nzert . . S<53 * Ho. 6 Ie,m Schulz. ast Bärenhäuter«. Zn n . von Thomas. Falzer von Wald- Abend in Wien« “Peten von Man S »• Seleotion < 9. Grosser der . Xylophon von n von Reckling. a‘ (Mä Benutzung ee 5o Pfg, ldlung latz 13. eicht, u. a. Heinwein AolM • Bei Abnahme 5353 iipke. nbmg. in (kleiner Saal). Vorstand. ,n Giehen. . Mts.: h Marburg. i TlarjdieS öurd) öen marsch punft 10 Uhr übtiaen TrümMN y 5456 er Vorstand. )er! rridjl. Raf August einen utem und bequemem ige te» M. 5 ■ Nachname- nifirUP* 1 MB631 SS. irnrntt Heute 99.90 100.0° 25.60 000.0° bl.46 100 99.00 DU iS «ilt 8t«f^ 8i,10 "X 169 66 4.16V« Nr. 170 Zweites Blatt Samstag den 22. Juli 1899 Meßmer Anzeiger Mnerat-MnMer Bei Postberu, R Mark 50 Ps^ vierteljährlich leneNme • Anzeigen zu der nachmittags für de» |»lgm>ai Ta, erscheinenden Nummer di» eone. 10 Uhr. Alle Anzeigen.BermlttlungSstellen de» In» und Au»l,nd^ nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eetge|<*. Nezug-prei» vierreljährlich 2 Mark 20 Pf§ monatlich 75 Pfg mit Bringerloh^ frHHxt Uefi* mit Ausnahme des Montags. Mr Gießener Ifitt werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beige legt. Anrts- und Anzeigeblntt fiw den Ureis Gieren. Releltien, Expedition und Druckerei: >4*C|r»|c Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Zuzeiger chtetz«». Fernsprecher Nr. 51. Die Reorganisation der griechischen Armee. Nach Meldungen aus Athen sollen mehrere ausländische Offiziere nach Griechenland berufen werden, unter deren Leitung eine Reorganisation der Armee durchgeführt werden soll. Die Erfahrungen des letzten Krieges mit der Türkei haben bekanntlich gezeigt, daß in Griechenland auf militärischem Gebiete manches im argen liegt, infolgedessen die Armee bei weitem nicht auf der Höhe der Zeit steht.. Daran tragen wohl zum größten Teil die mißlichen Finanzen die Schuld, wenn auch die in der griechischen Verwaltung früher herrschende Korruption an der Vernachlässigung der Armee mit beteiligt ist. Seitdem die Finanzkontrolle in Kraft getreten, beginnen die Verhältnisse sich zu bessern, wenigstens kann heute nicht mehr in den Tag hineingewirtschaftet werden, da den Augen der europäischen Kontrolkommission nichts entgeht. Weil jetzt Dank dem Einschreiten der Mächte eine zuverlässige Grundlage geschaffen worden ist, so liegt auch der Absicht nichts mehr im Wege, die Armee zeitgemäß zu organisieren. Heute liegen die Dinge ganz anders als vor etwa 2y2 Jahren, wo die Botschaft des Königs von der umfassenden Reorganisation des Heeres und der Schaffung eines permanenten Kriegslagers so großes Aufsehen erregte, weil der Plan allzusehr im Widerspruch stand mit den geringen Mitteln, welche der Regierung zur Verfügung standen. Man wollte damals anscheinend Hals über Kops gut machen, was im Laufe ganzer Jahrzehnte versäumt worden war, um wenigstens einigermaßen ebenbürtig dem türkischen Gegner zu sein, wider den man ins Feld ziehen wollte. Die Ansicht der Orientkenner, daß das griechische Heer das schlechteste aller Balkanstaaten sei, hat sich damals leider durchaus bestätigt. Der Ursprung der neugriechischen Armee läßt sich verfolgen bis auf wenige Jahre vor der offiziellen Unabhängigkeitserklärung des Königreichs; es waren hauptsächlich Franzosen, welche zuerst das kleine Heer befehligten und organisierten. Dieses spielte in den politischen Wirren eine große Rolle und wurde, als Prinz Otto von Bayern ins Land kam, vollständig beurlaubt. Später organisierten bayerische Offiziere eine neue Wehrmacht, die sich aus Freiwilligen rekrutierte. Im Laufe der Jahre wurden dann die Verhältnisse mehrfach geändert, auch wurde die Armee er- Feuilleton. Das 19. Jahrhundert. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgelehrter herausgegeben von Friedrich Thieme. (Nachdruck oder Auszug verboten.) XII. Die bürgerliche soziale Bewegung. Staats- sozialismus. Sozialreform. — Anarchismus. (Schluß.) In den Kaiserlichen Erlassen wurde es als die Aufgabe der Staatsgewalt bezeichnet, „die Zeit, die Dauer und die Art der Arbeit so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf gesetzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben." Zur Vorberatung der betreffenden Frage trat am 14. März 1890 in Berlin die auf die Initiative des Deutschen Kaisers berufene Internationale Arbeiterschutz-Konferenz zusammen, auf welcher die meisten Länder Europas vertreten waren. Die erhofften Früchte hat die Konferenz bisher noch nicht getragen, doch sind in Deutschland und einigen anderen der beteiligten Staaten mannigfache Bestimmungen zum Schutze der Arbeiter aus ihr hervorgegangen. Ebenso fanden die deutschen Arbeiterversicherungsgesetze allenthalben Beachtung und in einzelnen Staaten zum Teil Nachahmung. Eins der vornehmsten Rechte, welches den Arbeitern das 19. Jahrhundert beschert hat, ist das Koalitionsrecht, das in England bereits seit 1824 bedingt bestand, aber erst 1871 in vollem Umfange gewährt wurde. In Frankreich erhielten die Arbeiter das Koalitionsrecht durch das Gesetz vom 25. Mai 1864, in Deutschland durch die Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869, nachdem Sachsen bereits 1861 den Anfang mit seiner Einführung gemacht hatte. Belgien führte die Koalitionsfreiheit 1866, Holland 1872, Oesterreich 1870 ein. In Verbindung mit dem Koalitions- heblich vergrößert, sodaß beim Beginn des türkischen Krieges die Friedensstärke sich auf rund 19 000 Mann, die Kriegsstärke sich auf etwa 216 000 Mann belief. Diese Zahl dürfte angesichts der Stellung, welche Griechenland heute einnimmt, vollständig genügen, und es würde sich bei einer Reorganisation des Heeres nicht gleichzeitig um eine Vermehrung des Bestandes handeln, sondern lediglich um eine bessere Ausbildung der Truppen und eine Besserung des Verpflegungs- und Sanitätsdienstes. Eine wohldisziplinierte Armee liegt im Interesse des Landes, und trägt zu dessen Sicherheit auch nach innen bei. Die hochfliegenden Pläne, welche in Athen früher gehegt wurden, sind, wenn auch nicht ganz aufgegeben, so doch jedenfalls auf lange Zeit hintangesetzt worden. Und daran haben die griechischen Machthaber recht gethan, denn sie würden seitens der Großmächte zu einer Störung des Friedens niemals Ermunterung erfahren. (xx) Deutsches Weich. Darmstadt, 20. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog werden am Samstag, 22. Juli, weder Audienzen erteilen, noch Meldungen oder Vorträge entgegennehmen. Berlin, 20. Juli. Der Kaiser ist heute vormittag nach guter Fahrt im besten Wohlsein vor Drontheim eingetroffen. — Nach neueren Nachrichten aus Dortmund beabsichtigen die städtischen Behörden, die Kanalfeier zu verschieben, „um dem Kaiser die Teilnahme zu ermöglichen". Dies dürfte namentlich mit Rücksicht auf die großen Vorbereitungen geschehen, die im Hinblick auf den Besuch des Kaisers getroffen wurden und die beim Ausbleiben des Kaisers manchen Geldverlust befürchten laffen. — Stundung der Kollegiengelder. Offiziös wird angekündigt, die preußische Regierung beabsichtige, die Stundung der Kollegienhonorare an den preußischen llni- versitäten zn erschweren. Man will den Universitätsfonds, dem ein Teil der Honorare zufließt, vergrößern, vergißt aber, daß man unbemittelten, aber begabten Leuten dadurch das Studium ohne Grund erschwert. Der Universitätsfonds kann vergrößert werden, ohne daß man Talente erstickt. recht stehen im letzten Drittel unseres Jahrhunderts zahlreiche Arbeitseinstellungen oder Streiks, unter welchen vor allem der Waldenburger Bergarbeiterstreik (1869), der große Berliner Maurerstreik (1885), der westfälische Bergarbeiterstreik (1889), der allgemeine deutsche Buchdruckerstreik (1891), der Streik in der Konfektionsbranche (1896), der große englische Kohlenstreik (1893), letzterer mit 250,000 Streikenden, die allgemeine Aufmerksamkeit erregten. In Preußen betrug die Zahl der Arbeitseinstellungen in der Zeit vom 1. Januar 1889 bis 1. Oktober 1894 insgesamt 1683 mit insgesamt 437,000 Streikenden, in England verzeichnete man von 1892 bis 1895 einschließlich insgesamt 3321 mit 1,560,930 Streikenden, in Frankreich 1890 bis 1895 ein schließlich 271 Streiks, in Italien 1890 bis 1893 einschließlich 512 mit 136,000 Beteiligten, in Oesterreich 1891 bis 1895 536 mit über 100,000 Teilnehmern, in den Vereinigten Staaten 1890 bis 1893 6854 Streiks mit 1,343,000 Streikenden. Erfolgreich waren in Preußen etwa 12 Proz. aller Streiks, teilweise erfolgreich zirka 20 Prozent, in den anderen Staaten war der Ausfall etwas günstiger, vor allem in England und den Vereinigten Staaten. Zum Schluß sei noch des Anarchismus mit einigen Worten gedacht, als dessen wissenschaftlicher Begründer der bereits erwähnte französische Sozialist Proudhon anzusehen ist. In seinem 1840 erschienenen Werke „Qu’est ce que la propri6te?a entwickelt er bereits ausgesprochene anarchistische Ideen, fand auch einige Schüler oder Nachfolger, aber erst in den 60er Jahren gelang es dem unter dem Einfluß seiner Schriften stehenden Russen Bakunin (1814 bis 1876), für die Idee der unbedingten Berechtigung des einzelnen Individuums und die Erreichung dieses Zieles durch den gewaltsamen Umsturz alles Bestehenden Schule zu machen. Noch weiter als er ging sein Genosse Sergei Netschajew, welcher die „Propaganda der Thal" aufstellte und eine Verschwörung in Rußland inszenierte (1869), die seine Verhaftung und vermutlich Hinrichtung herbeiführte. — Nachdem die Sozialdemokratie 1872 Bakunin und die Anarchisten ausgeschlossen hatte, trat er bald hier, bald dort mehr oder minder erfolgreich auf, und zeitigte auch — Der Evangelische Bund in Rom. In Rom hat sich ein Zweigverein des Evangelischen Bundes gebildet, dem bereits 20 Mitglieder angehören. Die Zahl ist im Wachsen; man rechnet auf noch viele Beitritte. — Die süddeutsche Eisenbahngemeinschaft. Die Erklärung der württembergischen Kammer in Sachen der Personen-Tarif-Vereinigung lautete im wesentlichen: Die Kammer der Abgeordneten begrüßt ein Zusammengehen der Eisenbahnverwaltungen von Bayern, Württemberg, Baden und den Reichslanden zum Zweck einer gemeinsamen Reform des Personentarifs. Sie erblickt in den der Tarifgemeinschaft vorgezeichneten Zielen einen weiteren Schritt zur Herbeiführung eines einheitlichen Personentarifsystems für ganz Deutschland. Im einzelnen billigt die Kammer die kilometrischen Einheitssätze von 6 und 4 Pfg., für die 1. und 2. Wagenklasse, hält aber für die 3. Klasse einen Einheitssatz von 2 Pfg. statt 2,3 oder gar 2,5 Pfg. — zur Ausgleichung für den Wegfall der bei uns durch die Landeskarte und in Baden durch das Kilometerheft seither gebotenen Ermäßigungen, sowie zur Gleichstellung mit dem Einheitspreis der 4. Wagenklasse in Preußen und Sachsen — für richtiger wie auch vereinbart mit dem Finanzinteresse des Landes. Aus den Ausführungen des Ministerpräsidenten und aus den Aeußerungen des Finanzministers v. Zeyer ging hervor, daß der Wunsch nach Einführung eines Tarifes von zwei Pfennig für Die dritte Klasse zunächst von der Regierung nicht erfüllt werden könne, daß ihm aber später vielleicht gewillfahrt werden könne. Zunächst ist für den Nahverkehr ein Zweipfennig-Satz in Aussicht genommen. — Ueber den Schießplatz von Lockstedt in Schlesweg-Holstein führt eine Landstraße, deren Verlegung vom Regierungs-Präsidenten beschlossen wurde, weil infolge der Schießübungen der Verkehr gefährdet werde. Das Oberverwaltungsgericht hat aber dem Einspruch des Landes- dircktors recht gegeben. Es sei dem Militärfiskus das Schießen zu verbieten, wenn dadurch der Verkehr gefährdet werde. — In Augsburg ist seit längerer Zeit ein Maurerstreik im Gang, der in den letzten Tagen zu Unruhen geführt hat: Von ausständigen Maurern wurden am Dienstag in der Wertach-Vorstadt vor einem Fabrikanwesen, in dem italienische Maurer arbeiteten, Ruhestörungen verübt. Die eine Anzahl Attentate, ja, in Spanien sogar eine gewaltsame Erhebung (1873 bis 1874). Von den anarchistischen Agitatoren der neueren Zeit sind in erster Linie der Fürst Peter Krapotkin, der französische Geograph Elisse Reclus, ferner Johann Most zu nennen, der besonders in Amerika den anarchistischen Tendenzen weite Verbreitung verschaffte. — Von den hauptsächlichsten Exzessen der „Propaganda der Thal" seien hier nur erwähnt das Reinsdorf'sche Niederwald-Attentat (1883), die Ermordung des Polizeirats Rumpff in Frankfurt durch Lieske (1885), die Dynamitattentate Ravachols, Vaillants und Henrys (1892, 1893 und 1894) in Frankreich, die Ermordung Carnots durch Caserio (1894) und die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich (1898) durch Luccheni. Im Anschluß an die gräßliche Ermordung der Kaiserin Elisabeth fanden internationale Beratungen der Mächte statt, die aber anscheinend zu keinen praktischen Ergebnissen geführt haben. In Deutschland war das Gesetz vom 9. Juni 1887, betr. den gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen, eine Folge des Niederwald- Attentats. Selbstverständlich ist es nicht möglich, im Rahmen zweier kurzen Artikel das Thema des Sozialismus und aller damit zusammenhängenden Erscheinungen auch nur einigermaßen zu erschöpfen. Was wir geben konnten, war nur eine kurze historische Darstellung, gipfelnd in der Thatsache, daß die soziale Frage leider ungelöst in das neue Jahrhundert hinübergeht. Es wird keine der geringsten Aufgaben desselben sein, sich mit ihr abzufinden und die sozialen Gegensätze zu vergleichen. Auf welche Weise das geschehen wird? Wer von uns ist Prophet genug, das zu sagen? An eine große soziale Katastrophe glaubt niemand mehr, und die Sozialdemokratie selbst behauptet die allmähliche Entwickelung des sozialen Staates aus dem jetzt bestehenden. Soviel erscheint sicher, daß die Aera der sozialen Reformen ihr Ende noch nicht erreicht hat, wie sich ja auch der Kreis derjenigen immer mehr vergrößert, welche von der Notwendigkeit durchgreifender sozialer Reformen durchdrungen sind. Polizei war machtlos und es mußte telephonisch Militär geholt werden, welches jedoch nicht ernstlich einzugreifen brauchte. Der Auflauf dauerte bis gegen 12 Uhr nachts. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Am Mittwoch abend wurden die Unruhen ernster. Aufgereizte Volksmassen suchten wieder in dasselbe Fabrikanwesen einzudringen, wurden aber von einem Bataillon Infanterie daran gehindert. Die Soldaten beschränkten sich darauf, die Menge mit dem Kolben zurückzudrängen. Eine Schwadron Chevauxlegers säuberte die Straße. Die Polizei mußte wiederholt von der Waffe Gebrauch machen, mehrere Personen und eine größere Anzahl von Schutzleuten wurden verwundet, einer der letzteren ernsthaft. Etwa 20 Verhaftungen wurden vorgenommen und aufrechterhalten. Die Erregung in dem genannten Stadtteil ist sehr groß, die Ruhestörungen dauerten bis tief in die Nacht. — Samoa. Der bisherige Oberrichter Chambers hat nach neueren Nachrichten seine endgiltige Entlassung beantragt. Er reiste, wie gemeldet, am 14. ds. Mts. ab. Nach dem gestrigen Reuter-Telegramm könnte es scheinen, als ob der neue deutsche Vorsitzende des Munizipalrats Dr. Solf nicht ganz mit Recht die Stellvertretung Chambers' in Anspruch nehme, obwohl er nach den Bestimmungen der Samoa-Akte das Recht der Stellvertretung besitzt. Englische Privatnachrichten werfen nun einiges Licht auf diese dunkle Stelle in der Reuterdepesche; danach ist die Kandidatur des als provisorischer englischer Vertreter nach Samoa berufenen Major Main für die Vertretung des Herrn Chambers aufgestellt und damit begründet worden, daß nicht eine Vakanz der Oberrichterstelle vorliege, wie sie die Samoa-Akte vorsieht, da Chambers ja nicht abberufen und daher sein Posten noch nicht verwaist sei. Lokales und MsvinMes. § Vom Lande, 20. Juli. Noch vor kurzem konnte man in den Zeitungen lesen, wir hätten einen regnerischen, kalten Sommer zu erwarten. Wie diese Voraussetzung wiederum eingetroffen, das zeigt die seit 14 Tagen anhaltende hohe Sommerwärme. Wenn das Thermometer morgens um 10 Uhr 200 r. im Schatten zeigt und das Wasser der Bäche, die meist rasch fließendes Quellwasser führen, die richtige Badetemperatur von 17° R. hat, dann sprich mir noch einer von einem „kalten" Sommer. Echte Hundstagshitze haben wir, obgleich der kalendarische Anfang der Hundstage erst mit nächster Woche beginnt. Solches Sotymer- wetter bringt die Zeit der Ernte. Schon bleicht auf hohen Lagen das Korn. Mit seinem Schnitt dürfte in nächster Woche begonnen werden, lieber seinen vorzüglichen Stand nebst dem des Weizens ist wiederholt berichtet worden. Man hofft nicht ohne Grund auf ein besseres Körnerergebnis der Winterfrucht als im vorigen Jahre. Die Rapsernte hat stattgefunden; der Landwirt kann meistens mit ihrem Ergebnis zufrieden sein, da es besser ist, als man nach dem vorjährigen schlechten Anfangsstadium erwarten mochte. Das erste Obst des Sommers, die Kirsche, das nur bei reichen Erträgen auch in den ländlichen Orten zum Kauf angeboten wird, wo es nicht ober doch nur selten gezogen wird, ist hier fast gänzlich ausgeblieben. Das läßt also auf eine schlechte Kirschenernte aus den Kirschengegenden schließen. In den Städten war das Pfund für 30 Pfg. zu kaufen. Die Verwandte der Edelkirsche, die kleine Vogelkirsche, scheint besser geraten zu sein. Sie geht ihrer Reife entgegen. Lüsterne Kinderaugen lugen schon lange nach ihr; denn wo es keine großen gibt, da hat man auch die kleinen Kirschen gern. Im Walde lockt die reif gewordene Erdbeere. Die Vorbedingungen zur guten Beerenernte haben nicht gefehlt. In manchen Gegenden bringt die gute Erdbeerernte den armen Kindern einen nicht zu verachtenden Verdienst. In Scharen sieht man jetzt dort wieder die Kinder zu den benachbarten Städtchen ziehen, die Töpfe an einem Riemen um den Rücken geschnallt, voll köstlicher Erdbeeren. Vergleicht man den Preis der Erdbeeren (der Topf kostet 20—25 Pfg.) mit ihrem Wert, der ganz in neuester Zeit in hygienischer Hinsicht betont wird, so muß dieser Preis als ein sehr billiger bezeichnet werden. § Grebenhain, 18. Juli. Heute fand der hiesige Schneidermeister Heinrich Franz seine im 44. Lebensjahre stehende Ehefrau in der Scheune an der sogenannten Gerüstleiter erhängt tot vor. Als Beweggrund der That wird unheilbare Krankheit angenommen. Arbeitsvergebung. Die nachverzeichneten Weißbinder- und Anstreicher-Arbeiten für das städtische Gas- und Wasserwerk Gießen sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung zusammen ober getrennt vergeben werden, nämlich: 1. Ausbesserung und Neuanstrich der Außenflächen des Verwaltungsgebäudes; 2. Anstrich von ca. 600 Kandelabern und Konfollaternen; 3. Anstrich von 34 Ventilbrunnen. , Die Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen während der Dienststunden auf unserem technischen Büreau zur Einsichtnahme offen. 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