Sonntag den 20. August Erstes Blatt. M. 195 Meßener Anzeiger Heneral-AHeiger Alle Anzeigrn-Lermtttlun^-stellen M Jn> uni Huflaukt nrtzmrn Äujrigen für den Stetzena Anzeiger cutzig«. Hchheiml ttgNch mit InlxM^HK le« Menteg». Vie Gießener Aa«ß<ß<»ßk»tter ßKtkn km Anzeiger wöchentlich vtermrl ßeigetegt. «sn.hme »» Anzeigen |u kr n«chmtttag- für kw rrigenlen t«| erscheinenden Rümmer H€ vor«. 10 Uhr. Kej-ß-preiL vierteljährlich 2 Mark 20 Pfß. monatlich 75 Pf«. mit Brmgerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Aints- und Anzeigeblutt für den Kreis (Kieszen. Relehten, Lxpedition und Druckerei: -chNkfiruße Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprecher Nr. 51. «MWWIWW»» I ■■■ 111-1—11- !■■■■?■ Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Der Ortsvorstand der Stadt Büdingen beabsichtigt mit dem am 28. Februar 1900 daselbst stattfindenden sog. Petrimarkt eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten zu verbinden, um die Mittel zur Prämiierung von Vieh zu gewinnen. Großherzogliches Ministerium des Innern hat btc nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 7000 Lose, zu 50 Pfg. das Stück, ausgegeben werden dürfen, und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Ober- chessen gestattet worden. Sä Gießen, 18. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend:'Maul- und Klauenseuche zu Lollar. Nachdem in einer Schafherde in Lollar die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden ist, wird hiermit die Sperre der Weide dieser Herde (auf den Wiesen „im Schmeu") ungeordnet. Gießen, den 19. August 1899. Großherzoglichcs Kreisamt Gießen. I. V.: Frhr. Schenck.________________ Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Wetzlar in zwei Gehöften die Maul- und Klauenseuche aus- gebrochen ist. Gießen, den 18. August 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________Muhl.__________________ Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Ring, 1 gold. Kettchen, 1 Brosche, 1 Schirmgriff, 2 Spazierstöcke, 1 Brille, 1 Handtäschchen, 1 Schere, 1 Taschenmesser, -------- 1 Tabakspfeife, 1 Maßstab, 1 Badehaube, 1 Sack Weizen, 1 Pferdeteppich und eine Peitsche. Gießen, den 19. August 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________________Muhl. Die Verwaltung der Kapkolonie. Wie ein Telegramm aus Prätoria meldet, find seitens der Transvaal-Regierung öffentliche Gebete für die Erhaltung des Friedens angeordnet worden. Daraus geht entweder hervor, daß man an maßgebender Stelle glaubt, auf die englischen Forderungen nicht eingehen zu können, oder aber daß die Ansicht vorherrscht, auch im Falle unbedingter Nachgiebigkeit der Transvaalregierung werde England das Land mit Krieg überziehen. Die letztere Eventualität hat viel Berechtigtes für sich, und auch wir haben mehrfach unserer Anschauung dahin Ausdruck gegeben, daß Mr. Chamberlain nicht ruhen werde, ehe er nicht die ihm verhaßten Boeren gänzlich unterjocht habe. Bei dem kritischen Stande der Dinge ist es angebracht, einen Blick zu werfen auf die Verhältnisse in der Kapkolonie, von wo aus die Kriegsoperationen gegen Transvaal geführt werden dürften. Die Kapkolonie gehört zu denjenigen englischen Kolonien, welche ein konstitutionelles Staatswesen bilden, in dem das Ministerium dem Parlamente verantwortlich ist, und in welchem ein Gouverneur die Krone vertritt. Kapland wurde im Jahre 1806 von England in Besitz genommen, und zuerst von einem Gouverneur mit unbeschränkter Machtbefugnis beherrscht, später aber erhielt es eine Verfassung und Selbstverwaltung, wie sie heute in gewissem Maße alle englischen Kolonien haben. Die Bevölkerung des Kap- landes ist mit den Boeren der Transvaalrepublik vielfach verschwägert und verwandt, aus diesem Grunde sympathisieren beide miteinander, trotzdem die Negierung der Kapkolonie der südafrikanischen Republik fortgesetzt ein Bein zu stellen suchte. Früher war der bekannte Cecil Rhodes Premierminister der Kapkolonie, und unter seinem Regimente erfolgte der Einfall Jamesons und Genossen in Transvaal. Heute ist Schreiner Premierminister, der der Nachbarrepublik günstig gesinnt ist. Aber Gouverneur Milner hat zu wenig Energie, um den Einflüsterungen Chamberlains Widerstand entgegensetzen zu können, und so müssen denn auch Negierung und Parlament sich bequemen, wenn cs gilt, eine feindselige Haltung gegen die Boeren einzunehmen. Wir haben im Laufe der Jahre an dieser Stelle dar- gethan, wie Präsident Krüger die Wünsche Englands in weitestem Sinne zu erfüllen gesucht hat; vielfach grenzte diese Nachgiebigkeit und Selbstverleugnung an Schwäche und Mangel an Selbstbewußtsein. Aber Mr. Chamberlain war niemals zufrieden zu stellen; seine Begehrlichkeit wurde immer größer. Auch in den jetzt noch bestehenden Differenzen wird Ohm Krüger bis zum äußersten nachzugeben bereit sein, aber seine und seines Landes Selbstachtung wird er doch unter allen Umständen wahren wollen. Und das ist Waffer auf Chamberlains Mühle, der die Boeren zu seinen Füßen liegend sehen will. Sollte es wirklich zum Kriege kommen, so darf das kleine Transvaal der Sympathien aller recht und billig Denkenden sicher sein, freilich ist ihm damit wenig gedient, und materielle Hilfe wäre ihm schon lieber. Hoffentlich kommt es nicht zum Losschlagen angesichts dessen, daß die Vertreter der civilisierten Welt eben erst den Staub vom Haag von ihren Füßen geschüttelt haben, wo sie den Krieg zum überwundenen Standpunkt erklären wollten. (xx) Deutsches Reich. Berlin, 18. August. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt offiziös: Die Ergebnisse der Abstimmung der gestrigen zweiten Lesung der Kanal-Vorlage sind sehr betrübender Art. Die konservative Partei, nicht minder der größte Teil der freikonservativen Partei stimmten nur mit wenigen Ausnahmen nicht blos gegen den Mittelland- Kanal, sondern auch gegen die Verbindung des Dortmund- Ems-Kanals mit dem Rhein und brachten,* da auch ein Teil der kanalfreundlichen Partei wegen provinzieller vermeintlicher Interessen gespalten war, und das Zentrum aus taktischen Gründen bei der Haupt-Abstimmung sich derselben im wesentlichen enthielt, die Vorlage in beiden Abstimmungen zu Fall, den Dortmund-Rhein-Kanal allerdings nur mit einer Mehrheit von zwei Stimmen. Wenn diese Haltung der konservativen Partei wider Erwarten in der morgigen dritten Lesung fortdauert, so liegt die Befürchtung sehr nahe, daß die bisherige Stellung der konservativen Partei zur Staats- Regierung und selbst zur Krone infolge dessen eine erhebliche Erschütterung erleiden würde. Die Minister haben schon darauf hingewiesen, daß diese Frage nicht vereinzelt werden könnte, und daß die Partei alle Veranlassung habe, in ihrem eigenen Interesse dies im Zusammenhang mit der gesamten politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes zu betrachten. Wir können daher nur die dringende Hoffnung und Mahnung aussprechen, daß die konservative Partei noch im letzten Augenblick auch von diesem Standpunkte Die 13. Ulanen unterwegs. Von Wolf von Metzsch-Schilback- Zwei Extrazüge haben in Butzbach, zwei in Gießen je eine Hälfte des Hannoverschen Königs-Ulanen-Negiments an die Ausgangspunkte zu ihrem weiten Marschziele gebracht. Ohne nur irgend nennenswerten Unfall ist die 18- bis 20stündige Bahnfahrt trotz der herrschenden großen Hitze überstanden worden. Zwischen Va6 und etwa 10 Uhr erfolgten getrennt auf beiden Stationen die Auswaggonierungen, und bereits gegen Vs2 Uhr befand sich das ganze Regiment in der Umgebung von Nauheim, sowie im Bade selbst in seinen ersten Marschquartieren. Das Ziel des zweiten Marschtages ist nun Frankfurt a. M., doch wird zunächst die Mainstadt noch nicht erreicht werden, sondern in und nächst Butzbuch, 2—9 Kilometer vor Frankfurt sind Quartiere in Aussicht genommen. Da die beiden sonst in Bocken- heim garnisonierenden Husaren Eskadrons sich zurzeit ebenfalls auf einem sommerlichen Ausfluge in Mainz befinden, wird ein Teil des 13. Ulanen-Regiments sich's für 24 Stunden in dem leerstehenden Neste bequem machen. Am Samstag reitet alsdann — 'so hat wenigstens Major v. Heyden-Linden sich vor der Abreise in Hannover ausgesprochen — das Regiment geschlossen durch Frankfurt. Auf etwa halbem Wege gegen Darmstadt hin dürfte alsdann das dritte Quartier am Samstag Abend bezogen und der Sonntag in diesem Quartier als Rasttag verbracht werden. Voraussichtlich also im Laufe des Montag, so etwa gegen Mittag hin, wird Darmstadt erreicht werden. Die Leser kennen bereits in großen Zügen den weiteren Verlauf des Rittes seiner ganzen Anlage nach. Es erübrigt vielleicht, festzustellen, was auch Ihrem Berichterstatter gegen- über der Führer der 13. Ulanen betonte, daß ein absolutes Novum in dem an ein sehr entfernt gelegenes Regiment ergehenden Befehl, au den Kaisermanövern teilzunehmen, mit diesem Ritt der 13. Ulanen schließlich doch nicht geschaffen sei. Herr v. Heyden-Linden wies auf einen ähnlichen Ritt von Trier aus nach Thüringen hin, und ein Herr aus Gutach im Amt Wolfach schreibt uns, daß das 21. Dragoner-Regiment in Bruchsal 1897 die ganze Strecke von Bruchsal bis zum Schießplatz Senne bei Paderborn zurücklegte, dort die großen Kavallerieübungen mitmachte, an der Kaiserparade bei Homburg v. d. H. und an den folgenden Kaisermanövern beim 11. Korps teilnahm, um schließlich nach Schluß der Ucbungen wieder mittels Fußmarsches in die Garnison zurückzukehren. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich bemerkt, daß, soweit wir in der Lage waren, die Berichte über die Homburger Parade nachzulesen, einstimmig die Haltung dieses Regiments als eine ganz ausgezeichnete hervorgehoben wird. Immerhin stehen derartige große Märsche eines Regiments , wo wir doch nun auf eine fast dreißigjährige Friedensübungsperiode zurückblicken, recht sehr vereinzelt da. Was aber diesen Ritt der 13. Ulanen in ganz besonderer Weise hervortreten läßt, sind die Anzeichen, welche darauf hindeuten, daß fernerab überhaupt derartigen kavalleristischen Hebungen mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden soll, daß ein wenig hannoversche Militärpolitik mit in diese Befehle an die 13. Ulanen hineinspielt, und daß der Ritt schließlich — selbst der passionierteste Kavallerieoffizier will nicht immer nur den Weg, den er zurücklegt, unter den Gesichtspunkten der ihm günstigen oder ungünstigen Steilungs- und Fallverhältnisse betrachten — durch so wunderschöne Gauen Deutschlands führt. „Die Ereignisse folgen einander", sagt em ganz besonders zitatenfreudiger Leitartikelschreiber der „Vossischen Zeitung" mit Vorliebe, aber sie gleichen einander nicht. Dieses weisheitsschwere Wort ist ein förmliches Mädchen für alles, vom frühmorgentlichen Aufstehen bis zum spätnachmitternächtlichen Heimkommcn könnte man dies Zitat, genau betrachtet, stündlich an den Mann bringen. Hier wollen wir es in Bezug auf die Kaisermanöver anwenden. Auch sie spielen sich nicht mehr wie vordem nach einem gewissen Schema F ab. Der Kaiser besitzt in ganz hervorragendem Maße die Kunst des — Regissierens, er weiß, im besten Sinne ist dies gesagt, — was bühnenwirksam ist und er erzielt damit, daß Deutschland auf der großen Weltbühne eine wirkliche Rolle spielt. Recht oft war dies speziell in jüngster Zeit eine leitende Rolle, mit der Deutschland sehr wohl zufrieden sein konnte. Bei der Jnscenierung der bevorstehenden Kaisermanöver dürfte der neue Tric der sein, daß den Vorgängen hinter den Coulissen der operierenden Armeeabteilungen ein ganz besonders scharfes Augenmerk zugewendet werden wird. Darauf deutet in erster Linie die ihrer Bedeutung nach gar nicht genügend gewürdigte Kaiserliche Verordnung, das Manöverfuhrwesen betr., hin. Im wirklichen Kriegsfälle gehen großen Schlachten oder Gefechten in der Regel weitausgreifende Versammlungs- zuweilen Umgehungsmärsche voraus, int friedlichen Kriegswiderspiel müssen solche An- und Aufmärsche im großen Stil naturgemäß unterbleiben, sie kosten viel Zeit und vor allem heidenmäßig viel Geld. Darum werden denn auch stets im Frieden zwei oder mehr freundnachbarliche Armeekorps gegen einander ins Feld gestellt, so int Vorjahre Hannoveraner und Württemberger, diesmal Badenser und Württemberger. Die Anmärsche aber werden in der Generalidee nut angedeutet in der „Annahme", daß die T Armee von da, die A-Armee von dort kommt, beide mit mehr oder weniger blutdürstigen und eroberungssüchtigen Absichten natürlich Diese Annahmen aber ersetzen naturgemäß nicht im geringsten die wirkliche Hebung und Ausübung. In den fünf Tagen, aus die Frage betrachten und in der morgigen Abstimmung ihre bisherige schroffe Ablehnung modifizieren wird. Die von den gegnerischen Parteien angeführten Gründe und Bedenken gegen das große nationale Unternehmen sind im Laufe der Beratungen von allen Gesichtspunkten aus so vollständig widerlegt worden, daß denselben eine Aenderung in ihrer Haltung um so leichter werden muß. Berlin, 18. August. Nach Informationen, welche die „Nat. Ztg." für autoritativ hält, wird die etwaige Bestätigung der gestrigen Beschlüsse zweiter Lesung über die Kanalvorlage durch die dritte Lesung eine entscheidende Wendung sowohl in der inneren Politik, als in den Verhältnissen der Krone zu den Konservativen, wie es in vielen Beziehungen in Preußen seit Jahrzehnten traditionell war, herbeiführen. Die Nationalliberalen werden für die dritte Lesung die Regierungsvorlage mit dem, die Kompensationen für Schlesien enthaltenden Antrag Strachwitz als ihren Antrag von neuem einbringen. Man nimmt an, daß für den Dortmund-Rhein-Kanal sich eine Majorität zusammenfinden würde. Aber vorläufig besteht sowohl unter den hannoverschen Nationalliberalen als unter den Freisinnigen die Neigung, auch die Teilstrecke Dortmund-Rhein zu verwerfen, sofern nicht der Mittellandkanal ebenfalls angenommen wird. DtL nationalliberale Fraktion wird heute abend über diese Frage beraten. Berlin, 18. August. Nachdem der Ausbruch der Pest in Oporto bekannt geworden war, sind, wie die „Nordd. Allg. Ztg." vernimmt, die Regierungen der Bundesseestaaten sofort ersucht worden, die gesundheitspolizeiliche Ueberwachung der Schiffe, welche aus Oporto und den von der Pest unmittelbar bedrohten übrigen Häfen der pyrenäischen Halbinsel ein* treffen, herbeizuführen. Der Erlaß eines Einfuhrverbots ist in die Wege geleitet. Bis es erlassen werden kann, sollen Waren, durch welche eine Einschleppung des Krankheitsstoffes zu befürchten ist, nur nach vorheriger wirksamer Desinfektion zur Einfuhr zugelassen werden. Im übrigen wird der Verlauf der Epidemie in Oporto seitens der Behörden mit Aufmerksamkeit verfolgt, und es ist anzunehmen, daß erforderlichen Falls noch weitere Sicherheitsmaßregeln ergriffen werden. Berlin, 18. August. Nach dem Verlauf der gestern abend stattgehabten Sitzung der Kommission des Abgeordnetenhauses für die Gemeinde-Wahlreform ist diese Vorlage als gescheitert zu betrachten. — Afrika-Dampferlinie. Die für die nächste Reichstags-Session in Aussicht genommene Vermehrung der deutschen Afrika-Dampferlinien mit Subventionsschiffen und namentlich die beabsichtigte direkte Verbindung mit Kapstadt ist sehr zu begrüßen. Schon seit Jahren sind von den beteiligten Deutschen Klagen darüber erhoben worden, daß die südafrikanische Post erst sehr spät in Deutschland eintrifft. Es sind Fälle vorgekommen, daß die Post erst fünf Tage nach ihrem Eintreffen in London in die Hände der deutschen Interessenten gelangt ist. — Freiwillige Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Einige Tage lang wimmelten in München die Straßen von Leuten, die das Abzeichen des Roten Kreuzes trugen. Die Führer und Aerzte der freiwilligen Sanitäts- Kolonnen vom Roten Kreuz, die voriges Jahr in Berlin tagten, haben zu ihrer diesmaligen vierten Jahresversammlung die Hauptstadt Bayerns gewählt. Bekanntlich bezweckt diese Seite der freiwilligen Krankenpflege schon im Frieden eine Organisation zu schaffen, die int Kriege den Heim- transport der Kranken und Verwundeten besorgen und insofern die betreffenden militärischen Einrichtungen entlasten, die aber auch schon im Frieden Gutes stiften soll, indem sie ihre Dienste der Allgemeinheit widmet. Entsprechend die in der Regel die Kaisermanöver währen, wird eben in erster Linie nur gekämpft. Da hat man denn wenig oder gar nicht Zeit gefunden, dem Kolonnenwesen die gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden, erst neuerdings zeigte die recht scharfe oben erwähnte Verordnung, daß man nicht ganz das Wort des Grasen Moltke vergessen hat, der sich einmal dahin äußerte, die Armee werde den kommenden Krieg gewinnen, welche über die besten Trains verfügt. Graf Moltke scheint dabei in erster Linie an einen Krieg mitRußland gedacht zu haben. Ob er in seinem großen Geist vorausgesehen, wie die Dinge in Frankreich sich entwickeln würden, wie das republikanische Heer degenerieren würde? Wie müßte seine kühle Mathematiker-Natur aus den Verhandlungen in Rennes nicht moralische und juristische, sondern praktische militärische Schlüsse ziehen. In der That, Rennes bedeutet für das französische Heer ein zweites Sedan! Doch zurück zu unserem Ritt. Der Marsch der 13. Husaren auf Straßburg ist eins jener Symptome, die darauf hindeuten, daß fernerab den Marsch Übung en ein größeres Gewicht beigelegt werden dürfte, denn der Entschluß, das Regiment zu den Manövern in Schwaben heranzuziehen, datiert nahezu aus derselben Zeit, wie der kaiserliche Erlaß, das Manöverfuhrwesen betreffend. In zweiter Linie dürfte aber gerade auf das 13. Ulcmen- Regiment die Wahl des Kaisers gefallen sein, weil ganz unverkennbar eben in jüngster Zeit dem hannoverschen Korps im allgemeinen und den 13. Ulanen ganz im besonderen die Huld der Kaiserlichen Gnadcnsonne geschienen hat. Am Ausgangspunkt des Rittes, in Hanau, Mainz, Frankfurt garnisonieren verschiedene Kavallerie-Regimenter, deren Beauftragung mit der gleichen Aufgabe einen nicht unbeträchtlichen Bahntransport erübrigt hätte. Jedenfalls aber werden die Königs-Ulanen, deren Uniform der Kaiser voraussichtlich auf der großen Parade in Straßburg tragen dürfte, den Erwartungen, die man ihren Leistungen entgegenbringt, völlig entsprechen, ist doch die Haltung des Regiments nach der anstrengenden Fahrt und dem zweitägigen Ritt eine geradezu mustergiltige. dieser Aufgabe stehen die deutschen Sanitäts-Kolonnen in enger Verbindung mit dem Deutschen Kriegerbund, ohne daß aber ein etwaiger Versuch, ihnen ihre bisherige verhältnismäßige Selbständigkeit zu nehmen, auf allseitigen Beifall rechnen dürfte. Den Höhepunkt ihrer Ausbildung und Ausbreitung haben die verhältnismäßig jungen freiwilligen Sanitäts-Kolonnen noch keineswegs erreicht. Aber daß die der Sache zu Grunde liegende Idee weitere Propaganda macht, ergibt sich allein schon daraus, daß bei der diesmaligen vierten Jahresversammlung nicht weniger als 180 Sanitäts-Kolonnen aus allen Teilen Deutschlands vertreten und gegen 1500 Gäste in die Listen eingetragen sind. Die Uebung auf dem Exerzierplatz Oberwiesenfeld am Sonntag, der die Prinzen Ludwig und Ruprecht beiwohnten, war die größte ihrer Art, die jemals auf deutschem Boden stattgefunden hat. Die Idee der Uebung war, daß 100 von einem größeren Gefecht herrührende Verwundete aufgelesen, verbunden und wegtransportiert werden sollten, wobei Mannschaften des militärischen Sanitätswesens die Verwundeten darzustellen hatten. Der Hauptversammlung am Dienstag, Lei der ebenfalls wieder Prinz Ludwig als Protektor anwesend war, präsidierte der Vorsitzende der freiwilligen Münchener Rettungsgesellschaft, Hauptmann Halder. Die zahlreichen, bei diesem Anlaß gehaltenen Vorträge beschäftigten sich, wie der „Köln. Ztg." geschrieben wird, vorwiegend mit der Organisation der Sanitäts-Kolonnen, teilweise aber auch mit anderen Dingen wie z. B. der Geschoßwirkung des heutigen Jnfanteriegewehrs. Für die nächstjährige Versammlung fiel die Wahl auf Mainz, obwohl Bromberg sich zunächst darum beworben hatte. — Ein s oziald emokratischer Verb and h äus- licher Arbeiter, der sich über das ganze Reich erstrecken soll, ist in Bildung begriffen. Die Sozialdemokratie soll fest entschlossen fein, sich für die Dienstbotenbewegung mit voller Kraft ins Zeug zu legen; zu diesem Zwecke werden bereits Schritte gethan, um eine „klassenbewußte" Organisation männlicher und weiblicher Dienstboten anzubahnen. Die sozialdemokratische Frauenzeitung „DieGleichheit" hat die Führung dazu übernommen. Erstrebt wird: Die Aufhebung der Gesinde-Ordnungen, die Zuerkennung der vollen Koalitionsfreiheit, die Gleichstellung mit den gewerblichen Arbeitern und die sinngemäße Anwendung der gesetzlichen Schutzbeftimmungen auf die häuslichen Arbeiter. Berlin, 17. August. Einen Mangel an Unteroffizieren wird es zum Herbst dieses Jahres geben. Dieser Tage sind nämlich die Kapitulationen mit den Chargierten erneuert worden, wobei sich gezeigt hat» daß ein großer Teil der Unteroffiziere nicht weiter kapitmierte und zum Herbst aus der Truppe ausscheidet. Vornehmlich sind dies Unteroffiziere von fünf- bis achtjähriger Dienstzeit, denen die Anwartschaft auf eine Zivilstellung nach Erlangung des Zivilversorgungsscheines doch zu unsicher erscheint, denn bei der jetzigen Ueberfüllung fast aller Behörden hält es sehr schwer, zur Probedienstleistung einberufen zu werden. Aber auch viele Zweijährige-Kapitulanten geben am 1. Oktober nach vierjähriger Dienstzeit das Soldatsein auf und suchen im Privatleben Anstellung zu erhalten. Das auf die Sparkasse gebrachte Kapitulantenhandgeld von 1000 Mark kann jetzt seine gute Verwendung finden. — An den diesjährigen Kaisermanövern, die bekanntlich in Süddeutschland abgehalten werden, nehmen Teil 911/2 Bataillone Infanterie und Jäger, 92 Schwadronen Kavallerie — darunter 2 Detachements Jäger zu Pferde —, 70 Batterien Artillerie — darunter 8 reitende — und vier Pionierbataillone. Davon gehören 30 Schwadronen und 2 reitende Batterien nicht den drei für die Kaisermanöver bestimmten Armeekorps, dem 13., 14. und 15., an, sondern sind aus dem 8., 10. und 16. übernommen. Gegenüber den vorjährigen Kaisermanövern nehmen diesmal 2 Bataillone , 32 Schwadronen und 1 Batterie mehr Teil. Außerdem ist aber noch zu berücksichtigen, daß sich vom 14. und 15. Armeekorps 40 Bataillone auf Kriegsstärke befinden, sowie, daß sämtliche Batterien dieser beiden und zwei Drittel der des 13. Korps mittleren und hohen Etat haben. — An den diesjährigen großen Flottenmanövern werden sechs Admirale teilnehmen: der Flottenchef Admiral Köster (Flaggschiff „Blücher"), die Chefs des ersten und zweiten Geschwaders, Vizeadmiral Thomsen (Flaggschiff „Kurfürst Friedrich Wilhelm"), und Kontre- admiral Hoffmann (Flaggschiff „Hildebrand"), sowie die Chefs der 2. und 4. Division, Kontreadmiral v. Wietersheim (Flaggschiff „Baden") und Kontreadmiral Frhr. v. Bodenhausen (Flaggschiff „Aegir"), ferner als Unparteiischer Kontreadmiral Hugo von Schuckmann. „T. R." — Ki aut schon. Nachdem wiederholt Anfragen an das Reichs-Marineamt gerichtet sind, ob sich das Kiautschou- Gebiet zu einer landwirtschaftlichen Besiedlung (Ackerbau, Viehzucht) eignet, und ob Landwirte bei einigem Kapital Aussicht auf ein gutes Fortkommen dort haben, ist der Gouverneur des Gebietes zu einer besonderen Aeußerung hierüber veranlaßt und hat sich folgendermaßen ausgesprochen: Abgesehen davon, daß das Gebiet zu klein ist, um auf die Dauer der Landwirtschaft Raum zu gewähren, darf auch mit Recht die Möglichkeit einer Konkurrenz mit dem genügsamen, fleißigen, an das Klima gewöhnten und in den Bodenverhältnissen erfahrenen Chinesen schon aus dem Grunde bezweifelt werden, weil der Preis, zu dem Regierungsland abgegeben werden muß, ein verhältnismäßig zu hoher fein würde. Für die Viehzucht insbesondere bietet sich durch den Mangel an Graswuchs nur geringste Aussicht. Wiesen sind nicht vorhanden; sie fehlen in Schantung überhaupt, wie überall dort, wo eine trockene mit einer nassen Jahreszeit abwechselt. Im Wege der Berieselung wäre allerdings die Möglichkeit von Wiesenbildung gegeben. Demgegenüber liegt jedoch die Thatsache vor, daß überall in Schantung dort, wo Wasser vollständig vorhanden ist, gewinnbringendere Früchte gezogen werden. Ausland. Paris, 18. August. Der „Figaro" teilt mit, daß seit einigen Tagen der frühere Ministerpräsident Brisson ber Nachbar Guörins geworden sei. Er bewohnt nämlich in derselben Straße das Haus Nr. 45. Paris, 18. August. »Waldeck-Rousseau hat von Republikanern der Bretagne, den sogenannten Blauen, ein Telegramm erhalten, in welchem sie erklären, daß sie sich glücklich fühlen, endlich einen Mann am Ruder zu sehen, welcher entschieden die Republik verteidigt. Das Telegramm ist unterzeichnet von dem Admiral Reveille. Rennes, 18. August. Den Aussagen des verhafteten Individuums, welches sich für den Attentäter Laboris aus- gab, wird wenig Glauben beigemessen — Die Besserung im Befinden Laboris schreitet fort. — Der hier eingetroffene Advokat Morn ad wohnte der heutigen Sitzung des Kriegsgerichtes bei. Die Genehmigung zur Vertretung Laboris soll ihm bisher nicht erteilt fein. Frankreich. Die Dreyfus-Sache. Der Schuß auf Labori hat die Verteidigung ins Herz getroffen, klagt ein dreysusfreundliches Blatt und die Thatfachen geben ihm Recht. Der behäbige Maitre Demange soll nach unparteiischen Berichten alles fein, nur kein Kämpfer. Staunen erregt nach denselben Berichten sein gesegneter Appetit an der Table d'höte — man sieht, die wunderlichsten Betrachtungen werden in Rennes angestellt. Außerhalb des bretonischen Nestes muß der unbefangene Beobachter inzwischen sich mit den Gerichten begnügen, die ihm die Augenzeuge» der Prozeßverhandlungen vorsetzen. Und hierbei ist denn das keineswegs erbauliche Faktum zu konstatieren, daß sowohl die Berichte der französischen wie der Auslandspresse mehr oder minder vom Parteifieber eines der beiden Saget angekränkelt sind. Auch da, wo sich die Berichterstattung möglichster Objektivität befleißigt, hält es schwer, sich aus dem bargebotenen ein rechtes Bild zu machen. Im Quadrat der Entfernung gemessen, erscheinen die einzelnen dramatischen Bilder des Prozesses ganz anders wie im Saale des Kriegsgerichtes, und es wäre daher verfehlt, aus ihnen schon jetzt Schlüsse auf das Resultat zu ziehen. Nach der Niederlage Merciers glaubte man bereits Dreyfus an der Schwelle der Freiheit; nach den gravierenden ersten Aussagen Nagels schlug die Sache total um. Zwischen beiden Momenten liegt das Attentat auf Labori mit seinen eingangs angedeuteten Folgen. Wie irn Vorabendblatt mitgeteilt, hat bereits im Auditorium zu Rennes der Andrang nachgelassen. Vielleicht erweist die deutsche Presse sowohl dem Vaterland wie dem Herrn Alfred Dreyfus den Gefallen, daß sie in der weisen Zurückhaltung des unparteiischen Zuschauers weiter verharrt und der unseligen Affaire in Rennes ihren Lauf läßt. Wird diese für den Angeklagten günstig erledigt, so ist es gut für ihn und nützlich für Frankreich; endet sie mit einem abermaligen Schuldig, bann wird es in bem Hexenkessel lustig weiter brobdn, unb auch in biefem Fall bietet sich bem Auslanb bas keineswegs beängftigenbe Schauspiel, baß bie französische Nation ihre besten Kräfte an einem unblutigen Bürgerkrieg aufzehrt, ber eines besser» wert wäre als eines moralischen Seban, worauf er hinausläuft. „M. N. N." London, 18. August. Ein Mitarbeiter bes „Matin" hat gestern Esterhazy wegen ber Zeugen-Aussage des Generals Roget interpelliert. Esterhazy sagte, es seien ihm bereits Vorschläge gemacht worben, bie Unschnlb Henrys zn erklären, welche er aber absolut verweigert. Lokales und Provinzielles. Gießen, ben 19. August 1899. ** Omnibus-Verkehr nach Wieseck. Wie in früheren Jahren läßt bie Omnibus-Gesellschaft auch biesmal gelegentlich ber Kirchweihe ihre Wagen vom Wallthor von 3 Uhr nachmittags an, nach Wieseck verkehren. Fahrpreis wie früher 20 Pfennig. Die Fahrten nach bem Schiffen- bergerwalb werben eingeschränkt bezw. ganz eingestellt. ** Polizeibericht. In ber Nacht vom 17./18. b. Mts- tourbe in einem Geschäft am Seltersweg bahier eingebrochen. Dem Thäter, ber ein Pult erbrach unb es jeben- falls nur auf Gelb abgesehen hatte, fielen habet nur 20 Pfennige in bie Hänbe. — Gestern würbe ein Dachbeckergehilfe von hier, welcher bet hiesigen Geschäftsleuten Ware (Blei unb Zinn) erschwinbelte, bie Ware aber birekt einem hiesigen Hänbler brachte unb bebcutenb unter bem Preise verkaufte, verhaftet, ebenso ber Hänbler, ber unter ben obwaltenben Umstänben annehmen mußte, baß die Ware nicht auf redliche Weise in die Hände des Verkäufers gekommen war. — Gestern abend wurde in der Krosdorfer- straße ein Kind Überfahren und unbedeutend verletzt. Der Fuhrknecht, welcher zu rasch gefahren, wurde angezeigt. — Ein 8jähriger Junge aus Wißmar, der sich schon mehrere Tage in hiesiger Stadt umhertrieb, wurde gestern abend aufgegriffen und im Schwesternhause untergebracht. Der Junge gab an, von feiner Mutter fortgeschickt zu fein, um in Gießen sich was zu erbetteln. — Am 16. ds. Mts., abends gegen 9% Uhr wurden zwei hier wohnhafte Händler, die mit Lumpen und altem Eisen ein Geschäft betreiben, und sich hierzu ein Pferd halten, in der Schützenstraße dahier abgefaßt, als sie mit beladenem Wagen aus dem Neustädterfeld tarnen, wo sie Futter für das Pferd, Klee, Hafer und Dickwurzknollen, auf verschiedenen Grundstücken hiesiger Oekonomen entwendet hatten. O Weitershain, 17. August. Mit dem nächsten Sonntag hier stattfindenden Kirchweihfest wird die Einweihung unseres neuerrichteten Kriegerdenkmals verbunden werden. DaS Denkmal selbst ist von Herrn Kunstschlosser Sann dahier, dessen kunstvolle Arbeiten durch die beiden letzten Gewerbeausstellungen in weiteren Kreisen bekannt wurden, recht geschmackvoll ausgeführt worden. Trotzdem an genanntem ^ilt mit i, )evt Br 'sk^ lrit ' s°n der yni nämlich von täten ? u?' -m " «ä? • Das g-.r '^-n, HC ^ele9tamm *Ä* 'sL8L • Antigen Sitzu" "9 M B-ttrL; J1, ®er Schiii 1«“*, flogt Staunt, 'M» «toetiu, ”beN|hn Setrni. l*M6 d-z t„. ?b!' ®”Riugn lb gerbet ist betm ’nftattertn, daß j„, oer Auölandspresse e? der beiden Lager ne Berichterstattung es schwer, sich au8 7en- Ouadrat 'Zelnen dramatischen Saale des Kriegs- 18 ihnen schon jetzt M der Weberlage m der Schwelle der Aussagey RogctS beiden Momente« len eingangs angelt mitgeteilt, hat be- ndrang nachgelassen, wohl dem Vaterland efallen, daß sie in teiischen Zuschauers ire in Rennes ihren Wagten günstig er- slich für Frankreich,' g, bann wird es m md and) in diese« iwegs beängstigende ihre dchew AM irt, der eines besser« in, woraus er hin- M. N. N." weiter des „Matin" Zeugen-Aussage des y sagte, es seien ihm Unschuld Henrys z» igert. «Mrs. 9, August 1899. Wie in frühere« t auch diesmal gt# ;n vom Wallthor von )tr!*eti. 3»Wtnb t mf) btm ©#’■ ootij ejngefteUL t>om 1V18. ■ » rsweg ertrag tS •ebeII‘ e P» *; T n w»rdk «« Äff S-;S cnhnn^ . sein/ er i* “ W" ‘ k« Schütt'- IW in Wage» «e$ hatten- ■Aften Sonntns II»* .rf« * rb«°d-«L, d«M itffcj» **S ^-d-m ”9 Gießen. Getaufte. MatthiuSgewetnbr. Den 13. August. Dem Metzger Georg Müsstng ein Sohn, Otto Friedrich, geboren den 19. Juni. Denselben. Dem Kaufmann August Rinn eine Tochter, Karo- line Margarethe Sophie, geboren den 25. Juli. MarkuSgemeindr. Den 12. August. Dem Gastwirt Andreas Sorgenfrei eine Tochter, Anna Luise Erna, geboren ben 6. Juli. ^)en 13. August. Dem Maurer Heinrich Erb eine Tochter, ist nicht vor dem 10. September zu erwarten. Rennes, 19. August. Den wirren Reden des verhafteten Glorot ist nicht zu entnehmen, ob er von dem Attentat oder dessen Verabredung irgend etwas weiß. Reunes, 19. August. Da es wahrscheinlich ist, daß Labori schon am Montag oder Dienstag seinen Platz im Prozeß-Saale einnehmen wird, hat man die Idee aufgegeben, ihn durch den Advokaten Mornard zu ersetzen. eine Tochter, Elise Regine Maria Karola. 15. Dem Taglöhner Heinrich Pitz eine Tochier. 16. D-m Bahnarbeitrr August Fourier eine Tochter. 16. Dem Privatdozenten Dr. Waller Kinkel ein Sohn. 16. Dem.Buchhalter Friedrich H-inrich Ernst Müller eine Tochter. 16. Dem Metzger und Wirt G-org Ruthsatz ein Sohn. Gestorbene. August: 11. Lina Elisabeth Funk, ohne Geschäft, 23 Jahre alt, von Nidda. 12. Klement Fink, 48 Jahre alt, Garieuarbeiter dahier. 13. Regine Schwall, geb. Lorenz, 56 Jahre alt, Ehefrau von Bleicher Wilhelm Schmoll III. dahier. 13. Margarethe Schlitt, 70 Jahre all, von Schwadenrod. 13. Adam Becker, 70 Jahre alt, von Villmar. 14. Georg Philipp Konrad Schwager, 64 Jahre alt, Kaufmann dahier. 14. Ein Kind männlichen Geschlechts, noch ohne Vornamen, 2 Tage alt, Sohn von Lackierer Heinrich Slühler hterselbst. 15. Ein Kind weiblichen Geschlechts, noch ohne Vornamen, 7< Stunde alt, Tochier von Taglöhner Heinrich Pitz Hierselbst. 15. Friedrich Emil Lotz. 54 Jahre alt, Kohlenhändler dahier. 15. Karl Müller V., 61 Jahre alt, Schreiner dahier. 16. Elisabethe Otto, geb. Mttze, 61 Jahre alt, Ehefrau von Weißbinder Philipp Otto hterselbst. 16. Hermann Christian Orbig, 23 Jahre alt. Student Hierselbst. 16. Ein Kind männlichen Gesch'echtS, 8 Stunden alt, Sohn von Metzger und Wirt Georg Ruthsatz Hierselbst. Auszug aus den Kirchenbücher« -er Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. MarkuSgemeinde. Den 12. August. Heinrich Bechthold, Kutscher zu Gießen, und Elisabethe Momberger, Tochter deS verstorbenen TaglöhnerS Gustav Momberger zu Ermenrod. JohanneSgemrinde. Den 12. August. Heinrich Wilhelm Rieb, Kutscher zu Gießen, und Anna Görig, Tochter des TaglöhnerS Heinrich Görtg zu Engels 2ju0Upt Reinhard Carl KauS, Bureau-Vorsteher zu Marburg, und Johann, Auguste Babel. Tochter deS verstorbenen Lokomotivführers Philipp Babel zu Gleßen. Den 17. August. Wilhelm Carl Kinkel, Kaufmann zu Gießen, und Lina Schmidt, Tochter des Schreinermeisters Jakov Schmidt zu in Nr. 189 dieses Blattes geben wir nebenstehende Kopie der Handschrift der betreffenden anonymen Briefe. Charakteristisch in dieser Schrift ist besonders die Form der Z-ichen „V*, „b* und „F", ferner die geschloffene, fast lateinische Schreibart des „o", der nach vorn unten offene Haken über dem „uN, das häufige Weglaffen des Punktes über dem „i", schließlich der Mangel jeder 3nlm?rU"mfl«nbe ist, ben SBerf.fi« n.mh-u tu m.chen, wirb Mlchst g-b-lm, blei unter ber 6» ff» T. U. dmch bi- Expedition dieses Blattes zu thun. Temperatur der Lahn und Luft nach Rraumur gemessen am 19. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasser 16°, Luft 14°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Aufgebote. August: 12. Johann Heinrich Wolf, Schutzmann dahier, mit Margarethe Becker hterselbst. 16 Emil Karl Ludwig Heinrich Klein, M tzger dahier, mit Katharine Wilhelmine Dotzert zu Seibelsdorf. 16. Louis Georg Heinrich Rothe, Bureau-Vorsteher dahier, mit Emma Vorlop hiersrlbst. 18 Daniel Schwerdtfeger, Schleusenmeister zu Straßburg i. E., mit Johanna Juliane Reich zu Dorf Kehl in Baden. Ehefchlietzuugeu. August: 12. Heinrich Wilbelm Leiv, Kutscher dahier, mit Anna Görtg hierselbst. 12. Heinrich Bechthold, Kutscher dahier, mit Elisabeth! Momberger hierselbst. 15. Gabriel Spier, Kaufmann dahier, mit Mathilde Nachmann hierselbst. 15. Reinhard Karl K«uS, Bureau-Vorsteher zu Marburg, mit Johanna Auguste Babel hierselbst. 17. Wilhelm Karl Kinkel, Kaufmann hierselbst, mit Lina Schmidt hierselbst. Geborene. August: 5. Dem Installateur Wilhelm Wehn ein Sohn, Paul. 6.DemOberinspektvr Heinrich Köth ein Sohn. 8. Dem Schmied Heinrich Becker eine Tochter, Katharine. 8. Dem Postboten Hermann Jlgner eine Tochter. 9. Dem Maurer Andreas Krug ein Sohn. 9. Dem Bierbrauer Heinrich Weber eine Tochter, Johanna. 10. Dem Schuhmachermeister Theodor Jubt eine Tochter, Elise. 11. Dem Maschinenmeister Johann Gev"g Albrecht eine Tochter, Barbara. 12. Dem Lackierer Heinrich Studier ein Sohn. 12. Dem Reatgymnafiallehrer Dr. Rudolf Erb ein Sohn, Ludwig Emil Rudolf. 12. Dem Fabrikarbeiter P ter Kuhn ein Sohn, Johannes Heinrich. 13. Dem Schlosser Paul Bell eine Tochter. 13. Dem Maurer Heinrich Nuhn rin Sohn, Wilhelm Heinrich. 14. Dem Fuhrmann Johann Rausch Neueste Meldungen. Depeschen deö Vureau „Herold*. Berlin, 19. August. Die Kaiserin Friedrich wird, wie dem „Lokalanzeiger" gemeldet wird, am Montag der Kaiser-Parade auf dem Mainzer Sande beiwohnen, an der auch ihr Infanterie-Regiment Nr. 80 teilnehmen wird. Berlin, 19. August. Das Herrenhaus hält seine nächste Plenarsitzung bereits am Mittwoch dem 25. August ab. Auf der Tagesordnung steht die Vorlage über die Einführungsgesetze zum bürgerlichen Gesetzbuch. Berlin, 19. August. Die „Kreuzzeitung" druckt einen Artikel der „Berliner Politischen Nachrichten" ab, welcher sich ähnlich wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gegen die konservative Partei wegen der Ablehnung der Kanal- Vorlage richtet und bemerkt dazu, diese von beiden halboffiziösen Organen im letzten Momente angeschlagene schärfere Tonart dürfte an dem voraussichtlichen Resultate der heutigen Abstimmung kaum etwas ändern. Berlin, 19. August. Die „Berl. N. Nachr." schreiben zur intterpolitischen Lage: An allerhöchster Stelle herrschte, zumal nach den Aeußerungen von extrem agrarischer Seite, die Ansicht, daß die Konservativen die Kanal-Angelegenheit zu einer Machtfrage gestalten wollen und daß demgemäß das Verhalten der Regierung ihnen gegenüber eingerichtet werden muß. Nach uns aus politischen Kreisen zugegangenen Mitteilungen wäre allerdings mit der Eventualität zu rechnen, daß das gesamte preußische Staatsministerium im Falle der i Ablehnung der Kanalvorlage seine Demission einreichen und seine Zusammensetzung wesentliche Veränderungen erfahren würde. Sicherlich könnte ein solcher Gedanke nicht ohne schwerwiegende Rückwirkung auf die gesamte innere Politik in Preußen und im Reiche bleiben. Potsdam, 19. August. Die Erbprinzessin Pauline von Wied ist gestern von einem Sohne entbunden worden. Brüssel, 19. August. Die Zentral Kommission der Kammer beschloß nach mehrstündiger Sitzung, die Regierung über mehrere Punkte des neuen Wahlgesetzes, vor allem darüber zu befragen, ob dieselbe nach Ablehnung des Gesetzes die Kammer aufzulösen gedenke. Erft dann werde sie zur eigenen Abstimmung schreiten. Lemberg, 19. August. Die sozialistischen Vereine Zgoda und Brüderlichkeit in Borislaw wurden von Seiten der I Behörden gesperrt und die Thüren ihrer Vereinslokale I verriegelt. Paris, 19. August. Die Parteilichkeit des Obersten I Iouaust beim Verhör Picquarts berührte peinlich. Trotz- I dem sind die Nationalisten durch den Verlauf der gestrigen I Sitzung niedergedrückt und zeigen eine maßlose Wut über I Oberst Schneiders schroffes Dementi. — Der „Temps" I konstatiert den allseitigen Zusammenbruch der Anklage in- I folge der Zeugenaussage Picquarts. Mercier gilt endgiltig I als verloren. Die Regierung entsandte vier Detektives nach Rennes zum besonderen Schutz für Picquart. Paris, 19. August. Wie es heißt, sind die sozialistischen I Minister Millerand und Baud in entschlossen, ihre Demission zu geben, falls ihre Zustimmung zu Gewaltmaß- I regeln gegen die verschanzten Antisemiten verlangt werden sollte. Sie erklären, es sei undenkbar, daß General Gallifet, welcher die Kommune von 1871 niederwarf, heute die Hand I zur Heraufbeschwörung antisemitischer Kundgebungen reichen sollte. Paris, 19. August. Der Sozialisten-Kongreß in Epernay hat den Eintritt Millerands in das neue Ministerium gutgeheißen. Paris, 19. August. Guorin hat gestern die Kapitulation nochmals hinausgeschoben. Nach vergeblichem Warten zog um 2 Uhr ein Teil der Polizei wieder ab. I Indessen besteht die begründete Aussicht auf eine baldige I Waffenstreckung des Belagerten. Die Regierung kam in dem gestrigen Ministerrat zu dem Entschluß, auf Gewaltmaßregeln I zu verzichten. Paris, 19. August. Die Sektion der Antisemiten in Nanzy hat Guörin telegraphisch benachrichtigt, daß sie I sich mit ihm solidarisch erklären und Repressalien ergreifen werden, falls ihm etwas zustoßen sollte. Paris, 19. August. Die gestern abend stattgehabten I Unruhen und Zusammenstöße vor dem AntisemitewLokale I scheinen darauf hinzudeuten, daß die Freunde Guorins entschlossen sind, einen günstigen Augenblick abzuwarten wenn I die Polizei und die Munizipalgarde anderweitig beschäftigt I sind, um Guorin und seine Freunde unbehelligt aus der Festung entweichen zu lassen. Rennes, 19. August. Die letzte Nacht hat Labort gut verbracht. Das Fieber hat vollständig nachgelassen. Rennes, 19. August. Das Ende des Prozesses Tage noch an drei Orten der Gegend Kirchweihe stattfindet, dürfte unser Fest von auswärts recht zahlreich besucht werden. + Aus Oberheffen, 18. August. Der Nestor der Lehrerschaft der Provinz, vielleicht auch des ganzen Landes, Herr Lehrer i. P. Magnus zu Ruppertsburg |bei Laubach, wurde dieser Tage zur Erde bestattet. Dem Verblichenen ward das seltene Glück zuteil, sowohl das fünfzigjährige als auch das sechzigjährige Dienstjubiläum in bewundernswerter Rüstigkeit und Geistesfrische feiern zu dürfen. Um die Gemeinde Ruppertsburg, in welcher er den größten Teil feiner Amtszeit mit Segen gewirkt, hat sich der treue Lehrer große Verdienste erworben, die denn auch gelegentlich der Jubiläumsfeierlichkeiten seinerzeit in gebührender Weise gewürdigt und anerkannt wurden. Möge ihm die Erde leicht sein! Aus der Zeit für die Zeit. Am 20. August 1799 wurde Heinrich von G agern, I einer der größten Staatsmänner und ein uneigenütziger, I von glühender Begeisterung für die Größe des Vaterlandes | erfüllter Patriot geboren, dessen Andenken im deutschen Volke I und insbesondere auch in unserem engeren Vaterlande un- I vergessen bleiben wird. Seine hervorragende staatsmännische | Begabung dokumentierte sich am glänzendsten in der Zeit | von 1833 bis 1848. In dieser Zeit ist er einer der ent- I schiedensten und mutvollsten Vorkämpfer für die Einheit des I deutschen Vaterlandes, sowie für ein auf sittlichen und frei- I heitlichen Grundlagen aufgebautes Volksleben geworden. I Dieses hohe Ziel bildete seine Lebensaufgabe, und ihm war I auch seine parlamentarische Thätigkeit in der Zweiten Kammer I der Hessischen Landstände gewidmet, der er von 1832—48, I also grade während der besten Mannesjahre seines Lebens | angehörte. Im Gebiete der deutschen Einheitsbestrebungen I bildete sein Ideal die Wiederherstellung des Deutschen Reiches I als Bundesstaat mit konstitutioneller Grundlage, sowohl des I Reiches als auch der Einzelstaaten, und Wiederherstellung I der deutschen Kaiserkrone, welche als erbliche Würde dem I Hause Hohenzollern verliehen werden sollte. Im Gebiete I des hessischen Staatslebens war er unentwegt für Erhaltung und Kräftigung der dem hessischen Volke durch die Verfassungsurkunde von 1820 verliehenen Volksrechte thätig. Die Ungunst der Verhältnisse verhinderte die Verwirklichung seiner Ideale in der Mitte unseres Jahrhunderts, doch sollte ihm noch die Genuglhuung werden, im vorgerückten Lebensalter die glanzvolle Wiederaufrichtung des deutschen Reiches mitzuerleben. Vor 61 Jahren, am 21. August 1838, starb zu Berlin Adelbert von Chamisso. Obwohl Franzose von Geburt, gehört er doch nach Denkart und Sprache uns Deutschen an. In seinen Gedichten finden wir einen düsteren Hang zur Schwermut, eine Vorliebe für das Herzerschütternde, doch gemischt mit harmloser Heiterkeit. Er ist der Verfasser des weltberühmten Märchens „Peter Schlemihl" und der berühmten poetischen Erzählung „Salas y Gomez“. Der Dichter wurde am 27. Januar 1781 auf Schloß Boncourt geboren.________________________________________________ Universitäts-Nachrichten. — Genf. Der Staatsrat hat Herrn Dr. Sattelt zum Afststenten des physiologischen Laboratoriums, Herrn Alfred Chaputs -um Gehilfen im Laboratorium der Zoologie und Anatomie der hiesigen Universität ernannt. — Graz. Hier ist Professor Dr. Karl Bernhard Brühl im 80. Lebensjahre gestorben. Ec war der erste und letzte Vorstand drr zootomtschen Lehrkanzel an der Wiener Universität, welche Anfangs der sechziger Jahre und im Jahre 1890, al6 Professor Brühl nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat, aufgelöst wurde. — Paris. Ein internationaler Kongreß für den Hochschul- unterricht wird am 30. Juli des nächsten Jahres zu Paris in der Sorbonne eröffnet werden. Seine Dauer ist auf etwa eine Woche bestimmt. Den Vorsitz führt das JnstilutSmitglied Brouardel, zur Zeit Dekan der medizinischen Fakultät zu Paris. Die Arbeiten teilen sich in folgende sechs Havptgruppen: 1) die Ausdehnung der Hochschulen; 2) Maßnahmen zu Nutz der Studierenden, insbesondere gegen die Vereinzelung und Beleuchtung dec bereits bestehenden Änrichtungen in Frankreich und den übrigen Ländern; 3) die durch die Hochschulen geleitete Bildung von Lehrkräften für den Hochschul-, den höh ren und niederen Schulunterricht; 4) die Bedeutung ber Hochschulen für Landwirtschaft, Kolonien, Handel und Industrie; 5) die Beziehungen zwischen Hochschullehrern verschiedener Länder, wobei die Frage nach einer internationalen Vereinigung der Universitätslehrer erwogen werden toll, und 6) das zwischen den Fakultäten der Rechte und denen der philologisch historischen Wissenschaften bestehende Verhältnis.t Anna, geboren den 13. Juli. ___ Denselten. Dem Arbeiter Wilhelm Fink eine Tochter, Emma Adolfine, geboten den 23. Juli. LukaSgemeinde. Den 13. August. Dem Wagenwärter Karl Klotz eine Tochter, geboten den 10. Juli. Den 17. August. Dem Kürschner und Mützenmacher Otto Richard Frenzel eine Tochter, Luise, geboren den 30. Juli. JohanneSgemeinde. Den 13. August. Dem Kaufmann Friedrich Jordan eine Tochter, Lina Minna Marie, geboren den 25. Mai. Denselben. Eine uneheliche Tochter, Anna Kätha Karoline | Auguste, geboren dm 22. Juni. Denselben. Dem Lackierer Heinrich Ruhl ein Sohn, Wilhelm Heinrich, geboren den 2. Juli. Denselben. Dem Modellschreiner Berthold Goß eine Tochter, Elisabethe Emilie G-orgine Bertha, geboten den 9. Juni. Denselben. Dem Vorarbeiter Konrad Wagner VI. ein Sohn, Wilhelm Ludwig, geboren den 13. Juli. Denselben. Dem Schlosser Franz Bepler ein Sohn, Carl Eduard Paul, geboren den 14 Juli. Beerdigte. MatrhüuÄgemeinde. Den 17. August. Friedrich Emil Lotz, Kohlenhändler, verheiratet, 54 Jahre alt, starb den 15. August. MarkuSgemerttve. Den 17. August. Karl Müllet, Schreiner, ein Witwer, alt 61 Iahte, starb den 15. August. Denselben. Elisabeth Otto, geb. Mitze, Ehefrau von Weißbinder Philipp Otto, 61 Jahre alt, starb ben 15. August. | LukaSgemeindr. Den 18. August. Carl Ftiebrich Leib, Cigatten-Fabtikant zu Mainzlar, 41 Jahre alt, starb ben 15. August. Denselben. Hermann Christian Orbig, stad, ehern., Sohn des Kaufmanns Emil Orbig, 23 Jahre alt, starb ben 14. August. Johannevgemeinbe. Den 14. August. Regina Schmall, geb. Lorenz, Ehefrau des Bleichers Wilhelm Schmall, 56 Jahre alt, starb den 13. August. Den 15. August. Ciemms Fink, ©attenarbeiter, ein Witwer, 47 Jahre alt, starb den 12 August. a . „ Den 16. August. Georg Philipp Conrad Schwager, Kaufmann, 64 Jahre alt, starb den 14. August._______ Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Sieken, 19. August. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfb. X 1.10-1.20, Hühneretet ver St. 7—0 H, 2 St. 14—15 Enteneier 1 St. 7—8 Ganse, eiet per St. 10-11 H, Käse 2 St. 5-6 Käsematte per St. 3 A. Erbsen'per Liter 20 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar j!L 0.65—0.80, Hühner per St. Ji. 0.90-1.00, Hahnen per Stuck I 0.60—0.90, Enten per St. 1.80—2.40, Gänse per Pfund I Jt 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfb. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfb. 62-64 Schweinefleisch per Pfb. 60—72 H, Schweme« fleiscL gesalzen, per Pfb. 76 H Kalbfleisch ver ^b. 60-66 Hammelfleisch per Pfb. 50-70 H, Kartoffeln per 100 Ktl° 4.00 diS I 9.00 v4tf Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. 3t 7.00—8.60, I Dauer "ber * Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nach. I mittags. Während ber ersten 3 Stunben ber Marktzett bars im I Umbenieben nickt feilneboten werben. 6108 Gießen, den 19. August 1899. Pfg 28 Pfg 1 2 8 Kg. (6 Psd.) Schwär zbrsd . auswärtigen Bäcker. Pfg in Pfg Fr. Nicolai, Rchlsaumlt. 6096 Pi- 22 Pfg- Vertreter Sekt-Hera Das Kommando. furt a. M. 6099 6104 Danket in Steins Saatöau einschließlich Jamilien Der Vorstand. Beides in Uniform, Tuchrock werden können. 6111 Elch«, Wivaldsgarlev Hochachtungsvoll 6107 6093 Verschiedenes ■ 3 Vermietungen Stellrn-Gelnche liu verkaufen V Offene Mellen MAGGI 24 26 für Giessen von leistungsfähiger, rheinischer 56 26 52 66 70 48 52 24 48 39 72 1 Kg. (2 2 Kg. (4 1 Kg. (2 44 44 44 Tafelbrod . . Tafelbrod . . Weißbrod . . 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod . . Der Junger Kommis mit guten Zeugnissen sucht per 1. Oktober er. Stellung. Offerten an '«die Ex- pedition dieses Blattes unter Nr. 6102. KlMtionöWser Will. Für eine gut gehende Wirtschaft in Gießen wird ein kautionsfähiger, tüchtiger Wirt unter günstigen Beding' nngen verlangt. Reflektanten belieben Adrefle unter G. W. an Haasenstein & Bögler, A.-G., Gießen, gelangen zu laflen. 609 ‘ Willi. Meissinger II Gasthaus zur Rabenau. Schnitter zum Haferabmachen gesucht. 02910 Chr. Haudach I. und gefahrlos wird jedes Hühnerauge beseitigt durch das gesetzlich ».schütz.. von Walthers Nachfl., Halle a. S. ä Karton 30 Pfg. Zu haben nur bei 6086 Gustav Walter, Gießen» (nur Flaschengährungs- sorten) gesucht. Off. unter F. M. C. 801 an Rudolf Mosse, Frank- Jch habe mich als Rechtsanwalt Wetzlar niedergeloffen. Mein Bureau befindet sich Hausergasse C. Nr. 124, eine grtppt hoch. Der Brodverkäufer. Bei den hiestgen Brodverkäufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern Gießen, den 19. August 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. mm Würzen der Suppen, das bei der sparsamen Hausfrau ebenso beliebt ist, wie bei der guten Köchin, — wenige Tropfen genügen, — empfiehlt in Original- Fläschchen von 35 Pfg. an bestens 6684 Karl Bieler, «reuzplatz 6. Brodpreise vom 20. August bis 3. September 1899. Der hiesigen Bäcker. RtbocHee: