Wittagstisch nement 7511 zert » abends 6 Uhr, svereins: Ibend. rtor 6. Taautmaon. ikfart a. M. andere geehrte Kamtler. fia. Ludwif ran Beether* (1110-1827). , Op. 62 ehestere ircheator MH. -1865). L. van Beetherefc der za Mk. 2.50 (Spsrnih mhandlung von Ernst CbilUer lerrn Hausverwalter Stork r ben. mittag 11 Uhr. 7506 lerm Challier gefälligst Jet nicht statt. to SM* Mß Harten. dnführen* __ÜÜ „6rttn >aß ich mit dm 2L d. W 0N zhalle 64^3 kal za vergeb®"-"T tungsvoll aser XI"- 1 h* ■ i*6S*a,$ Rr. 248 Zweites Blatt Samstag den 21 Oktober 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger KSe Nnt«igkN.BerrnitNunH»stcSru M In» tu* ttnSlMhti Rchmev ÄRjägen für Sm Gtrßener Anzeiger mtgqpM. »zue#®< 6ea Wnjeigen |u Ser nachrnittagr für bte §etgt*ai leg erf^dnenten Rümmer M »enu 10 Uhr. »ez«g-,ret» »ikNeljährlich 2 Mark 20 Pfß. monatlich 76 Pftz, mit vnngerleh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfß. vierteltLhrlich. W4d*< ttONch alt loleu^me Set L-.e We*ntfT t-2cS« Sem Injetgec .FchnMdh viermal SeigeUgL Aints- nnd AnzerSebl^tt fite den Ttveis Gieren. ■cSthUc, krpeSition und Druckerei: Nr. 7. cg^PMBSyjL"11,11 ■ Graüsdeilagen: Gießener FamMMStter, Der hessische Kandwirt, glätter für hessische VtNKskMde. "m ijinji'iu.nuiL Jii iiiiiiieeiiei ...... 1 1 t »•«■—■mb—■ _________"f / — - —!!. ■LUHB ÄSreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Rr. 51. xx Die Samoafrage. Die letzten aus der Südsee eingelaufenen Meldungen besagen, daß auf den Samoa-Inseln immer noch nicht diejenige Ruhe und Ordnung herrscht, durch welche allein die deutschen Interessen gesichert erscheinen können. Die Drei- Herrschaft auf den Inseln wird ihre Nachteile niemals verleugnen, und Deutschland wird über kurz oder lang daran gehen müssen, ein Definitivum zu schaffen, bei welchem es nicht mehr, wie bisher von seinem Konkurrenten beiseite geschoben wird. Wer da glaubte, die nach Samoa entsandte Kommission der beteiligten drei Mächte werde dauernde Erfolge erzielen, war in einem Irrtum befangen; jedenfalls haben diejenigen Recht behalten, welche der Entsendung der Kommission von vornherein pessimistisch gegenüberstanden. Erfreulich war es, daß die deutsche Regierung das ungesetzliche und brutale Auftreten der Kommandanten des englischen und amerikanischen Geschwaders vor Apia so energisch zurückgewiesen und ihren Anschauungen mit Nachdruck Geltung verschafft hatte. Man hatte bei uns an maßgebender Stelle auch zu berücksichtigen, daß das Streitobjekt einen wirklichen Kampf mit den beiden anderen Mächten nicht wert sei, ganz abgesehen davon, daß wir mit unseren Streitkräften zur See den Gegnern nicht gewachsen waren. Deshalb war unsererseits mehr als die Entsendung der Kommission nicht durchzusetzen. Die letztere hatte zwei Aufgaben zu erfüllen: Die Wiederherstellung der Ruhe auf den Inseln und die anderweitige Ordnung der Verwaltung. Die erstere machte nicht viel Schwierigkeiten, denn als die Eingeborenen sahen, daß das sinnlose und ungerechte Auftreten der englischen und amerikanischen Geschwader zu Ende war, da stellten sie von selbst die Feindseligkeiten ein und erklärten, den Frieden wahren zu wollen. Die Neuregelung der Verwaltung begegnete jedoch um so größeren Schwierigkeiten. Bekanntlich schaffte man das Königtum ganz ab, um den immerwährenden Kämpfen der Prätendenten auf den Thron zu begegnen, aber dafür setzte man ein sehr kompliziertes Regiment der drei Konsuln ein, das wohl für den Augenblick der Verlegenheit abhelfen, aber niemals eine dauernde Institution bleiben konnte. Dies wird durch die Thatsachen bestätigt; denn Kenner der samoanischen Verhältnisse sehen baldige neue Unruhen und Wirren voraus, wenn nicht das Regiment auf den Inseln in die Hände einer Macht gelegt werde. Bekanntlich überwiegen auf Samoa die deutschen Interessen ganz erheblich und sie sind deshalb beim Ausbruch neuer Wirren mehr gefährdet, als diejenigen anderer Nationen. Sie zu wahren, ist eine Pflicht der deutschen Negierung, welche keinen Grund hat, eine definitive Regelung der Samoafrage noch weiter hinauszuschieben, weil vielleicht England jetzt in Südafrika zu sehr engagiert ist, um seine Aufmerksamkeit auf die Südsee richten zu können. Gerade der jetzige Zeitpunkt erscheint für uns geeignet, zu unserem Rechte zu kommen, denn es steht unzweifelhaft fest, daß Deutschland den größten Anspruch darauf hat, die samoanischen Angelegenheiten in seine Hände gelegt zu sehen. Deshalb sollte unsere Regierung den günstigen Moment nicht verpassen und greifen nach dem, was uns schon von Rechts wegen zukommt. Kskslrs Md KrsvwzieLes. Gießen, 20. Oktober 1899. ** Telephonisches. Auch in Deutschland, dem in dieser Beziehung andere Länder schon lange vorangegangen sind, wird mit der Einführung des regelmäßigen telephonischen Nachtdienstes vorgegangen. Zunächst handelt es sich allerdings nur um Berlin, aber man darf wohl erwarten, daß andere Städte bald folgen werden und daß auch die Ausdehnung des Nachtdienstes auf den telephonischen Verkehr mit anderen Städten in die Wege geleitet wird. Wenn die erforderlichen neuen Apparate bis dahin fertig werden, soll der Nachtdienst in Berlin, wie der „Lok.-Anz." mitteilt, schon am 1. November ausgenommen werden. Um einer mißbräuchlichen Benutzung der Einrichtung vorzubeugen, wird für jedes bei Nacht geführte Gespräch von dem Inhaber des Anschlusses eine Gebühr von 20 Pfg. erhoben. Dafür kann von jedem Berliner Teilnehmer (nicht auch der Vororte) der Nachtdienst in Anspruch genommen werden, ohne daß es einer besonderen Anmeldung bedarf. Der Nachtdienst wird ausschließlich von den Fernsprechgehilfinnen versehen. Die Aufsicht führt die jeweilige dienstälteste Beamtin, während männliches Aufsichtsperson«! bei Nacht nicht in Thätigkeit tritt. Zum Schutze der jungen Damen wird eine besondere Verbindung mit dem Pförtner des Amtsgebäudes hergestellt. Die Damen treten ihren Dienst abends an und verlassen des morgens das Amt, sodaß sie nicht genötigt sein werden, bei Nacht die Straße zu betreten. Auch wird ihnen Gelegenheit geboten werden, während des Dienstes der Ruhe zu pflegen, soweit sie nicht durch die Herstellung der Anschlüsse in Anspruch genommen werden. Die Einrichtungen für den Nachtdienst sind so getroffen, daß der ganze Dienst vom Tische der Aufsichtsbeamtin aus gehandhabt werden kann. Es wird dort ein Schrank aufgestellt, dessen einzelner Anschluß je einem Teilnehmerschrank des ganzen Amtes entspricht. Ruft ein Teilnehmer, so fällt am Aufsichtstisch eine Klappe, welche den Schrank anzeigt, dessen Teilnehmer gerufen hat. Gleichzeitig ertönt ein Glockensignal. ** Verband Deutscher Handlungsgehilfen. (Eingesandt.) Das 100 000. Mitglied hat der im Jahre 1881 begründete Verband Deutsche Handlungsgehilfen zu Leipzig jetzt ausgenommen. Dieses freudige Ereignis ist zugleich ein beredtes Zeugnis der Anerkennung bewährter Einrichtungen und zielbewußter Bestrebungen des Vereins für die Wohlfahrt der kaufmännischen Berufsgenossen in ganz Deutschland. Hat die deutsche Presse fortgesetzt in den verflossenen 18 Jahren den Entwicklungsgang des Leipziger Verbandes verfolgt und weiten Kreisen zur Kenntnis gebracht, so nimmt sie auch heute lebhaften Anteil an dem ehrenvollen Abschnitte in der Geschichte des Verbands. Das bei der Gründung aufgestellte Programm ist nicht nur in allen Teilen ausgeführt, es ist sogar noch erweitert worden und alle Wohlfahrts Unternehmungen des Verbandes stehe« in der besten Blüte. Man wird ein Stück Sozialpolitik erblicken, wenn man diese Vereins-Thätigkeit überschaut. Ueberall das Streben, die wirtschaftliche Lage der Berufsgenossen zu verbessern, den Mitgliedern in den Notfällen des Lebens helfend und fördernd zur Seite zu stehen. Durch die Stellenvermittlung wurden 30800 Handlungsgehilfen in allen Lebensaltern in den verschiedensten Stellungen bis in die höchsten hinauf, untergebracht. Bei dem Rechtsschutz haben sich viele Tausend Auskunft und Belehrung geholt, und Hunderten hat der Verband durch seine Vermittelung bei den Prinzipalen oder durch seine Vertretung bei Gericht den verweigerten Gehalt und Zeugnisse verschafft. Wieviele Sorgen und Not sind gelindert worden, bei den 893 Mitgliedern, die Mk. 47197.45 Unterstützung bei Stellenlosigkeit erhalten konnten. Der Verband hat die Unterstützungsfrage immer ernst und nüchtern, ohne alle Phrasen, erwogen, er hat sich ferngehalteu von Bestrebungen zur Einführung von Versicherung gegen Stellenlosigkeit, da er sie bei den wirtschaftlichen Verhältnissen der Handlungsgehilfen und ohne staatlichen Zwang und Unterstützung für unausführbar erklärt. Die vom Verbände errichteten besonderen und selbständigen Kassen gehören zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland und haben wesentlichen Einfluß auf die Lebenshaltung der daran beteiligten Handlungsgehilfen. Die Kranken- und Begräbniskasse umfaßt 19000 Mitglieder und 450000 Mk. Vermögen und zahlte bisher 2800000 Mk. Krankenunterstützung in den verschiedenen Formen und Begräbnisgelder aus. Die Wittwen- und Waisenkasse Feuilleton. Berliner Brief. (Plaudereien aus der Kaiserstadt.) (Nackdruck verboten.) Berliner Fremdeukolonien. — Unsere „lieben Vettern" von jenseits des Kanals. — Englische Krankheiten. — Hoch Transvaal! — Lustiges von der neuen Markgrafeustraße. Wer mit aufmerksamen Ohren durch das betäubende Geräusch der Leipziger- oder Friedrichstraße wandert, kann, wenn der Zufall ihn begünstigt, in einer einzigen Viertelstunde die Mehrzahl der europäischen Sprachen zu hören bekommen. Und ein par Brocken krauses Chinesisch, hurtiges Japanisch oder klang und würdevolles Arabisch bekommt er als Draufgabe! Man spürts, daß die Wintersaison beginnt; denn die ausländischen Herrschaften, die an den Freuden derselben teilzunehmen gesonnen sind, haben sich »ach und nach eingestellt. Es ist kein kleiner Kreis, der sich in den eleganten Quartieren von Berlin W eingenistet hat, weitaus größer ist jedoch die Anzahl der Ausländer, die zur Vervollkommnung ihres Wissens und Könnens in der deutschen Hauptstadt leben oder sich hier mit mehr oder weniger Glück im Kampfe umS Dasein eine Existenz gegründet haben. Berlin hat Theehandlungen, die von Chinesen gegründet und geleitet sind; man kann hier echte Japan-Waren von ebenso echten Japanern kaufen; es giebt feurige Spanier, die mit ihren glutvollen Weinen aufmarschieren, und Schweden, die uns auf den mühevollen Wegen der echten schwedischen Heilgymnastik und Massage das Leben und — die Börse erleichtern. Viel häufiger, ,ls man für gewöhnlich annimmt, tauchen auch Franzosen, zumal Kaufleute, auf dem Pflaster Berlins auf, und es ist eine Beobachtung, die sich nicht wegleugnen läßt: die fröhliche, beinahe liebenswürdige Art unserer noch immer leise grollenden westlichen Nachbarn erobert ihnen überall die Herzen der Berliner. Daher kommt es auch, daß französische Bühnengrößen, Sportsmeister und Künstler von Jahr zu Jahr zahlreicher bei uns auftreten, und immer herzlicher willkommen geheißen werden. Wesentlich anders stellt sich das Verhältnis des Spree-Atheners zu unseren „lieben Vettern" von jenseits des Kanals. Es giebt in England sicher einen ebenso großen Prozentsatz guterzogener Menschen wie in Frankreich; aber sie haben scheinbar keine Sehnsucht nach Deutschland oder fie lassen ihre angenehmen Eigen schäften als überflüssiges Reisegepäck drüben in London: denn niemand ist anspruchsvoller in Berlin, als der Durchschnittsengländer ; niemand nimmt weniger Rücksicht auf seine Mitmenschen im Koupee, auf der Straßenbahn und auf den Spreedampfern, als der Sohn Albions, und wer das Unglück hat, einen der Selbstbewußten dieser Nation neben oder über sich wohnen zu haben, der darf getrost Abschied von der Nachtruhe, wie vom Mittagsschlaf, von geistiger Arbeit oder träumerischem Nichtsthun nehmen. Das englische Wort: „Mein Haus ist meine Burg!" wird von den forschesten unserer stolzen Vettern für den Kontinent in: „Meine Wohnung ist mein Manöverfeld!" verwandelt, denn das Pfeifen und Singen, Trampeln und Poltern nimmt Tag und Nacht kein Ende. So groß auch englischer Einfluß auf die Entwicklung der Körperpflege durch die schnell beliebt gewordenen Ballspiele rc. gewesen ist, sodaß man zu Zeiten, besonders im Hinblick auf das ebenso rohe wie unästhetische „Fußball", von den in Deutschland grassierenden englischen Krankheiten reden konnte, so unbeliebt sind die Herren Engländer selbst geblieben, und nirgendwo regt sich ein Zeichen von Sympathie für sie in dem unverfroren begonnenen Kampf gegen die Buren, die englischer Habgier und Hinterlist endlich mit den Waffen in der Hand entgegengetreten sind. Höchstens mag an der Börse ein profitsüchtiges Jobberherz für England schlagen: der ehrliche Berliner wünscht der Nimmersatte« Sippe, die den Streit begonnen, mehr oder weniger verblümt die Jacke voll, und an bewegten Tafelrunden schwingt manch ein zungengewandter Zecher gegen Mitternacht eine nicht immer ganz logische Rede mit dem allseitig warm begrüßte« Schluß: Hoch Transvaal! — In der „neuen Markgrafeustraße", wie der Berliner die vom Kaiser mit Bildhauerwerken geschmückte Siegesallee getauft hat, rüsten zwei Meister zur Enthüllung der vo« ihnen geschaffenen Denkmäler Friedrich Wilhelm III. und Georg Wilhelms. Es wird damit die noch fast leere Ostseite der Allee endlich auch an die Reihe kommen. „Det war bis jetzt nämlich Oswald Nier'en seine Seite!" erklärte ein fideler Urberliner letzten Sonntag seiner staunenden Gattin, und auf ihre verwunderte Frage: „Wieso denn, Fritze?" sagte er trocken: „Hergott, wieso! Det siehst« doch: die Ungegypste!" Als sie ihm ihr Erstaunen über den „neuen alten Fritzen" aussprach, dem doch vor dem Palais des alten Kaisers schon ein Denkmal errichtet sei, münzte er das gescheite Wort: „Olle Fritzen könne« wir jar nich jenug haben!" und die nachdenkliche Haltung Ottos des Faulen, der seinerzeit die Mark gegen ein Jahrgehalt an die Luxemburger abtrat, verdolmetschte er ihr, als sie fragte, worüber dieser „olle Miesepeter eigentlich simmelire", mit der drolligen Bemerkung: „Ick jede ’n blanken Dahler zum Besten, wenn ick bloS wüßte, wie ick hier zu'n Denkmal gekommen bin!" — Leider verschwand der Biedere alsdann im Gewühle. A. R. und die AltersversorgungS- und Invaliditätskasse zählen über 2800 Mitglieder und sammelten bereits über 700000 Mk. Vermögen an, das sich zumteil aus Zuwendungen edler Menschenfreunde gebildet hat. Die jüngste Schöpfung des Verbandes find Genesungsheime für seine erholungsbedürftigen Mitglieder. Dieses Unternehmen hat lebhaften Anklang in allen kaufmännischen Kreisen gefunden und die Teilnahme der Prinzipalität hat fich durch reiche Spenden bekundet. Mit dieser Hilfe ist das erste Heim im sächsischen Erzgebirge unter einem Aufwand von 120000 Mk. bereits errichtet und in Betrieb gesetzt worden und schon wird die zweite Stätte im Taunus in Aussicht genommen. Alle diese Einrichtungen haben eine umfassende geschäftliche Thätigkeit erfordert, trotzdem hat die Verwaltung des Verbandes die Verfolgung der allgemeinen Standes- fragen nicht außer Acht gelassen und ist überall und mit Nachdruck öffentlich eingetreten, wenn es die Interessen der Handlungsgehilfen im besonderen, oder der Kaufleute im Allgemeinen erforderte. Keine kaufmännische Angelegenheit ist gesetzlich in den beiden letzten Jahrzehnten behandelt worden, ohne daß der Verband im Nahmen seiner Ziele darauf einzuwirken versucht hätte, und seine Leiter sind zu den Vorberatungen von der Regierung herangezogen worden, wie z. B. zum Entwürfe des neuen Handelsgesetzbuches. Seinem Grundsätze getreu ist der Verband auch beim öffentlichen Eintreten für die Handlungsgehilfen immer bestrebt gewesen, Hand in Hand mit der Prinzipalität zu gehen. Das hat nicht verhindert, daß die berechtigten Forderungen für Verbesserungen unerschrocken, klar und bestimmt ausgesprochen worden sind. Möge dem Verbände Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig auch fernerhin eine segensreiche Thätigkeit beschieden sein. 4- Grimberg, 19. Oktober.. Der heutige zweite Gallusmarkttag war von auswärts weniger zahlreich besucht. Die Landwirte, welche zum großen Teil noch mit den Herbstarbeiten im Rückstand sind, benützten das schöne Wetter, um die letzten Früchte, Dickwurz, Kraut usw., einzubringen, zumal wir jetzt schon ziemlich starke Nachtfröste haben. Um so zahlreicher waren die Bewohner der Stadt auf dem Marktplatze vertreten, die nach dem anstrengenden gestrigen Geschäftstage den heutigen Nachmittag dem Vergnügen widmen wollten. Wie gewöhnlich, war besonders das Karussells wieder stark frequentiert, und auch die Besitzer der verschiedenen Schaubuden machten gute Geschäfte. Wie man heute allenthalben hören konnte, war das Ergebnis des diesjährigen Gallusmarktes für die Geschäftsleute ein über Erwarten günstiges; gewiß wäre dasselbe noch weit besser geworden, wenn der Viehmarkt hätte abgehalten werden können. — Heute abend findet noch ein Bürgerball im Gasthaus zum Rappen statt, der voraussichtlich ebenfalls sehr zahlreich besucht sein dürfte. V. Vom westlichen Vogelsberg, 20. Oktober. Schon zu anfang der 90er Jahre machten wir in dieser Zeitung darauf aufmerksam, daß in den wärmeren Lagen des westlichen Vogelsbergs von feiten der Landwirte viel mehr für Obstbau gethan werden müßte, als es geschah, doch mit geringem Erfolge. Nun geht die Staatsverwaltung in dieser Branche bedeutend voran. In der Oberförsterei Ortenberg werden prächtige Obstbaumpflanzungen vorgenommen, wozu 6-—7000 Mk. vorgesehen sind. Es ist zu hoffen und sehr zu wünschen, daß die kleinen Landwirte diesem schönen Beispiele mit allen Kräften nacheifern. Das zu Ende gehende Jahr zeigt, welch großer Segen es ist, wenn die Leute schöne Obstbäume besitzen, die reiche Erträge liefern, ohne große Arbeitslast zu verursachen. Butzbach, 20. Oktober. Dieser Tage traten fast sämtliche Handwerker der Gemeinde Langgöns in richtiger Erkenntnis der gegenwärtig schwebenden Handwerkerfrage, bei welcher nur gemeinsames korporatives Vorgehen für die Zukunft die Lösung beschleunigen und zum gewünschten Ziele führen kann, als Mitglieder in den Butzbacher Gewerbeverein ein. Mit Ausnahme des Gewerbevereins Gießen hat nun der Butzbacher Gewerbeverein alle derartigen Vereine der Provinz Oberhessen, was Mitgliederzahl anbetrifft, überflügelt. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die Handwerker in den anderen Nachbarorten dem Beispiele der Langgönser Handwerker folgen würden, denn nur Einigkeit macht stark, und hebt das Standesbewußtsein und mit ihm den Wohlstand und erleichtert den Kampf ums Dasein. Möge der Gewerbeverein Butzbach auch fernerhin blühen und gedeihen. — Die Mitglieder des Butzbacher Gewerbevereins sind seitens des Vorstandes der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler zum Besuche feiner diesjährigen Ausstellung zu Darmstadt eingeladen worden. Bei einer Beteiligung von 10 Personen beträgt der Eintrittspreis 30 Pfg. pro Person. „W. B." W. Aus der Wetterau, 20. Oktober. Unliebsame Gäste find bei uns eingekehrt und zwar eine Schaar Gimpel (Pyrrhula) auch Blutfink oder Dompfaff genannt. Die Vögel, besonders die Männchen, sehen schön aus und sind treffliche Sänger, wenn sie abgerichtet sind. In den Obstgärten, an Spalieren und den Groffularien können die Vögel enormen Schaden anrichten, indem sie die Knospen verbeißen. Wir brauchten 2 Tage, um die Schädlinge zu verscheuchen, wohin sie sich wandten, wissen wir nicht, wollen aber nicht versäumen, darauf aufmerksam zu machen. Wahr- scheinllch sind sie aus den Wäldern des Vogelsberges infolge der Nachtfi öste zu und in die wärmere Wetterau gekommen. — Echzell, 18. Oktober. Heute wurde auf unserem Friedhof der frühere Pfarrer zu Rodheim, nachherige Leiter der Erziehungsanstalt auf dem Forsthaus bei Echzell, Dr. Lucius, zur letzten Ruhe bestattet. Da derselbe der freien altlutherischen Kirchengemeinschaft angehörte, so wurde die Feier von Herrn Superintendent Draudt unter Assistenz zweier anderer Geistlichen geleitet. Es waren zahlreiche Glieder der altlutherischen Gemeinde erschienen, auch die Verbindung „Wingolf", deren Ehrenphilister der Verstorbene war, hatte eine Abordnung mit einem Kranz gesandt. Zunächst fand die Einsegnungsfeier im Hause statt, worauf der Sarg bis zur Echzeller Grenze gefahren und von da von Gliedern der Gemeinde getragen wurde. Am Grabe sprachen die drei Geistlichen; Text der eigentlichen Grabrede war: Luc. 2, 29. Unter dem Gesang: „Wenn ich einmal soll scheiden" wurde der Sarg in die Gruft gesenkt. Auch Geistliche der Landeskirche, die dem Verewigten nahestanden, hatten demselben die letzte Ehre ge- gegeben; noch mehr derselben würden gekommen sein, wenn nicht gleichzeitig die Synoden der Dekanate Büdingen und Nidda getagt hätten. Der Verewigte erreichte das hohe Alter von 81 Jahren, in den 70er Jahren trat er aus der Landeskirche aus, weil er sich mit der neuen Kirchenverfassung nicht befreunden konnte. Er war ein besonders tüchtiger Schulmann; feine Anstalt wird unter feinem Sohne weitergeleitet. ! Mainz, 19. Oktober. Zwischen der Stadt Mainz und dem nahegelegenen Rheinorte Mombach schweben schon seit längerer Zeit Verhandlungen wegen Einbeziehung der letztem Gemeinde in den Stadtbereich von Mainz. Die Verhandlungen find jetzt dem Abschluß nahe, und wird jetzt nur noch von dem Mombacher Gemeinderat eine allgemeine Bürgerversammlung einberufen, um die Meinung der Gesamteinwohnerschaft in dieser Frage zu hören. Es läßt sich nicht leugnen, daß die ganz im Stillen vorbereitete Eingemeindung von Mombach vernünftiger ist, als eine Eingemeindung von Kastel, welches durch den Rheinstrom von Mainz getrennt ist. — Mit dem ersten kommenden Monats tritt auf sämtlichen Linien der vormaligen Hessischen Ludwigsbahn die Perronspere ein. Sitzung der Stadtverordneten am 19. Oktober 1899. Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von feiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Emmelius, Euler, Faber, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Huhn, Jughardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Scheel, Schmall und Wallenfels. Ihr Nichterscheinen haben entschuldigt die Herren Dr. Gaffky, Grünewald, Kirch, Dr. Schäfer und Schiele. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß die Rechnung der Stadtkaffe für 1898/99 günstig abgeschlossen werden konnte, der Ueberschuß beläuft sich auf 164240 Mk., ca. 26000 Mk. mehr als im Vorjahre. Herr Wilh. Spörhase beabsichtigt am Wißmarerweg einen größeren Holzschuppen zu errichten. Das Gesuch soll ausnahmsweise befürwortet werden. Herrn Joh. Gg. Pfaff soll gegen Entrichtung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 50 Pfg. gestattet werden, einen um 8 Ctm. zu weit in die Baufluchtlinie der Stephan- straße errichteten Thorpfeiler stehen zu lassen, dagegen soll beanstandet werden auf Grund des § 28 des Ortsbaustatuts ein vom genehmigten Plan abweichender Giebelbau an seinem Hause in der Stephanstraße. Herr H. A. Sack beabsichtigt an Stelle seines Hauses am Neuenweg einen Neubau zu errichten, von dem zwei Seiten in Holzfachwerk ausgeführt werden sollen. Auf Antrag der Baudeputation erfolgt Befürwortung des Dispenses. Bei dem Gesuch des Herrn Conrad Dietz für seinen Neubau am Neuenweg bezieht sich der Dispens auf die Anbringung einiger in die Johannesstraße und in den Neuenweg ragender Erker, von dem einer in Fachwerk ausgeführt werden soll. Das Gesuch wird befürwortet. Dem Gesuch des Herrn Georg Hilgen um Austausch von Gelände am alten Steinbacherweg behufs Regulierung eines Weges wird zugestimmt; desgl. der Anschaffung eines Theodolits für den Stadtgeometer und einer Diaphragmapumpe für das Stadtbauamt. Zur Asphaltierung der Brücken über die Wieseck im Zuge der Goethe- und Moltkestraße soll Mejella- Asphalt für die Fahrbahn und gewöhnlicher Asphalt für die Bürgersteige verwendet werden. Auf Gesuch des Octroierhebers soll das Thorhaus am Neustädter Thor an die Wasserleitung angeschlossen werden. Der pachtweise« Ueberlaffung eines Lagerplatzes am alten Viehmarkt an die Firma A. Kröll Söhne stimmt die Versammlung zu. Auf Widerruf soll dem Pächter das Abhauen von eisernen Trägern gestattet werden, nachdem ein auf Verbot dieser Arbeit lautender Antrag der Baudeputation auf Empfehlung der Herren Wallenfels, Jughardt und Krumm abgelehnt worden. Für die Verbesserung des Weges nach der Obermühle durch Anlage eines Bürgersteiges und Herstellung einer gepflasterten Goffe werden 440 Mark bewilligt. Die im Jahre 1852 aufgestellte Uhr auf dem Turm der katholischen Kirche ist so abgenutzt, daß sie nicht mehr in Gang gehalten werden kann. Um Irrtümern zu begegnen, wurden seinerzeit die Zeiger abgenommen. Nach Mitteilung des Herrn Oberbürgermeisters waren die Verhandlungen über den Ersatz der alten Uhr durch eine neue nicht so ganz einfach in Bezug auf die rechtlichen und technischen Fragen. Die damals von einem Wohlthäter gestiftete Uhr wurde unter Vorbehalt in die Fürsorge der Stadt übernommen und ein jährlicher Zuschuß von 40 fl. zur Unterhaltung bewilligt. In den letzten Jahren kostete die Uhr der Stadt 150 Mark, da sie täglich aufgezogen werden mußte. Seitens des katholischen Kirchenvorstandes wurde zugunsten der Anschaffung einer neuen Uhr geltend gemacht, daß dieselbe mehr öffentlichen wie kirchlichen Zwecke« diene, weshalb die Uebernahme der Kosten auf die politische Gemeinde gerechtfertigt sei. Zur Frage, ob überhaupt im Hinblick auf den beschlossene« Neubau einer katholische« Kirche noch eine neue Uhr anzuschaffen sich empfehle, wurde der Wunsch geäußert, daß dieselbe so lange ausgestellt werde« möchte, so lange der Turm noch steht bezw. über die künftige Verwendung der alten Kirche entschieden ist. Die Versammlung beschloß in Erwägung aller Gesichtspunkte, 2130 Mark für eine neue Uhr zu bewilligen, nachdem mitgeteilt, daß die Vergütung für die Bedienung der neuen Uhr sich auf jährlich 70 Mark ermäßigen würde. Das Eigentumsrecht der Stadt an der Uhr soll im Falle einer Veräußerung der Kirche gewahrt werden. Die Versammlung trat hierauf in die Beratung über die Anlage eines neuen Friedhofs. Nachdem im Februar 1898 die Stadtverordnetenversammlung das generelle Projekt genehmigt und einen entsprechenden Betrag in das Budget eingestellt, arbeitete das Stadtbauamt eine« speziellen Plan aus, nach welchem die Arbeiten vorsorglich ausgeschrieben wurden, um zu erfahren, ob dieselben zu den Ansätzen ausgeführt werden können. Nach dem Ergebnis der Arbeitsvergebung bleiben die Kosten 6—7000 Mk. hinter dem Voranschlag zurück. Es soll vorerst nur ein Viertteil (der südöstliche Teil) des Geländes zu Grabstätten vorbereitet, dagegen die Baumpflanzungen der Gleichmäßigkeit wegen gleich in der vollen Ausdehnung angelegt werde«, desgleichen die für das Ganze erforderlichen Hochbaute«, Gas- und Wafferversorgung und ein Teil der Umfassungsmauern. Zwei sich kreuzende Hauptalleen teilen den ganze« Friedhof, der übrigens bezüglich der Wege einen parkähnlichen Charakter erhalten soll, in vier Teile; man rechnet bei einer Bevölkerung von 30—40 000 Einwohnern, daß je ein Viertteil des Friedhofs in 9—10 Jahren voll belegt wird und danach eine etwa 30jährige Umtriebszeit ins Auge gefaßt werden kann. Das Projekt sieht außer den Reihen-, Rabattengräbern Erbbegräbnisse verschiedener Größe vor. Die Leichenhalle soll 14 Zellen sowie die nötigen Räume für Arzt, Sezierung u. s. w. enthalten, die darüber befindliche Kapelle alles zur Abhaltung von Trauergottesdiensten Nötige und etwa 100 Sitzplätze. Ein Teil des Geländes an der Südwestseite des Friedhofs soll zur Errichtung eines Krematoriums reserviert bleiben. Von den ohne Hinzurechnung der Vorarbeiten und des Geländeerwerbes z« 252000 Mk. veranschlagten Kosten kommen 48000 Mk. auf Erdarbeiten, Bepflanzung, Einfriedigung und Be- pflasterung; 88000 Mk. auf Hochbauten (Aufseherwohnung, Kapelle, Leichenhalle u. s. w.), 17 700 Mk. auf die Vorhallen, die zum Schutze des Publikums vor Witterungsunbilden errichtet werden sollen, 39000 Mk. auf Grüften, 22590 Mk. auf den Haupteingang, 19244 Mk. auf Blitzableiter-, Gas- und Wasserleitungs-Anlagen, 16000 Mk. auf die Zufuhrstraßen. Die Baudeputation hat Genehmigung von Plan und Voranschlag beantragt, desgl. die Vergebung der Arbeiten nach den eingegangenen Mindestforderungen, ferner die nochmalige Ausschreibung der Erd- unb Planierarbeiten und Aussetzung der Entscheidung über die Sandfteinlieferung, bis zum Eingang des Bescheides über die beste der beiden in Betracht kommenden Sorten. — Herr Dr. Fuhr erklärt, daß er sich für alsbaldige Anlage des Verbrennungsofens erklären müsse, um jedem diese Bs- ftattungSart freizustellen. Der Aufwand von 6—7000 Mk., den ein Ofen neuestes Systems koste, spiele bei der i« ,Betracht kommenden Summe der ganzen Friedhofsanlage keine Rolle — Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt, er habe es vorerst nur für seine Aufgabe gehalten, eine« geeigneten Platz für ein Krematorium zu finden; mit der Errichtung desselben aber nicht so stürmisch vorzugehen. Nicht allein die Kosten kämen inbetracht, es stünden noch andere Bedenken der sofortigen Errichtung eines Krematoriums, die ihm als Mitglied des Vereins für Feuerbestattung ja sympathisch sei, entgegen, Gießen brauche nicht bahnbrechend vorzugehen, es genüge, wenn man sich im Allgemeinen mit dem Gedanken vertraut mache. — Herr Haubach empfiehlt, erst Erkundigungen darüber einzuziehen, ob sich für 7000 Mk. ein Krematorium errichten lasse, er empfiehlt Umfrage, um Anhaltspunkte auch über Rentabilität der Anlage, Häufigkeit der Benutzung u. s. w. z« gewinnen. — Herr Dr. Fuhr würde schon aus Zweck- Mäßigkeitsgründen für alsbaldige Herstellung eines Krematoriums stimmen, damit Verlegenheiten bei Ausbruch vo« Epidemien vermieden würden und stellt einen diesbezügliche« Antrag. — Herr Beigeordneter Georgi möchte vermiede« wissen, daß des Krematoriums wegen die Ausführung des Gesamtprojekts etwa verzögert würde; man solle den Gegenstand im Auge behalten und dem Herrn Oberbürgermeister die möglichste Förderung der Sache ans Herz lege«. — Herr Hanau betont, daß es sich mehr um eine sanitäre Maßnahme handle, Bedenken pekuniärer Art könnten dabei keine Rollen spielen, die Ausführung der Friedhofsanlage werde nicht aufgehalten, wenn man den Antrag des Herr« Fuhr annehme. — Herr Dr. Gutfleisch spricht sich fir den Antrag des Herrn Georgi aus, den Antrag des Herr« Fuhr halte er für verfrüht; nur aus dilatorische« Gründen für die Errichtung eines Krematoriums z« stimmen, würde nach außen keinen guten Eindruck machen; er spricht sich für baldige Errichtung des Ofens aus, wünscht aber bessere Vorbereitung des Beschluffes. Herr Krumm fragt a«, ob der Einrichtung von Urnenhallen, die mit der Kapelle in Verbindung zu bringen seien, bauliche Schwierigkeiten entgegenstünden. — Herr Oberbürgermeister Gnauth hält die Vereinigung von Kapelle und Urnenhalle nicht für nötig, es sei vielmehr Rücksicht auf die Gefühle der Anhänger wie der Gegner der Feuerbestattung zu nehmen; Rücksicht auf die Urnenhalle brauche man bei Errichtung der Kapelle nicht zu nehmen. Weiter erklärte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß er im Falle der Annahme des Antrages Georgi Erkundigungen in sKor ’StdUfatE ' "’Wt srN- S3B BSft: 'S» Mw 6-7000 M 1* "»«'ft nut "n S'länbeS ju ©rabftätten 1""S™ dSHl-jch«i" 'M«* H°chd°wn, « feil btt Umfaffunge. anttntttlwbtn 8«nitl et Wege einen parlühn- mn rechnet 000 Einwohnern, daß je -1° Jahren voll belegt gc NmtriebSzeit ins Ange sieht außer den Reihen-, rschiebener Größe vor. w die nötigen 'Jiäumt l. die darüber befindliche EgvtteSdiensten Nötige ü des Be^ndeS aa btt M Errichtung eintl Von den ohne Hinzi« des Geländeerwerbes zu en kommen 48000 Mk. Einfriedigung und Be- lanten (Aufseherwohnung, 1700 Mk. aus die Vor- blikums vor Witterungs- 19000 Mk. aus Trusten, g, 19244 Mk. auf Blitz. gs-Anlagen, 16000 Mk. ubeputation hat r Senuhung UJ- y würde schon aü9 *ttn ““ t wijei '„ St »«We‘ $»rn 06»™ Lt,. - ach- ««’ $' L W111 sch <®tbW d-d-i utiat«w’itb^saW “t(1!k'ÄH9WC * 616*5 bil«l«* as L Ss »»" Ä of UniversttLs Nachrichten erzienrat Cervaes aus Ruhrort, um im längerer Rde feierte er Krupp nicht nur technischen Hochschule, Geheimrat Riedler »«deren Städten einholen, das so gewonnene Material dem - Dtadtbauamte behufs genereller Berechnung vorlegen und danach auch der Stadtverordneten-Bersammlung Vorlage machen werde. — Herr Dr. Fuhr zieht hierauf seinen Antrag zurück, empfiehlt aber bei Einziehung von Erkundigungen die Städte Heidelberg, Offenbach und Jena, welche Verbrennungsöfen neuen Systems haben, zu berücksichtigen. Der Antrag des Herrn Georgi wird angenommen, im übrigen dem Gesamtprojekt zugestimmt. Infolge Gesuchs des Gärtners Berger wird beschlossen, die Quellwasserleitung auf der Marburgerstraße bis zum Eingang der nach dem neuen Friedhof angelegten Straße weiterzuführcn, desgl. die Gasleitung. Die auf 5940 Mk. veranschlagten Kosten der Wasserleitung und die auf 4150 Mk. veranschlagten Kosten der Gasleitung werden bewilligt. An der Volksschule sollen zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Stellen besetzt werden; zur Ausschreibung der Stellen wird die Genehmigung erteilt. Mit dem nun folgenden Punkt: Gewährung freier Lehrmittel an den Volksschulen, hatte sich der Stadtvorstand schon einmal beschäftigt, desgleichen der Schulvorstand. Letzterer hatte sich gegen die Gewährung freier Lehrmittel geäußert, jedoch weiteren Anträgen der Oberlehrer entgegengesehen. Die in der Sitzung der Stadtverordneten vom 8. Juni ds. Js. gutgeheißenen Vorschläge der Herrn Oberbürgermeisters, eine Erleichterung in der Beschaffung der Lehrmittel für die Eltern der die Volksschule besuchenden Kinder derart herbeizuführen, daß auf Antrag der Eltern ohne den Nachweis der Bedürftigkeit die Lehrmittel bewilligt werden, führte zunächst zu Erhebungen darüber, in welche Steuerklasse die in Frage kommenden Eltern eingeschätzt sind. Die 1870 die Volksschule besuchenden Kinder verteilen sich auf 1096 Familien, unter diesen befindet fich eine, welche 6*Rinber, 8 welche 5, 42 welche 4 Kinder in die Schule schicken. Von den 1096 Eltern haben auf Grund des Schulgesetzes schon 87 bisher unentgeltlich Lehrmittel für ihre Kinder erhalten, 134 sind einkommensteuerfrei, 2 sind eingeschätzt bis zu 300 Mk., 10 bis zu 400 Mk., 6 bis zu 500 Mk., 133 bis zu 600 Mk., 203 bis zu 750 Mk., 140 bis zu 900 Mk., 146 bis zu 1100 Mk., 97 bis zu 1300 Mk., 88 bis zu 1500 Mk., 58 bis zu 1700 Mk., 26 bis zu 2000 Mk, 19 bis zu 2300 Mk., 27 bis zu 2600 Mk., 17 haben über 2600 Mk. Einkommen. Aus dem vom Schulvorstande eiugeforderten Bericht der Oberlehrer ist ersichtlich, daß die Zahl der Elter«, welche um Gewährung freier Lehrmittel eingekommen, stetig abnimmt, die Oberlehrer würden es aber im Jntereffe des Unterrichts begrüßen, wenn Erleichterungen in der Beschaffung der Lehrmittel eintreten würden; ihr"Vorschlag geht dahin: die Lehrerkonferenzen über das Vorhandensein Ser Bedürftigkeit verhandeln zu lassen und das Verhältnis des Einkommens der Eltern zur Kinderzahl als mitbestimmend zu betrachten. Wie aus den Berichten weiter hervorgeht, beläuft sich der Jahresbedarf eines Kindes an Lehrmitteln durchschnittlich auf 5 Mk. — Aus den eingehenden Erläuterungen, die Herr Oberbürgermeister Gnauth zur Sache gab, ist mitzuteilen, daß der Schulvorstand damit einverstanden gewesen, die Einkommen bis zu 900 Mk. von der Anschaffung der Lehrmittel zu befreien, die bis zu diesem Einkommen reichenden Steuerklassen würden auch anderwärts rntlastet. Im vorliegenden Falle, finanziell betrachtet, handelt es sich um 632 Familien = 1,7 Kind je Familie und beträgt der Aufwand etwa 8 Mk. pro Familie, was einem Betrage von 5372 Mk. entspräche, welchen die Stadt opfern müsse, wenn sämtliche Eltern einen auf Stellung freier Lehrmittel lautenden Antrag stellen würden. Die Frage, ob man den Kindern die frei gelieferten Bücher nach Ablauf der Schulzeit oder bei Versetzung in eine höhere Klasse wieder ab- «ehmen und anderen Kindern zukommen lassen solle, sei wohl zu verneinen, es sei nicht nur die Gefahr einer Infizierung zu berücksichtigen, sondern auch der Umstand, daß besonders die in den letzten Schuljahren gebrauchten und guten Lesestoff enthaltenden Lehrbücher einen Bestandteil der an sich recht bescheidenen Hausbibliothek mancher Eltern bilden. Der Schulvorstand hat sich ebenfalls für die Verabreichung neuer Bücher ausgesprochen und im übrigen beantragt, vomkommenden Jahr ab allen Kindern, deren Eltern nicht über 900 Mk. Einkommen versteuern, den normalen Bedarf an Lehrmitteln zu Lasten der Stadt frei zu gewähren, soweit die Eltern dies beantragen. — Herr Heichelheim sprach sich für Ausdehnung dieses Antrages auf die ganze Volksschule aus, zumal der Mehraufwand, etwa 3000 Mk., nicht groß sei. — Herr Haubach ist gegen die Ausdehnung im Sinne des Herrn Heichelheim im Hinblick auf diejenigen Eltern, die 2000 Mk. und mehr Einkommen haben. — Herr Oberbürgermeister Gnauth möchte nicht durch die Stadtverordneten-Bersammlung das Ansinnen an die mit höherem Einkommen zur Staatssieuer herangezogenen Eltern zum Ausdruck gebracht haben, ihre Kinder in eine höhere Schule zu schicken; er vertritt unter Hinweis sowohl auf die traurigen Erscheinungen unbegabter Schüler in den höheren Schulen, wie auf den Wert einer abgeschlossenen Volksschulbildung für unsere Jugend entschieden die Ansicht, daß lediglich die Befähigung des Schülers, nicht das Einkommen der Eltern ausschlaggebend bei Auswahl der Schule sein solle. — Herr Krumm entgegnet, daß die Forderung des Einjährigen-Zeugniffes bei Eintritt eines Jungen in einen Beruf die Eltern zwingen, ihre Kinder in eine höhere Schule zu schicken; er glaube nicht, daß jemand, der 2600 Mk. und mehr Einkommen habe, den Antrag auf Stellung freier Lehrmittel stellte; in der beantragten Form gleicht aber die Bewilligung der Lehrmittel einer Armenunterstützung, weshalb man für Gewährung ohne Rücksicht auf die Steuerkraft der Eltern sei. — Herr Schmoll empfiehlt den Antrag des Schulvorstandes, die von Herrn Oberbürgermeister angeführten guten Erfolge in der Volksschule bestätigend; er sei der Ueberzeugung, daß kein verständiger Mann die Annahme eines Lehrlings oder Gehilfen von dem Besitz eines Ein- jährigen-ZeugniffeS abhängig mache. Nachdem noch die Herren Krumm und Haubach ihre Ausführungen ergänzt, beschloß die Versammlung Annahme des vom Schulvorstande gestellten Antrages. mens der technischen Hoqule tief gefühlten Dank aussprach. ®in Chor schloß den offiziellen \. Hierauf sprach Geheimrat Krupp dem Kultusmimster Dr. Stufet |e lebhafte Freude über das wohlgelungene Standbild aus. An betbefcenFmälern wurden Kränze ntedergelegt. Die Denkmals-Enthüllung br damit beendet Die Festteilnehmer nahmen jetzt im Lichthofe Wellung, wo der Kaiserthron errichtet war. Um 11V* Uhr rückte die » Garde-Pionier-Bataillon gestellte Ehren- Compagnie an. GleichzeitHllten sich auch neue Ehrengäste ein. Die Minister von Miquel, Breß Goßler und von Wedel und zahlreiche andere hohe Staatsbeamte ß Offiziere. Um 11% Uhr kam das Kaiserpaar, dem die fünltesten Söhne sowie Prinz Joachim Albrecht von Preußen s Die hohen Herrschaften begaben fich in die Festhalle. Kultasmiss Stufet trat vor und hielt eine Ansprache an den Kaiser, an deren @6 er die an den Kultusminister gerichteten kaiserlichen Erlasse (©vuntenl) verkündet Als weiterer Redner nahm sodann abermals dasrt der Rektor der technischen Hochschule, Geheimrat Professor RiedleMach Beendigung dieses Redners hielt der Kaiser selbst mit markiger Stimme eine Ansprache, in der er der Feier gedachtexch die sein Großvater vor 15 Jahren diesem Hause die Weihe gegl hat. Die Hoffnungen und Wünsche, die damals der unvergeßliche»rscher ausgesprochen, daß diese Anstalt allezeit ruhmvoll ihre Aufgamsen möge, hätten sich glänzend etfüQt. Die Charlottenburger tedjnifatfjfdjule, wie die technischen Hochschulen überhaupt, hätten sich ebensg den höchsten Bildungsstätten des Landes, den Universitäten che Seite gestellt. In dem Verhältnis der technischen Hochschulen z« anderen obersten Unterrichtsstätten gebe es keine Jnleressengegest und keinen anderen Eifer als den, daß einem jeden von ihnen Uedes Glied derselben in seinem Teile den Forderungen, die das Lehn die Wissenschaft stelle, voll gerecht «erden. Der Kaiser gedachte knn in seiner Ansprache der Erfolge der Technik, die ftaunencrregeiten und schloß wie folgt: So führt, wie jede Wissenschaft auch die „ik wieder zurück auf den Ursprung aller Dinge, den allmächtigen pfer und m demütigem Dank müssen — Berlin, 1^ Oktober. Anläßlich der heutigen Jubelfeier der technischen chschulcin Charlottenburg hat fich die Nachbarstadt Charlott^burg festl, geschmückt. Gegen 9% Uhr nahmen bie Chargierten bet tudentensaft mit ihren Fahnen auf bim Fest- platze Ausstellung. Det Feier w.nten u. a. bei: bie Minister Stubt unb Staatssekretär GrHPosafeoröy, zahlreiche Räte ber Staatsämter unb ber Ministerien. ch Geheinut Krupp war erschienen. Um zehn Uhr würben bie Feierljhkeiten zr Enthüllung ber Denkmäler für Siemens unb Krupp b einen Chr eröffnet. Die beiben Standdilbet haben ihren Platz tm Solarien ber Ächschule erhalten. Der Vorsitzenbe bes deutschen Jngemeur^reinS Bawt Bissinger aus Nürnberg nahm das Wort zu einer Ansache, in weher er auf die ungeheuren Fortschritte hinwies, welche Technik in verflossenen Jahrhundert gemacht hat, und ferner von SieHns und Alred Krupp feierte. Diesen beiden Männern müßten beson ' bie Jnxnieure Dank und Anerkennung zollen. Inzwischen warsie Hülle ds Siemens-Denkmales gefallen. Die Studenten schwenktcrtzre Fahnen Nunmehr nahm das Wort als Vertreter der nordwestliche Gruppe ds Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller unb zzeich auch as Vertreter des Vereins deutscher Essenhüttenleute Ko w' ; _________ ........ Namen seiner Auftraggebers Denkmal Alfred Krupps der technischen Hochschule zu übergeben. I" v ~ .. *..Tr ____ als Groß-Industriellen, fi ?rn auch alr einen bedeutenden Menschen wie auch als den Wohlthc unb väterlichen Freunb seiner Arbeiter. Wieber senkten sich bie Fo n, als bie Halle von Krupps Denkmal fiel. Alsbann hielt der Rektor technischen Hochschule, Geheimrat Riedler eine Erwiderungsrede, in per er den Stiftern- der Standbilder na- itirdie und Schule. & AuS de« ev. Dekanat Büdingen. Die am 18. b. M. zu Lind heim tagende Synode des Dekanats Büdingen wählte fast einstimmig die beiden bisherigen Abgeordneten Pfarrer Bernbeck -Staden und Gymnasiallehrer Dr. Dingeldem-Büdingen wieder zu Abgeordneten zur 6 ordentlichen Landessynode. Ferner nahm die Synode nach einem vortrefflichen Referat des Pfarrers Goebel Büdingen über die Notwendigkeit eines Erziehungsvereins im Dekanat Büdingen einen Antrag ber Herren Dekan Weber Lißberg unb Pfarrer Kaehler-Rohrbach einstimmig an, bahin gehenb, für bas Dekanat Bübingen einen Verein ins Leben zu rufen, ber 1. für biejenigen Kinber, bie unter das Gesetz vom 11. Juni 1&87, die Zwangserziehung Minderjähriger betr. fallen, oder über bie gemäfj 1666 bezw. 1838 des bürgert Gesetzbuches burch bas Vormundschaftsgericht Zwangserziehung verhängt wirb, geeignete Familien ausfindig macht und für bi- Aufnahme solcher Kinder in diese Familien in Verbindung mit den zuständigen Staatsbehörden Sorge trägt, und bet 2. biefe Kinber nach ihrer Konfirmation bei geeigneten tüchtigen Lehr, ober Dienstherren unterbringt. l9- Oktober. Die am 18. d. M. zu Hirzenhain tagenbe Dekanatssynode wählte zu Abgeorbneten zur 6 orbentlichen Landessynode die Herren Pfarrer Wahl-Langen und Amtsrichter Röm- helb Nidda. Kunst und Wissenschaft. Weltausstellung Paris 1900. Die bevorstehende Pariser Weltausstellung hat der Firma Ernst Kaps, Hofpianofortefabrik in Dresden, Verfassung fgegeben, in Paris, 17 Boulevard de la Madeleine, eine eigeie Zweigniederlassung unter der Firma Ernest Kaps zu eröffnen. Ds vornehme, geräumige Lokal mit großen Schaufenstern von 11 Meter front und einem Gesamtflächeninhalte von ungefähr 300 Quadratmete liegt am Haupteingange zur Weltausstellung, also in demjenigen Teile er Weltstadt, in welchem sich nicht nur ber Verkehr der Einheimischen, sondern auch der unzähligen Fremden, die nächstes Jahr die Ausstellug besuchen, konzentrieren wird. Die Firma Kaps beabsichtigt nun, infeiefen Räumen während der Dauer der Weltausstellung auch die ^rtretung anderer Firmen der Musikinstrumenten- Jndustrie und verwebter Zweige zu übernehmen und so eine Fach- ausstellun g zu verfftalten, die angesichts der außerordentlich günstigen Lage des Lokales untrer großen Vorbereitungen, die die Firma trifft, sicherlich die Ausmerksnkeit der vielen Einkäufer und Interessenten von Musikinstrumenten aufich ziehen wird, die zweifellos in großer Zahl nächstes Jahr aus alle» Teilen der Welt Paris besuchen werden. Die Idee einer solchen Aus°llung kann man nur als eine glückliche bezeichnen, zumal es viele, deutschen Firmen wegen des von vornherein nur äußerst beschränkten 'aumes, der in der deutschen Abteilung der Weltausstellung der Musi^strumenten-Gruppe zur Verfügung stand, unmöglich gewesen ist, sich z beteiligen. Solchen Firmen bietet sich nun hier die denkbar günstigstetzelegenheit, ihre Fabrikate im Jahre 1900 in Paris vorzuführen, wo! sie noch den Vorteil haben, daß das in großem Stile gehaltene Pjser Unternehmen der Firma Kaps von einem Geranten geleitet wsi der feit 20 Jahren in Paris ansässig ist und das ganze Pariser Exptgeschäft in allen feinen Eigenarten kennt unb beherrscht. Basel, 19. Oktober. >ag auf einer Tournee befindliche Mailänder Orchester unter deDirektion Mascagnis konzertierte am Montag in Genf und Dienstc in Basel vor vollständig ausverkauften Sälen. Sämtliche Konzertnuiaern wurden mit größtem Beifall aufgenommen. Das Präludium ,s Iris und die Reverie von Schumann wurden da capo verlangt. wir unS »ot ihm beugen. Aus diesem Boden möge daß Streben ber Wissenschaften von dauerndem Erfolge begleitet sein. Das ist meta Wunsch, der bie Anstalt auch in bas neue Jahrhundert geleiten möge. 2)ie Rede des Kaisers wurde von ber festlichen Versammlung mit großer Begelstcrung angehört. Nachdem noch ber Vorsitzenbe bes Ausschüsse» ber Studentenschaft das Gelöbnis abgegeben, immerdar treu zu Kaiser und Rerch zu stehen, schloß die Feier. Der kaiserliche Erlaß, auf den oben Bezug genommen wirb, lautet: „«uf den Bericht vom 6. d. Mts. will Ich den Technischen Hochschulen in Anerkennung der wissenschaftlichen Bedeutung, welche sie in oen letzten Jahrzehnten neben der Erfüllung ihrer praktischen Ausgabe« erlangt haben, das Recht einräumen: 1. auf Grund der Diplom-Prüf» ung den Grad eines Diplom-Ingenieurs (abgekürzte Schreibweise, und zwar in deutscher Schrift: Dipl.-Jng.) zu erteilen, 2. Diplom-Ingenieure auf Grund einer weiteren Prüfung zu Doktor-Ingenieuren (abgekürzte Schreibweise, und zwar in deutscher Schrift: Dr.-Jng.) zu promovieren, und 3. die Würde eines Doktor-Ingenieurs auch Ehren halber als seltene Auszeichnung an Männer, die sich um die Förderung der technischen Wissenschaften hervorragende Verdienste erworben haben, nuch Maßgabe der in der Promotions-Ordnung festz«» setzenden Bedingungen zu verleihen." Neues Palais, den 11. Oktober 1899. gez. Wilhelm R. ggej. Stadt. Ein fernerer Erlaß bestimmt: „Auf den Bericht vom 24. August d. I. will Ich dem Rektor ber Technisch en Hochschule zu Berlin für seine amtlichen Beziehungen den Titel „Magnificenz" beilegen." Neues Palais, den 11. Oktober 1899. gez. Wilhelm R. — Berlin. Die .Dossische Zig." weist daraus hin, daß Rudolf Virchow mit Beginn dieses Wintersemesters sein SOjähriges Professorenjubiläum begehen kann. Im Herbst 1849 hatte er die damals begründete ordentliche Professur der pathologischen Anatomie an ber Universität Würzburg übernommen, bie er bis 1856 innehatte, um dann wieder nach Berlin zurückzukehren, wo ihm Johannes Müller das Lehrfach für pathologische Anatomie abgetreten hatte. — Heidelberg. Das Thema, über welches Kuno Fischer bei der am 29. ds. im städtischen Saalbau zu veranstaltenden Goethe- Feier sprechen wird, ist „Goethe unb Heibelberg". Der Großherzog nebst Gemahlin haben ihr Erscheinen zugesagt. — München. Die „Allg. Ztg * schreibt: Der außerorbentliche Professor an ber hiesigen Universität Dr. W. Muthmann würbe zum orbentlichen Professor ber anorganischen Chemie an ber hiesigen Technischen Hochschule ernannt. — München. Der Professor und Direktor der tierärztliche» Hochschule, Hof rat Karl Hahn, ist auf fein Ansuchen in ben Ruhestand versetzt worben. Zu seinem Nachfolger würbe Professor Michael Albrecht ernannt. — Erlangen. Der außerorbentliche Profeffor ber Geschichte an der hiesigen Universität, Dr. Richard Fester, ist zum Ordinarius ernannt worden. — Wien. Der Profeffor der Dogmatik an unserer Universität, Hofkoplan Dr. Martin Bauer, ist in den Ruhestand getreten. — Wien. Der gegenwärtige Rektor an der Akademie ber bildenden Künste Pros. Kaspar v. Zumbusch wird im nächsten Jahr von seinem Lehramt zurücktreten. Am 23. November vollendet er das 70. Lebensjahr. — Wien. Man berichtet aus Wien vom 17. ds. Mts.: Der an Stelle bes verstorbenen Professors Dr. Puschmann für bie Vorlesungen über Geschichte der Medizin bestellte Dozent Dr. Ritter v. Töply hielt gestern bei Eröffnung feiner Vorlesungen folgende Ansprache an die Zuhörerschaft: „Es gereicht mir zur größten Freude, Hörerinnen der Medizin hier begrüßen zu können. Ich halte es für die größte Errungenschaft des zur Neige gehenden Jahrhunderts, daß Frauen sich dem Studium ber Medizin zugewenbet haben. Wer sich bem schwierigen Berufe, ber leibenben Menschheit beizustehen, geroibmet, ben werben wir begrüßen, sei er Mann ober Weib. Möge Ihnen, meine Damen, bie Sie biefen Weg betreten haben, bie Bahn möglichst leicht werden!" Die Studentinnen erhoben sich von ihren Sitzen und dankten mit einer Verbeugung. — In Chur ist Profeffor Christian Brügger, einstiger Direktor des botanischen Gartens in Zürich, viele Jahre Professor an der Kantonsschule in Chur und Konservator deS rhätischen Museums, 66 Jahre alt gestorben. Kandwirlschast. ? AttS demOhmthale, 19.Oktober. Die landwirtschaftlichen Bestellungsarbeiten sind trotz des einzig schönen Okloberhimmels um volle drei Wochen verspätet. Die Verspätung wurde durch den regnerische» September verursacht. Die Kartoffelernte ist beendigt, man säet aber noch Korn und die Weizensaat hat erst begonnen. Der Ackerboden baut sich vorzüglich. Die im Oktober bewerkstelligte Kornsaat hat viel günstigere Bedingungen zu ihrer Entwickelung als die Septembersaat, welche durch den unaufhörlichen Regen eingeschmiert wurde. Die jetzigen kalten Nächte, in denen das Thermometer bis zu zwei Grad unter Null (R.) sinkt, halten den Schneckenfraß von der jungen Kornsaat ab. Man hört in diesem Herbste keine Klagen über die Verherung ber Saat burch bie Ackernschnecken. Das rounberbare Oktoberwetter kommt ber verspätetm Felbausstellung sehr zu statten. Hält es bis zum Ende des Monats an, wie es ganz den Anschein hat, dann dürfte die Feldarbe7t voll bewältigt werden können. 88 Vom Laude, 19. Oktober. Der reiche Ertrag der Hackfrüchte, voran ber Kartoffeln, ermöglicht es den Landwirten, die Schweinemast zu forderen. Insonderheit ist der kleine und kleinste Lanb- mann in ber Lage, ein Schwein fett zu machen nicht nur zum HauS- haltungsschlachten, fonbern auch zum Verkaufe. Bei ben geringen Leute» auf bem Lanbe ist es ja Gewohnheitssache, baß von zwei gekaufte» Zuchtschweinen ober besser Einlegeschweinen bas eine bas anbere bezahlen muß. Das heißt, man seht im Herbste eins von den auf Borg gekaufte» Schweinen ab unb bezahlt mit bem Erlös bie Kaufsumme ber beide«. So ist das eine Schwein für die eigne Schlacht frei. Die vortreffliche Kartoffelernte erleichtert unb verbilligt bie Schweinemast. Die Folge» ber Sortierung biefer Viehzucht ist naturgemäß ein starkes Angebot zum Verkaufe. Daburch aber werden wieder die Preise beeinflußt. Sv stehen zurzeit die Preise für feste Schweine auf einer so niedrigen Stufe, wie sie lange nicht dagewesen. Man zahlt eben in der Regel bei fetten Schweinen für das Pfund Lebendgewicht nur 38 Pfennig. Das ist eine Preisdifferenz gegen den verflossenen Winter von ungefähr 7 Pfg. für das Pfund und macht einen Unterschied von 14 Mark aus für ein Schwein von nur zwei Gentner Lebendgewicht. Und die Fleischpreise! Man frage die Metzger. Wöchentliche Übersicht der Todesfälle in Gießen. 41. Woche. Vom 8. bis 14. Oktober 1899. (Etawohnerz-hl: «mgenommen zu 24 500 (fad. 1600 M«mn Militär). EtecblichkettSzfffer: 12,72, »«ch Abzug der OrtSftewden 6,36%». _ _ - _ , _ Kinder ES st«rben «n: Zusammen: Erwachsene: im vom Lungmfchwtadfucht 1 (1) 1. Lebensjahr: 2.—1b. Jahr: 1 (1) - - Diarrhöe 1 1 — Gehirnschlagfluß 1 1 Magenkrebs 1 1 — — Lungenbrand 1 (1) — 1 (1) Blutvergiftung 1 (1) i m Summa: 6 (3) 4 (2- 1 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern gebm an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke komme«. 7495 7496 Gnauth. werden ersucht, 7488 Süßer Traubemost be- Musikinstrumente 7483 L. Heyligenstaedt. Musik* bei 7278 2Pfd.-Büchse33Pfg. »iaiios (Nur in Flaschen.) 5751 Vertreter für Giessen und Umgebung: C. Roth II., Giessen. 7491 weg 89, I 7439 verkauft werden. 03729 7425] Ein kleines FamilienlogiS zu vermieten. MäuSburg 12« 7180 Jür Aräute! 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Nachdem unter i tztztzen $tei$ Tchvsi sich festgeM worden die Sperre angeordm Unter dem Rmdv z» Erbenhausen Klauenseuche auSgebri In den Gemeint Oberkleen ist die stnd die Sperrmaßre Gießen, den 1 @roj M Der sLr den 24. i» Schotten ist we xlautnVuty in met)i verboten worden. Gießen, den 2 Großherz Be Attr.: Maul- und § Da die Maul-1 ja« verbreitet ist un viehmarkt g, Erboten werden. Sbni,» muß roei 1 Umgebung do 4 diovemher ließen, den! Gro . Bei •: Maul- und ßh Nachdem die N den 2: ^°ßherzv b, Etel lÄÄ «Sk