Kurte Hf. ||R u„. 8822 8 r Eet,e« 50 Pfg —« 30 ‘ein, Nufciet e1, Turnhalle. V. am r. Zanuar statt- Dolle ?0 Pfg. wolle man u9f'lra LorfiandSMmr ä 8828 Der Lorftanb. nanstalt SJhttdbou. und Vttarbeitm kann jede -n- 8826 Zavnar 1900. i> gepr. Kftkrm. iiden. [enben Saal, der Neuheit ent» ‘6Ie Geselllchasten und Vereinen rutzung. ü^baMWW. erLsame Aeöleuurrg. i \u x\&Uu. *V5i adjtungiöoH i Bernhardt) irdLshäuserhos. 8816 ietzü, en jetzigen hohen i r Naturbutterpreise I i beachtenswert!! SsMt,IM*tcl1 wie beste HatöMr ohne zn spritzen. HtrgyrtdU "«* P"""' «Xn waren aus feinsten Fettsn *” F" tindun» nut fr*' Eigelb und p*n tMen Süssrahtn. NeaesteEwenscbafl (^Patent ho. 9i0o<.) Iiaben. , ■ in Orig** esellsch. m. b. «■. , |(j'„be«l=e»ttet 88» Rr. 301 Kwcites Blatt Freiing dm 22. Deccmber 1899 Krlchtinl täglich mit Ausnahme deS MantagS. Die Gießener Atavilllkvvfüiter wirten bcm Anzeiger wöchentlich viermal betgelegt. Gießener Anzeiger Uezugsprei» vtertcljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den felgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen»Bern> -lungSstellen deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege». Asnts- rind Airzergeblcrtt für den Ureis Giefzen. i'Vbaftion, Expedition und Druckerei: ^cholstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätler, Der hessische Landwirt, Klütter für hessische Volkskunde. Adreste jür Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Vom Arbeiter zum Berliner Privatdozeuten. Herrn Dr. phil. Karl Balod ist, wie das in Riga erscheinende lettische Blatt „Deenas Lapa" mitteilt, auf Grundlage seines im verflossenen Sommersemester an der Jenaer Universität erworbenen Doktordiploms für Geographie, Geologie, Geschichte und einer wissenschaftlichen Arbeit von der philosophischen Fakultät der Berliner Universität einstimmig gestattet worden, sich an der Berliner Universität zu habilitieren. Da Dr. Balod nicht deutscher Reichsangehöriger ist, bedurfte er zu seiner Habilitierung noch der Erlaubnis deS preußischen Kultusministers. Diese Erlaubnis ist nun unlängst erteilt worden, und am Donnerstag, den 30. (18.) November hat Dr. Balod das Kolloquium bei der philosophischen Fakultät bestanden. Seine Habilitationsschrift handelt über: „Die Beziehungen der Militärmacht zur Einwohnerzahl und anbaufähigen Bodenfläche". Als Opponenten traten u. a. die Professoren Sering, G. Schmoller und Adolf Wagner auf. Nach Schluß des Kolloquiums, über das die Urteile sehr anerkennend lauteten, verkündigte der Dekan, daß Dr. Balod die venia legendi erhalten habe. Seine Antrittsvorlesung wird Dr. Balod am 16. (4.) Dezember über: „Deutschlands wirtschaftliche Entwickelung seit 1870" halten. Er hat sich an der Berliner Universität für Statistik und Nationalökonomie habilitiert. Dr. Balod ist, nach dem Bericht des genannten Blattes, ein echter Selfmademan in wisienschaftlicher Beziehung; soll er doch nie in seinem Leben eine Schule besucht haben, nicht einmal die Gemeindeschule. Im Jahre 1864 in der Bilsteinhof'schen Gemeinde geboren, hat er in seiner Kindheit und ersten Jugend die ganze Last des Arbeiterstandes kennen gelernt, zuerst auf dem Lande, dann in Riga, wo er in untergeordneter Stellung durch seiner Hände Arbeit sich seinen Unterhalt erwarb. Seiner zähen Energie und offenbaren wissenschaftlichen Beanlagung gelang es trotzdem, sich ganz auf eigene Hand so weit fortzubilden, daß er — erst neunzehnjährig — am Gymnasium zu Mitau als Externer das Abiturienten-Examen bestehen und sich an der Universität Dorpat, wo er von 1884—87 Theologie studierte, immatrikulieren lassen konnte. Nebenbei beschäftigte er sich eifrig auch mit geographischen, nationalökonomischen und mathematischen Studien. Nach dem theologischen Schlußexamen und dem obligaten Kandidatenjahr unternahm er eine Reise nach Südamerika, nach Brasilien, von wo er 1891 nach Europa zurückkehrte, um sich in Jena dem Studium der Geographie, Geologie und Geschichte zu widmen. Nachdem er sein Doktorexamen magna cum laude bestanden hatte, kehrte er nach Rußland zurück, wo er eine zeitlang an der St. Petersburger Bibliothek wissenschaftlich arbeitete. Im Jahre 1893 ging er als evangelisch lutherischer Prediger nach Slatoust: aber das dortige Klima übte auf seine Gesundheit eine schädliche Wirkung, und daher begab sich K. Balod nach etwa P/2 Jahren wiederum nach Petersburg, wo er eine statistische Arbeit über die Sterblichkeits- Verhältnisse der orthodoxen Bevölkerung Rußlands verfaßte, die ihm — eine Auszeichnung, die bisher noch keinem Letten auf wissenschaftlichem Gebiet widerfahren war — die große goldene Medaille der Akademie der Wissenschaften eintrug. Das hoch anerkennende Urteil der Petersburger Akademie, das sich dahin äußerte, es wäre wünschenswert, daß ähnliche Arbeiten auch über andere Länder verfaßt würden, ermutigte Balod, entsprechende Abhandlungen auch über mehrere Staaten West Europas zu verfassen. Um in den Hauptstädten der einzelnen Staaten das die Statistik der Sterblichkeit betreffende Material nach Möglichkeit zu studieren, begab sich deshalb Balod nach West-Europa und besuchte Oesterreich, Deutschland, Italien und Frankreich und studierte längere Zeit Nationalökonomie, Statistik und Geographie auf den Universitäten München und Berlin. Während dieser Zeit hat er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in den meisten nationalökonomischen und statistischen Zeitschriften Deutschlands veröffentlicht.___________________________ Lokales und Provinzielles. Gießen; 21. Dezember 1899. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 369 Jahren, KM 22. Dezember 1530, starb zu Nürnberg der bedeutende Gelehrte und Humanist Willibald Pirkheimer. Ec hinterließ außer einer Geschichte d-S Schweizerkrteges andere historische und politische Schriften, Ucbersetzung-n griechischer Klassiker, sowie sakrische Gedichte, darunter da8 ironische Lob des ihn selbst arg plagenden Podagra. ** Einschlagepapier spielt zur Weihnachtszeit eine große Rolle. Es giebt überhaupt wohl keinen zweiten Artikel der W?lt, bei dem sich in den letzten Jahrzehnten ein solcher Umschwung vollzogen hat, wie bei dem Papier zum Ein- wickcln der Ware. Vor fünfzig Jahren wickelte der Kaufmann die Ware dem Kunden noch in grobes, graues, wolliges Löschpapier ein. Von regelrechtem Verpacken des Gegenstandes aber war dabei noch keineswegs die Rede. Der Häring guckte mit Kopf und Schwanz, und das Brot, falls es überhaupt eingewickelt wurde, mit beiden Kanten aus der Umhüllung heraus. Das Verpacken lernte der Kommis erst in späteren Jahren fach- und fachgemäß; höchstens verstand er damals besser das Dütendrehen, das ihm, bediente er in Kaffee und Zucker, als Spitzname in manchen Gegenden anhing, ähnlich wie man sich an einem „Häringsbändiger" verging, zu jener Zeit, da man den jungen Kaufmann noch entwürdigend genug „Ladendiener" titulierte. Statt des Lösch- und Strohpapiers kennt man heute schöne, mehr oder minder glatte und feste Einschlagepapiere; man bedruckt sie ordnungsmäßig mit Firmen, sowohl zu Rcklamezwecken, was im Vorteile des Verkäufers liegt, als auch, um die Quelle, woher z. B. das entsandte Dienstmädchen die Ware bezog, kontrollieren zu können. Jedenfalls hat die Angelegenheit der äußeren Form beim Versand der Ware ganz außerordentlich gewonnen zum Nutzen aller Teile. Als recht empfehlenswert zum Einpacken, namentlich von Eßwaren u. s. w., halten wir das weiße Pergamentpapier. Nur aus unberechtigter Sparsamkeit manches Geschäftsmannes sieht man das Pergamentpapier noch nicht allenthalben im Gebrauch. Nicht minder empfehlend sind die Kartons in Form von flachen Schälchen zum Unterlegen bei kleinen Torten u. s. w. Konditoreien, die auf Renommee halten, entbehren sie nicht mehr gern. Namentlich jetzt im Weihnachtsverkehr erleichtern sie denselben. Verhüten sie doch, daß Backwerk und Süßigkeiten beim Transporte Schaden nehmen, und daneben sind die Kartons überaus appetitlich. Zu Konfitüren gar verfertigt man sie durch Drahtung als viereckige Schächtelchen mit schließendem Deckel — wiederum ein Schritt weiter auf der Bahn zu einer nach jeder Richtung hin zufriedenstellenden Versand- und Transportverpackung, soweit es sich um Eßwaren handelt. • » • ** Die Rote Kreuz-Lotterie kommt am 10. Januar 1900 unwiderruflich zur Ziehung mit 120,000 Mk. Gewinnen; Haupttreffer 30,000 Mk. bar ohne Abzug. Das Los kostet nur 1 Mk. ** Die Postkarte für 1900, wie sie amtlich genannt wird, ist nunmehr fertiggestellt. Sie unterscheidet sich sehr wesentlich von den gewöhnlichen Karten. Die beiden oberen zwei Drittel der Vorderseite werden von der Ausschmückung fast ganz in Anspruch genommen. Der Lorbeerkranz, der um die Germaniamarke geschlungen ist, besteht aus zwei Zweigen, einem größeren und einem kleineren, die durch ein Band mit zwei langen Enden zusammengehalten werden. Links geht hinter umfangreichen Wolken die strahlende Sonne auf. Auf der Innenseite steht groß die Zahl 1900. Der übrige Vordruck der Karte entspricht genau der bisherigen Emission. Er fällt zum Teil auf die Zeichnung. Von der neuen Karte sind zunächst fünf Millionen Stück hergestellt. Da mit dem Druck fortgefahren wird, so dürfte zu Neujahr allen Ansprüchen genügt werden können. Auch im Verlaufe des nächsten Jahres soll mit der Ausgabe der Karte fortgefahren werden, um jeder Preistreiberei vorzubeugen. Die Verteilung an die Oberpostdirektion hat bereits begonnen. Die Postanstalten werden jedoch erst vom 28. Dezember an ermächtigt, die Karte auszugeben. Ihre Giltigkeit erlangt die Karte, wie alle neuen Wertzeichen, erst von Neujahr an. Doch soll bei Auflieferung einzelner Karten vor Neujahr von einer Nachlieferung abgesehen werden. *♦ Die Eisenbahn-Verkehrsordnung, die am 1. Januar 1900 mit Gesetzeskraft in Wirksamkeit tritt, enthält mancherlei für das reisende Publikum wichtige Neuerungen. Das wesentliche der neuen Bestimmungen ist folgendes: Das unbefugte Platznehmen von Mitreisenden in einem Zuge ist unter Strafe gestellt. — Jagdhunde in Käfigen, Kisten, Säcken oder dergleichen können zur Beförderung als Reisegepäck angenommen werden. Für das Mitführen von Hunden ohne Beförderungsschein (Hundekarte) ist bei rechtzeitiger Meldung ein Zuschlag von 1 Mk. zu dem tarifmäßigen Preise, jedoch nicht über dessen doppelten Betrag, ohne solche Meldung das Doppelte des Preises, jedoch mindestens der Betrag von 6 Mk. zu entrichten. Für die Abfertigung von Fahrrädern können durch die Tarife besondere Vorschriften gegeben werden. Die Eisenbahnen sind fortan verpflichtet, soweit ein Bedürfnis dazu vorliegt, auf den Stationen Gepäckträger zu bestellen, für die sie in dem gleichen Umfange haften wie für ihr übriges Personal. Auch für die vorübergehende Aufbewahrung von Gepäck (auf den größeren Stationen) übernimmt die Eisenbahn fortan die Verantwortlichkeit. Gemäß dem neuen Handelsgesetzbuch ist bei Verlust des Gutes fortan auch im JnlandSverkehr (wie im internationalen Verkehr gemäß dem Berner Uebereinkommen) der Wert zu ersetzen, den Güter derselben Art und Beschaffenheit am Ort der Absendung (statt wie früher am Ort der Ablieferung) in dem Zeitpunkt der Annahme zur Beförderung hatten. Die Frist, binnen welcher Ansprüche wegen Beschädigung oder Minderung eines Gutes geltend zu machen sind, ist auf eine Woche (früher vier Wochen) beschränkt. Entschädigungsansprüche, wegen Verspätung sind fortan spätestens am vierzehnten (früher siebenten) Tage, den Tag der Annahme nicht mitgerechnet, anzubringen. Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot, geborenen, betrug in der Woche vom 3. bis 9. Dezember in Mainz 24, in Darmstadt 25, in Offenbach 12, in Worms 10 und in Gießen 7, zusammen 78, darunter 17 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 15,4, Darmstadt 18,7, Offenbach 14,7, Worms 14,9 und auf Gießen 14,8. — Die Todesursache anbelangend, verstärken an Masern und Röteln 3 (1 in Offenbach, 2 in Worms), an Scharlach 1 (Gießen), an Rachenbräune (Diphtherie) ß (1 in Mainz, 2 in Darmstadt), an Unterleibstyphus 1 (Gießen), an Diarrhöe und Brechdurchfall 3 (2 in Darmstadt, 1 in Worms), an Lungenschwindsucht 6 (4 in Mainz, je 1 in Darmstadt und Gießen), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 16 (7 in Mainz, 3 in Darmstadt, je 2 in Offenbach, Worms und Gießen), an Gehirn-Apoplexie 7 (3 in Mainz, 2 in Darmstadt, je 1 in Offenbach und Gießen), an sonstigen Krankheiten 31 (7 in Mainz, 14 in Darmstadt, je 5 in Offenbach und Worms); gewaltsamen Tod erlitten 4 Personen (2 in Mainz, je 1 in Darmstadt und Gießen). §§ Vom Lande, 20. Dezember. Weihnachten rückt wieder heran. In allen Häusern rüstet man zum Feste. Auch auf dem Lande bürgern sich die Gebräuche mehr ein, die das schönste unserer hohen christlichen Feste verherrlichen helfen. Noch vor einem Jahrzehnt wußte man in den meisten Familien auf dem Lande unserer Gegend fast nichts vom Backen von Zuckerwerk. Heute bäckt selbst die geringste Familie auf dem Lande ihr „Zuckerzeug". Das ist aber keinesfalls ein übles Zeichen der Zeit, nein, vielmehr ein Stück der fortschreitenden Kultur. Auch die schönste Sitte des Weihnachtsfestes, die Schmückung eines Christbaumes, verbreitet sich ersichtlich weiter aus dem Lande. Wir haben Gegenden in Deutschland, in Nord- wie Süddeutschland, wo der Christbaum auch auf dem Lande in keinem Hause, in keiner Hütte fehlen darf. Aber in unserem nördlichen Oberhessen gehört er auf dem Lande immer noch zu den Ausnahmen. Warum diese echt deutsche Sitte hier noch nicht größere Verbreitung gefunden in einer Zeit, die so gerne dem Fortschritt huldigt, bleibt verwunderlich. Allerdings hat der Christbaum in den letzten Jahren immer mehr Eingang gefunden in unseren Kirchen. Auch hierin sah man vor zwei Jahrzehnten fast keinen Weihnachtsbaum. Jetzt aber leuchtet und funkelt der Christbaum, das echte Symbol der geistigen Sonne, Christus, vor den Altären der meisten Kirchen. Geistliche und Lehrer unterziehen sich gerne der nicht geringen Mühe, auf Weihnachten einen Christbaum für die Kirche zu schmücken, an dem sich die ganze Gemeinde erfreuen kann und der auch dem armen Kinde leuchtet, dem seine Eltern kein Bäumchen putzen oder zu putzen vermögen. § Aus dem Vogelsberg, 20. Dezember. Ein flotter Handel wird in dieser Woche, den letzten Tagen vor Weihnachten, mit den Gänsen getrieben. Um diese Zeit sind die Gänse durchaus fett und schlachtreif geworden. In den Städten ist die Nachfrage nach Günsen, da hier der Gansbraten auf dem Weihnachtstisch nicht fehlen darf, eine außerordentlich starke. Nie ist deshalb die Nachfrage auf dem Lande nach Gänsen stärker als wie in den letzten Tagen vor Weihnachten. Die Besitzer von Gänsen, es sind dies die meisten Landwirte, richten sich danach und so blüht um diese Zeit das Geschäft mit den Gänsen. Zu Hunderten werden sie in den Ortschaften aufgekauft und nach den Städten gebracht. Unter letzteren steht Frankfurt a. M. an der Spitze. Für das Pfund Gansfleisch bezahlt man 48 bis 50 Pfg. )( Nidda, 20. Dezember. Am Sonntag fand im Gast Haus „Zur Krone" die Generalversammlung des Kur- vereinsSalz Hausen zu Nidda statt. Herr Vorsitzender Erk begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab einen Ueber- blick über die Entstehung und Wirksamkeit des Vereins. Er trat ins Leben durch die Nichtrealisierung des Projektes einer Gesellschaft in Düsseldorf, die Salzhausen vom Staat zu kaufen oder zu pachten und zu heben gedachte. Als der Plan nicht verwirklicht wurde, nahm der Gewerbeverein Nidda sich des Bades an, und aus ihm heraus erstand der jetzt selbständige Kurverein. Derselbe konstatierte die Mißstände, die dem Aufblühen des Bades in den Weg traten und legte sie in einer größeren Denkschrift dem Ministerium zu Darmstadt mit der Bitte um Abhilfe vor. Mit Freuden kann konstatiert werden, daß letzteres in jeder Beziehung die besagten Mißstände teils abgestellt hat, teils abzustellen begonnen hat. Die Eröffnung der Wetterauer Bahn hat zur Hebung des Bades vor allem beigetragen, und der Besuch war im Sommer so stark, daß ein neues Badehaus eine dringende Notwendigkeit geworden ist und auch et baut werden wird. Die Mitgliederzahl des Vereins war Ende 1898 96, Ende 1899 137; Jahresbeitrag 1 Mk. Der Verein hat Ruheplätze angelegt, besonders für weitere Verbreitung der Kenntnis der Heilkraft der Quellen gesorgt; ferner hat er die von Herrn Dr. Koch Nidda entworfenen Bade- und Trinkregeln drucken und verbreiten lassen. Die Einnahme des Vereins war 390 Mk., die Ausgabe 318,64 Mk. Bei der Wahl des Vorstandes wurden alle 15 Mitglieder wiedergewählt; in der Folge jedoch sollen alle Jahre fünf Mitglieder ausgelost werden. Die beiden Aerzte von Nidda sind ständige Vorstandsmitglieder. Herrn Kontroleur Obmann, dem Verfasser erwähnter Denkschrift, wurde besonderer Dank votiert. Mainz, 20. Dezember. Bei der morgen stattfindenden Bischofswahl fungiert als landesherrlicher RegierungS- kommiffär Geh. Ministerialrat Geh.-Rat Schlippe von Darmstadt. Die Verkündigung des Wahlresultats erfolgt durch den Secretarius Capituli, Domkapitular Dr. Selbst, unmittelbar nach der Wahl von der Kanzel des Domes aus. — Trotzdem die elektrische Beleuchtung hier wie allerwürts immer mehr in Anwendung kommt, erzielte das hiesige städtische Gaswerk im verflossenen Rechnungsjahr einen Reingewinn von 400000 Mk. Allerdings ist hierbei die starke Zunahme des Nutzgases in Betracht zu ziehen. — Einem sehr hochgestellten Beamten hier passierte letzter Tage das Mißgeschick, daß er bei einer Treibjagd einen Treiber anschoß. Dem Treiber soll die ganze Ladung Schrot in den Körper gedrungen und der unglückliche Schütze über das Vorkommnis ganz untröstlich sein. ** Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Taglöhner Adam Jakob Adler aus Darmstadt wegen Diebstahls vom Großh. Amt^anwalt zu Friedberg; Marie Lenh aus Ludwigshafen wegen Betrugs von Großh Staats anwalischaft Mainz; Fabrikarbeiter Johannes Meier aus Boikendorf wegen Unter- schlagung von Großb. Staatsanwaltschaft Gießen; Tischler Hermann Pullheim aus Köln-Arnoldshöhe wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Offenbach; Schlossrrges lle Peter 9taumann aus Schiffweiler we^en Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Bingen; Schreiner Wilhelm Nusser aus Strätzbach w-gm Bedrohung. Hausfriedensbruchs u. s. w., Taglöhner Ignaz Kirchner aus Langenleiten wegen Betrugs, Bierbrauer Karl Maximilian Müller aus Heidenheim wegen Widerstand u. f. w., Schlosser Hemrtch Dries aus Rüdesbeim wegen Sachbcschäd gung und Beleidigung, Matrose Ewald Munter aus Duisburg wegen Sachbeschädigung und Fabrikarbeiter Peul Schneider aus Wien wegen Unterschlagung, sämtlich vom Großh. Amtsanwalt zu Mainz; Dteustknecht Peter Bick aus Kerzenheim wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Alz y; D'enstknecht Friedrich Ernst aus Arnoldsheim wegm fahrlässiger Körperverletzung und Reisender Otto Ferd. Schumann aus Herborn wegen Beleidigung, beide von Großh. Staats- anwaltschaft Gießen, Schiimmachcr Franz Eschweiler aus Köln wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu G>eßen; Fried. Franz Hermann Ehefrau aus Droysig wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Offenbach; Zwangszögling Friedrich Kühlwein aus Viernheim wegen Entweichens vom Großh. Kieisaml Heppenheim; Dorothea Theresia Kummer geb. Hautzel aus Bürgel wegen Strasvollstrcckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Dienstknecht Peter Scholl aus Speyerdorf wegen Betrugs, bezw. Unterschlagung, und Schreinergeselle Christian Sauer aus Basel wegen Betrugs, beide vom Großh. Amtsanwalt zu Worms; Taglöhner Friedrich Pätzet aus Schlodien wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Gießen; Kaufmann Lu. wig Span le aus Schönberg aus gleichem Anlaß vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Fabrikarbeiter Leonhard Straßer aus Fürth i. O., wegen Einbruchsdiebstahls von der Polizeiverwaltung Worms; ein Unbekannter, angeblich Reisender Schmidt, auch R. Schneider, aus Weiterstadt wegen Betrugs vom Großh Polizeiamt Darmstadt; ein Unbekannter, angeblich Schmitz, aus Bischofsheim wegen Betrugs vom Polizeiamt Mainz; Glaser Johann Wolf aus Bamberg wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Offenbach; Müllergeselle Johann Gumb aus Weisenau, Backsteinmacher Georg Heuser aus Framersheim, Maurer Heinrich Jäger aus Nreder-Wiesen, Ackersknecht Karl Kopf aus Bechtolsheim, Paul Lorenz aus Schulzendorf und Fabrikschuhmacher Hermann August Mertel aus Mohrungen, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Alzey; Gärtner August Heuser aus Framersheim, Bierbrauer Gottlieb Wid- maier aus Hohenhaßbach, Konrad Johann Louis Peter Veit aus Wiesbaden, Brauer Kaspar Eppinger aus ©ring, Barbier Jakob Janson aus Geinsheim, Landwirt Johann Fries aus Neuhäusel, Fabrikarbeiter Georg Beißmann aus Kleinsteinheim, Maurer Johann Weigel aus Oberhörlen, Taglöhner Johann Kropp aus Calbach, Küfer Albert Hölle aus Steinhofen und Tüncher Jakob Mann aus Stromberg, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh Amtsgericht Mainz. ____ Wiesbaden, 20. Dezember. Die am 1. d. M. errichtete Buchdrucker-Zwangsinnung für die Kreise Ober- und Unter-Westerwald, Westerburg, Oberlahn, Limburg, Unterlahn, St. Goarshausen, Rheingau, Wiesbaden-Stadt und Land, Unterlaunus und Höchst hat gestern in Limburg ihre konstituierende Versammlung abgehalten. Die Beteiligung scheint nicht zahlreich gewesen zu sein. Zum 1. Vorsitzenden wurde der (konservative) Buchdruckereibesitzer H. Plaum- Wiesbaden mit 21 von 24 Stimmen gewählt. Koblenz, 20, Dezember. Auf dem im Hafen liegenden Schiff „Wilhelmine" erstickten verflossene Nacht zwei Leute in der Kabine. — Auf Station Gobern der Moselbahn stieß gestern abend ein Güterzug auf einen auf dem Nebengeleis stehenden Güterwagen, wodurch mehrere Wagen entgleisten. Ein Zugführer aus Karthaus blieb tot. Fulda, 20. Dezember. Gestern nachmittag war der General der Infanterie v. Wittich, der kommandierende General des 11. Armeekorps, in dienstlichen Angelegenheiten hier in Fulda anwesend. In seiner Begleitung befand sich der Kommandeur der 22. Division, Se. Königl. Hoh. Prinz Friedrich Leopold von Preußen Kandwittschast. (C Bericht über dca 37, Verdarrdstag der hessische« larrdw. Geuosseuschafteu. Der 3 7. Derbandstag der hessischen lsndw. Genos senschaften fand am 16. Dezember 1899 unter Vo>sitz des Verbandsdirektors Geheimen Regierungsrat Haas- Offenbach tn Darmstadt im Saale des Darmstädter Hofes unter zahlreicher B.'teiligung seitens der Genossenschaften statt. Es waren im ganzen 150 Genossmschaften durch etwa 300 Teilnehmer vertreten. Außerdem war die Großh. Regierung durch Landes-Oekonomierat Müller- Darmstadt, Mitglied der Oberen landw. Behörde, sowie der hessische Landwirtschafts: at durch Generalsekretär Dr. Müller- Offenbach vertreten. Der Vorsitzende begrüßte zunächst die erschienenen. Ehrengäste und die Vertreter der Genossenschaften, worauf LandeS-Oekonomierat Müller die Grüße der GrvLh. Regierung und der Overen landw. Behörde überbrachte und darauf hinwtes, daß die Regierung im Genosfenschastswesen das beste Mittel der Selbsthilfe für den landw. Berufsstand erblicke und die Entwickelung desselben nach Kräften zu fördern bereit sei. Hierauf wurde seitens des Vorsitzenden der neu ernannte Generalsekretär Dr. Neumann- Offenbach, der an Stelle drs zum Bankdircktor der Genoffenschaftsbank gewählten R chnungsrat I h r t g - Darmstadt tn den Dienst des hessischen Verbandes getreten ist. der Versammlung vorgestellt. Alsdann wurde tn die Tagesordnung getreten und erstattete der Verbandsdirektor den Jahresbericht für 1898 99. AuS demselben entnehmen wir, daß dem Verbände zurzeit angehören: l Kreditanstalt, 1 EmtraleinkaufSgenossenschaft, 353 Spar- und Darlehnkasfen, 121 landw. Bezugsvereine, 31 Molkereigenossenschaften, 12 sonstige Genossenschaften, zusammen 519 Genossenschaften mit rund 50000 Mitgliedern. Die Verbandsthätigkeit wickelt sich naturgemäß mehr in der Stille ab. Sie ist bestrebt, die Einrichtungen und Geschäftsführung in den einzelnen Genossenschaften immer mehr durch sachverständige Beratung auszugestalten, zu vervollkommnen. So wurden im Jahre 1898 bet 283 und im Jahre 1899 bet 248 Genoffenschaslen die gesetzlich vorgeschriebenen V-rwaltungsrevtsionen durch die drei Verbands revrsoren vorgenommen. Es ist darüber ein GeneralreoisionS Bericht susgcfertiüt, der im Druck den Genossenschaften zugestellt werden soll. Neben dieser Verwaltungsrevision findet eine Posten für Posten umfassende, kalkulatorische Buch-Bilanz- und Rechnungsrevision auf dem vom Verband eigens hierzu eingerichteten Rechnungs- Revisions-Bureau statt, welches erfreulicherweise immer mehr von den V<-rbandsgenoffenschaften in ihrem eigenen Interesse benutzt wird. Im Jahre 1898 wurden von dem genannten Bureau bei 336 Genossenschaften die postenweise Revision bezw. die Aufstellung der Bilanzen und die Fertigung der Abschlüsse ausgeführt, während dies im Jahre 1899 bis jetzt bei 297 Vereinen geschehen ist. Außerdem wurde noch in vielen Fällen an Ort und Stelle die Hilfe des Verbandes in dieser Beziehung gewünscht, sowie auch seitens der Revisoren die Verwaltungsorgane über ihre Pflichten usw. instruiert. Bei den Molkereigenoffenschaften wird vierteljährlich eine technische Revision des ganzen Betriebes durch den Molkerei-Instruktor vorgenommen Im Jahre 1898 hat derselbe 70, und im Jahre 1899 bis jetzt 61 Betriebsrevisionen ausgeführt. Auch hierüber soll den beteiligten Verbandsmolkereien ein gedruckter Bericht zugehen. In der milchwirtschaftlichen Versuchsstation wurden 1898 34 999, und bis zum 1. Dezember 1899 38 039 Milchproben zur Bestimmung des Fettgehaltes untersucht. Mit dem 1. Oktober d. I. ist noch eine bakteriologische Abteilung eingerichtet worden, welche Reinkulturen züchtet und an die Molkereien abgiebt. Was die Geschäfts- thätigkeit der einzelnen Verbandsgenossenschaften betrifft, so zeigt sich auch hier ein stetiges Vorwürtsschreiten. Es betrug bei den Spar- und Darlehnskassen: 1897 Mk 1898 Mk. der Gesamt-Umsatz 80 093 943 90 114 150 der Reservefonds und die Betriebsrücklage das Geschäftsguthaben ' der Genossen der Gesamt-Warenbezug der Reservefonds und die Betriebsrücklage das Geschäftsguthaben der Genossen eigenes Betriebskapital bei den Bezugsvereinen: eigenes Betriebskapital 989 117 1 685 778 2111 721 136 195 51 260 bei den Molkereigenossenschaften: Kilogramm 1 115 067 1 964 374 2 384 082 154 339 57 007 25 641 675 32 254 915 160 577 256 833 1 839 384 28 620 338 196 203 929 den sonstigen Genossenschaften: 2 001 186 bei der Gesamtumsatz der Reservefonds unb die Betriebsrücklage das Geschäftsguthaben der Genossen die Gesamtmilchlieferung der Reservefonds und die Betriebsrücklagc das Geschäftsguthaben ' ’ der Genossen Mark eigenes Betriebskapital 183 620 eigenes Betriebskapital 3? ^7 325 874 (Schluß folgt.) Universität und Hochschule. — Ernannt: Der Professor an der Kunstgewerbeschule in München, Anton Heß, zum o. Profeffor für Plastik in der Hochbauabteilung der Technischen Hochschule in München. — Zum Kanzler der Universität Tübingen Professor v. Schoenberg, der bekannte Nationalökonom — Berufe«: Geh. Rat Prof. Felix Marchand in Marburg als Nachfolger des verstorbenen Prof. Birch-Hirschfeld zum o. Professor der pathologischen Anatomie und Direktor des Pathologischen Instituts an die Universität Leipzig. Er hat den Ruf angenommen und wird zu Ostern nach Leipzig übersiedeln. — Gestorben: In Pavia der Profeffor der Anatomie Giovanni Zoia. — Berlin, 16. Dezember. Im Verfolg des Erlasses vom 16. September 1897 hat der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten die den philosophischen Fakultäten erteilte Er- mächtrgung zur Anrechnung des Studium an preußische!» technischen und landwirtschaftlichen Hochschulen für die Doktorpromotion dahin ausgedehnt, daß dieselben befugt sein sollen, auch Semester, welche an anderen innerhalb des Reichsgebiets belegenen Anstalten dieser Art zurückgelegt sind, auf das behufs Zulaffung zu der Doktorpromotion nachzuweisende akademische Triennium anzunehmen. — Der Doktortikel für Techniker in Bayern genehmigt. Beider in den letzten Tagen abgehaltenen Weihnachtskneipe der mechanffch- technischen Abteilung der Münchener Technischen Hochschule hielt Herr Prof. Schröter eine Ansprache, in der er u a. bemerkte, er könne mitteilen, daß der Dokto-titel für Techniker dem Wesen nach für Bayern genehmigt sei, nur sei die Form dafür noch nicht bestimmt festgefitzt. Die Mitteilung des verehrten Lehrers wurde von der zahlreich anwesenden akademischen Jugend mit stürmischem Jubel ausgenommen. — Verschiedener: Als Prwatdozenten an der Universität Würzburg wurden bestätigt der Priester Dr. theol Faulhab er in dsr, theologischen Fakultät und der Assistent am chemischen Institut der Universität, Dr. phil H. Ley, in der philosophischen F ckultät — Der Profeffor für alte Geschichte an der Universität Würzburg, Geh. Rat Dr Unger, hat mit diesem Semester seine Lehrthätigkeit ausgegeben. — Gestern vollendete der Profeffor der Botanik an der Universität München und Konservator des botanischen Museums, Dr. Ludwig Radl- kofer, sein 70. Lebensjahr — Aus Braunschweig wird unterm 15. Dezember geschrieben: Heute fand in der Auia der Technischen Hochschule die Preisverteilung für die für das Studienjahr 1898/99 ausgeschriebenen Preisarbeiten statt. Es waren im ganzen 15 den Bedingungen entsprechende Arbeiten cingegangen. Davon wurde acht Arbeiten der Preis erteilt, fünf erhielten eine öffentliche lobende Anerkennung. Für die Arbeit im Maschinenbausache erhielt der Studierende Karl Schmidt aus Frankfurt a M. den Preis. — In Innsbruck beging gestern Prof. Dr. Julius Ficker, Ritter v. Feldhof (geboren 1826 in Paderborn), die Feier seines 50jährigen Doktorjubiläums.__________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 19. Dezember. Wechsel auf New-York zu 4.20V2-21V2. Prämien auf Kredit per ult. Dezember 1.20%, do. per ult. Januar 3.20%, Diskonto Kommandit per ult. Dez. 0 85%, do. per. ult. Jan. 2.90, Lombarden per ult Dez 0 55 /o, oo. per ult. Jan. 0,90%. Notierungen: Kreditaktien 230.90-231.20, Diskonto-Kom- mandit 190-189 90-190, Staatsbahn l?660., Gotthard 141 80, Lombarden 30-29 90, Ungar. Goldrente 96 75, Italiener 92 30, 3proz. Mexikaner 24.40, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18% Privat-Diskont 6%%. 1% bis 2% Uhr: Kredit 231.10-40-10, Diskonto-Kommandit 190.—, Staatsbahn 186 40, Lombarden 29.90. Limburg a. -. Lahn, 20. Dezember. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.00 Mk-, Weißer Weizen —.— Mk., Korn 11.22 Mk., Gerste 9.60 Mk., Hafer 6.70 Mk., Erbsen —Mk., Kartoffeln Mk. Diskonterhöhung -er deutschen Reichsbank. Wie in den letzten Tagen bereits mit ziemlicher Sicherheit vorauszusehen war, haben die Verhältnisse am internationalen Geldmarkt eine Entwickelung genommen, die es der Reichsbank unmöglich machte, noch länger mit einem Diskontosatze von 6% auszukommen. Sie ging mit dem Diskonto auf 7%, mit dem Lombardzinsfuß auf 8% Lange hat sich die Leitung der Bank gesträubt, Handel und Industrie diese Bürde aufzuerlegen, nachdem sie nun aber durch die zwingende Macht der Verhältnisse zum Handeln genötigt wird, entschloß sie sich nicht zu halben Maßregeln, von denen sie sich keinen Erfolg versprechen konnte, sondern ging gleich um ein volles Prozent hinauf. Damit erreicht sie einen Satz, der seit Bestehen der Reichsbank noch nicht dagewesen ist; bisher war der Diskontosatz höchstens 6 /0. Was die Geldverteuerung in erster Linie veranlaßt hat/ ist allgemein bekannt, es ist die Hochkonjunktur der Industrie, die eine große Ausdehnung der Betriebe erforderlich machte, wodurch beträchtliche Summen Geldes festgelegt wurden. Auch die Preissteigerung aller Rohprodukte verlangt einen weit größeren Kapitalaufwand für Handel und Industrie wie früher und nicht zum mindesten hat auch die allzu flotte Gründungsthätigkeit und die starke Anspannung der Kräfte der Spekulation dazu beigetragen, die Situation auf dem Geldmarkt zu verschärfen. Zum Ueberfluß kam noch der Krieg in Südafrika hinzu, der nicht nur viele Millionen verschlingt, sondern zugleich auch den Goldstrom aus dem Transvaal abgeschnitten hat. Verlosurigen. (Ohne Gewähr.) — Pränrien-Slnleihe -er Tta-t Paris vom Jahre 1865. Ziehung am 15. Dezember 1899. Auszahlung am 1. Februar 1900. Hauptpreise: Nr. 544694 ä 150,000 Fr. Nr. 348714 ä 50,000 Fr. Nr. 240949 343004 408517 556392 X 10,000 Fr. Nr. 22627 58 57 133543 358854 436995 ä 5000 Fr. Nr. 122160 211557 247435 250110 332185 405092 429579 475691 562024 592592 A 2000 Fr. — Panama 400 Ar -Lose vom Jahre 1888/89. Ziehung am 16. Dezember 1899 Hauptpreise: Nr. 695540 ä 500,000 Frks. Nr. 97640 ä, 100,000 Fr. Nr. 1047650 7414333 je 10,000 Fr. Nr. 385438 1597586 je 5000 Fr. Nr. 162370 868661 1102826 1165494 1446942 je 2000 Fr. — Su?z°Kanal 500 Fr.-Lose vom Jahre 1868. Ziehung am 15. Dezember 1899. Hauptpreise: Nr. 204542 ä 150,000 Fr. Nr. 200497 313594 je 25,000 Fr. Nr. 9147 72846 je 5000 Fr. Nr. 21991 31694 32107 56667 56368 56917 66972 948'5 97199 110338 119514 128188 129776 129688 143521 236417 250680 270640 287001 314813 je 2000 Fr. — Belgische Kommunal - Kredit 100 Ar.-Lose vom Jahre 1861. Ziehung am 15. Dezember 1899. Hauptpreise: Nr. 28741 ä 25,000 Fr Nr. 67142 ä 10,000 Fr. Nr. 53192 4000 Fr. Nr. 23500 60732 ä 2000 Fr. Nr. 17165 23419 28738 28745 53124 60729 67175 ä 1000 Fr. Nr. 10247 10265 17112 23385 50067 53164 53196 60743 67128 je 500 Fr Nr. 6948 6980 17132 23327 23337 23404 23407 23409 23417 23418 28728 28746 28749 50003 53122 53146 53152 60745 67119 ä 250 Fr. — Como-Lose. Ziehung am 17. Dezember 1899. Serie B. Nr. 134224 a 30,000 Fr. Nr. 38245 ä. 5000 Fr. Nr. 61571 81675 103830 146049 L 1000 Fr. Nr. 1974 2783 3674 21008 21946 36149 27745 28799 29979 32488 32657 33565 35542 38996 39488 42638 43558 52297 71706 74435 78922 80523 84869 93853 94168 95392 95785 96388 99616 102156 105558 106909 108514 109665 110809 118998 119171 119465 119926 121180 126744 129800 134034 135060 137276 138451 138590 142776 145965 149533 ä 100 Fr. — Alle übrigen gezogenen Nummern je 20 Fr. Tabak. — Mannheim, 19. Dezember. Im Laufe der Woche ruhte der Einkauf von neuen Tabaken infolge des eingetretenen Frostwetters vollständig und wäre nur zu wünschen, wenn die Tabake im Oberland und Neckarthale noch am Dache blieben, der Frost würde diesen qualitativ sehr zugute kommen. Diese Tabake würden von chrer zu kräftigen Qualität verlieren, denn diejenigen Orte des Neckarthales, die schon abgeliefert, lassen, was Qualität anbelangt, sehr zu wünschen übrig, sie sind nicht allein zu kräftig, sondern auch zu schwer. Die Gundiorte sind sämtlich bis auf Seckenheim ausverkauft. In der Rheinpfalz ruht das Geschäft noch vollständig und wird die Abhängung von den Händlern abgewartet Im alten Geschäft geht es sehr ruhig zu, wie alljährlich um diese Zeit, und sind auch sehr wenig Umsätze zu verzeichnen. Verkauft wurde eine Partie alter Oberländer Sandblatt zu 32 Mk m transit, außerdem einige Kleinigkeiten in Spitzen und Abfällen. Pfälzer Rippen geschäftslos, seine lose 9,50 bis 10 Mk., gebündelte 12 Mk. Kohlen. — Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung I und II Mk. 240 biä 245, Nußschmiedekohlen Mk. 215 bis 220, Deutsche Anthracit-NußkMen Mk. 300 bis 310, Englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 350 bis 355, Nuyr- Flammnuß Körnung I und II Mk. 240 bis 245, Ruhr-Flammnup- kohlen III Mk. 220 bis 225, Fettschrott Mk. 210 bis 215 Ruhr- Brechkoks Mk. 340 bis 350, Aussiebgries Mk. — bis —• ^UeS per 10 Tonnen ab hier. Die Schifffahrt ist wegen des Eisganges vollständig eingestellt, Zufuhren daher unmöglich. Die hiesigen Vorräte dürsten kaum noch auf 8 Tage ausreichen. Mehl. — Die kalte Witterung konnte im Verein mit festeren Berichten vom Ausland, speziell Argentinien, eine kleine Besserung am Mehlmarkte bedingen, sodaß rheinische Mühlen ihre Forderung für Weizenmehl aus Mk. 24.— Basis 0 erhöhten. Die zweite Hand, welche hauptsächlich in frevelhafter Weise den Markt drückte, ist infolge der Aufwärtsbewegung brach gelegt. Futterartikel sind wieder etwas begehrter, speziell Klere. ^^ei^rahlreichM. SlofoPbif(j5'Milut bir mj ZEK ^Sangen 15 den A Safe >E«M iVr21i/*; Deze®ber. Dezember 1201/ j ier alt. Dez. 0 850/ ?• per< 55/o,oo. per -^»0-23120 ni.i /,|9CO/o- ’Ä IK' loaPOM 4,181/, m^x* D1BkoDto'Kom“Mdit Wer. Fruchtmarlt gw 'iZen 13.00 M S1 «FSttt Me in den !y vorauszusehen war, haben ! bma,r t ,lne Entwickelung ge- Z machte, noch länger mit einm v'e ging mit hem Skonto auf . ,-W h°t sich die Leitung der aele Bmde auszuerlegm, nachdem ■ “7, M tzandün f h?ibm Maßregeln, non denen «, sondem ging gleich um ein t ße einen Satz, der seit Besteben iß; bisher war der Diskontosatz 'ung in erster Linie veranlaßt hat/ Konjunktur der Industrie, die eine erlich machte, wodurch beträchtliche üuch die Preissteigerung aller Roh- 1 Mapilatauimanb für handel und nindesten hat auch die allzu flotte Spannung der Kräfte der Speku- auf dem Geldmarkt zu verschärfen, n Südafrika hinzu, der nicht nur seich auch den Eoldstrom aus dem (Ohne Gewähr.) ladt Paris vom Jahrs 1865. i«;a!)!ung am 1. gtbtuat 1900. %t. A. 348114 k 50,000 %t. i 10,000 yt. %. 51 fr. Rr. 122160 211551 241435 >691 562024 592592 ä 2000 Fr. vom Jahre 1888 89. Ziehung e: Rr. 695540 i 500,000 Frks. 047650 7414333 je 10,000 Fr. M, 162370 868661 1102826 ist vom Jahre 1868. Ziehung (e. )ir. 204542 ä 150,000 Fr. Ri. 9147 72846 je 6000 Fr. 1368 56911 66912 948'5 97199 58 143521 236411 250680 2H640 1 ^50 8r- , lR9g Serie B. n 17. D-zemb-r » 615?1 38245qiaS36U 21008 21^6 9k. 1974 2783 3b 1 . 32651 3356a 33542 dö gj|68 78922 80523 109665 i 105558 tOA ^ggOO 134034 »776 145963 1495" 20 Fr- *2* .elanzt. $ie@unb^ \ag PanMlatt !ß 1ibniu"Ss^Anthrac^,'M- W'A, «5, w ß-Äfiff*’*** Äe richt^ itfi rxftn mit Städtischer Arbeitsnachweis Gießen (Bartenfhrafee L ««gebot der Arbeitnehmer r 1 Bäcker, 1 Maschinist (geprüfter Heizer), 1 Bauschreiner, 1 Kellner, 2 Schweizer, 1 Fuhrknecht, 2 Taglöhner, 1 Taglöhner für leichtere Beschäftigung, 2 Lauffrauen, 1 Putzfrau, 1 Klecdennacherin, 1 Kontorist für Buchhaltung und Korrespondenz. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Bäcker, 2 Bausch!öfter, eine Anzahl Maschinenschlosser, 3 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 3 Hausbürschchen, 1 jüngerer Kellner, 1 Dienftknecht im Alter von 17—18 Jahren für eine kleinere Oekonomie, 1 Lauffrau, 2 Dienstmädchen. Samafag den 23. Pfjtmbrr, nachmittags 2*/, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsaericht die den Erben der Balthasar Sack Ehe- Uuteu in Gießen gehörigen Immobilien Flur 1 Nr. 441/10 — 56 qm Hofraite in der Mühlgasse, Flur 1 Nr. 44a710 — 88 qm Hofraite daselbst freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 18. Dezember 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. I A.: Vogt. 8756 04534] Frische Milch bei Karl Euler, Hammftraße 5. Als votstglilhe MW« empfehle 8700 pr. Fl. 0. Gl. tzardener Woset.....60 Pfg. Hraacher „.....70 „ Settioger „.....80 „ Arauneöerger,,.....100 „ Laubenheimer Ahein ... 60 „ Oppenheimer „ .... 75 „ Niersteiner „ . . . . 100 „ Ätak. Aotweiu......60 „ Warca Atalia......90 „ Bei 10 Flaschen und bei Faßbezug Preisermäßigung. 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