IS»» Donnerstag den 22. Juni Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen Amtlicher Feil. Gieren, den 17. Juni 1899. dcnm S tliilticn, Expedition und Druckerei: Zichukstratze Ar. 7. Adrefle für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. DütiNjimiÜltel nach Deutschland eingeführt, welches vorzugs- wci' ^! at8 den großen Rindermastanstalten in Arad und Ter.MZva? stammt. Das pulverförmige Erzeugnis wird in bcr:a öd'« hergestellt, daß stark verrotteter, von den in _oen MÄijbmfimlten verwendeten Streumaterialien nur oberstächlich bestficki Rinderdung unter Zusatz von Jauche durchgeknetet, und in ziiegelähnliche Stücke geformt wird, welche an der Lnfch uni Sonne getrocknet, und sodann in einer Dresch- > c>iMiel jzerkleinert werden. Bei dieser Art der Herstellung ist Nt Ausgeschlossen, daß der konzentrierte Rinderdünger oiruiknte Seuchenerreger, insbesondere Milzbrandkeime in sich ui birgt ; auch ist bei der starken Verbreitung der Reblaus in ffitn S’omitaten Arad und Temesvar immerhin mit der Mi.!>ijichKeit zu rechnen, daß Rebläuse in dem Dünger ent- Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Dotbskunde. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Psg. mit Bringrrlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Auch das Korporationsrecht für Berufsvereine fordere das Centrum. Anerkennen müsse dasselbe die vorkommenden Mißbräuche, die Bedrängung zum Beispiel katholischer Arbeiter durch ihre Arbeitsgenosseu in Fabriken und anderen Arbeitsstätten. Das vorliegende Gesetz sei em bloßes Aus, nahmeaesetz, und das Centrum verwerfe bekanntlich alle Ein Gesetz müsse vor allem geschaffen werden, welches Koalitionsfreiheit bringe für alle Arbeiter. Erst dann könne erwogen werden, ob und wie gegen JJüß5 brauche Abhilfe zu schaffen sei, und auch dann nur auf dem Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.) stimmt für kommissarische Beratung, uud zwar nur wegen der Ueberschrift der Vorlage: „Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses". (Heiterkeit.) Nächste Sitzung morgen 11 Uhr. Tagesordnung. Handelsprovisorium mit England, Karolinenvorlage und Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß 6>/, Uhr.__ routr crr beantrage eine solche. Og. Lieber (Centr.) verwahrt zunächst das Centrum gqW Sen Verdacht, als seien seine Parteigenossen, indem fu iti-n Vorlage verwerfen, Freunde des allerlei Unfugs, gsW den sich die Vorlage richte. Daß die Vorlage mit deii-ioialitionsfreiheit nicht Zusammenhänge, wie Vorredner berlsWle, sei unzutreffend. Die Vorlage wolle als solche, so litt im ihrer schriftlichen und mündlichen Begründung — bcNitii die Ueberzeugung seiner in dieser Frage einmütigen P^ii — die große Frage des Koalitionsrechts aufheben, abti'H m der Weise, daß sie — das Pferd am Schwänze auüWMe. (Heiterkeit.) Die Vorlage solle, wie die Re- ai MW behaupte, die Koalitionsfreiheit schützen; aber ehe Mw sm schützen könne, müsse man sie erst haben. (Heller - ke üv Mfe links: Sehr richtig!) Das Centrum fordere daher K'Emsfreiheit auf dem Boden des gemeinen Rechts, für a die Zwecke, zu welcher sich deutsche Staatsbürger derer chn'i wollen. Und es fordere auch für alle Verewigungen dciHMcht, sich untereinander zu verewigen, unter Auf- h»Mggaller entgegenstehenden einzelstaatlichen Bestimmungen. Ma.B assermann (nl.) stimmt namens seiner Freunde aeaen die Vorlage und gegen die Kommissionsberatung. Die bestehenden Uebelstände erkennten seine Freunde an, aber um ihnen zu begegnen, seien die bestehenden Bestimmungen in Strafgesetzbuch und Gewerbeordnung ausreichend. Es müsse geprüft werden, ob die Vorlage die I Koalitionsfreiheit antaste und ob andererseits die vor- I geschlagenen Maßregeln ausreichen würden, die Sozialdemokratie zu schwächen. Das Koalitionsrecht sei das heiligste I und wichtigste Recht jedes Arbeiters, taste man es an, dann würden die Arbeiter zu tausenden zur Sozialdemokratie hinüberlaufen. Der neueste Maurerstrike und seine Begleit- I erschewungen zeige, welche Machtmittel die Arbeitgeber schon jetzt in Händen haben und wie sie dieselben handhaben: I Durch Aussperrung auch Nicht-Strikender und ganz Un- I schuldiger (Rufe links: Sehr richtig!) Redner geht alsdann auf die Zwistigkeiten unter der Sozialdemokratie selbst em I und meint, ein solches Gesetz sei nur imstande, Sozial- I demokraten von neuem zu einigen. (Heiterkeit und Rufe: I Sehr richtig!) Die Denkschrift sei verworren, einseitig, parteiisch, tendenziös (Bewegung), und liefere ein ganz Malsches Bild von den Zuständen in Deutschland überhaupt. Er resümiere sich dahin: Eine Vermehrung der Strafmittel sei überhaupt nicht nötig. Ein Teil seiner Freunde halte allerdings den Ausbau des § 153 für notwendig und billige | die §§ 1 und 2 und im § 4 den Absatz, der von Schädigung von Werkzeugen rc. handle Derselbe Teil billige auch solche Bestimmungen Über das Strikepoftenstehen, wie sie in England beständen. Am besten würde es sein, die Vorlage rundweg abzulehnen. (Lebhafter Beifall.) Staatssekretär N i e b e r d i n g entgegnet dem Vorredner, daß die Urteile betreffs des groben Unfuges im allgemeinen von Schöffengerichten gefällt seien, also von Volksgerichten. (Lachen.) Die Denkschrift sei nicht vorgelegt worden zur Begründung der Vorlage (lautes Gelächter), sondern nur, um ein allgemeines Bild zu geben von den Bestrebungen, welche (Rufe: Unglaublich! Erneutes Gelächter, sodaß der Schluß des Satzes ungehört verhallt). Die Vorlage richte sich formal gegen Arbeiter und Arbeitgeber, aber er gebe zu, daß sie vorwiegend Arbeitnehmer treffe. Die Arbeitswilligen unterlägen einer Vergewaltigung ihres freien Willens, die nicht geduldet werden könne. Wolle die bürgerliche Gesellschaft auf diese Entwickelung jetzt feine gebührende Antwort geben, dann werde die Reaktion später nachfolgen, und auch die sanguinische Auffassung des Abg. Bassermann werde dagegen nicht schützen. Redner bittet, die Vorlage nicht einfach abzulehnen, sondern ihre Bestimmungen sorgsam zu prüfen. , r .. _ .... Abg. Arendt (Np.) bedauert lebhaft die Ausfuhr- unqcn des Abg. Bassermann. Er bemerkt alsdann, daß es vor allem des Schutzes der Koalitionsfreiheit gegen die Beeinträchtigung derselben durch die Sozialdemokraten bedürfe. Wirklich arbeiterfeindlich seien nur die Sozialdemokraten, alle anderen Parteien wollten, daß es den Arbeitern gutgehe. (Heiterkeit). Er wünsche Annahme der Vorlage und kommissarische Beratung derselben. Abg. Lenzmann (frs. Vp.) meint, es wäre bester gewesen, wenn der Vorredner das Wort: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" beherzigt hätte. (Große Heiterkeit). Die Vorlage richte sich gegen die Koalitionsfreiheit, das Deutscher Reichstag. 97. Sitzung vom 20. Juni. 1 Uhr. ßirngegangen ist die Karolinen-Vorlage. Lo.c Eintritt in die Tagesordnung ruft Präsident Graf Beließt rem nachträglich den Abg. Bebel (Soz.) zur OiMmig wegen seiner gestrigen Schlußworte: Das Gesetz wittck im Falle seiner Annahme für Deutschland eine und Schande sein. (Ruf des Abg. Singer: Ist abwsid!) ,.ix . . . Pi äsident Graf Ballestrem: Ich verbitte nur jede KiMÜ i>jj« Haus setzt sodann die erste Lesung des Gesetzen MiP „Zum Schutze des gewerblichen Arbelts- vktsiältnisses" (Zuchthausvorlage) fort. Vig. v. Levetzow (kons.) plaidiert für Annahme der BksillW. Das Koalitionsrecht lasse die Vorlage gänzlich ur dtelrt. Eine Kommissionsberatung sei dringend wünschens- rrs.M.1 Mflfid) mit des Hiitig». ÜEiitPii 6mer toerbenrnkii Anzeiger wüchnemü viermal gehegt. hal M sind. , _ , „ .. »Mleich wird darauf hingewiesen, daß das Präparat alM Ar qstoff nur einen geringen Wert hat, weil der beste BeOndtml der ursprünglichen Masse, das Amomak, durch baSüfldrffe Austrocknen der Dungziegel und des daraus her- qesMri Pulvers größtenteils verloren gegangen ist. Wm warnen deshalb vor dem Bezüge des Mittels. Gießen, am 19. Juni 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. sei nicht zu bestreiten. Fast alle Jahre müsse der Reichstag einen Kampf um das Koalitionsrecht führen; von dem brutalen Sozialistengesetz an, über das nicht minder geschmacklose Umstnrzgesetz bis zu dem vorliegenden, und fast immer vollziehe sich dieser Ansturm gegen das Koalitionsrecht in der Form des Ausnahmegesetzes. Zu verkennen sei nicht, daß sich in der Vorlage ein Ansatz zu Bestrafungen auch von Arbeitgebern befinde, welche Arbeitswillige vergewaltigten; aber dieser Ansatz sei nichts gegen die Gefahren der Vorlage für die Arbeiter. Und wie bedenklich seien gerade die Manipulationen der Unternehmer, und welche Brutalisierungen kämen vor durch Anwendung der schwarzen Listen! Staatssekretär Nieberding habe bestritten, daß die Denkschrift zur Begründung der Vorlage vorgelegt sei Das zeige den klaren Blick des Herrn Nieberding, i der erkannt hatte: Mit der Denkschrift kannst du nichts beweisen! (Große Heiterkeit). Die Vorlage müsse eigentlich betitelt sein: Gesetz zum einseitigen Schutz der Arbeitnehmer im Interesse der Arbeitgeber. (Lebhafter Beifall; Rufe: Sehr richtig!). Auf die Urteile der Justiz wolle er nicht näher eingehen. Aber was die Gerichte thun, mit dolus eventuahs, nut Delikten an untauglichen Objekten, mit untauglichen Mitteln rc., das sei auch nicht in der Ordnung. (Heiterkeit ) Seien etwa die Strafen bisher noch nicht hoch genug? Wegen Löbtau 12 und 8 Jahre Zuchthaus, 4 Jahre Gefängnis für Leute, die eigentlich nur zugesehen! Die Herren vom Bundesratstische wüßten eben nicht, was 4 Jahre Gefängnis bedeuteten. (Lebhafter Beifall links.) Selbst für den schlimmsten Gegner der Sozialdemokratie sei das Gesetz unannehmbar, so lange er auf dem Boden des Rechts stehe. (Lebhafter Beifall.) Das deutsche Bürgertum werde hier beweisen, daß es noch den Mut, die Kraft und den Willen habe, ein solches Gesetz a limine abzuweisen, welches nur zum Schaden des deutschen Volkes gereichen könne. (Leb- de O» ,nh(n bart, gW". SfM**’* . tsarbe». Ä«*i tttb,, L'- k • ^H|(! ' II , I? er 14 Wen , 14 Jahre« . 14 Jahren , 14 Jahren 14 Jahren , 14 Jahren . tt frei. 14 Jahren . Nobel, tz ?euzerliog, tz Jos.Ltrachl : machen ton an den ein;, den betrefsü a wir onserejd neu lautende I anmenln von Anzeigen zu der nachmittag« für den f,lge»MtTa»g erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. ÄS »t. 144 Erstes Blatt SS, BeMn: Förderung der Fischzucht. .... Do« Großherzogliche Kreisamt Gießen «Usnahm-g-s°b- annbie Großh. Bürgermeistereien des Kreises. r ' > Verlage von Emil Roth in Gießen ist das im [ , . -luf'Mm des Fischereivereins für das Großherzogtum Wege des allgemeinen gleichen Strafrechts. Das sei um HeM vnn Schulrat Dosch in Worms verfaßte Nachschlage- I j0 notwendiger angesichts der manchmal geradezu, yaar- buch. tv Fischwasser und die Fische des Großherzogtums sträubenden, himmelschreienden gerichtlichen Urteile (Beifall vesfs.«» arschienen. Wir empfehlen Ihnen die Anschaffung jjnks), welche auf der einen Seite drakonisch strafen, auf des HM. der anderen unbegreifliche Milde walten ließen v. Bechtold. I Präsident Graf Ballestrem ruft der Redner zur -----777^—Ordnung, weil er den Landesgerichten Parteilichkeit vor- Lekanmmacyung, geworfen. (Große Heiterkeit.) . tat'ff-nd Einsührung ungarischen Rinderdüngers. Abg^ Lieb er (Centr.) sortsahrend erklärt, »"unbc Zkii einigen Jahren wird ans Oesterreich-Ungarn unter lehnten die Vorlage kurzer Hand Nicht ab. Der ten konzentrierter ungarischer Rinderdünger -in ersten und der zweiten Lesung würden si"ersuch°n G gew wi»Trhps nni-runS- I Vorschläge anszuarbetten zur Regelung des Koalittonsrecyts, und sie hofften, daß die Regierung sich an dieser Arbeit Gießener Anzeiger /C . I ' 1J A* A zt* /T AV Allk Anzeigrn-BkrmittlungSstkllkn des In- und AuSlandr« nehmen Anzeigen für den G.efeener Anzeiger entgegen. iankage 1 esl. Besuch dnsck Hochachtungsvoll ert Zul TÖC men wegen voM :aas Nat esweg >8.__x nz-Aussch issic lwein. Deutsches Reich. — Wegen^-rlaß eines Reichs-Wohnungsgesetzes hatten der deutsche Verein „Arbeiterhetm" zu Bielefeld und der Gesamtverband der Evangelischen Arbeiter- Vereine zu M.-Gladbach beim Reichstage petitioniert. Die Petitionskommission war über diese Petition zur Tagesordnung übergegangen. Der Regierungs Kommissar hatte die Erklärung abgegeben, die Reichsverwaltung sei durchdrungen von der hohen Bedeutung, welche eine Besserung der Wohnungsverhältnisse der unbemittelten und der arbeitenden Volksklassen für die soziale Wohlfahrt und soziale Ethik besitzt. Unleugbar seien weitere wichtige Aufgaben auf diesem Gebiete durch die Gesetzgebung und die Verwaltung zu lösen. Zu bezweifeln sei es aber, daß gerade das Reich hier zum Eingreifen berufen sei und nicht vielmehr den Bundesstaaten die erforderlichen Maßnahmen zu überlassen seien. Das gelte sowohl von der Wohnungspolizei, als auch von der Wohnungsfürsorge. Das Bedürfnis nach Herstellung billiger und gesunder kleiner Wohnungen und nach öffentlicher, insbesondere auch finanzieller Unterstützung der darauf gerichteten Bestrebungen sei örtlich in hohem Grade verschieden und daher nur durch Landesbehörden sachgemäß zu beurteilen. Wenn aber die Entscheidung darüber, ob und wieweit die positive Wohnungs- fürsorge durch behördliche Thätigkeit und Gewährung öffentlicher Mittel oder öffentlichen Kredits zu unterstützen sei, in den Händen von Landesbehörden zu belassen sei, so werde auch die Gewährung von Staatsmitteln oder von öffentlichem Kredit Sorge der Einzelstaaten bleiben müssen. Ausland. Wien, 20. Juni. Der Kaiser hütet zwar noch das Bett, nach übereinstimmenden Berichten läßt die fortschreitende Besserung aber vollkommene Wiederherstellung seiner Gesundheit für die nächsten Tage erwarten. Brunn, 20. Juni. Der Textilarbeiterstreik ist zusammengebrochen. Eine große Anzahl Arbeiter nahm die Arbeit unter den alten Bedingungen wieder auf. Brnnu, 20. Juni. Acht deutsche Radfahrer wurden auf der Kohantowitzer Landstraße von 150 Tschechen in einem Hinterhalt überfallen und durch Steinwürfe arg zugerichtet. Sie konnten sich der Angreifer jedoch durch Revolverschüsse erwehren. Niederlande. Leider ist die Oeffentlichkeit immer noch auf sehr unzuverlässige Berichte über die „Friedenskonferenz" angewiesen. Gerade bei dem Streit über das Schiedsgericht wäre aber die Oeffentlichkeit unbedingt erwünscht. Denn wie soll sich die Welt über den angeblichen Widerstand Deutschlands ein Urteil bilden, wenn sie gar nicht den vorgeschlagenen Plan kennt? Nun sind aber alle englischen Nachrichten über das Schiedsgericht höchst zweideutig. Wiederholt wurde versichert, der neue Plan sehe keine zwingenden Verpflichtungen für die Staaten vor. „Daily News" aber sprechen neuerdings von zwölf „obligatorischen Klauseln", die, wenn Deutschland nicht anders wolle, gestrichen werden könnten, um die Anrufung des Schiedsgerichts freiwillig zu machen. Und wenn der deutsche Kaiser auch das nicht annehmen wolle, werde man ihm anraten, wenigstens das prozessualische Verfahren des Tribunals gutzuheißen, ja wenn das Schlimmste sich ereigne, werde die Konferenz den Kaiser ersuchen, die Konvention zu unterzeichnen mit einem Vorbehalt, wodurch er sich verpflichte, das Haager Verfahren nur bei bestimmten Schiedsgerichten anzunehmen. Aus all diesen Andeutungen schöpfen wir die Gewißheit, daß das Schiedsgericht der von England unter die Konferenz geworfene Zankapfel sei, daß es in einer Weise mit einem Einfluß und mit Rechten ausgestattet sein sollte, die Deutschland und überhaupt kein Staat, der nicht abdanken will, unterschreiben kann. Thäten es die anderen, so käme eben unter dem Einflüsse Englands ein Werk zu stände, dessen Verlogenheit sich bei dem ersten größeren Streit um wirkliche Machtfragen in seiner ganzen Erbärmlichkeit zeigen müßte. Wie es aber scheint, beginnen an der Festigkeit Deutschlands die englischen Jntriguen zu zerrinnen. Denn das „Reutersche Bureau" meldet heute, nachdem Professor Zorn wieder nach dem Haag gereist ist: Es scheint, daß die Aussichten auf eine Einigung sich verschlechtert haben infolge gewisser Einwände, die man in Berlin erhoben hat und denen Rechnung getragen werden muß. Die Konferenz neigt im allgemeinen zur Einsetzung eines fakultativen Schiedsgerichts. Auch gewinnt man immer- mehr den Eindruck, daß die Konferenz nicht auseinandergehen wird, ohne etwas in diesem Sinne erreicht zu haben. — Gegen ein nicht ständiges Schiedsgericht hat Deutschland bekanntlich nichts einzuwenden. T. R. Paris, 20. Juni. Wie verlautet, wird Präsident Loubet nunmehr Bourgeois mit der Neubildung des Kabinetts betrauen. Paris, 20. Juni. Loubet hatte heute nachmittag eine Unterredung mit Brisson und wird heute abend Rücksprache mit anderen politischen Männern haben. Es verlautet, daß Loubet die Bildung des Kabinetts wiederum Waldeck-Rousseau zusammen mit Poincarö übertragen werde. Paris, 20. Juni. Meline läßt in den Blättern in Abrede stellen, daß er für das Scheitern des Kabinetts Waldeck-Rousseau irgendwie verantwortlich sei. Die Mitglieder der demokratischen Linken der Kammer haben heute in einer Versammlung die Erklärung abgegeben, daß sie nur ein Ministerium unterstützen würden, welches die republikanischen Institutionen verteidige. Paris, 20. Juni. Vice-Admiral Cuverville, der Generalstabs-Chef der Marine, ist infolge seines Briefes an die Libertö seines Amtes enthoben worden. Er wird vorläufig durch den Kontre-Admiral Mallarme, den früheren Unter-Generalstabs-Chef, ersetzt werden. Astrales und ProvinMes. Gießen, den 21. Juni 1899. .*• Aus dem Gerichtsdienst. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz wurde der Gerichtsassessor Hans Schneider in Mainz mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Groß-Umstadt, Höchst, Michelstadt und Reinheim beauftragt. •* Militärisches. Seine Exzellenz Herr v. L i n d e q u i st, Kommandeur des 18. Armeekorps, und Seine Exzellenz Herr Schilling von Cannstadt, Kommandeur der Hessischen (25.) Division, sind mit Gefolge und Dienerschaft im Hotel „Großherzog von Hessen" abgestiegen. ** Turnerisches. Unsern kurzen Bericht über den Verlauf des in Friedberg abgehaltenen 26. Gau-Turnfestes können wir heute dahin ergänzen, daß dasselbe in schönster und bester Weise verlief, und namentlich für unsere Gießener Turnerschaft einen glänzenden Beweis ihrer Leistungen erbrachte. War es ihr doch vergönnt, von den zum Wettkampf angetretenen 197 Turnern 18 Preise für sich gewonnen zu sehen, darunter den 1. und 2. Preis in der Oberstufe und den 2. Preis in der Unterstufe. Letztere Einrichtung, Ober- und Unterstufe, gelangte zum erstenmale zur Anwendung, doch vermögen wir ein Urteil über deren Bewährung noch nicht zu fällen. Obige Preise verteilen sich unter die beiden hiesigen Turnvereine wie folgt: 1. Turnverein, gegr. 1846: a. Oberstufe: Louis Noll 1. Preis mit 60% Punkten, P. Geßer 2. Preis mit 602/, Punkten, H. Pieper 11. Preis mit 53% Punkten, Carl Erb 15. Preis mit 51% Punkten, Wilh. Brühl 16. Preis mit 51 Punkten. d.Unter stufe: Jacob Frey 7. Preis mit 50% Punkten, Martin Veith 7. Preis mit 50% Punkten, Wilh. Braun 50% Punkten, Carl Ludovici 9. Preis mit Punkten, Wilh. Kröck 18. Preis mit 46 Punkten, V^tkopp 21. Preis mit 45 Punkten, Hch. Arnold 442/s Punkten, C. Misch 33. Preis mit 41% Punkten, Carl Noll 36. Preis mit 40% Punkten. 2. Manner-Turnverein: a. Unterstufe: Gustav Möhl 2. Preis mit 55% Punkten, Peter Lahr 8. Preis mit 50% Punkten, Wilh. Georg 32. Preis mit 412/8 Punkten, Ehr. Franz 35. Preis mit 41% Punkten. Bei dem stattgehabten Ringkampf errang der Turner Wilhelm Meißner den 3. Preis. Ferner wurde die vom Turnverein gestellte Musterriege am Reck, sowie diejenige der Zöglinge am Barren, ebenfalls mit je einem ersten Preise bedacht. Vorgestern abend wurden die Sieger bei ihrer Rückkehr an der Bahn mit Musik in Empfang genommen und nach Steins Garten geleitet. Hier entwickelte sich schnell ein gemütliches Beisammensein, Toaste folgten kurz aufeinander, und erst spät gingen die Teilnehmenden mit dem Bewußtsein von dannen, einer des Turnwesens würdigen, schönen Feier beigewohnt zu haben. Unerwähnt wollen wir nicht lassen, daß einer hiesigen Familie besonders gedacht werden konnte, deren Söhne vom ernsten Wettkampfe mit dem ersten und letzten Preise geschmückt, heimkehrten. Auch wir schließen uns den oft ausgesprochenen Worten des Dankes und der Anerkennung an, indem wir unseren Bericht beenden mit dem Wunsche, es möge die Gießener Turnerei immer vorwärts schreiten. Ein kräftiges „Gut Heil!" erschalle auf ihr Wohl. ** Vorträge von Dr. Ella Mensch. Der dritte und letzte Vortrag von Fräulein Dr. Mensch behandelte Gertz art Hauptmann. Eine kurze Lebensskizze, in die die Vortragende auch Mitteilungen über persönliche Beziehungen zu Hauptmann einflocht, sollte den Nachweis erbringen, welcher Art die dichterischen Eindrücke gewesen seien, die auf seine Jugendentwicklung bestimmenden Einfluß gewonnen hätten. Seine erste größere Dichtung, „Promethidenlos", erschien 1885, bekannt wurde es erst 1889. Seit dieser Zeit redet man von ihm. Hauptmann hat sich die Aufgabe gestellt, seiner Zeit die Dichtung von dem kämpfenden, leidenden und triumphierenden Menschen zu schenken. Er sucht ihn sowohl in den großen sozialen Bewegungen wie in dem Kampf des Individuums für sein Eigenrecht gegen die sozialen Gewalten, die das Band sein können, das viele Schwache zu einer starken Einheit zusammenschließt, die aber auch mit eiserner Umklammerung das individuale Leben ertöten oder es gar, was noch schlimmer, zu langsamem Siechtum bringen können. Daher läßt er bald die sozialen Instinkte der Masse zu uns sprechen, deren dumpfer Ton zu uns herüberdringt wie das Brausen der Brandung, die dem Schiffer das sichere Eiland verrät, an dem er landen kann, bald führt er uns das — stets vergebliche — Ringen des Einzelgeistes vor. Dem entspricht auch der wechselnde Stimmungston seiner Dramen: in „Vor Sonnenaufgang" die brutale Deutlichkeit des staubigen Alltags, in der „Versunkenen Glocke" der ganze Zauber deutscher Wald- und Märchenpoesie. So lassen sich auch seine Dramen einteilen in Dramen mit sozialen Konflikten und in solche, die die Probleme des individuellen Lebens behandeln. Gegenpole sind hier „die Weber" und die „Einsamen Menschen", dazwischen finden sich solche Uebergänge wie die Lumpen- und Diebskomöden „Kollege Crampton" und „der Biberpelz". Diese Zweiteilung erstreckt sich nicht nur auf den Gehalt, sondern auch auf die Technik. Damit ist jedoch nicht gejagt, daß sie eine schubkastenartige Anlage seines Geistes verrieten, vielmehr wurzeln alle seine Dichtungen in dem festen Grunde einer einheitlichen Welt- und Lebensauffassung, aus der heraus vielleicht noch einmal das Drama der Zukunft geboren wird. Seine sozialen Dramen leiden an dem Fehler, daß sie wohl die Instinkte der Masse erkennen lassen, aber bloß in der dämmernden Helle, die den kommenden Tag ankündigt, zur Deutlichkeit des Typus vermag er sie nicht herauszuarbeiten. Das macht es auch unmöglich, den Verfasser der Weber für einen Sozialdemokraten anzusprechen; denn man findet bei ihm wohl ein tiefes Mitgefühl für die Unterdrückten, aber keine Schilderung, die bestimmt wäre, den dramatischen Kommentar zum Erfurter Programm zu liefern. Er ist ein noch Tastender, Suchender, aber ein ernst Suchender, nicht ein solcher, der am Mamor- tisch des Kaffeehauses bei Kaffe und Cigarretten die Probleme des Lebens erledigt. Ihm mußte deshalb ein Problem wie das von dem Verhältnis des über seine Umgebung hinaus- gewachsenen Menschen zu dieser besonders anziehen. Er hat es zweimal behandelt: in den „Einsamen Menschen" und in der „Versunkenen Glocke". Der Konflikt, der so entsteht, muß sich am stärksten in der Ehe geltend machen, da hier die Lösung der Beziehungen, die bisher den Inhalt des Gemütslebens gebildet haben, mit besonders schweren seelischen Erschütterungen verbunden zu sein pflegt. Diese müssen um so tiefer wirken, als die Helden, die unter diesen Konflikten stehen, etwas müdes, schwankendes, resigniertes in sich tragen. Da sie die Kraft zum Leben nicht besitzen, da ihnen der männliche und doch nicht bramarbasierende Trotz mangelt, der feiger Gedanken bängliches Schwanken nicht kennt, der die Probleme sucht, weil er sie niederzwingen wird; da sie aber andererseits mit diesem halben Leben nicht vorlieb nehmen wollen, so entwickeln sie nur die Kraft zum Sterben. Ein Typus dieser Art ist der Johannes Vockeradt in den „Einsamen Menschen". Dem Kampf um die materielle Notdurft des täglichen Lebens ist er entrückt, dafür thut sich ihm der innere Gegensatz, in dem die vis inertiae des Milieus den nach geistiger Freiheit dürstenden Menschen bringt, mit doppelter Furchtbarkeit auf. Und ebenso geht es dem Meister Heimrich in der „Versunkenen Glocke". Er strebt aus der Tiefe in die Höhe, aus dem Nebelmeer, das über dem Thale lagert, zu der sonnendurchstrahlten Atmosphäre des Gebirges, er sucht neue, reine Ideale. Aber den Wandrer verlassen in der Mitte des Weges, der ihn zur Höhe führen sollte, die Kräfte. Steigeisen und Bergstock mitzunehmen hat er in exaltiertem Vertrauen auf das eigne Können verschmäht; so zerschmettert er in jähem Fall in der Tiefe. Pflicht steht hier gegen Pflicht, beide mit starken Gefühlstönen verknüpft, das führt zu einer Tragödie, die mit dem Herzblut der handelnden Personen geschrieben ist. In der „Versunkenen Glocke" spielen sich eigentlich sogar zwei Tragödien ab: einmal der ' nere» $ :t ! flauem «“?! °W ' die H*"1.*! durtz» ... MbB! Festzuge passiert werden, nfei melden können. Eine schmerzliche Strafekp in einem benachbarten Dorje - Nidda, 19. Juni, jugendlicher Uebermut dieser Tage über die Zugeinteilung und Angaben ■ Straßen, welche vom Fall Heimrichs und bann bet Unterqana feine« „ , - W-lbes. Der letztere wirb baburch nut etareii™« a|' rott all den Jammet ben sie zu dutchleben hm "l. seinen einzelnen Stabien an uns ootübertiefien m * d°rn daß mit ihn gewissetmaßen intenfw Tn & stroph- »fassen, so wie bet Blitz in dunklet sn„L8 Wandtet not seinen Fußen plötzlich einen ’ gründ mit all seinen Schrecknisse" zeiqt dem . nächsten Minute selbst zum Opser gefallin wäre dem fterbenben Heimlich aber geht in sieghafter g, d'° Sonne auf, den Abschluß seines Lebens' ver» neues Leben nerfünbenb. ES sei zum Schluß heran' 2 daß biefer Vottiag sich von dem vorhergehenden beträchtlich geringeren Reichtum an Gemeinplätzen . haft auszeichnete. Offenbar hatte die Vertrauend. , Verständnis beS Deutschen Gerhart §aubtmann Ä beit gesetzt, beten sie ben Franzosen ZM wert hielt. «reist des HE eleebtuW «WS» ?gens WDtt in i«“" " &iW Mre«E°L ; jä« I Somit" u"? ! S-«S$ : sss^i i und i uns bir f* t fruchtbare-. b( ! Niddathal dem §§ W I ■ Heuernte i so sind auch y Jahr suhldare : boten aus sw j kommen lassen ! besondere i günstiger Wn t vor einigen ( t bezahlt, später 150 bis 70 W c des Arbeitern« i Kirchspiels ent' §§ Boni \ \ Krmcssungsark ! tzndeuhair . ijm einiger s i Blitzmvd - ■ ca. 300 Arbö i nehmern noi I Baulos der § i bis 96 k 1600 66m. £ ! definitiven 3 : Strecke Grel i Ober Seemen da ans in bie ■ von Ober-See. i geben foO. 3 .• Ober Seemen l i lanyw. SM 1 AMd, M s I Völzberg, dir ‘ Hain-Gebern ( ! gehen, so ist u : erschlossen. F Von i Holzverst f es noch bei i bei uns bie 5 ! kältesten des i Preise sind, t I belangt, imm i Juniversteige > die meisten i ! Holz, befand, ' Werb und Bergen hoch F> Echze em tvenig he, m den Ait seit beginn l !5- Juni Hutt stden solgendei mittag iu haben ctn anderes v, wurde runden miijjt! seinen i w knatterte Lchiach, rwitchen brucharljq br treibe aus d ,N Blasen '"«"W rn fr« N" wie ung; | bn r Sa*6ee »igNeil, la"‘ «i 4 •• Vortrag. Wie uns mitgeteilt wird, wird ; Dr. med. E. Liebendörfer aus Stuttgart, der Ges/ führer des Deutschen Vereins für ärztliche selbst eine Reihe von Jahren im Dienste her gu Mission als Missionsarzt in Indien thätig war Rn • den 30. Juni in Steins Garten einen Vorttaa i den Beruf und die Aufgabe der Missionse, halten. Er hofft, dabei ganz besonders auch aus das teresse der Herren Aerzte, sowie der Studierenden rt* zu dürfen. Es soll darum hiermit einstweilen aus u interessanten Vortrag aufmerksam gemacht werden ** 17. Verbandsfchießeu. Die Anmeldungen der Schmückung der Häuser benötigten Fichtenbäume Reisig wolle man bestimmt bis zum nächstenMantua bei Herrn I. Happel, Neustadt 56, machen, da - diesem Termin keine Meldungen mehr berücksichtigt - können. — Wie aus dem Inseratenteile erficht sämtliche Herren Mitglieder der Festausschüsse ausss-- nachmittag 6 Uhr auf den Festplatz zu einer Vespret geladen. Bei dieser Gelegenheit sollen alle fünfer' ,,, Ratschläge zur Festvorbereitung angehört «d barükr'oo raten werden, damit die Festleitung noch - Maßregeln darnach treffen kann. — Wir machen , dieser Stelle darauf aufmerksam, daß die zurzeit gtln- Familien- und Dauerfestkarten auch für du; ° feier am nächsten Sonntag gütig sind. - Der Zue und Ordnungs-Ausschuß kann Über da-sie: und entgegenkommende Mitarbeiten der Vereine und 6 werbe bei Herstellung und Einrichtungen von Fesin 4 und Gruppen vollauf zufrieden sein, und wird dwia leiden. Junge Leute gerieten in einer Wirtschaft in & wechsel. Ein Bursche von 18 Jahren wollte seinen W.i besonderen Nachdruck geben, und schlug mit der s!ct Hand auf eine vor ihm stehende Bierflasche. Der derselben brach ab, und die Splitter drangen dem Zchh so tief in die Hand, daß zwei Aerzte, nachdem sie it chloroformiert hatten, die ganze Hand aufschneiden nuit: um die einzelnen Splitter zu finden. Ob ein dauew Schaden bleiben wird, steht noch dahin. — Wem < Freitag jeden Tag Gewitter an unserer Statt voriib.- gezogen, ohne nennenswerte Niederschläge zi/ hringtn, t > luden sich heute mittag zwei schwere W «ter über selben, und brachten den ersehnten Regen in reichliü^ Maße. Derselbe war nicht bloß für die Feldstüchl', r dem auch besonders für die Obstbäume sehr mW1 welch' letztere infolge der Dürre sehr unter dem Au- geschmeiß zu leiden hatten, das ganze Aeste hatte. Eine Zierde unserer Stadt bietet eben der her-'! Rosenfl or in den Gärten, der allerdings in diesem ,2 später gekommen ist. D. Z-. M. Aus dem mittleren Niddathale, 20. Juni. D-i uns vorgekommenen G r as-V er st e i g er ungen lrer' folgende Ergebnisse: Der Graswuchs war gegen das ci jahr meistenteils geringer, wie die vorher veranl;r Schätzungen ergaben. Der Morgen wurde zu IC 1 15 Gentnern geschätzt, ergab aber an mageren weniger, an guten Stellen mehr. Die erzielten Preisc-c stiegen die Schätzungen um 20 bis 40 Prozent. D < in den letzten vier Tagen, besonders gestern, einige r 1 Niederschläge erhalten haben, darf auch auf einen Gras- und Kleeschnitt gerechnet werden. nn. Von der mittleren Nidda, 20. Juni. Zwetschenbäumen in unserer Gegend kann mai- eine eigentümliche Krankheit beobachten. An vielen entstehen nämlich rasch viele grauweiße Pilze. Nach &■ Zeit kräuseln sich diese Blätter zusammen und werde ij» ständig dürr, sodaß manche Bäume aussehen, als fjalj- durch hohe Fröste gelitten. Die Zwetschenbäume hab<-» trotz der reichen Blüte sehr wenig Frucht angesetzt. . ; und Aepfel giebt es hier ebenfalls sehr wenige, letzten Tage der vorigen Woche haben uns den 1x41 sehnten Regen gebracht. Am Freitag fiel strichMpe Of der an dem gerade in Blüte stehenden Weizen L>chao«c. ■ ursacht hat. Heute mittag zogen abermals mehre i- schwere Gewitter über unsere Gegend, die uns brachten, der namentlich in dem Strich zwischen S und Oberflorstadt bedeutenden Schaden trerursaq Die Baumblätter sind in Masse abgeschlagen und die H der Zuckerrüben und Kartoffeln gänzlich zersetzt. Schaden an der Frucht wird man erst morgen fon| können, wenn man das Gelände betreten kann. wirte haben eben alle Hände voll zu than, denn oa-. » liegt auf der Breite und die Dickwurz- uno Gemufep müssen gesetzt werden. Die Heuernte fällt gut au ne schmerzlich! einem benachl: den in einer Will IS Jchen woben, und schlug! stehende BierM lie Splitter draux 16 Mei Aerzte, - ganze Hand auü- : zu finden. _ Ö teht noch dahin. - itter an unserer rte Niederschläge roei schwere W ; ersehnten Rege cht bloß sür bk ; die Obstbäme >- ■ Dürre sehr len, das W; rer Stadt bietet« ■ten, der allerdch ungen mehr m Juseratentiü derFestaussji 1 Festplatz zu t genheit sollen i itung angehört Festleitung no: . kann. - K rerksarn, daß h rfestkarten er :ag gütig sind, schuß kann üt Mitarbeiten der V nd Einrichtung^ [rieben sein, hl: Fugeinteilung rr estzuge passiert: Temperatur der Lahn und Luft nach Re«umur gemessen am 20. Juni, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags. Wasser 17'/,°. Luft 2O‘/»°. Rübsamen'sche Badeanstalt. in *'' hbt»i>Sk >> * Der Morgen ergab aber an W Xr Die < i weyr. « ,,, M 20 bis 40 V . i, Mbarf « liit ’?[(¥# *1 ,j,le arauwM^,.- #*•> Koche i M M SM Herrn Reichstags- und Landtagsabgeordneten Dr. Wremer aus Berlin. Mittags 12'/, Uhr: Geschlossene Bundesversammlung. Um 2 Uhr: Gemeinsames Mittagessen, darauf Spaziergang und Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Marburgs. Abends 8 Uhr : Abendunterhaltung mit Tanz, verbunden mit Preisverteilung. — Ein Ehrenausschuß, aus den ersten Kreisen der Marburger Bürgerschaft bestehend. hat sich bereits gebildet. *Bonu, 18. Juni. Gestern wurde der 2000. Student, Feith, der Universität Bonn in sinniger Weise gefeiert. Der S. C. hatte dem Jubilar zu Ehren im Kölner Hof einen Kommers veranstaltet, zu dem viele Korporationen Vertreter entsandt hatten. Von den Spitzen der Behörden bemerkte man u. a. den Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Spiritus, den Rektor der Universität, den Universitätsrichter und zahlreiche Professoren der verschiedenen Fakultäten. Referendar Jacobs, Saxoniae Bonn, feierte den 2000. nt witziger Rede. Ec hob u. a. hervor, daß sich die Restaurants darum stritten, wer ihn als Stammgast habe. Bezeichnend ist daß Feith in den verschiedensten Lokalitäten von Bonn geradezu als Ehrengast gilt und als solcher un-,ttg-ltttch bewirtet wird. Bei einem neulich verübten nächtlichen Exkurse wurde er von dem wachthabenden Beamten, als er ihm die goldumrandete Legitimationskarte zeigte, die ihm der Rektor bei seiner Immatrikulation feierlichst überreicht halle, „in Gnaden entlassen". Alles das zeugt von dem guten Einvernehmen zwischen Bonns Bürgerschaft und der Studenteuschast. Desgleichen legte der Verlaus des g-str>g-n Kommerses Beweis ab sür das ausg-z°lchn°t- V-rhattmS zwischen Universität und Bonner 8. G. Möge der 3000. Student als zweiter Jubilar mit seinem Einzug in die rheinische Stadt nicht zu lange auf sich warten lassen. * Eine Trillion. Don der Hohe dieser Zahl macht man sich gewöhnlich eine ganz falsche Vorstellung, man unterschätzt sie immer. Thatsache ist, daß seit Erschaffnng der Welt (nach der jüdischen Zeitrechnung) noch nicht eine Trillion Sekunden verflossen sind. Das wird auch erst in sehr langer Zeit der Fall sein, nämlich am 1-Februar des wahres 25 825, denn eine Trillion bekunden bilden 31 687 Habrc 32 Tage 1 Stunde 46 Minuten und 40 Sekunden. Ein Mensch, der 80 Jahre alt wird, hat erst etwas über 2 Milliarden 524 Millionen Sekunden gelebt.___________ von seiner bisherigen Stellung als Chef des Stabes und i Kommandant des Flaggschiffs des englischen Kanalgeschwaders zum Abteilungschef in der Königlichen Admiralität zu London ernannt worden und reist am 25. d. M. dahm ab. Mainz. 20. Juni. Die aus Anlaß der hier ftatt- sindenden Generalversammlung des deutschen Buchdruckerverbandes in der Stadtbibliothek veranstaltete Ausstellung interessanter Druckwerke, von der Erfindung der Buchdruckerkunst bis zur Neuzeit, bleibt diese Woche hindurch bestehen und ist bei freiem Eintritt tag ich von 10 bis 1 Uhr und 2 bis 5 Uhr allgemein zugänglich. Mainz, 20. Juni. Bei Gelegenheit der letzten Monats- versammlung des Mainzer Gartenbauvereins kam auch die Frage zur Beratung wegen Abhaltung einer Gartenbau- Ausstellung in Mainz im Jahre 1900, und machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß sich für diese in Aussicht genommene Ausstellung so wenig Gärtner angemeldet^hatten, daß damit die Ausstellung fraglich erscheine. Mittlerweile sind aber bei dem Vorstand so viele Anmeldungen fnr diese Ausstellung eingelaufen, daß die Abhaltung derselben m der Stadthalle vollständig gesichert ist. A Mainz, 20. Juni. Das städtische Gaswerk hier erzielte im vergangenen Jahr einen Betriebsüberschuß von 397 642 Mk., 100 642 Mk. mehr als tm Vorfahre. Außer diesem bedeutenden Neberschuß deckte das Gaswerk im letzten I Jahr noch ein Desizit von 24 000 Mk., das durch die bekannten Unterschlagungen entstanden war. . . A Mainz, 20. Juni. Die gegenwärtig hier tagende Generalversammlung des Verbandes deutscher Buchdrucker nahm einstimmig eine Resolution gegen das sogenannte Zuchthausgesetz an. In derselben wird ausgesprochen, daß in dem Gesetzentwurf zum Schutze des ge- ! werblichen Arbeitsverhältnisses das Bestreben zu erblicken I sei, das bestehende geringe Koalitionsrecht der Arbeiter vollständig illusorisch zu machen und m einseitiger Weise die Macht des Unternehmertums zu starken. Die Resolution wurde telegraphisch dem Reichstagsbureau eingesandt. - Sehr schwere Gewitter, verbunden mst heftigem Hagelschlag gingen gestern nachmittag in südlicher Richtung von Mainz nieder und richteten sowohl an Gebäuden wie auch an Pflanzungen und Feldfrüchten sehr bedeutenden Schaden an. lieber eine Stnnde wüteten die Wetter und zwar m einer Art, daß der Landstrich von Bodenheim bis Gauodern- heim hin einem Eisfelde glich. An der Frucht und m den Weinbergen ist der größte Schaden wahrzunehmen, indem in den meisten Weinbergen die Gescheine abgesch agen sind, und die Halmfrucht auf weite Strecken niederliegt. In Bodenheiiu schlug der Blitz in das Haus des dortigen Arztes, zerstörte das Dach und den Schornstein und nahm dann seinen Lauf in das Erdgeschoß nnd richtete dort ^roße Zerstörungen an. Auch an Gebäuden anderer Gemeinden hat das Wetter seine Spuren zurückgelassen. Verletzt wurde numan bem Großherzogtum Hessen, 20. Juni. Rach einer Mitteilung des Ministerialrats Braun in der jüngsten Sitzung des Ausschusses des Landesgewerbeverems wird I die Frage der Errichtung der Handwerkskammern in Hessen jetzt bald in Fluß kommen. Wie Ministerialrat Braun , mitteilt, werden in aller Kürze Beratungen über die Wahl- ordnnng zur Wahl der Handwerkerkammernstattstnden und sich Hessen in dieser Angelegenheit Wnrttemberg und Baden eng anschließen.__ ■!nä i«t S ■k in V ®Qtten tim Mgabtbtr: ttni Monbtii . '^ie btie? 1 W ittljam MA “• Die h tnotigten lt bis zm r:t- Neustadl 56, N galt t« Mhr als das doppelte. 's Staden, 20. Juni. Die Gemeinden an der mittleren Ma hatten vor etwa anderthalb Jahren eineJin- qabe :die Regierung um Erbauung einer Eisenbahn von iHnfaabt nach Friedberg bezw. Affenheim, gemacht. Nachuibi'. inun in der vorigen Woche die erste ^andekammer dem -Mlluß der zweiten, der dahin ging, daß der Staat die Wn nicht selbst bauen, aber einer P^watgefellschaft die e-Mnünis dazu geben und, um den bedeutenden Lok^ t,cLf(-?•;: \v fördern, auch eine staatliche Beihilfe in Aussicht stelle o lob., beigetreten ist, versammelte sich gestern^hier das Storni' umb beschloß. bei der Regierung um d'-Erlm.bmS zur '«ssung der Bahn nachzusuchen. Da fich bereite eine «ellschast unter sehr günstigen B°d>ngungen zur Fer^ tinmrnu bar Vorarbeiten und Uebernahme des Bahnbaues bere niieitßärt hat, und die beteiligten Gemeinden die kosten- I und iiftet*freie Geländestellung zugesagt Haden, können wir uns I! ttr frohen Hoffnung hingeben, m kurzer Zeit unser frudttreS, bevölkertes und sehr verkehrsreiches mittleres Nid Ächl dem Verkehr erschlossen zu sehen. ;S ktus dem Kirchspiel Nieder Moos, 17. Juni. Die £»c inntate steht hier vor der Thür. Wie sonst überall, so s M arnch hier die Arbeitskräfte rar und wird dies edes süb in iüMbarer. So mußten schon viele Landwirte Diench botemui fremden Gegenden durch Vermsttelungs-Bureaus komiWin lassen. Hierorts werden alljährlich zum Heumachen bcfatitte Arbeiter gemietet. Die Arbeitszeit dauert bet oün Mr Witterung 14 Tage bis 3 Wochen und wurden vor wg-n Jahren sür einen Heumacher 25 bisTOf. beiaiM üpäter 40 bis 50 «Bit., letzt verlangt em solcher 50 ilte 7ii Mk., ja mitunter noch bis zu 90 Mk, infolge des - JrbeitermangelS haben sich mehrere Landwirte unseres KireWch entschlossen, Gras-Mähmaschinen anzuschasien, iS tont höheren Vog-lsberg, 18, Ium, Nachdem die ^hc:Wchingsarbeiten der Bahnlinie ^uuterbach- Gr:rbcr hain schon im vorigen Jahre beendet worden, ist r m einiger Zeit das erste Baulos - Lauterbach (Bahnhof)- Bli tz-M!' — vergeben worden. Seit etwa 3 Wochen find ui. ; 300 Arbeiter beschäftigt, und werden von den Unter» neh wn noch fortwährend Arbeiter gesucht. Das zweite Bai.M luer Strecke Lauterbach-Grebenhain, ©tat. 49 + bu bi«»»{{-60, rund 79000 Cbm. Abtragsmassen und 1 6CM fc. Mauerwerk, ist ausgeschrieben. Ferner sind die bcfiiieen Absteckungs- und Vermessungs-Arbeiten der Sti,'ti!t Wrebenhain-Gedern beendigt, vorläufig nur bis Ob -mLei-men, da noch nicht bestimmt ist, ob die Bahn von da Es m die Nebenbahn Gedern-Stockheim einmunden oder vom Dbrjt-©eemen durch das Seementhal nach Büdingen aeh^ii 'M. Die Bauarbeiten der Strecke Grebenhain- Obirii-Lei-men dürften demnächst auch zur Vergebung ge- lanrinin. Sollten dann noch die anderen ProjekteMucke- RixWd, mit Nebenbahn Lauterbach-Grebenhain, Birstem- Döl jtia die bei letzterem Ort m die Nebenbahn Gieben- liai Rebern einmünden soll, ihrer Verwirklichung entgegen gehE it ist unser höherer Vogelsberg dem Verkehr vollständig Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold^. Brüssel, 21. Juni. Gestern abend fand eine große Versammlung der sozialistischen Partei statt, in welcher beschlossen wurde, gegen die Regierungsvorlage nn allen Kräften aufzutreten. Die Haupt - Ansprache hielt Van der Velde, welcher erklärte, die Liberalen rufen den König, die Sozialisten rufen das Volk an. Die Revolution von oben muß begleitet sein von der von unten. Die Mehrheit des Landes ist in der Minderheit in der Kammer. In einigen Tagen werden die Abgeordneten auf die Straße ^ehen und das Volk wird mit ihnen sein. Am nächsten Donnerstag findet eine neue Versammlung statt. Paris, 21. Juni. Rach einer längeren Besprechung mit Brisson machte Loubet gestern Bourgeois das Anerbieten, die Bildung des neuen Kabinetts zu übernehmen. Die Antwort Bourgeois lautete, daß er heute vormittag in Paris eintreffen werde. Da der Friede zwischen Pomcaro und Waldeck-Rousseau wiederhergestellt ist, so bedarf es nur noch der Zustimmung Bourgeois, um ein Kabinett vor der heutigen Kammersitzung zu stände zu bringen. Sollte Bourgeois ablehnen so würde Loubet wieder auf die Kom- bination Waldeck-Rousseau zurückgreifen. UeberaU, selbst bei W macht sich eine gewisse Abneigung gegen die Ver- solauna der Wahrheits-Spuren bis zu den letzten Konsequenzen bemerkbar, da die Ausführungen Ballot - Beaupros und Manau's den reinsten Sieg der Gerechtigkeit bedeuten. Paris, 21. Juni. In Havre wurde em früherer deutscher Artillerieoffizier namens v. Steinmetz mit seiner Maitresse verhaftet. Die Blätter melden, daß es erwiesen sei, daß beide Spionage getrieben haben. Paris 21. Juni. Zola erklärte einem Freunde gegenüber, die Hauptbestrebungen der Revisionisten seien mit bem Urteil des Kassationshofes beendet. Zola ist der Ansicht, man würde dem neuen Prozeß von Rennes keine allzu große AusdchMi^ge .. Bourgeois ist heute früh aus dem Haag hier eingetrofien. Er wird um 9 Uhr tm Elysee von Loubet empfangen. Loubet wird ihn mit der Bildung des Kabinetts betrauen. Wie bestimmt verlaute^ wird Bourgeois dieselbe übernehmen, wenn der Eintritt Waldeck- I Rousseaus, Poincares und Delcasses in das Kabinett 'ld,etÄe8. 21. Juni, Frau Dr-YsuS wird während der Anwesenheit ihres Mannes in Rennes bei einem Freunde wohnen. Der Präfekt traf die umfassendsten Maßregeln zu Schutze der Frau Dreyfus. I Rennes, 21. Juni. Man befürchtet hier keinerlei I Demonstrationen während der Dreyfus-Verhandlung, da die meisten Studenten Mitte Juli dte Stadt verlasien, und die Arbeiter, welche meistens in den Arsenalen arbeiten, sich noch niemals an Straßenlärm beteiligt haben. Gleichwohl hat man angesichts des aus Pans zu erwartenden großen Zuzuges die Zahl der Gensdarmen verstärkt, und einige Schwadronen Dragoner tornmenJaften. Ueber^isuP ist es der Wunsch und das Bestreben der Bevölkerung, daß die Ruhe nicht gestört wird. PreisnüHs Heugrases waren höher als voriges Jahr. Das erste «Mh-u ist im vorzüglichen.Zuftund eiugebracht worden Der E::cen Klee wurde mit oO Mark bezahlt, ^n einer Gemelli, in der er wegen der Feldbereinigung rar ist, Bon der Feldkrücker Höhe, 20. Juni. Wenn alle H c'>.liierst ei gerungen irn Lande vorüber find, gieb es siwdi 'bei uns welche, aus dem einfachen Grunde, weri bei ns die Wälder zu den höchstgelegenen und darum auch lältlim des ganzen Landes zu rechnen sind. Unsere Holz- preE simd, was Brennholz- und geringere Sortimente anbei .Ml, immer noch billig, denn sie erreichten auch tu der JuMierWeigerung nicht den Tarifpreis. Darum können sich die'»ifien unserer Landsleute den Luxus erlauben, nur ’noilWionber§ aber Buchenholz, zu brennem Dte Bau-, WeÄ rmd Nutzhölzer werden dagegen auch tu unseren Be'iiM Ihoch bezahlt und weithin verfrachtet. E Echzell, 20. Juni. Kaum sind wtr aus der Trocknts cina tmiig heraus, da zeigt sich auch schon das Extreme in nb Witterungs-Erscheinungen wie man e« feiti Sigiinn der neunziger Jahre beobachten kann. Am smi hatten wir ein kleines Gewitter mit etwas Regen, Aus der Zeit für die Zeit. Vor 132 Jahren, am 22. Juni 1767, wurde zu Potsdam der hervorragende Staatsmann und Gelehrte, Wilhelm I von Humboldt geboren, ein tiefer und scharfsinniger Bahnbrecher der vergleichenden Sprachwissenschaft. Als vertrauter Freund Schillers war er von vielfach befruchtendem Einfluß auf diesen und auf Göthe. Sein und seines Bruders Denkmal ziert den Eingang zum Universitätsgebaude m Berlin. Er starb am 8. April 1835 auf dem Landsitze Tegel bei Berlin. _________ Vermischtes. * Gleiberg, 19. Juni. Heute nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr schlug der Blitz, nachdem es längere Zett vorher einmal gedonnert hatte, ganz unerwartet in den Schornstein eines Hauses zu Gleiberg. Der Strahl, welcher ein faltet war, trat in der obern Etage des Hauses durch die Wand des Schornsteins heraus, fuhr aber an einem Ofenrohr wieder hinein, um unten im Hausflur zum zweitenmal herauszutreten und durch die offen stehende Hausthure binauszufahren. Anwesend waren in dern^ Hause 2 Mutter mit ihren Kindern. Letztere spielten auf der[Treppe tm (Saufe. Merkwürdig ist auch, daß dicht in der Nahe bedeutend i höhere Häuser stehen, so kaum 5 Meter entfernt das hohe Schulhans. Der Schlag war ein gewaltiger und der Feuerstrahl armsdick. Ganz nahe vor den Augen des Einsenders | fuhr er über das Dach. Soeben höre ich, daß auch> an einem Balken im Nachbargebäude, das gleiche Dachhohe hat, Spuren des Blitzschlages sich finden W. A. * Marburg, 20. Juni. Am 1. und 2. Juli ds. Js. findet hier die 13. Hauptversammlung des Mittelwestdeutschen Stenographenverbandes „Stolze-Schrey" statt. reichhaltigen Programm entnehmen wtr Folgendes: Samstag den 1. Juli. Abends 6 Uhr im Beretnslokal: Sitzung des Gesamt-Bundesvorstandes mit Delegiertenversammlung. Abends 8 Uhr: Kommers mit Damen unter gütiger Mitwirkung des Marburger Männergesangvereins. Sonntag den 2. Juli: An diesem Tage finden alle Veranstaltungen im großen Museumsaale statt. Vormittags 9 Uhr: Preisschreiben, wozu wertvolle Preise gestiftet sind: a. Korrekt- und Schönschreiben, b. Schnellschreiben in folgenden Abteilungen : 100, 120, 150, 180 und mehr Silben in der I Minute. Vormittags 11 Uhr: Oeffentlicher Vortrag des en Walhall, 2Q ^ersteig-" j5jl hurli hatten wir ein kleines Gewitter mn etwas megtn, . Grasivuchs ;ed.« irgend en Tag wuchsen diese Erscheinungen, bis sie I H'* achte mittag zwischen 1 und 3 Uhr den Höhepunkt erreicht I zu Mem schienen. Es kam ein Wetter von Osten und ein eiwa S«res von Westen, die sich in unserer Gegend trafen, wi«:s im jedem Sommer hier beobachtet werden kann. Um I 1 ‘:llt mürbe es fo dunkel, daß man fast hatte ~ia)t an- I züchck müssen, und dann brach der Donner los, aber nicht in -nmellnen Schlägen, sondern es bornierte, sollte, krachte unntöhidtterte, als wenn broben in ben Lüften eine surchter- lick^ schlacht geschlagen würbe. Die Blitze zuckten, ba- zmiüitei flimmerte unb flackerte es hin unb roieber. Wolken- briimtirrig brach ber Regen hernieber unb brückte bas Ge- | tre üi: omf ben Boden, bas sich aber jetzt wieder erhebt. N. !ur Wlofelb und Leidhecken hinaus hagelte es; in Salz- ba:m schlug ber Blitz in ber Nähe des Konzertsaales in eiriii! Baum, als kaum die Badegäste, die mit dem Zwei- ulvMi^e! von Hungen kamen, zehn Schritte vorüber waren. D^üMnze Kurhaus bebte in seinen Grundfesten, und den SMnbiRii wurde es unheimlich in den Zellen. Auf den Fe-IIhmi spannten die Leute aus, ließen alles stehen und lielm: flöte es war, und jagten nach Hause, selbst die des La!mi'i>K ungewohnten Kühe setzten sich in Galopp. rmmstadt, 20. Juni. Die Disziplinaruntersuchung tn beünÄire Dettweiler ist, wie bas „Tgbl." meldet, no»^ richt beendet, sondern dürfte sich bet der großen Menge de Umliegenden und zu prüfenden Materials trotz des Be- stri-riE, die Angelegenheit so bald als möglich zu erledigen, wenige Wochen hinziehen. . . Wrmstadt, 20. Juni. Seine Durchlaucht Pnnz Lud- wüiicvi'on Battenberg, welcher sich gegenwärtig m Urlack mif Schloß Heiligenberg aufhält, ist, unter Entbindung ZumliisfigerMbllksche 4832 alsbald gesucht. 4837 Darrrpfwaschanftalt Edelweiß. 4842 4769 Einen Lehrling sucht H. Tichy, Friseur. 4391 12500.- bei gutem Lohn gesucht. 02219 4838 Ausverkauf! Großen-Linden, am 19. Juni 1899. Mäusburg 12. 4742 Kabliau und Schellfische frisch im Rebstock. 6 Seltersweg 6. 4843 veranschlagt zu: Fertige Fahnen Hie die Stahl. 4841 Seltersweg. 4839 ' iMiiimitmadjinißeii Ftetleil-Gchlche Vermietungen EmpfklslMW Offene Stellen Wietgefuche 616470.39 62869.50 734209.23 15915.16 24555.82 6475.20 Man achte au! c) Guthaben bet Banken 15000.— d) Konto-Korrentverkehr 30640.— n n n it»»’1 Wet(< i n t ■i und zwar: Maurerarbeiten einschließlich Materiallieferung Weißbinderarbeiten Schreinerarbeiten Schlofferarbeiten Eisenlteferung 2. Güterkaufgelder 3. Kaffenvorrat 4. Ausstände 5. Unersetzte Vorlagen Vergebung von Kauarbeiten. 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