M. 44 Erstes Blatt. Dienstag den 21. Februar 1899 -'st, Gießener Anzeiger enei, General-Anzeiger Aints- und Anzeigeblntt füv den Kteb Gieren Amtlicher Heil der Ausentschieden die Aus- Iine^me von Anzeigen zu der nachmittags für den Dlgmden Tag erscheinrndm Nummer bis vorm. 10 Uhr. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. frscheiut täglich ■u Ausnahme deS Montags Die Gießener :H,«trrenvrätier iwrbtn dem Anzeiger ivächentlich viermal beigelegt. Aedaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. Dürfe man ihrer Gesinnung wegen Leute bestrafen, ausweisen, die selbst harmlos seien? Hatten etwa die Dienstboten eine Schuld an den Artikeln der Hetzpresse? Das sei ein Patriotismus mit Kraftmitteln, der nur allzusehr erinnere an die sogen. Schneidigkeit. Redner stellt Durchaus in Abrede, daß freisinnige Leute in Schleswig-Holstein dieses System billigten. Wir wollten zeigen, schließt Redner, daß es noch eine Körperschaft giebt im Deutschen Reich, welche diese Ausweisungen mißbilligt als nicht nur nicht zweckmäßig, sondern auch als fast nicht sittlich. (Lebhafter Beifall links, Zischen rechts.) Abg. Fürst Bismarck (b. k. F.) bezeichnet den Oberpräsidenten v. Köller als einen liebenswürdigen, humanen Tagesordnung: Schleuniger Antrag Agster auf Ein- f-Wmg eines gegen den Abg. Stadthagen schwebenden Straf- ,l$ (wegen Beleidigung sämtlicher preußischen Land- flii die Dauer der Session. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandunrt, ________ Mittler für hessische Volkskunde. he Nuliat hat btt le M Doktor dn A ti hlestzrn MvnW' ibr wuibt vom afabc ichthlvIoMm FakM 1 Prolchor ©jam : ik inne. öimtmnS, Schullo! nn Fix, betannt ili iücher versaßt. übtet Piosessor btt d ijlaigebitt sthr bdtc Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. ".1. Deutscher Reichstag. 36. Sitzung vom 18. Februar. 1 Uhr. Am Bundesratstische: Niemand. Mann. (Ruf links: Human?) Das Motiv Weisungen sei die Notwendigkeit der Abwehr. Abg. Graf Klinckowström (kons.) tritt für die Ausweisungen ein. Abg. Lieber (Centr.) bekämpft nochmals so etwas außerhalb dieses Hauses gesagt würde, einen Ausdruck brauchen, den man hier im Parlamente nicht anwenden könne. (Präsident Graf Ballestrem: Ich nehme an, daß der Herr Redner hier nicht Mitglieder dieses Hauses meint). Wir sind national, so fährt Redner fort, in dem Sinne, wie gestern der Herr Reichskanzler es an dem verstorbenen Präsidenten Faure gerühmt. Dieser hat „stets unentwegt den Frieden, die Eintracht, die Wohlfahrt gefördert." Auch wir wollen nicht hetzen, wir wollen lediglich auf dem Boden der Gerechtigkeit den Frieden fördern. In unserer ganzen Partei ist nicht ein einziger, ich habe das ausdrücklich zu erklären, der nicht die Rechtsbeständigkeit des Vertrages anerkennt, durch den Artikel 5 des Prager Friedens aufgehoben ist. Wir werden nicht dulden, daß auch nur ein Zoll breit von unseren Grenzen uns entrissen oder losgerissen wird. Wenn dänische Agitatoren die eitle Hoffnung und den Aberglauben haben, wir könnten jemals Nordschleswig zurückgeben, so ist diese Hoffnung, dieser Aberglaube so sinnlos, daß es am allerwenigsten nötig ist, gegen ihn Mittel des Unrechts, der Gewalt anzuwenden. Redner kritisiert nunmehr die Willkür der angewendeten Mittel. Man treffe Unschuldige, nicht um diese zu treffen, sondern um andere zu treffen, die preußische Unterthanen seien, und die man nicht anders treffen könne. Weiter beleuchtet Abg. Lenzmann die Eingriffe in das Vereins- und Versammlungsrecht in Nordschleswig und bezeichnet dieselbe» als direkt ungesetzlich. Alles, was aber an Grausamkeit denkbar sei, werde übertroffen durch die Entziehung des Elternrechts, dieses nicht vom Staat, sondern von Gott geordneten heiligen Rechts. Die dänischen Eltern seien umsomehr berechtigt, ihre Kinder auf Schulen nach Dänemark zu schicken, als sie ja die Kinder auf preußischen Schulen nicht in ihrer Muttersprache unterrichten lassen könnten. Mit dieser Ausweisungspolitik werde nichts erreicht. Je schroffer man auftrete, je wilder das Regiment, desto weniger deutsche Stimmen würden sich bei den Wahlen ergeben, desto geringer sei die Assimilation gewesen. Der frühere Oberpräsident Steinmann sei ganz anderer Ansicht als der jetzige gewesen. Derselbe habe einmal gesagt, man solle nicht vergessen, daß es sich um deutsche Brüder handele, die man mit Milde und Versöhnlichkeit gewinnen solle. Das sei auch der Standpunkt der Freunde Redners. Die beste Politik sei die, die auf dem Boden des Rechts und der Gerechtigkeit bleibe. (Beifall links). Abg. Lehr (nl.) bezeichnet die Interpellation im Reichstage für ganz unnötig. Er schildert alsdann die dänische Agitation. Abg. Stockmann (Rp.) hält den Reichstag nicht für zuständig, sich mit der Ausweisungsfrage zu beschäftigen. Der Fall der Kompetenz könne allerdings eintreten, wenn durch Ausweisungen in einem Einzelstaate die Interessen des Reiches direkt gefährdet würden. Die Ausweisungen seien nötig geworden, um einer immer frecher gewordenen, auf Abtrennung abzielenden dänischen Agitation entgegenzutreten. Es handele sich nur um eine Abwehrmaßregel. Eine Schädigung deutscher Interessen liege nicht in den Ausweisungen. Bezeichnend sei die Haltung des Freisinns und der freisinnigen Zeitungen in Schleswig-Holstein. Der Freisinn habe sich in direkten Gegensatz zu der Volksstimmung in Schleswig-Holstein gesetzt. Wo jetzt der Oberpräsident sich sehen lasse, werde er mit Jubel ausgenommen. Redner wünscht noch, daß die Regierung auch.sonst allen solchen Agitationen gegenüber solche Energie wie in Nordschleswig bezeige. Abg. Slembocki (Pole) bezeichnet die Maßnahmen der preußischen Regierung als weder gerecht noch human und rät den Nordschleswigern zur Ruhe und Besonnenheit. Abg. v. H-vdenberg (Welfe) erklärt, seine Freunde wollten sich mit der dänischen Agitation nicht identifizieren, aber die Ausweisungen billigten sie nicht. Der preußische Bureaukratismus habe es noch nicht fertig gebracht, sich Sympathien zu erringen. Redner macht noch mehrere Bemerkungen über den Nationalliberalismus im Hannöver'schen. Abg. Sattler (nl.) erwidert hierauf, im Interesse der nationalen Einigung sei seine Partei für die Angliederung Hannovers an Preußen eingetreten und werde stets die Fahne des deutschen Reiches und des Deutschtums hochhalten. Redner wendet sich hierauf gegen die gestrige Aeußerung Liebknechts, daß die Zustände in Schleswig ein Skandal seien in der gesamten gesitteten Welt. Abg. Munckel (frs. Vp.) bemerkt, eine maßlose Agitation verurteile auch er; aber die Agitation sei da, wenn sie auch nicht erfreulich sei. Die Gesinnung solle man nicht tadeln; man könne sie nicht ausziehen, wie einen Rock. Weisungspolitik, während Abg.Liebermann von Sonnenberg (Antis.) die Maßnahmen des Herrn v. Köller für durchaus berechtigt hält. Die Debatte über die Interpellation ist damit erledigt. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Wahlprüfungen, Novelle zur Zivil- und Strafprozeßordnung, Etat. Schluß 6l/4 Uhr. fabriziree Alle AnzcigkN'DkrmittlungSstetlen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ersteigen ;afl, dm 21. d. 2 Uhr, verheiz Bieters Saal) M' Parke Filz- - ■■ lh, 1 Break, 3> vagen, 1 ! nl, 1 PMA, 1 ibtraren itfottWtto yleigeriH ' weih fW. Asm, Deutsches Reich. Hamburg, 18. Februar. Die Generalversammlung der Hypothekenbank in Harburg genehmigte die vorgeschlagene Divende von 8 Prozent und erledigte die Tagesordnung ohne Debatte. In den Aufsichtsrat wurde neu gewählt Herr Geh. Kommerzienrat Michel, Präsident der Handelskammer in Mainz. Die Dividende kommt mit 60 Mk. für die Aktie von 750 Mk. (Nr. 1 bis 10 000), mit 120 Mk. für die Aktie von 1500 Mk. (Nr. 10001 bis 19000) vom 20. d. Mts. ab an den bekannten Zahlstellen zur Auszahlung. Ausland. Paris, 19. Februar. Unausgesetzt wiederholten sich die Kundgebungen auf den Boulevards. Bei den Gegnern Loubets ist der vorherrschende Ruf: Nieder Panama, bei den Gegenkundgebungen der Revisionisten ertönt der Ruf: Nieder mit den Jesuiten. Vor der Redaktion der „Libre Parole" kam es wiederholt zu Schlägereien. Die „Patrioten" manifestierten mit den Royalisten zusammen vor der Oper und auf dem Konkordienplatze. Die Polizei ging sehr streng vor und nahm viele Verhaftungen vor. Vor vorüberziehendem Militär wurden vielfach Ovationen ausgebracht. Paris, 19. Februar. In seiner Antwort auf Dupuys Ansprache, der Loubet nach seiner Wahl zum Präsidenten beglückwünschte, sagte Loubet: Nichts in seiner Vergangenheit habe ihn zu träumen berechtigt, daß er eines Tages Präsident der Republik sein werde. Er fuhr fort: Ich bin ein alter Republikaner und werde es immer bleiben. Ich will, daß das Elysee ein republikanisches Haus sei und bleibe. Seine Thüren werden allen Republikanern immer offen stehen. Der Präsident steht über den Parteien. Wir werden zusammen arbeiten, um mit der Regierung den leider sehr schwer gefährdeten inneren Frieden im Lande wieder herzustellen. Wir werden aber auch keinen unserer Grundsätze aufgeben, welche die Ehre der Republik ausmachen und Frankreichs Ruhm sichern. Versailles, 18. Februar. Nach der Sitzung begaben sich die Mitglieder in den Palasthof, um Loubet abfahren zu sehen. Loubet bestieg um 4 Uhr einen vierspännigen Wagen und fuhr, von zwei Schwadronen Dragonern begleitet, unter den Rufen: „Es lebe die Republik" zum Bahnhofe. Daselbst bestieg er den bereitstehenden Zug. Die Antisemiten versuchten ohne Erfolg eine Kundgebung, indem sie „Nieder mit Panama" riefen. Nach der Abfahrt des Präsidenten bestiegen auch die Parlamentarier und Journalisten einen zweiten Zug, um nach Paris zurückzukehren. Am Lazare-Bahnhofe wurden Loubet von einer ungeheuren Menschenmenge allgemein Huldigungen dargebracht. Die feindlichen Rufe der Antisemiten wurden von den Republikanern übertönt. Loudon, 19. Februar. Aguinaldo erließ neuerdings eine Proklamation, in welcher er die Amerikaner beschuldigt, die Philippiner angegriffen, ihre Ortschaften ohne Grund bombardiert, die friedlichen Bürger gefangen gesetzt lange Vorrat' t inabor1* nnabor erbtm habe einwi1 not 0«’ 4 ähr* trilh. L? SltiÄf^' ** 3 AM SingeaaW itiofftln bei Krau Dam" iefi strample odjen ein; ärgerlich, fein’. "'Zig Mark, ""Massel ein ich Dich t fein? >es Rad, Den Staat Preis, Schade, "nzig Mark er ein, W sich gleich: cheug sein? Das Großherzogliche Neuer-Kommissariat Gießen •m die Grotzh. Bürgermeistereien des Bezirks. Wir ersuchen Sie, die Ihnen zugegangenen Gewerbs- paiimle auszufertigen, und die aufgeklebten Marken gehörig zu i Köliyerten. Die Patente sind sodann von Ihnen zu unterzeichnen mttb umgehend, nach den Nummern gehörig geordnet, anher zyMzu senden. Tie Anwendung von Streusand dürfte zu ver= '«eixn sein. ließen, den 18. Februar 1899. Bähr. _ h, pin^ nicke100*’- er"'' Eige»° b 1k wird der Geschäftsordnungskommission Sodann wird die Besprechung der Jnterpella- tiomZ ohannsen fortgesetzt. — n fflf N- Lenzmann (frs. Vp.) drückt sein Befremden ifhtbälv 1 äber das Verhalten der verbündeten Regierungen. Die W* prira^t BebiMimlg, die sie der Interpellation zuteil werden ließen, m'1 ;Upröti- i; sie die Antwort verweigerten, sei ein weiterer Schritt, Uö-0 Ansehen und die Kompetenz des Reichstages herab- GrÜSS*16 öustM Im preußischen Abgeordnetenhaus habe man es SflW & B. Herr Sattler, den Freunden Redners, weil ~e ^t der Ausweisungen tadelten, die nationale Ge- J unnWg «abzusprechen. Hier im Reichstage würden sie sich C : I 'öl$e Anmaßung verbitten. Sie würden, wenn ihnen Gießen, den 18. Februar 1899. 8etr.: Die Ausführung der Landesfeuerlöschordnung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen «h die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf die Bestimmungen des § 11 der Ausführungsverordnung zur Laudesfeuerlöschordnung und AM. 11 der letzteren und § 3 ff. der Kreisfeuerlösch- Edniin g beauftragen wir Sie, die Grundliste der pflichtigen Mannschaften, sowie ein Verzeichnis der aus der Grund- liiilt für das nächstfolgende, vom 1. April 1899 bis 31. März 1'900 laufende Jahr für die Pflichtfeuerwehren oder als HWmunnschaften der freiwilligen Feuerwehren in Anspruch z»c nehmenden Personen unverzüglich aufzustellen und beide ßften nach voraufgegangener ortsüblicher Bekanntmachung acht Lage lang zur allgemeinen Einsicht offenzulegen. Etwaige von Ihnen nicht erledigte Einwendungen gegen dre Liften und Befreiungsgesuche sind uns bis zum 20. März i. H. »orzulegen. _______________v. Be chtold. Gießen, den 15 Februar 1899. Bei r.: Die Regulierung der Gewerbesteuer. Großherzogliche Kreisamt Gießen -« diie Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung «öftrer Verfügung vom 31. v. Mts. (Gießener Anzeiger 29) im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von fü«s Tagen erinnert. __ v. Bechtold. Bekanntmachung. Die Maul- und Klauenseuche in Lorbach, Hof Mlttienborn und Erbacherhof, Kreis Büdingen, ist e-.Höschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln auf- 9eNtn worden. Hieß en, den 15. Februar 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 1 v. Bechtold. und es auf die Ausrottung der philippinischen Raffe abgesehen zu haben. Dieselbe werde den Kampf bis aufs Meffer fortsetzen und sich bei den Großmächten beschweren. Sofia, 19. Februar. Nachdem das Projekt der Abhaltung eines mazedonischen Kongresses in Genf auf Hinderniffe gestoßen, soll der Kongreß hier abgehalten werden. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 20. Februar 1899. j ** OrdensVerleihung. Seine Königliche Hoheit der 1 Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung ! vom 4. Februar dem Zahlmeister Kuhn im Großh. Feld- -t Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie- i Korps) die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst- J ordens Philipps des Großmütigen auf den 19. d. M., dem e Tage seines 25 jährigen Dienstjubiläums als Regiments- i Zahlmeister, zu verleihen geruht. i •* Parlamentarisches. Am 17. und 18. Februar tagte \ der vierte Ausschuß der zweiten hessischen Kammer im i Ständehaus zu Darmstadt. Auf der Tagesordnung standen < 14 Anträge und Vorstellungen, welche bis auf einen Antrag ihre Erledigung fanden. Der Ausschuß wird vor- 1 aussichtlich wieder Dienstag den 28, JfcdLCtttrr zusammen- j treten. .__•s/“ , , 1 ** Festkonti des akademischen Gesangvereins. Wohl , selten b-'.t'sich ein Jubilar so zahlreicher und so herzlicher 1 Kundgebungen zu erfreuen gehabt, als unser nunmehr 80 jähriger akademischer Gesangverein, der gestern die lange ] Dauer seines Bestehens durch ein Festkonzert im großen 1 Saal des Gesellschaftsvereins in glänzender und würdiger i Weise feierte. Nicht nur das Publikum, das die jährlichen ' Konzerte des Konzertvereins besucht, hatte sich zahlreich । eingefunden, sondern auch eine Anzahl hiesiger Männer- । Gesangvereine hatte durch Entsendung von Vertretern zu dem festlichen Akt ihr Interesse an den Bestrebungen des : greisen Jubilars an den Tag gelegt. Und wahrlich! Einen Ehrentag bedeutete das gestrige Konzert nicht allein für den Verein selbst und für die milwirkenden Gäste, sondern auch für seinen vortrefflichen musikalischen Führer und Berater, Herrn Universitätsmusikdirektor Trantmann. Wir hatten schon verschiedentlich Gelegenheit, den wohlthätigen Einfluß dieses hochbegabten Musikers auf das Blühen und Gedeihen des Akademischen Gesangvereins rühmend zu erwähnen, und können auch heute dem Verein zu diesem tüchtigen Dirigenten nur gratulieren mit dem aufrichtigen Wunsche, daß derselbe nicht nur ihm, sondern dem musikalischen Leben Gießens überhaupt noch recht lange erhalten bleiben möge. Der Lorbeerkranz, den Herr Geheimrat Oncken mit warmen Worten dankbarer Anerkennung Herrn Trautmann überreichte, lieferte den besten Beweis dafür, daß der Akademische Gesangverein seinen verdienstvollen Dirigenten wohl zu schätzen weiß. Um auf die Einzelheiten des vielseitigen und interessanten Programms zu kommen, so bemerken wir zunächst, daß die drei Kompositionen für gemischten Chor in gewohnter vorzüglicher Weise vorgetragen wurden. Humperdincks „Glück von Edcnhall" schien uns die meisten Schwierigkeiten zu enthalten, deren Ueberwindung wir um so mehr anerkennen, als Herr Trautmann nicht nur dirigierte, sondern auch gleichzeitig die recht schwierige Begleitung selbst übernahm. Einfach in Chorsatz und Begleitung und doch von wunderbarer Schönheit ist des geistreichen Franzosen Hektor Berlioz „Flucht nach Egygten". Auch hier, wie von dem „Sonnengesang" a. d. Oratorium Franziscus von Edgar Tinel können wir über die Wiedergabe nur das Beste berichten und bemerken kurz, daß man sämtlichen Vorträgen das hohe Alter des Jubilars nicht anmerkte. Die Tenorsoli in den beiden letztgenannten Werken hatte Herr Assessor Lony übernommen, der sich seiner zum Teil nicht leichten Aufgaben mit vielem Geschick entledigte. — Für Solovorträge am Klavier und auf der Geige waren die jugendlichen Künstler Frl. Frieda Hodapp aus Freiburg und Herr Hans Franzos aus Wien gewonnen. Fräulein Hodapp vermochte uns mit dem Vortrag der Sonate von Brahms weniger zu erwärmen als durch die Solostücke für Clavier von Chopin (Etüde) und Liszt (Rhapsodie Nr. 12). Letztere riefen so starken Beifall hervor, daß sich die Künstlerin zu einer Zugabe (Studie von Kwast) verstand. Einen ganz bedeutenden Erfolg erzielte mit seinen Violinvorträgen der jugendliche Hans Franzos, und wir stehen nicht an, ihm eine glänzende Zukunft zu prophezeien. Er verfügt nicht nur über eine zuverlässige Technik und eine elegante sichere Bogenführung, sondern versteht auch vorzutragen, was wir namentlich an der Wiedergabe der Solostücke von Bach und Sarasate konstatieren konnten. Das Publikum gab sich nicht eher zufrieden, als bis sich der jugendliche Künstler mit Schumanns „Träumerei", die er übrigens ganz wundervoll spielte, losgekauft hatte. Der akademische Gesangverein und sein verdienstvoller Dirigent dürfen versichert sein, daß sie den hiesigen Musikfreunden gestern einen hohen Kunstgenuß bereitet haben. Mögen sie auch in Zukunft ersprießlich für das Musikleben Gießens wirken! Zum Schluß möchten wir eine Bitte aussprechen, die sicher den Beifall jedes musikalischen Konzertbesuchers finden wird. In allen besseren und größeren Konzertsälen ist nach Beginn eines Musikstückes Nachzüglern ein Eindringen in die Parkettreihen nicht gestattet, und jeder Musikfreund, der die gestrigen unliebsamen Störungen in dieser Beziehung bemerkt hat, wird uns beipflichten, wenn wir unsere verehrlichen Konzertdirektionen bitten, die Sitte, während der Vorträge die Saalthüren geschlossen zu halten, auch in Gießen einzuführen. In dem gestrigen Konzert des Akademischen Gesangvereins hielt der Vorsitzende desselben, Herr Geh. Rat Professor Dr. Oncken, folgende Ansprache: „Der Akademische Gesangverein hat beschlossen, der Feier seines achtzigjährigen Stiftnngsfestes eine besondere Weihe ,u verleihen durch öffentliche Ehrung seines ausgezeichneten Dirigenten, der in der kurzen Zeit seines Wirkens hier am Orte sich aller Herzen gewonnen, sich allgemeine Verehrung und unbegrenztes Vertrauen erworben hat. Bei dieser Gelegenheit sollte Herrn Musikdirektor Trautmann öffentlich ausgesprochen werden, wie sehr wir anerkennen den heiligen Ernst seines Strebens, wie aufrichtig wir bewundern die Meisterschaft seines Könnens als Virtuose und Dirigent, wie dankbar wir sind für den selbstlosen, hingebenden Fleiß, für den alles mit sich fortreißenden Feuereifer, für den begeisternden Schwung, mit dem er unser ganzes musikalisches Leben erfüllt hat. Indem ich dies hier ausspreche, und zwar, wenn auch im Namen des Vereins, doch nicht blos in seinem Sinne, übergebe ich Herrn Trautmann diesen Lorbeerkranz, den er annehmen und betrachten wolle als ein Pfand der Gewißheit, daß wir ihm unsererseits Fleiß mit Fleiß und Treue mit Treue vergelten werden." (Allgemeiner Beifall.) — Bei dem Festessen, das dem Konzert folgte, wurde Herrn Trautmann noch ein Ehrengeschenk überreicht in Gestalt eines Prachtexemplars der Partituren zu den vier Symphonien von Brahms. *♦ Stadttheater. Die gestrige langersehnte Kindervorstellung brachte unter Herrn Liebschers kundiger Leitung den Braun'schen vieraktigen „Struwwelpeter". Unser Kritiker, der allerdings an der Grenze des Kindesalters steht, hatte einiges an der Darstellung auszusetzen, unter anderem sei sie stürmisch gewesen, sodaß z. B. bei der Tintenfaß-Scene eine alte Wand gewackelt hätte. Seine jüngeren Schwestern, als Vertreterinnen des schönen Geschlechts, waren nachsichtiger in der Beurteilung der Leistungen und meinten, sie hätten sich leidlich amüsiert. — Für Kinder ist das Beste gut genug; denn sie haben offene Augen für alles. Vielleicht beherzigen unsere geschätzten Künstler dies für kommende Fälle. *'-e- Stadttheater. S 'Nulle rl benennt sich das Karl Morrs'sche Volksstück mit Musik von Vincenz Pertl, welches gestern abend vor nur mäßig besetztem Hause in Szene ging. Dieses Stück führt uns hinauf in die steierischen Berge und zeigt uns ein getreues Bild der Biederkeit aber auch der Starrköpfigkeit seiner Bewohner. Da steht im Vordergründe die Hauptfigur, der alt-ehrwürdige, doch mit echtem Volkshumor begabte Dorfarme, der Null Annerl, welcher durch Herrn Liebscher fast durchweg wirkungsvoll dargestellt wurde. Dem gegenüber steht der reiche, starrköpfige Grundbesitzer und Gemeindevorstand Volkmar Quarzhirn (Herr Walter) mit seinen beiden Töchtern Angla und Gabi, deren Liebesglück und -leid mit allen seinen Einzelheiten den eigentlichen Stoff des Stückes bildet. Besonders war es die Gabi des Frl. Schloß, welche das Interesse der Zuschauer in hohem Maße in Anspruch nahm. Diese Dame wußte aber auch das echte Kind der Berge, das die Starrköpfigkeit des Vaters den Geliebten erst nach vielen bitteren Erfahrungen erlangen läßt, in allen Feinheiten des Charakters zum Ausdruck zu bringen. Sie war auch die einzige von den Mitwirkenden, die den Dialekt sicher beherrschte. Weniger glaubwürdig verkörperte Frl. Cron egg die andere Tochter Quarzhirns, die Angla; sie war uns für ein „Gebirgskind" zu vornehm. Von den übrigen Mitwirkenden nennen wir noch als gut Herrn Merker, als Verehrer der Gabi, und Frau Direktor Kruse als dessen Mutter, sowie Herrn Köhler als Privatier v. Kornwild. Eine köstliche Figur bot Herr Wil Helm i als Knecht Stoffel. Recht gut gefiel uns die Szene in der Spinnstube, bei welcher besonders Frl. Si- tard i für das hübsch gesungene Lied reich mit Beifall ausgezeichnet wurde. Herrn Helm konnte man eher für den Gemeindediener eines sächsischen als eines steierischen Dorfes halten. ** Stadttheater. Die hier mit Recht beliebte erste Liebhaberin vom Darmstädter Hoftheater, Frl. Frieda Eichelsheim, wird hier am Dienstag, dem 21. d. Mts., abermals gastieren. Die Künstlerin spielt die „Maria Stuart", eine ihrer besten Rollen. Die Vorstellung findet bei mittleren Preisen statt. * * Sändor Schreyer wird am Mittwoch, dem 22. d. M., abends 8 Uhr in „Steins Garten"-Saalbau ein zweites Konzert geben. Wir weisen darauf hiermit gebührend hin. Wer irgendwie Sinn oder Verständnis für Musik hat und nicht anderweit in Anspruch genommen ist, der lasse sich den seltenen Genuß nicht entgehen, einen Künstler zu hören, der in seinen Instrumenten aufgeht. Einlaßkarten sind im Vorverkauf in den Buchhandlungen Ferber, Frees und Krebs zu haben, sowie am Konzertabend an der Kaffe. * * Frühlingsbote. Heute wurde uns das erste Sträußchen Waldmeister als Februarseltenheit überreicht. * * Im Inseratenteil unserer heutigen Ausgabe ist die Bilanz pro 1898 der Hypotheken-Bank in Hamburg veröffentlicht, worauf wir an dieser Stelle nochmals Hinweisen. *’ Reichskasfenscheine. Zu den Klagen über beschädigte und beschmutzte Reichskassenscheine wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß sowohl die Kassen der Reichsbank wie auch die königlichen Kaffen verpflichtet sind, derartige Scheine anzuhalten und aus dem Verkehr zu nehmen. Dieser Verpflichtung leisten die erwähnten Stellen auch in ausgiebigster Weise Folge. Wenn trotzdem beschädigte । Scheine im Umlauf bleiben, so ist dies die Schuld des Publikums, das es unterläßt, sie an einer der bezeichneten ' Stellen abzuliefern. Geschieht das, so ist an einer baldigen Beseitigung der beschädigten und beschmutzten Scheine und Noten nicht zu zweifeln. Auf der anderen Seite aber muß i dem Publikum auch eine größere Schonung in der Be- : Handlung der Noten und Scheine empfohlen werden. Es : ist erstaunlich, mit welcher Achtlosigkeit die Noten häufig r zusammengefalten und zerknittert werden. Der Gebrauch der Brieftasche, die in anderen Ländern zur Aufbewahrung von Banknoten gäng und gäbe ist, scheint in weiten Kreise» des deutschen Publikums völlig unbekannt zu sein. Es ist daher auch nicht zu verwundern, wenn beschädigte Note» in größerer Zahl auftauchen. . ** Auf kaiserliche Anordnung sollen bei den diesjährige» Reserveübungen die Interessen der am meisten beteiligten bürgerlichen Berusskreise, namentlich auch die Lage der Ernteverhältnisse in den einzelnen Korpsbezirken, nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Im Durchschnitt soll die Dauer der Reserveübungen 14 Tage betragen. Ueberall da, wo es bei einzelnen Mannschaften im Jntereffe der Ausbildung für wünschenswert erachtet wird, kann jedoch die Uebungszeit je nach dem Ermessen der Generalkommandos bis zu 20 Tagen verlängert werden. In diesem Falle tft dafür eine entsprechend geringere Zahl von Mannschaften einzuziehen, damit die Löhnungsbeträge für die Mannschafts, zahlen nicht überschritten werden. Die Bäcker aus der Reserve sind so zeitig einzuberufen, daß sie vor ihrer Der- Wendung während der Herbstübungen gründlich in den Verrichtungen am Feldbackofen bei den Garnisonbäcker eie» unterwiesen werden können. ** Deutsche Nationalfestspiele. Der Reichsausschuß für deutsche Nationalfeste wird in nächster Zeit in Dresden zusammentreten, um sich zu dem „Reichsverein für vaterländische Festspiele" auf ähnlicher Grundlage mit Zweigvereinen zu bilden, wie sie der deutsche und österreichische Alpenverein besitzt, doch unter Zulassung von Einzelpersonen und Körperschaften als unmittelbare Mitglieder. Die bereits vorhandenen 43 Ortsausschüsse sollen zu Zweigvereinen nach Art des neuerdings in Dresden gebildeten, dem sich bereits über 8000 Personen angeschloffen haben, erweitert werden. Von den akademischen Kreisen haben sich sämtliche 33 farbentragende, an fast allen deutschen Hochschulen vertretene Turnerschaften schon angeschlossen, neuerdings hat dasselbe der zur Deutschen Turnerschaft gehörige nicht farbentragende Akademische Turnverein Berlin gethan. Mit anderen größeren Körperschaften schweben Verhandlungen. Zwischen den Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft und des Reichs- Ausschusses ist nach erfolgter Bildung des Reichsvereins zur Zerstreuung bestehender Mißverständnisse und zur Anbahnung gegenseitiger guter Beziehungen eine gemeinsame Beratung vereinbart worden, an der aus beiden Körperschaften einige weitere Personen in leitender Stellung teilnehmen werden. •* Wetterbericht. Das barometrische Maximum hat an Umfang gewonnen, und umfaßt heute den größten Teil des Kontinents. Sein Kern liegt über dem Odergebiet und den dänischen Inseln. Niederer Druck lagert im äußersten Norden sowie an der afrikanischen Küste, woselbst das Barometer gesunken ist. In Centraleuropa herrscht allenthalben ruhiges und vielfach heiteres Wetter. Die Morgentemperaturen sind im Flachlande zumeist noch etwas gesunken, während an den Hochstationen sich neuerdings starke Temperatur-Umkehr eingestellt hat. Hirschberg und Wendelstein verzeichnen heute früh die höchsten Temperaturen von gan; Central-Europa. — Voraussichtliche Witterung: Vorwiegend heiteres Wetter. Nachts leichter Frost, stellenweise Morgennebel. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 114 Jahren, am 21. Februar 1785, wurde zu Düsseldorf der geistvolle Biograph Varnhageu von Ense geboren, einer der ersten Prosaisten nach Göthe. Seine historischen Biographien dürfen als Muster klassischer Darstellung gelten. Wahre Fundgruben für die Würdigung seiner Zeitgenossen und Zeitverhältnisse sind seine mit seltenem Freisinn ausgezeichneten Denkwürdigkeiten und Tagebücher, welche hauptsächlich von Ludmilla Assing veröffentlicht worden. Varnhagen starb am 10. Oktober 1858 zu Berlin. Vermischtes. * liebet die Krankheit des Staatssekretärs v. Podbielski berichten Berliner Blätter: Der Anfall von Gicht, der Herrn v. Podbielski vor einigen Wochen plötzlich befiel, war von großer Heftigkeit. Das Leiden beruht auf Erblichkeit. Auch sein Vater, der vom Kriege gegen Frankreich bekannte General Podbielski, hatte darunter zu leiden. Als Herr v. Podbielski bei der Beratung des Postetats im Reichstag sprach, war er von den heftigsten Schmerzen gepeinigt. Der Redner konnte zum Teil nur dadurch es ermöglichen, seine Rede fortzusetzen, daß er knieend sprach. Herr v. Podbielski soll sich einer sogenannten elektrischen Lichtkur unterzogen haben. * Die Ernennung des Grafen Mülinen, des Konstantinopeler Botschaftsdragomans, zum Kammerherrn der Kaiserin erinnert einen Mitarbeiter des „B. T." an einen lustigen Zwischenfall, der sich seinerzeit am Wiener Hofe abspielte. Ein Namensvetter und wohl auch Verwandter des Grafen — das Geschlecht stammt aus der Schweiz und wurde vor Jahrhunderten in den reichsdeutschen Adelsstand erhoben — war dort in diplomatischer Eigenschaft thätig und wohlgelitten in den höchsten Kreisen. Bei einer gewissen Gelegenheit wurde er einem der entfernteren Mitglieder des Kaiserhauses vorgest^llt, das etwa- geringschätzig meinte: „Mülinen? Mülinen? Den Titel kenne ich gar nicht — ist wohl ein neuer Adel?" — „Das nicht gerade, kaiserliche Hoheit!" war die leicht gereizte Entgegnung. — „Aus welcher Zeit stammt er denn wohl?" fragte der Erzherzog spöttisch weiter. Die unerwartete Antwort war: „Aus der Zeit, kaiserliche Hoheit, als die Habsburger noch unsere Lehensleute waren!" That- sächlich waren die Mülinen schon im 11. Jahrhundert ein in der Schweiz und Schwaben reich begütertes Geschlechte Die Erwiderung des Erzherzogs wird nicht vermeldet. l „Bnn d •Äbt,»« Sm®1«" Ls NÄK JJ, ffllt alles » Sttt: tt ill tiveb Mt jo M"'? gtedt, ohne Rw jasiichei. •nn warb Äeununboii Loch ichl > Kaum M lltdflaflfi N-n gSmit Die Jugend Desgleichen Sn hehrer I Aeleri aus Stob Stoge $ilt man ft Steßmer M Sewachsen Ifi Such Fremde Mit Fleiß b° Wohl dem, t Gleich M 1 Mcha bm Nvich ttai Laßt uni Huf, trau Richt wie Montaa l iktonfimandenM - Xoveller »nmdMiMn n Mart. $tüafl v 't*nene breiuni ^ovellen-Mioihek ,ile Feierstunde eii Wem, den Nach! "W W fleben. ( ■neffonn gefaßte $ "ik'nbar alltäglicher -mn leidenschaftlich, 'Wmchientbebr ifletoöbrt einen er\t ■toobene ÄnMW satif i Äi M c"~a-e u. b ftjfi 11507 ( ■wÄ S*.Fch •1,m<; 1 INN. Bi A Mg,- jioui ‘‘"Nötigt, * leisten bt. ^°uch die La« Krken, MM soll di! M- UebetüS fresse bei t0' Mn jedoch "nalkonnnandos diesem Falle ist oacker aus btt vor ihrer Tn ^ch in den Bei arnisonbiickereie! ichsausschuß fti Zeit in Dresden nein für vater age mit Zveig- nd österreWk rt Einzelptrsvm )er. Die bereits ZweigvereMt ■ idrkn, dm sich; Huden, erweiten haben sich säml> schen Hochschule! i, neuerdings hil rige nicht sackt. ian. Mit anderer ingen. Zivischee und des M- ieichsvereins ziu D zur Anbcki^ insame fcr? perschaften w Inefynen werden ’Zapmum bat an größten Teil bei Oder gebiet und pX M äuhechen da-Barv' rrscht Mnthalben ),e MorgentiM i etwas gesmier ings starke Ira unb ÄendelM aturen von g®\ Witterung:» er M W" ; Beit. 1185, wurde js ragen vonötli^ lCh Göthe. iW ter klassisch» it die WmdW ,d seine mit feit«- m und Tagebuk eröfsentlichtwo^ zu Berlim^ inonGich ...bt au leiden. » L SH des N?r';. i" tv°r er d» Z-» <®it - 1 ivciter; ,Le hohl it/ ka'ser <7K ;»"ä; Gingesandt. Gießen, 20. Februar 1890. ES giebt musikalische und unmustkaltfche Menschen. Unter den KonzertbesuLern find beide (Sattungen vertreten: denn auch der un- mustkatische Mensch kann Freude an der Mufik haben. Leidn haben wir nun gestern die E> sabrung machen müssen, daßieS auch Konzert- besucher giebt, denen die dock nicht nur für den MustkaUschen unentbehrliche Eigenschaft des Taktgefühls so sehr abgeht, daß sie es wagen, mitten während der Klänge der schönsten Kantilene nicht nur den Saal zu betreten, sondern sogar durch die Reihen der auS ihrer mufikalischen Andacht aufaeschreckten Zuhörerschaft nach ihren Plätzen fich hindurchzuwinden. Es war wahrlich nicht das Verdienst der beiden Damen, die diese« Manöver während deS Beethooen'schen Konzert- ausführten, daß der jugendliche Spieler fich nicht auS der Fafiung bringen ließ. Wir hätten es ihm nicht verdacht, sondern mit Beifall gelohnt, wenn er sein Spiel unterbrochen hätte. Zum S.ück steht ein so peinlicher Fall, wie der gestrige, in der Geschichte unterer Konzerte, soweit Einsender fich ihrer erinnert, ganz vereinzelt da. Wie alles in der Welt, hat aber auch er eine verdienstliche Seite: er ist eine beredte Mahnung an unser Publikum, fich zu den Konzertaufführungen pünktlich etnzufinden, oder, wenn man auS »wtngenden Gründen daran verhindert sein sollte, geduldig vor der Thüre zu harren, bis der im Saale erschallende Beifall die Gelegenheit giebt, ohne Künstler und Publikum zu stören, die Plätze auf- zusuche». Gieße«, 20. Februar 1899. 1849—1899. Gern ward ein Aufruf jüngst vernommen: Reunundvierziger möchten ins Einhorn kommen; Doch ächt von häi nur, einzig, einzig — Kaum glaublich fcheint's Anno 99. Altersgenoffen, gar liebe Leut, Man gönnt Euch Erinnerung der Jugendzeit, Die Jugendstreiche, die keck Ihr vollführt, Desgleichen die Hiebe, die drauf Ihr gespürt. An hehrer Stätte der Kultur Feiert a u s s ch l i e ß l i ch man G i e ß e n e r nm ? — Sind Eingewanderle nicht genehm? — Hält man sie fern als unbequem?! — Gießener Männer von früher und heute, Gewachfen ist Gießen zu jedermanns Freude; Auch Fremde haben'« mit fertig gebracht, Mit Fleiß das Städtchen zur Stadt gemacht. Wohl dem, der mit uns die fünfzig erlebt, Gleich unS zur Feier fich rüstig erhebt, Reichet den AlterSgenoffen die Hand! — Manch einer weilt schon im befferen Land. Drum JahrgangSbrüder von nah und fern, Laßt unS gemeinsam feiern gern, Auf, traute Gesellen, nützt klüglich die Zeit; Nicht wieder kehrt so die Gelegenheit! Einige nicht in Gießen geborene 50er. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 20. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Kc»nfirmandensaal der Johanneskirche. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. — Rovellen-Bibliothek der Illustrierten Zeitung. Dreiundzwanzigster Band. Preis 2 Mark, in Originalleinenband 8 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Auch der soeben erschienene dreiundzwanzigste Band der schnell beliebt gewordenen Aovellen-Bibliothek der illustrierten Zeitung will zwar zunächst für die Feierstunde eine anmutende Lektüre fein, verschmäht es aber tiotzdem, den Nachtseiten des menschlichen Lebens ängstlich aus dem Wege zu gehen. So ist „Das erbarmungslose Mitleid", eine in Briefform gefaßte Novelle des Fürsten Friedrich Wrede, ein Stück scheinbar alltäglichen, schlichtbürgerlichen Daseins, aber gelebt von einer leidenschaftlichen edlen Seele, die des ins Große gehenden Zuges nicht entbehrt. Richard Otto giebt in »Au revoirl“ ein grandioses Augenblicksbiid aus der himmelanstarrenden, trotzig schweigenden Nlpenwelt der riesenhaften Montblanckette und ihrer Schrecken. Max Langenberg spendet im „Adagio des Prinzen Louis Ferdinand" ein intimen Reizes volles Idyll vom ahnungsschweren Vorabend des Gefechtes bei Saalfeld. „Das Opfer", Novelle von Anna Wenck, flctoäbrt einen erschütternden Einblick in das vom Aberglauben umwobene (Nmütsleben der Völker an der untern Donau. Universitäts-Nachrichten. — Bafel. An der hiefigen Uviverfität wurde die venia legendi erteilt für gerichtliche Medizin an Dr. Ad. Strecketfen, für Mineralogie und Geologie an Dr. Aug. Tobler und für moderne Litteratur an Redakteur Dr. HanS Trog. — Lausanne. An unterer Universität haben sich in der juristischen Fakultät Dr. de Tourtoulon, in der technischen Fakultät Ingenieur Emanuel Gaillard habilitiert. Spidpleu irr trnemighn frankfurter StMhrittt. Opernhaus. Dienstag den 21. Februar: Zum Besten deS Fonds für daS Kaiser-Friedrich-Rational-Denkmal In Cronberg. Die Auferweckung des LazaruS. Hierauf: Götterdämmerung, dritter Akt. Mittwoch den 22. Februar geschloffen. Donnerstag den 23. Februar: Carmen. Freitag den 24. Februar: Der Opernball. SamStag den 25. Februar: Der fliegende Holländer. Sonntag den 26. Februar, nachmittags 31/i Uhr: Der Obersteiger- Abends 7 Uhr: Matteo Falcone. Schauspielhaus. Dienstag den 21. Februar: Die Befreiten, a. Sittliche Forderung, b. Abschied vom Regiment, o. Die Lore. Mittwoch den 22. Februar: Vorletztes Gastspiel deS Herrn Direktor Conrad Dreher. Da« grobe Hemd. Donnerstag den 23. Februar: Letztes Gastspiel des Herrn Direktor Konrad Dreher. Jägerblut. Freitag den 24. Februar: Herostrat. SamStag den 25. Februar: Auf der Sonnenseite. Sonntag den 16. Februar, nachmittags 8e Napolevr Auf die keinen Wir bringen hiermit zur gefl. Kenntnis, dass wir unsere Vertretung für Giessen und Umgegend der Firma Fr. Leo Nachf. (Inh. C. Herber) übertragen haben. Wegen Bezug von Brennabor - Rädern bitten wir daher, sich mit genannter Firma in Verbindung zu setzen, welche gern mit niedrigst gestellten Preisen dienen wird. Auch Ersatzteile zu früher bezogenen Brennabor-Rädern Giessener Stadttheater. Dienstag, den 21. Februar 1899. ((£ rh öht e Preise.) ßiiflfpirl non fritiin (fidjtkljfim, Großh. Hosschauspielerin vom Darmstädter Hoflheater. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich von Schiller. Anfana 8 Ubr.Ende io8/« Ubr. U Lehrfabrik I Praktische Ausbildung in Maschinenbau und Elektrotechnik. Cure. 1 Jahr. Proepect d. Georg Bohmldt & Oo., Ilmenau 1. Th. Hodes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann, uuftr Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Krug-, Uhrmacher im Alter von 75 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebene«. Samstag abend 8 Uhr nach langem Leiden im Alter von 54 Jahren sanft verschieden ist. Die tiefirauernden Hinterbliebenen. Verein -er Gastwirte von Gießen und Umgegend. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht von dem Ableben unseres lieben Kolleaen 1572 Heinrich Leib. Die Beerdigung findet Dienstag vormittag 11 Ubr statt und wird Familie Hellmold 1595 Klavier: Heinrich Bodocsänyi aus Budapest. , a v VorhAr - Numerierter Sitz im Saale Mk. 1.50, numerierter Sitz im Saalanbau Mk. 1.-. - Kategoriekarten für Studierende im Saalanba* Vorverkauf in den Buchhandlungen Frees, Krebs und Ferber. _ Numerierter _ ^ndkasse 10 Proz. teurer. Programme an der Kasse. 7 Uhr. Hodes-Anzeige Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter fron Henriette Bauer Wwe. geb. Schmalz, Samstag nachmittag sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hrnterblrebenen: Magnus Becker. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag V* nach 4 Uhr vom Sterbehause, Steinstraße 64, aus statt. 1571 Redaction: 6. Burkhardt. — Druck «n> Verla, der vrühl'schen UniverfitätS-Buch« und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Are Heutige Dummer umfaßt 12 Seite» Todes-Anzeige. Samstag nacht verschied nach längerem Leiden Frau Martin Weiner Wwe was wir Freunden und Bekannten hierdurch mitteilen. Turnverein Hierdurch erfüllen wir die traurige Pflicht, unftrc Mitglieder von dem erfolgten Ableben unseres langjährigen Mdglieveü «Herrn Heinrich. Leib in Kenntniß zu setzen. Die Beerdigung findet Dienst rg vormittag 11 Uhr vom Traurrhause, Eichgärten 65 (Phüosophtnwald), aus statt. In Gießen wohnhafte Altersgenossen, gleichviel ob geborene Gießener ober nicht, besonders aber solche, welche mit der einfachen, gemeinschaftlichen Jahrgangs-Feier (Bierabend mit Konzert) einverstanden find, werden gebeten, sich Donnerstag, den 23. Jebruar, abends 9 Ftstr- im Caf6 Ebel ein finden zu wollen. 1568 Einige hier nicht geborene 50 ft Ä Stuben.,. ^ 9“ Üu9„^|u6'I • '»2 Ä äst’ w Todes - Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser lieber Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Leih Mittwoch den 22. Februar, abends 8 Uhr, in Steins Garten (Saalbau): GROSSES KONZERT von Sandor Schreyer, Ungarischer Violin- und Cellovirtuose. Theater-Verein. (Siebente Vorstellung) Mittwoch den 22. Februar, abends 8 Uhr präck 1594 ausgeführt von Mitgliedern des Giessener Stadttheaters: Jugendfreunde. Lustspiel in 4 Aufzügen von Ludwig Fulda. Rllltxi'Q • “ der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachf.), tilllvtS« Logo Mk. 3.—, Erstes Parkett Mk. 2.50. Zweites Parkett Mk. 1.75., Studentenkarten Mk. 1,—, Schulerkarten Mk. 0.40, Qallerie Mk. 0 40. Montags. Itrbtn bttn än -jÄmthd) ö,t brigklegt. echnungsm in jeder gewünschten Ausführung liefert schnellstens zu mässigen Preisen die Brühl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch Erben) 7 Schulstraeee 7.