Erstes Blatt. Dienstag den 21 März 1899 Hr. 68 le Aintr- und 2lnjcigcblatt für den Kreis Gieren Deutsches Reich. iia- Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bt6 Jn> und Au-lanbe- Nkhmko Anzkigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Wieder ist ty nts Der 8# f rlcheiat ttgNch Btt Ausnahme bei Montag». Die Gießener pomtlteRßtLtter •rben dem Anzeiger Btchentlich viermal beigelegt. Rtbaltion, (fpebition und Druckerei: -4-rNr.he Ar. 7. -°ds 8< I, Ut)t Berlin, 13. März. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Wien gemeldet: Gestern cirkulierte hier ein Gerücht, das schon wiederholt aufgetaucht ist. Es hieß, der präsumtive Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand habe sich mit der ältesten Tochter des Erzherzogs Friedrich, Korps-Kommandant in Preßburg, verlobt. Dieses Gerücht wird jedoch in Hofkreisen als unbegründet bezeichnet. Es sei überhaupt jetzt von einer Verlobung des Erzherzogs Deutscher Reichstag. 58. Sitzung vom 18. März. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen sämtliche Etats- rrsüe aus der zweiten Lesung, zunächst der Etat für die le-nberungen im Militäretat infolge der Militär- Anlage. Die Annahme erfolgt debattelos gemäß den Vorschlägen der Budget-Kommission. Nur bei dem Titel „Kasernen-Neubau in Allenstein" b-imerkt Abg. v. Queis (kons.), er wolle der Heeres- mvaltung ans Herz legen, bei Belegung von Garnisonen mgglichst kleine Orte zu berücksichtigen. Generalmajor v. Bo eck erwiedert, der Kriegsminister stb« ja erklärt, in Zukunft noch mehr als bisher die Gratisbeitagen: Gießener Lamitienbtätter, Der hessische Landwirt, Mittler sSr hesstsche Volkskunde.__ Nr. 9 des Reichegesetzblattes, ausgegeben den 16. d.Mts., tn’ (Nr. 2554.) Nachtragskonvention zwischen dem Deutschen Aich und Japan. Vom 26. Dezember 1898. (Nr. 2555.) Bekanntmachung betr. Aenderung des Verzeichnisses der in der Armee und Marine eingeführten Lpiengstoffe und Munitionsgegenstände. Gießen, den 13. März 1899. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Bechtold. Abreffe für Depeschen: Anzeiger chietzk». Fernsprecher Nr. 51. g finbet M zu MW btm ErM M M Aezugoprel» vierteiführltch 2 Mark 20 Psz monatlich 75 Pfg mit vringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. h iS !.< 5?' r - * Ausland. Laibach, 19. März. Das Landesgericht leitete infolge Anzeige des Magistrats gegen eine größere Anzahl hiesiger Realschüler eine Untersuchung wegen Geherm- bündelei ein. Es wurden viele Haussuchungen vor- Kießwer Anzeiger E-eneral-Nnzeiger m abtiH 8 W - ttt vochiü, Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohrverlegungsarbeiten ist der Aemenweg zwischen Neuenbäue und Weidengasse am Diens- tta, den 21. l. Mts., für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 16. März 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. 699. abends i/41| WM iiogtammaufftettung, rJ”$t gebotenen 50t länger. genommen. .... • Budapest, 19. März. „Pesti Hrrlap" bezeichnet tn einer offiziösen Zuschrift die Aufregung gewisser Wiener Kreise über den Standpunkt der ungarischen Regierung m der Ausgleichsfrage als vollständig unbegründet. Die ungarische Regierung beabsichtige nur einige Abänderungen der zwischen dem Grafen Thun und dem Baron Banffy im vorigen Jahre beschlossenen Abmachungen. Wenn diese Abmachungen festgesetzt seien, werde die österreichische Regierung hiervon verständigt werden. Erst dann sei der Zeitpunkt zur Auseinandersetzung zwischen den beiden Regierungen gegeben. Paris, 19. März. Auf die Heeresrede seines Kollegen Freycinet hat der Marineminister Lockroy in der Deputiertenkammer jetzt eine Rede über die französische Kriegsflotte folgen lasten. Bei dem für diese ausgearbeiteten Voranschläge erörterte er das, was er bereits gethan habe und noch thun wolle für die Sicherung der nationalen Verteidigung unter Berücksichtigung der Finanzlage. Mit einer gewissen Selbstbescheidung sagte Lockroy, Frankreich könne nicht eine ebenso bedeutende Flotte wie England, und eine ebenso zahlreiche Landarmee wie Deutschland haben, aber, so fügte er hinzu, wenn es einen Krieg vermeiden wolle, so müsse es stark sein. (Beifall.) Und dabei sei die Verteidigung der Küsten von nicht geringerer Bedeutung, als die Verteidigung der Ostgrenzen ; man wüste für den Fall eines Krieges sich auch die Freiheit der Meere sichern. Außerdem aber erfordere die Ausdehnung des Kolonialbesitzes eine starke Marine. Mit Genugthuung erklärte Lockroy weiter, die unterseeische Schifffahrt habe « Frankreich soeben einen entscheidenden Schritt vorwärts gethan. Man sei nämlich jetzt im Besitze eines Unterfahr- z-ug-s. welches thaisächliche Dienste -u leisten fähig ftn ■ 3M ** bet * W atu Mngtta». ie Bekanntmachung, betreffend Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Unter Hinweis auf §§ 22, Abs. 2, Ziffer 1 des Jnv.- nnb Alters-Versicherungs-Gesetzes vom 22. Juni 1889 und unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 8. März 1899 (Kreisbl. Nr. 60) bringen wir hiermit zur öffentlichen Smntnis, daß für die in der Land- und Forstwirtschaft be- IdfaHigten Personen vom 2. April 1899 an, Beitragsmarken ber Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu verwenden sind: 1 im den Gemeinden Gießen und Großen-Linden: a) für männliche Personen: der 3.Klaffe zu 24 Pfg. b) für weibliche Personen: der 2. Klaffe zu 20 Pfg. 2. in allen übrigen Gemeinden des Kreises: a) für männliche Personen: der 2. Klaffe zu 20 Pfg. b) für weibliche Personen: der 1. Klaffe zu 14 Pfg. Bezüglich der Beiträge der sonstigen Arbeiter und Arbeiterinnen hat es bei den seitherigen Bestimmungen sein Bewenden, (s. §22, Abs., 2, Ziffer 3 bis 5 des Jnv.- inb Alters-Versicherungs-Gesetzes vom 22. Ium 1889). Gießen, ben 17. März 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtolb. n K nm franko!! - keine Rebe. Berlin, 19. März. Dem „Klemen Journal" wird aus Paris gemeldet: In Kassationshofskreisen verlautet, daß das Urteil in der Dreyfus-Revision zugunsten Dreyfus laute. Der Prozeß drehe sich nur noch um die Frage, ob sofort Freisprechung oder die Verweisung vor em neues Kriegsgericht erfolgen solle. Berlin, 19. März. Wie der „Vorwärts" meldet, wurde die in Adlershof aus Anlaß der Märzfeier für gestern einberufene Versammlung wegen Eintritts der Polizeistunde aufgelöst. Unter Widerspruch des Vorsitzenden und unter aroßer Unruhe verließen die zahlreich Anwesenden den Saal. Altona, 19. März. In dem Prozeß Wilcke- P riest er wurde gestern der Photograph Wilcke zu sechs und Priester zu drei Monaten Gefängnis wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruch, der Förster Spörke wegen Beihilfe zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Gleichzeitig wurden ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Antrag des Staatsanwalts lautete gegen die beiden Photographen auf die höchste Strafe von je einem Jahr, aegen Spörke auf 10 Monate Gefängnis. __ Die Stephensonftraße, welche vom Nyaffa nach dem Tanganyika führt, ist schon oft von deutschen Expeditionen benutzt worden, so von der Wißmann'schen 1893 und in den letzten Monaten von der Schloifer'schen Dampfer-Expedition nach dem Tanganyika. Voraussichtlich werden noch oft deutsche Karawanen sich auf ihr bewegen. Von der Straße und ihren Verhältnisten wußte man aber bisher noch wenig; nun hat sie ein Belgier, der mit einer Ervedition nach dem Tanganyika und dann zum Moöro- i zeuges, rvcm^9 lyuquu^ 0-• ••-.■ , S-- zog eingehend geschildert Der Seutnant Mass--. der Die in Toulon mit dem “"'S. weqen Dysenterie nach Hause zurückkehren mußte, schildert ang-st-llt-n Versuche hatten ein bündiges Ergebms g-tt-, si-^olg-ndermaß-n: Sie Straße ist zwsichen 900 und Frü er ha - der Zod> -tn-r1 g oßen F-Hl» g°ha«' 1000 Kilometer lang, sie ist bequem, mit Wagen fahrbar l nämlich «blind gewesen. -L I Hessert^^,- Mir* «ilW Ä Inna km t een Anzrigen zu ber nachmittag- für ben fiigrnben Taz erscheinenbm Nummer bt- vorm. 10 Uhr. kleinen Orte berücksichtigen zu wollen. Gerade in Ost- ! und gut erhalten, über ^e kleinen Wasserläufe, die Preußen seien übrigens in den letzten Jahren viele kleine den ^W°^,/«uzen.^^ Brucken gebaut^ vor^^em Weiter werdenmeist'debattelos genehmigt di- di- in den benachbarten Gebieten wohnen, reiten darüber. .., . "uset,f weroen mei|l oe 9 > ^rembe, die von einem See nach dem anderen ziehen, lasten ^Beim Ewt Bankwesen plädiert Abg. Rickert (srs. sich in der Hängematte tragen Bon der Afrikanischen Bg^s sur endliche Aushebn'ng des Kautionswesens bei den Se-n-G-sillschast ^ist -m,°usg°z°.ch^°t- Trager^e^ werden die Matrikularbeiträg. geneh- «nzahl^on Häusern «mg-Derselben ^"^unb-wohn^ fers» ess M an»»« fitem tift di- -weit- L-suna des Etats und der dazu straße von Windhoek, di- bish-r allgemein mit dem aller- a-boria-n G° -b- -rl-diöt dings nicht schonen Namen „Stor-straße" benannt wurde. Es solgt der Bericht der G e i chästsordnungs- hat jetzt -in- offiziell-^Bezeichnung Komrni iion über den Antrag Aoster, betr. Einstellung straße. An bctden Enden der Straße sind Schilder nnt ®nes gegen Stadthagen schwebenden Strasversahrens. dieser Inschrift angebracht. — Von unseren neuen Mit. Gemäß dem Vorschlag- d-r Kommission -rklärt das bürg°rinnen. di- am 10 Januar hier -mtras-n hab-n sich mä,®;ä2"‘ 1 * - Scklusi 3-/ Uhr Pil-t in Frau-nst-in bei Wiudho-k mit Elisabeth Doernsk,. I «--ytutz o /, uyr. ----I wohnhaft in Klein-Windh°-k. geboren in Berlin, zu ver- heiraten beabsichtigte. betr.: Wie oben. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grofih. Bürgermeistereien und die örtlichen Jnvaliditäts- und Alters-Bersichernugsstellen des KreiseS. Auf die vorstehende Bekanntmachung weisen wir Sie hiermit ausdrücklich zur Nachachtung hin. Zugleich beauflagen wir die Großh. Bürgermeistereien, diese Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt öffentlich ver- liinden zu lassen, und die Rechner der Gemeinde- und Ge- miildekranken-Kasten besonders darauf zu verweisen. v. Bechtold. In Friedberg ist die Maul- und Klauenseuche aus» Krochen und sind die nötigen Sperrmaßregeln angeordnet fcorben. Gießen, den 15. März 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. 23.: Dr. Wagner. man habe ihn in den letzten Tagen mit einer Sehvorrichtung ausgestattet, die ihm ermögliche, an seinen Gegner heranzukommen und einen sicheren Schlag gegen ihn zu führen. So habe Frankreich ein neues und furchtbares Werkzeug in seinen Händen. Auf einen öfters gerügten Mangel der französischen Kriegsflotte kommend, äußerte Lokroy, er sei bestrebt, durch Herabminderung der Zahl der Schiffstypen eine einheitliche Flotte zu schaffen. Frankreich müsse eine machtvolle Marine gegeben werden, Erneuerung sei nötig. Frankreich wolle den Frieden, doch müffe die Marine organisiert werden, um einen Angriff zurückweisen zu können. Petersburg, 19. März. Der Zar empfing den englischen Botschafter. Wie verlautet, äußerte der Zar die feste Hoffnung auf eine friedliche Verständigung der Mächte in der Chinafrage. New-York, 18. März. Gestern abend ist in der 5. Avenue das Windsor-Hotel niedergebrannt. 25 Personen, nach anderen Schätzungen 60, sollen bei dem Brande ihr Leben verloren haben. Eine große Anzahl Personen trugen schwere Verletzungen davon. Das Hotel war sieben Stockwerke hoch und hatte 600 Zimmer. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Der Pächter des Hotels, Leland, verlor Frau und Tochter, er selbst wurde lebensgefährlich verletzt. Bei dem Rettungswerke zeichnete sich Fräulein Helene Gould ganz besonders aus. Sie versprach den Feuerwehrleuten für jeden Geretteten hohe Summen. Es fehlte an Sprungtüchern, sodaß viele Personen, welche aus den oberen Stockwerken sprangen, den Tod fanden. Unter den Geretteten befindet sich der Bruder des Präsidenten Mac Kinley mit Frau und Kindern. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 20. März 1899. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr. König! Hoheit des Großherzogs vom 4. Februar 1899 dem Mitglieds der freiwilligen Feuerwehr zu Ober-Jngel- heim, Krelsfeuerwehrinspektor Ferdinand Mayer. •* Vorträge über das Bürgerliche Gesetzbuch. Am Samstag dem 18. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, wurden im hiesigen Iustizpalast die für die Gerichtsschreiber, Hilfsgerichtsschreiber und -Aspiranten der Provinz Ober Hessen zum Verständnis und der praktischen Verwertung des Neuen Rechts bestimmten Vorträge unter zahlreicher Beteiligung der betreffenden Beamten aus der ganzen Provinz eröffnet. Nach einer die Erschienenen begrüßenden Ansprache des Landgerichtspräsidenten Freiherrn v. Ricou erfolgte der erste Vortrag des mit dieser Aufgabe betrauten Großh. Landgerichtsrats Müller. Der nächste Vortrag desselben findet Samstag den 25. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, h. s. f. allwöchentlich statt, Abänderungen vorbehältlich, welche dann in der „Darmstädter Zeitung" veröffentlicht werden. *♦ Erbauung einer evangelischen Kirche in Dar-es-Salaam. Wir erhielten folgende Zuschrift: Dar-es-Salaam (Deutsch-Ost-Afrika), den 11. Februar 1899. Der Redaktion des „Gießener Anzeiger" danken wir herzlichst für ihre freundliche Unterstützung bei der Sammlung von Liebesgaben für unseren Kirchenbau. Herr Sekretär Bickel hat uns, vom Urlaub zurückgekehrt, 210 Mk. (zweihundert zehn Mark) = 151 Rupie übergeben. Wir bitten, dies freundlichst unter Ausdruck unseres innigen Dankes Ihren Lesern mitteilen zu wollen. Evangel. Kirchenbau-Verein zu Dar-es-Salaam (D.-O.-Afrika). I. A.: Roloff, Pfarrer. *• P. Handfertigkeitsunterricht. Die Resultate des diesjährigen Unterrichts für Knabenhandfertigkeiten waren gestern von 11 bis 2 Uhr im Konferenzzimmer der Knabenschule ausgestellt und erfreuten sich zahlreichen Besuchs und hoher Anerkennung. Dem beigelegten Rechenschaftsbericht für beiderlei Veranstaltungen (Kerbschnitt- und Papparbeiten) entnehmen wir folgende Daten: Der Unterricht begann am 1. Oktober 1898 und dauerte bis zum 18. März 1899. Die Zahl der in jeder Klasse, die in je zwei Abteilungen gebracht war, erteilten Lehrstunden beziffert sich auf 130 bis 131. Die Unterrichtszeit mußte so verteilt werden, daß derselbe Saal zur eventl. Benutzung jeder Klasse frei war. Kursteilnehmer waren nach den Schulanstalten gerechnet, Stadtschüler, Gymnasiasten und Realschüler. Ihre Anzahl belief sich insgesamt für die Kerbschnitzklasse auf 32, für die Papparbeiten auf 30 Schüler. Die Versäumnisse stellten sich für erstere auf 1,09 Prozent, für letztere auf nur 1 Prozent, eine verhältnißmüßig geringe Ziffer, welche dem Eifer von Lehrern und Schülern das beste Zeugnis ausstellt. Auch die Anzahl und der Wert der ausgestellten Arbeiten lassen darauf schließen, daß die Unterrichtszeit gut verwertet wurde. Für den Eifer mancher Schüler spricht auch noch außerdem, daß viele derselben einen zweiten und dritten Kursus mitgemacht haben. Wegen Raummangels müssen wir es uns versagen, diesmal eine spezielle Wiedergabe der einzelnen Leistungen zu versuchen, wollen aber nicht vergeffen anzufügen, daß die Ausstellung gelegentlich der für Gießen am 23. und 24. Mai d. I. vorgesehenen hessischen Landeslehrerversammlung eine Wiederholung erleben dürfte. ** Stadttheater. Zu einer der interessantesten und spannendsten Theaterdarstellung zählt unstreitig Dumas Lustspiel „Kean", welches gestern im Stadltheater in wohl- gelungenster Weise gegeben wurde. Aus der Fülle von Bildern und Beiwerk den schwachen Kern herauszuschälen, den die eigentliche Handlung in sich trägt, wollen wir uns, als eben so unfruchtbar, wie undankbar versagen und gleich auf die Darstellung selbst cingehen. Unser geschätzter und stets willkommener Gast Herr Bohnüe bot mit seinem „Nean" eine gradezu vollendete Leistung. Von der Natur mit allen Gaben verschwenderisch ausgestattet, weiß er diese in echt künstlerischer Weise zu verwerten. Nie bringt er zu wenig, aber auch nie zu viel, und darum wurde er allen Stimmungen, und es gibt deren recht viel in dem gedachten Lustspiel, vollkommen gerecht. Diesem Ke an glaubt man, daß er auf alle eine magische Gewalt ausübt und ebensowohl Frauenherzen erobern, wie Boxerfäuste besiegen muß. Reicher, nicht enden wollender Beifall lohnte die ausgezeichnete Leistung. Aber auch die Mitglieder unseres Stadtteaters haben sich um die Aufführung wohl verdient gemacht und sind, soweit es die vom Dichter schon stiefmütterlich behandelten Stellen zuließen, hervorgetreten. Ein ganz besonderes Lob verdient wieder Herr Liebscher, der seinen Salomon wahrhaft rührend gab und ganz die Wirkung erzielte, die der Dichter beabsichtigt hat. Auch Frl. Pauli als Pistol hat uns recht gut gefallen, ebenso die anderen Damen und Herren, die alle an dem Gelingen des Ganzen wohlberechtigten Anteil hatten. Das sehr animierte Publikum zeigte sich, dank der Indiskretion auf dem Theaterzettel, höchst theaterbewußt und ließ den Schluß des 4. Aktes ohne Zwischenfall an sich vorübergehen. Im Anschluß hieran möchten wir gleich empfehlend auf das am Dienstag (morgen) stattfindende Benefiz zweier fleißiger Mitglieder aufmerksam machen, weches im Abonnement ohne jede Zuzahlung geboten wird. Herr Wil he lmi, unser famoser jugendlicher Komiker und Herr Walter, unser vortrefflicher Chargenspieler und Vertreter der Väterrollen. Beide verdienen wohl an ihrem Ehrentage ein volles Haus, denn geteilte Freude ist in diesem Falle keine doppelte Freude, aber auch noch geteilter Schmerz mehr als doppelter Schmerz. ** Stadttheater. Die Theatersaison, welche am 24. er. bereits ihr Ende erreicht, bringt uns heute, Dienstag, den 21. er. noch eine Possen-Novität ersten Ranges: „Unsere Don Juans" von Leon Treptow, Musik von Franz Roth, welche zum Doppel-Benefiz zweier unserer beliebtesten Mitglieder, der Herren Walter und Wilhelmi gegeben wird. Gelegentlich der Erstaufführung dieser Posse am Adolf Ernst-Theater in Berlin Überboten sich die sämtlichen Berliner Zeitungen in ausführlichen und schmeichelhaftesten Kritiken, aus denen wir hier nur einige Stellen wiedergeben können: „Das Adolf Ernst-Theater bewegt sich in aufsteigender Linie. Von den „Flotten Weibern" (hier wiederholt gegeben) zum „Goldfuchs" war es ein tüchtiger Schritt vorwärts, und die bei ausverkauftem Hause zum erstenmale in Szene gegangene Treptowsche Gesangsposse „Unsere Don Juans" zeigte einen abermaligen Fortschritt. (Folgt Erzählung der Handlung.) Es ist ein amüsantes, buntes Szenen-Gewirre mit so reichlich eingestreuten humorvollen Situationen, so witzreich pointierten Couplets undQuodlibets, daß man über den weiteren logischen Zusammenhang garnicht erst anfängt nachzudenken — vor Lachen. Alles in allem kann das Adolf Ernst-Theater mit seiner neuen Posse siegesgewiß in die Saison hineinmarschieren, etliche hundert Aufführungen sind ihr gewiß." Diese letzte prophetische Wendung der Kritik hat sich in nie geahnter Weise erfüllt. Aber nicht nur in Berlin, sondern an allen besseren und mittleren Theatern hat dieses Stück seine Attraktionskraft bewährt. Damit auch bei der hiesigen Aufführung die überaus anmutige Musik zur Geltung kommt, jaben die Mitglieder des Bauers'chen Gesangvereins in liebenswürdigster Weise ihre Mitwirkung zugesagt. Unter den zahlreichen Musiknummern machen wir besonders aufmerksam auf das brillante Kouplet „Ach, wenn das meine Mutter wüßte" re., ein Afrika-Kouplet mit dem Refrain: „Also rüber, immer rüber!" und die überaus komische, traurige Ballade vom „Ritter Don Juan". Die Hauptrollen liegen in Händen der Damen Schumann, Sitardi, Pauli, Schloß, Isenburg und der Herren Dir. Helm, Dietzsch, Merker, Casterra, Köhler, Werner rc., owie der beiden Benefizianten. Die Herren Walter und Wilhelmi sind mit die meistbeschäftigten Mitglieder unseres Ensembles. Gewissenhaft und unverdroffen, gelang es ihnen, )urch ihre Vielseitigkeit und künstlerisches Können, sich eine gewisse Beliebtheit zu erwerben; deshalb sollte es uns aufrichtig reuen, wenn diese Künstler an ihrem Ehrenabend ein ausverkauftes Haus bekämen. ** Sektion Gießen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Einen von den zahlreich Erschienenen sehr bei- ällig aufgenommenen Vortrag über seine vorjährige, in Gemeinschaft mit zwei weiteren Mitgliedern der Sektion unternommene Reise nach Tirol hielt Herr Dr. Sturm- els in der Monatsversammlung am vergangenen Donnerstag. Von dem über Augsburg und Buchloe erreichten, reizend gelegenen Füßen wurde Neuschwanstein und Hohen- chwangau ein Besuch abgestattet und die Fußtour noch am gleichen Tage über den Kniepaß nach Reutte fortgesetzt. Neuschwanstein, diese Perle der bayerischen Königsschlösser, von Natur und Kunst in weitestem Maße mit Schönheit ausgestattet, wußte der Vortragende in eingehender Weise zu childern. Nicht leicht ist das Scheiden, doch bald ist Reutte, )er österreichische Marktflecken erreicht, wo der weitbekannte Gasthof „Zur Post" gute Aufnahme bietet, lieber Leermoos, den Fernpaß und Imst wird am nächsten Tage Oetzthal erreicht, und dann die Reise nach Umhausen und Längenfeld fortgesetzt. Das Thal ist von Touristen überschwemmt, heute, am Sonntag, bietet sich reichlich Gelegenheit, die Tiroler in ihren kleidsamen Trachten zu bewundern. Nach einer Besteigung des Brunnenkogel als Vorübung, galt es an den nächsten Tagen den 3551 Meter hohen Ramolkogel zu besteigen. Nachdem in dem Ramolhaus bei guter Unterkunft übernachtet worden war, wurde am Mittwoch früh mit zwei Führern der eigentliche Aufstieg unternommen, lieber den Rarnolgletscher durch steile Felsen hinauf, führte der Weg zum mittleren Ramolkogel, von da über scharfen Grat — anfangs Fels, später Schnee — zum großen Ramolkogel, der eine sehr lohnende Aussicht bot. Abstieg über den Ramolkogel weg nach Vent. Der gute Verlauf veranlaßte die Herren, auch eine Besteigung der Wildspitzc zu unternehmen, die ebenfalls von Erfolg begleitet war Im weiteren Verlaufe der Tour wurde noch über Landeck und St. Anton, das Moosthal erreicht, der Darmstädter und Bregenzer Hütte ein Besuch abgestattet ?nd dann über Bregenz die Heimreise angetreten. — Die ah den Vortraq anschließende Diskussion war eine sehr rege. ** Befitzwechsel. Wie wir vernehmen, wurde die Brauerei von Gebr. Röhr le hier für den Preis von 270,000 M an Herrn C. Denninghoff aus Gevelsberg verkauft. Bei der bewährten Maschinenfabrik „Germania" in Chemnitz wurde schon definitiv eine Eismaschinen-Anlage bestellt, und wird dieselbe in wenigen Monaten in Betrieb sein. Der seitherige Besitzer, Herr Eduard Röhrle, bleibt noch jm Geschäft mit thätig. Aus Staufenberg, 15. März, wird dem „Darmst. Tgl. Anz." geschrieben: Hier ist man wenig erbaut über einen Umstand, der wohl einzig in feiner Art dastehen dürfte. Der seitherige Inhaber der hiesigen Posthilfsstelle, Herr Zimmer meister Geißler dahier, ist schon seit einigen Tagen aus seinem Hause, worin sich auch die Telephonanlage befind«, verzogen. Seinem Nachfolger ist die Posthilfsstelle nicht übertragen worden, weil die Leitung der Telephondrähte auf einmal zu viel Krümmungen nach diesem Hause zu machten. Wie diese nun, nachdem sie schon eine lange Reihe von Jahren so gelaufen sind, auf einmal nicht mehr zweckmäßig erscheinen, können sich die hiesigen Einwohner nicht ohne weiteres erklären. Bis jetzt verlautet auch sonfi nichts, daß gedachte Hilfsstelle einem anderen hiesigen Ein. wohner übertragen worden sei. Das Telephon dürfte deshalb ohne jegliche Bedienung sein. Arn Ende wird doch Staufenberg, nachdem es längere Jahre die Wohlthaten eines Telephons genossen hatte, am Schluffe dieses Jahrhunderts nicht noch dazu verurteilt werden, seine Depeschen per Boten von Lollar aus in Empfang nehmen zu müfsen? Hoffentlich bringen die nächsten Tage Klärung in die Sache, und wird hohe Postbehörde hier geneigteft baldigst Abhilfe schaffen. -i Salzhausen, 17. März. Nun wird auch etwas für Beleuchtung unseres Kurparks gethan und zwar noch vor Eröffnung der Badesaison. Es gilt der Beleuchtung des Weges, der nach dem Bahnhofe, oder vielmehr der Haltestelle führt. Dieser Weg ist ungemein lieblich und führt in Schlangenwinduugen nach der etwa acht Minuten entfernten Haltestelle. Jm Hochsommer war eine Beleuchtung nicht nötig; wenn jedoch die Tage kürzer und die Nächte dunkler werden, machten sich Mißstände geltend, weil der hübsche Weg an einigen Stellen recht steil ist. Der Kurverein in Nidda ist sehr rührig; jedenfalls glückt cs ihm, einige Mißstände zu beseitigen und manche Annehmlichkeiten zu schaffen. Nidda, 16. März. Herr Bahnmeister Falk, welcher seit sieben Jahren hier angefteöt ist, wird vom 1. April an nach Caub a. Rh. versetzt unter Beförderung zum Dahn meister 1. Klasse. 4- Nidda, 18. März. Herr Ober-Postassistent Wolf- schm i d t dahier feierte gestern sein 25jährigesDienst jubiläum; möge es dem allenthalben sehr beliebten Beamten vergönnt sein, noch recht lange in bisheriger Rüstigkeit an hiesigem Platze seine anerkennenswerte Wirksamkeit zu entfalten. -1- Lich, 19. März. Eine für unsere Verhältnisse seltene Erbauung und ein seltener Genuß wurde uns heute geboten. Seit Jahren zum erstenmale fand unter Mitwirkung bewährter Kräfte von Gießen ein Kirchenkonzert, aus geführt von dem hiesigen Kirchenchor und Cäcilienverein ■um besten des Kirchlichen Hilfsvereins, statt. Q Vom Lande, 19. März. Auf die schönen Frühlingstage mit fast sommerlicher Temperatur sind heute wieder F r o st und Schnee gefolgt. In der vergangenen Nacht jatten wir einige Kältegrade, und heute nachmittag gingen beständig Schneeschloßen nieder, sodaß Straßen und Felder zeitweilig mit einer leichten Decke überzogen waren. Hoffentlich trägt der Lenz bald wieder den Sieg über des Winter- Tücke davon. x Ermenrod, 19. März. Mit der hiesigen Psarrstelle war in früheren Jahren die Schulstelle verbunden, sodaß also der Geistliche zur Erteilung des Schulunterrichts ver- pflichtet war. Nachdem dann die Pfarrei längere Zeit verwaist, und ein Lehrer hier eingestellt worden war, haben wir seit etwa 6 Jahren auch wieder einen Geistlichen. Die Gemeinde beabsichtigt nun den Bau eines Pfarr- ; a u s e s, der noch in diesem Frühjahr in Angriff genommen werden soll. 0 Nieder-Gemünden, 18. März. Heute tagten hier gegen hundert Lehrer aus den verschiedenen Bezirkslehrervereinen der Umgegend zur Beratung wichtiger Berems- unb Standesangelegenheiten. Nach Erledigung der allgemeinen formellen Angelegenheiten, wie die Wahl eines Vorsitzenden und Schriftführers, verlieh Herr Dern aus Nieder-Ohmen seinen Gedanken über die Thätigkeit des Vorstandes des Landeslehrervereins Ausdruck und bezeichnete die Punkte, wo die bessernde Hand anzulegen sei. Bezüglich des künftigen Redakteurs des „Schulboten für Hesien" waren beinahe alle Anwesende der Ansicht, zunächst an bet Person des bisherigen Redakteurs Herrn Stadtschulinspektor Scherer in Worms festzuhalten und an ihn als ein Zeichen eines Vertrauensvotums die Anfrage zu richten, ob er, wie er geäußert haben soll, sich wieder zur Uebernahmc der Redaktion bereit erkläre. Beharrt er jedoch auf feinem ablehnenden Standpunkte, dann werden die Delegierten aus der Versammlung in Gießen für die Wahl des Herrn Lehrer Ruppel in Düdelsheim einstimmig eintreten. vielseitige Anregung wurde an Herrn Obmann Backcs zu Darmstadt ein Telegramm abgesandt, worin ihm für Jein namhaftes Eintreten für die Interessen der hessischen Lehrer WS 8(jm ; 72anbtac US« J- Hängung ö ForbtMtung «”b r va genannte W sich auf jus für AumM Md % battnWWf unb Frauen, verte lausenden Fahre rwMenten und i für ältere L-ndwi in welch letztem versuche, die Tax linieret Sulturgen Beispiel aus der Sinsen sind Unter die Direktion der ■ Darmstadt, 1 Süchler erfuhren te/Jen allgemeines l tat, daß derselbe a wo er sich bekannt! unterzogen hat, na „Friedenau" übers zetzt noch eine Lar verhindert, sodaß imstande sein w resorm-Borlage i •treten. — Die { und Lackierergel billigen betrug nicht erhöht. E kann, die Stadt abgereisi. Gegen 34 Pfg. pro Stui malloj/n Don 40 •30 M unter 20 △ Mainz, 19. schlag hat die ü ihrm Gemeindet) Ml 2,451,919 zu aus Betriebsüber! Höhe von Mk. 1, wohl der Ausgab beträchtlich ubersch i» werden, da die bche Erhöhung e Rtei Heute uv UM Ged; lÄedt ^b-nne einem Alsret hbu) i ■Un Nb. W KM '■A Aus der Zeit für die Zeit. n G. Henneberg’s Seiden-Fabriken (k. u. k. Hoti.), Zürich. Gardinen und Wchtiger Arbeiter Stores 2479 sofort gesucht. I Happel, Neustadt 56. enorm billig Gin Arbeiter für sofort gesucht. 2478 2488 Kausöursche gesucht Bahnhofstratze 5t. 2485 Warengeschäft- 2491 Seltersweg L ZllverlWg. HWsbmsche gegen hohen Lohn per 1. April gesucht A. ä- G. WalleufelS, Marktplatz 21. rksc rm-Vorlage in ... Acten. — Die Zahl der ausständigen Weißbinder-, Maler- unt Lackierergehilfen beträgt 500, die Zahl der Arbeits- «ill igen betrug am ersten Tage 30 und hat sich bis jetzt nicht erhöht. Es wurde beschlossen, daß, wer einigermaßen kaum, die Stadt verlassen soll. Bis jetzt sind 120 Mann -bereist. Gegenwärtig beträgt der Durchschnittslohn 33 bis 34 Pfg. pro Stunde. Die Gehilfen verlangen einen Mini- mlllohn von 40 Pfg. für Leute über 20 Jahren und •30 'Pfg. unter 20 Jahren. △ Mainz, 19. März. Nach dem neuesten Voran- schllag hat die Stadt für das neue Rechnungsjahr in ihrem Gemeindehaushalt einen Ausgabenüberschuß von Ml. 2,457,919 zu decken, welcher abzüglich von Mk. 460,000 aus Betricbsüberschüssen durch Gemeindeumlagen in der Höhe von Mk. 1,997,919 aufgebracht werden muß. Ob- mH,! der Ausgabeüberschuß den des verflossenen Jahres beträchtlich überschreitet, brauchen die Steuern nicht erhöht |u werben, da die Steuerkapitalien gleichfalls eine beträcht- lihe Erhöhung erfahren haben. — Das niederrheinische Finanzkonsortium, das schon vor längerer Zeit wegen der Erwerbung des in Kastel freiwerdenden Festungsgeländes mit dem Kriegsministerium in Verhandlung getreten ist, hat sich durch die hohe Summe, welche der Militärfiskus für das Terrain verlangt, nicht abschrecken lassen und ist in den letzten Tagen wieder mit einem neuen Kaufoffert in Berlin aufgetreten. Das neue Kaufoflert des Konsortiums erstreckt sich nur auf einen Theil des freiwerdenden Geländes. △ Mainz, 19. März. Für die im nächsten Jahr hier stattfindende 500jährige Geburtstagsfeier Gutenbergs wird letzter Tage der Centralausschuß gebildet. Derselbe besteht aus nicht weniger als 106 Personen und setzt sich zusammen aus den Spitzen der hiesigen weltlichen und geistlichen Behörden, den gesamten Stadtverordneten, sechs Buchdruckereibesitzern, sechs Buchdruckergehilfen, sowie sämtlichen hiesigen Redakteuren. In den Ehrenausschuß sollen berufen werden: in- und ausländische Gelehrte, die sich um die Forschung der Gutenbergsgeschichte verdient gemacht haben, die Archiven der bedeutendsten Bibliotheken des In- und Auslandes, Gelehrte und Schriftsteller des Buch- und Druckgewerbes in Deutschland und ein Vertreter der Gehilfenschaft Deutschlands. — Die Perronsperre wird, wie wir von wohlunterrichteter Seite erfahren, vom kommenden 1. Mai in dem ganzen Bereiche der ehemaligen Hessischen Ludwigsbahn zur Einführung kommen. Notwendige bauliche Aenderungen an einzelnen Stationen, sowie Personalmangel waren die Veranlassung, daß die erwähnte Maßnahme nicht schon früher getroflen wurde. Bingen, 16. März. Heute früh, als der um 6 Uhr 41 Min. von hier nach Alzey-Worms abgehende Personenzug zur Abfahrt bereit stand, vermißte man den hier übernachtenden Heizer Katz aus Worms. Derselbe ist, wie sich bald herausstellte, in den Rhein gefallen und ertrunken. Laubenheim, 17. März. Der kürzlich verstorbene Fabrikant Pelzer hat seinen zehn jeweils in der Fabrik beschäftigten Arbeitern ein Kapital von 10,000 Mk. hinterlassen mit der Bestimmung, daß die Zinsen dieses Kapitals alljährlich an die Arbeiter zu verteilen sind. i* Darmstadt, 16. März, lieber Herrn Finanzminister giichler erfahren die „N. H. V." aus Berlin, daß sich befiicn allgemeines Befinden erfreulicherweise soweit gebessert hak daß derselbe aus dem Krankenhaus in Charlottenburg, Ivo er sich bekanntlich einer schweren Operation am Halse unterzogen hat, nach einer Privatwohnung in der Vorstadt „Friedenau" übersiedeln konnte. Herr Küchler trägt auch zchl noch eine Kanüle und ist hierdurch am lauten Sprechen verciinbert, sodaß es immerhin sehr fraglich erscheint, ob er im fände fein wird, schon bald nach Ostern die ©teuer« 2471] Frdl. 4-Zimmerwohnung per 1. Avnl zu vermieten. Bruchstratze 6. Mit einem Geleitworte von Alfred Bock. klärend. Von seinen Werken erwähnen wir „Hesperus", „Quintus Fixlein", „Siebenkäs", „Titans und „Flegeljahre". Richter starb am 14. November 1825 zu Bayreuth, wo man ihm ein Denkmal errichtete. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 20. März. Der Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain war gestern stärker besucht als am Samstag. Ein großes Aufgebot der Schutzmannschast hielt die Ordnung aufrecht, die übrigens von keiner Seite gestört wurde. Die öffentliche Anarchisten- Versammlung, welche sich gestern mit der Märzfeier beschäftigen sollte, wurde polizeilich verboten. Gegen das Verbot soll Beschwerde eingereicht werden. Berlin, 20. März. Aus Nizza berichtet das „Kleine Journal", der daselbst unter dem Vorsitz der Königin 2 bis 3 möblierte Zimmer auf sofort zu miete« gesucht. Gest. Offerten unter Nr. 24P8 an die Expedition dieses Blattes. 2475] Eme gut gehende WlZsWfft zu mieten gesucht durck W. Hild, Bahnhofstraße 15. Ladent'okat l in verkehrsreicher Straße Wetzlars zu vermieten. Lahnstr. B. 44, Wetzlar. Ang. Montanas Nachfl., Marktplatz 9/10. 2498 Viktoria stattgehabte Familienrat habe beschlossen, daß der nach dem Verzicht seines Vaters, des Herzogs von Connaugth zur Tronfolge in Sachsen-Kobnrg Gotha berufene Prinz Arthur seine Erziehung in Deutschland genießen solle, um dann in die deutsche Armee einzutreten. Wien, 20. März. Der „Montags-Revue" zufolge wird die Regierung das vom Gemeinderat beschlossene neue Wiener Gemeinde - Statut dem Kaiser zur Sanction vorlegen. Brux, 20. März. Die gestern hier stattgefundene deutsch nationale Versammlung wurde wegen heftiger Angriffe des Abgeordneten Wolff auf den Grafen Thun behördlich aufgelöst. Die Deutsch-Nationalen zogen hierauf nach einem anderen Lokal, wo die Sozialisten sich versammelt hatten. Es kam hier zu einer blutigen Schlägerei zwischen Deutsch- Nationalen und Sozialisten, wobei mehrere ernste Verwundungen vorkamen. Schließlich mußte die Gendarmerie den Platz räumen. Paris, 20. März. Der 28jährige Gedenktag der Kommune wurde gestern von der revolutionären Ver- einigung festlich begangen. Mehrere Ansprachen wurden gehalten, doch verlies alles ohne Zwischenfall. Es wurden nur zwei Verhaftungen wegen aufreizenden Reden vorgenommen. Paris, 20. März. Die Royalisten-Parter wird am nächsten Mittwoch eine große Versammlung zu Ehren der verhafteten Mitglieder ihres Klubs abhalten. Man befürchtet Kundgebungen seitens der Republikaner. Paris, 20. März. Der Minister des Auswärtigen, Deleassö, wird im nächsten Monat nach Tunis reisen, wo er der Enthüllung des Denkmals Jules Ferry bei- wohnen wird, und gleichzeitig eine neue Eisenbahnlinie ein» zuweihen gedenkt. Charkow, 20. März. Die Vorlesungen an der hiesigen Universität, die infolge der jüngsten Studentenunruhen sistiert worden waren, haben gestern wieder begonnen. Als Hauptteilnehmer an der Bewegung wurden 50 Studenten relegiert. NewYork, 20. März. Das Logierbuch des Windsorhotels ist aufgefunden worden. Darnach befanden sich 212 Gäste und 350 Angestellte während des Brandes im Hotel. Man befürchtet, daß eine größere Anzahl derselben umgekommen ist. Mehrere Zimmer sind während des Brandes ausgeplündert worden. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. 200 Arbeiter sind mit den Auf- räumungsarbeiten beschäftigt. Bisher wurden keine weiteren Leichen aufgesunden. Die Untersuchung über die Ursache des Brandes wird am 31. ds. Mts. ausgenommen. Die an den Besitzer des Hotels von den Hinterbliebenen der Verunglückten gestellten Entschädigungsansprüche betragen bereits über 12 Millionen Dollars. Der Bruder Mac Kinleys hat für 70000 Doll. Wertpapiere bei dem Brande verloren. Im Besitz der Polizei befinden sich die aufgefundenen Juwelen, die einen Wert von einer halben Million Dollar haben, bereit Besitzer sich aber noch nicht gemeldet hat. Soeben erschien: Gedichte von Zohannette Lein stkllk-aitk«Kartsabkid mit Goldschnitt. Kreis: 1 M 50 pf-. Wir machen die geehrt n Leser auf ki FeuilUton dieses Blattes vom 19. März dieses Jahres (Nr. 67, (Blatt), aufmerksam, wo auf obige Wichtsammlung besonders hin- iwriesen wird. Untätig in allen Buchhandlungen. Giessen, Mlinlage 5. Bismarckstr. I. ,!egentlich der jüngsten hessischen Sammerverhandlungen >bin(t wurde. — Was die Gehaltsfrage und den Erlaß i Beiträge zur Lehrerwitwenkasse anbelangt, so erwartet it Versammlung weiter nichts, als daß bei dem Lehrer- I and nach denselben Grundsätzen, nämlich gleiche Vor- ilbung gleiche Rechte und Bezahlung, wie bei dem hessischen kkamtenstand verfahren werde. Hervorgehoben wurde auch, laß einige Landtagsabgeordnete dem Gesetz auf Erlaß der Vilwenkaffebeiträge der hessischen Staatsbeamten nur unter ftr Bedingung zugestimmt hätten, daß den Lehrern bte ßleiche Begünstigung zuteil werde. — Andere Anträge würben den Beschlüssen der einzelnen Beztrksveretne zur Vorberatung und allenfallsigen Vertretung auf der Dele- sikttenversammlung in Gießen empfohlen. Friedberg, 15. März. Aus dem soeben erschtenenen Jahresbericht der hiesigen Großh. Obstbauschule und lanvw. Winterschule geht hervor, daß diese Anstalt im Winter ,oii 41 Schülern besucht war, wovon 17 der Oberklasse mb 24 der Unterklaffe angehörten. Im vergangenen Sommer wies genannte Anstalt eine Frequenz von 106 Besuchern auf, öik sich auf verschiedene Kurse, Baumwärterkurs, Repetitions- lurs für Baumwärter, Obstbaukurs für Geistliche, Lehrer unb sonstige Freunde des Obstbaues, Kursus für die Kandt- ijten des Predigtamtes und Obstverwertungskurse für Männer jind Frauen, verteilten. Neben genannten Kursen findet im .laujrenben Jahre noch ein Kursus speziell für Obstwein- provuzenten unb ein landw. Uebungs- unb Repetitionskursus für ältere Landwirte und frühere Schüler der Anstalt statt, in welch letzterem namentlich die Fütterungslehre, Düngungs- bersuche, die Taxation der Obstbäume, einige Krankheiten unfrrer Kulturgewächse behandelt unb in Buchführung ein Nchpiel aus ber Praxis burchgesührt werben. Zu biefen Sui fen sinb Unterrichtspläne unb nähere Bestimmungen burch die Direktion ber Anstalt kostenfrei zu beziehen. D. Ztg. Ntbe nV N 4 .'M b?t Mut« tess? ÄL Schlachthaus. Freibank. 2495 Heute und morgen: Gedichte einer HMr. Gichnniu. 2483] Vier gute Lege-Hühner und feböner Ausstellungshahn Raummangel wegen zu verkaufen. Seltersweg 35. Ern geräumiges Haus inmitten hiesiger Stadt, mit gutgehender Gast und Logrer- I wirtschaft, schon lange Jahre bestehend, j ist sofort zu verkaufen. I Offerten mit Nr. 0927 an die Ex- I pedition dieses Blattes. Alle Arten Uniformknöpfe für Militär, Bost-, Hisenöahn-, Aorst- und ^olizeiöeamte habe neu aufgenommen unb empfehle dieselben billigst. Julius Schutze, Kreuzplatz. 2492 2446] Eme Parterre - Wohnung im Vorderhaus zum 15. April zu vermieten. I. Unverzagt, Schottstr. 11. In freier Lage Gießens Wohnung von 6 bis 8 Zimmern nebst Zubehör, wenn möglich mit Garten, eventuell ganzes Haus, zu mieten gesucht. Gest. 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