ssej^ i-hp 9 Auswahl » Mii i-Kragen an. I j 08 i2 Uyr dl- abenbl ür das Gewerbe, 'he Ar in LMvtzr er. laönkavt. er. ; an der Wahl und br Mg stehei. Merökmeins. ledt.____ ntn Publikum von Gi-tzen ich mit dem n Mts- halle 4-« iogS Vitt von £iniei@et Fernsprecher Nr. 51. $et»gS)>rfU ntfrteliäl)tli<» Ijy 2 Mark 20 »on^illlch 75 mv Bringerlbh» «e>. Postbezug 2 Mark 50 Pf», vierteljährlich. kam, habe man in Deutschland seinen Fehler eingesehen und angefangen, „sich bei dem Sieger einzuschmeicheln". Heute konstatiert die „Times", daß ihrem Berliner Korrespondenten von unantastbarer Autorität die Mitteilung gemacht ist, daß die deutsche Regierung keinerlei Sympathien mit den gegenwärtigen antienglischen Wühlereien Berliner und anderer deutscher Zeitungen habe. Die „Times" geberdet sich höchst erstaunt über diese Entdeckung und hält es für angebracht, mehrmals ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß die Stelle, von der ihr diese Informationen kamen, so hoch und so maßgebend sei, daß an der Wahrheit der Erklärung nicht zu zweifeln fei. „Die deutsche Preffe", heißt es in dem Berichte, „ist heute, trotz der Anstrengung des Dr. Leyds und anderer Emisiäre der Buren, die sie gerne zu einem Organ der Burenregierung machen wollten, etwas ruhiger. Nur die „Post" findet nicht den Beifall des „Times"-Korrespondenten, der die Behauptung, daß m den englischen Kolonien Unabhängigkeitsbestrebungen vorhanden feien, als „außerordentlich verlogen" bezeichnet. Er spricht dann die Hoffnung aus, daß „der Entschluß Englands, die Freiheit und Gleichheit der weißen Rassen tn Südafrika unter der kaiserlichen Oberhoheit der Königin von England wieder herzustellen, zweifellos ein anderes Resultat haben werde, als das von der „Post" und ihren Verbündeten m Transvaal erhoffte." — ,r .... Näher auf diese teils gänzlich falschen, teils schiefen Anschauungen — es sei nur auf den Unsinn hingewiesen, das staatsrechtliche Verhältnis Transvaals zu England mit Elsaß-Lothringen in einem Atem zu nennen — einzugehen, erscheint uns überflüssig. . Loudon in dulci jubilo. Ein Bild von der übermütigen Stimmung, wie sie in London herrscht, bringen wir in nachfolgender, der „Münchener Allgemeinen Zeitung" entnommenen Skizze. Es heißt dort: m , Wie vor drei Jahren nach der bekannten Kaiser-Depesche, so ist auch jetzt wieder der großsprecherische Jingo-Kriegsgeist in Theater und Musikhallen eingezogen. Eine außerordentliche Kundgebung fand gestern nachmittag im Royal Drury Lane Theater während der Aufführung des Schauspiels „Hearts are Trumps“ statt. Kurz nach 3 Uhr, d. h. zu der Zeit, die das Ultimatum der Südafrikanischen Republik eventuell für den Beginn der Feindseligkeiten festgesetzt hatte, intonierte die Theaterkapelle das Nationallied „Rule Bn- tannia“. Die Klänge wirkten wie ein zündender Blitz. Alles sprang sofort auf die Füße, sang, gestikulierte und heulte und lärmte in so wahnsinniger Weise, daß das große Nationaltheater in seinen Grundfugen zu erbeben schien. Dasselbe Schauspiel soll sich auch bei der Abendvorstellung wiederholt haben, nur daß bei dieser Gelegenheit die Versammlung in die Nationalhymne „God save the Queen ausbrach. Im Gaiety-Theater und tn der Musikhalle The Palace Theatre geht es allabendlich ähnlich her. Auch bet den Konzerten in der Queens-Halle ist die Kapelle wieder- Gratisbeilagen: Gießener FamitirnblStter, Der hessische Landwirt Mütter für hessische Uockskunde. noch am Bahnhofe Lebewohl zu sagen. Ihre Mutter, die Königin Henriette, begleitete sie, und am Bahnhofe angelangt, sahen die beiden Damen mit tiefem Schmerz bei Kronprinzen im heiteren Gespräche mit der schönen Fra« F . . . ., die bei ihm sich im Hof-Salonwagen befand. Es bedurfte langer Unterhandlungen, ehe trotz dieses Zwischenfalles die Heirat dennoch zu stände kam. Später machte Kronprinzessin Stefanie als Frau mehrfach dieselben Erfahrungen, und da waren es Zwischenträger, welche der eifersüchtigen Frau alle verliebten Ausflüge ihres Gatten verrieten. Der Kronprinz benutzte zu solchen Jncognito-Ausflügen immer den Wagen des Fiaker« Bratfisch, und da geschah es oft, daß die Kronprinzessin mit ihrer Hofequipage vor das betreffende Haus fuhr und dort wartete. Das Aufsehen verursachte eine Menschenansammlung, und so fand der Kronprinz sich auf der Straße in Formen begrüßt, die sich mit dem Zwecke der Jukogntto- fahrt nur schlecht vertrugen. Die Verfasserin erzählt dann weiter, wie Marie Vetsera im Hause der Gräfin Larisch den Kronprinzen kennen lernte, wie diese Liebschaft^ der Gegenstand erst des Aergerniffes und dann ernster £>orge am Kaiserhofe wurde. Es geriet seine Leidenschaft so wett, daß Kronprinz Rudolf dahin gebracht wurde, bet seine» Vater zu bitten, er möge seine Scheidung von der Kronprinzessin, seine Thronentsagung und Verehelichung mtt Marie Vetsera, die in intimen Kreisen als natürliche Tochter des Erzherzogs Wilhelm galt, gestatten. Es wäre nur na- holt gezwungen worden, sich zu kriegerischen Demonstrationen herzugeben, indem sie „Rule Britannia" und anoere Natwnal- ieder drei-, viermal hintereinander spielte, bis der Jingotroß ich heiser geschrieen hatte. Es ist sehr schwächlich von dem Dirigenten, dem wilden Geschrei ohne weiteres nachzugeben. Denn was haben Wagner und Beethoven mit der elenden Transvaalpolitik Chamberlains zu thun? Wenn cd bei ernsten Konzerten so hergeht, so kann es selbstverständlich nicht überraschen, daß alle Theater und Hallen, die der leichteren Unterhaltungsform gewidmet sind, von grotesken krügerischen" Anspielungen und von kriegerischen Rufen und Liedern widerhallen. Im Balham Theater im Strand z. B. gestattet sich der Darsteller des Prinzen John im „Prince of Borneo" die ebenso poetische wie menschenfreundliche Bemerkung, daß „wir die Buren von Grund aus vom Erdboden vertilgen werden", wodurch die Zuhörer natürlich in das wildeste Entzücken versetzt werden. Kurz, man kann sagen, daß das „patriotische" London sich allabendlich drei Stunden lang in seiner Kriegsbegetsterung gegen das kleine Burenvölkchen heiser singt und schreit. Welch widriger Anblick! Ein Volk muß auf einer recht niedrigen sittlichen Stufe stehen, wenn es sich in eine so höllische Freude hineintoben kann, weil seine Soldnerlegionen, die Truppen des riesenhaften britischen Reiches, im Begriff stehen, ein braves, winziges Hirten- und Bauernvölkchen um des Besitzes von Goldminen willen schamlos anzusallen und zu zerreißen. Ei« Brief des deutsche« FreikorPs-FührerS. Wir brachten bereits in einem Telegramm einen PassuS aus einem Briefe, den Oberst Schiel, der Kommandeur des deutschen Freikorps im Transvaal, geschrieben. Der Brief ist interessant genug, um ihn im Wortlaut zu Der* öffentlichen. Er lautet: „Die Deutschen, und ebenso auch die Buren, sind sehr erstaunt über die Haltung Deutschlands in der sogenannten Transvaal-Krisis. Allen bleibt es unvergeßlich, wie der Deutsche Kaiser gelegentlich des abgeschlagenen Jameson Einfalles unserem Präsidenten ein Glückwunsch- Telegramm übermittelte. Wir wissen, daß auch jetzt noch die Sympathie des Kaisers und seines Volkes den stammesverwandten Buren gehört, umsomehr muß es auf. fallen, wie sich die deutsche Regierung zur jetzigen Frage (laut offiziösen Kundgebungen) stellt. Wir verkennen nicht, daß die hohe Politik dem Deutschen Reiche verbietet, Transvaal unter seine Fittiche zu nehmen, sondern strengste Neutralität zu üben hat. Mit dieser strengsten Neutralität sähe es aber übel aus, wenn die deutsche Regierung — wie englischerseits hier verbreitet wird — nur auf Kompensationspolitik zugeschnitten wäre. Wie der sicher kommende Krieg Transvaals mit England auch ausfallen möge, Portugal muß in beiden Fällen die Haupt- ko st en tragen. Gelingt es uns, die Engländer jetzt zurückzuwerfen, so werden diese sich für kommende Fälle tn Mozambique festsetzen, um Transvaals einzige nichtengltsche * Bom Kriegsschauplatz. Die „Times" über die Haltung Deutschlands. Aus London, 14. Oktober, wird geschrieben: „Die „Times", immer noch das angesehenste und einflußreichste Preßorgan, hat im Verlauf der Transvaal- krisiS fast täglich Gelegenheit genommen, gegen Deutschland zu hetzen. Der hochmütige und drohende Ton, den sie in den letzten Tagen angenommen hat, übertrifft ihre früheren Leistungen dieser Art bei weitem. Die deutsche Legion in Transvaal, bekanntlich fast alles Leute, die in der Südafrikanischen Republik feit Jahren ansässig und zum Teil auch naturalisiert sind, während eine Anzahl Arbeiter sich der Legion anschloffen, da sie durch die Ereignisse arbeitslos geworden sind, ist der „Times" immer ein besonderer Dorn im Auge gewesen. Nachdem sie ihre Mitteilungen, die Mitglieder dieser Legion würden deutscherseits vor ein Kriegsgericht gezogen werden, selbst dementieren mußte, erklärte sie kürzlich, daß diese deutschen „Franktireurs" im Jntereffe sowohl ihrer eigenen Person, als auch ihres Vaterlandes, gut daran thäten, sich zu erinnern, daß Fürst Bismarck gelegentlich der Gefangen- lahme Garibaldis und 13000 seiner Freischärler tm November 1870 geäußert habe: „Das ist wirklich abschreckend — 13000 Franctireurs, die nicht einmal Franzosen sind, zu Gefangenen zu machen! Weshalb hat man sie nicht erschossen?!" Die „Times" führte dann weiter aus, daß diese deutsche Legion als Teilnehmer eines lokalen Aufstandes gegen eine souveräne Macht anzusehen sei und stellt die Frage, was Deutschland wohl thun würde, wenn Engländer in Elsaß- Lothringen oder in Polen Unruhen anstiften würden, und findet es int übrigen sonderbar, daß führende Preßorgane einer Nation, die Schleswig-Holstein, Hannover und Hessen-Cassel annektiert hat", sich um die Frage der Selbstbestimmungsrechte der Südafrikanischen Republik kämmere. In einem anderen, langen Artikel über die deutsche „Anglophobie", schreibt der Berliner Korrespondent der „Times": „ . . . „Wo immer englische Interessen tn Gefahr sind, nimmt die deutsche Preffe, darunter in der letzten Zett die Organe der Radikalen, Partei gegen uns, und auf allen Setten würde „Schadenfreude" herrschen, wenn wir Unglück oder Schaden erleiden sollten. „Schadenfreude" ist em deutsches Wort, für das es in keiner anderen Sprache einen sinnverwandten Ausdruck giebt. Er besagt ungefähr: „Sich freuen an den Leiden anderer." Der „Times"-Korrespondent kommt weiter zu dem Schluß, daß die deutsche Sympathie nicht der Macht gilt, die schwächer ist, sondern der, von der sie hofft, daß sie gewinnen wird. Im spanisch-amerikanischen Kriege habe Deutschland geglaubt, Spanien werde siegen und deshalb sei es antiamerikanisch gewesen, als aber die Sache anders Feuilleton. Eine neue Lesart üöer das Drama von Meycrling. ->n eben diesen Tagen, da alle Welt mit kympachischer Teilnahme die Nachricht von der bevorstehenden Wieder- Vermählung der österreichischen Kronprinzessin-Witwe, Erzherzogin Stefanie, vernommen hat, wird in der Revue des Revues ein Artikel veröffentlicht, in dem angeblich der Schleier gelüftet wird, der bisher das düstere Geheimnis von Meyerling vor der Oessentlichkeit verhüllt hat. „Die Wabrbeit über das Leben und den Tod des Prinzen Rudolf von Habsburg", diesen Titel trägt der Artikel, der mit feinen Ausführungen im Lefer f° manchen Widerspruch und Rroeifel anreqt. Die Verfasserin, Julia Pauline Prinzessin Odesealchi, geborene Gräfin Zichy, ist eine Dame von 50 Jahren, einem der angesehensten ungarischen, aber auch m Oesterreich begüterten Adelsgeschlechter entsprossen und seit 1894 von ihrem Manne geschieden. Nach ihrem Stande und Range ist Prinzessin Odescalchi wohl zu jenen Personen zi rechnen, welche in dieser Sache die Wahrheit wissen können. Indes wollen wir an die für uns unkontrollierbare Erzählung alle Vorbehalte knüpfen; wir folgen lediglich der Pflicht, wenn wir unseren Lesern Mitteilen, was zu dieser heute noch jedes menschliche Gefühl ergreifenden Angelegenheit öffentlich vorliegt. Das Neue und angeblich Wahre über den Tod des Kronprinzen Rudolf ist, daß der unglückliche Prinz einem Verbrechen der Vetsera zum Opfer fiel. Allerdings wurde diese Thatsache in jenen Kreisen Wiens, welche im allgemeinen, wenn auch nicht in die Details, em- qewliht waren, seit 1889 flüsternd besprochen. Man hatte in diesen Kreisen aber bisher angenommen, daß Mana Vetsera in der leidenschaftlichen Wut über ihre Trennung vom Kronprinzen diesen ermordet und sich dann mit Strychnin veraiktet habe. Diese Annahme wird nun in der Enthüllung, wi? sie die Prinzessin Odescalchi jetzt als „Wahrheit" bietet, dementiert und noch viel Gräßlicheres an deren Stelle SC|et3n kurzen Zügen giebt die V-rsasi-rin ein Bild von der vorzüglichen Erziehung des Kronprinzen. Sie erzählt dann von seinen galanten Abenteuern, s-tner Verlobung und Hochzeit, von der oft bi« zum öffentlichen E-la ge- triebenen Eifersucht der Kronprinzessin Stefan, . Wie -- bei den Schwächen der Großen immer Zwischenträger gibt, di- den Konflikt verschärsen, so geschah -« auch hier.Dte Kronvrinzessin hatte schon als Braut in Brüssel Anlaß zu berechtigten Klagen der Eifersucht gehabt. Zu teuer Zeit batte Kronprinz Rudolf intime Beziehungen zu einer Frau F . . . . und'gelegentlich eines Besuches in Brussel hatte er diese Dame in seinem H°s-Sal°nwag,n ai« er abreifte und sich im Palais schon verabschiedet hatte, äußerte Prinzessin Stefanie den Wunsch, ihrem Bräutigam Nr. 247 Zweites Blatt u»M H s Coicfi Der Prozeß gegen den Klub der Harmlose». Porträts werden unfern Lesern gewiß willkommen fein, Der sich jetzt seinem Ende zuneigende Spielerprozeß in Berlin hat das Leben und Treiben der Spielerwelt mehr enthüllt als der hannoversche Spielerprozeß 1893. Wir führen heute unseren Lesern Typen aus dem Gerichtssaal vor, die von unseren Spezial- Zeichner Max Laukert ausgenommen sind. 1., 2. und 3. stellen dieAngeklagten v.Wagner v.Kröcher und v. Schachtmeyer dar, 4. ist Graf Königsmarck, 5.derKriminalkommiffarv.Man- teufel, 6. der Sachverständige GrafReccum und 7. der Landgerichtspräsident Denso. Die Zufuhrstraße zu unterbinden, unterliegen wir, bleibt Eng« land erst recht in jener portugiesischen Kolonie sitzen, um Transvaal bester beherrschen zu können. Was dabei für Deutschland herauskommt, ist in beiden Fällen herzlich wenig und unsicher. Unterliegt England, so kann es an Deutschland nichts abtreten, siegt eS aber, dann muß Deutschland für ein Stück Mozambique noch mindestens eine „Karolinen- Summe" als Abstand an Portugal zahlen. Im letzten Falle bleibt den Buren nichts als eine allgemeine Auswanderung, ein Durchschlagen nach Deutsch- Südweftafrika übrig, um sich dort Weide- und Wohn- plätze zu gründen. Welche Konsequenzen Deutschland daraus zu ziehen hat, brauche ich wohl nicht weiter zu erörtern. .... Angesichts der jetzigen Lage in Südafrika wird es für Deutschland sehr wichtig sein, wenn man dort erfährt, daß die Regierung Transvaals sich seit einigen Monaten mit dem Gedanken umtrug, dem Deutschen Reiche das Protektorat über Transvaal anzutragen; eine Einigung mit England zu erzielen, würde Deutschland wohl nicht zu schwer gefallen sein. (Das ist ein Irrtum des mit der europäischen Politik nicht vertrauten Oberst. D. Red.) Die Krisis trat jedoch zu früh ein; erfährt sie aber eine für Transvaal günstige Lösung, dann kann der Friedensschluß nur auf einer völligen Trennung von England und dem erwähnten Anschluß an Deutschland basieren. Wie weit davon die deutsche Regierung schon unterrichtet ist, entzieht sich meiner Kenntnis; ich glaube aber annehmen zu dürfen, daß die englische Regierung darüber leider mehr erfahren hat, als wünschenswert war. Darum strebt es jedenfalls auch mit aller Macht nach einem Kriege, um den einzigen Ausweg für ein wirtschaftliches Gedeihen Transvaals unter dem Protektorate eines gerechten Landes zu verlegen..... Zum Schluß noch einige Worte über unsere Schlagfertigkeit und Bewaffnung, die den Engländern nun bald ad oculoa demonstriert werden dürften. Daß wir bei der Buren-Armee — ausgenommen die Artillerie — nicht nach einem europäischen Exerzier-Reglement fechten können, wird in Deutschland jedem klar sein, dennoch besitzen wir solches, und zwar eins, an dem Vater Blücher seine Freude haben würde. Für unsere Schlagfertigkeit spricht der Umstand, daß jeder Burgher über vorzügliche Schußwaffen verfügt und dieselben vortrefflich zu handhaben versteht; trotz mehr als ausreichender Patronenbestände werden, wir nicht ein viertel soviel verknallen als die Engländer, deren Soldaten Söldner sind und nie erfahren haben, was jede einzelne Patrone in einem Lande wie Südafrika für Wert hat. Unsere Mauferbüchsen liefern einen viel sichereren Schuß «ls das englische Lee-Metfortgewehr, dessen aus dem heißen Lauf abgefeuerte Geschosse flattern und schon auf 300 bis 400 Meter häufig bis zu 2 Meter streuen. Den stärksten Mangel birgt aber das Patronenlager bei einem Schnellfeuer, schon von zehn Schuß ab funktioniert der Hülsen- auswerfer schlecht und nach weiteren zehn Schüssen können die abgefeuerten Patronen nur noch mit den Fingern aus dem Lager entfernt werden, so daß es seinenWert sowohl als Mehr- als auch als Einzellader verliert. Gleich günstige Chancen hat unsere Artillerie. Mehrere Feldbatterien allerneuesten Systems haben wir von Krupp in Esten und Schneider in Le Creuzot bezogen, die, was Präzision, Treffsicherheit und Beweglichkeit anbetrifft, die englischen Armstrongs bei weitem übertreffen. Da wir außerdem noch über schweres Feldgeschütz und einige Haubitzen (Steilfeuergeschütze) verfügen, so sind wir mit dieser Waffe aufs vorzüglichste ausgerüstet. Am meisten kommt aber der Burenarmee ihre große Beweglichkeit zu statten, die ebenso schnell eine Feldschlacht als den Guerillakrieg an allen Ecken und Enden bereiten kann. Was die Buren aber am stärksten macht, ist der Gedanke, ihr Vaterland vor dem Untergang retten zu müssen, sie wollen siegen oder sterben. ..." Wie weit Herr Schiel von den Plänen und Absichten des Präsidenten Krüger und seiner Regierung unterrichtet ist, wissen wir nicht, allein es ist kaum zu glauben, daß man in Prätoria im Ernst angenommen haben sollte, Deutschland würde auf den Protektoratsgedanken eingegangen sein. Der Bure im Frieden und im Krieg. Der bekannte südafrikanische Romanschriftsteller Bertram Mitford, der erst vor einigen Tagen vom Kap nach London zurilckgekehrt ist, hat während der letzten 25 Jahre einen großen Teil seines Lebens in Südafrika zugebracht. Er bekleidete eine Zeit lang einen Posten im Kolonialdienste und hat einen regen Verkehr mit den Kap Holländern und den Buren unterhalten. Ueber das Verhältnis der Engländer zu den Buren und über den Charakter der letzteren sprach sich Bertram Mitford folgendermaßen aus: Das Tragische in dem ganzen Streite ist, daß die weißen Rassen einander so wenig verstehen. Der Engländer, der nach Johannesburg geht, sieht den Buren gar nicht. Er steigt in Kapstadt in den Zug ein, und steigt in der englisch sprechenden Stadt Johannesburg wieder aus. Er kommt in fortwährende Berührung mit Holländern und Beamten und ärgert sich bei jedem Schritte über allerlei kleine Unannehmlichkeiten. Nachdem er vielleicht ein bedeutendes Vermögen erworben hat, kehrt er in die Heimat zurück, erfüllt vom Haß gegen die Buren, die er in Wirklichkeit gar nicht kennen gelernt hat. Der Bure hat seinerseits einen herkömmlichen Haß gegen den Engländer; aber der Haß war bis zur Zeit des Jameson'schen Einbruches lediglich herkömmlich und keineswegs persönlich. Ich kenne die Kapholländer und die Buren sehr gut. Ich habe viele Jahre auf vertraulichem Fuße mit ihnen gelebt und bin mit ihnen in der mannigfachsten Weise in Berührung gekommen. Ich habe immer gefunden, daß sie edelmütig, gütig und gastfreundlich sind. Sie sind durchaus keine Heiligen, aber sie sind keineswegs so schwarz, wie sie geschildert werden. Der Bure pflegt die häuslichen Tugenden sehr eifrig. Er liebt sein Heim, ist stolz auf feine Kinder und schätzt sich um so glücklicher, je größer seine Familie ist. Unzweifelhaft giebt es junge Taugenichtse und junge Raufbolde unter den Buren, wie es deren auch unter den Engländern giebt; aber den Buren im allgemeinen als grausam, als Frauenschänder und als schurkenhaft zu schildern, das erscheint jedem, der ihn kennt, einfach als abgeschmackt. Er ist mannhaft, langsam im Denken und nicht leicht zu Überzeugen. Er besitzt große Ausdauer, und wenn er sich einmal etwas vorgenommen hat, so läßt er sich schwer wieder davon abbringen. Alle diese Eigenschaften machen ihn zu einem um so gefährlicheren Feind. Es ist neuerdings wiederholt von Engländern und insbesondere von dem ehemaligen englischen Militär-Attachee in den sechziger Jahren in Wien, dem gegenwärtigen Generalleutnant Sir Henry Brackenbury, in einem Artikel in „Blackwoods Magazine" behauptet worden, der Bure wäre kein so furchtbarer Gegner mehr wie vor zwanzig Jahren, da er ein schlechter Schütze geworden, durch Reichtum entartet und im allgemeinen weniger kriegstüchtig sei wie früher. Bertram Mitfort bestreitet dies durchaus. „Der Sure", sagt er, „wird sich ganz verteufelt schlagen. Er ist weit stärker, als er es vor drei oder vier Jahren war. Zur Zeit des Einbruches waren die Buren nicht auf Feindseligkeiten vorbereitet. Sie waren in der Schießkunst zurückgegangen. Aber der Einbruch hat sie aufgeweckt. Sie sagten sich, daß sie 800 Mann geschlagen hätten, die gekommen waren, um ihnen ihr Land wegzunehmen; aber wie würde es ihnen ergangen sein, wenn 8000 ober 80000 gekommen wären? Sie fingen also an, sich vorzubereiten. Sie führten im ganzen Lande wieder Schützenvereine ein. Sie versahen sich mit ungeheuren Vorräten von Kriegsbedarf und Proviantmitteln. Heute sind die Buren nach jeder Richtung hin vorbereitet. In Folge beständiger Uebungen hat die jüngere Generation außerordentliche Fortschritte in der Schießkunst gemacht. Die Buren haben Munition genug, um jahrelang damit auszukommen, und es wird lange Zeit dauern, ehe ihre Proviantvorräte aufgebraucht sind. Angenommen eine große britische Streitmacht, die in das Land geschickt würde, brächte dem Burenheer in regulärer Schlacht eine Niederlage bei, so wäre damit der Kampf noch keineswegs zu Ende. Die Buren sind Männer, die man nicht mit einer oder selbst zwei oder drei Niederlagen überwältigen kann. Die Vorstellung, die manche Leute haben, daß die Buren nach der ersten Niederlage auf ihre Farmen zurückkehren, die Flinten in die Ecke stellen und sich unterwerfen würden, beruht ganz und gar auf einem Irrtum. Sie werden den Kampf fortfetzen, und in Anbetracht ihrer ganzen Veranlagung wird es unmöglich fein, sie durch Aushungern zur Unterwerfung zu treiben. Der Bure bedarf nicht vieler Luxusartikel. Er kann ohne Champagner und Branntwein leben. Wenn er ein Pferd, eine Flinte und ein Stück Biltong (getrocknetes Rindfleisch) hat, so ist damit allen seinen Bedürfnissen Genüge geleistet." Die Mobilmachung der Bureu. Die Schnelligkeit, mit welcher die Buren sich in Kriegsbereitschaft gesetzt haben, veranlaßt uns, einem dem General Joubert gewidmeten Artikel der „Münchener Allgem. Ztg." folgendes zu entnehmen: Jouberts Mobilisierung beruht auf folgender Grundlage: Ganz Transvaal ist in 17 Kreise eingeteilt, deren jedem ein Kommandeur vorsteht. Der einzelne Kreis ist wieder in verschiedene kleinere Bezirke zerlegt, und jeder dieser Bezirke untersteht einem sogen. „Fcldkornet" ober dessen Adjutanten. Giebt nun der Höchstkommandierende den Befehl zur Mobilisierung, so vollzieht sich dieselbe auf folgende Weise: Von Prätoria aus ergehen, soweit als möglich ist auf dem Drahtwege, die Befehle an alle 17 Kommandos. Von deren Standort wird der Befehl so schnell wie möglich — unter Benutzung der Eisenbahn oder durch reitende Boten — an die Feldkornets weitergegeben. Im Galopp durcheilen diese letzteren nun sofort den ihnen unterstehenden Bezirk und bringen den Einberufungsbefehl von Farm zu Farm. Jeder Bur ist angewiesen, selbst in Friedenszeiten sein Gewehr in gutem Stand zu halten und die erforderliche Munition, sowie die mit gedörrtem Fleisch für 14 Tagen gefüllte Feldtasche stets bereit zu haben. Zn der vom Feldkornet ihm bezeichneten Stunde besteigt er sein Pferd und begiebt sich zur Sammelstelle seines Bezirks oder wenn Gefahr im Verzug, auch direkt zu einem ihm angegebenen Punkt an der Grenze. Daß dieser im Grund so einfache Plan höchst wirksam ist und das System gut funktioniert, hat sich, wie bekannt, soeben wieder gezeigt. Es hatte sich übrigens auch Ende 1896 schon bewährt, als Jameson plötzlich mitten im Frieden seinen Raubzug nach Transvaal unternahm. Die damals eingedrungenen 800 Engländer waren nicht im mindesten darauf gefaßt, daß türlich, daß Kaiser Franz Joseph jene Bitten zu gewähren entschieden ablehnte, und daß auch der Papst, an den sich Kronprinz Rudolf gewendet hatte, in ernstesten Formen dieses Begehren des Prinzen mißbilligte. In einer für beide tief eingreifenden Unterredung hatte der Kronprinz feinem kaiserlichen Vater feierlich versprochen, seine Beziehungen zu Marie Vetsera zu lösen, und am 29. Januar 1889, des abends 6 Uhr sollte ein Familiendiner die versöhnten Mitglieder der erlauchten Familie um den Kaiser versammeln. Und hier ist cs nun, wo die neue Darstellung der Katastrophe von Meyerling einsetzt. In einer erregten Besprechung mit Gräfin Larisch batte Marie Vetsera sich zu Drohungen hinreißen lassen, sie werbe sich nicht verabschieden lassen und werde, wenn eS doch geschehen sollte, dafür sorgen, daß der Kronprinz nach ihr keines Weibes mehr froh werden sollte. Die erschreckte Gräfin hatte das sofort dem Kronprinzen brieflich gemeldet, der in tieffter Erregung nach seiner Unterredung mit dem Kaiser allein bleiben und sich sammeln wollte. Kronprinz Rudolf hatte befohlen, niemand vorzulassen. Da erschien Marie Vetsera in der Hofburg, schob die ihr entgegentretenden Lakaien zur Seite und forcierte den Eintritt in das Kabinett des Kronprinzen. Sie kannte ihre Macht über den Mann, der sie unaussprechlich liebte. Sie bewog ihn, ihr noch ein letztes Rendez vous in Meyerling als Abschied auf immer für den Nachmittag zu bewilligen, dann möge abends das versöhnende Familiendiner stattfinden. Straßen und Wege waren verschneit; der Kronprinz befahl, daß sein Fiaker Bratfisch mit einem leichten Schlitten vorfahren solle, aber das Umspannen verursachte Verspätung, im tiefen Schnee kam auch der Schlitten nur langsam vorwärts, und so ward es nachmittag, als das Gefährt in Baden anlangte. Hier nun begegnete Kronprinz Rudolf seinem Schwager, dem Prinzen Philipp von Koburg, der mit einigen Kavalieren in Meyerling gejagt hatte und eben eiligst nach Wien fuhr, um zum Familiendiner zurecht zu kommen. Erstaunt, erschreckt, begrüßt Prinz Koburg den Kronprinzen, beschwört ihn, umzukehren; es sei zu spät, wenn er rechtzeitig in der Hofburg fein wolle. Vergeblich. Kronprinz Rudolf fährt weiter. Doch schon nach wenigen Minuten ist sein Entschluß geändert; er will das seinem Vater gegebene Versprechen halten, und befiehlt, Bratfisch solle umkehren. — In diesem verhängnisvollen Augenblicke rast von Meyerling her ein Fiaker. Im Wagen sitzt Marie Vetsera, die seit Stunden schon in Meyerling auf den Kronprinzen gewartet hatte; sie springt aus dem Wagen in den Schlitten und fort geht die Fahrt — nicht mehr nach Wien, sondern zurück nach Meyerling. Die anderen Kavaliere dort wollten am nächsten Tage die Jagd fortsetzen; sie waren sehr erstaunt, als plötzlich Kronprinz Rudolf bei ihnen erschien, sie begrüßte und, Kopfschmerz vorschützend, sich gleich in seine Gemächer zurückzog. Keiner ahnte, daß auch Marie Vetsera im Hause weile. Das Diner für den Kronprinzen und Marie Vetsera wurde in dessen Gemach serviert, und dabei scheint die Set« sera dafür gesorgt zu haben, daß der Kronprinz mehr noch als sonst dem Champagner und Kognak zusprach, damit er in tiefen Schlaf verfalle. Da fährt Rudolf plötzlich aus dem Schlaf empor. Ei« entsetzlicher Schmerz durchtobt ihn. Im Schlafe ist Furchtbares gegen ihn geschehen, er sieht sich verstümmelt, er sieht sein Leben für immer zerstört. Er erfaßt den Revolver und streckt das Weib mit einem Schuß nieder, dann richtet er die Mordwaffe gegen sich selbst. Am nächsten Morgen um acht Uhr erwarteten die Kavaliere den Kronprinzen, um ihn zu begrüßen. Der sonst auf die Sekunde pünktliche Prinz kam nicht. Man wurde unruhig, und endlich entschloß sich Graf HoyoS, das Schlafgemach des Kronprinzen zu betreten. Ein Schrei des Entsetzens rief die anderen Kavaliere zur Unglücksstätte. Auf dem breiten Bette lag, nächtlich entkleidet, Marie Vetsera, im Tode noch schön. Nur ein getrockneter Blutstropfen an einer Schläfe verriet, wie sie gestorben war. Neben ihr, in sich zusammengebrochen lag Kronprinz Rudolf mit bis zur Entstellung zerschmetterten Schädel. Der Revolver, der, seiner Hand entglitten, auf dem Boden lag, erzählte, was hier geschehen war — und so fuhr Graf Hoyos im Jagdkleide nach Wie», um in der Hofburg über das Entsetzliche zu berichten. ' »i, w 80 sük ler« 'et 18 8 Mer He Wahl btt Stiftet (| Für bas ®emttbi ™ Wttn, beginnenb iw«r dir eine H« tot »nötigten Ar »Staren arbeitet ton A" Beisitzer ein »« dreißigste Leben,jo N« w H »bet s nicht empfanget tob tn bem Beziil bei WW isi. !) tob. tonnen nicht b,J . Die Wahl sind, Wittags 12 Ma L toÄTn?8 ®lc6eib 7. 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Am heutigen Sonntag versammelten sich vormittags 11 Uhr im Saale des „Tivoli" etwa 2000 Personen aller Parteirichtungen auf Einladung des Landesvereins der deutsch-sozialen Resormpartei im Königreich Sachsen behufs Stellungnahme zu dem Kriege Englands gegen Transvaal in Südafrika. Die konservative Partei war vertreten durch die Herren Landtagsabgeordneten BehrenS, Profesior Dr. Weidenbach und Stadtverordneten Seeling, die nationalliberale durch die Herren Stadtrat Dr. Vogel, Amtsrichter Dr. Heinze, Professor Maaß, Direktor Reuther, die Reformpartei durch die Reichstagsabgeordneten Lotze, Gräfe, Oswald Zimmermann, Stadtverordneten Dietz, Claußen u. a. Auch waren drei Vertreter des hiesigen englischen Konsulats erschienen. Nach einem Hoch auf Kaiser Wilhelm und König Albert ergriff Reichstagsabgeordneter O. Zimmermann, stürmisch von der Versammlung begrüßt, das Wort. Er betonte, daß es nötig und berechtigt sei, daß die Politischen Parteien an das deutsche Gewissen apellierten, damit Farbe bekannt werde. Vor 21/, Jahren habe sich die Resormpartei auch nicht gescheut, in einer großen Kundgebung für die Deutsch-Oesterreicher den nationalen Gedanken zum Ausdruck zu bringen, obwohl jene damals wußte, daß von oben herab deshalb Schwierigkeiten bereitet würden. Wie damals so stehe auch jetzt in Südafrika die eigene Sache auf dem Spiel. Tna res agiturl Der blutigste Hohn auf die Friedenskonferenz im Haag und auf das damals von den Engländern zur Schau getragene Wesen sei der von diesen jetzt vom Zaune gebrochene Raub- und Beutekrieg in Südafrika. Die Reformpartei habe schon auf ihrem letzten Parteitag in Hamburg in allgemeinen Umrissen zu diesem Verhalten Stellung genommen. Seit das deutsche Volk nach Bismarcks Weggang nicht immer mit ruhigem Vertrauen nach Oben sehen und oft eine Zickzackpolitik beobachten müsse, sei es auch notwendig, daß man die Entscheidungen in politischen Fragen den Diplomaten und Regierungen nicht allein überlasse, sondern daß sich aus dem Volke heraus die politische Meinung Bahn bricht und zeigt, daß es reif ist. Die Regierungrn müssen es aus der Stimmung des Volkes vernehmen, daß der Burenkrieg weit über den Rahmen des Reiches hinaus die ganze germanische Welt bewegt. Möchte der große Ueberschuß von Empfindungen für Fremde, der sich so oft hier geltend wacht, sich nun auch einmal bethätigen für eigenes Volksrum, für Blutsverwandte, die sich nicht beugen wollen unter das Joch englischer Gewaltherrschaft. Was habe England geschaffen aus seinen vielen Kolonien? Sei nicht Indien Erwartung r Ä«lch Hüb unser Boi e entschieden natio- T R. aufrichtigste Antttälttühch dankt für das mannhafte, ehrliche Auftreten, das die germanische Welt mit Bewunderung erfüllt, Herl und Sieg den Buren! DaS walte Öottl* tttt. au6 dem allein ftie jnl Iten. Die Berfainmh minen Transvaals ihre Taschen füllen wollen, beherrschen z. Zt. die englische Politik. Sie wollen in den Goldfeldern- Transvaals die Londoner Börse stärken. Deshalb würden England freundliche Stimme auch nur in gewissen Börsenblättern laut. Alle nationalen Parteien stünden einig und geschloffen auf der Seite der Buren, und es sei wahr das Wort Prof. Schmollers, daß eine große und kühne Politik nur dann gelingt, wenn man die große Masse des Volkes für sich hat. Das Volk müsse eine zaudernde drAi>eütsch- Men) unberufene, ihrer Entrüstung _ jetzt ein ausgesogenes, ausgeplündertes Land, in dem die Pest herrscht? Der Großkapitalismus yvbs sich hiev reiche Beute geholt und gegen die Wirkungen eines solche«.Groß- kapitaliSmuS wehrten sich die Buren energisch. Dieser Krieg bestätige auf'S Neue das Wort Myl.ths, %jj' dynastische Interessen, sondern ganz andere WaW„KtM< heraufbeschwören. Goldgierige Elemente, die auS Goltz- lavtcn AuÄMtck über die s hmackyolle Rechtsverletzung, wqiche sich dke Regung Ihrer Mas stät, her Kdnfgty von «n-laHLLfißn gegenüber südafrikanische Repaolck schuldig gemacht hat. Sie eb klärt zugleich . deyi_siammverw mdteN tvackt-ren BureNdolke Uhb tnsbrsoN^ dere seinen ehrenhaften'Gklsit»obdkhtiuptern Krüger üttb Steifn ihre" zwischen Bolk und ÄgkninQ durch das «erhalten tyt letzteren gesch Me et« Hießest |afionaltö NnglÜ«. «tzi nationalen Umsturzmächte Nutzen zj^hSti Erwartung Aisdrbck? Ä»ß W Schluß: •" * * HVUte im Tivolisa le zu Dresden tagende. (Land sverein^ Königreich Sa< nen.besuchte Volksversammlung gibt i k über die s hmachhosle ~ ing Ihrer Maj aufrichtigste Anlltälttühme ätz. äll' den Ereignissen 'freudiger wie trauriger Art, die ihnen in yarüat, ttutitzem Kampfe bevorstehen, und Regierung vorwärts drängen. Nach Schluß der Rede durchbrauste den Saal begeisterte Zustimmung, und nachdem noch Schriftsteller Berthold ein ausführliches Bild über die politische Lage und historische Rückblicke bezüglich Transvaals gegeben und auch Reichs« tagsabgeordneter Gräfe -Bischofswerda in begeisterter Ansprache die Sympathie für die Buren, die sich allenthalben im Sachsenlande geltend mache, zum Ausdruck gebracht, gelangten folgende Resolutionen zur einstimmigen Annahme : ,Sr. Majestät, dem Deutschen Kaiser bringt in tiefster Ehrfurcht die im Tivolisaale tagende, von der deutsch-sozialen Resormpartei in Dresden einberufene Volksversammlung, die von 2000 Personen besucht ist, als dem Schirmherrn aller Deutschen ihre Huldigung und wagt die ehrerbietigste Bitte Ew. Majestät zu unterbreiten, wie am 3. Januar 1896 einzutreten für das Recht der stammverwandten Buren in Südafrika, welche die starke Vorhut bilden in der Frage: Afrika englisch oder deutsch-niederdeutsch? (Stürmische Beifallsbezeugungen.) Ferner: Cr. Majestät König Albert. „An 2000 in Dresden auf Einladung der Reformpartei versammelte deutsche Männer und Frauen entsenden Ew. Majestät, dem hehren Vorbilde deutscher Manneskraft, ehrerbietigsten Huldigungsgruh und erneuern das Gelöbnis, unverbrüchlich treu zu ihrem Fürstenhause und ihrem Volkstume zu stehen." Sodann: „Sr. Durchlaucht dem Fürsten zu Hohenlohe, Kanzler des Deutschen Reichs. „Die im Saale des Tivoli zu Dresden tagende, von 2000 Männern besuchte Versammlung hat Stellung genommen zur südafrikanischen Frage. Sie sieht in dem Vorgehen der Regierung I. M. der Königin von England eine aus den niedrigsten Beweggründen hervorgezogene Rechtsverletzung. Sie sieht weiter in der Bedrohung der freien Staaten in Südafrika eine Gefährdung unserer eigenen nationalen und wirtschaftlichen Interessen durch England, und gibt ihrer Entrüstung lautesten Ausdruck über die Stellung, welche unsere Reichsregierung zu dieser Frage bisher einzunehmen scheint, nachdem der Kaiser im Jahre 1896 ein von so echtdeutschem Empfinden getragenes Telegramm an den Staatspräsidenten der südafrikanischen Republik, Exzellenz Paul Krüger, gerichtet hat. Die Versammlung hält es des weiteren für angebracht, die Reichsregierung darauf aufmerksam zu machen, daß es ein bedenklicher politischer Fehler ist, über die Köfpe des Volke« hinweg zu regieren, ohne sich an die Stimmung zu kehren, welche die Volksseele bewegt Eine solche Regierungs- weise müßte das Volk seinen Führern entfremden. Die Kluft, welche Nachdem noch etwa 50 Telegramme aus allen Gegende« des Reiches und Deutschösterreichs zur Verlesung gelangt (auch die Abgeordneten Wolf, Schönerer und Jro hatten aus Wien bez. Krems ihre Sympathieen übermittelt),'stimmte die Versammlung Kremsers „Dankgebet" („Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten") an, das auf alle einen gewaltigen Eindruck hinterließ. Eine ähnliche nationale Kundgebung hat Dresdens nationale Bürgerschaft seit Jahren nicht erlebt. Wetterbericht. Das barometrische Maximum hat an Umfang und Integrität noch gewonnen, sodaß heute fast ganz Europa seinem Bereich angehört. Unter seiner Herrschaft besteht über dem Kontinent unter Tags zumeist heiteres Wetter. Morgens tritt jedoch vielenorts Nebelbildung auf. Ein schwaches Minimum lagert an der nordafrikani- schen Küste und giebt über dem Mittelmeergebiet zu trübem stellenweise regnerischem Wetter Veranlassung. Desgleichen erhält sich relativ niederer Barometerstand über Rußland. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer des bestehenden Witterungs-Charakters. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. Limburg, 18. Oktober. Fruchtmarkt. Roter Wetze« Mk. 13.34, Saat-Wetzen Mk. 00,00, Korn Mk. 11,00, Saatkorn Mk., 11.75, Hafer Mk. 6,60. Frankfurt a. M., 16. Oktober. Centralstelle für Obst- verwertung. Obstdurchschnittspreise. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung.) Tafeläpfel je nach Sorte, der Gentner Mk. 10 bis 18, Kochäpfel Mk. 8, Mostäpsel Mk. 5, Tafelbirnen je nach Sorte Mk. 10 bis 20, Kochbirnen Mk. 8, Zwetschen Mk. 9. Ball-Seiden Robe m. und höher — 14 Meter! — Porto- und zollfrei zugesandtl Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbiger „Hennebcrg-Seide" von 75 Pfg. bis 18,65 per Meter. 732< G. Henneberg, Seiden-Fabrikant (k. u. k. Hofl.) Zürich. Bekanntmachung, die Wahl der Beisitzer für das Gewerbegericht der Stadt Gießen'betreffend. Für das Gewerbegericht der Stadt Gießen sind auf die Dauer von vrsi Jahren, beginnend mit 1. November 1899, 24 Beisitzer zu wählen und zwar die eine Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeitgeber von den wahlberechtigten Arbeitgebern und die andere Hälfte aus der Zahl der wählbaren Arbeiter von den wahlberechtigten Arbeitern. Zum Beisitzer eines GewerbegerichlS kann nur berufen werden, wer das dreißigste Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für sich oder seine Familie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen, oder die empfangene Unterstützung erstattet hat und in dem Bezirk des GewerbegerichlS seit mindestens zwei Jahren wohnt oder beschäftigt ist. Personen, welche zum Amt eines Schöffen unfähig find, können nicht berufen werden. Die Wahl findet SamStag, den 21. Oktober 1899 von mittags 12 bis abends 6 Uhr im Sitzungssaals des Bürgermeisterei- gebäudes statt. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeiter werden daher eingeladen, in der angegebenen Abstimmungszeit fich persönlich einzuftnden wib ihre Stimme abzugeben. Gießen, 7. Oktober 189b. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff.7268 MilNtMljMM Vergebung von Kauarbeiten. Samstag den 21. I. Mts., nachmittags 4 Uhr, sollen in dem Gemetndehause zu Wieseck nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: veranschlagt zu vrunnenmacherarbeiten 403,— JL Pumpenmacherarbeiten 95,50 „ Steinhauerarbeiten 70,92 „ Zimmerarbeiten 30,— „ bchlosserarbüten 27,50 „ krdarbeiten 850,— „ «haussier- und Pflasterarbeiten 1956,60 „ Steinlieferung 985,— „ Steinsetzen 62,— „ Kieslieferung 90,— „ Gießen, den 17. Oktober 1899. Senßfelder, 7445 Kreirstraßenmeister. Frankfurter Würstchen, Gothaer Cervelatwurst in neuer, feinster Ware empfiehlt 7004 _________________«mit Fischbach. Feinsten Medizinal-Leberthran empfiehlt 6669 August Roll, Drogerie z. toten Krem. 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