Mst 7054- Sonntag den22 October 1S99 Rt. 249 Viertes Blatt ■4t Äe»n*w bfl >n «ebener wnkw Äit|eiyr 4rtf*et Gießener Anzeiger Hn*8*nrtto nierteliShrlich 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pf, mit vringerloh» 8ei Poftdezuß 2 Mark 50 Pf, »ierteltLtzrllch. ■■»•Nie ■n,ei,tn |o kr nachmittag fkr ke M|rta le, «fchttnenden Wummer Hl eene. 16 Nhr General-Anzeiger Nie anjei,en.«ennittlun,lteflen kf In» unk ÄuiUekt ■eknen An,ei,en für bett Gießener Anzeiger eetfey* Aints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. ■ebeftien, »xpebitton und Druckerei: XeflreK Ar. 7. [I.lll.l I »■■■!■ Ul I I..... . ■■■«■■■ . II.!. ...■■■.I — 1WM» Gratisdeüagrn: Gieße«rr FmniliendtStter, Der hessische Kmidmrt, KlStter für hessische UolKstum-e. Abreffe für Depeschen: >*|ti. «Halle <•« gS Vie, von Li besondere mit der Ausdehnung des deutschen Handels, mit dem Eintreten deutschen Gewerbefleißes in den Konkurrenzkampf auf dem Weltmärkte auch der Schutz umfangreicher werden mußte, welchen das Reich durch seine Marine dem deutschen Handel im Auslande zu gewähren verpflichtet ist Der Reichstag hat denn auch im Laufe der Jahre den' Marine-Etat beträchtlich erhöht, und noch vor zwei Jahrew wenn auch nach längerem Widerstreben, den diesbezüglichen Forderungen der Regierung fast ohne Einschränkung zugestimmt. Der Kaiser macht freilich der deutschen Volksvertretung den Vorwurf, daß sie mit der Bewilligung der Mittel für eine stärkere Marine zu lange gezögert habe und an den Folgen dieser Versäumnis die Schuld trage. Doch muß hierbei auch damit gerechnet werden, daß die deutsche Nation sich erst nach und nach in die ihr zugefalleneu Aufgaben hineinfinden und den Wert großer See- ftreitkräfte erst nach reiflicher Prüfung erkennen konnte. Den Hauptteil seiner Rede widmete der Kaiser aber unserem Parteiwesen. Er tadelt es, daß das deutsche Volk noch zu sehr seine Kräfte in fruchtlosen Parteiungen verzeht und darüber das richtige Verständnis verliert für große, weltbewegende Fragen. Dem Monarchen wird es (nicht unbekannt sein, daß das Parteiunwesen sich nicht allein auf das Deutsche Reich beschränkt, sondern ein Zeichen unserer Zeit ist und in allen Ländern dominiert. Bei uns ist eö noch nicht mal am schlimmsten bestellt, wenn es gilt, große nationale Fragen zu behandeln, dann finden sich doch immer die Parteien zusammen und behalten das eine Ziel im Auge, dem Vaterlande zu dienen. Das hat gerade die Behandlung der Flottenvorlage vor zwei Jahren gezeigt. Aber darum kann man dem Kaiser doch nicht Unrecht geben, da es ja genugsam bekannt ist, daß in vielen Fällen nicht die Nützlich- Feuilleton. Erkältung und Aaden. (Nachdruck verboten.) Die warme Jahreszeit ist zu Ende, die Nächte sind schon länger als die Tage, an ein regelmäßiges Einheizen mag man sich noch nicht gewöhnen, es ist „ungemütlich" im Hause, „ungemütlich" draußen; die vom Regen durchnäßte Erde trocknet nur langsam, widrige Winde, Regen und Nebel drücken der Witterung den Stempel der Frostigkeit auf; inan hat das Bedürfnis, sich wärmer zu kleiden: es ist die Zeit gekommen, in welcher sich die Menschen leichter „erkälten", als selbst bei starkem Frost. Die Furcht im Publikum vor Erkältung ist eine vollberechtigte, hat doch jedermann am eigenen Leibe oder seinen Angehörigen schon erfahren, daß das, was man gemeinhin als „Erkältung" nennt, nämlich den Ausbruch von Krank- heitserscheinungen nach plötzlicher Abkühlung des Körpers oder nur eines Körperteils, meist in Form leichterer, mitunter aber auch schwerer Entzündung innerer Organe auf- tintt, und daß wiederholte Erkältungskrankheiten, die nicht zm völliger Heilung kommen, den Grund zu dauerndem Siechtum legen können (man denke nur z. B. an chronischen Gelenkrheumatismus und die bei dazu dis- pwuierten Individuen auftretende Lungentuberkulose). E« hat sich deshalb wohl schon jeder die Frage vor- gelegt: Wie schütze ich mich und die mir anvertrauten keitsfrage sondern die Parteifrage entscheidet, daß die Partei über das Wohl des Ganzen gestellt wird. Leider ist kaum zu erwarten, daß hierin so bald eine Aenderung eintritt, denn bisher sind noch alle Rufe zur Sammlung vergeblich gewesen. Wir sind schon zufrieden, wenn im richtigen Augenblick, in großen nationalen Fragen die Liebe zum Vaterlande durchdringt und alle Parteien vereinigt. Der Wunsch des Kaisers, das Volk möge einheitlich und geschlossen hinter ihm stehen, ist edel und wohl verständlich, da die Aufgaben, welche sich der Monarch im Jntereffe des Vaterlandes gestellt, dann um so leichter zu lösen sind. Aber verwirklichen wird sich dieser Wunsch leider nicht ganz, da sich eben Erbfehler nicht beseitigen lassen. Eine Besserung der Verhältnisse ist freilich weniger unmöglich und sehr zu wünschen; denn noch harren des Deutschen Reichs eine Reihe von Aufgaben, bei deren Lösung der Parteigeist nicht mitwirken sollte, bei denen allein das Wohl des gemeinsamen Ganzen die Entscheidung diktieren dürfte.____________________________________________________________ Gerichtssaal. Gießen, 17. Oktober. In der Beleidigungssache der Inhaber der Firma R. u. C. zu Heuchelheim gegen den Fabrikanten K. zu Gießen hat die Strafkammer des hiesigen Landgerichts durch heute verkütldetes Urteil wiederholt auf Verwerfung der K.'schen Berufung erkannt, ober von der Verpflichtung, das ihn verurteilende Erkenntnis auf seine Kosten veröffentlichen zu lassen, den Angeklagten entbunden. Der Thatbestand des Prozesses ist von Interesse für weitere Kreise Der Angeklagte hatte in einem Circular an die Gießener Tabakfabrikanten mitgeteilt, daß die Kläger unter Bezahlung der an denselben zu leistenden Konventionalstrafe kontraktbrüchige Arbeiterinnen engagiert, oder, nachdem er sie aus die ihm gegenüber bestehende Verpflichtung aufmerksam gemacht habe, behalten hätten. Daran hat der Verfasser Bemerkungen geknüpft, welche die Privatkläger als Beleidigungen auffaßten und wegen welcher sie klagten. Am Schöffengericht und an der Strafkammer verurteilt, ergriff Herr K. Revision und hatte den Erfolg, daß die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das hiesige Landgericht zurückverwiesen wurde. Nun ist er wiederholt verurteilt worden. In der Verhandlung hat sich herausgestellt, daß die fraglichen zwei Arbeiterinnen in Wismar, ihrem Heimatsorte, 10 bis 12 Mk. pro Woche im Dienste der Kläger verdienen, während sie bei dem Angeklagten in Gießen nur 7 bis 8 Mk. in der gleichen Arbeitsperiode verdienen konnten. Der weite und beschwerliche W g und der geringe Verdienst bewogen die beiden Arbeiterinnen, lieber die Konventionalstrafe zu bezahlen, die auf ihren Kontraktbruch gesetzt war, als noch weiter in der K 'schen Fabrik zu arbeiten. Die klagende Seite vertrat in der Verhandlung den Standpunkt, daß die Arbeiterinnen durch Zahlung der Konventionalstrafe umsomehr frei geworden seien, als es unzulässig sei, die Arbeiter an ein Dienstverhältnis mit geringem Lohn zu fesseln und ihnen zu verwehren, andere, bessere Lohnverhältniffe aufzusuchen. Sie würden hierdurch in einer Weise gebunden, die den guten Sitten widerstreite; der Arbeitgeber, welcher Arbeiter, nachdem sie die anderweitig durch ihren Kontraktbruch verwirkte Strafe bezahlt hätten, in seine besseren Lohnverhältnisse aufnehme, handle dem Recht und der Moral gemäß. Von Seiten des Angeklagten wurde diese Auffassung lebhaft bestritten und geltend gemacht, dies sein nur „em sozialpolitisches Mäntelchen", das man der Begünstigung des Kontraktbruchs umhänge; es sei eine Lebensfrage für die Fabrikanten, daß ihnen nicht die Arbeiter durch höhere Löhne abgenommen würden. Dem Vernehmen nach wird der Verurteilte wiederholt Revision an das Oberlandesgericht verfolgen. | Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Meße«. Aufgebote. Oktober: 16. Heinrich Stein, Schneider dahier, mit Lina Schwalb Hierselbst. 17. Carl Schnettler, Oekonomie-Verwalter zu Schiffenberg mit Katharina Schäfer zu Harbach. 18. Karl Maid, Weißbinder zu Watzenborn, mit Katharina Sommer daselbst. 18. Karl Wilhelm Wacker, Schuhmachermeister dahier, mit Johannette Elise Marie Link zu Büdingen. 19 Karl August Kaufmann, Gärtner zu Büdingen, mit Philippine Leonore Margarethe Elisabet Karoline aeb Bob, Wwe. von Kaufmann Karl Wilhelm Brühl Hierselbst. 19 Wilhelm Schmidt, Taglöhner dahier, mit Johannette Weber zu Heuchelheim. 19. Christian Karl Spies, Sattler dahier, mit Emma Johanna Wanke Hierselbst. 19. Karl Richard Wendrich, Kaufmann zu Frankfurt a. M., mit Anna Katharina Henriette Käß Hierselbst. 19. Ernst Paul Scheibe, Buchdrucker dahier, mit Emilie Elisabet Bertha Louise Georgine Heck Hierselbst. 20. Georg Valentin Faust, Hilfsbremser dahier, mit Anna Margaretha Schäfer zu Steinbach. 20. Konrad Emil Marx, Hilfsheizer dahier mit.Elisabet Fink zu Staufenberg. Eheschließungen. Oktober: 14. Dr. Heinrich Pitz, Realgymnasiallehrer dahier, mit Katharina Johanna Fresenius Hierselbst. 14. Wilhelm Haupt, Spengler dahier, mit Margaretha Maria Magdalena Schlaudraff Hierselbst. 14. Philipp Heinrich Müller, Maurer dahier, mit Julianne Kümmel Hierselbst. Geborene. Oktober: 12. Dem Instituts-Diener Johann Niepoth ein Sohn, Johann. 12. Dem Hausburschen Jakob Siegel ein Sohn. 13. Dem Forstwart Peter Arft eine Tochter. 13. Dem Kaufmann August Sttebe- ling ein Sohn. 13. Dem Lokomotivheizer Georg Hartmann ein Sohn. 15. Dem Dachdecker Heinrich Rau eine Tochter. Gestorbene. Oktober: 13. Johann Jost Dönges, 54 Jahre alt, Schutzmann dahier. 14. Robert Schultheis, 28 Jahre alt, Kaufmann dahier. 14. Heinrich Mohr, 8 Jahre alt, Sohn von Taglöhner Jakob Mohr zu Gambach. 14. Katharina Becker, 2 Monate alt, Tochter von Schmied Heinrich Becker dahier. 15. Katharina Weigel, 4'/ Jahre alt, Tochter von Landwirt Heinrich Weigel zu Garbenteich. 15. Wilhelm Müller, 12'/, Stunden alt, Sohn von Korpsdiener Wilhelm Müller hierselbst. 15. Friedrich Make, 20 Jahre alt, Hausbursche hierselbst 15. Friedrich Konrad Schäfer, 7 Monate alt, Sohn von Molkereigehilfen Karl Schäfer hier- selbst. 15. Heinrich Wörner IV., 50 Jahre alt, Landwirt von Oberrosbach. 16 Marie Fey, geb. Abche, 69 Jahre alt, Waschfrau, Wwe. von Leineweber Martin Fey, zu Ober Eschbach. 17. Andreas Stoll, 49 Jahre alt, Ofenputzer dahier. 17. Elise Zimmermann, 9 Monate alt, Tochter von Schauspieler Jean Zimmermann zu Unter-Schmitten 17. Bertha Fey, geb. Schwing, 431/* Jahre alt, Ehefrau von Landwirt Heinrich Fey zu Burggemünden. 17. Johannes Weimar, 1 Jahr alt, Sohn von Heinrich Weimar zu Hermannstein. Briefkasten. Herr W. hier, Bahnhofstraße. Die Gesamtfläche des hiesigen Exerzierplatzes (Trieb) beträgt 524,? 75 qm ober rund 52 Hektaren. Die mittlere hintere Breite besitzt 660, die mittlere vordere Breite 180 Meter. Damit kann auch die früher einmal aufgeworfene Frage, ob das ganze deutsche Heer aufgestellt werden könnte, bejaht werden. Rechnet man auf den Quadratmeter 3 Mann, b. h zu Fuß, so würben 1,573,125 Mann Platz finben, also einschließlich bet Offiziere immer noch eine Million Mann m-hr, als bie jeweilige Friebensstätke bes Heeres (ca. 570,000 Mann) beträgt. Familienglieder vor Erkältung und damit vor schwerer Krankheit? Zum besseren Verständnis der hier in Frage kommenden physiologischen Verhältnisse sei nur in groben Zügen an eine Funktion desjenigen Organs erinnert, welches bei Er kältung zunächst betroffen wird, nämlich an die Thätigkeit unserer Haut. Einwirkung von Kälte auf die Haut und gewisse seelische Erregungen, z. B. Schreck, haben auf dem Wege der empfindenden, durch das Zentralorgan nach den die Weite der Blutgefäße regulierenden Nerven eine Zusammenziehung der Blutgefäße, Blutleere, Blässe der Haut und Zurückstauung des Blutes nach den inneren Organen zur Folge; auf Wärmezufuhr und andere Reizungen, z. B. Schamgefühl, Zorn, tritt vermehrter Blutzufluß, Röte der Haut ein und damit Entlastung der inneren Organe, speziell des Herzens und der Lungen. Blutfülle der Haut erscheint ferner zum Zweck der Wärmeabgabe, wenn im Körper überflüssige Wärme produziert wird, so nach reichlicher Mahlzeit, Alkoholgenuß usw. Die Blutleere der Haut nach Kältewirkung hat nun die Eigentümlichkeit, daß sie bei einem gesunden Menschen nur von ganz kurzer Dauer ist; es tritt nämlich sehr rasch eine Gegenreaktion ein, ein vermehrter Blutzufluß zu den Hautgefäßen; die Haut wird rot, die Brusteingeweide werden von der Blutmasse erleichtert. Daher rührt beim Beginn eines kühlen Bades die momentane Beengung der Brust, das erschwerte Athmen neben Frostgefühl, um alsbald einer Erleichterung des Athemholens, einem freien, wohligen Gefühl der Erwärmung, dem Drang nach Bewegung im Wasser Platz zu machen. Unterstützt wird diese, einer Pulsation der Haut vergleichbare wechselnde Blutfülle unserer äußeren Bedeckung durch Muskelbewegungen, insbesondere beim Schwimmen, durch in ihrer Temperatur wechselnde Brausen und Douchen, durch Reiben und Massieren des Körpers. Es sei ferner noch erwähnt, daß der Zufluß gesunden, Sauerstoff haltigen Blutes zu Organen, welche durch die giftigen Absonderungen der krank machenden Spaltpilze (Bakterien) leiden, diese Gifte unschädlich zu machen im stände ist, und daß die Heilerfolge reizender oder hydro- pathischer Umschläge auf die Haut, sowie die in der Neuzeit als Heilmittel benützte künstliche Blutstauung wohl zum großen Teil auf der reichlichen Durchblutung der Organe beruhen. Nach diesen Bemerkungen über eine der verschiedenen Funktionen unserer Haut, wäre die Frage zu erörtern: Warum „erkälket" sich der eine Mensch bei der geringsten Zugluft, der andere fast nie, auch wenn er sich bedeutenden Schädlichkeiten der wechselnden Witterung auSsetzt; und auf welche Weise ist es möglich, „Erkältung" zu vermeiden? Die Antwort ist jedermann geläufig: Der abgehärtete Mensch erkältet sich nicht, man vermeidet Erkältungs-Krankheiten durch Abhärtung seiner Haut. Unter Abhärtung ist nun nicht etwa zu verstehen eine Verhärtung oder Verdickung der obersten Hautschicht, sondern wir müffen uns die Sache so vorstellen, daß ein abgehärteter Mensch auf die auf seine Oberfläche einwirkenden, wechselnden Temperatur- und Feuchtigkeitsmomente prompter und energischer reagiert mit Füllung beziehungsweise Ent- leerung seiner HautgefLße von Blut, dem Gegenmittel gegen krankmacheude Bakterien und dem wichtigsten Wärme-Rrgu- lierungsapparate unseres Körpers. Im Gegensatz hierzu bekommt ein blasser, verweichlichter Stubenhocker auch bei strenger Kälte keine rote Wangen, er wird sich leicht „erkälten", sein regulatorischer Hautapparat ist gelähmt. Es handelt sich bei der Abhärtung also um eine förmliche Trainierung der Gefäße, Nerven und feinen Muskeln der Haut, um die Uebung der Fähigkeit, unsere Oberfläche in langsam abwechselnden Wellen gleichsam Pulsieren zu lasten. Wenn wir wissen, daß ruhende Muskeln und Nerveu entarten, unthätig werden, so ergiebt sich von selbst, daß Ueben der Organe, hier planmäßiges Trainieren, die Bedingungen erfüllt für die sog. Abhärtung unseres Körpers. Die Mittel zur Abhärtung sind gleichfalls bekannt, sie werden aber noch nicht genügend gewürdigt und angewandt: Bewegung in freier Luft, Spiele, Rudern, Schlittschuhlaufen, vernünftiges Radeln, Fechten, Turnen, in erster Linie aber Baden und Schwimmen. Nicht eindringlich genug kann — zumal im Winter — auf das regelmäßige Nehmen kühler Bäder (16°—18e) als unser vornehmstes Abhärtungsmittel für beide Geschlechter hingewiesen werden. Ein gesunder Mensch, der den Stürmen des Lebens trotzen soll, wird durch Abhärtung des Körpers, die ihn vor Krankheit und Schwäche schützt, erzogen; das wußten unsere Altoorderen und die Völker des klassischen Altertums bereits, und sie lebten und handelten danach. Nach eintretender Verweichlichung gingen die Völker zu Grunde, unterdrückt von dem Stärkeren. Seit einigen Jahren ist ein erfreulicher Zug auch in Deutschland zu beobachten (England ist uns in dieser Richtung voraus), daß man dem regelmäßigen Baden und Schwimmen seine Aufmerksamkeit von Neuem wieder zuwendet und hervorhebt, daß es ebenso wichtig ist für das männliche wie das weibliche Geschlecht; denn auf des letzteren Gesundheit und Widerstandskraft beruht die Hostnung auf gefunden, kräftigen Nachwuchs. Der Satz des um das Badewesen in Deutschland so hochverdienten Profestor Dr. Laffar: „Jedem Deutschen gehört wöchentlich mindestens ein Bad", kann füglich dahin erweitert werden, daß jeder Mensch in der Woche 2 bis 3 Bäder nehmen sollte, wenn ihm Gelegenheit dazu gegeben ist. Wenn nun die Munificenz der Verwaltung und zahlreicher Bürger unserer Stadt uns aus reinem Interesse an dem öffentlichen Wohle ein Mittel an die Hand gegeben hat, unsere Gesundheit zu stählen, dann greifet zu! Benützet fleißig das Dolksbad auch im Winter! Schicket hin eure Töchter und Söhne zum Schwimmen! Das Bad bietet allen Anforderungen in jeder Richtung Genüge. lieber die anderen Vorteile des Badens für den menschlichen Körper, die Abwehr ansteckender Krankheiten, die Vor< teile der Reinhaltung der Haut und die Erziehung zur Reinlichkeit, die Anregung der Eßlust, die Förderung der Ausscheidung verbrauchter Stoffe aus dem Körper, die Entlüftung und Stärkung der Lungen beziehungsweise des Herzens, die Auffrischung der Geistesthätigkeit u. f. w., über die Anwendung und Anzeige der verschiedenen Bädersorten vielleicht ein andermal; nur seien noch einige der gewöhnlich vernommenen Ausreden und Entschuldigungen widerlegt, die der nicht Badende vorbringt: „Er hat keine Zeit." Jeder kann 1—2 mal in der Woche 1 Stunde finden, er muß sie finden, die er dem Bade widmet, er wird nachher, neu erfrischt, das Doppelte leisten. „Es kostet Geld!" Der Vorteil des Badens für Gesundheit und Leben ist überhaupt nach GeldeSwert nicht zu schätzen; auch der Bedürftigste kann 10 Pfg. erübrigen für ein Bad für sich oder seine Angehörigen, wenn er will; das Geld ist besser angelegt als im Wirtshause. „Ich erkälte mich im Bad, besonders im Winter", sagt ein Dritter. Natürlich erkältet sich der verweichlichte Mensch leicht im ersten Bade, vielleicht auch beim zweiten und dritten; nach dem fünften und sechsten wird er geschützt sein gegen Schnupfen und Katarrhe. Gewiße Maßregeln sind beim Baden natürlich zu beachten, von welchen nur einige genannt seien: Man bade nicht direkt nach reichlicher Mahlzeit, die Lufttemperatar des Baderaumes (in den Zellen) betrage nicht mehr als 18° R.; nach dem warmen Bade, das für ältere und schwächliche Personen geeignet ist, ist eine kühle, nach dem Schwimmbade eine kalte, ganz kurz dauernde Ueberbrausung des Körpers vorzunehmen und hierauf sofort beim Abtrocknen die Haut kräftig zu reiben; nach kurzer Ruhe im Warte- raume, besonders bei schlechtem Wetter, gehe man in lebhaftem Schritt nach Hause. Damit der Geist frisch sei, muß der Körper gesund sein: zur Erhaltung und Festigung der Gesundheit steht uns im Winter und Sommer nichts Befferes zur Verfügung als regelmäßiges Benützen der Bäder. K. A. Cs loljnt sich mchch, Achtungsvoll A. Springmann 7522 Krofdorferstratze 12 NB. Besuch der Anstalt gern gestattet. 7523 +K 6748 6686 M BisriiliiillMkiii'ii 7516 (eiserne) Riegclpfad 2t zu vermieten Börse vom 20. Oktober 1899. Frankfurter Pro,«ni llng. Dold-Rente zu vermieten. 7494 bto. unk. b. 1907 101.10 Deutsche »rdsch.B. unk. b. 1904 101.00 vermieten. I. Weinert. «rldsortenr •t» 228 00 Neuerr-Bäue 2. mieten. Darrest. Bk.-Nctien Verantwortlicher Redakteur: H. Kocgler. — Druck und Berlag der Brüht'schen UniversitätS-Buch- und Sleindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Vermietungen Frankftr. Hyp. Bk unk. b. 1906 95 t0 Frkf. Hyv. Lred. V. unk. b. 1906 95 2u Brief 16.19 20.43 4.20 4 4 4 3 3 •Hb 16.15 20.39 4.16 4 3 6 4 98 06 88 90 96.15 s oo.t o 000.00 98 7Ö 96 90 25 00 42 80 39 40 100.00 00.00 100.50 100.30 100.75 98.95 8 © h 8 81/, 4 4 8' , 81/, 4 Proccnl 4*/» Oesterr. Silberrente AAeudeourser 000.00 l Oesterr. Eredtt'Actien Schonung der Wäsche Rasenbleiche. Stadl Darmstadt r>. 189< Stadt WorrnS unk. b. 1901 Mexicaner amort. S. I-HI Dtonopol-Gnecken von 1887 Eisend. Rentenb. DM. BuderuS Obi. Hambrgr.Hyp Bk. unk. b. 1905 Preuß. Hyp. A. Bkunk. b. 1900 Pomm. 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