Samstag den 22. April 1§»9 Erstes Blatt. 94 Ußttch Amts- und Anzeis-blutt für den Tfreis Gietzen \EHL i seinen Arbeitern freiwillig eingestellt bei Amtlicher Teil Gießen, den 20. April 1899. wr Kuhmilch v. Bechtold. er, Gi». eVs ALr Alljeigen-BermtMungSstrNea bei In- und ÄulleM nehmen «nzrizeu für den Gießener Anzeiger tntyf*. netzten, Expedition und Druckerei: >4*rnr*|e Ar. 7. Adreffe für Depeschen: Jüi|dgct ^Ulek Fernsprecher Nr. 51. ftnnafe' »Bfttfltn zu der nachmittag, für fr« >ifn*«KM erscheinenden Nummer H, var«. 10 Uhr. weil er unausführbar sei. Abg. Raab (Ant.) ist im großen und ganzen mit der Vorlage einverstanden. Die Bestimmungen zum Schutze der Heimarbeiter begrüße er mit Freuden. Als letztes Ziel sei aber die gänzliche Beseitigung der Heimarbeit festzuhalten. Abg. Bebel (Soz.) hält der Regierung vor, eine Politik ohne große Gesichtspunkte zu treiben, eine Politik, die es mit keiner Partei verderben wolle und daher nichts Ordentliches zu stände bringen könne. Redner bespricht u. a. die maßlosen Gebührenansprüche der Theateragenten. Um da Abhilfe zu schaffen, bedürfe cs viel schärferer Vorschriften, als die Vorlage sie enthalte. au § 137a, betr. das Verbot der Mitgabe von Arbeit ins Haus, sage die Regierung selber in ihren Motiven, daß dieses Verbot sich umgehen lasie. Alsdann, so heiße es in den Motiven weiter, müsse sich die Regierung damit trösten das ihrige gethan zu haben." So etwas sei ihm in feinem ganzen parlamentarischen Leben noch nicht vorgekommen. Die gewerbliche Hausarbeit müsse ganz abgeschafft werden. Staatssekretär Graf Posadowsky giebt zu, daß recht bedenkliche Uebelstände bei den Theateragenturen beständen Diese existierten aber nicht nur in Preußen, sondern auch in anderen Staaten. Was den Arbeiterschutz anlange, so ließen die diesbezüglichen Verhältnisse tm Auslande mindestens ebenso viel zu wünschen übrig, wie bei uns. t , Abg. Gamp (Rp.) wendet sich gegen den vom । Abg. Lenzmann erhobenen Borwurf der Habgier gegen die Agrarier. „„ . Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) fuhrt aus, man scheine die Schwierigkeit der Regelung der Arbeiterverhältnisse im Sinne des Antrages Heyl zu unterschätzen, und es sei daher unrecht, der Regierung darüber Vorwürfe zu machen, daß sie nicht sofort eine brauchbare Form für die Einricht- | ungen zu finden wifie. Weiter bemerkt Redner u. a., der g|QHfl6prtvas»bar n Ise, Säure tt.) leH W.w. rd in Mainz. Kichmer Anzeiger General-Anzeiger Deutscher Reichstag. 70. Sitzung vom 20. April. 1 Uhr. rages-Ordnung: Fortsetzung der Beratung der Gewerbe- -rdi^Dg-novelle. l m m „ ibg. Hitze (Zeutr.) meint, der Antrag Bafferrnann, AürÄjill'gsverhältnisse bei den Werkmeistern, werde wohl tn ri»: Kommission keine Schwierigkeiten machen. Auch den Antlvoz Heyl begrüße er als einen Vorstoß zur Besierung oerx krhältniffe in der Hausindustrie. So weit zu gehen, wie« ü die Sozialdemokraten zu wollen schienen, die eigeut- lich!x:heiimarbeit ganz aufzuheben und die Arbeit nur in geteilten zu verlegen, werde doch nicht ratsam sein. Was Die i Mage selbst anlange, so werde sie von seinen, des ReN«iS„ Freunden im Prinzip begrüßt. Die Bestimmungen abeta bi« offenen Verkaufsstellen gingen aber einesteils zu »eMmdernteils nicht weit genug. Nicht weit genug gehe derer >rer-N$ winkih0 Lum* Ausschreiben. Im .8. I. MtS. hat sich die Tlisabethe Mandler WU sie Neb. Schäfer unter Umständen aus ihrer Wohnung entfÄ, nie daraus schließen lassen, daß sie den Tod '" der Lahiiü akfuicht hat. Dieselbe ist 58 Jahre alt, mittelgroß, bat rfeuSe Haare, schmales Gesicht große Nase, blaue Aucr« Md nur noch wenige Zähne. Sie trug bei ihrem AeoOltg dunkles Kleid, dunklen Regenmantel mit schwarzer lapitot, schwarze Strümpfe und Zugstiefel. Auch trug >raM Mandler doppeltes Bruchband. Tarnmantel und Kaputze sind am Lahnufer gesunden W°r das Auffinden der Leiche ist eine Belohnung von -reiHz Mark ausgesetzt. . irdj) für jede sonstige Mitteilung über das etwaige DerMilen der Vermißten wird eine entsprechende Belohnung “tCl 8ii bitten um Nachforschung und Nachricht vom et* taiigm Resultat. gießen, den 20. April 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Schnapsgenuß sei ... .. . .. worden, seit ihnen in der Kälte heißer, in der Hitze kalter Kaffee in beliebiger Menge unentgeltlich zur Verfügung Abg. Lenzmann (frs. Bp.) bemängelt das unablässige Erscheinen neuer und immer neuer Gewerbenovellen unD billigt sodann die Einführung von Lohnbüchern in der Kon- I fektionsbranche. Erfreut sei er über den geplanten Schritt, I der 9lot der Handlungsgehilfen in Ladengeschäften abzuhelfen. I Er betrachte aber die 10 stündige Ruhezeit nur als eine I Abschlagszahlung. Die einstündige Eßpause müsse aber durch I eine zweistündige ersetzt werden. Einverstanden sei er mit dem ersten Versuch eines obligatorischen Ladenschlusses. Bekämpfen müsse er die neue Fassung der Vorschrift tm I 8 23 über den Schlachthauszwang. Dieser dürfe nur statuiert werden, sofern die Gemeinde auf ihrem eigenen Territorium 1 ein öffentliches Schlachthaus besitze Auf die Stellenvermittelung übergehend, weist Redner lebhaft die neuliche An- deutung des Abg. von Wangenheim über Habgier der Rechts- I anwälte zurück. Er bemerkt, mehrfach durch Zwischenrufe von rechts unterbrochen, schließlich : Der Unterschied zwischen I Ihnen und uns besteht darin: Sie hören nicht auf, von der Gesetzgebung etwas für sich zu verlangen, während wir noch nie etwas für uns verlangt haben. Abg Roes icke (wildlib.) erkennt das Bestehen großer Uebelstände auf dem Gebiete der Stellenvermittelung an, kann sich aber von der Konzessionspflicht der Stellenvermittler I nicht viel versprechen. Es könne hierdurch sogar mogUcher- weisc den Stellensuchern das Finden neuer Stellen erschwert werden. Die Uebelstände in der Konfektionsbranche seien nicht zu leugnen. Aber die Bestimmung, wonach unter gewissen Voraussetzungen der Arbeiterin Arbeit in das Haus nicht mehr mitgegeben werden dürfe, sei sehr fragwürdig und vor allem'schwer durchführbar. Es lasse sich das gar nicht kontrollieren. Unverständlich sei ihm, wie Abg. Lenzmann sich der Stumm'schen Kritik über den Antrag Heyl I habe anschließen können. Derselbe sei doch jedenfalls eine dankenswerte Unterlage. Was die Bestimmungen zum Schutze der Angestellten in Ladengeschäften anlange, so glaube er, daß die einfache Vorschrift einer zehnstündigen I Ruhepause genügen würde, bezw. einer elfstündigen em- I schließlich der Mittagspause. Um dies genau kontrollieren I zu können, empfehle sich die Einrichtung der Institution von Handelsinspektoren. Für die Konfektionsbranche müßten I weibliche Gewerbeinspektoren eingeführt werden. I Abg. Heyl v. Herrnsheim (nl.) tritt den Einwänden [ des Staatssekretärs und der Abgg. Frhr. v. Stumm und Lenzmann gegen seine Vorschläge entgegen. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, die Regierung sei damit einverstanden, die Heyl'schen Vorschläge als Material entgegenzunehmen. Auf den Gedanken aber, auch Wohnung oder Ernährung der einzelnen Heimarbeiter der Kontrolle zu unterziehen, könne man nicht eingehen, Ausland. Leoben, 20. April. Zwischen dem Berg-Akademiker Jänschka, einem Deutsch-Nationalen, und einem Ungarn Namens Mattusch, fand ein Pistolenduell statt, bei dem letzterer durch' einen Schuß in den Kopf tätlich verwundet wurde. Paris,20. April. Der Kassationsh of wird morgen den General Chanoine und Paleologue vernehmen bezüglich der Fälschungen, welche das Telegramm Panizzardis an die italienische Regierung im französischen KriegsministeriuM erlitten hat. Charleroi, 20. April. Die Truppen mußten heute eine Gruppe Aus ständischer auseinandertreiben, weil sie versuchten, Arbeitswillige zum Ausstande zu verleiten. Die Zahl der Ausständigen ist auf 24 000 gestiegen. Die GlaS- Fabriken haben nur noch für acht Tage, die Eisenwerke für zwei Tage Kohlenvorrat. In verschiedenen der letzteren muß die Arbeit eingestellt werden. Man spricht von ein« Eisenbahn-Linie, welche innerhalb einer Woche den Betri wegen Kohlenmangel einstellen muß. Die Kohlenhän find in großer Verlegenheit, da sie ihre Kunden nicht mehr Sctreftnb; Die Verminderung der Herbstzeitlosen. XX 1 TM GroßhciMliche Kreisamt Gießen die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Ilntn Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom ' Klirill. >s. Kreisblatt Nr. 82, ordnen wir hiermit weiter an, M He auSgerupften Pflanzen und Blätter auch nicht o i Lisch wasser oder solche speisenden Gräben, Aus- । m-: unö dergleichen geworfen werden dürfen, da zu oe- d#tn sieht, daß daS in denselben enthaltene Gift den F-i'Äm nachteilig ist. ,. Sic »vollen dies wiederholt ortsüblich bekannt machen nse«. unb die Feldschützen, Wiesenwärter u. f. w. mit be- ? nöwiti Weisung versehen. Gratisbeilagen: Gießener Familienbiätter, Der heWtze Kandwirl Mütter Mr hessische Volkskunde. gestellt werde. Die Debatte wird geschloffen. Die Vorlage und die beiden Anträge werden an eine besondere 2 1 e r K o mm i s s i o n verwiesen. Nächste Sitzung: Dienstag 25. April 2 Uhr. Tagesordnung: Antrag Liebermann v. Sonnenberg betr Schächt- verbot, Antrag Lieber betr. Arbeiterkammern und Antrag ancifoe Vorlage für die Betriebe mit großer Ausnutzung jjjf, der: «ikeitskraft: für die intensiven Betriebe in großen StiAitm„ Kolonialwarenhandlungen, Eisenhandlungen. Zu biflfrgtn ieien die Ladenschlußvorschriften in der Gestalt der Boirssze (Mehrheitsbeschluß der Beteiligten). In fernen d veüklM Ausführungen plaidiert Redner fürArbeitsordnungen für! jrofje Warengeschäfte und für landespolizeiliche Dor- schWrii über Aufnahme von Stellensuchenden in Hospize, in nHmie. Wünschenswert seien auch Bestimmungen, die es denk ilieirn jugendlicher Arbeiter ermöglichten, die Löhne der Rirblki yn kontrollieren; es müßten dieserhalb in den Fabriken Lolli,ilcher für Minderjährige eingeführt werden. Wau Pachnicke betr. Arbeitsamt. ______________ Schluß nach 6*/a Uhr. Deutsches Reich. Mainz, 20. April. Der hiesige Wachswaren-Fabrikant Alois Werner, welcher kürzlich mit einem hiesigen Apotheker ein Duell hatte, wurde gestern wegen verschiedener Betrügereien verhaftet. Berlin, 20. April. In der 9. Kommission de» Reichstags zur Vorberatung des JnvaliditätS- V ersicherungsgesetzes wurde heute zunächst der vorher rurückgestellte § 12b in einer vom Abgeordneten Trimborn (Centrum) beantragten Raffung angenommen, alsdann § 1^ nach dem Antrag Hitze (Centrum) abgeändert und schließlich die §§ 26 bis 32 im wesentlichen nach den Beschlüssen der ersten Lesung bestätigt. _ Berlin, 20. April. In der Reichstags-Kommission für die lex Heinze wurde heute der vom Gentrum beantragte § 182a des Strafgesetzbuches angenommen, wonach Arbeitgeber ober Dienstherren und deren I Vertreter mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden sollen, falls sie Arbeiterinnen durch Androhung von Nachteilen rc. zur Duldung ober Verübung von unzüchtigen Hanblungen verleiten. Dafür stimmten 13 Mitglieder, dagegen 8 (Konservative, Nationalliberale und zwei Freisinnige). , . Berlin,20. April. Die Kommissions-Verhandlungen über die Kanal-Vorlage werden vermutlich in nächster Woche ihren Anfang nehmen. In Ab- geoTbnetentreifen zählt man der „National-Zeitung" zufolge 17 Gegner und 11 Freunde des Kanals, soweit die vor- I läufige Stellung zu dem Entwurf in Betracht kommt. Man ist aber der Meinung, daß die Entscheidung wesentlich von I der Haltung des Finanzministers abhängen wird. Wenn I diese Wirkung der zweiten Rede des Herrn v. Miquel im I Plenum nicht beabsichtigt war, so sei sie doch thatsächlich I eingetreten. Herr v. Miquel werde in den Kommissions- Verhandlungen wohl bald Gelegenheit nehmen, persönlich die Mißverständniffe seiner Stellung zu dem Verhandlung-. I gegenstände zu beseitigen, wenn solche obwalten. I Berlin. 20. April. In ihrer heutigen Sitzung beschäftigte sich die Post-Kommission mit der Ausdehnung des Post-Regals auf die Beförderung verschlossener Briefe im Ortsverkehr und den Bestimmungen betreffend die Privat- Postanstalten. Zu einer Abstimmung kam es heute noch I nicht. I Berlin, 20. April. Der neu ernannte Flügel-Adjutant des Kaisers, Rittmeister v. Bülow, bisher kommandiert I zum Generalstab des 10. Armeekorps, ist an Stelle des Militär-Attaches v. Moltke zum Militär-Attachö bei der deutschen Botschaft in Wien ernannt. XI ti 11* dtjuie M Hm». Ute htfcener ck14 I t. »njdger chri« oittmet Bekanntmachung. 8enrn Errichtung eines Neubaues unmittelbar an der •Hitttrn«! wird die letztere mit Rücksicht auf die den ^o.ffjjüitn drohenden Gefahren bis auf weiteres polizeilich gespiiAt. diefßen, den 20. April 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. wahrt als ch- utib v bedienen könne«. Man glaubt, daß der Ausstand nächste Woche ei» vollständiger sein wird. In Mons ist die Lage wenig verändert. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 21. April 1899. Auszeichuuung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 28. März dem Feldschütze« Michael Herz in Bretzenheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen. * ' AuS dem Verwaltungsdienst. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums deS Innern vom 17. April ist der Großherzogliche Regierungsaffessor Herberg zu Alzey bis auf weiteres mit AuShilfeleistuug bei Großherzogl. Kreisamt Alzey beauftragt worden. • • Kuustvereiu. In der Gemälde-Ausstellung im Turm- Hause am Brand sind diese Woche wieder neue Gemälde (zirka 50) zur Ausstellung gelangt. * • HempelKouzert. Zu einer Erbauungsstunde in der Johanneskirche rief die Musica sacra gestern abend, und keiner, der ihrem Rufe Folge leistete, wird dies bereut haben, denn das Gebotene war in der That geeignet, die Hörer in eine weihevolle Stimmung zu versetzen. Sie alle werden das von uns jüngst wiedergegebene Urteil der „Münchener Allgemeinen Zeitung" mit Freuden bestätigen, das Herrn Hempel als Orgelvirtuosen alle Ehre widerfahren läßt. Herr Hempel kennt sein Instrument, und weiß es mit seltenem Verständnis zu behandeln. Erhebend wirkte die Harmonie, darin er sich mit seiner geschätzten Gattin vereinte. Frau Hempel verfügt über eine ergiebige, sympathische, weiche und doch kräftige Stimme, die besonders in der Mendelssohn'schen „Elias"-Arie: „Höre, Israel", zu voller Geltung kam. Verriet schon das kunstverständig zusammengestellte Programm, weffen man sich von dem Künstlerpaare zu versehen hatte, so wurde diese gute Meinung durch den Verlauf des Konzertes vollauf bekräftigt, nicht am wenigsten durch den Vortrag der eigenen Kompositionen des Künstlers und die verständnisinnige Unterstützung, die ihm von seilen seiner ebenbürtigen geschätzten Gattin zu Teil wurde. Das neue Schwesternhaus des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege geht, wie schon im Jahresbericht mitgeteilt wurde, seiner Vollendung entgegen. Die Einweihung wird noch vor Ende Mai erfolgen. Gegenwärtig sind die Damen des Vereins eifrig beschäftigt, für die innere Einrichtung zu sorgen, und auch die noch fehlenden Mittel dafür herbeizuschaffen. Es darf vielleicht darauf hingewiesen werden, daß auch Geschenke an Möbeln, Weißzeug, kleineren Haushaltungsgegenständen, Küchengeräten gerne und dankbar angenommen werden. Auch Bilder für die leeren Wände sind sehr erwünscht. Für die kunstfertige Damenwelt eröffnet sich ebenfalls ein Feld der Betätigung. Es werden so viele schöne Sprüche gebrannt und gemalt. Für dergleichen Spenden werden die Schwestern sehr dankbar sein. ' r*'***^ ♦♦ Das Fruhjahrsschliefen des Vereins zur Züchtung reiner Hunderassen zu Gießen, welches am nächsten Sonntag auf der „Schönen Aussicht" stattfindet, hat eine sehr gute Beschickung erfahren, sowohl was die Zahl, als auch die Qualität der gemeldeten Hunde anlangt. Als Preisrichter fungieren die Herren: C. Sauer-Koblenz, Vorsitzender des deutschen Foxterrier-Klubs, Rechtsanwalt Selz er-Offenbach, Vorsitzender des Dachshundschliefklubs Frankfurt a. M., sowie die Herren Förster Roggendorf- Oberbiel und Förster Kuhl-Katzenfurt, Vorstandsmitglieder des Vereins zur Züchtung reiner Hunderassen zu Gießen. Als Prämien kommen cirka 350 Mk. bar, sowie eine Anzahl gestifteter Ehrenpreise und silberne Medaillen zur Verteilung. Am Vorabend findet auf dem Lenz'schen Felsenkeller Zusammenkunft der Teilnehmer und Vereinsmitglieder statt, zu welcher auch Interessenten und Liebhaber von Hunden Zutritt haben. * *H. Frühjahrs-Gautag des Gauverbandes 9 des Deutschen Radfahrer-Bnudes. Die zahlreichen Preise, welche am nächsten Sonntag im Korso- und Saalfahren umstritten werden, sind im Erkerfenster der Firma Ernst Blödner, Seltersweg, ausgestellt, und erregen das Interesse aller Paffanten. — Auch sei an dieser Stelle nochmals daran erinnert, daß Eintrittskarten zum Saalfahren in Steins Saalbau nur so lange verkauft werden, als Plätze vorhanden sind, sodaß deren umgehende Bestellung sehr angebracht erscheint. B. Schützenfest. Die gestrige Abend verermgte im „Cafe Ebel" die Mitglieder sämtlicher Ausschüsse, die sich gebildet haben, um dem großen Schützenfest, das vom zweiten bis neunten Juni dieses Jahres in unserer Stadt gefeiert werden soll, zu einem glänzenden Verlauf zu verhelfen. Der Zweck der Versammlung war, den Herren, die nicht allen Ausschüssen angehören, ein Bild der Gesamt- thätigkeit zu geben, die bis jetzt im Interesse des Festes entfaltet worden ist. Der Vorsitzende, der sich dieser Aufgabe mit großem Geschick entledigte, führte aus, daß es, trotz der nicht unerheblichen Schwierigkeiten, bisher gelungen sei, auf der ganzen Linie siegreich vorzugehen und hofft, das es auch in Zukunft gelingen werde, alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen; sein Bericht enthielt die erfreulichsten Thalsachen. So wurde gestern mit dem Bau der Festhalle begonnen, die an Größe und Bauart keineswegs hinter den Hallen früherer Feste zurückstehen wird. Auch wurde uns versichert, daß durch die Errichtung von vier Bierhallen in ausgiebigster Weise für das leibliche Wohl der Festteilnehmer Sorge getragen werde; drei derselben haben hiesige Brauereien übernommen, während dieDurstigen in der vierten echt bayrisches Getränk aus den tüchtigen Händen ebenfalls aus dem Bayerland importierter Biernymphen empfangen. Kurz, alle Ausschüsse sind bemüht, den Festfreunden das Leben so angenehm als möglich zu machen und bereiten die seltensten Neberraschungen vor. Hoffentlich beehrt uns Frau Sonne, die Vorsitzende des Wetterausschusses während der Festtage recht häufig mit ihrem glänzenden Besuch und unterstützt uns in dem Bestreben, den neuen Festplatz auf dem vordere« Teil des Triebs, der sonst unter den wuchtigen Tritten wackerer Krieger erzittert, durch ei« ix allen Teilen wohlgelungenes Fest würdig einzuweihen. • * Sind Postsendungen der Pfändung nnterworfe« ! Nach einem Urteil des Reichsgerichts nicht, da der Absender einer Postsendung diese vor ihrer Zustellung an den Empfänger jederzeit zurückoerlangen oder die Adreffe abändern kann. Der Absender bleibt daher bezüglich der Postsendungen so lange Eigentümer der von ihm zur Post gegebenen Sendungen, bis deren Zustellung an die Adressaten erfolgt ist. Eine Pfändung vor der Zustellung ist deshalb nicht erlaubt. • • Befitzwechsel. Die Block 'sche Villa (Ecke Frankfurter- und Wilhelmstraße) ging für den Preis von 130000 Mk. an die Firma Birken stock & Schneider über. * * Polizeibericht. Gestern wurde von einer hiesigen Firma, sowie von einem Privaten bei dem Polizeiamt die Anzeige gemacht, daß eine Frauensperson bei denselben höhere Geldbeträge erschwindeln wollte. In ersterem Fall versuchte dieselbe bei einer hiesigen Firma unter falscher Vorspiegelung 1000 Mark zu erheben, indem sie angab, sie sei Hausmädchen bei einem hiesigen Bankier, bei welchem die Firma einen Wechsel von 5000 Mark zu begleichen habe. Der Geschäftsteilhaber sei dagewesen und habe bereits 4000 Mark auf den fälligen Wechsel bezahlt und sie sei geschickt, die noch fehlenden 1000 Mark zu holen. Im zweiten Fall versuchte dieselbe bei einem hiesigen Privaten ebenfalls unter falscher Vorspiegelung 1000 Mark zu erschwindeln, indem sie dort in Abwesenheit des Mannes bei dessen Ehefrau angab „ihr Gemahl, der Herr des Hauses, habe in einem hiesigen Geschäft einen Wagen gekauft, wozu sie 1000 Mark im Auf- trag des Ehemannes holen solle. Die Polizei begab sich alsbald auf die Suche, und wurde die Schwindlerin in der Person einer hiesigen unter sittenpolizeilicher Kontrolle stehenden Frauensperson verhaftet. • • Marktbericht. Auf dem am 18. und 19. ds. Mts. dahier abgehaltenen Vieh markt waren aufgetrieben: 719 Stück Rindvieh und 1328 Stück Schweine. Die Preise aller Biehgattungen waren höher als am letzten Markte. Nächster Markt Dienstag den 9. und Mittwoch den 10. Mai ds. Js., am letzteren Tage auch Krämermarkt (Himmelfahrtmarkt). Das Ablesen der Krämerstände findet morgens 7 Uhr statt. 0. Ruttershausen, 20. April. Ein Radler aus dem benachbarten Salzböden hatte auf dem Bahnübergang bei Ruttershausen-Kirchberg mit seinem Rad Unglück. Kurz entschlossen faßte er mit Hilfe des hiesigen Polizeidieners das Rad und warf es über die P/a Meter hohe Brüstung der Brücke in die Lahn. cos Ans dem mittleren Oberhesien, 20. April. So unwillkommen dem Landwirt auch das seitherige naffe Wetter wegen der verspäteten Feldbestellung gewesen, so ist es doch nicht ohne Nutzen geblieben. Dieser besteht in erster Linie in einer gründlichen Bewässerung der Wiesen. Die durchaus trockenen Monate Februar und März hätten einen geringen Graswuchs im Gefolge gehabt, wäre der Trockenperiode nicht reichlicher Niederschlag gefolgt, der die Bäche aus ihren Ufern treten ließ. So aber läßt sich auch für dieses Jahr wiederum eine gute Heu- und Futterernte erhoffen. In zweiter Linie hat das naßkalte Wetter die Obstbaumblüte sehr zurückgehalten. Schon im Februar begannen die Blütenknospen zu treiben und wir hätten ohne Rückschlag eine sehr frühe Blütezeit bekommen. Für unsere Gegenden ist aber diese meist gleichbedeutend mit einer Mißobsternte. Die ersten Grundbedingungen: reicher Blütenansatz und späte Blütezeit sind in diesem Jahre vorhanden. Hoffentlich bleiben wir dabei von Maifrösten verschont. nn Darmstadt, 21. April. Herr Finanzminister Küchler ist jetzt soweit wieder hergestellt, daß er heute mittag einer Sitzung des Finanz-Ausschusses wegen der Reform der Steuergesetze beiwohnen kann. — Die Geschäftslage der II. Kammer der Stünde wird diesmal eile sehr ausgedehnte sein und noch etwa 27 Sitzungen umfassen, um alle Gegenstände und insbesondere die Reform der Steuergesetze bis zum Schluß des Landtages, der anfangs Juni erfolgen wird, zu erledigen. Die erste Kammer der Stände wird voraussichtlich im Monat Mai zusammentreten. nn Darmstadt, 21. April. Ein Streik der Maurer steht in nächster Zeit für Darmstadt in Aussicht. Gestern tagte im Saale der Turngesellschaft eine von ca. 800 der Organisation angehörenden Maurern besuchte Versammlung, welche sich eingehend mit den hiesigen Lohnverhältnissen beschäftigte. Als wesentliche Punkte ihrer Forderungen wurden in dieser Versammlung festgesetzt: lOftünbige Arbeitszeit, Mindestlohn für Arbeiter über 18 Jahre 50 Pfg. pro Stunde, für Junggesellen 40 Pfg. Aufhebung der Akkord- Arbeit und Wegfall einer Maßregelung wegen Zugehörigkeit zu einer Organisation und Abschluß eines Arbeitsvertrags zwischen der Organisation der Meister und derjenigen der Gesellen. Falls bis zum 1. Mai d. IS. von Seiten der Arbeitgeber eine zusagende Antwort nicht erfolgt ist, soll sofort der Streik proklamiert werden. A Mainz, 20. April. Den 29. dieses Monats findet die diesjährige ordentliche Sitzung des Provinzialtages der Provinz Rheinhessen statt. Neben den Ergänzungswahlen und Budgetberatungen der verschiedenen Provinzialfonds steht der für die ländliche wie städtische Bevölkerung der diesseitigen Provinz gleichwichtige Antrag der Errichtung von Heilanstalten für Lungenkranke auf der Tagesordnung. Der Antrag ist von dem hiesigen Oberbürgermeister in Gemeinschaft mit dem Geheimen Kommerzienrat Michel gestellt worden. — Ix einer der letzt verflossenen .in einem hiesigen en^ros-Geschäft ein bedeutender I diebftahl verübt worden. Sackweise hatten bie L-1 de§ Kaffee geraubt. Als Dieb wurde gesteru ein V* ermittelt, der in Gemeinschaft mit mehreren Famil^ gliedern zur nächtlichen Stunde den Raub in sej«^ gebracht hatte. Die ganze aus 5 Personen bestehend, > rnilie des Fuhrmanns wurde heute morgen in\ - nommen. * n je. Sitzung der Stadtverordneten am 20. April 1899. Anwesend die Herren Oberbürgermeiste; $na Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff.vo» iJ. der Stadtverordneten die Herren Brück, Emme!--' Euler, Faber, Flett, vr. Gaffky, Dr. ©ntfltju Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, H»,,. Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Or big, Petri, Dr. Schäfer, Scheel unb ffiaffrV fels. — Entschuldigt die Herren Dr. Fuhr. Schma'i Jughardt wegen Kranksein, «egen allenfallsiz^ kommens die Herren Grünewald, Heyligeusta^ und Schiele. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Herr £> bürgermeister Gnauth mit, daß nach Mitteilung Großh. Steuerkommiffariats das Gesamt-Kommun steuerkapital der Stadt Gießen für 1899/1900 1 757 787.80 Mk. festgestellt worden sei. Im laufcie'i Jahre betrug das Steuerkapital 1 643 038 M Mehrertrag der Kommunalsteuer berechnet sich banadi - 8503 Mk. — Eine weitere Mitteilung betrifft bit ladung zu dem am Sonntag den 23. d. M. ftattjtntc?-. Gautag des Gauverbandes 9 des Deutschen Radfaln Bundes. Hebet die „Ermäßigung der Fernspr,: gebühren" hatte die Versammlung bereits anläßlich en® vom Deutschen Handelstage im Jahre 1895 gefaßten Res» lution beraten. In derselben wurde dem Vunfche Festsetzung der Gebühren auf höchstens 150 Ml. für gnjer und nicht mehr wie 50 Mk. für kleinere Städte ^abgegeben. Die Versammlung hatte sich s. Z. bet Wwm angeschlossen, der zufolge die für Gießen in Änchr kommende Gebühr etwa 100 Mk. betragen würde, fi-u aus den bisherigen Besprechungen über den zur an den Reichstag bestimmten Gesetzentwurf, bett, die Fen sprechgebühren, zu entnehmen, hat der Entwurf in :<• Streifen der Interessenten eine freundliche Ausnahme r.ii gefunden. Die Versammlung beschloß, ihrer seinerzeitig Unterstützung einer von der Sonneberger Handelskaan^ an den Reichstag gerichteten Eingabe, in welcher befontt:. auf die Umständlichkeit der in Aussicht genommenen H- sprächszählung und teilweiser Verteuerung der Femspnr । gebühren hingewiesen wurde, gemäß, Zustimmung zu ehe neueren Resolution, in welcher der Reichstag ersucht n:: dem Gesetzentwurf wenigstens in Beziehung auf bit & bühren für den Ortsverkehr die Zustimmung zu Versager. Betr. Beschaffung der für 1898,99 unö 1899/1900 erforderlichen, durch Kapitalau' nahmen zu deckenden Mittel für die Stadt G>eßu berichtete Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß dir Irsir Kapitalaufnahme im Jahre 1897/98 zur Bestreitung:< laufenden Ausgaben bis etwa zum Frühjahr 1900 rei$a: werde. Der zunächst erforderliche Kapitalbedarf xt 912 633 Mk. werde sich bis auf etwa 600000 M '- schränken lassen. Man werde aber bei deren Ausvi« mit einer 4prozentigen Verzinsung rechnen, und d: Anleihen von einer Million an zur Börse zugelaffen inf.«- versuchen müssen, auf privatem Wege die obenbezciLnu Summe zu erhalten. Es hat danach Die FinanzkonMi'M beantragt, daß unter Angebot eines 4prozentigen und fünfjähriger Hnkündbarkeit versucht werden soll bai Kapital bei einer benachbarten JnvaliditätS- un» Versicherungsanstalt zu erhalten. Die Versammlung W den Antrag zum Beschluß. Gegen die vorliegenden Wirtschaf tSkon Zession» ge suche von Friedrich Teigler (Bahnhofstraße 76), Lippold (Brandgasse 8) und Heinr. Fries (Wdftrw R hat die Versammlung nichts zu erinnern, da Hebergang bereits bestehender Wirtschaften au ank.rc c sitzer handelt. ergiebt: I. II. HI. Klasse: 5 500 JC Mindestgehalt mit.12 lährl'A ' Zulagen von 125 JC bis zum Höchstgehalt cf Im nichtöffentlichen Teil der gestrigen u‘ Stadtverordneten-Versammlu ngsmd — demr. gang der größeren Städte des Landes folgend --QU$ Gießen die Dienst- und Gehalts-Verhältnisse der beamten neu geregelt und in Einklang gebracht worden dem Gesetz vom 9. Juni 1898, betr. Die Besoldungen Staatsbeamten. . b _ Die Dienststellen der Gemeindebeamten und die 1 _ verbundenen Gehaltsbezüge sind dabei in elf geteilt worden, innerhalb deren — unter Aufrechnung festgesetzten Nebenbezüge — der Höchstgehalt ourq Währung von 12 bis 20 jährlichen Zulagen zu dem gehalt erreicht wird, sodaß sich die nachstehendeM der Dienststellen und Besoldungen der Gemeinde B 7000 Stadtbaurat . Klasse: 4 800 Jt Mindestgehalt mit.12 jabrh^ Zulagen von 100 JC bis zum Höchstgehalt < 6 000 dC .. *2 ,iuY) A Direktor des Gas- und Wafferwerks (öw Nebenbezüge) Klasse: 3 600 JC Mindestgehalt mit 12 jabr । n m KID ffanbi Natsbie SJlafäin bez Neischbel IL.Ach.lM julayn d IM * Echutzl, 2. Geh Wiesen Stadlge 1. * 360M Pertrew rechne rechmsc Polizeis .Ach: 1801 Zulagen 3000.X Büreai 1. Geh Fchlaä Gasme Mer Inst-ck Mchn Nt Zulagen v> 2200 2. Gehst Hstreaul Men, Aestve b 1. Gel 1. Bst Polize Stabt Friedl 1 4500/ Schlach Bureau 7 Klafie: 2^ Zulagen ' 4200 Jk Scketa J w । Bndlng kNt Litimmq der fü «ürtnhautrn'tznb Kmntdurchtabr, (® VahndEaft, ,... w. X, j ’■ klrbritsjiunin t • vauablnlung. Das i ktr r ährend der i mbl auS. . den »ngeb. lÖnntn flffl I ft“IS oi.Jj'8-Öpril 18 * -—:— ■ »SS i Htm. n iusaxüi ! 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Er zieht in seiner „Kritik der reinen Vernunft" dieser ihre Grenze und beweist, daß methaphy« sisches Wissen unmöglich sei, da der Verstand nicht „Dinge an sich" erkenne, gelangt aber dabei zu den höchsten Ideen auf dem Gebiete der Moral, die er auf dem kategorischen Imperativ des SittengesetzeS basiert. Kant starb am 12. Februar 1804 in seiner Vaterstadt. Restaurant ! Hohenzollern. Prima Mittagstisch zu 70 Pfg. und 1 Mr., im Abonnement billiger, sowie eine auserwählte Frühstücks- und Abendkarte. Kölner Konsum-Anstalt C. F. Hackenberg Hiehe» Alsfeld .Lomverg a. d. Hhm Kaffeebrennerei mit Röstverfahren nach eigener erprobter Methode. Monteure im Gas- und Wasserwerk Laternenaufseher (150 JC Nebenbezüge)' 4 • X Klasse: 1000 JC Mindestgehalt mit 16 jährlichen Zulagen von 25 Jl bis zum Höchstgehalt von 1400 Schuldiener (180 Nebenbezüge) Feldschützen XI. Klasse: 960 JC Mindestgehalt mit 12'jährlichen Zulagen doii 20 Jt bis zum Höchstgehalt voll 1 200 vH Straßenwarte Vorarbeiter des Stadtgärtners Baumwart Gleichzeitig wurden auch die Gehalte solcher Angestellten erhöht, deren Stellen nicht in die Besoldungsordnung auf* genommen sind. Der Gesamtaufwand für die Besoldungen der vorgenannten 107 Beamten und Angestellten erhöht sich nach diesen — einstimmig gefaßten —Beschlüssen von 170,310 Mk. um 21,370 Mk., auf 191,680 Mk. Ebenso wurden neu geregelt die Gehalte der Lehrerinnen an der höheren Mädchenschule: der Mindestgehalt wurde auf 1600 Mk. festgesetzt mit 5 dreijährigen Zulagen zu 160 Mk. und 2 ebensolchen zu 150 Mk., sodaß das Höchstgehalt von 2700 Mk. nach 21 Dienstjahren erreicht wird. Im Anschluß hieran wurde sodann der Gehalt des besoldeten Beigeordneten auf 5500 Mk., steigend bis zu 6500 Mk. erhöht, und endlich einstimmig beschlossen, „den Gehalt des Oberbürgermeisters auf 12,000 Mk. zu erhöhen in dankbarer Anerkennung der großen Verdienste, welche sich derselbe um die Förderung unseres städtischen Gemeinwesens seither erworben hat, und unablässig weiter erwirbt." Farben Lacke Fußbodenanstriche ParquetwachS rc. Oelfarben Lackfarben Luftrol, Glanzöl Oele und Lacke aller Art Pinfel rc. Materialwaren für alle Zwecke empfiehlt 3429 Otto Sehaat, Seltersweg 39. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 21. April. Der Bundesrat hat in seiner gestrigen Sitzung den Beschluß gefaßt, daß auch Frauen zu den medizinischen Prüfungen, sowie zu den Prüfungen der Zahnärzte und Apotheker im deutschen Reiche zugelasien werden sollen. Der Beschluß wurde in Form einer maßgebenden Auslegung der Prüfungs-Ordnung für Aerzte, Zahnärzte nnd Apotheker gekleidet. Berlin, 21. April. Bei der gestrigen Reichstags- Ersatzwahl im Wahlkreise Melle-Diepholz kam es zur Stichwahl zwischen Wamhoff (natl.) und v. Bar (Welfe). Das Ergebnis bedeutet eine Niederlage der Konservativen und der Bündler. Berlin, 21. April. Wie der „Vorwärts" meldet, er- hielten zwei italienische Schriftsteller, die sich seit etwa dreiviertel Jahren in Berlin aufhalten, vom Polizei-Präsidium einen Ausweisungsbefehl zugestellt. Dieser wurde damit begründet, daß sie sich an sozialistischen Bestrebungen beteiligt hätten. Die Ausgewiesenen müssen innerhalb 14 Tagen Preußen verlassen. Frankfurt a. M., 21. April. Gestern abend bildete sich hier ein vorbereitender Ausschuß zur Errichtung eines Denkmals für Gabelsberger, den Erfinder der Stenographie. Paris, 21. April. Man erwartet für den Anfang der nächsten Woche eine Reihe sensationeller Enthüllungen, und zwar seitens Esterhazys und Paty de Elams. Letzterer ist davon verständigt worden, daß der „Figaro" binnen 24StundendieAussagendesKapitänsCuignetsveröffent- lichen wird, und daß diese für Paty de Elam sehr belastend sind. Die Enthüllungen Paty de Elams, welche großes Aufsehen Hervorrufen werden, bezwecken, sich von den Anschuldigungen Cuignets rein zu waschen. Die Papiere Paty de Elams befinden sich in Brüssel in Sicherheit, ebenso die Briefe des Generals Gonse und Boisdeffre. Marseille, 21. April. In Marinekreisen befürchtet man, daß der französische Dampfer „Bindigala", welcher mit Kohlen beladen aus Cardiff am vergangenen Sonntag in Bordeaux hätte eintreffen müssen, mit seiner ganzen, 25 Mann bestehenden Besatzung untergegangen ist. Gottrrdieust der israelitischen Krligionszesrllschafi. Eabbathfeier am 22. April 1899. Freitag abend 7 Uhr, SamStag vormittag 8 Uhr, nachmittag Uhr, Sabbathausaang 811 Uhr. Nachmittag 3“ Uhr SchrifterklLrung. Wochengottesdienst morgens e» Uhr, abends 8‘6 Uhr. 5 Zimmer, Küche rc. 4 Zimmer, Küche, rc. per sofort. Pro glänzt, auch nicht alle Hafergrütze ist die echte Quäker Oats. Man achte darauf, dass Quäker Oats, das gesundeste aller Hafernähr- mittel, nur in Paketen erhältlich sind; dieselben sind viel nahrhafter als Fleisch (16®/0 Eiweisskörper) und verwendbar zur Herstellung von Suppen, Brei, Puddings etc.; in überaus kurzer Zeit zu- Feirrste Miner Cervelatwurst, la. Frankfurter Würstel, la. neue Hellerlinsen ff.Limburger Käse fett und goldgelb, per Pfd. 45 Pfg., Edamer Käse per Pfd. 85 Pfg., im Ganzen 80 Pfg. Schweizerkäse per Pfd. 95 Pfg, bei 5 Pfd. 90 Pfg. Polizeisekretär Klasse: 1 800 JC Mindestgehalt mit 20 jährlichen Zulagen von 60 jH bis zum Höchstgehalt JBL Schlachtham Freibank. 3313 )ernte und morgen: Ueufitisch 50 pfg. [I XDll "i igto ISE -d he«", j zu erinnert der Wirtsch^ Comrts mit fitma liefert billigst MrügCsche 3üriv.-;pt*dUx#i. Kirchliche Nachrichten. s, an gelt sch k Gemeinde. Sonntag den 23. April. Jubilate. Gottesdienst. In -er Stadtkirche. Bormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Feier des heil. Abendmahls für die Militärgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 2*/, Uhr: Kinderkircke für die Matlhäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Vorbereitung am Samstag um 3 Uhr. Abends 8 Uhr: Konfirmandenvereinigung der Matthäus- gemeinde in der Herberge. In der Johanneskirche. Vormittags 9y. Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die LukaSgemeinde. Pfarrer Euler. Kaffee, roh, per Pfund 65, 75, 95, 1.10 Pfg., Kaffee, gebrannt, per Pfd. 80, 92, 1.00, 1.20 Pfg., in stets frisch gebrannter Ware, gutschmeckend, und von feinstem Aroma i>til 1891. ' sS I»-Sy« tgtßotbnuno ;■ - daß Gießen süi Worben ft , apital 1645.V uer bere^nti ti Mitteilung ‘9 den 23. b.£ )es Deutsche lgung bei; Nullung bereit- ■ m Jahre 189ö? en wurde der höchstens 1503 ■ für kleinere k hatte sich s.z die für Gch >0 Mk. betraget Hungen über k l Gesetzenttvit^ len, hat beir ine freundliche t. g beschloß, r Sonnebeige: (c Eingabe, ß in Aussicht pv er Sertennu. .1 t, gemäß, ■ *. jer der 1 ns in * r die ZM» der jit lachen, durch iHttil für die zifttr Mtb 1891/98 jur M jum ■bttlidit Fus-italbet auf etwa 600000 aber bei deren i tsung rechnen, uil zur Mch Mich m Wetze dre ob- danach die Fim eines 4j>rozenNgei versucht weck rten Jnvatidltal^ alten. Die W teblt 3428 Otto Schaaf, Seltersweg 39. Rh *»tbt J* Katholische Gemeinde. SamStag den 28. April. NackrnütagS um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 23. April. 3. Sonntag nach Ostern. vormittags von 6«/e Uhr an: Gelegenbeit zur hl. Beicht.. • um 7 Uhr: Die erste beiL Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion; , um 8 Uhr: die zweite heil. Meffe; „ um 9i/i Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2>/, Uhr . Christenlehre; darauf Andacht. 3 000 JC Büreaugehülfen der Bürgermeisterei 1. Gehülfe der Stadtkasse Schlachthausverwalter Gasmeister (300 uH Nebenbezüge) Wasserwerksmeister Jnstallationsmeister im Gas- und Wasserwerk Maschinist im Queckborner Wasserwerk (240 JL Nebenbeziige) fs lasse: 1 480 JC Mindestgehalt mit 18 jährlichen Zulagen von 40 jH bis zum Höchstgehalt von 2 200 JC 2. Gehülfe der Stadtkasse Büreaugehülfen im Gas- und Wasserwerk Materialverwalter im Gas- und Wasserwerk Stellvertreter des Gasmeisters (150 jH Nebenbezüge) 1. Gehülfe des Stadtgeometers l. Büreaugchülfe des Polizeianües Polizeiwachtmeister Stadtgärtner Friedhofsaufseher (100 jH Nebenbezüge) Hospitalverwalter (750 jH 9kebenbezüge) Straßcnmeister (100 jH Nebenbezüge) Pfandmeister Ratsdiener (150 bezw. 100 Nebenbezüge) Maschinist im Schlachthaus (150 JC Neben- bezüac) Fleischbcschauer Nasse: 1 320 JC Mindestgehalt mit 16 jährlichen Zulagen von 30 jtt bis zum Höchstgehalt von 1 80Ö -Jtt Schutzleute 2. Gehülfe des Polizeiamtes Wiesenwärter Verdingung bcr ik- ü hrung der Erdarbeiter», Wege« tzcf^ckgungsarbeiten, Kunstbauten uwCis tt»erbau-Packlage der Neubau- strer^kiZriedrichSdorf.Friedberg, eingeteilt in uttLse von zusammen rund 14 Kilo- mctMs Ileciin: DieuStag, den 16. Mai 18LM vormittags 10 Uhr im Bureau -er xtWberzogl. Effenbahn-Bauabteilung |u t^äerg. Z ri ngen, Bedingungen ufw. können das,M: emgefehen und die BerdingungS- untitcskjeirt gegen kostenfreie Einsendung vouN ISO Mk. in Bar für ein Los, bezw. Nm lio Mk. für beide Lose von daher k|ceyi «erden. Äiä^auäfrift 3 Wocken. 3433 Fim^e-rg, den 19. April 1899. OrmK-gloglicke Eisenbahn-Bauabteilung. d-s 2^.2 in 1898, 6*18 olWä1” 5 **u Seidenstoffe^«? Dctieegc mit Hngabe b. <8croüufd)ttn. von Elten & Keussen, Crefeld Zulagen vonff100 bis zum Höchstgehalt von 4 800 JL Assistent des Stadtbauamtes Stadtrechner * IIW Maste: 3 000 Jl Mindestgehalt mit 15 jährlichen Zulagen von 100 JC bis zum Höchstgehalt von 4 500 vH Schlachthofdirektor (300 jH Nebenbezüge) Büreauvorsteher der Bürgermeisterei ff Klaste: 2 400 JC Mindestgehalt mit 20 jährlichen Zulagen von 90 JC bis zum Höchstgehalt von 4 200 Jt Sekretär der Bürgermeisterei des Armenamtes Stadtgeometer 1. Gehülfe des Stadtbauamtes Oktroiinspektor Buchhalter des Gas- und Wasserwerkes Assistent „ „ „ „ ' Wl. Kaste: 2 100 JC Mindestgehalt mit 20 jährlichen Zulagen von 75 JO bis zum Höchstgehalt von 3 600 Vertreter des Standesbeamten Technische Gehülfen des Stadtbauamtes Technischer Gehülfe des Gas- und Wasserwerkes Verdingung der: Siiimunfl der für die Nebenbahn Wwvmd.auseu-Herboru erforderlichen : xmerttdurchiaßrohre und zwar : 983t i H»ahndurchlaßrohre von 0,8 bis D.M m lichter Weite und 78$l , Z.eitendurchlaßrohre von 0,3 bis 0, 7 m lichter Weite, *ma ü. Mai b. I., mittag» 12 Uhr, im i ItbeiitSjimmer des Vorstandes der iBatoillung. Das Verdinghest liegt löfcrenb der Dienststunden zur EirMftl a uS. 1 t-h ja den Angeboten zu benutzenden $oiWt können gegen porto- und be- stelli;^ireie Einsendung von 0,60 Mark (tiicri« in Briefmarken) vom Eisenbahn- BNE Diütar Welker hier bezogen werden. Z!u^a«Sfrist 8 Wocken. CMonn (Hessen-Nassau), t,m 18. April 1899. 3409 S tikiqlidie Eisenbabn-Bauabteilung. 8406] Das von Herrn Oberförster Bierau bewohnte Haus Nordanlage 39, 10 Zimmer enthaltend, ist. eventuell vom 1. Juni an. zu verm. Ehr. Bansa. 3417] Ein scköneS, helles Logis, vier Zimmer, Küche, Keller, auch Trockenboden im Haufe, zu vermieten per 1. August. I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. Zu vermieten: Steinftraße 3 bis 4 Zimmer, Kammer, Küche rc. per 1. Juli, evtl, früher, desgleichen 2 Zimmer, Kabinett rc. W. Kild, Kghahos-r«tzk 15, II, 3307] Wohnung, 3 bis 4 Zimmer und Zubehör, Wafferleitung, zu vermieten. _____________________Neustadt 16. 01300] Schöne Wohnung, 4 Zimmer nebst allem Zubehör, zu vermieten. ____________Grünbergerftraße 8. 1814] Wegen Uebersiedelung des Herrn Direktors Steineke ist auf Juli die Belletage mit großem Balkon Ostanlage 29 zu vermieten. Näheres bei U. Klees, Südanlage 18. 2933] Der dritte Stock, eleg. gr. 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Mts. an- bas alle Hausarbeit versteht, gegen hohen gesetzte Partie nack der LiebigShöhe wird Lohn gesucht. 3402 verlegt und findet tW Sonntag Franksurterstratze 53. Gießener Lesehalle Verein Die im vorigen Jahre gegründete öffentliche Bücher» m Lesehalle hat sich al» eine für unsere Stadt notwendige Anstalt fca«. gestellt. Nach Ausweis der Beuutzungsstatistik mürben in den Dinin, monaten mehr als 4000 Bände verliehen. Bei einem solchen Lchrutz. reichen die geringen Mittel des Vereins in keiner Weise zur Bes-ast^ des in stets wachsendem Maße geforderten Lesestoffes aus. Goll daher der Fortbestand dieser segensreichen Einrichtung gesicht« werden, so ist die Flüssigmachung weiterer Mittel die erfu und uuerlählichste Bedingung. Zur E.füllung beleihen bu* uns gegenwärtig nur ein nochmaliger Anruf an den so oft bewähn« Gemeinstnn unserer Mitbürger, denen wir die Bitte dringend am h-, legen, uns durch Zuwendung weiterer Gaben — sei e» durch Echöüu^ der Mitgliederbeiträge, sei es durch Gewährung eines einmaligen 8* trags — unterstützen zu wollen. Wir werden uns demnächst erlaub, eine Liste zum Einzeichnen herumgehen zu (affen, und bitten, dieselbe nch zurück zu weisen. Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Eber» erneuern wir unsere Bitte um Zuweisung älterer Jahrgänge illustriert Zeitschriften und von Büchern. Der Vorstand des Kießener c£tfe(lalIe-3mfM. 01451] Gesucht 2 möbl. ob. 2 bis 3 unmöbl. Zimmer für Lehrerin. Gtetz. Wohnungs-Nachweis, Babnboistr. 41. Ehrovol Mtx. unb n b- 8405] Schön möbliertes Wohn- und Schlafzimmer zu vermieten. LudwigSplatz 14, kl. 01446] Freundlich möbl Zimmer zu vermieten. 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