W. 1) änte|n I 1734 er. ib. ember (wert 6708 lle Concordia m. Anfang 8 Uhr. rankfart (Rosenausstellang). », Strrffea, KlShe t „Lahr'e Delffii“ « alle Megm tin Heber tausend tont- i habm In Uaschm untflen. Staubbeutel in Der -Irsch'Apotheke, Noll II., Nohnhossir. 5L itut TöchttrMt inus. btt. - WM vtt rt o. 9L m . e Anzahl von Pensionarmm I so ist baldigst Anmeldung ■t, die Vorsteherin Kaulein «zu SönigsteiNlM TaunuS. Das Kuratorium. MW. ' enM Aagc» dertucb-AuOlag und Hellem oerdeck Mk. lS.-« it Aandpolstnung unb Fed«. stell Mk. Xt.-* englische Wagen in Paketen ^ ßenner^^^S e 1’aD;//- u f. S-111 pinen liefet Teil de«B-lch> auf de» Öberbefi ** Einem T trieben wurde, i gekommen. Dur Firma Darlel Interessenten, d in solchen Fällen, nie wieder etwa Die rnerischeiifreu in il inzwischen gelegt auch in Gießen Manöver hineinsal gewarnt. *♦ ZnAmrit Ohio Co., W. V Griinberg. Mä 67 Jahre alt, a Jll., Elisabeth 3 O.,Philipp Olt Can., Caspar $ Ebenda. Philip! breidenbach. CH Jahre alt, aus! dreas, 70 Iah SS Um, 82 jöfn tf Sich, 20. unter Entfaltung । Lich statt. Der MarienstiMrche dem Altäre, mit die beiden Ordi ’M» wigs- und Philü wendischen Kroin Obenauf lagen i Tzapka, General beiden Seiten sta Förster hielten t Kirche zur allge Uhr begaben sich Andacht am Kat wurde dieselbe ' 3m kir- Mben worden Aasten, die her Damen in tiefer Hoheit der Gro Fürst Karl. & Gemeinde 4 Vers. hielt Herr Trauerrede unter 37 und schn §schaften de's ! .»IS f -Ww mein, »«ein h und fraqi 7«-'»der?'7 1 ^selben * K d'e Taöen >h L'L'r.- *'« So»?' ,8*o" S»«g D ° ""d d», * k & D°, !=« 8.H 22»* "" d-s 8,» *- u«d 'lkhsa, ? ®». "nb ti«e »?16Sw,t fabigt &^'’ Sänbtt >""9 «nb bi/İ SSg-rlch, „Vew 9ungen Kttifafe " M ift ‘ S &*“ S1«5 -Ä ft S‘ «•*»« , 1°»rb. im dchmm gtwffe» ^tr totiltnbi elwiigt * '« Paris, Ob er ft -Wiche Saifer, Jon Kopenhagen an Bor^ nsen. ch dm Schluß der Play. ß SeitherStaatiantoiilt frecht. Knesevic ergriff Bort. Die Hand auf die neu, dir auf der Magr, aL Svnneniicht. (Grvtzr hrte er fvdann die Gründe lnfchuidige zu belasten. Der „Volksfim" zufolge Ibet, welche infolge denaturalisieren lassen Dq6 die Kriegführung mf den Philippinen tat große Bedenken erregt t Verstärkt werden diese । schreibt der „Weser-Ztg." „Sofort nad) dem Ein- itanif^nßeitung^ gegen die von General drr MWW^- Collins, und bat ihn nm Her Umstände, welche die -n Schritte bewogen hatte. m sehr detaillierten Briefe, t wurde, um das Ober- rbloszustellen. Mrdingt ü Stofs genug zu, bitteren f),r Weise die Dinge auf ?che Täuschung der öffent' -ort aus versucht und tA nge Zeit «nterwar n nt , il. „weil man an , »id wurde uns die Sache | »eneral Otis offen verttln- , > *rSäU i m^te ontgt«tl1(' ^mLefie «ich! ft burfle ' M J-d-' >.«!» i» gloriDfe« i Seife J« *t”9 j[m(( w- iJ fCL. M.Mft ter 5^ iiber , d°ß »« M- Bi*"?»?*8“ »»IP? jbe» ‘".’m« f>< 1 sandidat"^ . M "ig-jWjy xSLS" deshalb niedergeschossen wurden, weil sie bei einem Hahnen- kampfe davonrannten. Manche Ofsiziere sind wegen Feigheit vor Kriegsgerichte gestellt worden, und ein General mußte kassiert werden, weil er vor einer wichtigen Schlacht sinnlos betrunken angetroffen wurde. Diese Thatsacheu sind von den Korrespondenten überhaupt nicht gemeldet worden, ebenso wie die Jntriguen und Skandale in der Armee verschwiegen wurden. Zwei Kollegen, die ich für absolut vertrauenswürdig halte, sagten mir, daß sie Augenzeugen davon gewesen wären, wie unsere Soldaten die Verwundeten mit dem Bajonnete angegriffen hätten, und ich selbst konnte General Otis daran erinnern, daß die abgeschnittenen Ohren zweier amerikanischer Verwundeter nur eine Vergeltung für ähnliche Verstümmelungen toter Eingeborener durch unsere Soldaten bildeten. Ferner kann ich bekräftigen, daß Otis über die Zahl der Kranken u. s. w. die lügenhaftesten Mitteilungen nach Washington sandte. Er gab den Prozentsatz Kranker mit 71/» an, während über 20 Prozent krank waren u. s. w." So kräftig wurde die Wahrheit über die Philippinen noch nicht gesagt, und man kann angesichts der Schwere dieser Anschuldigungen nur verwundert fragen, was jener Teil des Berichtes enthalten haben möge, der „aus Rücksicht auf den Oberbefehl" nicht veröffentlicht wurde." auf wurde der Sarg durch die Handwerker in die Gruft gesenkt, dabei gab die Infanterie 3 Salven, die Artillerie 12 Schüsse ab und damit erreichte die tief ergreifende Feier ihren Abschluß. Das Wetter, welches am Morgen sehr regnerisch und rauh war, hellte sich am Nachmittag auf und blieb freundlich, so daß die Feier im Freien einen ungestörten Verlauf nehmen konnte. — Ranstadt, 20. September. Das 7jährige Söhnchen des Landwirts Karl Schäfer von hier hat sich an die Leier der Häckselmaschine gehängt und ger eitelt. Das Messer hatte aber die rechte Hand erfaßt und dieselbe an den Fingern durchschnitten. Kinder können nicht genug ermahnt werden, sich von diesem gefährlichen Instrument entfernt zu halten. ? Lauterbach, 20. September. Die am Montag dem 18. d. Mts. dahier abgehaltene Bezirkstierschau hat einen recht günstigen Verlauf gehabt, zumal auch die Witterung an diesem Tage kaum etwas zu wünschen übrig ließ. Der Auftrieb der Tiere fand kurz nach 8 Uhr statt, und diente der sogenannte Schützenplatz, zu welchem noch einige Parzellen hinzugemietet waren, der Ausstellung. Im ganzen waren gegen 170 Rinder, über 50 Schweine und 19 Ziegen aufgetrieben. Die Prämiierung wurde von drei durch den landw. Provinzialverein ernannten Kommissionen vorgenommen. Im allgemeinen sprachen sich die Sachverständigen über die Qualität des aufgetriebenen Viehes recht günstig aus, und wurde allgemein ein Fortschritt in der Entwicklung der Viehzucht des II. Körbezirkes konstatiert. Es sind gegen 4600 Mk. an Geldpreisen zur Verteilung gelangt. Hervorgehoben muß werden, daß besonders der Ortszuchtverein Angersbach—Maar, hervorragendes geleistet hat, sodaß ihm ein I. Sammlungspreis in Höhe von 400 Mk. zuerkannt werden konnte. Einen gleichen Preis erhielt auch Herr Gutspächter Backhaus in Rudlos für eine große Sammlung. Preise für kleine Sammlungen erhielten: Heinrich v. Alt in Wallenrod. W. Euler - Maar und H. F. Rodemer- Angersbach. Als eine erfreuliche Thatsache, welche diese Schau feststellte, muß anerkannt werden, daß der Schwerpunkt der Viehzucht in diesem Körbezirk mehr und mehr in die Hände der kleineren Landwirte gelangt. Während früher die größeren Landwirte in der Zucht nur hervorragendes leisteten, sehen wir hier, daß die kleineren Land- | wirte sehr wohl in der Lage sind, es jenen nachzumachen. Die Preisverteilung fand nachmittags 2 Uhr vor der Schützenhalle auf dem Ausstellungsplatze statt und wurde dieselbe durch eine Ansprache des Vertreters der Großh. Staatsregierung, Herrn Ministerialrat Braun eingeleitet. Nach derselben, um 3 Uhr versammelten sich die Vertreter der offiziellen Organe und eine Anzahl Landwirte aus Lauterbach und der Umgegend zu einem gemeinschaftlichen Festessen im Hotel Schüz. Hierbei toastete der Vorsitzende des Ausstellungskornitss, Herr Kreisrat Dr. Wallau auf den Protektor der hessischen Landwirtschaft, Se. Königliche Hoheit den Großherzog, während Herr Oekonomierat Leühiger den Ausstellungsleitern, insbesondere dem Vorsitzenden für ihre viele Mühe und Arbeit namens des Provinzialvereins dankte. Allgemein war man der Ansicht, daß in der jetzt von der Staatsregierung und den Vereinen eingeführten Form die Ausstellungen ein mächtiger Hebel für die Entwicklung unserer Viehzucht sind und daß die guten Früchte auch sicher nicht ausbleiben werden. Mainz, 20. September Die Einführung der I Perronsperre. Mit dem 1. November werden bekanntlich auch an dem hiesigen Zentralbahnhof die Perron - I biIIete eingeführt. Von Seiten der Bahndirektion bestand I seinerzeit die Absicht, die Sperre im hiesigen Bahnhof be- I reits in der Vorhalle des Bahnhofsgebäudes, wie dies in dem Bahnhof zu Kastel der Fall ist, zur Einführung zu I bringen, sodaß ohne Perronbillete niemanden mehr in der I Lage gewesen wäre, einer der Wärtesäle oder die Bahnhofs- reftauration zu betreten In öffentlicher Stadtverordneten- Versammlung wurde der Herr Oberbürgermeister ersucht, bei der Bahndircktion vorstellig zu werden, damit eine solche I Beschränkung nicht eingeführt und die Sperre direkt an dem Perron an die Thüre der Wartesäle angebracht würden, I sodaß das Publikum in der Lage wäre, ungehindert die Warte- und Restaurationssäle betreten zu können. Die Bahndirektion ist nunmehr dem Wunsche der Stadtverord- I neten-Versammlung entgegengekommen und wird die Perron- I sperre direkt an die Wartesäle auf das Perron verlegen. O Aus Rheinhessen, 20. September. In der Nähe des I Kirchhofes von Langenlonsheim' wurde letzter Tage wieder ein Reblausherd angetroffen und zwar in einem noch jungen Weinberge. Sollten sich noch weitere verseuchte Stellen ergeben, so ist keine Hoffnung vorhanden, den Wein- I bergödistrikt „Borngraben" zu erhalten. 4- Aus dem Bieberthal, 20. September. Der bereits I im vorigen Jahre durch die Elwert'sche Verlagsbuchhandlung I zu Marburg angetünbigte „Führer durch das Hinterland (Kreis Biedenkopf)" ist in diesen Tagen erschienen. Diesen Führer, dessen Hauptzweck ist, das erwachte Interesse für das von Fremden noch so wenig gekannte „Hinterland" I zu fördern und auf seine hervorragenden landschaftlichen 1 Schönheiten aufmerksam zu machen, können wir aufs beste empfehlen. In dem Führer ist Marburg zum Ausgangs- I punkt genommen. Daher mag sich auch wohl erklären, daß der südliche Teil des Kreises (Bieberthal) so stiefmütterlich behandelt worden ist. Vielmehr wäre zu wünschen gewesen, daß auch diesem Teil eine ausführlichere Behandlung zuteil I geworden wäre. Wir wollen hier nur das Bieberthal mit Iben angrenzenben Touren: Fellingshausen — Dünsberg, Himberg—Wetzlar, Königsberg—Hohensolms ober Vetzberg | —Gleiberg erwähnen. □ Rodheim a. d. Bieber, 20. September. Auch unser Dorf ist am Samstag mit der ersten größeren Einquartierung bedacht worden. Das Infanterieregiment I Nr. 166 ist in einer Stärke von 5 Kompagnien hier einKoksles und KrsvmMes. Gießen, 21. September 1899. ** Einem Darlehns Schwindel, der von Baden aus betrieben wurde, ist die Polizei in Straßburg auf die Spur gekommen. Durch Zeitungsinserate bot eine Londoner Firma Darlehne zu 5 Prozent an. Die zahlreichen Interessenten, die daraus reflektierten, mußten, wie immer in solchen Fällen, Vorschüsse einsenden, bekommen dann aber nie wieder etwas von dem ehrbaren Institut zu hören. Die menschenfreundliche Firma hat an verschiedenen Plätzen in Deutschland ihre Agenten, denen man das Handwerk inzwischen gelegt hat. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß auch in Gießen und Umgegend Unerfahrene auf dies Manöver hineinfallen könnten, so sei vor derartigen Offerten gewarnt. ** In Amerika verstorbene Heffen. Clinton Post Office, ! Ohio Co., W. Va., Conrad Schäfer, 74 Jahre alt, aus Grünberg. Madison, Wis., Mathias Beckheimer sen., 67 Jahre alt, aus Bingen. New-Memphis, Clinton Co., Jll., Elisabeth Bähr, geb. Theler, 75 Jahre alt. Dayton, O., Philipp Olt, 67 Jahre alt, aus Breitenbrunn. Berlin, Can., Caspar Heller, 69 Jahre alt, aus Udenhausen. Ebenda. Philipp Rinn er Wwe., 72 Jahre alt, aus Oberbreidenbach. Chicago, Jll., Hermann Felsenthal, 64 Jahre alt, aus Offenbach. Bellefontaine, Mo., Carl Andreas, 70 Jahre alt, aus Hessen. Waterloo, Ja., Adam Blim, 82 Jahre alt, aus Hessen. -j-f Lich, 20. September. (Beisetzung.) Heute fand unter Entfaltung großen Gepränges die Beisetzung des verstorbenen Fürsten Hermann zu Solms-Hohensolms Lich statt. Der Sarg war gestern abend in die hiesige Marienstistskirche übergeführt worden. Dort stand er vor dem Altäre, mit Blumen und Kränzen umstellt, zu Füßen die beiden Ordenskiffen (Roter Adlerorden 1. Klaffe, Ludwigs- und Philippsorden 1. Klaffe und der Hausorden der wendischen Krone). Er ist mit rotem Sammt beschlagen. Obenauf lagen die militärischen Embleme des Verstorbenen, Czapka, Generalsachselstücke, Degen und Feldbinde. Zu beiden Seiten standen je 3 silberne Kandelaber. Fürstliche Förster hielten die Ehrenwache. Heute morgen war die Kirche zur allgemeinen Besichtigung geöffnet. Um 11 Vs Uhr begaben sich die hiesigen hohen Herrschaften zur kurzen Andacht am Katafalk zur Kirche. Nachmittags 2»/, Uhr wurde dieselbe für Besucher des Trauergottesdienstes geöffnet. Zur kirchlichen Feier waren Teilnehmer-Karten aus- gegeben worden. Kurz nach 3 Uhr kamen die hohen Herrschaften, die Herren in den manigfaltigften Uniformen, die Damen in tiefer Trauer, zur Kirche, zuletzt Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen, Fürstin Mutter und Fürst Karl. Nach einem kurzen Orgelvorspiel fang die Gemeinde 4 Verse von dem Liede „Jesus meine Zuversicht". Dann hielt Herr Pfarrer Löhr (früher in Hohensolms) die Trauerrede unter Zugrundelegung des Textes Lucas 12 Vers 37 und schilderte darin die hervorragenden Charaktereigenschaften des Hochseligen als Christ, Fürst und Mensch. Danach fang der Kirchenchor das Lied „Christus der ift mein Leben", dann folgte die Aussegnung durch Herrn Stistspfarrer Weber und das Vaterunser. Zum Schluffe fang die Gemeinde noch einen Vers. Während der Feier hatte sich vor der Kirche das zur Trauerparade befohlene Militär, (1 Bat. v. Reg. 117, 1 Eskadron Ulanen und 1 Batterie Artillerie), die Vereine, die Schüler Großherzogl. Präparandenanstalt und hiesiger Volksschule aufgestellt. Als der Sarg zum Leichenwagen getragen wurde präsentierte die Infanterie, und die Musik spielte die Melodie zum Liede „Jesus meine Zuversicht". Dann setzte sich der Zug in Bewegung, erst die Ulanen, dann Infanterie, dann Artillerie. Nach der militärischen Trauerparade folgte der Cäcilienverein, dann 2 Trauermarschälle, die fürstlichen Pächter und Beamte, die Geistlichen der Grafschaften Lich, Hohensolms und Niederweisel, die fungierenden Geistlichen, die Ordenskissen tragenden Herren Forstrat Dr. Dieffenbach und Hofrat Dr. Stamm, die persönliche Bedienung des Hochseligen, dann der Leichenwagen, zu beiden Setten der Gemeinderat und Kirchenvorstand der Stadt Lich, außerhalb derselben aus jeder Seite 3 Forstbedienstete. Hinter dem Wagen folgten die hohen Leidtragenden, ein Trauermarschall, die Wagen mit ihrer Durchlaucht der Fürstin Mutter und den übrigen leidtragenden hohen Damen, dann das übrige Trauergefolge und schließlich die spalierbildenden Vereine. Auf dem fürstlichen Friedhöfe angelangt, sprach Herr Dechant Klingelhöffer ein Gebet und die Einsegnung. Gleich dargetroffen. Die höheren Offiziere dieses Regiments sind bei den Herren Kommerzienrat Gail und Baron van der Hoop im Quartier. Die Regimentskapelle, unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Schmidt, hat sowohl am Samstag als* auch am Sonntag zur Tafel gespielt. Am Montag werden uns die „166er" verlassen und alsdann Husaren und Infanteristen vom 88. Regiment hier eintreffen. Da Rodheim seit dem Jahre 1882 keine Einquartierung gehabt hat, so werden die Mannschaften hier gute Quartiere finden, was bei ihren anstrengenden Märschen ihnen nur zu gönnen ist. Wetzlar, 18. September. Vom Manöverfelde wird dem „M. A." geschrieben: Ein ungemein fesselndes Bild vom „Krieg im Frieden" bot sich heute Vormittag den zahlreichen Schlachtenbummlern dar, welche von der Höhe des Lahnberges, von der Garbenheimer Warte oder der Kühmark aus das Manöver beobachteten, welches die in zwei feindliche Abteilungen getrennte 21. Division in der Nähe unserer Stadt ausführte. Die aus den Regimentern 87, 88 und 166, der Biebricher Unteroffizierschule, sowie 27er Artillerie bestehende eine feindliche Abteilung, welche in der vergangenen nacht meistenteils in den Dörfern des Solmser Amts, des Hinterlandes und verschiedenen Gemeinden an der Lahn einquartiert gewesen war, warf sich auf den bei Naunheim stehenden Gegner, welcher sich aus den Regimentern 80 und 81 und einer Abteilung Artillerie zusammensetzte. Unter stellenweise sehr scharfem Feuer- gefecht wurden 80er und 81er durch Naunheim hindurch und über die Brücke zurückgedrängt, welche von den Pionieren dicht bei der Naunheimer Mühle über die Lahn erbaut worden war. Die zu den 80ern und 81ern gehörende Artillerie passierte den Fluß teilweise durch eine Furt, die sich ganz nahe bei der genannten Mühle befindet. Ihre Verfolger drängten augenblicklich nach und warfen sich in ungestümen Vorstoß auf die Verteidigungsstellung, welche 80er und 81er auf den Bergen oberhalb Garbenheim einzunehmen sich anschickten. Das Gefecht ging durch das Dorf Garbenheim hindurch und endigte damit, daß 80er und 81er eine abermalige, wenn auch nicht sehr lange Rückwärtsbewegung antraten. Nach 12 Uhr erklang das Signal, welches die Offiziere zu der Kritik sammelte, die der kommandierende General des 18. Armeekorps Excellenz v. Lindequist auf einer Anhöhe dicht über Garbenheim ab> hielt. Das ganze Gefecht, dessen Entwickelung von den oben erwähnten Punkten aus vortrefflich beobachtet werden konnte, bot inmitten des prächtigen landschaftlichen Rahmens, in dem es sich abspielte, einen außerordentlich interessanten, lebendigen Anblick. Heute abend biwakieren alle Truppen. Die 88er liegen auf dem Felde zwischen der Kühmark und der Garbenheimer Warte, die 81er und 166er bei und hinter Rechtenbach u. s. w. Auch unsere Stadt wurde von der großen militärischen Hebung insoweit in Mitleidenschaft gezogen, als fortwährend Patrouillen, Militärfahrzeuge u. s. w. durch die Straßen zogen. Die innerhalb unserer Stadt befindlichen Lahnbrücken galten als gesprengt und daher unpassierbar, was durch aufgestellte Jufantcrieposten markiert wurde. Ein Husarenpiquet, welches den llebergnng über die alte Lahnbrücke solchergestalt versperrt fand, wußte sich aber gleichwohl zu helfen, indem es einfach durch den zur Zeit stellenweise ziemlich seichten Fluß hindurch ritt. Leider sind auf dem sehr toupierten Terrain auch mehrere Uuglücksfälle vorgekommen. So ist ein Geschütz der 3. Batterie des 27. Feldartillerie-Regiments in Garbenheim beim Umfahren einer Ecke umgeschlagen. Ein Kanonier wurde hierbei am Knöchel erheblich verletzt, ein anderer hatte eine Kontusion am Rücken erlitten. [] Frankfurter Obstwarkt. Der diesjährige Frankfurter Obstmarkt findet am Mittwoch, dem 4. Oktober, in der Stadthalle, Klostergasse 14, statt. Wie in den Vorjahren läßt die Marktordnung ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst usw. zu und zwar: sortiertes Tafelobst, gepflücktes Wirtschaftsobst, gewöhnliches Wirtschafts- und Mostobst, gedörrte und eingekochte Obstfrüchte, Obstweine, Obstbranntweine, Obstliköre, Mus, Marmelade, Gelse nsw., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Der Verkauf geschieht nach Proben. Die Proben von sortiertem Tafelobst und gepflücktem Wirtschaftsobst dürfen bis 5 Kg. brutto, diejenigen von gewöhnlichem Wirtschaftsobst bis 25 Kg. betragen. Obst- und Gemüse-Produkte sind mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen zu liefern sind, in Originalpackung auszustellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per Kg. bezw. per 100 Kg. ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Verkäufers, die ungefähre Lieferzeit. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franko Marktlokal (Stadthalle) zu liefern, oder an das Obstmarkt- Komitee, Gneisenaustr. 15, einzusenden. Alle Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch vom Markt Komitee unentgeltlich ausgefertigte Schlußscheine statt. Begleitscheine sind vom Obstmarkt-Komitee erhältlich, das auch jede weiter gewünschte Auskunft erteilt. Es findet in diesem Jahre nur oer eine Obstmarkt statt. Zum Schluß sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Komitee (Centralstelle für Obstverwertung) auch sonst vor und nach dem Markt den An- und Verkauf von allen Sorten Obst vermittelt. Schiffsnachrichteu Der Postdampser „Noordland" der „Sieb ®ter Line" ta Antwerpen ist laut Telegramm am 19. September wohlbehalten to N«v- Dork angekommen. ____________________ Humoristischem * Trost. Schusterjunge (der von seinem Meister Prügel bekommen): „Aber ich bin's ja gar nicht gewesen I" — Meister: „So? Na dann steh' mal, so viel Prügel bekommst Du schon, wenn Du's nicht gewesen bist; nun kannst Du Dir ungefähr vorstellen, wie ich Dich ver- hauen hätte, wenn Du'L gewesen wärest!" aus Stuttgart zum Stellvertreter des Vorstandes des bau- technischen Bureaus bei der Abteilung für Bauwesen unter Verleihung des Titels und Ranges eines Bauinspektors, — den Bauinspektor für besondere Bauausführungen Wilhelm Diehl zu Darmstadt zum Bauinspektor des Hochbauamts Bensheim, — den Bauassessor, Bauinspektor August Becker zu Gießen zum Bauinspektor für besondere Bauausführungen. — die Regierungsbaumeister Gustav Plock aus Salzhausen und Paul Kubo aus Landsberg a. d. W. zu Bauassessoren unter Verleihung des Titels und Ranges eines Bauinspektors — sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an, — den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Bingen, Regierungsassessor Heinrich Schwarz, und den Regierungsasseffor Hermann Schreiner aus Alsfeld zu Steuerkontrolleuren zu ernennen; — den Distrikts- einnehmer der Distriktseinnehmerei Groß-Gerau II Nikolaus Werner in gleicher Diensteigenschaft, mit Wirkung vom Tage feines Dienstantritts, in die Distrikts-Einnehmerei Nieder Wöllstadt, mit dem Amtssitz Friedberg, den Distriktseinnehmer der Distrikts-Einnehmerei Groß-Gerau I Friedrich Meißinger in gleicher Diensteigenschaft, mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts, in die Distrikts-Einnehmerei Friedberg zu versetzen. •• Militärdienstnachrichten. Seine Majestät der K a i s e r und König haben mittelst Allerhöchster Ordre vom 18. ds. Mts.: 1) den General der Kavallerie, Wernher, Generaladjutant Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hessen und bei Rhein in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter gleichzeitiger Stellung A la suite des 2. Großh. Drag.-Regts. (Leib-Drag.-Regts^ Nr. 24, mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt, 2) den Oberst Freiherrn v. Senarclens-Grancy, Flügeladjutant Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs von Hessen und bei Rhein mit den Funktionen des General-Adjutanten Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs beauftragt, 3) den Rittmeister Kraemer, Eskadronchef im 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23, zum Flügeladjutanten Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs von Hessen und bei Rhein ernannt, vr. Maßkow, Unterarzt vom Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, mit Wahrnehmung je einer beim genannten Regiment offenen Asfistenzarztstelle beauftragt. Völker, Kaserneninsp. in Mainz, auf den Truppen-Uebungsplatz Elsenborn; Köhler, Kaserneninsp. in Metz, nach Mainz — versetzt. ** Militärisches. Hier angekommen und im Hotel zum Großherzog von Hessen abgestiegen sind: Exzellenz v. Lindequist, General der Infanterie und kommandirender General des 18. Armeekorps, Oberstleutnant Scholtz, Major v. Guretzki, Major v. Matheson, Major Hildebrandt, Leutnants v. Auer, Sermont. Recht kriegsmäßig sieht es zurzeit in der Umgebung Gießens aus, und das Bild, welches sich bisher unfern Nachbarn auf dem Lande bot, wird sich auch bald vor den Blicken der Städter entrollen, soweit diese sich entschließen sollten, einen Gang ins Freie zu machen. Einen Vorgeschmack erhielten wir schon zu Ende der vorigen Woche, als in der Nähe der Haas'schen Kalköfen am Leihgesterner Weg eine recht leistungsfähige und von dem Gießener Publikum eingehend besichtigte und vollauf gewürdigte Feldbäckerei errichtet wurde. Es wurden dortselbst in den letzten Tagen Tausende von Dreipfündern gebacken und mittelst wohlbespannter Fuhrwerke den Truppenteilen zugeführt. Auch das neben der schönen Aussicht errichtete Proviantmagazin barg ungeheure Mengen von allem, was ein deutscher Soldatenmagen aufzunehmen vermag: Konserven mannigfacher Art, Kaffee, Hülsenfrüchte usw. Ob aljk diese Kostbarkeiten immer nach den vornehmsten Regeln der Kochkunst zubereitet wurden, ist freilich eine andere Frage, manches hätte ohne Zweifel seinen Zweck verfehlt, wenn nicht „rührige" Hausfrauen und -Töchter den besser mit der Flinte wie mit dem Kochlöffel vertrauten Kriegern den letzteren rechtzeitig aus der Hand genommen hätten. Wie uns berichtet wird, hatten sich die Soldaten in den oberhessischen Gefilden einer durchweg guten Ausnahme und 93er» Pflegung seitens ihrer Quartiergeber zu erfreuen; viele brave Krieger zeigten sich auch dafür erkenntlich; sie halfen ihren Quartierwirten bei den häuslichen und Erntearbeiten oder vergalten das Gute von ihrem nächsten Quartier aus durch — Postkarten. — Unsere hessische Division manövrierte in den letzten Tagen in dem Gelände zwischen Grünberg und Lich; sie setzt ihren Marsch nach der Lahn zu fort, um zunächst mit der 21. Division, die bisher in der Umgebung von Wetzlar übte, zusammenzustoßen, dann aber vereint mit dieser gegen einen markierten Feind vorzugehen. Das Haupttreffen wird danach am Freitag in der Umgegend von Großenlinden stattfinden; Hochelheim und Hörnsheim werden Stützpunkte des markierten Feindes sein. Der Generalstab des 18. Armeekorps, welcher mit der Eisenbahn bis Langgöns fährt, wird dem Manöver beiwohnen. In dem bezeichneten Gelände wird das Gefecht amSamstag abgebrochen, worauf der größte Teil der Truppen nach Gießen ab- marschiert, um von hier aus mit der Eisenbahn in die Garnisonen befördert zu werden. Vor der Abfahrt erhalten ine Soldaten noch Mittagessen aus einer großen, mit acht Riesenkesseln ausgestatteten Küche, die eigens für diese Zwecke nn der Crednerstraße bei der Ueberfahrt nach dem Güterbahnhofe errichtet wurde. — Gießen selbst soll bei ungünstiger Witterung mit 6500 Mann Einquartierung belegt werden. Z. Vom Lande, 21. September. Folgende köstliche thatsächliche Geschichte wird uns aus dem Kreis gemeldet: Daß die Nachkommen der Schildbürger, von denen sich unser Volk so manch drolliges Stückchen erzählt, noch vorhanden sind, ist wohl allen bekannt, daß aber dieselben auch in der Nähe Gießens zu finden sind, dürfte nicht jeder wissen. Nachstehende heitere Geschichte beweist nns, wie die Schildbürger auch heute noch florieren. In dem Dorfe X. herrschte schon seit einiger Zeit Mangel an tüchtigen Zuchtziegenböcken. Es wurde darum beschlossen, zwei Böcke von der Zuchtstation zu S. zu kaufen. Im Auftrag des Ortsvorstands reiften denn auch zwei „Kenner" dorthin. Sie machten sich früh auf den Weg, um möglichst zeitig auf dem Ziegenmarkt zu S. zu sein. Unsere „tüchtigen Kenner" waren auch recht bei der Hand. Gar bald hatte ihr scharfer Verstand und ihr alles durchdringender Kennerblick zwei prächtige Tiere entdeckt, und sie wußten sich bei allerdings etwas hohem Preise den Besitz der Tiere zu sichern. Aus Freude über den guten Kauf wurden schnell noch einige Gläschen „Bockbier" getrunken und dann mit dem nächsten Zug nach Hause gefahren. Dort hatte man die Käufer schon sehnsüchtig erwartet. Arn anderen Tage trafen die Böcke ein, zwei prächtige Tiere. Das Ortsoberhaupt unterzog sogleich die angekauften Zuchtböcke einer eingehenden Besichtigung. Nach kurzer Zeit entdeckte er aber einen Zustand an dem einen Tier, der dem Leser etwas später mitgeteilt werden soll, abgesehen davon, daß sich der Bock merkwürdigerweise immer auf drei Beine stellte. Stillschweigend ging er von bannen. Gelegentlich einer Gemeinderatssitzung wurden dann demselben die Tiere vorgeführt. Wohl- bewaffnet mit Brillen und Zwickern standen die Herren da, um die Musterung abzuhalten. Keiner von ihnen merkte anfangs etwas. Endlich, nachdem der Bürgermeister, wie man zu sagen pflegt, zuerst mit dem Scheuerthor gewunken hatte, da entdeckte man, daß das eine Tier überhaupt kein Ziegenbock, sondern nur eine — Ziege war. Groß war das Erstaunen. Aber was war jetzt zu machen, man hatte die Katze im Sacke gekauft. Unsere „Kenner", die darüber zur Rede gestellt wurden, konnten es kaum glauben. Zudem gab noch einer von ihnen an, der Bock sei ja doch bei einer Ausstellung mit dem 4. Preis bedacht worden. Daß der Spott die „tüchtigen Kenner" ziemlich mitnahm, ist wohl leicht zu begreifen. Inzwischen bestellte man den Herrn Kreisveterinärarzt, der auch die Tiere besichtigen soll. Was er dazu sagen wird, das kann man sich leicht denken. — Unfern Kennern aber als Anerkennung für ihre echte Schildbürger- that einen kräftigen Schluck echten „Bockbiers". Darmstadt, 20. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog besichtigten gestern die ihrer Vollendung entgegengehende russische Kapelle auf der Mathildenhöhe. — Ihre Königl. Hoheiten die G r o ß h e r z o g i n und die K r o n - Prinzessin von Rumänien, Höchstwelche inzwischen nach Wolfsgarten zurückgekehrt ist, statteten gestern Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedrichs- Hof einen Besuch ab. — Zur Dienstleistung bei Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland für die Dauer Allerhöchst- dessen Aufenthalts wurde Major v. Esebeck vom Stab des Leibdragoner-Regiments befohlen. Darmstadt, 20. September. Fürdiebevor stehende Ankunft des russischen Kaiserpaares sind jetzt in Darmstadt und im Schloß Wolfsgarten die Vorbereitungen nahezu vollendet. Dieses Schloß, in welchem das Kaiser- Paar für die erste Zeit seines Ausenthalts wohnen wird, hat vor allen Großherzoglichen Sommerresidenzen den Vorzug, große, bequeme, an einander hängende und Praktisch eingerichtete Räumlichkeiten zu besitzen. In Darmstadt ist für die hohen Gäste das Neue Palais eingerichtet worden, dessen Gemächer nach der Krankheit des Großherzogs eine völlige Renovierung erfahren haben. Ebenso eifrige Vorbereitungen werden im Alten Palais am Luisenplatz getroffen, wo ein Teil des Gefolges des Zarenpaares wohnen wird. Man sieht es dem alten Gebäude, das früher einmal Post, bann Garbeunteroffizierskaserne gewesen ist unb im Laufe ber Zeiten verschiedene bauliche Veräuberungen erfahren hat, gar nicht an, baß es eine so stattliche Flucht herrschaftlich unb fürstlich eingerichteter Gemächer birgt. In ben Kavalierszimmern werben jedenfalls bie Damen und Herren aus der unmittelbaren Umgebung des Zarenpaares Quartier nehmen. Ebendort befinden sich eine Menge Porträts unb Antiquitäten, welche an bie frühere Äera unter Alexander II unb seiner Gemahlin Marie, einer hessischen Prinzessin, gemahnen. Von ihr selbst befindet sich ein Oelporträt im Palais, gemalt von Boß, das sich Großfürst Sergius vor einigen Jahren von dem inzwischen verstorbenen Hofmaler Hartmann kopieren ließ. Die griechischrussische Kapelle im Mathildengarten steht jetzt fertig ba bis auf bie Vergolbung im Innern. nn. Darmstadt, 21. September. Die Agitation für bie demnächst stattfindenden Landtagswahlen für den Wahlbezirk Darmstadt-Land, der seither durch den Landtags- abgeordneten Prof. Friedrich vertreten war, ist jetzt lebhaft im Gang. Während die Sozialdemokraten überall bereits länger an der Arbeit sind, haben jetzt auch die Handwerker unb insbesonbere ber Verbanb ber Arbeitgeber für bas Baugewerbe einen eigenen Kanbibaten in der Person des Stadtverordneten und Zimmermeisters W i 11 m a n n - Bessungen aufgestellt. Auch Prof. Friedrich wird voraussichtlich für das Mandat kandidieren. nn. Darmstadt, 21. September. Die Ankunft des russischen Kaiserpaares, welche am nächsten Samstag mittag hier erfolgt, wirft ihre Schatten bereits voraus, indem eine große Anzahl russischer Geheimpolizisten bei uns eingetroffen ist. Dieselben haben sich sofort nach dem Jagdschloß Wolfsgarten begeben, wo die russische Kaiserfamilie mehrere Wochen wohnen wird. Schloß und Umgebung von Wolfsgarten ist seit gestern gegen bie Außenwelt völlig abgeschlossen und zur Bewachung des Parks ist außer einem starken Aufgebot von Gendarmerie auch noch ein Detachement Kavallerie für den Tagesdienst und eine Kompagnie Infanterie für den Nachtdienst herangezogen worden. Die Einweihungsfeierlichkeiten für die auf ber Mathilbenhöhe bei Darmstabt erbauten russischen Kapelle, sollen bem Vernehmen nach amMontag,bem 2. Oktober stattfinben, trotzdem bas Innere ber Kapelle, insbesonbere bie prächtigen Malereien noch nicht fertiggestellt sinb. Gestern nachmittag besichtigte Seine Kgl. Hoheit ber Groß- Herzog bas bereits vollständig von ben Gerüsten freigelegte herrliche Bauwerk, welches mit seinen vergolbeten Kuppeln unb Dacheinfaffungen einen imposanten Einbruck macht. Wetzlar, 20. September. Se. Exzellenz ber Kommandeur ber 21. Division, Herr Generalleutnant Perthes hat heute vormittag in Begleitung einer Anzahl anberer höherer Offiziere bie neuen großen Werkstätten ber Firma M. Hen- solbt u. Söhne in Augenschein genommen. Se. Exzellenz nahm hierbei Gelegenheit, einen von ber Firma als Spezialität hergestellten Distanzmesser ganz neuer Konstruktion, sowie beren neues Doppelfernrohr einer eingehenben Besichtigung unb Prüfung zu unterwerfen. Sowohl bie Einrichtungen ber Fabrik, welche in jeber Beziehung auf ber Höhe ber Zeit stehen, wie auch ihre Fabrikate hatten sich babei ber ehrenvollsten Anerkennung Sr. Exzellenz zu erfreuen. („933. A.") Hochwasser. Aus Raab wirb gemelbet, baß bie Gemeinbe Szoegye überflutet ist. Die Rettung ber Einwohner und eine allgemeine Hilfsaktion ist eingeleitet. Die Gemeinbe Goeuyor wibersetzte sich ben Rettungsarbeiten, sobaß Militär beorbert werben mußte. Trotz angestrengter Arbeit burchriß das Wasser bie Dämme unb fließt mit rapiber Gewalt gegex Szent-Jvan. In Preßburg ist bas Magazin ber Schiffahrtsgesellschaft ber Südbahn von ben Fluten weggeschwemmt worben. Wie aus Gmunde» gemeldet wirb, ist in Ebensee baS Greisenasyl, bas burch Hochwasser des Langbaches ganz unterwaschen war, eingestürzt, als italienische Arbeiter bie Stützung bes Gebäubes vornahmen. Drei Arbeiter sinb schwer, ein vierter tätlich verletzt worben. In Schaerfling am Attersee ist bie Villa ber Kammersängerin Frau Lili Lehmann-Kalisch, wo sie mit ihrer Schwester Marie ben Herbst zubringt, so tief unter Wasser gesetzt, baß beibe Damen bie Villa verlassen unb anbere Unterkunft suchen mußten. * ♦ ♦ Straubing, 20. September. Gestern würben vom fgL Oberbahnamte etwa 200 Bahn- unb Telegraphenarbeiter mit mehreren Waggons Gerätschaften nach Plattling transportiert zwecks Erbauung eines Notgeleises, welches wegen Einsturz eines Wiberlagers unb Pfeilers ber Flutbrücke er- forberlich ist. Die eiserne Eisenbahnbrücke blieb unversehrt. Die Linie Plattling-Passau wirb voraussichtlich bis Samstag toieber bem Betrieb übergeben werben können. Papenburg, 20. September. Die Ems unb ihre Nebenflüsse sinb stark angeschwollen unb über bie Ufer getreten. Ebensee, 18. September. Die Donau hat gestern abenb mit 5 Mtr. 66 Ctm. über normal ben höchsten Wasser- stanb erreicht. Im Laufe ber Nacht ist ber Wasserstanb um 2 Ctm. gefallen. In ber Brigittenau würben gestern abenb viele Straßenteile vom Wasser erreicht. Rosenheim, 20. September. Die Leiche bes Heizers Obermaier würbe gestern bei Rohrbach geborgen unb nach Rosenheim überführt, wo bie Beerdigung nachmittags 4 Uhr ftattfanb. Passagiere waren nicht im Unglückszuge, was jetzt sicher festgestellt würbe. Bad Reichenhall, 20. September. Gestern nachmittag traf hier eine Abteilung Pioniere ein, um bie beschädigte Luitpold-Brücke, bie ben Verkehr mit Kirchberg vermittelt, provisorisch toieber herzustellen. Außer einigen starken Uferbeschädigungen unb ber Vernichtung eines Teiles ber Triftanlage ist bie Stabt sonst verschont geblieben, basür litten aber bie Nachbargemeinden umsomehr. Der Schaben beziffert sich auf eine Million. Am Montag finbet ei« Wohlthätigkeitskonzert statt. Vermischter. * Berlin, 20. September. Heute früh hat in Rixbors eine folgenschwere Benzin-Explosion ftattgefunben, durch welche ein Fabrikgebäude vollständig einstürzte. Drei Personen erlitten schwere Verletzungen. Der eine ber Verletzten, ber Gerber Müller, konnte erst nach anberthalb Stunden aus bem Schutt hervorgeholt werben. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Dadurch, daß bie Trümmer bes einstürzenden Hauses bis zum Kellergeschoß durchschlugen, sind bie Maschinen unb sonstigen Einrichtungen breier Fabriken vernichtet worben. Neun Schweine liegen noch unter bem Mauerwerk. Die Ursache bes Einsturzes ist bie Explosion eines Benzinbehälters. Wie verlautet, soll biefelbe burch eine rachsüchtige Person, ein entlassenes Dienstmäbchen, hervorgerufen sein. Das Mäbchen konnte bis jetzt nicht gefunden werden. * Frankfurt a. M., 20. September. Der Dreyfus- fall äußert seine Wirkungen jetzt auch auf die standesamtlichen Eintragungen. Ein in ber Brückhofstraße wohnenbes Ehepaar namens Schenkel hat seinem neugeborenen Sohne bie Vornamen Hans Labori beigelegt. * Kassel, 20. September. Wie berichtet wirb, ist Oberbürgermeister Westerburg feit einiger Zeit sv schwer erkrankt, baß bie Frage seiner Pensionierung in Erwägung gezogen worben ist. Er befinbet sich in einer Nervenheilanstalt in Gobesberg. * Magdeburg, 20. September. Landgerichtspräsi- bentBeleites-Norbhausen verstarb während einer Gerichtsverhanblung am Herzschlag, 65 Jahre alt. Lanb- gerichtspräsident Beleites war allgemein beliebt. * Halle a. S., 19. September. Die stäbtischen Be- horden beschlossen bie Eingemeindung ber Vorortgemeinden Giebichenstein und Trotha mit 20000 Einwohnern und genehmigten die mit den Gemeinden vereinbarten Verträge, lieber die Eingemeindung des Vorortes Cröllwitz wird in ber nächsten Sitzung ber Stadtverordneten Beschluß gefaßt werden. Jra Strt« g®*1 S <. i 1852) W««bt,‘e UawM geilte unsrer t d-M d°- baß er seiner M # UMS- wurde das Wlgkl MÄ W-s. Lbnbm aWfflrt ®"tb; bewerb für W I • OMbrna, Gewitter im gegangen. ♦ Siemen, 2 deutschen Lloyd gestern von Net Strecke Southan dampserverkehr b von 23,98 Se - Die Rettunc 19. September w von S. M. S. 4 Sturmflut von de größten Lebensges. Reichspost der Sb * fllagenfutt, 2 Manöver stürzte tu wurden surchtbc * Franlrnha Streich wird vi zessin Carolath z vogel geäußert, gebracht. Diese den Kurgästen, t Zur allgemeinen Begleiterin der ss * Würzburg, der feit ßnbe 8l der bitb ber . Mattillerie-Vcha Borgesetzten Schloff Wm Zeitunge sPvndeM leerte lichen Gehalt bt] gekündigt worden, der fließend frati; reich gewandt h er mittellos zurit ,.x $ Leipzig, 1< l'che Grundsti Gebäude statt. Ötörgi. .. * Ehenmitz, ' ote Koulissen" ,b,em hiesigen Laut läge bildete eine fahrenden Künste, ^ungarischen Jahren »M von dtesem zu *lt begann auch tonte ben Bater S M außerorde JM’ d-m Stai " ?d-r- q •ÜV? Von früh R r e 001 Ä'ä* Nk J.e”- m r ile ® 3 ‘ I« Beben L < {^«orbenff e"i 'Na ? ?°rp-r wat W tu "'M 's"1V" •- bla« w>ü5Sss* St,ÄS n der kirn," Hellen» - einet tL,?“^hwi, «h. Ä.mal den höchsten Wasier- cht ist der Wasserstand nm mau mürben geftern abtnb ■eity. Die Leiche bei Heizers Rohrbach . Bmb'Mntz nachMG en nicht im Anglückszuge, [her. Gestern nachmittag t ein, um die beschädigte mit Kirchberg vermittelt, en. Außer einigen star en Iichtmg ck-r T-il-r -r v-rlch°«> geblieben, ba ut , ** ®«* Am Montag sindet em iM. Mi W »«««*!” loUftänbig msMte. 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Aeltere Leute unserer Stadt erinnerten sich auf Befragen ganz deutlich des alten Herrn Dreyfus und wußten auch noch, daß er seiner Zeit nach Frankreich auswanderte. * M. Gladbach, 20. September. Heute nachmittag wurde das Bismarck-Denkmal des Berliner Bildhauers Professor Schaper unter Beteiligung mehrerer tausend Bürger feierlich enthüllt. Die Festrede hielt Professor Wytzes. Oberbürgermeister Kaiser übernahm das Denkmal namens der Stadt. Das Denkmal ist nach dem Entwurf ausgesührt worden, mit dem Schaper sich an dem Wettbewerb für das Berliner Bismarckdenkmal beteiligte. * Osnabrück, 20. September. Heute sind sehr schwere Gewitter im westlichen Teile von Hannover niedergegangen. * Bremen, 20. September. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Kaiser Wilhelm der Große, der gestern von New Aork in Bremerhaven eintraf, hat die Strecke Southampton-Bremerhaven mit der im Schnelldampferverkehr bisher unerreichten Geschwindigkeit von 23,98 Seemeilen in der Stunde zurückgelegt. — Die Rettungsstation Langeoog telegraphiert: Am 19. September wurde ein als Poften ausgestellter Matrose von S. M. S. „Hyäne", der durch die plötzlich eingetretene Sturmflut von der Insel abgeschnitten wurde und in der größten Lebensgefahr schwebte, durch das Rettungsboot Reichspost der Station gerettet. * Klagenfurt, 20. September. Bei dem gestrigen Schlußmanöver stürzte ein Geschütz um; zwei Artilleristen wurden furchtbar verwundet. * Frankenhausen, 19. September. Ein dummer Streich wird von hier berichtet: Als dieser Tage die Prinzessin Carolath zur Kur eingetroffen war, hatte ein Spaßvogel geäußert, die Prinzessin habe die „Masern" mitgebracht. Diese Aussage verbreitete sich blitzschnell unter den Kurgästen, und alles mied die Nähe der Prinzessin. Zur allgemeinen Heiterkeit stellte sich dann heraus, daß die Begleiterin der Prinzessin den Namen v. Masern führt. * Würzburg, 19. September. Die Vermutung, daß der seit Ende August flüchtige Trainsergeant Schlosser der Dieb der Mobilisierungspläne der 2. bayer. Feldartillerie-Brigade ist, dürfte zutreffend sein. Bei den Vorgesetzten Schlossers war bekannt geworden, daß er verschiedenen Zeitungen, darunter auch französischen, Korrespondenzen lieferte und aus Frankreich sogar einen monatlichen Gehalt bezog. Darauf war ihm seine Stellung gekündigt worden. Es wird angenommen, daß sich Schlosser, der fließend französisch spricht, mit seinem Raub nach Frankreich gewandt hat. Seine Frau, eine Rheinländerin, die er mittellos zurückließ, mußte sich in ihre Heimat begeben. ♦ Leipzig, 19. September. Heute fand hier die feierliche Grundsteinlegung zum neuen Rathaus- Gebäude statt. Die Festrede hielt Oberbürgermeister Georgi. * Chemnitz, 18. September. Einen „Blick hinter die Koulissen" gewährte eine Verhandlung, welche vor dem hiesigen Landgericht ftattfand. Den Grund der Anklage bildete einer jener Vorgänge, wie sie im Leben der fahrenden Künster nur zu oft sich ereignen. Als Kind einer ungarischen Sängerin kam die kleine Sidonie Klement mit sechs Jahren in die Schule eines Artisten Bernardo, «rn von diesem zur Künstlerin ausgebildet zu werden. Damit begann auch die Leidenszeit des armen Kindes. Es kannte den Vater überhaupt nicht und bekam die Mutter nur bei außerordentlichen Anlässen zu Gesicht; die Kleine war also dem Artisten auf Gnade und Ungnade übergeben. Die Behandlung war derart, daß die kleine Sidonie schließlich in andere Hände gegeben wurde, und zwar in die des Gymnastikers August Wilhelm Robert Schmidt in Hartmannsdorf. Damit war die Kleine vom Regen in die Traufe gekommen. Wie vor Gericht festgestellt wurde, mußte sie von früh 8 bis mittags 12 Uhr und von nachmittags 3 Uhr bis abends 10 oder 12 Uhr probieren, nicht selten dehnten sich die Uebungsstunden bis nachts 3 Uhr aus. Das neunjährige Mädchen mußte den Handstand üben, auf dem Kopfe stehen und sollte schließlich auch Saltomortale springen; das letztere jedoch war eine Uebung, welcher die Kleine nicht gewachsen war. So kam es oft vor, daß der gefühllose Lehrmeister nachhalf und mit roher Hand den zarten Körper zusammendrückte. Schließlich griff er auch zum Stock; abends bildeten sich wiederholt vor seiner Wohnung Menschenansammlungen, in welchen das jammernde Kind bedauert wurde. Als die Sache zu arg wurde, legte sich die Gemeindeverwaltung ins Mittel und nahm dem Lehrmeister das Kind weg, um es einem Handschuhfabrikanten in Pflege zu geben. Hier entwickelte sich die hübsche Kleine bald außerordentlich prächtig. Ein Arzt, der das Kind kurz nach der Wegnahme von Schmidt untersucht hat, fand, daß die Kleine furchtbar mißhandelt worden war; an ihrem ganzen Körper war kaum ein Stückchen Haut vorhanden, welches die normale Farbe zeigte. Vielmehr schillerte die Haut rot, blau und gelb, und besonders die Arme und Beine zeigten sich stark blutunterlaufen. Das Kind mußte demnach audauernd starke Schläge erhalten haben. Das Gericht sand, daß der Angeklagte das ihm zustehende Züchtigungsrecht wesentlich überschritten habe, und verurteilte ihn zu sechs Wochen Gefängnis. * Chemnitz, 19. September. Heute nachmittag wurde die Leiche des seit Sonntag vermißten Stadtrats Winkler im Küchwalde gefunden. Der Stadtrat hatte sich in der Nähe eines Spielplatzes erhängt. Man fand bei der Leiche einen Brief, welcher Abschiedsworte an die Seinen enthielt. Man weiß noch nicht, aus welchen Gründen Winkler Hand an sich gelegt hat; wie man annimmt, hat er die traurige Thal in einem Anfalle von Geistesstörung infolge Ueberanstrengung ausgeführt. * Plauen i. V, 19. September. Der Gutsauszügler Kramer in Ebersgrün wurde wegen Brandstiftung verhaftet. Sein Vater hat sich aus Gram hierüber erhängt. * London, 20. September. Ein schwerer Eisenbahnzusammenstoß, bei dem Prinz und Prinzessin Hohenlohe-Langenburg in höchster Lebensgefahr schwebten, hat sich (wie wir gestern bereits meldeten) in Perth in Schottland ereignet. Wir erhalten über den Vorfall noch folgende Mitteilung: Perth, 19. September. Hier kollidierte ein Glasgower Zug mit dem aus London kommenden Schnellzug, in welchem Prinz und Prinzessin Hohenlohe-Langenburg nach Balmoral zur Königin reisten. Das hintere Ende des Salonwagens wurde zerschmettert, doch kam das Prinzenpaar mit unbedeutender Erschütterung davon und setzte dann die Reife nach Balmoral fort. Sonst wurde niemand verletzt. — Ein anderer Bericht lautet: Während der Zug im Bahnhof wartete, lief ein Glasgower Zug ein und fuhr in das Hinterteil des Londoner Zuges, da die Bremse versagte. Der Gepäckwagen, welcher sich hinter dem Salonwagen befand, wurde in den hinteren Teil des Salonwagens geschoben und zertrümmerte ihn. Das Prinzenpaar, das sich im vorderen Teil des Salonwagens befand, wurde zu Boden geworfen und durch herabfallende Gepäckstücke verhindert, sich sofort wieder zu erheben. Die Prinzessin konnte nur nach vielen Anstrengungen aus ihrer Lage befreit werden. Beide blieben jedoch unverletzt und stiegen in einen anderen Wagen ein. Die Prinzessin ist die Tochter des Herzogs von Koburg. — Die Londoner Zeitungen melden: Die Kollision war sehr heftig. Das prinzliche Paar wurde zu Boden geschleudert. Die hohen Reisenden sandten, nachdem sie den Wagen ohne erheblicheren Unfall verlassen halten, ein Telegramm an die Prinzessin Beatrice von Balmoral, durch das sie den Unfall und ihre Rettung mitteilten. Der Prinz machte darauf photographische Aufnahmen des zertrümmerten Zuges. Alsdann reiste das Paar in einem gewöhnlichen Schlafwagen nach Aberdeen, wo es im Palace Hotel frühstückte. Dann reiste es nach Ballater und Balmoral weiter. Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt. Der Maschinenführer des Glasgower Zuges soll durch ein Signal irregeführt sein, und fuhr schnell auf das Geleise ein, wo der verspätet eingetroffene Londoner Zug wartete. Eine Anzahl Passagiere erhielt leichte Schrammen. Die Königin soll entrüstet sein unddie strengsteUntersuchungangeordnethaben. Universitäts-Nachrichten. — Jena. Prof. Krehl wurde als ordentlicher Profeffor für innere Medizin und Direktor der medizinischen Poliklinik nach Marburg berufen. Er wird der Nachfolger des bekanntlich nach Basel berufenen Professors Müller. — Sein 70jähriges Doktorjubiläum beging kürzlich Medizinalrat Or. Nieberding zu Varel in Oldenburg. Er ist der Vater des Prof. Nieberding in Würzburg. Trotz seiner 94 Jahre ist der alte Herr noch von körperlicher und geistiger Frische. Oldenburg besitzt übrigens noch einen Nestor unter seinen Aerzten, den ehemaligen Oberstabsarzt Medizinalrat Dr. Kohlschmitt, der 93 Jahre ist und bereits auf eine 71 jährige Praxis zurückschaut. —. Der Regierungsrat Prof. Moritz Lazarus, der bekannte philosophische Gelehrte und Schriftsteller feiert dieser Tage seinen 75. Geburtstag. — Zürich. Der Profeffor für Philosophie an der hiesigen Hochschule Dr. Kym, geb. 1822, nimmt nach öOjähriger Lehrthätigkeit zum Schluß des Wintersemesters seinen Abschied. Arbeiterbewegung. Leipzig, 21. September. Die Ausstandsbewegung im Plauen'schen Kohlenrevier nimmt wieder zu. In weiteren drei Gruben ist gestern die Arbeit eingestellt worden. Die Zahl der Streikenden ist auf 1500 gestiegen. Wetterbericht vom 21. September 1899. Relativ hoher Druck behauptet heute nur mehr den äußersten Süden des Erdteils. Das ganze übrige Europa steht unter dem Einflüsse einer umfangreichen Depression, deren Centrum mit weniger als 740 mm noch immer vor der norwegischen Küste lagert. Das Wetter ist bis nach Central-Europa herein meistenorts trüb. In unseren nördlichen Gebietsteilen fielen am Morgen Niederschläge. Auch die Temperaturen zeigen wenig Aenderung. — Voraussichtliche Witterung: Unbeständiges, meist trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Limburg, 20. September. Fruchtmarkt. Roter Wetzen Mk. 13,25, weißer Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 11,00, Gerste Mk. 0,00, Hafer Mk. 6,50._________________________________________ Für die vom Hochwasser Beschädigten gingen weiter bet uns ein: Von B. 2 Jt, H. B. in Büdingen 2 vM, E. St. 1 JL, Direktor Sch. 12 JL, Ungenannt 2 JL,, Dr. H. 5 vM, Ungenannt 0 50 JL, K. B. 2 JL, Fr. ß. 2 Summa 28.50 Insgesamt 122 Weitere Gaben ntmmi gerne entgegen Die Expedition d s „Gfißener Anzeiger". Neueste Weldungeti. Depeschen deS Bureau „Herold'. Meran, 21. September. AlsKaiser Franz Joseph gestern nachmittag von Bozen hierher kam, um an der Andreas Hofer-Feier teilzunehmen und den Wagen mit dem Erzherzog Franz Ferdinand bestieg, scheuten die Pferde infolge der stürmischen Hochrufe des Publikums und gingen durch. Der Kaiser und der Erzherzog waren noch rechtzeitig aus dem Wagen gesprungen und fuhren mit dem Wagen des Statthalters in die Stadt. Wien, 21. September. Das Amtsblatt publiziert die Namen von 24 neu ernannten Herrenhaus-Mitgliedern. Bei der Auswahl derselben sind die Rechte, die Linke und die Mittel-Parteien gleichmäßig berücksichtigt worden. Zur Lage in Frankreich. Paris, 21. September. Der Untersuchungs- Ausschuß in der Komplott-Angelegenheit ist entschlossen, die Untersuchung schnell und geheim zu führen. Die Mitglieder des Ausschusses weigerten sich, ihren Kollegen und den Senatoren Aufklärung zu geben. Einige Mitglieder antworteten einem Journalisten, die Untersuchung habe lange genug öffentlich stattgefunden. Wir wollen den Richtern zeigen, auf welche Weise eine Untersuchung geleitet werden soll. Paris, 20. September. Die Polizei teilt die Namen aller Genossen Guvrins mit, die heute früh entlassen wurden, mit Ausnahme von zweien, deren Namen nicht genannt werden. Budapest, 21. September. Eine dem Prinzen von Orleans nahestehende ungarische Persönlichkeit versicherte, der Prinz habe zu Beginn des Sommers in Marienbad erklärt, die Zeit zum Handeln sei gekommen. Er habe begründete Aussicht, sein Ziel zu erreichen. Vor zwei Jahren bemühte sich der Prinz, Gallifet zu gewinnen und glaubte, daß ihm dies gelingen werde. Gallifet lehnte indes ab. Drehsns. Loudon, 21. September. 'Eine New Aorker Firma hat Dreyfus eine Million Dollar angeboten für die Veröffentlichung seiner Erlebnisse. Bordeaux, 21. September. Das Blatt „Gironde" meldet, daß gestern abend mit dem Zuge von Nantes DreyfuS, sein Bruder und der Sicherheitsdirektor Vigne hier eingetroffen find. Sie hatten eine Viertelstunde Aufenthalt und bestiege« alsdann den Schnellzug nach Nizza. Straßenkrawalle in Algier. Algier, 21. September. Max Regis erschien gestern mit einer Bande von etwa tausend Personen vor dem Militär-Klub auf dem Republik-Platze, woselbst eine Festlichkeit zu Ehren des Kommandeurs des XIX. Armee-Korps stattfand. Regis stieß die Rufe aus: Es lebe Frankreich, es lebe die Armee. Eine Abteilung Polizisten versuchte die Kundgeber auseinanderzutreiben, aber Regis begab sich in den Militär-Klub. Kaum war er dort eingetroffen, als mehrere Schüsse fielen. Man weiß jedoch nicht, von wem dieselben abgefeuert wurden. Es entstand eine große Panik. Die Leute flüchteten in die angrenzenden Straßen. Bei dem Krawall wurden mehrere Polizisten verwundet. Ein Polizei - Inspektor erhielt mit einem Bleistock eine schwere Kopfwunde. Dies war das Zeichen zum Beginn einer allgemeinen Rauferei. Fast in demselben Augenblick platzte eine Bombe vor dem Polizeikommissariat, wodurch sämtliche Fenster des Hauses zertrümmert wurden. Eine zweite Bombe explodierte auf dem Republikplatz, ohne jedoch besonderen Schaden anzurichten. Max Regis begab sich alsdann zu seinen Genossen und hielt auf dem Republikplatz eine Ansprache, in welcher er die Menge zu einer Re- volte aufforderte. Trotzdem einige seiner Freunde ihm den Rat erteilten, es hierbei bewenden zu lassen, ließRegis nicht nach und feuerte dieMenge immer mehr an. Ein Zwischenfall ereignete sich kurz vorher, indem mehrere Revolverschüsse auf Polizeiagenten abgefeuert wurden. Die Menge versuchte nach Mustapha vorzudringen, wurde jedoch von der Gendarmerie daran verhindert. Es wurden Steine u. Eisenstücke gegen dieGendarmerie geschleudert. Der Befehlshaber der Polizei gab sodann den Mannschaften den Befehl, die Revolver abzufeuern. Es fielen 20 Schüsse, wodurch 3 Demonstranten verwundet wurden. Alsdann zog die Menge nach Algier zurück. Die Straßen werden von Patrouillen durchzogen. Max Regis begab sich in seine Villa, wo er sich verbarrikadierte und wo er eine Menge Lebensmittel und Waffen vorher aufgespeichert hatte. Eine Spnr von Aridroe? Stockholm, 21. September. „Aftonbladed" erhielt ein Telegramm von dcm Führer des norwegischen Kutters „Martha", Lars Ask, wonach auf der Nordseite der König Karl-Insel eine Ankerboje, gezeichnet „Andräes Polarexpedition", gefunden wurde. Hochverratsprozetz in Serbien. Belgrad,21. September. Infolge der sensationellen Enthüllungen des Attentäters Knesevic, daß er mehrere Angeklagte fälschlich beschuldigt, dürfte das Standgericht die Anklage gegen mehrere der Angeklagten fallen lassen. Genf, 21. September. Eine große Versammlung, die von serbischen Emigranten organisiert war, gab ihren Sympathien für die Angeklagten in Belgrad Ausdruck. Erfrischende Fruchtspeisen. Wer Flammris von köstlichem Geschmack begehrt, sollte sie mit Brown & Poison's Mondamin herstellen. Ein Pfund Mondamin ist überall für 60 Pfg. zu haben und ist eS so ergiebig, daß sich aus einem solchen Paket 12 Flammris für je vier Personen bereiten lasten. Die Kosten des Mondamins werden daber für einen Flammrt so gering, daß es sich jeder gestatten kann. Mondamin ist überall erhältlich. Auch find neue Rezepte in einem Büchlein von Bcown & Polson, Berlin C. 2, kostenlos franko zu haben. Die Neuheiten der Herbst-Faison vom einfachsten bis zum hochelegantesten Geschmacke sind in besonders reichhaltiger Auswahl eingetroffen. °«>» WaWr-mße 17. Fpesialhaus her Tuchbranche Louis Treff & Cie. WMhorWc 17. Im Verlage der Brühl'schen Druckerei Mit 2 Dianen Hoflieferdnt<. III Vermietungen ! 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Angebote zur Uebernahme der Versicherung wolle man in längstens drei Wochen dem Unterzeichneten zukommen lasten. Gießen, am 21. September 1899. 6809- Der evangelische Gesamt-Kirchenvorstand. vr. Naumann. Kursbericht HOU 3. Kam Co., Hießen, s-h-h-fstl-ße 63. los und zu jedem Gebrauch ge- eignet, ein Halbverdeck, ein« und zweispännig zu fahren, einen Sommerwageu desgl., ein Leiterwägelchen, einspännig, einen Schlitten, einen Sattel mit Zaum rc., zwei einspänn. Fahr« geschirre, zwei Peitschen, Schellengeläute, Zäume, Trensen, Halfter, Lettriemen, Pferdeteppiche, Fltegen- netz, liebergu ten usw.; ferner: ca. 50 Ctr. Heu, ca. 10 Ctr. Stroh, ca. 10 Ctr. Hafer, einen kupfernen Waschkestel, Tische, Bänke, 6 Gartenstühle und sonstigen Hausrath, sowie 8 rm Buchenscheiter und sonstiges Gehölz rc., eine Partie Kartoffeln und Obst. 6791 Treis a. L., den 20. September 1899. Ameudt, Gr. Forstmeister. tzbstversteigerung. Montag den 25. d. 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