absoluten Rückgang der Zahl der Rückfälligen in Frankreich hinweisend. Aus Anlaß einer Aerißcrung des Kriegsministers bei der ersten Lesung der Militärvvrlage stellt Redner fest, daß die Kriminalität der Jugendlichen seit 1882 bis 1897 am größten war zur Zeit der dreijährigen Dienstzeit, während die Kriminalität seit Einführung der zweijährigen Dienstzeit geringer geworden sei. Keinesfalls könne also aus der Kriminalität der Jugendlichen irgend ein Einwand gegen die zweijährige Dienstzeit hergeleitet werden. Geholfen werden könne nur durch eine vernünftige soziale Kriminalpolitik: Trennung der Jugendlichen in den Gefängnissen von einander und von den Erwachsenen. Statssekretär Nieberding entgegnet dem Vorredner auf seine letzten Bemerkungen, daß gleich nach Abschluß des Bürgerlichen Gesetzbuches die einschlägigen legislatorischen Arbeiten in die Hand genommen worden seien, und er hoffe, in nicht zu langer Zeit dem Reichstage eine Vorlage machen zu können, welche sicher auch die Wünsche des Vorredners befriedigen werde. Was die bedingte Verurteilung betreffe, so sei er, Redner, kein Gegner derselben, er erkenne deren Vorzüge an, und er schenke der Regelung dieser Frage und ihrer Bedeutung volles Interesse. Aber die Reichsverwaltung könne unmöglich schon nach zwei, drei Jahren, ehe noch die Versuche zu einem gewissen Ergebnisse geführt, die verbündeten Negierungen zu einer Vorlage nötigen. Der Staatssekretär betont dann noch, wie verschieden auch in den verschiedenen Bezirken, in Preußen, die Ergebnisse der bedingten Begnadigung seien; für das Jahr 1900 stelle er darüber eine neue, vollständige Statistik in Aussicht. Abg. Gradnauer (Soz.) rügt es, daß auf dem klassischen Boden der Reaktion, in Sachsen, und zwar in Dresden, widergesetzlich zur Wahlzeit die Verteilung sozialdemokratischer Flugschriften auf den Straßen auf Grund einer Verkehrsordnung verhindert worden sei. In Sachsen, wo man das allgemeine Wahlrecht hasse, suche man demselben auf Schleichwegen beizukommen, und die Gerichte selbst machten sich zu Dienern der herrschenden Klassen. Das zeigten auch solche in die Form des Rechts gekleideten brutalen Gewaltthaten wie die beim Löbtauer Prozeß. Sächsischer Generalstaatsanwalt Rüger führt aus, daß die sächsische Regierung sich des Beifalls der Sozial-, demokraten nicht erfreut, sei ja bekannt. Was die Ausführungen des Abg. Gradnauer über die Reaktion in Sachsen anlange, so sei das Mißbrauch der Redefreiheit. (Große anhaltende Unruhe links, Rufe: Mißbrauch? Zur Ordnung! Bravorufe rechts.) (Vizepräsident v. Fr ege fordert auf, die Unterbrechungen zu unterlassen.) Redner schließt: Wenn der Vorredner ein gerichtliches Urteil eine brutale Gewalt genannt hat, so ist das, dabei bleibe ich, Mißbrauch der Redefreiheit! Auf eine Anfrage des Abg. Bass er mann (nl.) erklärt Staatssekretär Nieberding, daß eine Kommission einen Gesetzentwurf zum Schutze der Bauhandwerker ausgearbeitet habe, dessen Veröffentlichung das große demselben zugewendete Interesse habe erkennen lassen. Eine große Menge von juristischen und wirtschaftlichen Vorschlägen seien'an die Regierung gelangt; das Resultat sei: die Kommission ist überzeugt, daß der von ihr aufgestellte Entwurf einer Umarbeituug bedarf. Sie wird demnächst an die Ausarbeitung eines neuen Entwurfs Herangehen. Abg. Bo ecke l (Antis.) bemängelt die Formen des Zwangsvollstreckungswesens. Abg. de Witt (Zentr.) empfiehlt, die bedingte Verurteilung einzuführen. Vizepräsident v. Fr ege bemerkt, er habe das Stenogramm der Rede des Abg. Gradnauer eingesehen und gefunden, daß derselbe ein rechtskräftiges Urteit eine brutale Gewaltthat genannt habe. Das sei unzulässig, und deshalb rufe er den Abg. Gradnauer zur Ordnung. Dem Vertreter des Bundesrats bemerke er, daß Mißbräuche der Redefreiheit nur vom Präsidium aus zu rügen seien. Das Haus vertagt sich jetzt auf morgen 1 Uhr. Fortsetzung der Etatsberatung. (Schluß 5V4 Uhr.) Deutsches Reich. Darmstadt, 21. Februar. Die „Darmst. Ztg." schreibt: Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin sind von den zahlreichen Beweisen der innigen Teilnahme, die Allerhöchstdenselben aus Anlaß des so betrübenden Ablebens weiland Seiner Königlichen Hoheit des Erbprinzen von Sachsen-Coburg und Gotha ans allen Kreisen der Bevölkerung entgegengebracht wurden. überaus wohlthuend berührt und lassen den Anteilnehmenden Allerhöchstihren Dank an dieser Stelle aussprechen. Berlin, 21. Februar. In der heutigen Sitzung der Budget-Kommission des Reichstages wurde die Beratung der Militär-Vorlage und zwar bei der Verstärkung der Kavallerie fortgesetzt. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Roon auf Bewilligung von 485 Eskadrons mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt. Sodann wurde die Regierungsvorlage (482 Eskadrons) ebenfalls abgelehnt, mit 16 gegen li Stimmen. Darnach wurde ein Antrag Roon auf Bewilligung von 480 Eskadrons mit 15 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Es bleibt infolge dessen bei dem bisherigen Ansatz von 472 Eskadrons. Die Etatsvermehr- ungen der Kavallerie sind demnach sämtlich abgelehnt. Die Weiterberatung wurde auf morgen vertagt. Berlin, 21. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Spezialberatung des Justizetats fortgesetzt. Der Titel Staatsanwaltschaft wurde genehmigt, desgleichen der Rest des Justizetats. Hierauf wurde der zum Justizetat gestellte Antrag Krause und Gen. beraten, die Regierung aufzufordern, noch zu dieser Tagung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen unter voller Wahrung der dienstlichen Interessen den älteren Richtern aus Anlaß des Inkrafttretens des bürgerlichen Gesetzbuches der Uebertritt in den Ruhestand erleichtert wird. Nach längerer Debatte wurde der Antrag angenommen. Morgen wird das Bernsteingesetz beraten und der Etat diskutiert. Berlin, 21. Februar. Die Trauerfeier für den Präsidenten Faure findet, wie nunmehr bestimmt ist, Donnerstag vormittag 11 Uhr in der Hedwigskirche statt. Der französische Botschafter und das Personal Der französischen Botschaft wohnen der Feier in Uniform bei. Berlin, 21. Februar. Der preußische Hof legte gestern für die Erzherzogin Maria Immaculata von Oesterreich die Trauer auf acht Tage an. Berlin, 21. Fellruar. Im Gegensatz zu einer Blättermeldung, wonach der in der Landtagsthronrede angekündigte Gesetzentwurf betreffend die Besteuerung der großen Warenhäuser bereits derart gefördert werde, daß er demnächst dem Abgeordnetenhause zugehen werde, erfährt die „Nordd. Allgem. Ztg.", daß der betreffende Gesetzentwurf noch den Gegenstand weiterer Beratungen bilde, und daß sich noch nicht übersehen lasse, wenn derselbe dem Landtage vorgelegt werden wird. Berlin, 21. Februar. Der alexandrinische Bombenschwindel, bei dem bisher in unseren offiziösen Kreisen noch immer die Möglichkeit eines ernsten Hintergrundes aufrecht zu erhalten versucht wurde, wird jetzt im „Aegypt. Kour." in einer Weise gekennzeichnet, die weitere Zweifel wohl ausschließen dürfte. Es heißt da: „Auch die Ungläubigsten müssen jetzt zugeben, daß der famose, angeblich gegen unser» Kaiser gerichtete Bombenanschlag nichts als ein von der englisch-ägyptischen Polizei im Dienste der englischen Politik ausgeheckter Schwindel gewesen ist, da sämtliche unter diesem Verdachte Angeklagten am vergangenen Dienstag vom italienischen Konsulatsgerichte freigesprochen worden sind. Was die Angelegenheit indessen besonders interessant macht, ist die Thatsache, daß gegen Mario Bazzani, jenen Menschen, der sich zu der erbärmlichen Rolle eines falschen Denunzianten in dieser schmutzigen Geschichte hergegeben hat, die Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung erhoben worden ist, und es ist zu hoffen, daß der Prozeß, der jetzt gegen diesen Ehrenmann geführt werden wird, etwas Licht in diese in manchen Punkten noch recht dunkle Angelegenheit bringt. Die Art und Weise der Entdeckung des Komplottes, wie sie die Verhandlungen zutage förderten, ist folgende: Eines Tages erschien ein Araber in der Weinstube des Ugo Parrini, des Hauptangeklagten, und verlangte ein Glas Wein. Nachdem er es getrunken hatte, bat er, daß man ihm eine kleine Kiste, die er bei sich trug, ausheben möge, bis er zurückkäme, wozu sich Parrini auch willig bereit erklärte. Nach einer Stunde — die Kiste stand noch auf dem Platze, wo sie der Araber gelassen hatte — erschienen der italienische Vizekonsul und Polizisten unter Führung des erwähnten Denunzianten, belegten die Kiste, in der sich, als man sie öffnete, in der That eine Bombe vorfand, mit Beschlag und verhafteten Parrini und später noch zwölf andere Italiener. Alle Welt war des Lobes voll über die Wachsamkeit der englischägyptischen Polizei, die einen Mordanschlag verhütet und vielleicht dem deutschen Kaiserpaare das Leben gerettet habe, bis sich schließlich die Wahrheit herausstellte. Wir enthalten uns einer Kritik des Verfahrens der Polizei. Politik ist Politik, gewiß, aber das Vorrecht derartiger Schmutzigkeiten Donnerstag den 23. Februar Nr. 46 Zweites Blatt 18»9 Gießener Anzeiger General -Anzeiger Amts- und Anzeigeblntt für den Kvek Gieren vel Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den k-lgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-Bermiltlung5stellen de- In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich nur Auonadme des Montag-. D'e Gießener Knmilienk tätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. ZSezugspreis Dirrtfij-ibrüd) 2 Mark V f 'lifg. monatlich 75 Psg. un ^ringerlohn. 160| fcen Indien durch xt Studenten Uw (ÄuchdaMung, eiHT Redaktion, Expedition und Druckerei: Schntftrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Mütter für besuche Ualbskunde. Uhr präeta Iftbeaterß*. (Le. la. (Rudolphe Nacht, tes Parkett Mk. Ui, lerifi Mk. 0 40, 19. yboim Tich- ajacheu, gm m • ierben gebeten, sich ckuar, illen. w&Ott. zu jeder gelt ange- »striche 5. i3i4 >hl, AM M 10,16 M Die Bedeutung der Fanre scheu Präsidentschaft für Frankreich. Man hat auch in Frankreich in letzter Zeit viel gespöttelt über Felix Faure L, und es wäre nicht gerechtfertigt, wollte man behaupten, daß der eben verstorbene Präsident sich großer persönlicher Beliebtheit erfreut hätte. Und trotzdem ist die Faure'sche Präsidentschaft von großer Bedeutung für Frankreich gewesen in gutem sowohl wie im bösen Sinne. Was die Franzosen ihrem Präsidenten hoch anrechnen, ist die Thatsache, daß die Allianz zwischen der Republik und dem russischen Kaiserreiche vollkommen geworden ist. Es ist noch in frischer Erinnerung, wie sehnsüchtig die Herren an der Seine auf das Wörtchen „alliance" ans dem Munde des Zaren harrten. Der Besuch des Zarenpaares in Paris war erfolgt, der autokratische Herrscher hatte mit dem bürgerlichen Präsidenten Kuß und Handschlag getauscht, die Freundschaft zwischen beiden Ländern war in allen möglichen Reden gefeiert worden, aber das alles konnte die Franzosen nicht befriedigen. Sie trugen das heißeste Verlangen, dem Dreibunde ein Paroli zu bieten und der ganzen Welt zu zeigen, daß Frankreich im Bunde mit Rußland sei. Aber der Zar wollte das Wörtchen nicht sprechen. Erst als Faure seinen Gegenbesuch in Petersburg gemacht hatte und sich zur Heimkehr rüstete, da sprach der Zar die langersehnten Worte und beglückte damit seine Gäste in einer Weise, daß Frankreich eine ganze Zeitlang in höheren Regionen schwebte. Es bleibt ein Verdienst Faures, daß er die Leidenschaften feiner Landsleute bei dieser Gelegenheit zu zügeln verstand und die Bedeutung der franko- rnssischen Allianz auf das richtige Maß zu beschränken wußte. Wie weise dies war, haben die Ereignisse gezeigt; denn über die Allianz mit Rußland denken die Franzosen heute schon viel kühler. Das zeigt sich besonders auch darin, daß sie ihre Taschen gegenüber den russischen Ansprüchen mehr und mehr verschließen. Das Verdienst Faures besteht also in den Augen der Franzosen darin, daß er die Allianz mit Rußland schließen half, Europa hat ihm aber dafür zu danken, daß er dazu beigetragen hat, wenn Frankreich nicht übermütig geworden ist ünd sich durch die russische Allianz zu Herausforderungen hat verleiten lassen. Felix Faure war kein außerordentlicher Mensch, des- 4.1* jt-E )il»lw tfaei» i TStin! biolev ID- Deutscher Reichstag. 38. Sitzung vom 21. Februar. 1 Uhr. In dritter Lesung wird zunächst das Abkommen mit Peru betr. die Stellung der beiderseitigen Konsuln genehmigt. Abg. Müller-Meiningen (srs. Vp.) tritt gleichfalls warm für das System der bedingten Verurteilung ein; dcubei namentlich auch, zur Widerlegung einer früheren Ifeufjerung des Staatssekretärs, auf den relativen und sogar halb muß man es ihm zu gute rechnen, daß er in der Dreyfns-Angelegenheit so wenig Triebkraft und Entschlossenheit gezeigt hat. Er ließ sich von den Strömungen mit fortreißen und bewies wenig Widerstandskraft, um die Dreyfus-Affaire in einer für Frankreich heilsamen Weise in die richtige Bahn zu bringen. Faure ist nun hinüber- gegangen in die Ewigkeit, und wenn wir auch dem Toten keine Lorbeeren flechten wollen, so glauben wir doch bestätigen zu dürfen, daß er das Beste gewollt hat, wennschon es ihm nicht immer nach Wunsch gelang, (xx) Silberrente ild'Wtt jen ifai - Sodann folgt die Fortsetzung der Etatsbe- r atung. Etat des Reichsjustizamts. Zu dem Titel „Gehalt des Staatssekretärs" liegt eine Resolution Beckh (frs. Vp.) vor, betr. Vorlegung eines Gesetzentwurfs behufs Entschädigung für zu Unrecht erlittene lö0> Untersuchungshaft. KX'‘ Abg. Spahrn (Zentr.) plaidiert für eine Entlastung r- des Reichsgerichts, und zwar durch Ausscheidung aller T Sachen von geringerem praktischen und juristischen Wert 1887 ion der Revision. 10oJ Staatssekretär Nieberding spricht seine große Ge- 9$" nigthuung darüber aus, daß Abg. Spahn auf Grund feiner leigen eigenen Erfahrungen beim Reichsgericht zu dieser ' Ansicht gelangt. Die Regierungen hielten an der Absicht j-fe-ft/ die Heraufsetzung der Revisionssumme vorzuschlagen. Abg. Roeren (Zentr.) erinnert an die vom vorigen Reichstag beschlossene Resolution zu gunften der bedingten Verurteilung. Redner empfiehlt dieselbe in längeren Äus- sil'hrungen, sie stelle sich gleichsam als qualifizierte Ver- ivarnung dar und sei jedenfalls einer Strafaussetzung im bloßen Verwaltungswege weit vorzuziehen. Mlenb. l0bl. ’S iooj Adresse für Depeschen: Anzeiger Htetze«. Fernsprecher Nr. 51. nahm. Schon in wenigen Jahren hatte dieses Unternehmen, in dem heute etwa 3000 Arbeiter beschäftigt werden, einen Weltrus erlangt. Später trat Clemm von seiner leitenden Stellung zurück, blieb aber Mitglied des Aussichtsrats der inzwischen zu einer Aktiengesellschast umgewandelten Fabrik. Er übernahm bald darauf das Amt des Generaldirektors der Zellstofffabrik Waldhof, die jetzt ebenfalls einen Weltruf genießt, und behielt es bis zu seinem Tode bei. In zahlreichen anderen industriellen und sonstigen Aktiengesellschaften war er Mitglied des Aufsichtsrates, bezw. Borsitzender desselben, so der Pfälzischen Bank in Ludwigshafen und der Minister. , Paris, 21. Februar. Das Leichenbegängnis des Präsidenten Faure dürfte sich sehr imposant gestalten. Paris, 21. Februar. ' Der Berichterstatter der Revisions-Kommission verlas heute im Senat seinen Bericht. Der Ausschuß hat sich mit 5 gegen 2 Stimmen zu gunsten des Antrages ausgesprochen. Paris, 21. Februar. Der Finanzminister Peytral hat die Kandidatur für den Präsidentensitz im Senat es ihr." — Das Zentralkomitee für die Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, in das bekanntlich auf der Krefelder Versammlung an Stelle des bisherigen Kommissars der Generalversammlung Fürst Löwenstein gewählt wurde und an dessen Spitze Graf Droste-Vischering steht, tritt heute in Berlin zu einer Sitzung zusammen, um sich namentlich mit der Vorbereitung der nächsten General- I Versammlung in Reiste zu beschäftigen. — Sozialdemokratie und Sittlichkeit. In der „Kreuzzeitung" findet sich folgende Mitteilung: „Der „Berliner Arbeiterkalender" bringt u. a. eine von der „berühmten" Agitatorin Klara Zetkin übersetzte Novelle von Maupassant, die dem Verleger nach langer, mit Ausschluß der Oestentlichkeit stattgefundener Verhandlung eine Geldstrafe von 100 Mk. zugezogen hat. Außerdem ist auf Vernichtung der noch vorhandenen Exemplare des Kalenders I erkannt worden unter der Begründung, daß die genannte Novelle objektiv unzüchtig und geeignet sei, das sittliche Gefühl gröblich zu verletzen. Der Angeklagte sei sich dessen bewußt gewesen und habe deshalb bestraft werden müssen." Aus Nordfchleswig. In zwei ländlichen Amtsgerichtsbezirken war bekanntlich begonnen worden, solchen Ellern, die ihre Kinder auf eine Danisirungsanstalt nach Dänemarck eine Reise antreten wollte und im Begriff war, seine Woh- nung zu verlassen, ereilte ihn ein tödlicher Gehirnschlag. »D. Ztg." — Kamerun. Eine Vergrößerung des Hinterlandes von Kamerun? lieber die Ergebnisse der bekannten, vor Jahresfrist zum Abschluß gelangten Mission Gentil liegt nun auch eine Kartenskizze vor („Mouvement G^ographique" angenommen. Spanien. Die traurigen Vorgänge des jüngsten Krieges beschäftigten am Montag das Parlament. Als der Präsident im Senat beantragte, den vom Ministerpräsidenten verlesenen Gesetzentwurf betreffend die Abtretung der Philippinen einer Kommission zu überweisen, erhöbe« die Konservativen Einspruch, worauf der Präsident seine« Antrag zurückzog. Nun wollte Graf Almenas die Erörterungen gegen die Generale, namentlich gegen Primo de Rivera, Weyler, Blanco, Cervera und Linares erneuern und über die schimpfliche Kapitulation von Santiago sprechen. Es erhebt sich allgemeines Lärmen, mehrere Personen wurde» von den Tribünen entfernt. Sagasta verteidigt die Regierung und die spanische Friedenskommission in Paris und greift die Bereinigten Staaten an wegen ihrer Forderungen, )ie nicht mit dem Protokoll übereinstimmten. Man könne nicht über den Krieg diskutieren, denn die Generale ständen noch unter gerichtlicher Verfolgung. Graf Almenas beschwert sich darüber, daß noch kein General gehängt sei. Graf Almenas erhebt heftige Beschuldigungen gegen die Generale und setzt unter großem Lärm seine Angriffe gegen mehrere Generale fort. Der Kriegsminister protestiert hiergegen, die Lage auf Cuba sei unhaltbar gewesen. Graf Almenat erwidert, Portoriko habe sich schimpflich ergeben. Marschall Primo de Rivera erklärt, solche Angriffe seien ungerecht, sie könnten sogar als feige bezeichnet werden. Almenas sei ein Verleumder. Graf Almenas erwidert, er werde seine Behauptungen beweisen. Marschall Blanco erklärt, die Generale und die Armee'hätten tapfer gefochten; er trage die Verantwortlichkeit für die Ereignisse auf Cuba. Der Minister für die Kolonien verteidigt die Amtsführung der Regierung und der Generale und erklärt, die Regierung trage für diese letzten Handlungen die Verantwortung. Hierauf wird die Sitzung aufgehoben. Auch in der Deputiertenkammer wurden die Kriegsereignisse auf Cuba besprochen. Ei» Antrag, worin der Negierung ein Tadel ausgesprochen wirb, ist von den Konservativen unterzeichnet. Abgeordneter Alft schrieb dem Ministerium die Verantwortlichkeit für das Un heil zu und sagte, Santiago habe sich mit 23000 Man« ergeben. (Bewegung.) Alix behauptete, die Regierung habe die Uebergabe von Santiago befohlen, um die Monarchie zu retten. Der Marineminister wird heute antworten. T. R. Athen, 21. Februar. Die Regierung genehmigte den vom Kriegsminister gestellten Antrag, eine österreichischungarische Militär-Kommission zu berufen, welche die Inspektion der in großem Maßstabe vorzunehmenden Truppenübungen, die Leitung der Kriegsschule, die Ausbildung ber Infanterie, Kavallerie und Artillerie sowie die Organisation des Generalstabes übernehmen soll. Behufs Hebung der Disziplin soll den aktiven Offizieren das Wahlrecht entzogen werden. Amerika. Die unter den Jubelklängen der anglo amerikanischen Verbrüderung im August vorigen Jahres eingesetzte britisch-amerikanische Kommission, die alle zwischen Großbritannien und Kanada einerseits und de« Vereinigten Staaten anderseits schwebenden Streitfragen schlichten sollte, hat sich, wie der „T. R." aus London geschrieben wird und wohl auch vorauszusehen war, als völlig verfehlt erwiesen. Die Kommission, die mit Unterbrechungen seit dem 23. August in Washington getagt hat, geht auseinander, ohne etwas erzielt zu haben. Die britische« Kommissäre bestanden bezüglich Kanadas auf einem auf Kompensationszölle gegründeten Handelsabkommen, auf Gewährung der gleichen Fischereirechte an der atlantischen Küste für Kanadier wie Amerikaner und auf einer Feststellung der Alaska-Grenze. Mit Bezug auf alle drei Punkte aber weigerten sich die amerikanischen Bevollmächtigten, Zugeständnisse zu machen. Dabei waren sie von der Ueberzeugunz geleitet, daß jeder Vertrag, der den kanadischen Fischern die gleichen Rechte gestattete wie denen der Vereinigten Staaten, vom Senate verworfen werden würde. Der Vorgang ist lehrreich. Die Amerikaner lasten es sich sehr gern gefallen, wenn das amtliche und das nichtamtliche England ihre neu? Kolonialpolitik befürwortet und unterstützt, aber sie sind Die zu schlaue Geschäftsleute, als daß sie für die — eigennützig — angelsächsische Liebe eine namhafte materielle Gegenleistung machen würden. Und im Hintergründe steckt natürlich das alte und selbst durch den Verbrüderungslärm nicht zurückgedrängte Bestreben der Yankees-, den Kanadiern praktisch darzuthun, daß ihre Handels- wenn nicht auch ihre politischen Vorteile in einer Vereinigung mit den Vereinigte» Staaten liegen. Ein hiesiges radikales Blatt, das zu den eifrigsten Befürwortern eines anglo-amerikanischen Bündnistcs oder Einverständnisses gehört, kann sich der Vorwürfe nickt enthalten. „Aus mehr als einem Grunde", sagt es, „hatte« wir ein Recht, anzunehmen, daß Amerika in diesem Augenblicke froh sein würde, ein kleines Opfer zu bringen uw unseren Wünschen entgegenzukommen, da ihm auf dem neum Felde seiner nationalen Bestrebungen die Sympathie Englands in Anbetracht der deutlichen Feinseligkeit andem europäischer Regierungen durchaus notwendig ist."' Undankbare Yankees, die keinen Tribut zahlen wollen! hat denn doch die englische. Wer aber die Wirkung kenne« lernen möchte, die diese Angelegenheit auf die italienische Kolonie gehabt hat, der lese die hiesigen italienischen Zeitungen, und er wird einer ganzen Blütenlese von Ausdrücken begegnen, die man in einem Briefsteller für Liebende vergeblich suchen würde." Der offiziöse Draht hat von dieser Sache nichts gemeldet. Gerade das ist aber ein sicheres Zeichen, daß die vorstehende Darstellung richtig ist. Irren ist menschlich, und daß man in unfein amtlichen Kreisen die Sache lieber zu ernst nahm, als zu leichtfertig, ist gewiß nur anzuerkennen. Aber etwas vorsichtiger hätte man wohl sein können. Und darum sollte man jetzt lieber offen eingestehen, daß man sich hat irreführen lassen. T. R. — In Sachen der Wiederbesetzung des Bischofs st uhles in Osnabrück sprach eine Osnabrücker Nachricht der „Germania" davon, die „Aufregung dortselbst und in der Diözese wegen der Verzögerung der Bischofswahl wachse zusehends. Die Zurückhaltung der Kandidatenliste in Berlin finde man unbegreiflich; die bedauerlichsten Gerüchte seien im Umlauf." Darauf antwortet die „N. A. Z.": „Von einer Zurückhaltung der Kandidatenliste für die Osnabrücker Bischofswahl in Berlin kann keine Rede sein. Unverzüglich nach Eingang der Liste hat die Regierung die erforderlichen Ermittelungen über die einzelnen Kandidaten angestellt. In einem Falle ist nach Eingang des betreffenden Berichts noch eine Rückfrage notwendig gewesen. Sobald das Material beisammen ist, wird die Entscheidung herbeigeführt werden. Uebrigens ist die seit Eingang der Liste verstrichene Zeit nichts weniger als auffallend lang. Die königliche Staatsregierung hat an der Vakanz in Osnabrück kein Interesse. Je schneller der bischöfliche Stuhl dortselbst besetzt wird, desto lieber ist Kckales und Provinzielles. Gießen, den 22. Februar 1899. ** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Gros Herzog haben Allergnädigst geruht, am 1. Februar de« Bürgermeister Grimm zu Mainflingen das Silberr! Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen? verleihen. Landes Gewerbeverein. Durch Entschließung Groji Ministeriums des Innern vom 18. Februar l. I. wurd^ die Herren Landtagsabgeordneter Dr. Schröder und M festor Dr. Hermann Wiener, beide zu Darmstadt, i' Mitgliedern des Ausschusses des Gewerbevereins für do» Großherzogtum ernannt. ** Ordensverleihung. Seine Majestät der Ä a 11( haben dem Obersten z. D. v. Hofmann zu Bad yeim, zuletzt Kommandant von Küstrin, die Erlaubnis z> Anlegung des Komturkreuzes des Kaiserlich österreichisch^ Franz Josef-Ordens Allergnädigst zu erteilen geruht. S«" SS e'"e? * ll ftden, «W 6* M den für bufel Petitionen gc Regierung » MariaM« 61Wn J' tlnrlchnung W lienft abernmn: " ArM Haus am M gtrndlht ftat barauf aufmrl iiich eine kleine lafcft wieder ? •*?. Stn jchen Meiner »orten, brach wit Frl. Ei -er litdrouc. vor kurzem im Darstellerin, der unglücklich fzene stwie ' glückliche Mis »ar über die erweckte von $ ijdjtn Geschick hauMe sich i mit allen Ehre' entwickelte den ^nchchisch erj Herr ttx \tyoanh' gewandten B -er Rede w sorgfältig he vor der Köi Herr Liebs zu wenig al Figur des S Werner d leiten des 1 Linien dieses ver/v/scht. G ® alt er. Ur, sanden sich m Mit) leM dankbaren M Seiten ab. - "s einem He »it „Teil" ol weniger Geb ""sten Stimn auf der Galei in leidlicher § W”9mita teuifc-Uk . "ÄA darsteller un1 Lftbscher, ^"jährigen Mtyen der erwerben, ba Benefiz, vorzügliche ( von Ganghoj ftrel ty'N Hous. w Einheit '“h i ft 31 uaWw«a* ö* l&'i ^edel Mii« 9eb' üM alt, K -Faust" ÜOt mar £ far 6 ll,ir Äs» ^Ws? Ä St Oberrheinischen Versicherungsgesellschaft in Mannheim. Um die Hebung der Industrie in Mannheim und Ludwigshafen 'Hat sich Dr. Karl Clemm große Verdienste erworben; zahlreiche Ehrenstellen wurden ihm übertragen. So saß er in . ,-7- - . . - der Pfälzischen Handels- und Gewerbekammer und im Lud- I Man bezweifelt, daß während des Leichenzuges Ruhe- wigshafener Stadtrat. Im Jahre 1887 wurde der stets I störuugen vorkommen werden. Die Brüsseler Meldungen rüstige und thätige Mann vom Wahlkreis Ludwigshafen- I über irgendwelche Überraschungen seitens der Orleans oder Speier in den Reichstag gewählt, dem er bis zum Jahre I Viktor Napoleons werden hier skeptisch ausgenommen. ~ 1898 an geh orte. Bei den letzten Wahlen verzichtete er auf eine nochmalige Kandidatur. Clemm war schon vor einigen Jahren während seines Aufenthaltes in Berlin von einem leichten Schlaganfall betroffen worden. Als er heute früh vom 12. Februar). Sie ist zwar nur fluchtig und durstig, aber doch offenbar schon unter Berück),chtigung der astronomischen Ortsbestimmungen Gentils entworsen und da er- aiebt sich denn die überraschende Thatsache, daß aus dieser Grundlage der Sußerste nördliche Z.p el des HmterlandeS von Kamerun eine ganz -rh-bUche Vergrößerung, ^sahr. Aus den bisherigen Karten des Gebietes am unteren Schari, die noch ausschließlich aus die Aufnahmen Barths und Nachtiaals zurückgingen, betrug die größte Brette dieses Gipfels — am 10. Grad nördlicher Brette, von Yola un Westen bis in die Gegend von Miltu am Schari - rund 450 Kilometer; noch Gentils Ortsbestimmungen aber ruckt der genannte Punkt am Schari um volle 100 Kilometer weiter nach Osten. Das bedeutet, unter Berücksichtigung noch einiger anderen Einzelheiten der Gentil'schen Aufnahmen, eine Vergrößerung des deutschen Gebietes nach roher Messung um nicht weniger als 28000 Quadratkilometer gegen die bisherige Darstellung! Das ist eine Fläche, die etwa so groß wie der Tschad ist oder jie Provinz Posen. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist so, und die Franzosen werden dieses etwas unliebsame Ergebnis der sonst für ihre Pläne so erfolgreichen Unternehmung Gentils wohl oder übet mit in den Kauf nehmen müssen. Die Berechnung stützt sich im übrigen auf folgende Erwägungen : Die Scharimündung, d. h. die Mündung des östlichen Schari- armes, lag auf unseren Karten eine Zeitlang, indem man die astronomischen Ortsbestimmungen Eduard Vogels und die Aufnahmen Barths zu gründe legte, unter 14° 18' östl. L. von Greenwich. Nachtigals Karte verschob die Mündung um etwa 12' nach Osten, d. h. auf 14<> 30'. Gentils Skizze stellt nun die alte Barth'sche Position, die zu gunsten von Nachtigals Darstellung seit mehr als 20 Jahren ignoriert wurde, annähernd wieder her, indem sie die Scharimündung unter 14« 13' östl. L. verlegt. Andererseits rückt Massenya, die Hauptstadt von Bagirmi, von 16° östl. L. bei Barth (und auf allen bisherigen Karten), bei Gentil auf 16° 37'. Es folgt daraus, daß der Längenunterschied Scharimünbung- Maffenya, die bisher nur IV betrug, sich jetzt um 54', d. h. um etwa 100 Kilometer, vergrößert. Dieser 'Unterschied setzt sich dann nach Süden bis zum 10. Grad nördlicher Breite fort, so daß er auch hier, auf der Linie Yola- Miltu, mehr als 100 Kilometer beträgt. Natürlich beruht die Gentil'sche Skizze nur auf einer vorläufigen Berechnung seiner astronomischen Längen, und es ist darum möglich, daß nach endgiltiger Feststellung noch eine Verschiebung um wenige Minuten nach Osten oder Westen eintritt — das Gesamtergebnis aber wird dadurch nicht wesentlich berührt, falls sich nicht etwa, wenn die Franzosen auf diese Sache aufmerksam werden, zu ihrer Beruhigung Herausstellen sollte, daß Gentils Längen „gänzlich unbrauchbar" sind. Wir wollen hiermit keinen Argwohn äußern, können aber doch nicht umhin, an die eigenartigen Ortsbestimmungen des Franzosen Mizon im östlichen Kamerunhinterlande (in der „ । Nähe des Grenzlängengrades) zu denken, die ja zur Folge , I hatten, daß die bekannten, anfangs sehr winzigen „Rosinen" Sie ihre sunoer aus eine Amnqirungsaniian nuu# 1 — die Gebiete von — sich ^.^stendes deutfchen schicken das Elternrecht zu entziehen und für die Kinder I Besitzes riesig herauswuchsen. Es ergiedt sich aus 1 eigene Vormünder zu bestellen. Einer dieser Fälle, beim Betrachtung von neuem, daß d«^chen^ng «n« auch mit Amtsgericht Norburg, hat nun die höhere Instanz beschäs- Astronomen von ± tigt, und diese, nämlich das Landgericht Flensburg, hat die sorschung des nordöstlichen Hinterlandes von Kamerun eine betreffende Verfügung aufgehoben. Möglicherweise ist dies I dringende Notwendigkeit ist._____ • grundsätzlich auch für die übrigen derartigen Fälle maß- I gebend. Jene gerichtlichen Verfügungen hatten allerdings .. . T- auch vielfach in deutschen Kreisen Bedenken erregt, wo man I Rom, 21. Februar. Infolge des Widerstandes, welchen im übrigen die straffere deutsche Politik der Verwaltungs- die Beteiligung des Vatikans an ber Abrustungs-Kon- bebörben burchaus billigt. Zu bebauern bleibt es immerhin, ferenz finbet, bürste ber Papst, um nicht den Zusammen- daß es bisher noch kein Mittel giebt, ber bie Kinberseelen I tritt unb bie Folgen hieraus zu verhindern, eine offizielle »ergiftenben Gepflogenheit, einen großen Teil ber Jugenb I Einlabung zur Teilnahme an ber Konferenz ablehnen. Norbschleswigs auf solche Dauisierungsanstalteu über bie I Paris, 21. Februar. Es ist jetzt definitiv bestimmt Grenze zu schicken, sofort Einhalt zu thun. worben, baß bie Beerbigung Faures vom Elysee aus Mannheim, 20. Februar. Der heute in Lubwigshafen | erfolgt. Man ist augenblicklich damit beschäftigt, die Hauser gestorbene langjährige nationalliberale Reichstagsabgeorbnete I unb Straßen mit Trauerschmuck zu versehen. Alle offen - Kommerzienrat Dr. Clemm war einer ber hervorragenbsten lichen Gebäube werben mit schwarzem Tuch behängt, -öor Jnbustriellen Südwestbeittschlanbs. Er war in Gießen bem Eingänge zum Kirchhofe wirb ein großer Katafalk er- geboren unb kam im Alter von 21 Jahren nach Mannheim, I richtet, vor welchem bie Truppen unb alle Teilnehmer an wo er zunächst bie Stelle eines Betriebschemikers bekleibete. I ber Trauerfeier vorbeibefilieren werben. Drei Jahre später beteiligte er sich an ber Grünbung bet Paris, 21. Februar. Die Botschaft bes Prasibenten Babischen Anilin- unb Sobafabrik, beten Leitung er über- Loubet, beten Inhalt wir im wesentlichen bereits mit* ..... ' 1 geteilt haben, würbe heute Nachmittag gleichzeitig im Senat unb in ber Kammer verlesen. Im Senat rief bie Botschaft große Befriebigung hervor, in ber Kammer hat sie zum Teil auf ber Rechten Wiberspruch hetvotgerufen. Die Rechte protestierte ganz besonbers bei ber Stelle, wo Loubet sagt, baß er barnach trachte, bie republikanischen Parteien wieber zu vereinigen. Auch ber Passus ber Botschaft, baß ein Teil von Verirrten versuche, bas Zutrauen bes Laubes in seine Konstitution zu erschüttern, gab ber Rechten Anlaß zu heftigen Protesten. Im übrigen würbe bie Botschaft auch von ber Kammer günstig ausgenommen. Die Tribünen waren mäßig besetzt. Am Ministertische fehlten mehrere "KokS1"- ***»Ä 7 Mm d»>°»ki> N-:. ?r‘rte, '9t di, t ' «-S°rd.-W, . *■ M°» lä’ g?e*«>t itim- 1 «Jmenaä ä'St fei. a MW bie (Senert 'nlie flegen mehr, hiergeg, ">■ Staf ä=, »geben. SDlerft Men ungerecht, s Almenas sei', er werde seine $ Ert, die Generc i er trage die V, "Noa. Der Minis? hrung der Regiere irung trage für die ■ Hierauf wird d utiertenkamm, i besprochen. P ausgesprocherr r • Abgeordneter! Weil für das. mit 23 W Man bie Regierung Hai um bie Wonach •antworten. I.$ ng genehmigte to eine österreichijL n. weiche die I , die AnMdiw^ mir bie Drgri- Behufs Hebn-.. >as Wahlrecht klängen der angle ; im August corv e Kommission, dir ül a einerseits unö In lebenden Streich^' r. R." aus Londe rauszusehen war,: iffion, die mit üti" af^ington getagt - Mafien. Viebrit^ >as aus einem a> AMvMM, auf H der atiantrscheu Siir uf einer Feststelln- aüe drei Punkte uk vvürnächtitzten, N von der ME kanadischen er Bereichen-mm., rbe Der WV sich lehr 9'™.»* (idie England ibre 1 L aber ft Vdie-77 Jte materielle Ge =s? M faliä. 'Sn8W M: ? OPic,rJ J dem nr gen d>e «7 {jt and- en He l r^ notwendig 'n- jen*^ DM . *22' C« ®,f chlich- jnps des w «y>*J .»s, der O 1» 1» ®ii! w *• Parlamentarisches. Die in Mainz wohnenden pensionierten Staatsbeamten haben an die Zweite Kammer ein Gesuch gerichtet, dieselbe wolle 1. im Einverständnis mit Großh. Regierung den Pensionsverhältnisfen der vor dem 1. April 1897 in den Ruhestand versetzten ehemaligen Staatsbeamten eine der Zeit entsprechende Aufbesserung zuteil werden lasten und 2. Großh. Regierung die Mittel zur Verfügung stellen, welche hierzu erforderlich sind. — Die Notariatsgehilfen in Rheinhessen haben ein Gesuch an die Zweite Sammer gerichtet, dieselbe wolle in Würdigung der in dem Gesuche geschilderten nachteiligen Verhältnisse der Vorstellenden für dieselben bei den bevorstehenden Beratungen ihrer Petitionen geeignet eintreten, namentlich bei der Großh. Regierung dahin wirken, daß die älteren selbständigen Notariatsgehilfen bei Einführung des B. G.-B. in ähnliche Stellungen wie diejenigen der Gerichtsschreiber — unter Anrechnung ihrer seitherigen Dienstzeit — in den Staatsdienst übernommen werden. •• Kunstverein. In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand findet gegenwärtig ein Wechsel der Gemälde statt. Wir wollen schon jetzt Kunstfreunde darauf aufmerksam machen, daß unter anderem Schönen auch eine kleine Kollektion von R. Scholz-München demnächst wieder zur Ausstellung gelangt. •*P. Stadttheater. Nachdem schon drei der Schiller'- schen Meisterdramen im Laufe des Winters ausgeführt worden, brachte uns der gestrige Abend „Maria Stuart" mit Frl. Eichelsheim vom Darmstädter Hoftheater in der Titelrolle. Auch diesmal erwies sich die Dame, wie vor kurzem im Hüttenbesitzer, als eine gewandte und tüchtige Darstellerin. Sie entwarf ein durchaus richtiges Bild von der unglücklichen Königin und brachte namentlich die Parkszene sowie den Abschied zu bedeutender Wirkung. Eine glückliche Mischung von Hoheit und schlichter Menschlichkeit war über die ganze Gestalt wohlthuend ausgebreitet und erweckte von Anfang bis Ende das Mitleid mit dem tragischen Geschick der Gefangenen. Als Gegenspielerin behauptete sich in der Rolle der Elisabeth Frl. Würdig mit allen Ehren. Ihr Aeußeres war vorteilhaft, und sie entwickelte den Charakter zutreffend, ohne ihn allzu unsympathisch erscheinen zu lassen. Von den Herren verdient Herr Dietz sch weitaus als der erste genannt zu werden. Der schwankende Sinn des Lord Leicester wurde in dem gewandten Benehmen des Höflings vorzüglich gezeichnet; in ter Rede wie im stummen Spiel waren alle Feinheiten sorgfältig herausgearbeitet. Namentlich gelang die Szene ror der Königin im 4. Akte, sowie der Schlußmonolog. Herr Liebscher gab sich zu sehr als hämischer Mephisto, zu wenig als kluger Staatsmann, und verzerrte dadurch die Figur des Lord Burleigh. Den Mortimer verdarb Herr Werner durch seine überhastete Sprache; alle Schönheiten des Verses, alle vom Dichter so klug gezeichneten Linien dieses begeisterten Schwärmers wurden vollständig verwischt. Ein rauher, aber würdiger Paulot war Herr Walter. Unsere beiden Komiker Helm und Wilhelmi fanden sich mit ihren ernsten Rollen (Shrewsbury und Melvil) leidlich ab; auch Herr Merker gewann der undankbaren Nolle des Davison mit vielem Geschick ihre guten Seiten ab. — Im ganzen zeigte sich, daß „Maria Stuart" auf einem kleinen Theater doch leichter zu bewältigen ist wie „Tell" oder die „Jungfrau von Orleans"; denn es ist weniger Gelegenheit geboten, das Publikum aus seiner ernsten Stimmung herauszurütteln. Die Zuschauer, die sich auf der Galerie zahlreich, in den Logen spärlich, im Saale in leidlicher Stärke eingefunden hatten, folgten der Dar- tettung mit Aufmerksamkeit bis zum Ende, das sich beinahe bis IP/g Uhr hinauszögerte. *’ Stadttheater. Der Regisseur und beliebte Charakterdarsteller unseres Stadttheaters, Herr Hieronymus Liebscher, der es verstauben hat, sich während seiner zweijährigen Thätigkeit an der hiesigen Bühne die Sympathien der Gießener Theaterfreunde in reichstem Maße zu erwerben, hat am nächsten Freitag dem 24. d. M. sein Benefiz. Der Künstler hat für seinen Ehrenabend das vorzügliche Schauspiel „Die Hochzeit von Valeni" von Ganghofer und Brociner, für hier, so viel uns bekannt, noch Novität, ausgewählt. Wir wünschen dem fleißigen, strebsamen Künstler von Herzen ein in allen Teilen besetztes Haus. ** Nnheitliche Ladeuschlußstunde. Zu dem Artikel in vor. Nummer über die Ladenschlußbewegung ist nachzutragen, daß die betreffenden Petitionsbogen in der Lesehalle, im Kanfmännischen Vereinshaus, im Gasthaus „zum Darmstädter Haus" und im Restaurant „zum Löwen" zum Unterzeichnen offenliegen. •• Zn Amerika verstorbene Hessen. In Syracuse, N.-A., Frau Margaretha Zahn, geb. Hornung, 63 Jahre alt, aus Alsheim. — In Baltimore, Md., Frau Juliane Altvater, 86 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. — In Pittsburg, Pa., Frau Elisabeth« Müller, geb. Meyer, 87 Jahre alt, aus Bieberau. - In Liverpool, N.-Y., Frau Maria Schallus, geb. Rösch, 63 Jahre alt, aus Hamm. — In Wilkinsburg, Pa., Frau Elisabetha Kredel, geb. Koller, 56 Jahre alt, aus Hembach. — In Chicago, Jll., Frau Johanna Decker, geb. Rüb, 6*9 Jahre alt, aus Gau-Odernheim. — Konzert in Marburg. Wie aus dem Inseratenteile unserer heutigen Nummer ersichtlich, findet morgen, Donnerstag, im Museumssaale zu Marburg die dortige erstmalige Aufführung von Robert Schumanns Szenen aus Goethes »Faust" für Solostimmen, Chor und Orchester statt, und znvar im vierten Konzert des Marburger akademisch en Konzert-Vereins. Diese Aufführung Der» spricht unter der Leitung des Herrn Universitäts-Musik- diirektors G. Jenner eine ganz vorzügliche zu werden, und isü den hiesigen Musikfreunden der Besuch dieses Konzertes or zu empfehlen. Die Bahnverbindung ermöglicht nach dem Konzert die alsbaldige Rückfahrt nach Gießen. Als Solisten wirken bei dieser Aufführung mit: Sopran: Fräu- lein Marie Busjäger aus Bremen; Alt: Frau Alice Beerm ann - Lützeler aus Düsseldorf; Tenor: Herr Ludwig Heß aus Berlin; Baß: Herr Anton Siftermans aus Frankfurt a. M.; Baß: Herr Ernst Hungar aus Leipzig, sowie mehrere geschätzte Mitglieder des Vereins. Wir machen also auf dies Konzert hier ganz besonders aufmerksam, und weisen im übrigen darauf hin, daß am Mittwoch, 22. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Museumssaale in Marburg die Generalprobe (Entree 1 Mk.) stattfindet, bei welcher sämtliche der vorgenannten Solisten mitwirken. Lich, 21. Februar. In unserer Stadt hat sich ein Damen-Turnverein gegründet unter der Leitung des Turnlehrers Herrn Wilh. Langsdorf. Es ist nur mit Freuden zu begrüßen, daß unsere jungen Damen solchen Bestrebungen geneigt sind. Möge durch diese Entwicklung unser Turnverein recht blühen und gedeihen. „Gut Heil!" „Landpost." n. Friedberg, 21. Februar. Die Aktien-Zuckerfabrik „Wetterau" hat die Akkorde für die diesjährigen Rübenlieferungen abgeschlossen. Es werden darnach für den Zentner Rüben mit 12 Prozent Zucker bis zum 16. November 70 Pf., von da ab 80 Pf. bezahlt. Für jedes ein Zehntel Prozent Zucker über den genannten Gehalt wird 1 Pf. mehr bezahlt, während für jedes ein Zehntel Prozent unter demselben 1,2 Pf. für den Zentner in Abzug kommen. Diese Lieferungspreise werden entsprechend erhöht, wenn die Fabrik einen höheren Durchschnittspreis als 12 Mk. für den Zentner Zucker erhält. Die Fabrik liefert 14 Pfund Samen für einen Normalmorgen (ein Viertel Hektar) unentgeltlich. n. Lauterbach, 21. Februar. Nicht nur in den südlicher gelegenen Gegenden, sondern auch bei uns zeigen sich bereits die Vorboten des Frühlings. An geschützten Stellen haben die Büsche schon junges frisches Grün getrieben, und in einem Nachbarort hat man schon junge Staare angetroffen. Unter diesen Umständen hat man hier schon mit dem Ausstellen der Hausgärten begonnen und Salat, Karotten und dergleichen gesät. iWkM Lauterbach, 21. Febr. Zu 14 Tagen Gefängnis wurde ein hiesiger Arbeiter verurteilt, welcher seinerzeit sein mit Arrest bestraftes Kind aus der Schule holte. „L. A." Mainz, 21. Februar. In der Zeit- vom 7. bis 9. September tagt hier in Mainz der deutsche Anwaltstag. — Laut Beschluß des Mainzer Gartenbauvereins werden im Jahre 1900 hier zwei Blumenbörsen abgehalten werden. An die erste derselben reiht sich eine Frühjahrsblumenausstellung. — Der in der Schuhfabrik der Firma Rosenbusch L Cie. hier ausgebrochene Arbeiternusstand ist infolge Nachgebens seitens der Fabrikleitung beendigt. Sowohl die verlangten höheren Löhne wie auch die Beseitigung der Akkordarbeit wurden bewilligt. — Seitens der hiesigen Zentrumspartei ist auf kommenden Sonntag eine Volksversammlung anberaumt, in welcher die Abgeordneten Dr. Schmitt und Frenay über die Steuervorlage der Regierung und speziell über die Weinsteuervorlage sprechen werden. — Hier wurde ein Küfermeister verhaftet, der einen schwungvollen en §ros-Verkauf von Kognak betrieb, der sämtlich im Zollkeller gestohlen war.____________________ Aus der Zeit für die Zeit. Vor 65 Jahren, am 23. Februar 1834, starb zu Jena Karl Ludwig Knebel, welcher mit Göthe über ein Menschenalter im vertraulichsten Verkehr stand. Aus diesem Grunde bilden seine Tagebücher und sein umfangreicher Briefwechsel eine wichtige Quelle zur Kenntnis jener goldenen Litteraturepoche. Hingegenwerdenseine philosophischen Abhandlungen und Gedichte kaum noch gelesen. Knebel wurde am 30. November 1744 auf Wallerstein in Franken geboren.__________________________&>&*&* ***>___________ Vermischtes. * Niedergirmes, 21. Februar. Durch einen Sturz von der Scheuer ist der Berginvalide Philipp Berghäuser von hier heute verunglückt. Der Mann hat anscheinend sehr erhebliche Verletzungen davongetragen. • Ausbruch des Vesuv. Man schreibt aus Neapel, 17. Februar: Die seit einiger Zeit wieder erwachte Thätigkeit des Vesuv führte gestern abend zu dcrn Ausbruch eines gewaltigen Lavastromes aus den von 1895 herrührenden Oeffnungen, der schnell, wenn auch vorläufig ohne Gefahr, seinen Weg bergab nimmt und bereits unterhalb des Stationshäuschens der Drahtseilbahn angelangt ist. Der Reflex des glühenden Lavastromes am Himmel übt eine zauberhafte Wirkung aus, die Hauptsehenswürdigkeit bildet jedoch der ungeheure feurige Lavastrudel im Innern des Kraters, der seit einigen Tagen fast völlig frei von Dämpfen, kochend auf und nieder wogt.__ Gingesandt. Gießen, 22. Februar 1899. Etnek weiteren besonderen Hinweises auf daS nächsten Freitag, den 2 4. ds. stattfindende Benefiz unseres ausgezeichneten Charakterdarstellers und Regisseurs Hieronymus Liebscher vrdarf es eigentlich nicht. Aber das kunstverständige Publikum sei noch einmal an die prächtigen, schauspielerischen Kabinettstücke seines Narziß und W u r z e l s e p p erinnert. Auch die Wahl des selten gegebknen Stückes „Die Hochzeit von Valeni" von Gang- hofer und Brociner macht dem künstlerischen G-schmack Herrn Liebschers alle Ehre. Ist doch hier einem Künstler Gelegenheit geboten, zu zeigen, ob er nicht blos Mätzchen zu machen und Kopteen zu schaffen, sondern wirklich aus der Tiefe seiner ureigensten Individualität und Schaffenskraft zu charakterisieren vermag. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 22. Februar. Der Bankier und Losehändler Josef Scholl in Friedenau bei Berlin ist wegen Ver10 Procent extra Rabatt auf alle suhon reducirten Preise ; während des j Ausverkaufs der Restbeatände. Muster auf Verlangen I franco. Modebilder gratis. der Lagerbest, anlässl. d. Neuübernahme veranl. uns noch für kurze Zeit den wirklichen Ausverkauf sämtlicher Damen-Kleiderstoffe für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter fortzusetzen und offeriren beispielsweise: 272 6 Mtr. solid. Galene z. Kleid f. 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Die hiesige Strafkammer verurteilte den verantwortlichen Redakteur der sozialistischen „Volkstribüne" wegen öffentlicher Beleidigung des Reichskanzlers in einem Artikel über das deutsch-englische Abkommen zu sechs Monaten Gefängnis. Brüffel, 22. Februar. „Jndependance" veröffentlicht einen interessanten Artikel seines Spezial-Korrespondenten in Paris. Derselbe hatte eine Unterredung mit einem in parlamentarischen Angelegenheiten vortrefflich unterrichteten alten Republikaner, der auf die Frage, ob ein Staatsstreich in Frankreich bei dem jetzigen Parlament möglich sei, antwortete, er sei überzeugt daß sich von den 583 Abgeordneten jedenfalls 300 finden würden, welche sich neutral verhielten, folglich zustimmend. Von der klerikal-boulangistisch-orleanisti- schen Koalition sei ein solcher Versuch nicht unwahrscheinlich, würde aber zweifelsohne an dem Widerstande der Republikaner scheitern und dürfte zur ersten Folge eine Erneuerung der Ereignisse von 1793 in größerem Maßstabe haben. Paris, 22. Februar. In der Botschaft Loubets wurde die Ausstellung im Jahre 1900 nicht erwähnt, offenbar deshalb, weil Loubet demnächst Anlaß haben wird, bei Besichtigung der Ausstellungsarbeiten dieses Thema besonders zu würdigen. Paris, 22. Februar. Zahlreiche Mitglieder der Patriotenliga sind wegen der Kundgebungen gegen das Staatsoberhaupt aus der Verbindung Coppees und Lemai- tres mit den Antisemiten ausgetreten. Trotzdem beschloß das Komitee, bei der bisherigen Haltung zu beharren. ES will der Proklamation des Präsidenten Loubet ein Manifest entgegenstellen, für welches Unterschriften gesammelt werden sollen. Paris, 22. Februar. Präsident L o u b e t ist entschlossen, unbekümmert um die Kundgebungen gegen seine eigene Person, der Leiche seines Vorgängers das Geleit zu geben und auch in Zukunft durch das Protokoll sich nicht in absoluter Weise regieren zu lassen, sondern die Forderung zu stellen, daß das Protokoll sich seinen eigenen Wünschen anpasse. Paris, 22. Februar. Guesde, der Führer der kollektivistischen Partei, liegt in Bordeaux schwer krank darnieder. Man zweifelt an seinem.Aufkommen. Paris, 22. Februar. Die Botschaft des Präsidenten Loubet macht im republikanischen Lager einen ausgezeichneten Eindruck, wogegen die Nationalisten und Antisemiten absolute Feindseligkeit bekunden. London, 22. Februar. Nach einer Meldung aus Kiautsch ou ist das deutsche Kriegsschiff „Cormoran" noch Honkong abgegangen und unterwegs nach Samoa. London, 22. Februar. „Daily News" meldet aus Petersburg: Die Botschaft des Präsidenten Loubet hat hier wenig befriedigt. Die öffentliche Meinung ist der Ansicht, daß Loubet für die französisch-russische Allianz kein guter Präsident ist, und daß Loubet die russischen Werte von der Pariser Börse zu verbannen beabsichtige. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 7. Woche. Vom 12. x Februar bis 1 8. Februar 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24100 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSztffer: 23,72, nach Abzug der Ortsfremden 19,41^ Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Tuberkulose 11 — — KrebS 1 (1) 1 (1) - - Bronchitis 4 3-1 Lungenerweiterung 1 (1) 1 (1) — — Gehirn schlagfluß 11 — — Atrophie 1 — 1 — LebenSschwäche 1 — 1 — RhachtttS 1 — — 1 Summa: 11 (2) 7 (2) 2 2 A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von »u-wärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Milch leichter verdaulich. Oft können Kinder und Kranke die nahrhafte Milch nicht vertragen, weil fie im Magen gerinnt. Diese werden eS mit Freuden erfahren, daß, wenn Milch mit ein wenig Mondamin gekocht wird, dieselbe bedeutend leichter verdaulich und selbst schwachen Magen zuträglich wird. Säuglingen ist nur Milch zu geben, aber nach Durchbruch der Zähne, wenn Zusatz zur Mtlch erwünscht wird, ist Mondamin in hohem Grade dazu geeignet. Mit Milch gekocht, bietet Mondamin eine wirklich nahrhafte Kost, welche alle Bestandteile zum Ausbau deS Körpers befitzt. Die alleinigen Fabrikanten für Mondamin sind Brown 4 Polson, welche einen mehr denn 40jährigen Weltruf befitzen. Es ist erhältlich in Paketen L 60, 30 u. 15 Pfg. 1160 freu Martin Weiner Witwe 1662 sagt innigsten Dank Familie Hellmold Mämiierungs-Aöteilung. Gießen, den 21. Februar 1899. der Bieberthalbahn. 1654 Donnerstag eintreffeud Ein Mädchen 1665 zum 5. März gesucht. Telephon 46. Markt 21. 0587 Leberwurst. 0-00000000000 empfi hlt [1663 Unseren lieben Kollegen schäftigung. 1632 0 Sie dsrstigeu Sröder. OOOOOOOOOOOO 0 c Der hrute gewählte Ausschuß der im Jahre 1849 fltborenctt Gießener ladet hiermit alle hier wohnhaften Altersgenossen, welche beabsichtigen, an unserer Feier teilzunehmen, freundlichst ein, sich in größter Auswaiit L. Kohlermaun, 12 Bleichstratze 12. Schlosser. Mehrere ältere Schlosser und Schmiede finden dauernde Be- 'Krom-.wv. ii. Üut tbarbt. — Druck und 8rrla< der Brüht'scheu NuiverstkütA-Buch- tinb Glerndruckerei lPietsch r t' e rr, '» Heute Douuerstetzebkud 3@Melzel- Waschbiittcn runde und ovale 05851 Eine Wohnung zu vermieten «atharinengaffe 7. Chirurg, uvd ophthalmolog. Klinik. Zu verkaufen: Einige gutgehende Wirtschaften in bester Lage Gießens, im letzten Jahre wurden 40U biS 5U0 Hektol. Bier verbraucht, sowie einige hochrentabeleGeschäfts-u.Privat« Häuser. Ost. unter N. F. 1658 an die Exped. Ierkarrfs-Abtheilrrrig. 700 Nummern Rasse-, Nutz- und Zier- geflügel. — Sehenswerte Bogel-Abteilunq. — Ausstellung von Geräthen usw. zur Geflügel- und Vogelzucht. Brutofen in Thätigkeit, während der Ausstellung täglich Aus- schküpfen junger Hühnchen. Bormittags 11 Uhr. bei günstigem Wetter: Großer Ausflug vou Krjeftoudeu. Eintritt für Erwachsene 30 Z?fg., für Kinder bis zu 12 Jahren 16 Fährverbindung zwischen der Stadt und der Ausstellung vom Neustädterthor (alter V'.chmarktplatz) stündlich mittelst Angrheude Pttltänftnunen für ein Manufakturwarengeschäft per 1. April d. I. gesucht. Bevorzugt solche, die mit der Landkundschaft vertraut sind. Hermann Euler, ____MäuSburg 3. für den Ausschuß der 50tr Edm. Wetter. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung der Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste meines lieben Mannes, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Heußel sage innigsten Dank. 1655 Frau Krug Witwe. Gießen, den 21. Februar 1899. Giessener Stadttbeater Freitag, den 24. Februar 1899. Ium Ktlllßs fir St, ** i Mn L* « b Morgens: Wellfleisch mit Kraut, abends: Frische Wurst. 1633 Iffteuretiou |um fischcrhss, _________Krofdorserstraße. Vorzügliches Sauerkraut, Salz- und Essiggurken, Preiselbeeren, marinirte Heringe, Bismarck-Heringe, la. Berliner Rollmöpse, la. russ. Sardinen, Sardinen in Oel, la.Sardellen,Kaviar etc. billigst zu haben bei 1447 A. & G. Wallenfels, SchAthr-z Cervelatwurst, täglich frisch abgekochter Schinken sowie gemischte Wurst und geräucherte Schauspiel in 4 Akten von LudwigGanghoferu.MarcoBroeiNst Anfang 8 Uhr. Ende 10V? Ubr zu ihrem heutigen Geburtstage h ein dreifach donnerndes Hoch, c daß der ganze Leihgesterner- * Weg wackelt. 1666 Todes-Anzeige. Tiefbetrübt reige ich hiermit an, daß meine liebe, gute Frau, unsere liebe, gute Mutter und Tochter heute nacht /2^ nach langem, aber schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet Dec tiefbetrübte Gatte Johann Heinrich Dapp . Wi-seck, den 21. F-bruar 1899. 1668 Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag Uhr statt. jlontflj8, Ä bkigtltgt- vvv *ni Lehrling mit guten Lorkenntnissen gesucht. 16o7 Georg Philipp Gail. 0584] Wir suchen zu Ostern einen Lehrling mit guter Schulbildung. Gebrüder Stamm. teuer Volksbad. Die Stelle einer Wäscherin ist zu besetzen. Bewerbe rinnen wollen sich bei Herrn Verwalter Wießuer melden. Kinderlose Bewerberinnen oder solche, die keine Kinder unter 10 Jahren haben, er- halten den Borzug. 1638 0588] Ordentliches, braves Dienst- mädcken gesucht. G- Herbordt, Markt 18. bei Kmu Wilhelm Plank, febcrbänbler, Bahnhofstraße 18, gefälligst anzumelden. Gießen, den 21. Februar 1899. Versteigerung. Donnerstag den 23. d. M., nach« mittags 3 Uhr, versteigere ich zwangs- toeife gegen Barzahlung: 1 Nähmaschine, Kurzwaren, Filz- hüte, sowie Möbel aller Art. Zusammenkunft der Steigliebhaber in meinem Bureau Schulstraße 6 um Vs3 Uhr. Gießen, den 22. Februar 1899. 1664 Seipel, Gerichtsvollzieher^ Hießener 1649 Hmniöus-Kesellfchast. Kutscher gesucht. 1648] Ein zuverlässtger Pferdeknecht sosort gesucht. Näheres bet Heinrich Simon, Neuenweg. Ein jüngerer Schreiber, welcher unbedingt zuverlässig sein muß, schöne Handschrift besitzt und icher rechnen kann, wird auf das aufmännische Bureau einer Fabrik ür dauernde Stellung zu engagieren gesucht — Selbstgeschriebene Offerten mit Zeugnissen befördert die Ex pedition b. Bl. unter P. L. 1650 1645] Braves Hausbürschchen von 17 bis 18 Jahren gesucht. Bahnhofstraße, Ecke Wolkengaffe 27. 1656] Ein Hausbursche vom Lande gesucht. H. Krämer, Kreuzplatz 11. Mhaber-taich. Behufs Uebernahme eines altrenommierten Engros-Geschäfts wird Ve, Compagnon ein tüchtiger Kaufmann, der sich auch für die Reife eignet, mit zirka 10» bii 15000 Mark Einlage gesucht. Offerten unter O. 1637 befördert die Expedition dieses Blatte». 1643] Von einer eingeführlen deutsche« Feuer- Verficherungs-Gesellschaft wird ein tüchtiger, den besieren Ständen angehöriger Agent gesucht. Offerten unter 8. C. 736 an Haasenftein & Vogler, A.-G., Frankfurt am Main.___ Kölner Konsum - Anstalt C. F. Hackenberg.1667 Danksagung. Ftr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Gatten und Vaters Kerrn Heinrich. Leib sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden, insbesondere He-rrn Pfarrer Naumann für die trostreichen Worte am Grabe sprechen wir h.ermit auf diesem Wege allen unseren tiefgefühlten Dank aus. 1659 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Philosophenwald, den 22. Februar 1899. BtrIiu,21J rat. Der Deutsch« in btn lanbroirtv ulm deutschen St II Lollversammlu Küt Manäer Ha Htbmg btr beutj aU geeignet zu ei ift in erster. jy erstreben. Jür Höst nicht zu red ^Haffen und zwar Keinmal, sondm initbtiyn, so daß ’l Dir EMM dl buxi) B Aichers im AuÄc ait der Serfütte' Zlläersabriken er lit Denaturieruni list mit btnatur dajmige mit den hriteten Zucker Inftlbe Zucker b b. Es ist auf ei zr^es befonbträ Itftmngeii bim Feuerung des S, W mit btr Eich itr.ZM als rt kr tae einzusi smdung und Erha! larldwirtschaslsrat Ulmiffen, welche »Nonbtre aber ^n'schal'tlichen Nek in Äidnspruch i behende DHnentic lrchvenVneiMn iirJ’rr hihniffen des o ^5 Rohrzuckern «Drum der ei uiougebiete des WM Dr. S ^000 (im letzte, ld,er;^ort nad in fjjnf L r" »«d »i fiiiiölro te'i' ^m^^rtre NtBN ve, 1631] Zwei Mansardenzimmer mit allem Zubehör per sofort an ruhige Leute zu vermieten. Westanlage 42, I- 1634] (Sine Wohnung, 8 Zimmer nebst Zubehör im mittleren Stock, per 15. April an ruhige Leute zu vermieten. _____________Grünbergerftratze 6. 1635] Schöne Wohnung, drei bis vier Zimmer mit allem Zubehör, baldigst zu vermieten. Näh. Bleichstratze 5, l. “T661] Schon möbl.Zimmer an Beamten oder Kaufmann per 1. April zu verm. I. M. SchUlhof, Marktstraße 4. Vereiusstmmkr «b?ugkbeu.ß Zu erfragen in der Erv^dition d. BI. Eine einzelne Dame sucht für 1. Zum eine Wohnung (2. 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Bass: Herr Emst Hungar aus Leipzig, sowie mehrere geschätzte Mitglieder des Vereins. Eintrittskarten, numerierte ä 3 Mk., nichtnumerierte ä 2 Mk, sowie Texte ä 20 Pfg sind in der N. G. Eiwert sehen Universitäts- Buchhandlung und abends an der Kasse zu haben. '642 ns 19-iMHJ. Zweite allgemeine GHskl- md öogcllNdlnn9 zu Gießen - Gtaölissement Windhof Freitag, 3 Marz, Samstag, 4. Marz und Sonntag, 5. Mär!. Geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 0582] Ein Schreinergeselle findet gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung bei Karl Schlierbach, Schreiner und Wirt, ________________Nodheim q. d. Bieber 05831 Einige tüchtige Wickelmacher und Cigarrenarbeiter finden gute und dauernde Beschäftigung. Herbst'sche Cigarrenfabrik, ft u 1 ba. | Offerten unter Z 0. 20 an Haasenftein Ä u. Vogler, A.-G., Gießen, zu richten, r 1 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ I c Bekanntmachung Die Gemeind jagd von K-od^rf Gleiberg, umfassend 525 Hektar Wald und 867 Hektar Feld, j ll am Montag, dem 6. März d. I., nachmittags 3 Uhr, im Sitzungssaale des Bürgerm isterei haufiS Hierselbst öffentlich aui sechs bezw. neun Jahre verpachtet werden. Die Verpachtung geschieht in mei Revieren, eventl. auch in einem Ganzen zusammen. Die Jagd in gut, namentlich in Bezug aur Rotbund Rehwild, und bequem von dem Bahnhofe Krofdorf - Gleiberg, der mitten in derselben liegt, sowie von der nahe gelegenen Stadt Gießen zu erreichen. Krofdorf, 20. Februar 1899. (bei Gießen) Der Bürgermeister. _________Lichtentbäler 165 Die Zimmerarbeit mit Holz- lieferuug sowie das Decke» des Daches mit sfalzziegelv, co. 1000 bis 1200 Quadratmeter, zu einem neu zu er bauenden Rinaofeu sollen aus dem Submissiooswege vergeben werden. Bedingungen und Pläue liegen bei mir offen. [O5b0 Offerten wolle mau gest. bis zum 27. d. M. einreichen. Khr. Iaöer, ^eitzgeftern. Zn uevlmufen Offene Stellen Vermietungen