‘ax). 8l*t 79» rek Wilhelm e, ’• ^ewowiesti Tiaze J.W® »• Carl- Mewtersioger B (1 annhiiuter) 'Pjen t, Kohat, HumoriatiBohee ’npAj in, r P'äeig, i । ■ Nr. 19 Zweites Blatt Sonntag den 22. Januar L8ÄA Kießener Anzeiger Hmeral-Anzeiger Bki Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. IZezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für de« falgendm Tag erscheinenden Nummer bis vorm, 10 Uhr. «He Anzeigen.BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Mamtttenvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Aints- und Anzeigeblatt für den Urek Giefzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hefßfche Landwirt, ________________Matter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. iesbaden. olphe N acht), Parkett ML 9.50. arten ML 0.40, Mk. 8.50, Ernte Verbindung nach 784 lge. Räume für den . Januar. Grein. 1,11 DtMlldNr Otto Echees L_( Damenkaül t und O. Steel. vorstaud^, 1« iuekau. | ubiifM ds. d'ÜLN fletdeW aste seinen iscb^r ll(rSls,"*e' &* Zur Personalreform bei der Postverwaltung. Schon zu Zeiten Stephans ist an den Ansätzen de» Poiietat» im Reichstage nur wenig gestrichen worden; Herr v. Podbielskt scheint in dieser Beziehung das Erbteil seine» Vorgängers angetreten zu haben, denn auch diesmal ist der Etat seines Ressorts unbeanstandet von der Budget- kommisfion genehmigt worden, und auch das Plenum dürfte kaum ernstliche Einwendungen erheben. Die dieser Tage statt- gehabten Verhandlungen der Budgetkommisfion wurden zum großen Teil ausgefüllt durch Besprechungen über die Personal- Verhältnisse der Postbeamten, und au» den Aeußerungen de» Staatssekretär» ist zu entnehmen, daß es mit den Personalreformen nun bald Ernst werden soll. Wie dieselben sich im einzelnen gestalten werden, ist noch nicht bekannt, aber die Ausführungen de» Chefs der Postverwaltung lassen erkennen, daß die Reformen hauptsächlich den Assistenten zu gute kommen sollen, und zwar insofern, als dem intelligenteren Teile derselben ein Aufrücken in höhere Dienststellen nicht unbedingt verschlossen sein wird. Bekanntlich waren die beiden Karrieren der Postbeamten — der al» Posteleve und die al» Postgehilfe eingetretenen — in ihrem ganzen Verlaufe streng von einander geschieden. Hatte der Gehilfe die Stufe als Oberassistent oder als Postverwalter erreicht, so mußte er auf derselben stehen bleiben, mochte er noch so befähigt sein, höhere Dienststellen zu bekleiden. Und dieses Hindernis für seine Karriäre lag nur in dem Umstande begründet, daß er vielleicht aus zwingenden Gründen ein halbes Jahr früher die Schule hatte verlassen müssen, als seine Kollegen von der höheren Laufbahn, welche die Reifeprüfung auf einem Gymnasium oder einer Realschule erster Ordnung hatten ablegen können. Schafft Herr v. Podbielski in dieser Beziehung Wandel, so würde er mancher Unzufriedenheit unter den Postasststenten die Spitze bieten und den Eifer sowie die Berufsfreudtgkeiten dieser Beamten nur erhöhen. In der Budgetkommission legte Herr v. Podbiel»ki noch dar, daß unter seinem Vorgänger zu viele Aspiranten des mittleren Postdienstes angenommen worden seien und daß dieser Umstand natürlich gewaltig auf die AnstellungSfrtst dieser Beamten drücke. Der verstorbene Stephan war ein großer Reorganisator, und sein Verdienst wird nicht geschmälert, wenn man einzelne Mängel aus seiner Verwaltung hervor- gehört auch die fast uneingeschränkte Annahme von Postgehilfen, welche in den Jahren 1875—1890 statt- gefunden hat. Wenn man auch in Betracht ziehen durfte, daß der Verkehr sich mächtig entwickele, daß ein großer Bedarf an Beamten eintreten würde, so wußte doch erkannt werden, daß in Bezug auf die Annahme von Postgehilfen de» Guten M viel gethan wurde. Es war gar nichts Seltenes, daß bei ganz kleinen Postämtern zwei Gehilfen zur Erlernung des Feuilleton. Z)eß verwechselte Kakö. Herr Schaulem war en braver Manu, Der iwerall im Aaseh stann, 'SSPn un" Ahld, bei Groß unn Klaa, Von Wisfig bis nach Weiderschhaa. Daß err e Katsoff von Gewerb, Daß mußt die Kätt unn mußt die Bärb, Daß wußt e jedes, Mann wäi Fraa, In Troh unn uff de Ravenaa. Unn zog Herr Schaulem aus'm Hau«, Da heppt sein Suldan hibsch vorrau«; Unn wohlgemudh ging'« iwer Land Wo e Mezzie in Aussicht stand. Daß Rewach die Geschäfte macht Ließ nie Herr Schaulem außer acht. Unn trotzdem hott sei Lewe lang Gedhaa er manchen Metzgerschgang. E jed Geschäft fing bei em aa: Erscht werd en klaane Schluck gedhaa! Doch dabei warsch em ahnerlei Öd'« Scheacher (Bier) oder Branndewei. Dienstes beschäftigt waren. Allerorten im Reiche entstanden sog. Pressen, in denen Hunderte von jungen Leuten, die keine genügende Schulbildung aufzuweisen hatten, zu PostgehUfen heran—gebildet wurden. Im Interesse der Verwaltung und der Beamten liegt es, wenn mit diesem System endgiltig gebrochen würde und wenn durch die Aussicht auf Einrücken in höhere Stellen die Berufsfreudigkeit der Beamten Nahrung erhielte. (xx) Ausland. Amerika. Infolge der Anforderungen der Reichs- politik erweist sich die Marine der Vereinigten Staaten derzeit als unzureichend. Der Marine-Sekretär Long äußerte, daß er zu seinem Bedauern für absehbare Zeit außer stände sei, die auswärtigen Flottenstationen wieder herzustellen aus Mangel an Offizieren, Mannschaften und Schiffen; er sei nicht im stände, ein einziges Schiff nach Europa zu entsenden. Er halte es für absolut wesentlich, das nordatlantische Geschwader in seiner vollen Stärke zu erhalten, aus Gründen einer gesunden internationalen Politik. Vermischtes. * Marburg, 17. Januar. Der nächste städtische Etat wird in Einnahme und Ausgabe mit 1 022315 Mk. balancieren. Er ist also um 163888 Mk. niedriger als im Vorjahre. * Kreuznach, 18. Januar. Auf dem Banne von Weiler bei Monzingen wurde gelegentlich einer Treibjagd im Gesträuche die Leiche eines gut gekleideten, unbekannten Mannes gefunden, die schon monatelang gelegen haben muß, sodaß die Gesichtszüge nicht mehr erkennbar waren. Auf einem neben der Leiche liegenden Zettel standen die Worte; „Hier starb ein lebensmüder, aber nicht schlechter Mensch." Auch eine Taschenuhr fand sich bei dem Toten, jedoch sonst nichts, was auf dessen Persönlichkeit schließen ließe, zu deren Ermittelung jeder Anhaltspunkt fehlt. • Dortmund, 17. Januar. Der Bau der elektrischen Straßenbahn im benachbarten Lütgendortmund im Anschluß an die Märkische Gesellschaft in Witten wurde in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen. Der Kostenaufwand der Gemeinde beträgt 200000 Mk. • Düsseldorf, 18. Januar. Unsere Stadtverordneten beschlossen endgültig den Bau eines städtischen Krankenhauses. Es soll 512 Betten erhalten. Die Baukosten sind auf 2 500 000 Mk. berechnet ohne die rund 100000 Mk. betragenden Grunderwerbskosten. Der Bau soll im Frühjahr beginnen und binnen 2’/a Jahren beendet sein. * Entschädigung eines Unbeschuldigten. Zum erstenmal ist von einer staatlichen Entschädigung für unschuldig erlittene Unn warn die Masematte gut So trank Herr Schaulem Reweblut. Err dacht: Bringt nor'sch Geschäft maß ei, So derf merr aach als schicker sei! Nach Rodheim lenkt der Schritte Laos Herr Schaulem einst zum Kälwerkaaf; Grob war sein Dorscht unn groß die Hitz, Ftmf Schoppe drank err in ahm Sitz Eh' noch sein Hanne! ferdig war Unn nachher — drank err noch e paar. Heut lacht err alle Katsoff aus: En Staat von Kalb bringt err nach Haus. Froh heppt de Suldan vorne weck; Deß Kalb will awer net vom Fleck, So viel ersch aach am Schwenzche dreht Deß Kalb fest wäi e Mauer steht. Da nutzt kaa Hetze, kaa Gedrick! — De Schwaaß steht uff'm fingerdick Unn vor Ermattung sinkt err hinn In Schoffeegrawe — unn schleft inn. E» legt de Suldan sich dezu, Unn aach des Kälbche flegt der Ruh; — En siebe Schlaf umfängt gar mild Die drei: e« war e lieblich Bild! Unn als dann Awends um halb Acht Herr Schaulem endlich uffgewacht, Da kam'» em vor al« wäi en Draam, Steht uff unn säht: Etz schlepp äich» haam! Untersuchungshaft zu berichten. Der „Volksztg," geht au« Heinrichswalde (Ostpreußen) folgendes Telegramm zu: Auf Anweisung des Justizministers zahlte das hiesige Amtsgericht an die Losfrau Friederike Statscheit aus Obschruten 500 Mk. für unschuldig erlittene Untersuchungshaft. Frau Statscheit hatte wegen Verdachts der Beihllfe zum Morde fast ein Jabr in Untersuchungshaft gesessen. * Aus der Schweiz, 14. Januar. Der gestrige Sturm hat die grüble Stärke seit zehn Jahren erreicht; das hat man in Zürich beobachten können, wo vor zehn Jahren der Anemograph aufgestellt worden ist. Um 99/< Uhr war die Schnelligkeit des Sturmes 30 Meter in der Sekunde, während die stündliche Durchschntttsgeschwindigkeit 90 Kilometer betrug; jene Höchstzahl giebt einen Wtnddruck von fast 85 Kilogramm auf den Quadratmeter. Einen ähnlich stürmischen Januar hat man in Europa seit 1877 nicht erlebt; damals brachte das Ende des Monats in Ostfriesland die grobe Sturmflut. Etwas ähnliches ist jetzt an der westeuropäischen Küste zu befürchten. In den schweizerischen Bergen räumt der Föhnsturm im Verein mit den warmen Regengüssen schnell mit den Schneemassen auf, so daß fast Hoffnung besteht, die Leichen der am Susterpaß verunglückten deutschen Bergsteiger eher, als man bisher glaubte, zu finden. * 3* den deutschen Münzstätten sind im Monat Dezember an Reichsmünzen für 17 074800 Mark Doppelkronen und zwar sämtlich auf Privatrechnung, für 2269845 Mark silberne Fünfmarkstücke, für 373 688 Mark Zweimarkstücke und für 58 136,40 Mark Zehnpfennigstücke geprägt worden. Ende 1898 waren an Reichsmünzen im Umlauf für 3 384,7 Millionen Mark Doppelkronen, 587,1 Millionen Kronen, 5,9 Millionen halbe Kronen. Von den letzteren sind insgesamt für 27,9 Millionen Mark geprägt, jedoch wurden für 22,0 Millionen Mark wieder eingezogen, sodaß ihr völliges Verschwinden aus dem Verkehr in absehbarer Zeit erfolgen dürfte. An Silbermünzen sind für 501,6 Millionen im Umlauf, wovon für 102,8 Millionen Fünfmarkstücke, für 122,7 Millionen Zweimarkstücke, für 189,9 Millionen Einmarkstücke, 71,5 Millionen Fünfzig- und 14,7 Millionen Zwanzigpfennigstücke sind. An Nickelmünzen waren für 58,5 und an Kupfermünzen für 14 Millionen Mark in Umlauf. * Dreißig Kinder verbrannt. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich in der vorigen Woche zu Gate«- town (England). In der Industrieschule, in welcher die Kinder armer Eltern gegen eine mäßige Entschädigung Kost und Wohnung erhalten, entstand zur Nachtzeit Feuer, welches sich mit solcher Vehemenz ausbreitete, daß von dem Schulgebäude wenig zu retten war und leider auch von den kleinen Pensionären viele in den Flammen umkamen. Der Brand war im Erdgeschosse in einem großen Saale, der als Nähschule diente, au-gebrochen und von dort dehnte sich das Feuer in die oberen Räume des Gebäude» aus. Der obere Teil Err packt deß Kalb an de vier Bah, Hebt» uff die Schuldern sich ellah Unn dorzelt fort, en beese Gang, — De Wehk, der mord em gar ze lang, Doch war de Wtndhof bahl in Sicht, Da schimmert schont deß erschte Licht. . . De Braubach« Kall am Hofdhor stann Unn sah den schwerbeladne Mann. Herr Schaulem, noch so speed allhier? Waß i« dann daß da fir e Dhier? — Waß selbe nor der Mann gedhaa, Herr Braubach fing ze lache aa. Dann dhat ersch laud Herrn Schaulem kund: Eil Ei! Sie schleppe ja ehrn Hund! Dem i« ganz sicher waß basfiert Unn unnerweg« vielleicht krepiert? Dem Schaulem ging etz uff e Licht! Gar ärgerlich war die Geschicht; Doch Schuld war nor die forchtbar Hitz Unn die fünf Schoppe uff ahn Sitz . . . E Fuhrwerk halt in selwger Nacht Deß Kalb noch lewend haamgebracht. Herr Schaulem, der de Schade hott Braacht net ze sorge fer de Spott. Carl Geißler. des Hauses enthielt die Schlafsäle für 90 Kinder. 84 schliefen daselbst in jener Nacht und von denen konnten nur 54 gerettet werden, während 30 der armen Geschöpfe, trotz aller Anstrengung der Feuerwehren, teils durch Verbrennung, teils durch vorausgeaangene Erstickung ein qualvolles Ende fanden • Bismarckfäulen. Der Aufruf der deutschen Studentenschaft, dem Andenken de» Fürsten Bismarck überall in Deutschland gewaltige Btsmarcksäulen zu errichten, von heten Spitze am abend des 1. April Feuerfanale weithin durch das Land leuchten sollen, hat im ganzen R iche be« geisterten Widerhall gefunden. Außer in den 27 Hochschul- städten, wo die Studentenschaft selbst die Errichtung einer Säule betreibt, haben sich bisher in nicht weniger als 46 Städten angesehene Männer zusammengefunden, um der Verwirklichung der Ideen näher zu treten. Tagtäglich wächst ihre Zahl, und kaum zu bewältigen ist die Menge der brieflichen Anfragen, die an den Ausschuß der deutschen Studentenschaft, in^dessen Händen die Leitung der ganzen Angelegenheit liegt (Sitz in Bonn), gerichtet werden. Sein Interesse für den Plan hat in fr undlichen Worten Fürst Herbert Bismarck zu erkennen gegeben. Das Ehrenpräsidium des Ausschusses der deutschen Studentenschaft hat der greise Patriot Oberpräsident a. D. von Bennigsen angenommen, und der Deputation der deutschen Studentenschaft, die ihn dieserhalb aufsuchte, feine lebhafte Freude über das nationale Unternehmen ausgesprochen. In den nächsten Tagen wird zur Erlangung eines würdigen Entwurfes für die Bismarckfäule ein Wettbewerb aller deutschen Künstler eröffnet werden. Das Präsidium des Preisgerichtes hat Geheimrat Wallot übernommen. Als Preise sind für die 10 besten Entwürfe eiserne Lorbeerkränze ausgesetzt worden. Den Entwurf, den das Preisgericht als den besten und die Idee am würdigsten verkörpernden bezeichnet, wird die deutsche Studentenschaft überall zur Ausführung empfehlen. Allen Jntenssenlen werden zu diesem Zweck Pläne und Kostenanschläge kostenlos übersandt werden, die man von stud. med. G. Ellermann, Bonn, Schänzchen, verlangen wolle. Da der Termin für die Ablieferung der Entwürfe auf den I. April festgesetzt ist, werden bis Ende desselben Monats diese Pläne in aller Händen fein, und es steht zu hoffen, daß die Ausführung einer großen Zahl von Säulen dann nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Mögen alle Städte und Gemeinden, die die Errichtung eines Erinnerungszeichens für unseren Heldenkanzler planen, die großartige und volkstümliche Idee in Erwägung ziehen, damit am 1. April 1900 von allen Höhen die Flamme lodere, unserem Altreichskanzler zum Gedächtnis. * Teuere Bücher. Vor einiger Zeit wurde auf der Sothebyfchen Bücherauklion in London ein Exemplar der ersten Folio-Ausgabe der Shakefpearefchen Werke von 1623, obgleich nicht gut erhalten, für 31 Pfd. Sterl. verkauft. Ein Exemplar der zweiten Folio Ausgabe, gleichfalls nicht gut erhalten, brachte 22 Pfd. Sterl. 10 Sh. und die erste Aus« gäbe von Lord Tennysons „Gedichte, meistens lyrische, (1830)" brachte 10 Pfd. Sterl. * Dem chinefischen Kusse widmet der französische Forschungsreisende und Anthropologe Paul d'Enjoy in der „Revue Scientifique" eine sehr eingehende, interessante Studie. Danach küssen die Chinesen — überhaupt die mongolische Raffe — gar nicht in unserem Sinne, sondern sie riechen nur. Der chinesische Kuß setzt sich nämlich aus folgenden drei Bewegungen zusammen: Zuerst legt der Chinese die Nase auf die Wange der geliebten Person, dann folgt eine lange Ein» atmung mit der Nase, wobei die Augenlider fest geschlossen werden, und endlich ertönt ein leichtes Klatschen der Lippen, ohne daß jedoch der Mund die Wange berührt. Diese Art des Küssens ist, so zeigt d'Enjoy, indem er sie vom anthro pologischen Standpunkt deutet, ursprünglich au» dem Trieb, den Appetit zu stillen, hervorgegangen. Die Chinesen aber halten sie für die idealste Art, einer Person Lübe zu bezeigen, während sie den europäischen Kuß roh und tierisch nennen und meinen, daß ein Europäer, der in unserem Sinne küßt, einem Menschenfresser ähnlich sehe. Als die Franzosen Cochin- china erobert hatten, suchten dessen Bewohner ihre Frauen und Mädchen zu verhindern, sich den französischen Soldaten zu nähern, indem sie ihnen sagten, daß die Europäer ihre Frauen-umarmen und beifeen, und noch heute drohen die Einwohner von Anam ihren Kindern, wenn sie ungezogen sind, mit einem „europäischen Kuß". Selbst die Litteraten Chinas habln heute noch nicht aufgrhört, den europäischen Kuß als eine brutale, jeder Phantasie entbehrende Geste anzufeben. • Tunnel durch den Quirinalhügel. Der Plan der Stadt Rom, durch den Quirinalhügel einen Tunnel zu bohren, um die Verkehrsverhältnisse der Stadt zn verbessern, wird in absehbarer Zeit verwirklicht werden. Der Tunnel soll 16 Meter breit werden und für Fußgänger, Wagen und eine elektrische Straßenbahn dienen. Er wird nicht horizontal geführt, sondern ansteigend, sodaß er durch den Quirinalhügel hindurch die Höhe des Viminal und des Esquilin gewinnt. Auf diese Weise wird es möglich, eine elektrische Straßenbahn zu erbauen, die das auf den Hügeln gelegene Rom mit den in der Ebene sich ausbreitenden Stadtteilen verbindet. * Amerika ist nicht mehr das Land der vollkommensten und packendsten Reklame. Jetzt marschiert Belgien an der Spitze der Nationen. Im Eden-Theater zu Charleroi spielte sich in diesen Tagen während einer Aufführung von „Monte- Christo" eine hinreißende Szene im Saale ab. Während einer Zwischenpause erhob sich plötzlich in einer Loge ein ziemlich beleibter Zuschauer und hielt folgende Ansprache an das Publikum: „Meine Damen und Herren! Ich heiße so und so und handle mit emailliertem Geschirr. Mich kennt jedermann, meine Damen und Herren, mein Ruf braucht nicht erst begründet zu werden. Nirgends kauft man so billig und gut wie bei mir. Morgen werde ich aus dem Markte der oberen Stadt sein. Kommt alle und ihr werdet dort unglaubliches sehen: herrliche Eimer verkaufe ich nicht zu 5 Franken, nicht zu 4 Franken, nicht zu 3 Franken, nicht zu 2 Franken, sondern zu 1 Frank das Stück und gebe noch einen Schmortopf zu. Kommt alle und benützt die Gelegenheit." Sprachs und setzte sich nieder. Das Publikum aber, das anfangs sehr erstaunt war, wurde durch die unerwartete Rede bald in die fröhlichste Stimmung versetzt. Reicher Beifall wurde dem trefflichen Redner zu teil und ermutigte ihn, den wesentlichen Teil seiner Ansprache zu wiederholen. Es war ein richtiges „Da capo“, wie es im Theater üblich ist. Wir können nur wünschen, daß diese Art der Theater-Reklame bald auch bei uns eingeführt werden möge. Sie ist entschieden wirksamer, als die bunten Anpreisungen auf dem Vorhang und bietet den Zuschauern während der langen Pausen eine angenehme Unterhaltung. * Sport und Athletik in der Weltausstellung 1900. Ans Paris wird gemeldet: Der Handelsminister hat das Dekret unterzeichnet, das die Sport- und athletischen Preisbewerbungen regelt, die während der Ausstellung im Gehölz von Vincennes organisiert werden sollen. Diesem Erlasse zufolge werden diese Preisbewerbungen in zehn Sektionen geteilt: 1) Athletische Spiele, 2) Turnen, 3) Fechten, 4) Schießübungen, 5) Rennsport, 6) Radfahren, 7) Automobilwagen, 8) Wassersport, 9) Rettungswesen, 10) Luftschiffahrt. Die drei ersten Preisbewerbungen werden um den Lac Daumesnil hemm stattfinden; von der Schießsektion, die in dem Gehölze selbst ihre Veranstaltungen treffen wird, soll das Taubenschießen (!) abgetrennt werden. Der Rennsport wird natürlich auf dem Hippodrom von Vincennes und das Radfahren auf dem städtischen Velodrom stattfinden, während das Automobilwettfahren außen um die Ausstellungssektion von Vincennes herum abgehalten werden wird. Der Wassersport wird sowohl auf dem Lac Daumesnil als in der Seine und Marne organisiert sein, während für die Sektion 9 noch kein bestimmtes Terrain angewiesen ist. In diesen Teil der Ausstellung wird man gegen Eintrittskarten eingelassen werden, wogegen die verschiedenen Sondersportveranstaltungen Eintrittsgelder zu erheben berechtigt sind. Mit der Ausarbeitung des endgiltigen Programms wird eine Kommission betraut, die es noch vor October d. I. der Verwaltung vorzulegen hat. Es soll auch ein internationaler Hygiene- und Physiologieausschuß ernannt werden, um den Hebungen der internationalen Sport- und athletischen Preisbewerbungen zu folgen. Sie werden von dem Handelsminister auf Vorschlag des Generalkommiffärs bezeichnet werden. * Ein Pariser Kritiker über deutsche Maler. Der Pariser Kunstkritiker Arsene Alexandre veröffentlicht im „Figaro" eine sehr scharfe Kritik der offiziellen deutschen Kunst, würdigt dagegen eingehend und wohlwollend die Thätigkeit der unabhängigen deutschen Maler. Arsene Alexandre schreibt u. a.: „Nicht nur sind für ganz Zentraleuropa die jährlichen Berliner und Münchener Kunstausstellungen künstlerische Ereignisse von bedeutender Tragweite geworden, sondern die deutschen Künstler beginnen auch bereits auf dem amerikanischen Markte den unseren eine ernsthafte Konkurrenz zu machen. Das sind Wahrheiten, die einmal ausgesprochen werden müssen, und es nützt nichts, uns selbst schale Komplimente zu machen, nach denen wir stets so eifriges Verlangen tragen .... „Die deutsche Schule ist sehr lebenskräftig; sie entfaltet großen Eifer und viel Initiative". Alexandre tadelt sodann die Unkenntnis, die in Frankreich hinsichtlich der deutschen Künstler herrsche und führt aus: „Was kennen wir von Hans Thoma und seinen historischen Landschaften, die so farbenreich und so packend in der Erfindung sind?' Was haben wir von den Maler, Bildhauer und Kupferstecher Max Klinger gesehen? Was wissen wir viel von Lenbach, dem Porträtisten, der unter anderem das so außerordentliche Porträt Bismarcks, das sich im Leipziger Museum befindet, gemalt hat? Andere sind uns freilich etwas vertrauter, so Uhde und seine tief sich einprägenden Szenen bei denen der Mysticismus mühelos mit dem Realismus verschmilzt; Rühl und seine Interieurs alter Schänken oder alter Bürgerwohnnngen . . . Alle diese Leute bilden eine Schule und sogar, was viele in Erstaunen setzen wird, eine wichtige Schule, in der, wie in allen Schulen, frische Lebenskräfte neben Zeichen des Verfalls sich geltend machen. Man findet in ihr schöne einfache und schlechte akademische Werke, ganz wie bei uns." • Kaiserin Augusta Handschristensammlung. Die Großherzogin von Baden, als Tochter des verstorbenen Kaisers Wilhelm, hat die Absicht, eine Sammlung der Handschreiben ihrer verewigten Mutter anzulegen, und zwar vornehmlich solcher Schreiben, welche die Kaiserin Augusta in den langen Jahren ihrer Wirksamkeit in der Nheinprovinz (1840 bis 1890) an Städte, Korporationen, Anstalten usw. gerichtet hat. Zu diesem Zweck sind seitens der Großherzogin von Baden die einzelnen königlichen Regierungen gebeten worden, ihr bei Erlangung derartiger Schriftstücke, Telegramme usw. behilflich zu sein. • ES geht auch fo! Aus Berlin, 16. Januar wird geschrieben: Die beim Festessen im königlichen Schloß am gestrigen Krönungs- und Ordensfeste aufgelegte Speisekarte, deren Gerichte nach der Gepflogenheit der kaiserlichen Familie sämtlich deutsck) bezeichnet sind, lautet folgendermaßen: „Berlin, den 15. Januar 1899. Königliche Mittagstafel. Gärtnersuppe. — Gedämpfte Steinbutten. — Schmorfleisch mit Gemüsen. — Hummern-Auflauf mit Edelpilzen. — Wildschweinskopf. — Metzer Hühner, Früchte, Salat. — Biskuit-Sahnenspeise. — Nachtisch". Hoffentlich findet dieses von höchster Stelle gegebene Beispiel in allen deutschen Kreisen endlich Nachahmung. Man sieht — und man wird bei ernstlichen Versuchen allemal sehen —: es geht auch so! * Der Ehrensabel, welchen das amerikanische Volk durch Kongreßbeschluß für Admiral Dewey den Sieger von Manila, bestimmt hat, ist vor einigen Tagen nach Washington abgeschickt worden. Der Säbel, dessen Zeichnung von Herrn Taulding Farnham entworfen wurde, besteht, mit Ausnahme der Klinge, aus 22farätigem Golde. Am Degenknopf ist das Admiralschiff „Olimpia" und das Zodiakalzeichen des Dezember, des Monats, in dem Admiral Dewey geboren wurde, angebracht, Dann folgen die Wappen der Vereinigten Staaten und von Vermont, dem Geburtsstaate des Admirals, mit der Aufschrift: „Freedom and Liberty“. Der Korb wird durck) einen Adler verziert; die Klinge tragt auf der einen Seite die Widmungs-Inschrift. Auf der anderen Seite erblickt man einen die Fittige zum Fluge ausbreitenden Adler mit Lorbeerzweigen im Schnabel. Die Scheide besteht aus Stahl und ist reich mit Gold verziert; sie läuft in einen aus Gold hergestellten Delphin aus. * Deutsche Offiziere in Wien. Eine Abordnung des Offizierkorps des preußischen Kaiser Franz-Garde-Grenadier- Regiments Nr. 2 unter Führung, des Obersten v. Schwartz- koppen wurde Mittwoch vormittag von dem Kaiser in besonderer Audienz empfangen. Die Abordnung überbrachte die Glückwünsche des Regiments zu dem 50jährigen Inhaber - jubilänm des Kaisers, eine Huldigungsadresse, sowie eine in der Berliner königlichen Porzellan-Manufaktur angefertigte kunstvolle Porzellanvase als Jubiläumsgabe des Regiments. Der Kaiser, der die Oberstuniform des Kaiser Franz-Garde- Grenadier-Regiments mit dem Bande des Schwarzen Adler- Ordens angelegt hatte, nahm die Glückwünsche huldvollst entgegen. * Verkehrswesen. Im Bereiche der badischen Staatsbahnverwaltung wurden nach einer Mitteilung der „Zeitung d. Vereins deutscher Eisenb." an Kilometerheften im Jahre 1898 abgesetzt: in Karlsruhe 15,524, Mannheim 12,243, Freiburg 10,456, Heidelberg 7209, Pforzheim 3838, Konstanz 3013 usw. Die Kilometerhefte waren an der Zahl der beförderten Personen mit 11 v. H. und an der Summe der Einnahme und der gefahrenen Personenkilometer mit 27,6 v. H. beteiligt. * Das Schiff Johann Orths. Durch die Presse ging dieser Tage die Meldung, daß das Schiff Johann Orths zum Verkaufe stände, lieber das Zustandekommen dieser Meldung und ihre Bedeutung wird der „N. Fr. Pr." mit- geteilt: Johann Orth besaß zwei Schiffe. Als er im Dezember 1889 in Hamburg das jetzt wieder zum Verkaufe ausgebotene eiserne Segelschiff „Cäsarea" kaufte, befand sich dieses Schiff noch unterwegs nnd die Rückkehr des Schiffes wurde erst zum Frühjahr 1890 erwartet. Dies dauerte aber Johann Orth zu lange und so kaufte er ein anderes Schiff, die etwas größere „Santa Margherita". Die „Cäsarea", welche dann der bevollmächtigte Vertreter Johynn Orths, I. Havenit in Birstein (Hessen-Nassau), zum Verkaufe stellte, ging an die Hamburger Rhedereifirma C. M. D. Jürgensen über, welche das Schiff jetzt durch Hamburger Schiffsmakler wieder zum Verkaufe stellen läßt. Eine solche Firma versah, wahrscheinlich der Empfehlung halber, die nach dalmatischen Hafenplätzen gehenden Angebote mit der Bemerkung, daß die „Cäsarea" einmal das Schiff des Johann Orth gewesen, und so gelangte von Triest aus die eigenartig klingende Meldung in die österreichische und die deutsche Presse. Das Schiff befindet sich zurzeit auf der Rückreise von der Westküste Südamerikas mit Salpeter befrachtet uno wird Mitte März erwartet. Das Schiff, mit welchem Johann Orth feine letzte Fahrt antrat, hieß, wie bekannt, „Santa Margherita". Johann Orth fuhr auf dieser von Dünkirchen nach 'Argentinien nnd wollte von dort mit Ballast nach der Westküste Südamerikas fahren, um Salpeter einzunehmen. Seitdem ist er verschollen. An dem Untergange des Schiffes wird schon lange nicht gezweifelt,, die Versicherungssumme für das verloren gegangene Schiff wurde auch schon von den beteiligten Hamburger Versicherungs-Gesellschaften an den juristischen Vertreter Johann Orths ausbezahlt. Um das Schiff „Cäsarea" hatte sich fast 10 Jahre hindurch niemand gekümmert, und jetzt wurden durch eine harmlose Reklame-Nachricht noch einmal bei manchem trügerische Hoffnungen erweckt. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen• Komplett gebunden 4- Auflage 1899 Auf'189 .„.begeh'“ M iiti I I M t M W ging Johann Orths lommen dieser Fr. Pr." mit» fe. Als er im : zum Verlaufe fte, befand sich ;r des Schiffes Dies dauerte er ein anderes cherita". Die rtreter Johynn zum Ver- mhcm C. M. >urch Hamburger ißt. Eine solche । halber, die nach ote mit der Beschiss des Johann ins die eigenartig mb die deutsche / ber Mckreise c ft* uM rveftmJohm belannt, „Santa er von Dünkirchen Ballast nach der der einzunehmen, mnge des Schisse ersicherungssunune auch schon v°" .-Gesellschaften °n. ausbezahlt. Um > Jahre hindurch rch eine hamloft :In trügerische Hoff' ^geboren en der Ber- ^"sstaate des lbertJv. Der ;n9e trägt auf oer anderen °usbreitenden : scheide be- ■tti sie läuft 7bnung des 'de-Grenadier- n v. Schwartz- Kaifer in 'g überbrachte gen Jnhaber- \* eine in lt angefertigte es Regiments. Franz-Garde- Marzen Adler- sche huldvollst chen Staats- . der „Zeitung ehesten im '4, Mannheim forzheim 3838, n an der Zahl n der Summe Kilometer mit >*■ l Bekanntmachung. Die diesjährige General-Versammlung hat uns aus den Überschüssen pro 1897 einen Betrag zur Verfügung gestellt, um auch im . nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer skrofulöser Kinder tn der Kinderheilanstalt zu Bad-N°uh-im unl--bring°n zu können. Es werden deshalb alle diejenigen Bewohner der Sparkafle-B-zirk« Gießen, welche solche kranke Kinder haben und nicht selbst in der Lage sind, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, sich bet ihrem Pfarramt oder der Bürgermeisterei baldigst zu melden. Bet der Anmeldung ist ein arzl- liche» Zeugnis vorzulegen. in welchem die Notwendigkeit einer Badekur b-sch-tntgt fein muß. E« ist nicht auigeschloffen. daß Kmdemi. welche bcreiti auf Kosten der Sparkaffe ein- Badekur durchgemacht haben, die Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können. Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlausenden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis läugsteus Gude Januar k. I. zusenden zu wollen. Wir bemerken noch, daß Kinder unter 3 Jahren und Knaben über 14, Mädchen über 15 Jahre nicht ausgenommen werden können. Gießen, den 6. Dezember 1898. Direktion der Spar- und Leihkasse Gießen. _____________ I. E.: Wiener. ___________________20 Jagdverpachtimg. Die der Stadt Hungen zustehende ___ Feld- und Waldjagd "MI ca. 1800 Morgen zusammenhängender Wald und 4800 Morgen Feld, soll am 4. Februar d. I», nachmittags 3 Uhr, auf 6 Jahre in vier Jagdbezirken oder zusammen auf hiesigem Rathaus öffentlich verpachtet werden. Der Jagdbezirk, der schönste der Gegend, hat einen reichen Bestand an Rehwild, Hasen, Fasanen und Enten. Wir bemerken noch, daß die Bahnstation Hungen in der Mitte des Jagdbezirks (Wald- und Feldjagd) liegt und deshalb mit der Bahn Frankfurt a.M.—Hungen (über Fr-edberg), Gelnhausen—Hungen, Gießen— Hungen und Laubach—Hungen bequem täglich 3- bis 4mal zu erreichen ist. Hungen, den 3. Januar 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 395 Mempson’ spart Zeit und Geld! ü Unübertreffliches Wasch- u. Bleichmittel. \ ---------------- Allein echt ----------------- . mit Namen Dr.ThompSOO u. Schutzmarke Schwan. Vorsicht vor Nachahmungen! s' Zu haben in allen besseren Colonial-, Droguen- u.Seifenhandlungen. Alleiniger Fabrikant: ERNST SIEGLIN IN Düsseldorf. Änpuiver; Wagenverkaus in Buhbach. 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Die Zeichnungen, Ausführungs- dedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen Montags und die vier letzten Wochentage in unserem Amtslokal, Dienstags in dem Rathaussaale zu Grünberg zur Einsicht offen und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk ver sehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden Angebote sind bis zum 81. Ja «uar l. Js., vorm. 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 12. Januar 1899. Großherzogliches Hochbauamt. Neuling. 5881 Hkrst-eigmnlM, Hotzlmsteigerung im MiefkiKtt GeulMbenmId. Donnerstag den 26. Januar 1899, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Wiesecker Gemeindewald, Distrikt Badenburger- Wäldchen und Heide, versteigert werden: 34 Eichenstämme mit 48,10 fm, 29 Nadelstämme mit 18,24 fm, 75 Nadel-Derbstangen mit 4,22 fm, 527 Nadel-Reisftangen mit 13,78km, 25,08 rm Eichen-Scheitholz, 173 „ Nadel- 16 „ Eichen-Knüppelholz, 152 „ Nadel- 735 Wellen Eichen-Reifig, 2700 „ Nadel- „ 13 rm Eichen-Stockholz, 32 „ Nadel- „ Fast sämtliches Eichen-Stammholz ei net sich zu Schnittholz. Die Zusammenkunft ist an der Straße nach Lollar am Badenburgerwäldchen. Bemerkt wird noch, daß das Stammholz zuerst versteigert wird. Wieseck, am 18. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 720 " Hür Jeden ohne Unter|d?ieö, ob Arm oder Reich, ob L)och oder Nieder, ist Kathreiner's Malzkaffee zu empfehlen, denn der L)auptvorzug dieses nach patentirtem Verfahren hergestellten Fabrikats liegt in seinem gesundheitlichen Verth. Wer als Ersatz für den aufregenden Bohnenkaffee den wohlschmeckenden und bekömmlichen Rathreiner's Rlalzkaffee trinkt, wird bald dessen günstigen Einfluß auf seine Gesundheit verspüren. Schon wenn man Rathreiner's Rlalzkaffee als Zusatz nimmt, schwächt man die nervenerregende Wirkung des Bohnenkaffees wesentlich ab und nützt dadurch der Gesundheit in hohem Grade. Holzversteigerung. Es werden versteigert: 1. Dienstag den 24. Jannar aus den Abteilungen Wachholder- Haide 62 a und Rabenpfuhl 68 b: 8 Kiefern- und 7 Fichtenschnittholzstämme von 37—48 cm Durchm., 5—12 m Länge mit 17,31 fm, 155 Fichtenstämme von 13—37 cm Durchm.,9—16m Länge mit 61,08 fm 25 Kiefernstämme von 29 — 37 cm Durchm., 7—13mLänge mit 21,44 fm, 51 Fichten-Derbstangen vonlO—12cm Durchm., 8—14 m Länge mit 5,73 fm, 23 rm Eichen-Knüppel in Schichten von 4 m Länge, 9 rm Kiefern-Knüppel in Schichten von 3,5 m Länge. 2. Mittwoch den 28.Januar aus den Abteilungen Rehhecke 19, Wachholderhaide62a, Rabenpfuhl 68b: Buchen: 2 rm Scheiter, 1 rm Knüppel, 2170 Wellen, 40,4 rm Stöcke, Eichen: 14 rm Scheiter, 13 rm Knüppel, 3320 Wellen, 107 rm Stöcke, Nadel: 60 rm Scheiter, 8,4 rm Knüppel, 3480 Wellen, 60,6 rm Stöcke. Zusammenkunft an beiden Tagen morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen-Steinberg an der Schweinsbrunnenschneise. Nähere Auskunft erteilt Großh. Forstwart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 16. Januar 1899. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. Bau-und Nutzholz- Versteigerung in der Gräflichen MlförflttkiArnsImrg. Mittwoch den 25. Januar, beginnend 10 Uhr vormittags am Jägerpfad im Hain, werden aas den Distrikten Hain, Seewald, Seeberg und Hardt versteigert: 86 Eichenstämme von 4 bis 16 m Länge und 20 bis 53 cm Durchmesser mit 61,01 fm, 40 Buchenstämme von 3 bis 10 m Länge und 30 bis 54 cm Durchmesser mit 37,65 fm, 11 Fichtenstämme von 18 bis 22 m Länge und 16 bis 35 cm Durchmesser mit 11,77 fm, 3 Weißtannenstämme von 9 bis 16 m Länge und 24 bis 58 cm Durchmesser mit 5 fm, 22 Kiefernstämme von 5 bis 15 m Länge und 15 6bs 31 cm Durchmesser mit 10,76 fm, 12 Lindenstämme von 5 bis 10 m Länge und 22 bis 36 cm Durchmesser mit 4,43 fm, 9 Kirschbaumstämme von 5 bis 8 rn Länge und 20 bis 25 cm Durchmesser mit 1,50 fm, 1 Ahornstamm von 3 m Länge und 23 cm Durchmesser mit 0 12 fm, 5 rm Eicheu-Nutzholzscheiter. Arnsburg, den 17. Januar 1899. Gräfl. Oberförsterei. Hohuersteigerung in der Fürstlichen Oberförstern sich. Es sollen versteigert werden: Montag den 30. Jannar, von vormittags 9f/2 Uhr an, im Distrikt Meilbach: Buchen: 280 rrn Scheiter, 100 rm Knüppel, 136 rm Stöcke, 4570 Wellen; Eichen: 8 rm Knüppel, 6 rm Stöcke, 90 Wellen; Weichlaubholz: 200 Wellen. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee Lich-Hattenrod, dort wo dieselbe vom Weg Burkhardsfelden- Nieder-Beffingen geschnitten wird. Dienstag den 31. Jannar, von vormittags 9*/2 Uhr an, in den Distrikten Konzebühl, Brunnenwald und Mühlberg: Buchen: 190 rm Scheiter, 69 rm Knüppel, 63 rm Stöcke, 2000 Wellen; Eichen: 5 rm Scheiter, 76 rm Knüppel, 100 rrn Stöcke, 1700 Wellen- Birken: 1,8 rm Knüppel, 250 Wellen; Nadelholz: 8 rm Knüppel, 6 rm Stöcke, 200 Wellen; Ausputzholz (Backreisig): 700 Eichen-Wellen. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee Lich-Gießen am Teichdamm beim Konzebühl. Lich, am 18. Januar 1899. 919 Dr. Dieffenbach. ’■'/ Eiilpfelstlinyen Deutschen Cognac (garantirt reines Wein-Destillat) Per Literflasche 1,80 Mk. empfiehlt 753 Fh. Herrmann, Seltersweg 33. 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