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Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener FamiiienlUätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde.______________ Bezugspreis vieriellährl'ch 2 Ma>t 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. nut Brmgerlohn. Bei Postbezug 2 Mart 50 Pfg. vierteljährlich. Am 7. November 1899. 1. Appell vormittags 9 Uhr: Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, sowie sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Beterinärpersonal, Büchsenmachergehilfen, Oekonemiehandwerker, Marinemannschaften und alle übrigen im Reserve-Verhältnis stehenden Mannschaften. 2. Appell nachmittags 2 Uhr: für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großenlinden, Langgöns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. B. Zu Lollar am 8. November 1899, vormittags 8 Uhr 45 Minuten, an dem Bahnhof für die Bewohner von Allendorf a. d. Lumda, Altenbuseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubrinqen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck. C. Zu Grünberg a« 9. November 1899, vormittags 9 Uhr 15 Minuten, am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauischen Papiermühle, Lauter mit der Artztmühle, Bingmühle, Georgen- hammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß und Klein), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Detts- berg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod. D. Zu Hungen am 10. November 1899, vormittags 9 Uhr 80 Minuten, au der Post für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Gill, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Stein- heim, Trais-Horloff, Utphe, Billingen. E. Zu Lich am io, November 1899, nachmittags 8 Uhr, in der Amts- gerichtsstraße für die Bewohner von Albach, Birklar, Dors- Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) em- zureichen und müffen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sei», werden aber nur im dringendsten Notfälle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher weg- zulegen.^ gÄifitär^fl^jere (Patz- und Führungszeugnis) müssen zur Stelle sein. Volitische Wochenschau. ♦ Gießen, den 21. Oktober. Die Rede des Kaisers in Hamburg bildet den Gegenstand lebhafter Erörterung in der Presse; sie wird als ein Appell des Monarchen an das Volk aufgefaßt, dem Parteiwesen den Boden zu entziehen, damit künftig zuerst dem großen Ganzen, dem Vaterlande, sein Recht werde und dann erst die Rücksicht auf die Partei zu Worte komme. Wir haben die kaiserliche Ansprache bereits ausführlich erörtert, so daß wir sie hier nur registrierend zu erwähnen brauchen. In Hamburg war es auch, wo der Kaiser auf die Samoa-Angelegenheit zu sprechen kam, welche jetzt wieder in die Erscheinung getreten ist. Aus den vom Staatssekretär Grafen v Bülow im Kolonialrat über denselben Gegenstand abgegebenen Erklärungen lassen sich die Pläne der Regierung nicht ersehen. Die endgiltige Regelung der Frage hat ja auch ihre Schwierigkeiten, so daß die Hinausschiebung der Lösung begreiflich erscheint. Wir vertrauen darauf, daß die politischen und kommerziellen Interessen Deutschlands nach jeder Richtung hin gewahrt werden. Vom Kriegsschauplätze in Südafrika treffe» die Nachrichten nur spärlich ein. Vorläufig müssen sich die Engländer auf die Defensive beschränken, da die Verstärkungen erst in einiger Zeit einlaufen können. Interessant sind die Verhandlungen des englischen Parlaments, wo sich der ehrenwerte Mr. Chamberlain gegenüber den Angriffen der Opposition weiß zu waschen sucht und alle Schulwegen der Zuspitzung der Dinge auf das Ultimatum Transvaals schiebt. Daß dieses Ultimatum eine Notwendigkeit war, wollte die Transvaalregierung nicht geduldig warten, bis England seine Kriegsvorbereitungen so weit getroffen hatte, um die Buren in aller Gemütsruhe verspeisen zu können, darüber schweigt Herr Chamberlain. Er hat em recht dickes Fell, sonst wäre er schon vor zwei Jahren gelegentlich der Untersuchung des Parlamentsausschusses über die Jamesonaffaire von der Bildfläche verschwunden. Irgendwelche Komplikationen hat der Krieg in Südafrika bisher nicht gezeitigt, alle Meldungen von einem Bündnis mehrerer Mächte gegen England gehören in das Reich der Fabel. Zu den Ländern, in denen das Parlament zusammengetreten ist, gehört Oesterreich. Es ist fast eine Unmöglichkeit, eine solche gemischte Gesellschaft, wie Slovene», Kroaten, Czechen, Polen u. s. w. mit den Deutsche unter einen Hut zu bringen, und gar groß ist das Geschrei her erstgenannten Völkerschaften, seitdem die Wiener Regierung sich endlich ermannt hat, die Badeni'schen Sprachenverott'- nungen kurzer Hand aufzuheben. Lang entbehrte liebliche Worte, wie „Räuber", „Betrüger", „Schufte", hallen wider von den Wänden des Sitzungssaales, und wenn man vom Bekanntmachung. Bett.: Maul- und Klauenseuche. Da die Maul- und Klauenseuche im Kreise noch immer stark verbreitet ist und in Lang-Göns selbst herrscht, muß der Viehmarkt am 31. Oktober in Lang-Göns verboten werden. , m ~ , Ebenso muß wegen der starken Verbreitung der Seuche it der Umgebung von Hungen der dortige Biehmarkt am 1. November d. I. verboten werden. Gießen, den 20. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen, v. Bechtolds zwar: 1. Appell vormittags 9 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren1892, 1893 und 1894 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1895, 1896, 1897, 1898 und 1899 eingetreten find. Erscheint täglich »it Ausnahme des MonkagS. Die Gießener Mamltleavlälter werden dem Anzeiger »vchenUich viermal beigefegt. 3. Diejenigen der Landwehr 1. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbst - Kontrollversammlung zugegangen ist. Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbst-Kontroll. Versammlung nicht zu erscheinen. . Nachstehend ist angegeben wo und zu welcher Zett die Kontrollpflichtigen anzutreten haben. A. Zu Gießen am 6. November 1899, in OSwaldSgarten, für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche Nachdem die Maul- und Klauenseuche in heim erloschen und die angeordnete Desinfektion ist, wird die Sperre der Gemarkung und der Gehöfte wieder aufgehoben. Gießen, den 21. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold._________ Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Ruhlkirchen (Kreis Alsfeld) festgestellt worden ist, ist die Gemarkungssperre und über die verseuchten Hofraiten Gehöftesperre verfügt worden. r , Wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Lehnheim (Kreis Alsfeld) ist die Gemarkungssperre angeordnet worden. Nachdem unter dem Rindvieh zu Wetter seid, Stornfels und Einartshausen (Kreis Schotten) die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, ist über die verseuchten Gemarkungen die Sperre angeordnet worden. _, . Nachdem unter dem Rindvieh und den Schafen zu Götzen (Kreis Schotten) die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, ist über die verseuchte Gemarkung die Sperre angeordnet worden. Unter dem Rmdviehbestande des Gutsbefitzers H.Bingel -» Erbenhausen (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Ortssperre angeordnet worden. In den Gemeinden Greifenstein, Ebersgöns und Oberkleen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und find die Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Gießen, den 19. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold.______________ Bekanntmachung. Der für den 24. ds. MIS. vorgesehene Vi'hmarlkt r« Schotten ist wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in mehreren um Schotten gelegenen Orten verboten worden. Gießen, den 20. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold.__ Gießener Anzeiger AA* /V I A AA /A Alle Anzeigen-BermiitlungSstellen dkS In- und Auslandes 1^11 l ll I ■ I I Ar I I I V I nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Gießen, den 20. Oktober 1899. Betr.: Herbst-Konttollversammlungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen eB tzie «rotzh. Bürgermeistereien M «reifes. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Herbst > K-ntrollvers-mml««,-» im »reise Ei-Hell haben zu erscheinen alle zum tz-urtm-Ide-mt Ließe« gehörigen: „ m , 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve. (Kleiner Dienstanzug: Mütze, ®Qffc?yDWW^e, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot). 2. Reservisten, sowie die zur Dispofition der Truppenteile und der Ersatzbehörden Entlaffenen aller Waffen. Steckbrief. Der unten näher bezeichnete Rekrut Johann Georg Dönges des Landwehrbezirks Gießen hat sich der Gestellung entzogen. Sämtliche Zivil- und Militärbehörden werden dienstergebenst ersucht, gefälligst auf denselben ein wachsames Auge zu haben, ihn im Ergreisungsfalle zu arretieren und an die nächste Militärbehörde abliefern zu lassen. Signalement. 1. Name: Johann Georg Dönges. 2. Geburtsort: Watzenborn. 3. Kreis: Gießen. 4. Ge- joren: 2. September 1876. 5. Größe: 1 Mtr. 62,5 Cim. 6. Religion: Evangelisch. 7. Stand ober Gewerbe: Tag- löhner. Gießen, den 18. Oktober 1899. Detring, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. Gesunde«: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Fahrrad, 2 Taschentücher, 1 Umhang, 1 Handschuh, 1 Haarpfeil, 1 Trauring, 1 Kamm, 1 Paar Strümpfe, 1 Hammer, 1 Messingkrahnen, 1 lederner Geldbeutel und 1 Oelbehälter und Brenner einer Fahrradlaterne. Gießen, den 21. Oktober 1899. Großherzogliches Polizeiamt. Muhl. Anfang auf das Ende schließen darf, so muß man annehmen, daß etwas Ersprießliches aus den Verhandlungen kaum hervorgehen wird. Ueberdies treiben die Czechen zu Hause wieder Rebellion, und ist nicht ausgeschlossen, daß die Negierung über die größeren Städte Böhmens neuerdings das Standrecht verhängen muß. Wahrlich trübe Aussichten! In den meisten Staaten steht die Einberufung der Parlamente erst noch bevor, sodaß dort die politische Saison noch nicht angebrochen ist und noch verhältnismäßige Ruhe herrscht. So auch in Frankreich, wo der russische Minister des Aeußern, Graf Murawjew länger weilt, als es für die Seelenruhe sensationslüsterner Korrespondenten gut ist. Daß der Graf in seinen Gesprächen mit den französischen Staatsmännern die Politik berührt hat, wollen wir gerne zugeben, daß aber gleich von dem Abschluß von Verträgen die Rede gewesen ist, welche das europäische Gleichgewicht zu beeinflussen im stände sind, glauben wir nicht. z-KÄes Ml- KrsvinMes. Gießen, den 20. Oktober 1899. •* Das Ergebnis der Landwirtschaftlichen Ausstellung zu Frankfurt a. M. DaS rechnerische Ergebnis der 1899er Ausstellung der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft liegt nun vor. Die Einnahmen haben den Voranschlag um Mk. 14,000 überschritten, die Ausgaben um Mk. 23,000. Die Höhe der vorgesehenen Eintrittsgelder wurde vollständig erreicht, sogar überschritten. Der Platz machte aber auch erheblich größere Aufwendungen für Pacht und Herrichtung nötig. Die Wanderversammlung erforderte einen Aufwand von Mk. 6000. Der Fehlbetrag der Ausstellung stellt sich einschließlich des von vornherein in Rechnung gestellten Zuschusses von Mk. 50,000 auf Mk. 58,700. ** Vom Feldberg. Die Vorarbeiten für den Bau einer Zahnradbahn auf den Feldberg von Königstein aus sollen noch vor Eintritt des Winters in Angriff genommen werden. ** Die Wirthe werden vor einem Schwindler gewarnt, der mit einem photographischen Apparat umherreift und sich als Vertreter einer Stuttgarter Verlagsfirma ausgibt. Unter dem Vorgeben, Ansichtspostkarten für die betreffenden Wirtschaften zu liefern, macht er scheinbar Aufnahmen von Haus, Hof, Garten u. s. w. und läßt sich dann von dem Wirte 8—10 Mark Vorschuß geben. Zur größten Enttäuschung der Geprellten treffen jedoch die bestellten Karten niemals ein. Derselbe junge Mann verkauft nach einer andern Meldung auch an Privatpersonen Cognac, der sich nachher als gemeiner Fusel entpuppt. ** Belohnung für Ergreifung eines flüchtigen Geldbrief, tragers. Die Ergreifung des nach Unterschlagung von Postkassengeldern im Gesamtbeträge von mehr als 13000 Mark seit dem 10. September flüchtigen Briefträgers Hugo Schwarz aus Berlin ist trotz aller Bemühungen immer noch nicht gelungen, lieber die von Schwarz eingeschlagene Fluchtrichtung fehlt jede Spur. Da auch die Polizeibehörden an der Grenze und in den deutschen und ausländischen Hafenorten bisher vergebens auf Schwarz gefahndet haben, so erscheint die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Genannte sich noch in Deutschland, vielleicht an einem kleinen Orte unter bescheidenen Verhältnissen aufhält. Auf die Ergreifung des ungetreuen Unterbeamten ist, wie wir hören, seitens der Postverwaltung eine Belohnung von 750 Mark ausgesetzt worden. Homberg, 20. Oktober. Die Frau des Schäfers F. in dem nahen Mühlhausen hatte auf dem Scheunenboden zu thun; da schlug der Wind die im Scheunenthor befindliche kleinere Eingangsthüre zu, wodurch es in der Scheune dunkel wurde. In der Absicht, die Thür wieder zu öffnen, wollte die Frau von dem Boden an einer Leiter hinuntersteigen ; in der Dunkelheit aber trat sie vorbei und stürzte aus beträchtlicher Höhe hinunter in die Tenne. Die Bedauernswerte erhielt schwere innere und äußere Verletzungen, denen sie am nächsten Tage erlegen ist. nn. Darmstadt, 20. Oktober. Auswärtige Zeitungen (auch wir) brachten vor einigen Tagen die stark angezweifelte Nachricht, daß der frühere Studierende der Technischen Hochschule zu Darmstadt Heinrich Kopf aus Frankfurt a. M., welcher am 22. Juni d. I. von der hiesigen Strafkammer wegen Mißhandlung zweier Kaufleute zu 8 Monat und 2 Wochen Gefängnis verurteilt und wovon ihm 4 Monat, 2 Wochen durch Untersuchungshaft verbüßt, angerechnet wurden, von Se. Königlichen Hoheit dem Großherzog begnadigt worden. Diese Thatsache steht wohl richtig, es ist aber diese Sache dahin zu ergänzen, daß sowohl der verletzte Kaufmann, der bei der Affaire ein Auge eingebüßt hat, sowie Student Kopf an Seine Kgl. Hoheit den Großherzog, gemeinsam ein Gnadengesuch um Erlaß der Reststrafe richteten und daß die Bewilligung desselben von der Zulassung einer hohen Geldbuße an den Verletzten abhängig gemacht wurde. Diese Buße war auf die Summe von 6000 Mark und Tragung sämtlicher Kurkosten festgesetzt und erst nach vollständiger Regelung dieser Angelegenhett soll Se. Kgl. Hoheit der Großherzog, der Begnadigung des Studenten Kopf zugestimmt haben. Damit war auch der Wegfall der sonstigen Folgen aus dem für beide Teile so bedauernswerten Vorfall inbegriffen und Kopf konnte zur Ableistung seiner einjährigen Dienstzeit in ein Ulanenregiment zu Hannover eintreten. Die vom Senat der Technischen Hochschule gegen Kopf ausgesprochene Relegation bis 1900 ist jedoch noch nicht aufgehoben worden. nn. Darmstadt, 20. Oktober. DaS neue Offizier- Kasino des 2. Großh. Hessischen Leib-Dragoner-Regiments Nr. 24, dessen Inhaber bekanntlich der russische Kaiser ist. und welches in der neuen Dragoner-Kaserne am Exerzierplatz aufs feinste ausgestattet wurde, wird heute abend 7 Uhr eingeweiht und haben der Zar sowohl wie S. K. Hoheit der Großherzog den an sie ergangenen Einladungen zur Teilnahme an den Feierlichkeiten ihre Zusage erteilt. Die hohen Herrschaften werden heute mittag kurz nach 2 Uhr hier eintreffen, im Neuen Palais absteigen und sich später von da aus zu der Feier begeben. Die Abfahrt erfolgt heute abend wieder nach 9 Uhr. — Wie wir vernehmen, hat u. a. Se. Majestät der Kaiser als Geschenk zu der Ausstattung des Kasinos dem Offizierkorps sein Porträt in Lebensgröße gewidmet. nn. Darmstadt, 20. Oktober. Heute vormittag finden noch in der Gemarkung Isenburg in der Nähe des Forsthauses Koberstadt unter Leitung des Herrn Hofrat Kofler Ausgrabungen statt, an welchen sich die hohen Herrschaften meist persönlich sehr lebhaft beteiligen. nn. Darmstadt, 20. Oktober. Daß die russischen und hessischen Herrschaften auf und um Schloß Wolfsgarten, sowie bei ihren kleinen Reisen in die Nachbarschaft ungestört und ungeniert sein wollen, ist hinreichend bekannt, doch erzählt man sich als weiteren Beweis hierfür noch folgendes Geschichtchen. Eines Tages bei einer Fahrt mittelst Sonderzuges nach Darmstadt bemerkten die hohen Herrschaften auf dem Bahnhof in Egelsbach eine Anzahl Zuschauer; als Se. Königl. Hoheit der Großherzog dem begleitenden Adjutanten von Grancy gegenüber hierüber sein Erstaunen ausdrückte, erklärte dieser: Hoheit, das sind ja „Geheimschutzleute!" Der Großherzog soll gelächelt haben, aber die weitere Folge davon ist, daß seit dieser Zeit weniger Sonderzüge gefahren werden und die Herrschaften meist fahrplanmäßige Personen- oder Schnellzüge benützen, welche letztere nach Bedarf hallen müssen. Dieser Tage kam es sogar vor, daß die Fürsten in einen fahrplanmäßigen von Frankfurt kommenden Personenzug in ein Koupee 1. Klasse einstiegen, hinter welchem direkt zwei Wagen lärmender und singender Rekruten auf dem Transport, und zum Schluß ein Viehwagen hingen. — Am Samstag wurde in der Nähe von Wolfsgarten wieder ein Russisch-Pole durch einen Geheimpolizisten verhaftet, der teils russisch, teils deutsch sprechend zu dem Zaren wollte. Es stellte sich jedoch heraus, daß es nur ein harmloser russischer Unterthan war, der ein gutes Almosen in Wolfsgarten zu erhalten hoffte. — Der König von Griechenland ist gestern mittag 4 Uhr wieder abgereist, während die Königin von Griechenland ihren Besuch erst heute beenden wird. nn. Darmstadt, 20. Oktober. In Fachkreisen wird sehr auffallend bemerkt, daß die Ausführung der elektrischen Arbeiten in dem Barackenbau trotz tüchtiger leistungsfähiger hiesiger Firmen wieder an eine Frankfurter Firma übertragen wurde. Mainz, 20. Oktober. In der gestern abgehaltenen Vorstandssitzung des „M. I. und Schr. V." wurde die Verteilung der Aemter innerhalb des Vorstandes vorgenommen. Herr Redakteur Ludwig wurde zum geschäftsführenden Vorsitzenden und Sekretär, Herr A. Schipf er zum Kassierer und Herr Redakteur Köpgen (Mainzer Journal) zum Verwalter der Unterstützungskasse gewählt. — Wie die Großh. Handelskammer hier mitteilt, ist dieselbe von der Kaiser!. Ober-Postdirektion Darmstadt benachrichtigt worden, daß der Sprech verkehr zwischen Mainz mit Kastel und Elberfeld (nebst Barmen, Langenberg (Rhld.) und Neviges), Essen (Ruhr) und Oberhausen am 15. Oktober eröffnet worden ist. Mainz, 19. Oktober. Zwischen der Stadt Mainz und der Königl. Konservenfabrik besteht seit der Errichtung des neuen Schlacht- und Viehhofes eine Meinungsverschiedenheit, weil die Konservenfabrik sich weigert, das von derselben alljährlich benötigte Vieh, welches mehrere tausend Stück beträgt, auf dem städtischen Schlacht- und Viehhos schlachten zu lassen. Die Stadt Mainz hingegen behauptet, daß die Konservenfabrik verpflichtet sei, das städtische Schlachthaus für ihre Schlachtungen zu benützen. Das von der Stadtverordneten Versammlung ausgearbeitete Reglement für den Schlacht- und Viehhof ist auf Wunsch der Stadtverordneten-Versammlung nur ein provisorisches, dessen Dauer mit dem 1. April 1900 erlischt, da man vor der Schaffung eines definitiven Reglements die nötigen Er- fahrungen sammeln wollte. Die Verwaltung der Königl. Konservenfabrik hat sich nunmehr an das Großh. Ministerium des Innern in Darmstadt gewendet mit dem Ersuchen, daß bei der Festsetzung der neuen, definitiven Bestimmungen über den Schlacht- und Viehhof zu Mainz ausdrücklich bemerkt werden möge, daß die Königl. Konservenfabrik nicht verpflichtet werden könne, ihre Schlachtungen auch auf dem Mainzer Schlacht- und Viehhof betätigen zu müssen. Die Verwaltung der Königl. Konservenfabrik hat in ihrer Eingabe bei dem Großh. Ministerium sich auf den § 23 der Gewerbeordnung gestützt, und beansprucht, daß die darin enthaltene Bestimmung zu ihren gunften Anwendung fände. Der § 23 lautet nämlich: „Der Landesgesetzgebung bleibt es Vorbehalten, für solche Orte, in welchen öffentliche Schlachthäuser in genügendem Umfang vorhanden sind oder errichtet werden, die fernere Benutzung bestehender oder die Anlage neuer Privatschlächtereien zu untersagen." Nach dieser Bestimmung der Gewerbeordnung könnte daher gesetzlich festgelegt werden, daß die Konservenfabrik, trotz des Bestehens eines allgemeinen öffentlichen Schlachthofes, berechtigt sei, auch noch für die Folge die Schlachtungen in der Fabrik zu betätigen. Dadurch würden der Stadt Mainz, wie der „M. A." konstatiert, alljährlich etwa 10- —12000 Mk. au Schlachtgebüren entgehen. — Soeben werden innerhalb der Stadt von feiten der Polizei sämtliche Kandelaber der Straßenlaternen aufgenommen. An sämtlichen Kandelabern sollen Vorrichtungen angebracht werden, welche es jedem Radfahrer ermöglichen, sein Rad an einen Kandelaber an zuschließen. ES geschieht dies, um den vielen Diebstählen von Fahrrädern wenigstens teilweise zu begegnen. Frankfurt a. M, 20. Oktober. Gestern abend starb nach schweren Leiden der Direktor der Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten, PhilippHelfmann,im55. Lebensjahre. Er hat mit seinem Bruder, der vor einigen Jahren gestorben ist, das zu großer Bedeutung gelangte Baugeschäft von Gebr. Helsmann gegründet und war eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Frankfurt; er hat durch rastlosen Fleiß, eine geniale geschäftliche Veranlagung, wie sie in gleicher Vielseitigkeit nur wenig Menschen gegeben ist, durch seinen in den schwierigsten Verhältnissen erprobten Charakter, fein liebenswürdiges, offenes Wesen, weit über die Grenzen der Vaterstadt hinaus sich einen geachteten Namen zu erwerben gewußt. Seit dem im Jahre 1896 erfolgten Uebergang der Baufirma an die Aktiengesellschaft widmete sich Hels- mann, außer dem weitausgedehnten Baugefchäfte, insbesondere auch dem Ankauf und der Verwertung großer Gelände, die für die bauliche Entwicklung unserer Stadt vielfach von großer Wichtigkeit waren. Fr. Ztg. Homburg v. d. Höhe, 20. Oktober. Möglicherweise wird es Homburg v. d. Höhe gelingen in der Heilung Hilfesuchender erfolgreicher wie seither neben Wiesbaden und Nauheim aufzutreten, denn es ist dort in voriger Woche auf einem in der Nähe des Uftnger Bahnhofs gelegenen einer Gesellschaft gehörigen Grundstücke eine heiße Quelle entdeckt worden, die einen mächtigen Strahl aus dem Erd- innern sendet. — Schon seit längerer Zeit war die Beobachtung gemacht worden, daß das Wasser eines Brunnens eine Temperatur von mehr als -f- 15° Reaumur zeigte, und infolgedessen sich nicht zum Trinken eignete. — Man kam schließlich, wie die „Sonne" meldet, auf den Gedanken, daß die Ursache dieser hohen Temperatur in dem Zulauf einer heißen Quelle zu suchen sei, stieg in den Brunnenschacht ein und untersuchte die Wände genau. — Es dauerte nicht lange, hatte man eine Stelle entdeckt, die sich warm anfühlte, bald war der Backstein durchschlagen und mit dem letzten Schlage sprudelte ein Naß zu Tage, das eine Wärme von 4- 38° Reaumur aufwies. — Außer der Entdeckung der heißen Quelle an sich, wird genanntem Blatte mitgeteilt, daß es sich wahrscheinlich um den unterirdischen Wasserstrom handle, der in Nauheim zu Tage trete, und im Geiste sieht man die alte freundliche Residenz der Landgrafen von Hessen- Homburg unsterblichen Angedenkens bereits außerordentlich stark mit Wiesbaden und Nauheim rivalisieren. — Wenn auch von der Entdeckung der Quelle bis dahin noch ein weiter Weg ist, so eröffnet das heiße Wasser, deffen Heilkraft man bald festgestellt haben wird, dem Bad Homburg doch eine entschieden bessere Perspektive wie die vorzüglichsten Veranstaltungen der regsamen Kurdirektion. ** Groh-Rechtenbach, 20. Oktober. Gestern, Donnerstag, fand hier die Beerdigung des auf so tragische Weise am vergangenen Sonntag in Kastel verunglückten Leutnants Hardt, des einzigen Sohnes des hiesigen Kreisbürgermeisters, statt. Einen derartigen Leichenzug hat das kleine Oertchen noch niemals gesehen. Es lieferte aber diese Beisetzung den Beweis, daß sich der so plötzlich verstorbene junge Mann der allgemeinsten Hochachtung und Verehrung in den weitesten Kreisen der Bevölkerung erfreute, wie auch den tiefgebeugten Eltern die Teilnahme von Nah und Fern in überwältigender Weise bezeugt wurde. Die kostbarsten Kranz- und Blumenspenden waren eingelaufen und füllten das große Zimmer, in welchem der Sarg aufgestellt war. Dem Kondukte voran marschierte die gesamte Kapelle des 116. Jnf.-Regls. in Gießen, daran schloß sich der Krieger- verein Groß-Rechtenbach mit der Fahne, alle Mitglieder desselben Kränze tragend, hinter dem Sarge, und den nächste» Anverwandten folgte dann eine große Anzahl Offiziere aller Waffengattungen, die Kameraden des Pionierbataillons sämtlich, die Offiziere des Landwehrbezirks Wetzlar mit ihrem Bezirkskommandeur an der Spitze, Deputationen des 116. und 168. Regiments (die Herren Oberleutnant Krömmelbein, Leutnant Heinersdorf und Leutnant Krömmelbein II), alle hatten prachtvolle Kränze gewidmet. Hierauf schloffen sich noch eine Anzahl Krieger- vereine mit ihren Fahnen und dann die ganze Gemeinde nicht nur, sondern auch Hunderte aus den benachbarte» Dörfern Hochelheim, Niederkleen, Dornholzhausen rc. Die Dorfstraße bis zum Friedhöfe war mit frischem Tannenreisig bestreut, sodaß kein lautes Geräusch den ernsten Zug und die feierlichen Klänge der gedämpften Choräle, welche die Kapelle spielte, störte. Erhebende Worte sprach der Geistliche, Herr Pfarrer Hunger, am offenen Grabe, deren Eindruck auf alle Anwesenden noch erhöht wurde durch de» feierlichen und vorzüglich geleiteten Gesang der Schulkinder. Der Zug bewegte sich alsdann zum Gottesdienst in die Dorfkirche, welche leider nur einen kleinen Bruchteil der leidtragenden Versammlung aufzunehmen vermochte — um so bedauerlicher, als der Geistliche in zu aller Herze» gehenden Weise es verstand, auf Grund des schönen Bibelwortes Jeremia 31 V. 3 „Ich habe dich je und je gelicbet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte", de» tieftrauernden Eltern und der Braut, sowie allen Freunde» des Dahingeschiedenen ächt christliche Trostesworte zuzurufen. Amöneburg, 18. Oktober. Eine „Lebensmüde". Hier hat sich vor einigen Tagen ein junges Mädchen den Luxus erlaubt, zweimal in die Ohm zu springen. Ob es damit der gestrengen Mutter ober dem flauen Liebhaber imponieren wollte, ist nicht aufgeklärt; jedenfalls wollte eS aus dem beabsichtigten Effekt nach einer der beiden Seiten hin Nutzen ziehen. Hart an der Ohmbrücke, in der Nähe der Brückenmühle, wartete die „Lebensmüde" auf die Annäherung eines Fuhrwerks und auf die in der Nähe beschäftigten Arbeiter, und stürzte oder stieg dann „todesmutig" in den Fluß an einer Stelle, wo beim besten Willen ei» Mensch nicht ertrinken kann. Um aber den Schein vo» Energie zu rette», tauchte sie nach echter Gänseart de» -und iw» '।fte sich sicht bflTfsl e in« dir’ ‘ßofailit vollkommen • Berlin, 20. $ Palais Unter en 2 «Lh ,«»««■ ®ie ein s Äd)*« ' HP* wirb. W worin jungetWJann (et -»-DrrSbrn fpurlo » ouSgeroanbert fein foUt Geburt eines diesem Die betümmerte junge tin Lebenszeichen von dachte nicht mehr an vergingen; obwohl sie sie manchen Heiratsai sich und ihr Sind burt Sorge und heimlichem chen erziehend. Vor e fiimer junger Mann, 1 der Tochter, welche zu herangewachsen war, in Liebe hängende Mich Verbindung war und entlud, welcher schließ sührte. In dielen Ta schöne Lösung der Ri schichte aus dem Leb« vor zwei Monaten p und von wem? - voi er den wie im Trau! Mutter mitteilt, daß harten Erfahrungen nun endlich seinen fd nachlässigten Verpflicht feiner Tochter schon j Murtarffqt, gleifyti ftint friifat Mtbtt nun doch noch sein E wenigstens noch den S tonnen. Nachdem sich erholt, antwortete der alle wohl fofort komm solchen Reise nicht aut größerer Barbrtrag, und seit einigen Tage uach der neuen Heima ^ebessehnsucht und 2 ff ft 16(1 f*- M« doch nod ’’ Junge SJemann, n Ä"9."* btmSS W -M- «Beffeten H'srchlinarproz Direkt tattäSi ä;ä: sw hübe K r nb außer. Mr*' ’ Mich»! ff Wo: An tn JJJJ lernen lie KZL S&sÄ des We OKÄ ***»■ lot , «;. '« «nebe 2"W “S ata"”*« tn 91Qtntn in ? bet JtÄ aft Kniete sich O '9g«S«Mbt,bie *@lail ti-N m ESjSä stW aus dem Erd- Zeit war die Be- Wchr eines Br« h J5 Reaumr zeigte, unten eignete. - ®an l°et, auf den Gedanken, peratnr in dem Zulauf flieg in den Brunnen- ,e genau. - Es dauerte ’ntbedt, bic sich marm chschlage» und mit dem Tage, das eine Wärme nßer der Entdeckung der unfein Watte mitgeteilt, üerirdifchenWGchM cete, und m Geiste steht c Landgrafen von Hesien- i bereits außerordentlich n rivalisieren. - Wenn eße bis dahin noch ein iße Wasser, dessen Heil« ird, dem Bad Homburg live wie die vorzüglichsten direklion. er. Gestern, Donnerstag, f fo tragische Weise am rniglüctttn Leutnants i hiesigen FreMrger- icheuzug hat da- kleine lieM abet b\e\e Bei- \o Mch verstorbene chachmg und Verehrung tening erfreute, wie auch ahme von Nah und Fern wurde. Die kostbarsten i eingelansen und füllten er Sarg aufgestellt war. die gesamte Kapelle des , schsgß sich der Krieger- S* -Ke Äljeber t Sargt, Mb bett «W« >*• rt? *tW« nhpur an der Spitze, “SU« »k s ‘ f ^inersdorf und Leut loch Gemeinde mit ft'M«“L unb lch »££ Ä pften $orfll7 beT Geist- «orte fr " * iM „ Machtest «er -eu lle.-A - um Ta«« Ö ich« toöai« ®,bt t Mb i'äel'w ibe t>’* 'Le!«“- ’’ neu aus lau irellnbex Tiui ^Db« 1 S u ^'"^"oiebhaber Ohl» i“ tuen W* eklärl'l her beides ^zhe *$bt* Tbi- i«1 :S-er5»; Kopf unter Wasser, — und als darob niemand erschrecken und zu Hilfe kommen wollte, stieg sie ans Ufer, erledigte sich ihrer Schuhe und Strümpfe, sowie ihres besieren Oberrockes und wagte so das „zweite Attentat auf ihr Leben", — und die Zuschauer waren feinfühlig genug, sie mit Rück- sicht darauf, daß sie sich doch wohl einest ernsten Schnupfen zuziehen könnte, ins nahe Brückerwirtshaus zu schaffen, wo die nunmehr ziemlich steif gewordene „Selbstmörderin" sich bald erholte. Hoffentlich hat das kalte Bad bei ihr das Liebesfieber für immer abgekühlt; sollte aber der Erfolg nicht ganz vollkommen sein, so könnte das Fehlende durch eine handfeste Massage (als Nachkur) ergänzt werden. (F. Z.) Vermischtes. • Berlin, 20. Oktober. Im niederländischen Palais Unter den Linden, welches dem Kaiser gehört, brach heute morgen ein großes Feuer auS, das den Dachstuhl fast vollständig einäscherte. ♦ Dresden, 19. Oktober. Nach fünfundzwanzig Jahren. Wie ein kleiner Roman hört sich nachstehendes Geschichtchen an, dessen Wahrheit verbürgt ist und in den Arbeiterkreisen einer großen Dresdner Fabrik lebhaft besprochen wird. Bereits über 25 Jahren liegt es zurück, wo ein junger Mann seiner Braut das Eheversprechen brach, aus Dresden spurlos verschwand und angeblich nach Amerika ausgewandert sein sollte. Dies geschah kurze Zeit nach der Geburt eines diesem Verhältnis entsprossenen Mädchens. Die bekümmerte junge Mutter hoffte immer von neuem, ein Lebenszeichen von ihrem Geliebten zu erhalten, doch er dachte nicht mehr an sie und blieb — verschollen. Jahre vergingen; obwohl sie nun die letzte Hoffnung aufgab, schlug sie manchen Heiratsantrag aus, blieb ledig und ernährte sich und ihr Kind durch ehrliche Arbeit, dasselbe mit stiller Sorge und heimlichem Kummer zu einem ordentlichen Mädchen erziehend. Vor einigen Jahren machte dann ein ehrsamer junger Mann, Dreher von Beruf, die Bekanntschaft der Tochter, welche zu einer sittsamen, hübschen Jungfrau herangewachsen war, und heiratete das an ihm mit inniger Liebe hängende Mädchen, obwohl sein Vater gegen diese Verbindung war und auf den Sohn seinen ganzen Zorn entlud, welcher schließlich zur Feindschaft zwischen beiden führte. In diesen Tagen ist nun das letzte, eine friedliche, schöne Lösung der Konflikte bringende Kapitel dieser Geschichte aus dem Leben zum Abschluß gelangt. Kommt da vor zwei Monaten Plötzlich ein Schreiben aus Amerika — und von wem? — von dem längst Totgewähnten, in welchem er den wie int Traume lesenden jungen Eheleuten und der Mutter mitteilt, daß er noch lebt, und zwar nach manchen harten Erfahrungen als sehr reicher Fabrikbesitzer, und er nun endlich seinen schnöden Treubruch und seine damit vernachlässigten Verpflichtungen gut zu machen denkt, indem er seiner Tochter schon jetzt die Summe von vier Millionen Mark aussetzt, gleichzeitig aber auch den Wunsch hegt, beide, seine frühere Geliebte und Tochter, bei sich zu haben, um nun doch noch sein Eheversprechen einlösen und vereint wenigstens noch den Spätsommer ihrer Liebe genießen zu können. Nachdem sich die drei vom ersten Freudenschreck erholt, antwortete der junge Ehemann umgehend, daß sie alle wohl sofort kommen würden, aber ihre Mittel zu einer solchen Reise nicht ausreichten. Ehe mans gedacht, kam ein größerer Barbetrag, schnell wurde zur Abreise gerüstet, und seit einigen Tagen befinden sich alle drei auf der Reise nach der neuen Heimat: die Mutter mit der alten, erwachten Liebessehnsucht und Wiedersehensfreudigkeit im Herzen, die Tochter, beglückt über ihren plötzlichen Reichtum mit der Freude, nun doch noch ihren Vater kennen zu lernen, und der junge Ehemann, gehobenen Herzens ob dieser Schicksalswendung mit dem Bewußtsein, seinen Vater über dessen Ansicht eines Besseren belehrt zu haben. Disziplinarprozetz gegen den Landgerichts- Direktor a. D. Küchler. Darmstadt, 20. Oktober. Heute vormittag 9 Uhr begann die zweite Disziplinarverhandlung gegen Landgerichts-Direktor a. D. Küchler vor dem Oberlandesgericht. Die Verhandlungen sind öffentlich. Den Vorsitz führt Oberlandesgerichtspräsident v.Knorr.Vertreter der Anklage ist Generalstaatsanwalt Schlippe, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Löb in Darmstadt und Rechtsanwalt Conradi-Mainz. Zur Vernehmung gelangen etwa 15 Zeugen Die Anklage geht darauf hinaus, daß Küchler die Pflichten, die ihm sein Amt auferlegte, verletzt und sich durch sein Verhalten innerhalb und außerhalb des Amtes des Vertrauens unwürdig gezeigt habe, das sein Amt erfordere. Der Referent, Oberlandesgerichts, rat Keller, gibt einen historischen Ueberblick über den Gang der Voruntersuchung, die am 4. August 1899 eröffnet und am 21. September geschloffen wurde. Unter Anklage stehen die Vergehen Küchlers, die er sich Änfangs der 80er Jahre gegenüber den Amtsrichtern Seibert und Eller zu Schulden kommen ließ. Ferner sein Verhalten als Untersuchungsrichter in Gießen. Sodann die mißbräuchliche Verwendung der Gerichtsschreiber Geilfuß und Wallbrach in Gießen zu Privatdiensten. Sein Verhalten gegen die Ortsgerichtsmänner in Büttelborn, die er zu seinen Gunsten zu einer späterhin disziplinär geahndeten Handlungsweise veranlaßt habe. Schließlich sein Verhalten gegen den Amtsrichter Marx, den er zu unzulässigen amtlichen Handlungen zu seinen gunsten veran- laffen wollte. Die übrigen öffentlich erhobenen Bezichtigungen, darunter die Fälle Lippmann und Holdy und der sogenannte „Offenbacher Hauslegen", scheiden mangels genügender Beweise oder wegen mangelnder Strafbarkeit aus. Der AngeklagteKüchler verwahrt sich zunächst gegen den Vorwurf übertriebener Sparsamkeit und der Eigennützigkeit in seinen Geldgeschäften. Er habe lediglich bedrängten kleinen Geschäftsleuten aushelfen wollen. Die Dankbarkeit dieser Leute und chrer Angehörigen bezeuge die Lauterkeit seiner Absichten. Die Preffe habe in der aufsässigsten Weise gegen ihn Stellung genommen, vermutlich weil er seit 6 Jahren in gewisser Weise — im Dienste des evangelisches Bundes — m der Oeffentlichkeit thätig gewesen sei. Von den Beschuldigungen des „Mainzer Journals" sei sehr wenig übrig geblieben. Daß er Anfangs der 8'Jet Jahre den Amtsrichter Seibert zur Aenderung -eines Strafbefehls habe veranlassen wollen, stellt er entschieden in Ab- nede. Er habe von dieser Bezichtigung zum erstenmale in der Vorunter- luchung gehört und sei darüber ganz betroffen gewesen. Die Anzeige Lber düsen Fall rühre von Herrn Dr. Meisel her, der noch dazu mit ichm verwandt sei. Herr Meisel sei sehr empfindlich und leicht aufgeregt, «er besitze eine starke Einbildungskraft, die chm leicht Dinge als wirklich «scheinen lasse, die nur in seiner Phantasie existierten. Der Herr Set- Wert sei wahrlich nicht eme derartige Natur, daß besondere Rücksicht von t »hm erwartet werden dürfte. Wäre ihm etwas Ungesetzliches zugemutet worden, würde er es sicherlich sofort zur Anzeige gebracht haben. Er weise den Vorwurf mit Indignation zurück. Bei dem Amtsrichter Eller habe er sich erkundigt, als einem seiner Pächter ein nach seiner Ansicht zu hoher Strafbefehl zugestellt war, um dem Pächter einen Rat wegen der Anrufung einer höheren Instanz geben zu können. Ein Beeinflussungsversuch habe ihm völlig fern gelegen. Daß während seiner Thätig- keit als Untersuchungsrichter in Gießen in dem Diätenverzeichniffe die zweite Klasse berechnet wurde, obwohl er die dritte benutzte, sei richtig, jedoch habe er nicht selbst diese Eintragungen veranlaßt, sondern der Schreibgehilse Mann habe dieselben aus eigenem Antriebe so gemacht. Mann sei ein sehr zuverlässiger Beamter gewesen und deshalb habe er, Küchler, bei der vierteljährlichen Abrechnung die Eintragungen nicht genauer geprüft. Dieser Vorwurf treffe ihn vielleicht, ein anderer nicht. Uebrigens hätten auch andere Richter, z B- Amtsrichter Zimmermann, die zweite Klasse berechnet und die dritte benutzt, und das als ihr gutes Recht angesehen. Die mißbräuchliche und unentgeltliche Verwendung der Schreibgehilfen Geilfus und Wallbrach zu Privatarbeiten stellt der Angeklagte in Abrede. Er habe sie allerdings zu kleinen Privatschreibereien hie und da benutzt, ihnen aber entsprechende Vergütungen dafür geleistet. Das Papier zu diesen Schreiberei«» habe er stets geliefert- In jedem Falle aber sei es undenkbar, daß Herr GeUfus 8 bis 10 Mk. für Papier ausgelegt habe; hätte er eine solche Forderung an ihn gehabt, so würde er sie wohl ebensogut wie andere gellend gemacht haben. Von der Benutzung des amtlichen Landgerichtshektographen zu seinen Privatschreibes rcitn habe er nichts gewußt. Als ihm der Gerichts^chreiber Mitteilung davon machte, habe er die Benutzung sofort einstellen lassen und sich zum Ersatz der Benutzung bereit erklärt. Bei den Vorgängen in Büttelborn behauptet der Angeklagte korrekt gehandelt zu haben. Er habe, als ihm sein Pächter Petri in Büttelborn drei Jahre die Pacht schuldig blieb, beim Amtsgericht Großgerau die Eintragung eines Hypothekentitels dafür beantragt. Die Auflage, die durch Verfügung des Amtsgerichts daraufhin ausgefertigt wurde, habe er bei einem gelegentlichen Gange nach Büttelborn mitgenommen, um sie dem dortigen Ortsgerichtsvorsteher zum weiteren Vorgehen zu übermitteln. Er habe dort den Bürgermeister Sensfelder nicht zu Hause getroffen und deshalb mit dem ersten Ortsgerichtsmann verhandelt. Er habe allerdings dabei erklärt, die Sache sei eilig und müsse dringend erledigt werden, und er werde, wenn ihm aus der Verzögerung ein Schaden erwachse, den Ortsgerichtsvorsteher verantwortlich machen. Daraufhin habe sich der Mann zu weiterem Betreiben der Sache bereit erklärt. Er, Küchler, habe in Großgerau das Material zur Fragebeantwortung geholt und sei dabei, da nun auch der erste Ortsgerichtsmann abwesend war, zum zweiten gegangen, der ihm die Sache erledigt habe. Auf Anzeige des Amtsrichters Dr. Meisel wurde später ein Disziplinarverfahren gegen das Büttelborner Ortsgericht wegen dieser Vorgänge eingeleitet, das zu einer Verurteilung der Ortsgerichtsmänner in eine Strafe zuerst von 15, späterhin von 2 Mk. führte. Diese Strafen hat Küchler bezahlt. Bei dem 5. Anklagepunkt bestrestet der Angeklagte, versucht zu haben, den Amtsrichter Dr. Marx in Offenbach zu einer unzulässigen amtlichen Handlung zu veranlaffen. Er habe nur in einer Prozeßsache, die er vertrat, und in der ein rechtskräftiges Urteil bereits ergangen war, den unerklärlichen Widerspruch des Amtsrichters Dr. Marx beseitigen wollen. Er sei dabei vielleicht etwas erregt gewesen!, habe auch wohl geäußert, es wäre wenig kollegial gehandelt, wenn sie nicht beide dazu beitrügen, dem Manne zu seinem Ziele zu verhelfen. Er werde für alles haften. Er habe damit aber keineswegs eine gesetzwidrige Beeinflussung des Richters beabsichtigt. Der Präsident hält dem Angeklagten vor, daß er sich dem Richter mit seinem Vermögen für alle Regreßansprüche, die etwa aus einer Erfüllung der Wünsche Küchlers erwachsen würden, haftbar mache. Küchler giebt das zu. Generalstaatsanwalt Schlippe hält die Auffaffung des Angeklagten, als ob das Verfahren gegen ihn aus gehässigen und böswillig übertriebenen Bezichtigungen heraus eingeleitet sei, für nicht ganz richtig. Hätte Herr Küchler aus dem für einen richterlichen Beamten sehr schweren Erkenntnis in der 1. Disziplinarverhandlung die nötigen Kon- s equenzen gezogen, so wäre ihm weiteres jedenfalls erspart geblieben. Publikum, Presse und Küchler selbst hätten die Strenge der Strafe nicht richtig bewertet, die, aus einem Verweis 'und 600 Mk. Geldstrafe bestehend, den Angeklagten hätte veranlassen müffen, den Justizditnst zu verlassen. Küchler habe diese Konsequenz nicht gezogen und dadurch die weiteren Angriffe in der Preffe provoziert, die zu der Einleitung des zweiten Disziplinarverfahrens führten. Eine strafrechtliche Verfolgung Küchlers sei unmöglich gewesen, wie der Beschluß des Landgerichts nach Abschluß des Voruntersuchungsverfahrens bewiesen und die strafverfolgende Behörde traf zu Unrecht der Vorwurf, hier nicht entschieden genug vorgegangen zu sein. Verteidiger Rechtsanwalt Conradi erklärt, nur um seinen in den letzten Zeilen schwer angegriffenen Charakter ins richtige Licht zu setzen, habe der Angeklagte von seinen Verhältnissen allgemein gesprochen. Allerdings habe nach dem Beschluß des ersten Disziplinarverfahrens der Justizminister ihm (dem Verteidiger) gegenüber die Ansicht ausgesprochen, daß ein Verbleiben Küchlers im Amte nicht möglich sei. Der Justizminister habe aber auch nichts dagegen gehabt, daß die Pensionierung nicht sofort erfolge, sondern ihm Zeit gelassen werde, um die öffentliche Erregung sich erst legen zu lassen und seine persönliche Ehre und die seiner Familie zu wahren. Küchler habe also mit Rücksicht auf seinen Namen nicht sofort seine Pensionierung nachgesucht, sondern noch kurze Zeit amtieren wollen, da seien die erneuten gehässigen und größtenteils unwahren Angriffe in die Presse gekommen. Wäre Küchler jetzt gegangen, so hätte das wie ein Schuldbekenntnis ausgesehen. Er sei also nur in Urlaub gegangen, dann sei der Prozeß Rapp mit den Vorgängen gekommen, die zu der Nachsuchung der Pensionierung führten. Küchler habe also gehen wollen, nur sei ihm keine Zeit dazu geblieben- Zruge Amtsrichter Dr. Meisel bekundet, er uub Amtsrichter Seiffert hätten in den 80er Jahren die Wahrnehmung gemacht, daß Herr Küchler einige von ihnen ausgestellte Strafbefehle ohne ihr Wissen abgeändert habe Amtsrichter Seiffert habe darauf mit Küchler gesprochen und sich derartiges verbeten. Die Strafbefehle seien wieder he«-gestellt worden. Das Verfahren Küchlers sei damals alS ein unzulässiger Eingriff in die richterliche Thätigkeit bei allen, die von den Vs» fällen erfuhren, angesehen wo, den. Auf Befragen der Derthetdtgung erklärt Zeuge, daß eine Abänderung von Strafbefehlen durch Richter im alten Verfahren früher hier und da wohl vorgekommen sei. Nähere« wisse er darüber nicht. Von einem Ausschretben, das späterhin derartige Änderungen untersagte, wtffe Zeuge nichts. Für unbedeutend habe der Zeuge KüchlerS Vorgehen nicht angesehen. Ec erinnere sich an diese Vorgänge sehr genau. Hebet den Büttelborner Vorfall bekundet der Zeuge das ungesetzliche Vorgeben KüchlerS. Derselbe habe, als zur Eintragung einer Hypothek die nötigen GrundbuchSauszüge und die Fragebeantwortung vom Büttelborner Ortsgertcht wegen Abwesenheit des OrtSgerichts-VorsteherS nicht zu haben waren, Auszüge aus den Akten des Amtsgerichts Groß-Gerau in Abwesenheit der Richter vom Gerichtsschreiber machen lasten und die Ortsgerichtsmänner in Büttelborn veranlaßt, diese Auszüge dem Amtsgericht ohne kollegialtsche Bera'ung und Begutachtung einzureichen. Er (Zeuge) habe die Ortsgerichlsmänner dafür in eine Disziplinarstrafe genommen, die auf Küchler« Vorstellung ermäßigt wurde. Die Hypothek-neintr-gung, die schon erfolgt war, habe er nach Kenntnis der Vorgänge annulliert. Ec habe die Handlungsweise der OrtS- aerichtSmänner, zu der Küchler dieselben veranlaßte, alS eine grobe Pflichtverletzung rügen müssen. Die OrlSgerich'smfinner haben seinerzeit erklärt, daß Küchler ihnen gegenüber jede Verantwortlichkeit übernommen habe unb daß sie e« für unangemesten gehaltrn hätten, «inem so hohen richterlichen Beamten entgegenzutreten. Auf Fragen der Verteidigung erklärt Zeuge, es sei häufig vorgekommen, daß Lmte vor dem Amtsgericht sich auf Herrn Küchler berufen hätten, und daß Herr Küchler sich für Leute verwendete. Küchler habe eine ihm (dem Zeugen) oft sehr unangenehm fühlbar gewordene adookatorische Thätigkeit auSgeübt, aber nach seiner Wissenschaft stets uneigennützig. Unangenehm fei ihm diese Thätigkeit gewesen, weil daduich der Eindruck hätte hervorgerufen weiden können, daß bei dem Amtsgericht Groß Gerau eine Vetternwirtschaft herrsche. Er habe Leute oft ge'ade deshalb abgewiesen, weil sie Empfehlungen von Küirler mitbiachten. Zeuge Obe-amlS'tcht-r Seiffert erinnert fich nicht, daß Küchler fiine St afbefehle willküilich abzeändert habe, und daß er mit ihm e" mal hinüber gesprochen habe. ®r bezweifelt ab r nicht, daß die sichere Erinnerung M H-rrn Dr. Me-fil richtig fei. Z uge weiß, daß einscitige Abä> d rung von Ltiasbefehlen früher vmkarn. Er habe dies aber immer für unzulässig gebalten und hätte sie sich nicht ohne ben kräftigsten Widerfp-uch gefall n lasfin. Zeuge GerichtS- 'chretber Kimmel weiß nichts von einer Abänderung von Straf- beieh'en du ch Küchbr. Et weiß auch N'cht, daß Richter nach dem ilten Verjähren einseitige Abänderungen oornahmm. Z uge GerichtS- sch eib r Schmeckenbecher ro-ifj ebenfalls darüber nichts Sicheres. Er erinnert fich ganz dunkel, daß Küchler einmal eine Aenderung an einem Strafbefehl vorgenomwen haben soll. Jrn alten Verfahren habe eine Ermäßigung beS Strafbefehls durch den Richter öfter statt- gefunden. Z uge Amtsrichter Eller bekundet, daß Küchler einmal bei ihm zu gunsten eine« mit Geldstrafe belegten Büttelborner Bauern intervenierte Ze >ge verwies Küchler auf den regelmäßigen Instanzenweg, worauf Küchler meinte, ob er eS nicht ander«, d. h. durch eigenmächtiges Aendern de« Strafantrages machen könne. sAndere ihäien das auch. Zeuge hat Küchl r adgewiefen und hielt fich in ftincr Ebre durch die Zumutung einer Handlungsweise, die er für unrhrenhaft unb ungel tzltch hielt, für gekränkt. Z uae Landgerichtsbirektor Schäfer weiß nichts davon, daß Küchlet Strafbefehle eigenmächtig geändert hat. Auch ist ihm niemals etwa« Nachteiliges über Küchlers amtliche Thätigkeit zu Ohren gekommen. Bon einer Gewohnheit, Strafbefehle zu ändern, weiß Zeuge nichts. Küchler habe von jeher für einen Mann gegolten, der anderen gerne g-Holsen habe. Hier wird die Sitzung bis 3Ve Uht nachmittags vertagt. (»Frankfurter Zeitung ") Univerfitäts Nachrichten. nn. Darmstadt, 20. Oktober. Wie uns mitgeteilt wird, haben die Anmeldungen zu den Vorlesungen für bas Winter- Semester 1899/1900 bte Zahl 1800 erreicht, unb stehen noch weitere Anmeldungen »n Aussiwt. Damit ist die Zahl der Besucher vom Sommer-Semester um 300 überschritten, und bte vorhandenen, ohnedies beschränkten Räumlichkeiten werden voraussichtlich wieder nicht auSretchen. Da bte deutschen R'chthessm, wie auch die Ausländer immer wieder ein unverhältnismäßig großes Kontlngent der Hörer stellen, wird man wohl, um bitfem starken Zudrang in etroal zu steuern, unb dem Lande die großen Opfer etwas zu erleichtern, einer entsprechenden E Höhung der Unterrichtsgelder für diese entschieden nähertreten müffm. So angenehm der Zuzug auf der einen Seite auch ist, und fo groß auch der hierdurch der Stadt erwachsende Vorteil ist, g'ößere Opfer wird die Stadt vorerst nicht mehr bringen können, und bet den Landständen, welche bei ben letzten Bewilligungen für die sehr notwendigen Barackenbautm nur mit Mühe zu haben waren, wird man schwerlich für weitere Neubauten ein williges Ohr finden. Berlin, 20. Oktober. Die Festlichkeiten in der Technischen Hochschule fitzten heute morgen mit dem Empfange der Abordnurgen ein, der im Lichthofe des Hauptgebäudes der Hochschule ftatifanb. Der Festakt war eine imposante Kundgebung der Anteilnahme, welche bte bemschen technischen wissenschaftlichen Der- einigungen unb die Vertreter der Praktik, insbesondere die Fach- verbänd- der Großindustrie, an der Jubelfeier nehmen. Dem Akte wohnten mehrere Regierungsvertreter bet. Nach der BegrüßungS- ansp ache d s R klo s gab im Namen der Stadt Berlin der Bürgermeister Kirschner Kunde von der Errichtung einer Stiftung in Höhe von lOOOoO Mk. für Studienreisen. Aus den Zinsen der Stiftung soll die Studentenschaft der Hochschule nach vollendeten Studien Stipendien im Mtndestbetrage von 1500 Mk. erhalten. Für die Stadt (SbacOttenburg übertrachte Oberbürgermeister SchustehruS 20,000 Mk. alS eine Gabe der Stadt zu der von dieser schon 1884 im Interesse der Hochschule errichteten Stiftung. Den Höhepunkt des F.staktes bildete da« folgende Heberreichen der Stiftungsurkunde für bte Judiläumsgabe ber deutschen Industrie, die von den Herren Geheimerat Jerck^ unb Borsig vollzogen würbe. Dem Glückwunsch der deutschen llnioeift fiten gab der R-ktor der Berliner Universttfit Dr. Fuchs beredten Ausdruck. Die Vertreter einer Reihe von Unb versilä en überreichten kostbare Adressen, desgleichen zahlreiche Vertreter kaufmfinnischer, gewerblicher und industrieller Vereine. Hierauf begann die große Festsitzung der Fakultäten, in welcher mehrere w sserischaitlicde Vorlräge gehalten wurden. — Göttingen. Hier starb der Civil- unb Staatsrechtslehrer Geh. Rat Prof. Karl Ziebarth. Wegen seines leidenden Zustande^ hat er schon seit längerer Zeit keine Vorlesungen mehr gehalten. — GreifSwald. Die Ernennung des bisherigen Lehrers am Senckenbergischen Institut zu Frankfurt a. M. Prof. Dr. Walter König zum außerordentlichen Profeffor in der philosophischen Fakultät der hiesigen Univerfttät wird nunmehr osfiziell bestätigt. — Münster. Das „Frankfurter Volksblatt" schreibt: „Die philosophische Fakultät von Münster hatte für bie außerordentliche Professor der historischen Hilfswiffenschaften an erster Stelle Profeffor Dr. Brandl in Marburg, einen Sohn des Referenten für daS Volksschulwesen im preußischen Kultusministerium, ferner den stadtkölnischen Bibliothekar Prof. Dr Hansen und Prof Dr. Pastor in Innsbruck vorgeschlagen. Der Minister hat keinen der genannten Herren acceptiert, sondern den Privatdozenten Dr. Aloys Meister von der Bonner Universität zum Extraordinarius ernannt. Dr. Meister ist ein geborener Frankfurter und hat sich bereits durch verschiedene historische Arbeiten (»Die Hohenstaufen im Elsaß" 1890, „Die Kölner Nuntiatur von 1584 bis 1590" ein großes Werk über den Straßburger Kapitelstreit» in der Fachwelt vorteilhaft bekannt gemacht, dem historischen Institut der Görresgesellschaft in Rom gehörte er mehrere Jahre an." — Rom. Profeffor P. Biederlack, Mitglied der Gesellschaft Jesu, der vor einigen Jahren von der Innsbrucker theologischen Fakultät an die Gregorianische Universität in Rom berufen wurde, ist zum Rektor des Collegium Germanicum ernannt worden. — Graz. Der Prof.ffor des Handels- und Wechselrechtes an der hiesigen Universität Dr. Raban Freiherr v. Canstein erhielt einen Ruf an die Universität Wien als Nachfolger Anton Mengers. — Lemberg. Der Adjunkt an der tierärztlichen Hochschule Dr. Gustav Piotrowski wurde zum außerordentlichen Profeffor der Physiologie und Pharmakologie an dieser Anstalt ernannt. Aus -em Geschüstslrden. — Die Firma R. Wolf, Magdeburg-Buckau, bat auf der soeben in St. Petersburg zum Abschluß aelangten Molkerei- AuSstellung für bie von fbt ausgestellten Lokomobilen unter allen Mitbewerbern allein die höchste für Maschinen zur Verteilung gelangende Auszeichnung, die „goldene Medaille" erhalten. ßchntxmarke. Fleisch-Extract übertrifft an Nähr kraft und Wohlgeschmack die Uebig'schen Extracte und ist in allen besseren Drogen-, Delicateseen- und Colonialwaaren- Handlungen zu haben. Sichten beim ffirma Milch- Zucker garantiert chemisch rein, empfiehlt die 7518 Löwen-Drogerie von W. Kilbinger- 7544 Tchlntz: Ende März 1900. 6384 Slusserorden flieh beliebt. 9 7415 7539 Traubenmost 03825 Der Aufsichtsrat: L. Heyligeustaedt. 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Im Jahre 1898 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Linderung mannigfacher Not bei armen Glaubensgenoffen, in unserer Gemeinde 1200 Mk. durch unsere fleißigen Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zusammengebracht und durch Vermittelung des Verwaltung»« rates in Darmstadt an 26 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verteilt. Indem wir allen Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir auch in di sem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer evangelischen Kirche fordern zu wollen. Neuer Feueranzünder D. R. G. M. 95596. Diese Anzünder vereinigen alle Vorzüge in sich, wie Zeit- und Holzersparnis, Billigkeit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit beim Feueranmachen. — 4 Paket 20 Stück zu 15 Pfg. liefert 7540 Wilhelm Gchmall II., Rodheimerstr.4O Wiederverkäufer werden gesucht. 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Ziel Gemeindesteuer pro 1899/1900, sowie die fälligen Holz- und Grasgelder können in den nächsten acht Tagen Einkauf auf die „eZ @ioth“ und obige ßchu fzm arke. ein atttn QctcKäfStn ru Per Pfund 20 Pfennig. 7586 — Druck nnb Vertag der Brühl'scheu Universitärs-Buch. und Etemdruckerei (Pietsch Erben) iuGleßen. Me heutige Kummer umfaßt 16 Seiten. Stadt. MiMylM. Akreibavk. 7498 Ztittflcisch 50 M WM" Die Freibank ist bis Ubr abends geöffnet. Versteigerung. Dienstag den 24. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neu- Nadt d5 dahier gegen Barzahlung: i. 2 Anhängewägelchen zu Fahr- oder Motorrädern gehörig, verschiedene Eisen- rc. Waren, als: Thürdrücker, Nieten, Frschvanden, Thürschlöffer, Mesfinaknöpfe, .Zoizschrauben, Elsengewinde, Thürschließer und 28 Stäbe Stahl; 2. eine Partie Schuhwaren, 2 Kleider- chränke, 1 Vertikow, 1 Kommode, eine Slevpmaschine, 1 Sofa, 1 Waschkommode, 1 Spiegel und 3 Stühle. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. 7396 Bor«, Gerichtsvollzieher. empfiehlt die Itestauration und Weinhandtung W. Rinn, Klein-Linden Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. Lkdtudk Lahlihelhjk und Aale 08815 bei__M. Gimon, Asterweg 1. Schlachtete ein 7646 Kessler, Plerdemetzger. Sehr alter Kornbranntwein Marke: E. H. Magerste,sch, Wismar a. d. Ostsee — eingeführt in annähernd 10,0<)0 Geschäften Deutschlands — Korn- branntweinbrennerei aegr. im Jahre 1734 i 03507] Ein zuverlässiger Bäckergehilfe findet dauernde Beschäftigung. L. Schadeck, Bäckerei u. Wirtschaft, Lollars Ein Schmiedegefelle und Lehrling können eintreten bei EmU Pfaff, Kinzenbach, Schmiede,. Schlofferei und Dreherei mit Dampfbetrieb. Arbeiter 03773 für dauernde Arbeit und bei gutem Lohn gesucht________________ LouiS Lotz. 03797] Erdarbeiter gesucht. __Löberftratze 3. 7529] BraveS Mädchen, welches gut bürgerlich kochen kann und auch etwas Hausarbeit übernimmt, gegen guten Lohn für sofort oder 1. 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Ohiipfi'hliniiuii (Offene Stetten »•Ä«***. ’S* kW J1SS"- .Milla Ai Ter Plan nnd i * Men gfliben, 20. Olt {reifen wird die Lo urteilt: Die Bure HanMune mt Gen im Westen und die les ßriegfiamte nichts ®ei Kolonnen, aber die Stärke derselber engen bedeutend Aber 9000 Mann bei Glencoe. DieLerW eingetroffen find, betau daher thöricht von fei augenblicklich anzugreife stehenden Mannschaften Aren. Er würde trMdl Wenn d bei Ladhsrnith z fallt, wird ihre La sie befinden sich 30 ■ 100 Meilen von der Kiickzug her Buren Die Taktik bei Gen« Lbwartens, und die zebilligt. Es fragt 1 englischen Berstärkun- englischen Truppen v Mott, 20. Otte Inlbltibtn her «Dach Telegraph" sc Meldungen über Gefech darin zn suchen, daß Wagen nM. Mr i den Dnrtn tm »erden den Angriff 1 nehmen. Keine1 »Amy and N< Indien nach Siidchi Munition Marke II Saftet seien, weil li .Ergebnisse Haber rwilisierte Gegner di feine ; im Sam]) ®’lbe tafera fülle* ® Sntneffe bet $ » «id »ich, tnii sehr $ ch vor wenigen M gesandt worden. •"0'tfinbiate " f6r'e9j SÄ e*-c,s >«b M »«li« die t«» Do ’Mti