Dienstag den 22 August 1S09 Erstes Blatt. ichener Anzeiger Heneral-Anzeiger Aintr- «nd Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. * Sleichstratze 7. 1917 Monaten. v. Bechtold. gegen 11 und die Verbindung zur Weser und Elbe mit 18 LSe Lnzeigen-BrrmittlunßSflellea bei In« und Luslanbet nehmen Anreißen für den Gießrner Anzeiger entgehn. .vftaU (bis rtflttungi: »Nützliche, m Femilicn- tofp- funo. hleyse. Wer da noch im stillen gehofft hatte, bei der definitiven Abstimmung über die Kanalvorlage im preußischen Abge- ordnetenhause werde sich doch noch eine geringe Majorität zu Gunsten des Regierungsentwurfs oder doch wenigstens für den Dortmund-Rhein-Kanal finden, ist durch den Verlauf der Sonnabend-Sitzung arg enttäuscht worden: sowohl die letztgenannte Teilstrecke wie der gesamte Mittellandkanal wurden mit einer erheblichen Mehrheit verworfen. Das Kanalprojekt ist also gescheitert, soweit die Mitwirkung des preußischen Abgeordnetenhauses in seiner jetzigen Zusammensetzung in Frage kommt. Will die Regierung dennoch auf ihrem Projekte beharren, so muß sie entweder den Entwurf dermaßen abändern, daß er für einen Teil der jetzigen Opposition annehmbar erscheint, oder sie ist gezwungen, das Abgeordnetenhaus aufzulösen und an das Land zu appellieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach geschieht das letztere, sobald die dringendsten Aufgaben vom Landtage erledigt worden sind. Als am 16. Mai die Kanalkommission die Wetter- gegen 10 Stimmen ablehnte, da herrschte allgemeine Verblüffung, trotzdem man mit der Möglichkeit rechnen mußte, daß sich eine lebhafte Opposition gegen den Kanalbau Geltung verschaffen würde. Aber der Optimismus hatte noch immer das Uebergewicht, und ziemlich hoffnungsfreudig sah die Regierung dem Verlaufe der zweiten Lesung der Vorlage entgegen. Die Erklärung, welche Fürst Hohenlohe am 15. Juni im Abgeordnetenhause abgab und in welcher er die Zusicherung gab, daß die durch den Kanal einzelne« Landesteilen entstehenden Schäden kompensiert werden sollten, rechtfertigte die Zuversicht auf einen günstigen Ausgang der Angelegenheit, und froh atmeten alle Freunde der Vorlage auf, als nach kurzen Aeußerungen der Parteiführer der Kanalgesetzentwurf mit 80StimmenMajorität an dieKommission zurückoerwiesen wurde. Die Beratungen der letzteren gestatteten freilich keine sichere Prognose für das definitive Schicksal des Kanals, aber allgemein glaubte man, daß während der langen Pause, die das Abgeordnetenhaus t« An aufregenden Erscheinungen hat es bekanntlich inzwischen nicht gefehlt. Die Absage des Kaiserbesuchs zur Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals wurde mit der großen Kanalvorlage in Verbindung gebracht und als ein Zeichen angesehen, daß die Kanalgegner mit ihren Anschauungen den Monarchen überzeugt hatten. Eine ganz geraume Zeit hatte die Presse Gelegenheit, die Absage des Kaisers nach allen Richtungen hin zu erörtern, da gab der Kaiser seinen Entschluß kund, zu einem späteren Termin der Eröffnungsfeier in Dortmund beizuwohnen, die bekanntlich am 11. d. Mts. stattfand und zu den öffentlichen Erklärungen des Monarchen für die Durchführung des Mittellandkanals Anlaß gab. Es war ein scharfes Entweder—oder, zwischen dem der Kaiser die Wahl stellte, und er hat wohl kaum geglaubt, daß die Majorität des Abgeordnetenhauses sich für das „Oder" ent- Grülisdeilagen: Gießener FamilieMStter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. Gießen, 19. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. ^Montag, de, >- MS-chow, 1 jederzeit auf. ritwe. Die Ablehnung der preußischen Kanal- Vorlage. Adresse für Depeschen: Anzei-er chtetzl». Fernsprecher Nr. 51. wew Anzeigen zu der »«ch»tt1ag, für bta Hstgende« erscheinenden Nummer W vor». 16 Uhr. scheiden würde. . Wir haben schon vor einiger Zeit betont, daß die inner- politische Lage im Falle der Ablehnung der Kanalvorlage sich sehr ernst gestalten werde. Das geht auch aus de« Ausführungen des Fürsten Hohenlohe hervor, die er am Samstag unmittelbar vor der Entscheidung gab und die darin gipfelten, daß die Negierung alles anwenden werde, um den Kanalentwurf zur Annahme zu bringen. Gleichzeitig aber warf er auch den Konservativen den Fehdehandschuh hm für ihr Verhalten, und bezeichnete dasselbe als unheilvoll für ihr Verhältnis zur Regierung. Welcher Art diese Folgen sem werden, darüber besteht natürlich heute noch keinerlei Gewißheit; vielleicht läßt sich mit den von der Regierung beabsichtigten Maßnahmen die Thatsache in Verbindung bringen, daß am Samstag die höheren Regierungsbeamten, welche Mitglieder des Landtags sind, zum Minister des Innern berufen wurden. Schon zu Anfang dieses Artikels gaben wir der ueber- zeugung Ausdruck, daß wahrscheinlich das Abgeordnetenhaus aufgelöst werden würde; das kann aber erst geschehen, wenn die noch ausstehenden Vorlagen durchberaten worden .sind. Ueberhaupt werden definitive Beschlüsse der Regierung erst zu erwarten sein, wenn die Rückkehr des Kaisers nach Berlin erfolgt sein wird. Dann aber dürfte eine Klärung der Lage nicht mehr lange auf sich warten lassen, und eS wird sich zeigen, ob außer der Auflösung des Abgeordnetenhauses auch der vielfach vermutete Sturz des Ministeriums stattfindet. Niemand sollte aber daran zweifeln, daß man in Preußen recht ernsten und bewegten Tagen entgegengeht ! (XX) Eine Kaiserrede. Bei der Einweihung des Denkmals für die Toten des 1. Garde-Regiments zu Fuß hat der Kaiser an der Stätte, wo dieser Truppenteil unsterbliche Lorbeeren erkämpft hat, eme Rede gehalten, die man nicht ohne tiefe Bewegung lesen kbebauk wird “Mietet flCt . Wechf'elv^ M nnbediugt “n den Vor- apl Loos, 595R Jte|«a»prete vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 mit vringerloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfz vierteljährlich. "g. ba6 'ch ich t» $se le 605$ WS' )'g_-'j---- = Rtbehien, Expedition und Druckerei: Ar. 7. Bekanntmachung. Betreffend: Maul- und Klauenseuche; hier Bullenschau des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen zu Langsdorf. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß mit Rücksicht auf die gegenwärtig bestehende erhöhte Seuchengefahr, die auf Montag, den 28. l. M. in Langsdorf anberaumte Bullenschau bis auf weiteres verschoben worden ist. Gießen, am 21. August 1899. Der Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen, v. Bechtolds Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die zurzeit bestehende erhöhte Seuchengefahr wird der für den 24. August l. Js. vorgesehene Viehmarkt in Grüuberg nebst Bullenankörung hiermit verboten. Gießen, den 21. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Frhr. Schenck. nie Toummschinen 35. Letztere ist lein ittcile, ^owie Repara- 5360 llchch, Bekanntmachung. Das Großh. Ministerium des Innern hat der Süddeutschen Feuerversicherungsbank in München die Erlaubnis irt ir A* i8», t1i6 Ms. Hotel LünensM vx i unb auch teilweise , 005 gfiotflen sssps •Ä•T teilt i» ** 9«M8 Bekanntmachung. »k | luuyiciiu uct lungm yuujv, v.v «/«*■ —m'ri v Mil Rücksicht auf di- zurz-it vorhanden- erhöhte s-in-n Arb-it-n machte, di- Anstr-ngnngen zu Gunft-n d-r S-uch°ng°sahr wird hietmi. d-? für den 28. August l. Js. I Vorlage -rs°lgr-,ch,,-.n wurden., ----------- ____ vorgesehene Biehmarkt nebst Bullenschau zu Langsdorf •r- -rr_ ! zum Betrieb der Einbruchs-, Diebstahls- uud Glas- WK Versicherung im Großherzogtum Hessen unter den üblichen I Bedingungen auf Widerruf erteilt. Wiederholt hat die Welt sich mit den durch einen eigenartigen Gedankengang und eine kraftvolle Originalität des Ausdrucks auszeichnenden Reden des Kaisers beschäftigen müssen. Nicht immer konnte dem Inhalt ungeteilter Beifall gespendet werden, aber immer mußten auch die Tadler zu- qeben, daß der Kaiser es verstehe, seinen Gedanken em besonderes Gepräge anfzudrücken, sie weit über die Schablone des Gewöhnlichen und Alltäglichen hinauszuheben, das sonst «ts am 10 w-a. ... ~ ' , d-u R-d-n °nzuh°st-u pfl-gt, mit d-n-n fürstlich- P-rs°n-n Gießener Anzeiger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie den Zweigstellen, jederzeit entgegengenommen. Neueintretende Abonnenten erhalten die Zeitung bis 1. September kostenfrei. Amtlicher Teil. Nr. 37 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17.d.M., enthält: , (Nr. 2612.) Bekanntmachung, betr. die technische Einheit im Eisenbahnwesen. Vom 13. August 1899. (Nr. 2613.) Bekanntmachung, betr. den Schutz deutscher Warenbezeichnungen in Guatemala. Vom 17. August 1899. Gießen, den 19. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. ______। 7 Gießen, den 18. August 1899. Betreffend: Die Krankenversicherungspflicht der Dienstboten. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grossh. Bürgermeistereien des Kreises. Die freie Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogtum hat in ihrer am 18. Juni zu Nierstein abgehaltenen General-Versammlung mit großer Majorität beschlossen, bei Großh. Staatsregierung zu befürworten, daß die Dienstboten durch landesgesetzliche Bestimmung der Krankenversicherungspflicht unterworfen würden wie dies in Baden, Sachsen und Württemberg der Fall sei. Der Antrag wurde hauptsächlich damit begründet, daß Dienstboten im Falle der Erkrankung der Armenunterstützung anheim fielen. - Indem wir darauf Hinweisen, daß nach Ziffer 2 § 1 unseres Amtsblattes Nr. 4 vom 13. Juli 1897 für sämtliche Landgemeinden des Kreises mit Ausnahme von Großen- Buseck die Berechtigung der Dienstboten zum Beitritt zur Gemeindekrankenversicherung besteht, sehen wir Ihrem Bericht binnen längstens »4 Tagen darüber entgegen: ob ein Bedürfnis zur landesgesetzlichen Einführung der Versicherungspflicht der nichtlandwirtschaftlichen Dienstboten in Ihren Gemeinden hervorgetreten, insbesondere ob Dienstboten chatsächlich im Falle der Erkrankung der Armen- verwaltung zur Last gefallen sind. In welchen Gemeinden durch Krankenanstalten anderer Art eine Fürsorge für Dienstboten im Falle der Erkrankung getroffen ist? Ihre Berichte erwarten wir innerhalb zwei verboten. Gießen, den 21. August 1899. Großh. Kreisamt Gießen. I. V.: Frhr. Schenck. Bekanntmachung, betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. Meine unterm 10. ds. Mts. gemäß Art. 19 des Feld- bereinigungSgesetzes erlassene Bekanntmachung ist dahin zu berichtigen, daß die fragt Anträge rc. bei Großh. Amtsgericht Gießen vorzubringen sind. Friedberg, den 15. August 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär: Süffert, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Das Königliche Proviantamt in Hanau kauft jetzt schon direkt von Landwirten gesunden, trockenen und gut gereinigten Roggen und Hafer frei Magazinhof Hanau. Einsendung einer ungeschmeichelten Probe von reichlich Vi Liter ist erforderlich. Zur schnellen Abfertigung wird es wesentlich beitragen, wenn das Getreide zu einem gleichmäßigen Gewicht eingesackt wird. Das König!. Proviantamt wird den Produzenten m jeder dienstlich zulässigen Weise entgegenkommen, auch wird dasselbe auf Wunsch der Verkäufer Magazinsäcke, jedoch unfrankiert, zur Verfügung stellen. Die Abfuhr von der Bahn in Hanau, welche 6 Pfg. pro Zentner kostet, wird auf Wunsch und für Rechnung des Verkäufers übernommen. Bei Bahnsendungen ist die Adresse: Proviantamt Hanau, Bahnhof Nord. Jede weitere Auskunft wird bereitwilligst von dem genannten Amte mündlich, wie schriftlich erteilt. Gießen, am 12. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Rr 196 trHeW «wtfte »tatter ü*rbtn ban Lnjeigir Leöchaitttch öitrmel brtfekft Kaisers konnte man sich unschwer vorstellen, daß sie auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck gemacht und lebhafte Begeisterung hervorgerufen haben mußten. Die in St. Privat gehaltene Rede bewegt sich auf einem ganz anderen Gebiete, aber wiederum kann man sich vergegenwärtigen, von welcher mächtigen Wirkung sie sein mußte. Das ruhige und stolze -Selbstbewußtsein, das den Kaiser an der Stätte einer der glänzendsten Waffenthaten aller Zeiten erfüllen mußte, hat in seiner Rede einen würdigen Ausdruck gefunden, ihn aber nicht verhindert, den rühmlich .unterlegenen Gegnern ritterliche Worte der Anerkennung zu widmen und die Erinnerung an unvergängliche Kriegsthaten mit dem Hinweis auf die Segnungen des Friedens zu verbinden. Den Anknüpfungspunkt dafür fand der Kaiser in der das Denkmal schmückenden Engelsfigur. Man denkt bei dieser hochherzigen und versöhnenden Haltung gegenüber dem damaligen Feinde unwillkürlich an die Szenen, die sich in der ungarischen Hauptstadt abzuspielen pflegen, so oft es sich um den im ehrlichen Kampfe rühmlich gefallenen Gegner, General Hentzi handelt; man malt sich auch aus, welcher Art die Reden eines französischen Staatsoberhauptes unter ähnlichen Verhältnissen sein würden. Schwerlich wird es selbst in Ungarn und Paris viele geben, die nicht eingestehen, daß der Vergleich nicht zum Vorteil der magyarischen und französischen Art ausfällt. Der Engel, der sich friedlich ruhend auf sein Schwert stützt, ist die Allegorie, der der Kaiser eine allgemeine Bedeutung beigelegt wissen will. Die friedlichen und ehrenden Worte, die er dabei über die gefallenen französischen Helden sprach, weisen darauf hin, in welchem Sinne er dies gemeint hat. Deutschland will das Schwert, das es friedlich in der Scheide hält, nicht ziehen; aber es stützt sich auf sein Schwert. Wer da will, mag das vom Kaiser Unausgesprochene ergänzen: Deuschland ist nicht gewillt, sein erprobtes Schwert durch einen Hirtenstab ersetzen zu lassen. Denn es weiß, daß sein Schwert eine bessere Bürgschaft des Friedens ist, als der Hirtenstab. In Frankreich wird auch diese Rede, wie manche frühere Rede und That des Kaisers zweifellos viel kommentiert und bewundert werden. Schon einmal hat man in Frankreich von dem Kaiser die prägnante und ausdrucksvolle Wendung gebraucht: C’eat quelqu’un 1 Es ist ein ganzer Mann! Die kriegerisch stolze und energisch friedliche Rede von St. Privat wird sie in diesem treffenden Urteil bekräftigen. „M. N. N." Prozeß Dreyfus. Rennes, 19. August. Eröffnung der Sitzung 6«/, Uhr. — Erster Zeuge Kommandant Cuignet. Derselbe war seinerzeit mit der Durchsicht des geheimen Dossiers beauftragt, und hat die Fälschungen Henrys entdeckt. Vor dem Kassationshof war er neben Roget der leidenschaftlichste Ankläger. Er beschuldigte auch Dupaty de Elam der Fälschung. Der Zeuge erklärt, daß er einen neuen Beweis beibringen könne für die indiskrete Art, in welcher Dreyfus sich Mitteilungen zu verschaffen suchte. Er habe sich mit Minen zu beschäftigen gehabt, welche im Kriegsfall die Eisenbahnstrecken zerstören sollten. Dreyfus sei mit einer ähnlichen Arbeit betraut gewesen, habe aber nur Kenntnis gehabt von den Minen der Ostbahn. Eines Tages habe Dreyfus gebeten, Mitteilungen über den Centraldienst zu erhalten. Er, Cuignet, habe solche verweigert, trotzdem sei es Dreyfus gelungen, sich diese Noten zu verschaffen. Bei einer späteren Haussuchung bei Dreyfus seien dieselben nicht gefunden worden. Er frage nun, wo diese Noten geblieben seien. Er halte Dreyfus für schuldig und stütze seine Ueberzeugung erstens auf das Geständnis Dreyfus, zweitens auf das Bordereau und drittens auf den geheimen Dossier. Im Kriesministerium existiere ein Dossier, welches Einzelheiten über die Jntriguen zwischen Persönlichkeiten, die heute noch eine hervorragende Stelle bekleiden und Repräsentanten einer fremden Macht enthielte. Dasselbe habe noch kein Richter gesehen. Zeuge erklärt weiter, Dreyfus sei nicht der einzige Spion gewesen. Der Agent A. sei speziell mit Spionage beauftragt gewesen. Derselbe verteidige heute Dreyfus und wolle ihm Esterhazy unterschieben. Als Zeuge sagt, es sei dargethan, daß Dreyfus Verrat geübt, stößt Dreyfus einen Ruf aus, der nicht verstanden wird. Nochmals auf den Agenten A. zurückkommend, bemerkt Cuignet, demselben sei einmal gestattet worden, als einziger Ausländer einer Reiterübung beizuwohnen. Er habe nachher nach Hause geschrieben, wie kindlich sich die französischen Offiziere von ihm die Würmer aus der Nase ziehen ließen. Cuignet ruft mit Donnerstimme: Wir werden niemals zugeben, daß ausländische Offiziere solcher Gattung vor einem französischen Gericht gegen französische Offiziere aussagen. In der Panizzardi-Depesche sieht Zeuge den Beweis der Beziehungen Dreyfus zu Italien. Auch der Bericht des Obersten Schneider bezeuge die Schuld Dreyfus. Der Bericht sei von General Chamoin als unanfechtbar echt bezeichnet worden. Ein authentisches Zeugnis sei auch bei den Akten über einen Toast, den Schneider bei einem Abschiedessen zu Ehren des Agenten A. gehalten hat, und welcher schließt mit den Worten: Lange noch wird man in allen Armeen der Welt von ihm sprechen und wird sagen, das war ein Kerl. Hierauf fragt einer der Richter, ob Cuignet Einzelheiten über die Fälschungen Henrys geben könne. Cuignet teilt einige schon bekannte Details mit. Carriöre sagt hierauf mit brummiger Stimme: Ein Zeuge hat hier über einen Bericht eines in Frankreich beglaubigten ausländischen Offiziers eine Erklärung abgegeben. Im Namen der Regierung mache ich über diese Erklärung meine Vorbehalte." Auf Verlangen von Demange verliest der ©refftet einen Teil von Cuignets Aussagen vor dem Kassationshof, welche sich mit den heutigen Aussagen Cuignets in Widerspruch befinden. Auf die Frage Demanges, ob der Rapport eines Militärattachees so gelautet, wie Mercier ihn vorgelesen, antwortet Cuignet: „Es stand auch noch etwas anderes darin. Es war von der Revisions-Campagne zu gunsten Dreyfus' die Rede, sowie von einem Besuch bei Agent A." Demange stellt noch verschiedene Fragen über die Fälschungen Henrys und das Dokument „Cette Canaille de D.“ Cuignet sagt, dies Dokument sei ihm verdächtig erschienen. Dreyfus ruft laut: „Es ist schändlich, daß man zwei Stunden lang so gegen einen Unschuldigen sprechen darf. Carriöre teilt mit, daß Dupaty de Clam krank sei und nicht kommen könne. Wenn fein Befinden sich nicht bessere, müsse man seine Aussagen verlesen. Demange verwahrt sich hiergegen. General Boisdeffre gibt als nächster Zeuge die bekannte Vorgeschichte des Dreyfus-Falles wieder. Bezüglich des Geständnisses Dreyfus' kann er sich nicht erinnern, daß Picquatt ihm die Mitteilung über ein Geständnis Dreyfus' überbracht habe. Betreffs Picquarts erklärt der Zeuge, er habe zuerst gezögert, denselben in den Generalstab zu nehmen und habe es nur auf eine Empfehlung Gallifets gethan. Zeuge spricht nun über den Fall Esterhazy und kommt dann wieder auf Picqart zurück. Im Interesse des Dienstes habe er den Kriegsminister ersucht, Picquart aus dem Generalstab zu entfernen und nach Tonkin zu senden. Demange fragt, ob er etwas von Beziehungen Picquarts zu Dreyfus wisse. Demange fragt außerdem noch den Zeugen, ob nach der Verurteilung Dreyfus' Schriftstücke verschwunden seien. Der Zeuge bejaht dies. Nachdem Dreyfus auf die Frage, ob er noch etwas zu sagen habe, mit Nein geantwortet hat, tritt eine kleine Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird General Gonse aufgerufen. Derselbe sagt, Esterhazy habe nie Geld für Nachrichten bekommen, er halte es auch für unmöglich, daß das Bordereau von Esterhazy und Dupaty de Clam angefertigt sei. Er bestreite auch, daß Henry sich zur Anfertigung von Fälschungen für das geheime Dossier Dupaty de Clams bedient habe. Ein Mitglied des Gerichts stellt die Frage, ob Dreyfus je während 24 Stunden die Schriftstücke betreffs der Deckungstruppen in Händen gehabt habe. Zeuge kann hierüber keine Auskunft geben. Gonse bestreitet, die von Bertulus erwähnte tragische Szene mit Henry. Er teilt mit, daß Henry, als er ihm das falsche Schriftstück einhändigte, ihn ersuchte, es nicht Picquart zu zeigen. Auf die Frage Demange antwortet Gonse, er habe Picquart angewiesen, von einer Untersuchung gegen Esterhazy wegen der Unterschrift des Bordereaus abzusehen. Dreyfus schildert hierauf, wie schwer es sei, in das Bureau des Ministeriums- zu gelangen. Nach einer scharfen Auseinandersetzung zwischen Picquart, Gonse, und Billot wird die Sitzung um 9/412 Uhr auf Montag Morgen vertagt. Deutsches Keich. Darmstadt, 19. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog sind gestern abend von Bayreuth wieder auf Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen. Darmstadt, 19. August. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin werden sich voraussichtlich morgen abend nach Mainz begeben und im Großh. Palais daselbst Wohnung nehmen. Die Begrüßung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs mit Seiner Majestät dem Kaiser findet am Montagmorgen bei Wärterbude 39 der Strecke Mainz—Alzey statt, von wo sich die Allerhöchsten Herrschaften zum Paradefelde, dem Großen Sande, begeben, während Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich um 9 Uhr 40 Min. auf der Station Kastel abholen und sich mit dem hohen Gaste ebenfalls zur Truppenschau begeben werden. Um 3 Uhr mittags werden Seine Majestät der Kaiser nach Wolfsgarten abreisen, von wo gegen abend die Weiterreise stattfindet. Bad-Nauheim, 19. August. Bischof Dr. Haffner von Mainz traf heute hier ein und weilte mehrere Stunden bei dem hier die Kur gebrauchenden Erzbischof v. St ab lew sky von Gnesen-Posen. Bad Nauheim, 19. August. Fürst Ferdinand von Bulgarien reist heute nacht zu den Festspielen bei Bayreuth ab. Berlin, 20. August. Nach der „National-Zeitung" herrscht in den weitesten politischen Kreisen die Ansicht, daß das preußische Staatsministerium die gestrige Niederlage nicht zu überstehen vermöge und daß es seine Entlassung einreichen werde. Seine Umbildung dürfte unter Beibehaltung einiger jetziger Minister erfolgen. Berlin, 19. August. Im Abgeordnetenhause war heute schon lange vor Beginn der Sitzung der Sitzungssaal und die Tribünen stark besetzt. Am Ministertische hatten sich Fürst Hohenlohe und die Minister Miquel, Thielen, Bre- feld und Hammerstein eingefunden. Zur dritten Lesung )er Kanal-Vorlage haben die Nationalliberalen den Antrag eingebracht, in welchem die Regierungs-Vorlage einschließlich )es schlesischen Kompromiß-Antrages wieder hergestellt werden soll. Ferner liegt ein Antrag des Zentrums vor, nur den Dortmund-Nhein-Kanal und die Verbindung von Dortmund bis Bevergern wieder herzustellen. Sodann will eine frei» konservative Resolution im Falle der Ablehnung der Dvrt- mund-Nhein-Strecke die Regierung um eine Vorlage betreffend Kanalisierung der Lippe ersuchen. Als erster Redner erhält das Wort der Abgeordnete von Wangenheim (Bund )er Landw.) der den bekannten ablehnenden Standpunkt der großen Mehrheit der konservativen Fraktion nochmals daregt. Abg. Hobrecht (natl.) empfiehlt den nationalliberalen Antrag zur Wiederherstellung der Regierungs-Vorlage. Abg. von Kardorff (freikons.) erklärt, daß der größte Teil einer Partei für den Dortmund-Rhein-Kanal stimmen werde, wenn die Regierung denselben als ausführbar bezeichnet. Geschehe dies nicht, so würde sie den Dortmund-Rhein-Kanal ablehnen. Minister Miquel erwidert, die Staats-Regierung halte selbstverständlich an der Annahme der gesamten Kanal- Vorlage unbedingt fest. Ob ein Teilstück technisch durchführbar sei, könne er heute nicht sagen. Aber die Staatsregierung würde selbstverständlich, wenn beide Häuser nur dieses Teilftück bewilligen sollten, die Frage der Durchführbarkeit nochmals sorgfältig prüfen. Abg. Richter führt aus: Seine Freunde seien nicht in der Lage, den Dortmund- Rhein-Kanal allein zu bewilligen, sie würden nur für die ganze Vorlage, also für den nationalliberalen Antrag stimmen. Abg. Fritzen (Zentrum) bittet, dem Zentrumsantrage zuzustimmen. Seine Freunde würden eine Auflösung des Landtages für ein nationales Unglück halten, weil alsdann em wüster Jnteressenkampf beginnen würde. Abg. Rickert (freif. Ver.) sagt namens seiner Freunde, daß dieselben dem nationalliberalen Anträge zustimmen werden. Ein Teil seiner Partei sei auch bereit, für den Zentrumsantrag einzutreten. Nur müßte die Absicht der Regierung erst vollkommen klar gestellt werden. Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) erklärt, daß seine Freunde für den Zentrumsantrag nicht eintreten könnten, denn jeder Kanalbau würde die Resultate erschüttern, welche wir mit unserer Eisenbahn-Politik glücklich erreicht haben. Ministerpräsident Fürst Hohenlohe bittet das Haus, sich keinerlei Illusion darüber hinzugeben, als ob mit einer Ablehnung des Mittelland-Kanals die Frage erledigt sei. Diese Frage werde damit nicht von der Tagesordnung verschwinden, sie werde wiederkehren, und die Regierung werde alles anwenden, um den Kanal zur Annahme zu bringen. Auch den Hinweis darauf könnte er nicht unterlassen, daß das Verhalten der Konservativen in dieser Frage sehr folgenschwer sei für ihr ferneres Verhältnis zur Regierung und daß im Falle der Ablehnung der Vorlage diese Wirkung eine unheilvolle fein würde. (Bewegung und Unruhe rechts). Vizepräsident Miquel erwidert auf die Ansprache des Abgeordneten Rickert, daß die Regierung auf der Bewilligung des Mittelland-Kanals auch dann bestehen werde, wenn heute nur der Dortmund-Rhein-Kanal bewilligt werde. Es wird nunmehr über den § 1 des nationalliberalen Antrages abgestimmt und derselbe mit 235 gegen 147 Stimmen ab- gelehnt. 32 Abgeordnete enthielten sich bet Abstimmung. Nunmehr wird über den § 1 des Zentrums-Antrages abgestimmt. Derselbe wird mit 275 gegen 134 Stimmen ab» gelehnt. Ohne weitere Debatte wird der Rest der Vorlage gleichfalls abgelehnt. Vom Abgeordneten Arendt (freikons.) ist eine Resolution eingebracht, die Regierung zu ersuchen, eine Vorlage über die Verbindung des Dortmund-Ems- Kanals mit dem Rhein durch Kanalisierung der Lippe oder durch eine andere leistungsfähige Wasserstraße zu machen. Das Haus lehnt diese Resolution ab. Die die Kanal-Vorlage betreffenden Staatsverträge mit Bremen, Braunschweig und Lippe werden von der Tagesordnung abgesetzt. Montag 11 Uhr kleine Vorlagen, Berlin, 19. August. Im Abgeordnetenhause' verlautete, daß heute vor der Sitzung die Landräte und höheren Regierungsbeamten, welche Mitglieder des Hauses sind, zum Minister des Innern berufen wurden, welcher ai fie das Ansinnen gestellt habe, für die Regierungs-Vorlage zu stimmen. (?!) Berlin, 20 August. Das deutsche Konsularwesen. Wie man aus Washington schreibt, hat dort ei» vom amerikanischen Generalkonsul in Berlin, Herrn Frank H. Mason, dem Ministerium des Aeußern übersendeter Bericht über die bevorstehende Umänderung des deutschen Konsulardienstes lebhafte Beachtung gefunden. Diesem Berichte zufolge will man verschiedene Mängel, die diesem Dienste bisher anhafteten, beseitigen. So hätten, wie Herr Mason ausführt, verschiedene Anzeichen bewiesen, daß einzelne deutsche Konsuln und ihre Untergebenen für de» Kaufmannsstand eine gewisse Geringschätzung an den Tag gelegt hätten. Einen empfindlichen Uebelstand habe ferner baS bisher befolgte System ber Versetzungen gebUbet, wobei bie Konsuln nicht selten so rasch von einem Orte nach bem anberen eilen mußten, baß ihnen bie Möglichkeit entzogen mürbe, bie in ihren Stellungen erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen zum besten ihres Laubes zu verwerten. Hierin soll nun ein Wandel eintreten. Der Konsulardienst soll, wie Herr Mason berichtet, in Zukunft zu einem wirksame» Mittel für die Einbürgerung des deutschen Handels selbst in den entlegensten Erdwinkeln werden. Man werde zu diesem Behufe diesen Dienstzweig mit derselben wissenschaftlichen Gründlichkeit reorganisieren, wie sie das Militär-, Erziehungs- und Jndustriewesen Deutschlands kennzeichnen. Wenn die gegenwärtigen Anzeichen nicht täuschen, so werde mit dem Bureaukratismus, der bisher einer gedeihliche» Entwickelung des deutschen Konsularwesens im Wege stand, gebrochen und dieser ganze Dienst nach den Erfordernisse» der ihm gestellten praktischen Ziele eingerichtet werden. So werde man sorgfältig ausgewählte und für den Dienst auf einem bestimmten Gebiete besonders vorbereitete Männer i» das Ausland entsenden, damit sie sich von untergeordneten Stellungen bis zu Konsulatsposten in ihrem Bezirke emporarbeiten, um schließlich womöglich zur Dienstleistung im Auswärtigen Amt berufen zu werden, das dann im Laufe ber Zeit über Fachmänner in Bezug auf bas Konsulatswesen verfügen wirb, bereu Sachkenntnis sich über bas ganze Gebiet bes beutschen Aussuhrhanbels erstrecken werbe. Hamburg, 20. August. Der Hamburgische Korrespondent meldet aus Berlin: Die Nachricht von einer Verschiebung des Verhältnisses der Konservativen zur Krone sei auf eine unmittelbare Veranlassung des Kaisers in die Presse gebracht worden. Heber Einzelmaßnahmen herrscht völlige Ungewißheit. Die Rückkehr des Kaisers nach Berlin erfolgt wahrscheinlich am Dienstag. Ausland. Paris, 20. August. Der Anarchist Sebastian Faure hat gestern abend einen Aufruf verteilen lassen. ..if «*$ Stils V Jff6} «ui dichter fS^r* e, den ff? °us: ;t«msQnt?J mtncn- Lösung del & W Antrag ef* 1 8o[Itonitnen tim Ä"'4'."'"taten Mlich erreidjt J1 bas §auj i 118 oi> mit tiitt etltbigt jti. T°ger°rdn«g e »egterung Wttbe *' 8« bringe«. ‘W*, daß '«WWtfoIjen; 9ur Regierung und la9J diese Wirkung unb Unruhe rechts). Ansprache des Ab- luf der Bewilligung ehen werde, wenn willigt werde. Es liberalen Antrages 147 Stimmen ab- I bet Abstimmung. .rums-AntrageS ab- t 134 Stimmen ab* er Rest der Vorlage in Arendt (freikons.) lierung zu ersuchen, >es Dortmund-Ems- :ung der Lippe oder erstraße zu machen. Die die Kanal-Bor- :cmcn, Braunschweig ; abgesetzt. Montag torbnelcn^auft ■ bit Sanbrätt und glieder des Hauses mürben, welcher ai Regierungs-Vorlage Ische Konsular- chreibt, hat dort eil Berlin, Herrn Frank ern übersendeter Be- rang des deutschen sunden. Diesem Be- Mängel, die diesem Jo hätten, wie Herr chen bewiesen, daß Vergebenen sür bei hätzung an den Tag Mstand habe ferner ngen gebM * MM Orte nach dem M-Mut entjogeH btntn Senntniffe un u verwerten. Hl M ;«einem “tttl““'’ tsch-n gjlai wri>t I« - derben *" JÜBÄ«- -SA *-*s 1 ?on St empur- «a m gier »«8 i«®6 Eti werde. urgif^e Ssßer(cfJiebuii9 in n,,t(ei ««f en 8"- *“"1W aif« ’ ’"(L »W worin er die Sozialisten auffordert, den Kampf zur Verteidigung der Republik zu beginnen und die Soldaten zur Fahnenflucht aufzureizen. Der Aufruf hat in dem alten republikanischen Stadtviertel von Paris eine ungeheure Aufregung hervorgerufen. Die Sozialisten beschlossen, sich heute auf dem Platz de la Republique zu versammeln. Man ist daher auf sehr ernste Dinge gefaßt. Die Regierung hat umfassende Maßnahmen getroffen. Alle Pariser Truppen sind konsigniert. Paris, 20. August. Die Metzger des Stadtviertels La Vilette hielten gestern abend eine Versammlung ab, um über die Aufforderung der Antisemitenführer, sich der Bewegung zu gunsten Gusrins anzuschließen, zu beraten. Ein Teil der Metzger ist zwar der Ansicht, daß Guörin unrecht gehandelt habe, indem er die Bedingungen der Republik abgelehnt hat. Es wurde indes beschloffen, sich einzeln an einen gewissen Punkt der Stadt zu begeben und dann in Masten nach der Rue Chabrol zu ziehen. Es sind bereits die größten Sicherheitsmaßregeln seitens der Behörden getroffen worden. Die Wirtschaften in der Rue de Magenta und der Rue la Frajette müssen geschlossen bleiben. In der vergangenen Nacht kam es in der Rue Chabrol zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Antisemiten. Für heute werden größere Zusammenstöße befürchtet. Rennes, 20. August. 2 a & ort arbeitete gestern nach einem Spaziergange im Hausgarten einige Stunden, ohne allzugroße Schmerzen zu verspüren. Dr. Reclus meint, Labori sollte der morgigen Sitzung beiwohnen, zunächst ohne Fragen zu stellen. Labori findet das Resultat der vergangenen Verhandlungswoche sehr erheblich. Insbesondere erscheint ihm wichtig, daß Picquarts scharfe Darstellungen in allen Hauptpunkten unwidersprochen blieben und daß in die Geheimakten durch die letzten Zwischenfälle eine starke Bresche gelegt worden ist. Zu den Spezialaufgaben Laboris gehört die Klarstellung des Falles Dupaty de Elam. Es wäre nicht unmöglich, daß beide Patienten, Labori und Dupaty de Elam morgen im Gerichtssaale erscheinen. Die Haltung von Dreyfus findet Labori vorzüglich. — Der Zustand Laboris bessert sich immer mehr. Kokates und Provinzielles. Gießen, den 21. August 1899. •• Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 19. August dem Oberstleutnant a. D. Friese, seither Kommandeur des Landwehrbezirks I Darmstadt das Ritterkreuz 1. Klasse und dem Lazarett-Inspektor Wieser zu Magdeburg, seither Bezirksfeldwebel beim Landwehrbezirk Mainz, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen Allergnädigst zu verleihen geruht. ♦♦ Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 19. August den Präsidenten des Landgerichts der Provinz Oberhessen, Emanuel Freiherrn v. Ricou, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 15. September 1899 in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. — Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August den Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht, Gustav Kullmann, zum Präsidenten des Landgerichts der Provinz Oberhessen, mit Wirkung vom 15. September 1899 an, zu ernennen; — den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, Geheimen Justizrat Johann Baptist Volk, unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 15. September d. Js. an, in den Ruhestand zu versetzen und dem-, selben aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. — Ernannt wurden: der Landgerichtsrat bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen, Ludwig Neundörfer, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, mit Wirkung vom 15. September 1899 an; der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, Ludwig Lang, zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, mit Wirkung vom 15. September 1899 an; der Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Mainz, Dr. Otto Brun zum Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Rheinhessen, und der Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Offenbach, Fritz Eller, zum Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Mainz — die beiden letzteren mit Wirkung vom 16. September 1899 an. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 19. August den Gerichtsschreiber am Amtsgericht Mainz, Pankraz Fürstweger, sowie den Gerichtsschreiber am Amtsgericht Nidda, Johannes Kircher, auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen, treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1899 an in den Ruhestand zu versetzen und aus diesem Anlaß ersterem die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, sowie letzterem das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, zum 9. August dem Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins und der Handwerkerschule zu Groß-Umstadt, Schneidermeister Staab daselbst, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, — dem Bürgermeister Eidmann zu Groß.Umstadt das Silberne Kreuz dieses Ordens zu verleihen. "Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August dem Badewärter Josef Rauch in Weisenau, in Diensten der Ohaus'schen Badeanstalt zu Mainz, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: ..Für treue Arbeit" zu verleihen. *♦ Die Gießener freiwillige Feuerwehr feierte gestern das 25jährige Dienstjubiläum ihrer Mitglieder Friedrich und Wigandt. Die Feier bestand in Uebung und Kommers. Wir hoffen, noch eingehender über die Feier berichten zu können. ** Der Gießener Radfahrer-Verein 1885 veranstaltete gestern anstatt des alljährlich stattfindenden Sommerfestes in Garbenheim ein Waldfest am Ludwigsbrunen. Obwohl das Wetter den ganzen Vormittag nicht sehr einladend zu einem solchen Feste war, so gestaltete es sich doch gegen Mittag wenigstens „von oben" etwas günstiger, und fand sich denn auch um die festgesetzte Zeit eine über alles Erwarten große Anzahl Teilnehmer auf dem Festplatze ein. Nach ein paar kurzen Worten des Vorsitzenden brachten Konzert, Tanz und Kinderspiele die Anwesenden in die gehobenste Stimmung, und so kam die altbewährte Gemütlichkeit und der innige Zusammenhang des G. R.-V. 1885 voll und ganz zum Ausdruck. Für das leibliche Wohl hatte Herr Restaurateur A. Koch auf das beste gesorgt, sodaß auch von dieser Seite die Teilnehmer wohl befriedigt wurden. Bei eintretender Dunkelheit trat man gemeinschaftlich unter den Klängen der Musik den Heimweg an, um dann im „Hotel Schütz" das diesjährige Sommerfest würdig zu beschließen. Recht lange dürfte es seinen Teilnehmern noch in freudiger Erinnerung bleiben. *” Circus Ammans läßt es sich angelegen sein, den ihm vorausgeeilten guten Ruf in allen Stücken zu bekräftigen. Kann er sich auch an Umfang und Größe des Personals wie des Tierparks nicht mit den derzeit ersten derartigen Instituten messen, so hält er doch, was die dargebotenen Leistungen auf den verschiedenen Gebieten, auf denen sich ein Circus berufsgemäß bewegt, als da sind Gymnastik verschiedenster Art, Equilibristik, Athletik und Tierdressur anbetrifft, den Vergleichmiter st enJn st it utenin jeder Beziehung aus. Damit wir indes nicht in den Verdacht geraten, als gingen wir darauf aus, nur zu loben, wollen wir nicht verschweigen, daß die Komik der Clowns auf schwachen Füßen einhergeht, und ihre Kalauer an Altbacken- heit nichts zu wünschen übrig lassen, was indes dem Beifall keinerlei Abbruch thut. Ziemlich vorlaut ist auch die Musik; ein Umstand, der ihrer schreienden Besetzung zuzuschreiben sein möchte. Der Tierpark weist durchweg edle Exemplare auf, und die Kostüme zeichnen sich durch geschmackvolle Einfachheit und Gediegenheit aus. Rückhaltloser, rauschender Beifall wurde seitens der Zuschauer allen Nummern des reichhaltigen, abwechselungsvollen Programms zuteil. Erstaunliches leisteten die Geschwister Pavey am Trapez, desgleichen die Herren Jean Baptiste und Charles Thompson in Turn- und Balance-Uebungen. Geradezu halsbrecherische Kunststückchen vollführte der unvergleichliche Handstandkünstler Mr. Scwoda, dem die serbische Akrobaten- (Mar- ta-fi)-Truppe den Rang abzulaufen suchte. So etwas von Gelenkigkeit erinnern wir uns kaum je gesehen zu haben. Miß Hertha legte einen vollgültigen Beweis ihrer Stämmig- keit durch „gewichtiges" Einherschreiten und sonstige Kraftbeweise ab, sie verstand es schließlich, einen der Bediensteten des Circus recht anmutig mit steifem Arm aus der Arena zu befördern. Die Vorführungen des Thompson-Trio an der blumengeschmückten Riesenprachtleiter bildeten einen der Glanzpunkte des Programms. Hervorragendes leisteten die Damen Corradini und Frl. Viktoria Lee in Vorführung von Pferde-, Hunde- und Elephantendressur, während Mr. Showles vom Circus Barnum in New-Jork staunenswerte Jokey Tricks vollführte. Die unter Herrn Direktor Jmmans arbeitende Prachthundemeute machte ihrem freundlichen Meister alle Ehre und legte erstaunliche Proben von Gelehrigkeit ab. Wie gewöhnlich kam auch im Circus das dicke Ende zuletzt, diesmal in einem Elephanten bestehend, der eine bei seiner Plumpheit nie geahnte Geschicklichkeit in allen möglichen Kunststückchen an den Tag legte. Die Clowns hatten, wie bereits erwähnt, trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer ausgesprochenen Plattheit die Lacher auf ihrer Seite. Der Besuch der Vorstellungen ließ am Samstagabend und Sonntagnachmittag leider zu wünschen übrig, während die Sonntagabend-Vorstellung verdientermaßen gut besucht war. Man darf dem Cirkus Jmmans unbedenklich die Bezeichnung eines kleinen, aber feinen beilegen, und wessen Mittel es erlauben, der sehe sich die wirklich tüchtigen Leistungen an; er wird es nicht bereuen. ** Polizeibericht. Am vergangenen Samstag nachmittag wurde in einem Hause hiesiger Stadt ein frecher Diebstahl sondergleichen in folgender Weise ausgeführt: Der Dieb hatte sich offenbar vorher in die betreffende Wohnung eingeschlichen, sich dort versteckt und, nachdem die Bewohner sich entfernt und die Wohnung verschlossen Hatten, mittelst Werkzeug das Schrei.bpult erbrochen und diesem eine Geldkassette mit etwa 400 Mark Inhalt entnommen. Hierauf öffnete der Dieb ein Fenster und gelangte durch dasselbe in den Hof. Da ihm hier jedoch Mitbewohner des Hauses im Wege waren und er seinen Raub ohne Gefährdung seiner Person nicht in Sicherheit bringen konnte, so ließ er die Kassette durchs Kellerfenster in einen der Keller fraglichen Hauses gleiten und entfernte sich; derselbe ist dann auch leider entkommen. Der Dieb, welcher von in der Nähe fraglichen Hauses arbeitenden Personen gesehen wurde, wird folgendermaßen beschrieben: 22 bis 23 Jahre alt, 165 bis 170 Zentimeter groß, gesetzter Statur, bartlos, frisches Gesicht; bekleidet war er mit grauem Sackanzug, grauem, weichem Filzhut mit weißem Band, Schnürschuhen. Er trug Regenschirm mit geradem Griff. — In Wieseck wurde em hiesiger Wirt von einigen jungen Burschen infolge eines wegen einer Geringfügigkeit entstandenen Wortwechsels durch Messerstiche nicht unerheblich verletzt, sodaß er hierher gefahren werden mußte. ♦f Se. Majestät der Kaiser weilten in Begleitung der Kaiserin Friedrich, der Kronprinzessin von Griechenland und der Landgräfin von Hessen am Sonntag Nachmittag zu Wagen längere Zeit auf der Saalburg, um sich von bett Fortschritten der Wiederherstellungsarbeiten daselbst persönlich zu Überzeugen. Aus der Zeit fltr die Zett. Vor 71 Jahren, am 22. August 1828, starb auf Mou- trouge bei Paris der Arzt und Vater der Phrenologie FranzJoseph Gall. Was Lavater aus der beweglichen Physiognomie herausfinden wollte, suchte Gall aus der festen Form des Kopfes zu ergründen. Von der Richtigkeit seiner Ansicht war er vollständig überzeugt. Sein eigener Schädel befindet sich im Museum des Jardin des plantes zu Paris. Er wurde am 9. März 1758 zu Tiefenbronn in Baden geboren. Temperatur der Lahn und Luft nach Rraumur gemeßen am 21. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag«: Wasser 14Vi°, Luft 16°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 21. August. Zur Situation schreibt das „Kleine Journal": So schwierig es auch für die Krone sein mag, neue geeignete Männer zu finden, so dürfte doch auch kaum ein anderer Ausweg übrig bleiben, um in die derzeitige politische Situation die gewünschte Klarheit zu bringen. Aus welchen Kreisen wird aber der Monarch die neuen verantwortlichen Ratgeber der Krone berufen? Man wird voraussichtlich unter solchen Persönlichkeiten Umschau halten, die allen extremen Bestrebungen abhold sind, die sich vor allem auch in dem Kampf um den Kanal nicht exponiert oder kompromitiet haben und die politisches und Verwaltungs- Talent besitzen. Wenn es solche Männer in Preußen giebt, wird sie das Auge des Monarchen gewiß entdecken. Wien, 21. August. Das hiesige portugiesische Konsulat erklärt, gegenüber den Washingtoner Meldungen, in Lissabon sei kein einziger Pestfall vorgekommen. Asch, 21. August. Da die Behörde große Kundgebungen gegen die Klerikalen und den § 14 fürchtet, war der Zapfenstreich am Vorabend von Kaisers Geburtstag auf gestern vertagt worden. Anläßlich dieses Zapfenstreiches kam es zu heftigen Demonstrationen gegen die Regierung. Ueber die Köpfe einer vor dem Amtsgebäude postierten Truppe hinweg, zertrümmerte ein Steinhagel alle Fenster. Gegen das katholische Vereinshaus wurde ein stürmischer Angriff unternommen, weil dort die Gendarmerieverstärkung Quartier fand. Vom Zollamt war der kaiserliche Adler verschwunden. Der Bürgermeister erklärte, für die Ordnung und Ruhe nicht mehr einstehen zu können. Eine starke Gendarmerie-Verstärkung wird erwartet. Teplih, 21. August. Die Verhandlung der Delegierten der sächsischen Bergarbeiter und der Arbeiterführer der hiesigen Kvhlen-Bezirke nahmen einen befriedigenden Verlauf. Im Herbst soll der Generalstreik beginnen. Prag, 21. August. Narodny Listi veröffentlicht einen ihr angeblich aus Petersburger Kreisen zugegangenen Brief, in welchem die panslawistische Politik des Zaren besprochen und behauptet wird, daß seit dem 1. August 1897 zwischen Rußland und Oesterreich ein Abkommen bestehe, welches Oesterreich seine Grenzen garantiert. Wie verlautet, steht in den bömischen höheren Verwaltungsbehörden eine Personal-Veränderung bevor. Sämtliche deutschen Funktionäre sollen entfernt und durch tschechische ersetzt werden. Brussel, 21. August. Die Lage wird sehr ernst. Die Sozialisten haben eine geheime Sitzung abgehalten, deren Resultat weit über die bisher gemeldeten Beschlüsse hinausgeht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man vor einer weitgehenden Revolutionsbewegung steht. Rom, 21. August. Der Prinz Cluny wird vor Gericht gestellt werden, weil er zahlreiche wertvolle Gegenstände aus dem vatikanischen Museum einem amerikanischen Millionär verkaufte. Paris, 21. August. Zwischen sozialistischen Arbeitern unter Führung Sebastian Faures und Anarchisten kam es auf dem Boulevard Voltaire zu blutigen Zusammenstößen, wobei Revolverschüsse fielen. Polizei-Kommissar Goutier wurde schwer verwundet und mehrere Polizisten erhielten Messerstiche. Sebastian Faure und mehrere seiner Genossen wurden verhaftet. — Bei den antisemitischen Unruhen wurden 80 Verhaftungen vorgenommen. Paris, 21. August. Im Prozeß Dreyfus ist die von einem General erwähnte hohe Persönlichkeit, welche angeblich schriftliche Beweise von der Schuld Dreyfus haben soll, der ehemalige französische Botschaftsrat PrinzdeBerghes, welcher seinerzeit wegen kolossaler Schulden in die Fremdenlegion eintreten mußte. Rennes, 21. August. Wie vorher zu sehen war, wirb Labori, entgegen den optimistischen Hoffnungen seiner Freunde, noch nicht am Prozeß teilnehmen. Die Wunde ist noch nicht geschlossen. Jetzt hoffen seine Freunde, er werde im Lause der Woche kommen können. Heute werden Colonel Abonville, General Fabre, Kommandant Lauth und Archivar Gribelin verhört werden. Petersburg, 21. August. Auf der hiesigen Werft werden demnächst zwei neue Kreuzer erster Klasse vom Stapel gelassen werden. Johannesburg, 21. August. Die Buren haben eine Circularnote erlassen, worin sie die Regierung aufforbern, nicht mehr mit Englanb in Unterhandlungen zu treten. △ Mainz, 21. August, 9 Uhr 25 Min. vormittags. (Telegramm.) Der Kaiser ist soeben hier eingetroffen. Bor dem Mombacher Thor bestieg Seine Majestät das Pferd unb begab sich direkt zur Truppenschau. — Der Großherzog ist bereits gestern abend angekommen. vom 1. bis Dienstmädchen. 6139 I. V-: Wolff. 6141 6124 Erk. Wink für die Hausfrauen! 6119 Do- haltungen auf das wärmste empfohlen. 5684 [6121 nach hier einsenden. Betten- und Wäsche-Geschäft 6137 M. Rosenthal, Liebigstraße 13. Joseph. 6i33 553^7* in jeder Preislage. 1887 Oesterr. StaatSbabi 9toi. staatsgar. Qnj in v. 1885 85.80 4 ifenb. 68.00 4 unk. b. 1907 101.20 bto. 4 Deutsche Grdsch.B.unk.b. 1904 101.20 Brief I. A-: Vogt. 6144 20.40 Oesterr. bto. Americ. 4.16 24300 Darmst. Bk.'Sctien Dir. Pet Krug. ei 6125 Kreuzplatz 15, 1. Stock. 6129 3it ucrkiutfcn tlckinintiiuidjiiiißeii Cap Italien H (i-in pfcli In orten Urrfflnfüfncs -Pktsttilliriliiiieit Uermietungen WieHeiuM (Olfcite Stellen Stabt Darmstadt v. 1891 Stabt WormS unk. b. 1901 99.26 89 20 96.75 000.00 000.00 101.50 100.50 101.60 98.96 unter K. diese» B Brief 16.22 20.44 4.20 8 6 99 85 99 00 33 70 100.80 60.60 100.00 00.00 4 4 8 3 ®el6 81.05 169.65 4.167, «Asndeourser 160.10 1 Oesterr. Eredit-Actien Gesuch eines Schreibgehilfeu. Für die Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen in Alsfeld wird ein gewandter, zu- verlässiger Schrttbgehilfe mit schöner Handschrift zum 1. Oktober d. Js. gesucht. Jahresgehalt 800 Mark. Selbstgeschriebene Offerten mit Angabe des Lebenslaufes wolle man gefl. bis zum 1. September d. Js. 6131 an die Expedition ^erbeten. Circus I Innins Gieße«, OsmldsMlr«. Laubach, den 18. August 1899. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. jrikdrich Traf jn Solms-Mach. rstaulatiousKSchm 20. September nach Grünberg Krummetgras- Versteigerung Das Grummetgras von den manialwiefen wird versteigert: Procent 47, Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente Neue einfache Lehrmethode Staatl.gel.Abgang-sprüfung W.-Sem. Anf.2.Nov. VorunL9.Okt. Vorzügliches Geschäft für Restaurateure, Rentner,Damen isteinKaiser-Panorama 400 Reisen, leihweise; Prospekt sendet Direktion Kaiser-Panorama, Berlin- 1. In der G markung Alteu- Buserk Montag den 28. Ang., vorm. 9 Uhr, in der Wirtschaft des des H rra Wilhrlm Rabenau zu Alten-Buseck, 2. in der Gemarkung Wieseck Dienstag den LS. August, vormittags 9 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Dorfeld, in der Post zu Wieseck. 3. in der Gemarkung Gießen an demselben Tage, nachmittags 3 Uhr, in der Leib'schen Wirtschaft im Philosophenwald bet Gießen. Gießen, 20. August 1899. Großh. Obersörsterei Gießen. Dienstag den 3. Kktoöer, nachmittags 2 /, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Konrad Hamel Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 40 Nr. 40a"/i o — 385 qm Hof- raite links der Chaussee, Flur 40 Nr. 88,6 — 70 qm Grabgarten daselbst, Flur 40 Nr. 88,7 — 610 qm Hofraite daselbst, Flur 40 Nr.40a