Sir. 46 * ii Uhr ---------------- Donnerstag den 23. Februar 1S99 Drittes Blatt. Kießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Aints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gietzen Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für bat -j-ltzmdm Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. tzttcheint lägNch «ii Ausnahme deS MontagS. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Die Gießener Aamirteuvtätter Verden dem Anzeiger »Lchentlich viermal beigelegt. rt Gl“*av jeBMl Bthes Fa® »bester. iger aQ9 Breme, Tenor: Her mans ans Frank ' 80wie mehren Wezu„sp cts Dien jährlich 2 Maik Pfg. monatlich' 75 Pfg. mit Brmgerlohn. Gratisbeilagen: Gießener Famitiendlätter, Der hessische Landwirt, Dtätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. 'Oriente ä 2 Mk hen Universität; 19. Rcbattion, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar. 7. Deutsches Reich. WM, ' 1849 fl'^renn 'Seooffeo, wG ein, sich Ater, Berlin, 21. Februar. DeutscherLandwirtschafls- xgL i)tr Deutsche Landwirtschaftsrat, dessen 99 Mitglieder in den landwirtschaftlichen Hauptvertretungen jedes einzelnen deutschen Staates gewählt werden, beschloß auf seiner L7. Vollversammlung nach den Reden der Herren Geh. 8tüt Maercker (Halle) und Frhr. von Erfsa-Wernburg zur Hebung der deutschen Zuckerindustrie folgende Maßregeln clls geeignet zu erklären: 1. Die Hebung des Zuckerverzehrs ist in erster Linie durch die Verbilligung des Zuckers zu erstreben. Für diesen Zweck ist die in ihrer jetzigen Höhe nicht zu rechtfertigende Zuckerverzehrungssteuer ab- Mchaffen und zwar zur Erleichterung des Uebergangs nicht uuf einmal, sondern um jährlich je 2 Mk. p. Zentner zu erniedrigen, so daß sie nach 5 Jahren in Fortfall kommt. L. Die Exportprämie ist in ihrer jetzigen Höhe bis zum vollkommenen Fortfall der Zuckerverzehrssteuer beizubehalten, ba durch ihre Abschaffung der Wettbewerb des deutschen Zuckers im Auslande schwer geschädigt würde. 2. Da die iaif der Verfütterung der minderwertigen Nachprodukte der Zuckerfabriken erzielten Erfolge dauernd günstige sind, ist Lie Denaturierung des Zuckers zu vereinfachen und der Ber- krhr mit denaturiertem Zucker ebenso leicht zu gestalten, wie derjenige mit denaturiertem Salz u. s. w. 4. Dem denaturierten Zucker ist eine Prämie in derselben Höhe, wie sie derselbe Zucker beim Export erhalten würde, zu gewähren, r. Es ist auf eine wirksame Durchführung des Saccharin- nejetzes besonders durch sofortigen Erlaß von Ausführungs- Ueslimmungen durch den Bundesrat zu dringen und eine Vesteuerung des Saccharins anzubahnen. 6. Da die Ver- s: ’roerie yoflebWtir* i 0erätben ujn iö '! en|ll psitber Kommission für Lebensversicherung beschloß man: uOElW Sesamte Material 1. einer Anzahl vou Versicherungs- IZyill flksrllschasten mit dem Ersuchen um Mitteilung von Tarifen yfien bi« einzelnen Formen der Verbindung von Lebensver- ffpiä ^ -l-rc-d^ Nhklu ng und Hypothekenschuld, 2. einer Anzahl von Kredit- neh°'n Kidr^5>^l»1>ülSen mit dem Ersuchen um Aeußerung über die Vor- i ThatißleÜ, Soldaten dem Vernehmen nach günstig ausgefallen Mo, qi äellMtz täznj jtiu-ltet Zucker als regelmäßiger Bestandteil der Rationen m Ntztt Mncheo. tut Armee einzuführen. 7. Das beste Mittel zur Ge- .dä MlMMn ^^dimg und Erhaltung der Zuckerindustrie sieht der Deutsche m BOU ßruftöuim« ^indwirtschaftsrat nach wie vor in der Schaffung von Ver- oaG°e 30 l« Mtnissen, welche die übrigen Zweige der Landwirtschaft, 112 n insbesondere aber die Getreideproduktion sowie die land- ng zwM kn zvittschaftlichen Nebengewerbe wieder rentabel machen. 8. Der nng wrnW* lin Widerspruch mit unserem Meistbegünstigungsvertrage -platz' p" Mende Differentialzoll für die Einfuhr von deutschem Zucker —----nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist zu beseitigen. S* ‘E Die Reichsregierung ist zu ersuchen, mit den Anbauver- AO «li Altnifsen des Zuckerrohrs und der Entwicklungsfähigkeit ijrn "8 bei Rohrzuckerindustrie vertraute Sachverständige zum F' ,, ' Stllbium der einer neuen Entwicklung entgegengehenden Änbaugebiete des Zuckerrohrs zu entsenden. — Geh. Reg.- !H Skt Prof. Dr. Maercker führte u. a. aus, daß unser jetzt --38)0000 (im letzten Jahre nur 186000) Tonnen betragender kn UMn ^ulkerexport nach den Vereinigten Staaten von Nord- MauBi amifa in fünf Jahren ganz aufgehört haben würde. Illi . Wenn Deutschland auch immer ein zuckerexportierendes Land , .Huie einer i dürfte, so haben wir doch mit einer starken Verminderung SniuoS-GeWs r zp rechnen und müssen daher entweder den Rübenbau ein- „ ein tüchtiS schränken — das können wir nicht, oder den eigenen Konsum fttfi and) |ftr — das müssen wir. Wir exportieren jetzt von der f D(|t atfc IO- > IN h, Millionen Doppelzentner betragenden Produktion 10y8 ' v e qerti* Millionen Doppelzentner. Wenn der Export um fünf ®inv iß37 besörk Million en Doppelzentner abnimmt, sollte daher der eigene ,nter’ ( ä Mittet, $^uni um ebensoviel steigen. Zu diesem Ziel sollen die nyL-^5^;S;orj^^^ägc der Leitsätze führen. Redner hofft, daß die jetzt einereing^ UDO v. H. der Produktionskosten des Rohzuckers betragende Fulkerverzehrssteuer ganz verschwinden und der Zuckerpreis vw gjjtb kdochcr von 30 auf 20 Pfg. im Kleinverkauf sinken könne. ^Ststüs.^gstgeh^— Nus den Verhandlungen erwähnen wir die folgende jefieren®1“ V Erklärung des Grafen Posadowsky: „Ich freue mich herzlich, Ä f36 tetute unter Ihnen sein zu können. Es ist ja noch nicht rten nnlerÄ 0. &t6di:iigc her, daß sich die Landwirtschaft zu festen Organi- ‘'ji.tiinen verbunden hat und den Weg beschritten hat, der aip^--^-^^Ö'^rutage einzig möglich ist zur Erreichung wirtschaftlicher : die Vertretung in der Oeffentlichkeit! Die deutsche «etoMvck^Ai^wirtschaft verdankt ihrer solidarischen Haltung un- sebr»^ ^»rijelhaft schon manchen Fortschritt.. Ich wünsche, die jtn Regierung möchte in der Lage sein, in Zukunft noch manche na ölllk»'..UMrvebende Forderung der Landwirtschaft zu erfüllen!" LißUSvW^tifall.) — Nach einem Bericht des Wirkl. Geh. Ober- pyU5 ei Reg.-Rats Frhru. v. Hammerstein (Metz) über die Thätig- schlüge zuzustcllen." — Nach den Reden der Herren Geh. Reg.-Nat Reich-Meykau und Gutsbesitzer Fümch-Coy (Oldenburg) über Maßregeln gegen die Einfuhr von Pferden erklärte die Versammlung: 1. Die Einfuhr von Pferden hat sich im Laufe der letzten Jahre, namentlich inbezug auf mittelwertige Gebrauchspferde über das deutsche Bedürfnis hinaus gesteigert. 2. Hierdurch ist unsere heimische Pferdezucht bedroht, an deren Erhaltung nicht nur die deutsche Landwirtschaft, sondern das gesamte deutsche Vaterland insbesondere im Hinblick auf die Erhaltung der Kriegstüchtigkeit unserer Armee das allergrößte Interesse hat. 2. Es ist deshalb geboten, diese Einfuhr nach Möglichkeit auf das thatsächliche Bedürfnis zu beschränken und gleichzeitig der Gefahr der Seuchencinschleppung durch dieselbe vorzubeugen. 4. Als Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele empfehlen sich: A. nach außen: a. beträchtliche Erhöhung der Einfuhrzölle für Pferde; b. genügend bemessene Quarantäne gegenüber allen Einfuhrländern und c. hieran anschließend eine auf möglichst lange Zeit ausgedehnte veterinär-polizeiliche Kontrolle; d. zur Ermöglichung dieser Kontrolle ist jedes Pferd bei der Einfuhr mit einem zweckentsprechenden dauerhaften Brandzeichen zu versehen. B. als innere Maßnahmen: Seitens der Staatsregierung Bereitstellung größerer Mittel zur Hebung der Pferdezucht und zielbewußte Verwendung dieser Mittel. — Es wurde namentlich auf die steigende Ausfuhr in Amerika hingewiesen, das uns 1894 nur einige 40 Stück, 1895 schon über 2000 Pferde schickte. Die Versammlung wählte einen Ausschuß für die Pferdezollfrage. „T. R." — Gegen den neuen Postzeitungstarif hat jüngst eine Versammlung der süddeutschen Papierfabrikanten in Ulm nachstehende Vorstellung an den Reichstag beschlossen : Deutschlands Druckpapier-Industrie hatte früher, begünstigt durch seine Wasserkräfte und den reichen Fichtenwaldbestand, eine führende Stellung auf dem Weltmarkt und ist noch heute auf den Export angewiesen, da seine Produktion den inländischen Verbrauch erheblich übersteigt. In den letzten Jahren wurde ihr die Ausfuhr mehr und mehr erschwert, zuerst durch die skandinavische Konkurrenz, in letzter Zeit durch den Wettbewerb Nordamerikas, dessen Fabrikation durch fast unerschöpfliche Waldbestände und enorme Wasserkräfte, denen sich in Deutschland nichts zur Seite stellen läßt, eine Entwicklung genommen hat, die ihr gestattet, den Weltmarkt zu beherrschen. Im vergangenen Jahr haben sich die größten und maßgebendsten Druckpapier-Fabriken Nordamerikas zu einer Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 44 Millionen Dollars zusammengeschlossen und benützen ihre Macht, im Inland teuer zu verkaufen, den Ueberschuß aber im Ausland zu jedem Preis abzusetzen, rücksichtslos. Deutschlands Druckpapierexport ist infolgedessen von Jahr zu Jahr zurückgegangen und hat ein Absatzgebiet nach dem anderen an Nordamerika verloren. Ob der kleine Rest, der noch übrig blieb, überhaupt zu halten ist, bleibt abzuwarten. Selbstverständlich macht sich die Rückwirkung auf dem inländischen Markt geltend. Jede Fabrik, welche ihren Absatz in Südamerika oder Asien verloren hat, sucht ihre Produkte auf dem einheimischen Markte unterzubringen und drückt damit die Preise, die thatsächlich auf einem Stand angekommen sind, der eine weitere Reduktion nicht mehr erträgt. Geht aus diesen Thatsachen schon hervor, daß die Fabrikation nur mühsam in ihrem bisherigen Umfang aufrecht erhalten werden kann, so ist eine Einschränkung fast unvermeidlich, wenn auch der deutsche Verbrauch eine Verminderung erleidet. Diese würde aber zweifellos eintreten, wenn der beabsichtigte iwue Zeitunasposttarif zum Gesetz würde! Die in heutiger Versammlung in Ulm vereinigten süddeutschen Papierfabrikanten haben daher einstimmig beschlossen: Mit Rücksicht auf die schweren Schädigungen, welche der Druckpapierindustrie entstehen, und in Anbetracht der Rückwirkung, welche dieselben auf die Gesamtpapierindustrie, auf die Holzstofferzeugung uiib den Holzverbrauch ausüben müßten, schließt sich die Versammlung den unter dem 1. Februar gegen "den Zett- unqsposttarif gerichteten Ausführungen des Vorsitzenden des Vereins deutscher Papierfabrikanten in allen Teilen an. Ausland. Paris, 19. Februar. Gefahr im Anzuge. Noch hat keine Verfassungsurkunde von vornherein bestimmte Vorschriften über das Aussehen und die Gepflogenheiten des jeweiligen Herrschers ausgestellt: ob er groß oder klein sem, einen Bart tragen, sich nach der neuesten Mode kleiden, rauchen oder schnupfen, gehen, fahren oder reiten soll. Daß Mac Kinley einen Schlapphut trägt und Ohm Krüger seine Pfeife raucht, läßt die Amerikaner und Buren ganz gleichgültig; und doppelt gleichgültig sollte es erst den Franzosen fein; sie haben sich der Monarchen, die für den Thron mehr oder weniger erzogen und vorbereitet sind, wiederholt entledigt und sich für die freie Wahl ihres Staatsoberhauptes entschieden, ohne irgendwelche Etiquette-Bedingungen daran zu knüpfen. Wenn also hinterher der Erwählte der Nation äußerlich nicht ganz dem Willkürideal des einzelnen entspricht, so sollte das lediglich eine Privatangelegenheit fein. Heute aber sehen wir das grade Gegenteil; dem armen Loubet wird es fast als ein Verbrechen gegen das schöne Frankreich ausgelegt, daß er so ist, wie er ist. Klein, schlicht gekleidet, ohne Höflingsnianieren, ungeleckt; und mit einem gewissen Grausen malt man sich die Zeit aus, da er, bei der Eröffnung und im Laufe der großen Ausstellung, die Monarchen der alten Welt empfangen soll. Zugleich wird der arme Chef du protocole, der Ceremonienmeister Philippe Crozier, herzlich bedauert, weil er jetzt in Loubet einen Schüler erhalte, der von den Repräsentationspflichten des Präsidenten keinen Schimmer habe, vielleicht auch ganz ungelehrig sei; ist er doch bei seinem Regierungsantritt älter, als sein Vorgänger bei dessen Tode. Es ist wohl selbstverständlich, daß ein großer Teil dieser abfälligen Kritik auf politischen Gründen beruht, auf Loubets mutmaßlicher revisionsfreundlicher Haltung; trotzdem, auch wenn sich diese Haltung nicht bestätigen sollte, wird er mit seinen seit gestern hervorgehobenen Charaktereigentümlichkeiten das Ziel der Pariser Preßkritik auch für die Zukunft bleiben. Schon gestern ließ sich das in Versailles aus den freien Unterhaltungen auf dem Palasthofe heraushören. Dort steht bekanntlich die Reiterftatue des Sonnenkönigs auf hohem Sockel. Was Ludwig XIV. wohl dazu gesagt haben würde, wenn er in dem vierspännigen Landauer, der nach Schluß der Wahl zu seinen Füßen vorbeifuhr, seinen Nachfolger gesehen hätte! Allerdings ist, vom menschlichen Standpunkte aus, der Gegensatz groß, sehr groß; Ludwig XIV. hielt sich nicht allein selbst für den größten Herrscher, sondern war auch thatsächlich einer der imposantesten Monarchen, die je ein Land besessen hat; mit ihm und seiner hochfahrenden Würde verglichen, füllt Emile Loubet, der Bauernsohn, gewiß sehr ab. Indessen ist obiger Vergleich zwischen den Königen und den französischen Staatsoberhäuptern zu Schluß dieses Jahrhunderts nicht neu; er wurde selbst mit Bezug auf Felix Faure gezogen. Als dieser im Winterpalast zu Petersburg neben dem Zaren einherschritt, rümpfte die Büste des Sonnenkönigs bedenklich die Nase. Faure aber war unstreitig der geleckteste aller französischen „Gentlemen" seines Alters, sodaß sich also der König seiner nicht allzu sehr hätte zu schämen brauchen. Loubet selbst wird sich wohl aller Wahrscheinlichkeit nach wenig um diese Betrachtungen kümmern wollen, wie zur Zeit der Präsident Grevy sich nicht darum gekümmert hat. Zwar wollte dieser, wie heute der „Eclair" erzählt, anfangs seiner neuen Stellung Rechnung durch Abrasierung seines Backenbartes tragen; aber Gambetta hinderte ihn daran mit folgender sehr interessanter Begründung: „Nein, Herr Präsident, Sie haben nicht das Recht dazu; Sie gehören sich nicht mehr selbst an; selbst Ihr Kopf ist Eigentum der Nation!" Die Geschichte ist hübsch, auch wenn sie erfunden sein sollte. Die Nation hat nun Loubet mit überwiegender Mehrheit gewählt und sollte daher eigentlich sich mit seinem Aeußern endgiltig abgefunden haben. Von den Monarchen, die Paris besuchen werden, dürfte keiner an diesem Aeußern Anstoß nehmen; und daß die Etikette beobachtet werden wird, dafür wird der Ober- ceremonienmeister schon Sorge tragen. — Mittlerweile aber läßt sich nicht leugnen, daß dem neuen Präsidenten die Stadt Paris einen der garstigsten Empfänge bereitet hat, die je einem Staatsoberhaupt unmittelbar nach seiner Wahl bereitet worden sind. Seine „Begrüßung" in dem Bahnhof St. Lazare war so ungehörig, so unerwartet pöbelhaft, und zugleich verhielt sich die Polizei dabei so gleichgiltig, daß sich der Premierminister Dupuy, dem als Minister des Innern die Polizei untersteht, nicht darüber wundern darf, wenn ihm persönlich die Verantwortung dafür in die Schuhe geschoben wird; er habe — so sagt man ihm heute — das alte Spiel, das er gegen Casimir Perier verfolgt, nun gegen dessen zweiten Nachfolger ausgenommen. In einem schneidenden Gegensatz dazu stand der Empfang des Patrioten Dorou- löde, der ihm im zweiten Zuge folgte; er ward wie der Retter Frankreichs begrüßt, durfte ungehindert die Stadt durchziehen und vor dem Militärklub und der Bildsäule der Jungfrau von Orleans die Menge gegen den neuen Präsidenten verhetzen. Die sogen. Enthüllungen Quesnay de 1239 per 1. Juni zu vermieten 1599 Neuenweg 15. e e 689 L Mk. 2.- // I M. Schulhof, Markt- Marktplatz 8 0553 Nachf., Ludwigsplatz; Die Abgai 490 [SANATOGEN! 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Vorläufig also hat die Wahl Loubets den Franzosen die Beruhigung nicht gebracht, die nach dem so schnell und glatt verlaufenen Wahlakte vielleicht erwartet werden konnte; der Kampf gegen ihn hat begonnen, und bei diesem Kampfe werden die Unebenheiten seiner Person und seiner Gewohn- heiten nicht unbemerkt bleiben, sie bilden eine breite Angriffsfront. Die Dreyfusfrage droht sich zu einer Präsidentenfrage zu erweitern, und vielleicht wird mit letzterer aus der bereits geschlossenen Versenkung auch die Panamafrage wieder auftauchen; das versprochene Werk Quesnay de Beaurepaires, das demnächst erscheinen wird, soll das Schmutzmaterial vermehren. Diesmal dürfte man daher mit gerechtfertigter Besorgnis in die Zukunft schauen. Frankreich hat keinen Herrn mehr; der Cäsareaner Deroulöde waltet unbehelligt, und die kurzsichtigen Patrioten von der „Patrie Fran^aise^ wie der Literat Jules Lema'i'tre und der Dichter Franyois Coppse sehen den Abgrund nicht, dem sie Frankreich entgegenführen. Köln. 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Obersten Saussier in eine bayerische Festung eingeschloffen, war er allen Leiden der Kälte, des Nahrungsmangels (sic), der Mißhandlungen (sic) und der Strenge wie ein einfacher Soldat ausgesetzt. Seine Schwestern, schmerzlich besorgt um sein Schicksal, thaten von Rom aus die geeigneten Schritte, um seine Gefangenschaft zu mildern, und es gelang ihnen, mit der ^ilfe des Gesandten v. Arnim, von der preußischen Regierung zu erwirken, daß er wie ein Prinz von Geblüt behandelt wurde." Als ihm der Festungs- Kommandant nun davon Mitteilung machte, soll Bonaparte für seinen Kameraden Saussier die gleiche Vergünstigung verlangt und, da sie verweigert wurde, auch für seine Person vorgezogen haben, „die harte Gefangenschaft zu erdulden". Ohne einer Zurückweisung dieser Fadel von berufener Seite vorgreifen zu wollen, kann Ihr Berichterstatter aus eigener Erinnerung nur feststellen, daß- die Behandlung französischer kriegsgefangener Offiziere an andern Orten Deutschlands derart war, daß sie keinerlei Klage führen konnten und gar Entbehrungen oder „Mißhandlungen" niemals ausgesetzt waren. Und ebenso wird es mit dem Major Bonaparte in der bayerischen Festung wohl auch gewesen sein. Schiss-nachrichterr. Norddeutscher Lloyd, in Gtetzrn oertreten durch die Agenten tttrl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 20.Februar. [Per transatlantischenTelegraph.] Der Doppelfchrauben - Postdampfer Friedrich der Große, Eapitän M. Eichel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 18. Februar, 2 Uhr nachmittags, wohlbehalten in New-York angekommen. ""gegebene e«ags in Netzen erfolge, forber 6 'Nchtsbezirk @ Echten Enmtnthaler Achmherkäsk recht vollsaftig, sowie feinsten Edamer Käse cmpfi'HIt 214 E. Dort, Wallthorstraße 45. 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Napoleon Karl Bonaparte, ein jüngerer Bruder des 1896 in Rom verstorbenen Kardinals Lucian Bonaparte bewohnte die nach der Familie genannte Villa zwischen Porta Pia und Porta Salaria in Rom, dieselbe Villa, in der am 20. September 1870 die italienischen Truppen zuerst römischen Boden betraten. Seit dem Jahre 1870 hat der Verstorbene keinen Anteil mehr am öffentlichen Leben genommen. Nachdem er unter dem zweiten Kaiserreich in Mexiko nnd Algier gekämpft hatte, nahm er als französischer Major an den Kämpfen um Metz teil nnd geriet durch Bazaines Kapitulation in deutsche Gefangenschaft. Ueber diese Kriegsgefangenschaft erzählt ein römisches Vlatt, wie es scheint nach mündlicher Ueberliefernng, eine kleine Geschichte von deutschfeindlichem Beigeschmack, die kaum der Wahrheit entsprechen dürfte und wohl eine Berichtigung in Deutschland verdient, da sie eben nicht von einem französischen Chauvinistenblatt, sondern von einer Zeitung des mit Deutschland verbündeten und befreundeten Italiens verbreitet wird. Es wird da wörtlich behauptet: „Zusammen mit dem damaligen Zn haben in Gießen bei I. M. Schulhof, Markt- straße; PH. Herrmann, Seltersweg 33; L. Äalkhof, West« anlage; C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße; Rud. Schlabach Wilh. Böhme <£ Dortmund. Spezialfabrik für Tiefbohrtechnik. 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