehen androhten, wenn die provisorische Regierung die Anhänger TanuS behelligte. Der deutsche Konsul lehnte es ab, sich diesen Bekanntmachungen anzuschließen, und erließ einen Aufruf, worin er für die provisorische Regierung eintritt und in Abrede stellte, daß irgendwelche Behelligung der Malietoa-Partei beabsichtigt fei. Er sprach sodann die Hoffnung aus, daß die provisorische Regierung imstande ein werde, der dem Landesfrieden und der Sicherheit der Bewohner durch die englisch-amerikanische Kundmachung erwachsenden neuen Gefahr erfolgreich zu begegnen. Bei Ankunft des amerikanischen Kreuzers „Philadelphia" hielt der amerikanische Admiral mehrere längere Besprechungen mit dem britischen und amerikanischen Konsul, dem Oberrichter und den Kapitänen der Kriegsschiffe, darunter Kapitän Sturdee von der „Porpoise". Infolge dieser Beratungen brachte die provisorische Regierung die Malietoa-Gefangenen nach einem auf dem Festlande gelegenen festen Platze und ließ mehrere Schüsse über ihre Köpfe abfeuern, um sie dadurch einzuschüchtern. Der amerikanische Admiral hat die Konsuln, den Oberrichter und die Kapitäne der drei Kriegs- schiffe an Bord des Flaggschiffes zu einer neuen Beratung einberufen. K. Z. Vermischtes. f Aus Wetzlar, 21. März. Wie in Hessen, so sind die Gemeinden innerhalb Preußens an der Arbeit, vom 1. April ab, die Verwaltung der Einkünfte der Pfarrstellen in eigene Hand zu nehmen. Das Grundgehalt ist, wie die Mittel ausweisen, aus 2400 Mk. normiert; das Höchstgehalt (mit Alterszulagen beträgt 4800 Mk. (nach 25 Dienstjahren). * Die Wanzen von Colombier. Der Kanton Neuenburg, so schreibt das „Luzerner Tagblatt", hat letztes Jahr einen ernsten Kampf gegen die Wanzen geführt. Im Mai 1898 verheerten diese Tiere die Kaserne in Colombier auf so ruchlose Weise, daß der Instruktor, Oberst Walter, zumal den Eindringlingen nicht mit den Waffen bcizukommcn war, eine schriftliche Beschwerde an den Chef des Militärdepartements richtete, der seinerseits den Kreisbaumeister aufbot. Die Kosten des vom ganzen Volke gebilligten Feldzuges beliefen sich auf 3234.40 Frs., und der neuenbnrgische Große Rat wird in der nächsten Session um Gewährung eines entsprechenden Nachtragskredits angegangen werden. Eine Ablehnung ist nicht zu erwarten. Die Höhe des Postens läßt ermessen, daß der braune Erbfeind schwer einzunehmende Positionen innehatte. * Wie aus dem Protokoll über die letzte Plenarsitzung des Bundesrats hervorgeht, ist eine Vorlage über die Einziehung der silbernen Zwanzigpfennigstucke in Vorbereitung. Damit wird die Ausmerzung der zweiten Münzsorte aus dem Verkehr angestrebt. Schon Ende der siebziger Jahre hatte es sich herausgestellt, daß die goldenen Fünfmarkstücke im Verkehr unbrauchbar waren. Es wurde damals die Prägung derselben eingestellt und sodann jede halbe Krone, die einkam, von der Reichsbank angehalten und nicht wieder ausgegeben. Auf diesem Wege ist es gelungen, von den insgesamt für 27,9 Millionen ausgeprägten halben Kronen für 22 Millionen einzuziehen. Die Übrigen nahezu 6 Millionen dürften wohl nicht einziehbar fein, da sie sich in Münzsammlungen befinden oder zu gewerblichen Zwecken Verwendung gefunden haben werden. Von der jetzt zur Einziehung gelangenden Münzsorte der silbernen Zwanzig- Pfennigstücke sind insgesamt für 35,7 Millionen zur Aus- Prägung gekommen. Von diesen sind schon 21 Millionen zur Einziehung gelangt. Es würde sich also um den Rest im Betrage von 14,7 Millionen handeln. Bekanntlich sind die silbernen Zwanzigpfennigstücke vor etwa zehn Jahren zu den sogen. Bettelarmbändern verwendet worden, so daß der Bestand dadurch ebenfalls nicht unwesentlich verringert werden dürfte. Merittur, Wissenschaft und Kunst. Das Tierreich. Bearbeitet von I)r. L. Heck, Paul Matschie, Professor Dr. v. Martens, Bruno Dürigen, Dr. Ludwig Stab, und E. Krieghoff. Erscheint in 120 Lieferungen zum Preise von je 10 Pf. und umfaßt ca. 140 Druckbogen mit 1455 Abbildungen und 12 Tafeln in feinstem Farbendruck. Auch zu beziehen in 4 gehefteten Hatt- bänden zum Preise von je 3 Mk. oder in 2 hochfeinen Leinenbünden zum Preise von 15 Mk. Verlag von I. Neumann in Neudamm. Die Herausgeber dieses Werkes haben sich die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage des gegenwärtigen Standes der Wissenschaft in gemeinverständlicher Form dem Naturfreund, soweit er Laie ist, ein übersichtliches Bild der sogenannten Tierkunde zu geben. Zu diesem Zwecke haben sich eine Anzahl hervorragender Männer, sämtlich Fachgelehrte ersten Ranges, zusammengethan, um die einzelnen Stämme und Klaffen deS Tierreiches systematisch geordnet zu Bearbeiten und dem Leser in ihren charakterischen Eigenttimlichkeiten vorzuführen. Der Naturfreund findet also hier in verhältnismäßig knapp gefaßter und doch eingehender Weise jede einzelne Tierklaffe besprochen und gewinnt so einen umfaffenden Einblick in das gesamte Tierreich, von dem aus er sein Wissen weiter aufbauen kann. Sehr dankenswert ist die Fülle der Abbildungen, welche das Werk enthält, die in anschaulicher Weise den Text erläutern Die heute vorliegenden Hefte enthalten den Schluß o.i sechsten Stammes des Tierreiches, „Weichtiere" (Mollusken), und beginnen mit dem siebenten Stamm des Tierreichs „Fische". Mit zwei feinen Buntdruckbildern Schneckentafel und Zierfische im Aquarium Die Verlagsbuchhandlung endet auf Verlangen an jedermann umsonst und postsrei ein reich aut>« gestattetes Probeheft, welches eine genaue Übersicht über die Anlage BtC ganzen Werkes ermöglicht. S. Weimersheim Nachfolger Kreuzpiatz. in Jaquettes Umhängen Strassen- und Sportcostümen Blousen und Jupons Farbigen Kleiderstoffen Schwarzen und weissen Stoffen Seidenstoffen. 2224 Reizende Neuheiten (hi pfc hin ii ii cn Gras-Samen engl. Raygras, ital. Raygras, Thymothee, Mischung für trockene« Boden, „ „ feuchten Boden, „ „ Böschungen, „ „ dauernd. 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