»Mim. 7148 ITH \ WU1 Seilschaft .esbaden idem Umfange, Bedarfs-Arlike» ostenfrei, nc 971» 9616 rrr» 100.06 4816 etii •*« i 81-66 "CJlK-ff essen ttmaterialittihaydlM gelptad. uariikek üler Alt. r bt-- bitter I gegen leichsncht ervennbel ibwächeznstände ppetitloiigkeit etc. (ca. 1 Liter) Mk. 4.-. Idene Medaillen. liehen Antoritiiten. pothekeo. idemrtigen Nachahmung« iVmg'e CMnn-Ekeen- mden Schutzmarke. 8U1 parate, Molhansen LE. Mer irplan Stationen Gie«««»’ Friedberg, * ltz Fulda, AtifelJ’ Geien,, S*“"’ beug«- »«rden' -iSS* $***#• 7157» - Äi-obl- ,<.10^2 i00,ä k * Donnerstag den 19. October 1899 Nr. 246 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger 3ene*eie Än|rigen zu Hr ueAeitte^i fftr Ha W®** tag trHriaenbeti Nwmn« *** ear*. W NH. Vki R Marl 50 ierte(iäfcrli* 9.3t Mh|tigen«fstrmtttfaB4-■—J—■ - " ■" J 1 »brefie für Vepeschta: tyrfksn Fernsprecher Nr. 51. ——111 niiJMST Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Der Posthalter in South Ottumwa, Iowa, E. H. Thoma teilte der Kaiserlichen Botschaft mit, im Jahre 1864 sei ein Deutscher, Namens John H. Hegger, Freiwilliger des 19. Iowa-Regiments, als Kriegsgefangener gestorben. Derselbe habe bei einer Bank in St. Louis eine Summe Geldes hinterlegt und zur Zeit seines Todes von den Militär- behörden noch Soldguthaben zu beanspruchen gehabt. Es ist festgestellt worden, daß der genannte tatsächlich am 29. September 1863 im „Konföderierten-Gefängnis" zu Sheveport, Louisiana, verstorben ist. Aus welcher Gegend Deutschlands Hegger stammte, konnte hingegen nicht^ermittelt werden. Nach Auskunft deS dortigen Auditor for the "War Department besteht der Nachlaß des Verstorbenen auS einer geringen Summe Geldes, unter Dollars 100. Die Eltern desselben würden indes, falls sie noch am Leben sein sollten, eine nicht unerhebliche Pension zu beanspruchen haben. Die Eltern oder allenfallsigen Erben des Verstorbenen werden daher, falls sie in unserem Kreise wohnen sollten, aufgefordert, sich bei uns zu melden und etwaige Ausweis- Papiere vorzulegen. Gießen, den 16. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Langd. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in den gesperrten Gehöften zu Langd erloschen und die Desinfektion stattgesunden hat, wird die Sperre der Gehöfte und der Gemarkung wieder aufgehoben. Gießen, den 15. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betr.: Maul- und Klauenseuche. Wegen der immer noch starken Verbreitung der Maul- nnb Klauenseuche in unserem Kreise und den benachbarten Kreisen und insbesondere wegen der in Gießen selbst in einem Gehöft herrschenden Seuche muß der auf den 24 und 85. ds. Mts. festgesetzte Viehmarkt verboten werden. Gießen, den 17. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. ________________v. Bechtold.__________________ Bekanntmachung, betr.: Maul- und Klauenseuche. Nachdem von neuem in Lang-Göns die Maul- und Klauenseuche, und zwar unter dem Fasel Vieh, festgestellt worden ist, und der Verdacht größerer Ausbreitung besteht, ist Sperre der verseuchten und verdächtigen Gehöfte und der Gemarkung Lang-Göns verfügt worden. Danach unterliegt der Verkehr mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen folgenden Beschränkungen: Das Durchtreiben derselben von außerhalb durch Ort und Gemarkung ist verboten. Die Einfuhr von solchem Vieh über die Gemarkungsgrenze in den gesperrten Ort ist nur zum Zweck sofortiger Abschlachtung gestattet oder für den Fall, daß es in der Gemarkung verbleibt. Die Ausfuhr ist ebenfalls nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung mit schriftlicher Erlaubnis der Bürgermeisterei Lang Göns auf Grund einer Aeußerung des Großh. Kreisveterinärarztes zulässig. Wer ein Stück Vieh an einen auswärtigen Metzger oder ein Schlachthaus liefern will, muß also zunächst die Untersuchung durch den Großh. Kreisveterinärarzt veranlassen, und wenn danach der Ausfuhr kein Hindernis im Wege steht, einen -Erlaubnisschein der Großh. Bürgermeisterei lösen. Bei dem Transport muß er diesen Schein, der eine dreitägige Gültigkeit hat, mit sich führen und die vorgeschriebenen Transportbedingungen genau beobachten, auch der Polizeibehörde (Bürgermeisterei) des Empfangsorts Nachricht geben. Auf Antrag der Bürgermeisterei wird von uns im Bedürfnisfalle angeordnet, daß der Großh. KreiSveterinär- arzt sich wegen Ausstellung solcher Bescheinigungen an einem bestimmten Tag wöchentlich, der ortsüblich bekannt zu machen ist, dienstlich einfindet. Die Sperrmaßregeln bezüglich verseuchter Gehöfte oder Weiden bleiben daneben bestehen. Im übrigen können Klauentiere aus nicht verseuchten Gehöften innerhalb der gesperrten Gemarkung zur Feldarbeit benutzt oder auf die Weide getrieben werden, nicht aber über die Gemarkungsgrenze hinaus. Ebenso können der Ansteckung verdächtige Tiere zur Feldarbeit innerhalb der Gemarkung benutzt werden; das sind solche Tiere, bei denen wegen des Zusammenstehens mit kranken Tieren im selben Gehöft oder Stall oder wegen Berührung mit krankem Vieh in irgend einer Weise die Vermutung besteht, daß sie angesteckt worden sind. Wer Grundstücke oder Anlagen in einer anderen Gemarkung besitzt, muß dieselben entweder durch Pferdegespanne oder aber durch Rindviehgespanne aus dieser anderen Gemarkung besorgen. Jede Weggabe von Milch aus der gesperrten Gemarkung darf nur nach vorheriger Abkochung erfolgen; ausgenommen, wenn die Abgabe an eine Molkerei erfolgt, welcher das Verbot der Abgabe ungekochter Milch zugegangen ist. Ausfuhr von Dünger, Rauhsutter und Stroh aus den Seucheställen des Sperrgebiets ist verboten. Gießen, den 18. Oktober 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Am Sonntag, 22. d. Mts., nachmittags 3«/2Uhr wird HerrOekonomieratLeithiger aus Alsfeld in Großen-Lin den im Keßler schen Lokal „Zu m Löwen" einen Vortrag über Züchtuugsgrundsätze uad Aufzucht des Jungviehs halten, zu dem ich jedermann freundlichst einlade. Die Herren Bürgermeister von Großen-Linden und der umliegenden Orte wollen für Bekanntmachung im Orte sorgen. Gießen, den 10. Oktober 1899. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. ____________________v. Bechtold. Wir fordern hiermit sämtliche ehemaligen Militärpersonen, welche im Dienstbereich des Großh. Ortsgerichts Gießen wohnen und bei ihrem Abgang vom Militär als Invaliden ausgeschieden oder nach der Entlassung als solche anerkannt worden sind, auf, sich bei uns behufs Eintragens in ein Verzeichnis zu melden. Zu demselben Behufe werden zur Meldung aufgefordert diejenigen Personen, welche als Militärinvaliden seinerzeit anerkannt wurden und auch bereits wieder aus dem Zivildienst als Pensionäre rc. abgegangen sind. Gießen, den 9. Oktober 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. * Die österreichischen Feudalen. Gießen, den 18. Oktober 1899. Das neue Ministerium, das in Oesterreich den unseligen Grafen Thun und seinen vornehmsten Helfer, den Jungtschechen Kaizl, abgelöst hat, ist nur unter schweren Wehen ins Leben getreten. Lange hat Kaiser Franz Joseph Umschau halten müssen, ehe er eine Anzahl von Männern fand, die bereit waren, das verhängnisvolle Erbe aus der Zeit des polnischen und böhmischen Grafen anzutreten, und auch dann, als ihm das schwere Werk gelungen war, mochte nirgends die Ueberzeugung erstehen, daß die Erwählten nun auch die „Männer des Schicksals" sein würden, von der Vorsehung auserlesen, dem sturmdurchpeitschten Lande Ruhe, den Volksmassen, die in wildem Haß sich gegen einander erheben, den Frieden zu bringen. Es ist ein Aushilfsministerium, das jetzt an die Spitze der Regierung gestellt ist, Männer von unbekanntem Namen, die ernst und gewissenhaft bisher ihre Aemter versahen, die aber kein Programm bedeuten, wie sie schwerlich ein gemeinsames Programm mitgebracht haben. Sie sind keine Politiker, sondern Vertreter ihrer Refforts. Das hat seine guten, aber auch seine Übeln Seiten. Denn wenn sie auch durch ihre Vergangenheit nach keiner Richtung hin kompromittiert sind und wenn sie gerade deshalb freie Hand besitzen, so haben sie doch auch für die Zukunft sich noch nicht jenes Vertrauen gesichert, das die Grundlage für die kommenden Aktionen sein muß, mögen diese Aktionen nun zu Liebe oder zu Leide der Slaven oder der Deutschen ausfallen. Freilich, würde es sich nicht um Deutsche handeln, so könnte man schon aus den Namen und aus der Herkunft der Mitglieder des neuen Kabinetts trostvolle Schlüsse ziehen; aber in Oesterreich bieten nicht Namen und nicht Herkunft die Garantie für die Gesinnung, und mit Zorn und Scham hat man oft genug gerade die Träger historischer deutscher Adelsnamen, hat man die Schwarzenberge, Thun und Liechtenstein und wie sie alle heißen mögen, in den Reihen der Feinde des Deutschtums kämpfen gesehen, ebenso wie die Rieger, Greger, Engel, Herold und Einspieler die eifrigsten Apostel des Slaventums wurden. Das alte, trübe Schauspiel wiederholt sich ja auch jetzt, die Ersten, die auf dem Plane erscheinen, um gegen die neuen Männer Front zu machen, sind die Mitglieder des feudalen Großgrundbesitzes. Auch sie kennen die Absichten der Regierung noch nicht, aber schon das Gerücht, daß die bekannten verfassungswidrigen Sprachcnverordnungen aufgehoben werden sollen, ruft sie auf den Kampfplatz. Sie sind es, deren ungemessener Einfluß an der Hofburg seit unabsehbaren Zeiten, in den Tagen eines Kaunitz wie heute, dahin gewirkt hat, die Sympathieen der Habsburger von dem Stamme abzulenken, dem sie selbst einst entsprossen sind, und es mag dem greisen Kaiser Franz Joseph schwer genug geworden sein, sich diesem Einfluß zu entziehen und durch eine Wiederholung des Bluttages von Graslitz nicht den Abend seines Lebens zu trüben. Aber je höher das Verdienst des Monarchen anzurechnen ist, der endlich das Recht der Krone in Anspruch nahm, aus eigener Initiative den Weg zur Rettung zu suchen, um so schärfer ist jenes Verhallen der Feudalen zu verurteilen, die ihm den Weg verlegen, die ferne Absichten durchkreuzen wollen, noch ehe sie in eine sachliche Prüfung der neuen Pläne eingctrejen sind und einlreten konnten. „Der Klub der feudalen Großgrundbesitzer", so wird dekretiert, „erblickt in der Absicht der bedingungslosen Aufhebung der Sprachenverordnungen ohne vorhergegangcnen entsprechenden Ersatz ein schweres Unrecht an dem tschechischen Volke. Geleitet von einem konservativen Programm, strebt der Klub die Bildung einer den Grundsätzen der Mehrheit entsprechenden Negierung an." Welcher Art ist denn die Mehrheit? Sie ist zusammengesetzt aus Polen, Nuthenen, Slovenen, Tschechen, Feudalen und Klerikalen, aber sie enthält nicht einen Namen, auf dem deutsches Vertrauen sich jemals gründen kann. Eine Regierung, die dieser Mehrheit entspricht, kann nur die Physiognomie des Kabinetts Badeni oder Thun tragen, sie kann gegenüber dem Deutschtum nur beseelt sein von dem empörendsten Cynismus, sie kann nur bestrebt sein, den Kampf der Stämme zu einem dauernden zu machen. Das und nichts anderes predigt ja doch mit aller Deutlichkeit die Geschichte eben jener Ministerien, die nach dem Herzen der Mehrheit gebildet waren. Sie wollen den Kampf und nur den Kampf, und gleichgiltig ist es ihnen, ob in all den Wirren und all dem Elend die Monarchie der Habsburger wirtschaftlich zeriällt und politisch zur Bedeutungslosigkeit herabsinkt. Selbst die Jungtschechen nicht haben sich zu der gleichen Taktik zu entschließen vermocht, ihre Vertrauensmänner haben doch wenigstens den Antrag auf eine bis zur Obstruktion gesteigerte Opposition abgelehnt und sich für ihr taktisches Vorgehen freie Hand Vorbehalten. Sie fürchten, daß die polnische Solidarität vor neuen Millionengeschenken und Eisenbahnkonzessionen nicht stand halten und in die Brüche gehen und daß sie selbst alsdann im Reichsrat in fataler Weise isoliert werden könnten. Der Vorstoß der Feudalen wird ihnen jetzt neuen Lebensmut einflößen, die Geschichte aber wird es registrieren, daß der österreichische Feudaladel wieder einmal, wie so oft, nicht nur der heftigste Feind des Deutschtums, sondern auch der wirksamste Zerstörer des österreichischen Staatsgedankens geworden ist. Daß Kaiser Franz Joseph besonders heiße Sympathieen für seine deutschen Untertanen hat, ist nicht anzunehmen. Die ganze Geschichte seiner Regierung zeugt dafür, daß das einst so mutig ausgesprochene Bekenntnis, daß er ein deutscher Fürst sei, recht stark abgeblaßt ist. Als er den Thron bestieg, wäre der ein hirnverbrannter Thor gescholten worden, der das, was heute zur harten Thatsache wurde, vorausgesagt hätte. Auch jetzt hat er nur unter dem Druck der Ereignisse gehandelt, nicht aber aus jenem Gewissens« zwange heraus, den ihm das Bewußtsein seiner deutschen Abstammung auferlegen müßte. Um so stärker wird der Eindruck sein, den die Haltung der böhmischen Magnaten auf ihn machen wird. Denn aus den Kreisen eben dieser Magnaten stammen die Leute, die in der Hofburg seine Umgebung bilden, die er im gewissen Sinne als seine Standesgenosfen betrachtet, mit denen er sich eins fühlt. Er wird den Wunsch hegen, gerade mit ihnen in Frieden zu leben, und in seiner Umgebung wird es kaum an heimlichen Stimmen fehlen, die ihn in diesem Wunsche bestärken «ad ihn von der neuen Bahn auf die alten Wege zurück- drängen werden. Um so stärker sind für unsere deutschen Volksgenossen jenseits der schwarz gelben Grenzpfähle die Gründe, vorsichtig ihr Pulver trocken zu halten, und die Forderung der steierischen Volkspartei, daß die Aufhebung der Sprachenverordnungen feierlich in einer Thronrede angekündigt werden möge, ist durchaus berechtigt. Die Session, die bisher nur vertagt war, ist ja nunmehr geschlossen worden: Um so eher werden Kaiser Franz Joseph und die neuen Männer Gelegenheit finden, zu bekunden, daß es ihr ernstlicher Wille und ihr fester Entschluß ist, den Deutschen das ihnen geraubte Recht wiederzugeben. Geschieht dies, sieht man im feudalen Lager erst, daß der Bruch mit der Vergangenheit unwiderruflich ist, so werden auch wohl die Fürsten, Prinzen und Grafen, die jetzt so heftig gegen die neue Aera anrennen, den Weg nach Canossa finden. Denn es hat ihnen noch nie gefallen, mit ihrem Wagen auf dem roten Strang der Emflußlosigkeit festzusitzen, und es ist ihnen immer behaglicher gewesen, aus den vollen Fleischtöpfen der Regierung zuzulangen, als die Brotkrusten der Verbannung zu esien. Leute, die ihr Volkstum leichtherzig verraten, werden nicht grollen dürfen, wenn man ihnen auch spätere Verrätereien zutraut. * Vom Kriegsschauplatz. Während die Buren mutig weiter vorgehen, regen sich unter der holländischen Bevölkerung der britischen Kolo- uieen Natals wie des Kaplandes lebhafte Sympathieen für ihre Stammesgenossen. Wie ein Telegramm aus Pietermaritzburg meldet, proklamierte eine Extraausgabe des Amtsblattes das Kriegsrecht für die Bezirke Newcastle, Dundee, Klip River, Umsinga und Upper Tugela und erklärt, es sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß Bürger von Natal den Feind unterstützt und in einigen Fällen sich ihm angeschlossen haben. Eine weitere Extraausgabe erinnert die britischen Unterthanen an ihre Pflichten gegenüber der Königin und warnt sie vor dem Verkehr und vor Handelsbeziehungen mir Transvaal und dem Oranje-Freistaat. — Heber den Fortgang der militärischen Operationen erhalten wir folgende Meldungen: London, 17. Oktober. „Daily News" zufolge ist Befehl erteilt worden, Pietermaritzburg und Durban sofort in Verteidigungszustand zu setzen. Diese Meldung hat hier in London große Bestürzung hervorgerufen, weil dieselbe allzudeutlich zeigt, daß das Vordringen der Buren gegen die Küste von der englischen Militärbehörde als bevorstehend ins Auge gefaßt wird. Loudon, 17. Oktober. Ein Telegramm aus Ladysmith meldet, daß die Militärbehörde Befehl erteilt hat, alle Frauen, Kinder und Greise aus der Stadt zu entfernen, weil der Angriff gegen die englische Besatzung bevorstehe. Die Vorposten des General Joubert stehen bereits vor der Stadt. — Ein Telegramm aus Kapstadt berichtet, daß die Buren die von ihnen besetzten Städte in Natal sofort befestigen, um sich im Notfälle einen Schutz zu sichern. London, 17. Oktober. Ein Telegramm aus Kapstadt meldet, daß der Belagerungszustand über das ganze Kapland bis zum Oranjefluß verhängt werde. Es bestätigt sich, daß die Buren in der Nähe von Mafeking augenblicklich mit den Engländern einen Kampf ausfechten. — Die „Pall Mall Gazzette" berichtet aus Prätoria, die dort ansässigen fremden Konsuln hätten neuerdings eine Proklamation an die Fremden erlassen, worin sie zur vollständigen Neutralität auffordern. London, 17. Oktober. Die Königin wird in der Thronrede, mit welcher heute das Parlament eröffnet wird, erklären, daß das Parlament aus zwei Gründen zusammenberufen sei: 1. Hm die Einberufung der Reserven zu bewilligen und 2. wegen der südafrikanischen Frage. Ferner wird in der Thronrede erklärt werden, daß die Beziehungen zum Auslande mit Ausnahme derjenigen von Transvaal befriedigend sind. Das Unterhaus wird ersucht werden, die nötigen Gelder zur Führung des Krieges der Regierung zu bewilligen. London, 17. Oktober. Der gestern verschobene Ministerrat hat heute vormittag stattgefunden. London, 17. Oktober. Nach einer Meldung aus Prätoria eröffnete am Samstag ein Panzerzug, welcher nördlich von Mafeking die Bahnstrecke reparierte, ein Feuer auf die Buren, von denen einer getötet und zwei verwundet wurden. Bei dem weiteren Gefecht wurden 9 Engländer verwundet. General Joubert schlug sein Haupt-Quartier in Char- lestown auf. London, 17. Oktober. In Kapstadt herrscht eine enorme Aufregung über die Ereignisse in Kimberley und Mafeking. Ungeheure Menschenmassen warten auf den Straßen und vor den Zeitungs Bureaus auf Nachrichten. Der Kapstädter Korrespondent der „Daily News" erfährt von einer angeblich hohen Autorität, daß der Kampf bei Kimberley gestern begonnen hat. Die Duren besetzten die Eisenbahn von Bolmont und zerstörten eine lange Strecke derselben; ferner zerschnitten sie die Telegraphendrähte und rissen die Pfähle aus. London, 17. Oktober. Einer Meldung aus Kapstadt zufolge bestätigt es sich, daß die Stadt Kimberley von den Buren besetzt ist. London, 17. Oktober. „Daily Telegraph" berichtet, daß die Buren in drei Kolonnen in Natal einmarschiert find. Sie haben Jngonani besetzt. Etwas nördlich von Dundee befinden sich 16000 Buren in dieser Gegend. Eine Kolonne von 1000 Mann hat die Stadt Dannhauser, einige Meilen südlich von Dundee besetzt. Die Buren des Oranje- Freistaates, so wird demselben Blatte berichtet, haben Don- coerpork besetzt. Man erwartet jeden Augenblick einen Angriff auf Burgersdorp. Brüssel, 17. Oktober. Der Minister von Transvaal, Br. Leyds, begiebt sich heute abend für mehrere Tage nach Berlin behufs notwendiger Konferenzen. Er wird vom ersten Sekretär der Gesandtschaft, Jonkherr von Hoven begleitet fein. Der Lordmayor über die „verfluchte Frechheit" Transvaals. Montag abend hat in der Guildhall zu London die bereits angekündigte, vom Lordmayor einberufene Versammlung stattgefunden, welche den Zweck hatte, der Regierung die Zustimmung der City zu der südafrikanischen Politik kundzugeben. Die Mitglieder der Börse begaben sich im Zuge unter Vorantragung von englischen Fahnen und unter Absingen der Lieder „Rule Britannia“ und »God save the Queen“ nach der Guildhall. Deutsches Keich. Berlin, 17. Oktober. Der Kaiser hörte heute vormittag im Neuen Palais die Vorträge des Chefs des Militärkabinets v. Hahnke, sowie des Chefs des Admiral- stabes der Marine, Kontre Admirals v. Bendemann, und nahm hierauf militärische Meldungen entgegen. — Der „Lokal Anzeiger" meldet aus Paris: Heute ist die Begnadigung Artons vollzogen worden. — Der deutsche Reichskommissar für die Pariser Ausstellung 1900, Geh. Rat Br. Richter, hat sich aufs neue nach Paris begeben, um insbesondere noch Dispositionen für die kunstgewerbliche Abteilung der deutschen Ausstellung zu treffen. Vom nächsten Monat ab wird der Reichskommissar mehr in Paris wie in Berlin sein, um vom zukünftigen Schauplatze des kommerziellen Wettringens aus dafür Sorge zu tragen, daß die deutsche Ausstellung unter allen Hmständen zur richtigen Zeit fertig werde. — Die Aussichten der Vorlage zum Schutz der Arbeitswilligen gelten als sehr wenig günstige. Allerdings wird das Zentrum versuchen, durch Stellen von Anträgen zu gunften der Arbeiterberufsvereine die Sache in die Länge zu ziehen. Es gilt aber nicht für wahrscheinlich, daß die verbündeten Regierungen bereit sein werden, in dieser Richtung Konzessionen zu machen. Andererseits aber darf auch als feststehend angesehen werden, daß das Centrum in seiner Mehrheit sich nicht dazu entschließen wird, auf den Boden der Vorlage zu treten. Die Nationalliberalen, welche gespalten sind, tragen Sorge, daß, wenn sie bei dieser Vorlage weiter auseinander gehen, sie durch die Konsequenzen möchten ganz auseinander getrieben werden. Infolge dessen wird es dahin kommen, daß sich die Zahl der Freunde der Vorlage umsomehr verringern wird, je mehr von feiten der Sozialdemokratie auf eine Entscheidung in dieser Frage hin- gedrängt werden dürfte. Breslau, 17. Oktober. Rechtsanwalt Stephan, der Vertreter des CentrumS im Reichstage und Landtage für den Wahlkreis Beuchen (Oberschlesien) legte beide Mandate nieder. Ausland. Wie», 17. Oktober. Sämtliche Abendblätter veröffentlichen ein längeres Manifest gegen die Aufhebung der Sprachen-Verordnugen. Die Blätter fordern das gesamte Tschechenvolk zu entschiedenem Widerstande auf. Wien, 17. Oktober. Heute vormittag fand ein Ministerrat statt, an welchem auch die eingetroffenen ungarischen Minister teilnahmen. Es wurde der Voranschlag für 1900 festgestellt. Die Forderungen des Kriegs- ministers, betr. die Erhöhung der Osfiziersgehälter, sowie die Einführung der Schnellfeuerkanonen, wurden angenommen. Dagegen wurde das Marinebudget erheblich reduziert. Die Erhöhung der Cadres um die Hälfte wurde beschlossen. Budapest, 17. Oktober. Wegen der Bestrafung von Reservisten, welche sich bei den Kontrol-Versamm- lungen nicht auf den deutschen Ausruf meldeten, fordern die hervorragenden ungarischen Blätter, daß künftighin der deutsche Sprach-Hnterricht aus den Mittelschulen entfernt werde, damit Ungarn in Zukunft für die gemeinsame Armee keine Offiziere mehr liefern könne. Rom, 17. Oktober. Der Erzbischof von Sorrent meldet die Berufung an den Staatsrat an. Er behauptet, die Anklage beruhe auf Verleumdung, und versichert, ein guter Staatsbürger zu sein. Paris, 17. Oktober. Der „Temps" erhielt ein Telegramm aus Liverpool, wonach die dortige Firma Holt eine Bestätigung erhalten hat, daß im Hinterlande von Kamerun die Batauga revolutioniert haben. Eine deutsche Mililärexpedition wurde gegen die Aufrührerischen ausgesandt. Zahlreiche Faktoreien sind von den Eingeborenen eingeäschert worden. Males und MsvinMes. Gießen, den 18. Oktober 1899. ** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 154 Jahren, am 19. Oktober 1745, starb in Dublin der englische Satyrtker und politische Schriftsteller Iona«hau Swift. Er deckte in seinen salyrischen Er.ählunqrn („Gullivers Reiten in Liliput", „Das Märchen von der Tonne") alle Widersprüche und Verkehrtheiten ferner Zeit in jedem Gebiete des Lebens mit vortrefflichem Humor auf. S. wurde am 30 November 1667 zu Dublin geboten. ** Kniee beugt! Wieder ist die Zeit gekommen, wo viele Tausende junger Leute als Rekruten für den Dienst mit der Waffe vorgebildet werden in langer, sorgfältiger Ausbildung, die von einer besonders zusammengestellten und geschulten Ausbildungstruppe geleitet wird. Kräftig sind die jungen Leute wohl alle, und gesund, sonst wäre« sie eben nicht zu den Soldaten gekommen, aber mit Schrecke» merkt mancher die Steifheit seiner Glieder, wenn es wohl- tonend und feierlich von den Lippen des Unteroffizier- schallt: „Knie—ä beu—eugt!" Am nächsten Morgen kan» er sich infolge der vielen Knie- und Rumpfbeugen, des Drehens, Laufens und Springens kaum vom Lager erhebe«, und die erste Zeit wird ihm herzlich sauer bei der Miliz. Wohl dem, der einst in der Schule und nachher im Turnverein seinem wachsenden Körper durch fleißiges Turnen eine jugendliche Gelenkigkeit erhielt und Manneskraft noch obendrein erwarb! Ihn schreckt nicht Kniebeuge, noch Dauerlauf, und bald zählt er zu den strammsten unter der Kompagnie. Wie aber unsere Turnvereine für jedes Alter paffende Uebungszeiten aussuchen, wie sie neben dem Männerturnen auch noch das Kinder- und Zöglingsturnen fördern,, ist bekannt. * • * • Postpersonalnachrichte». Versetzt sind: Der Postmeister Tannen von Call nach Erbach (Odenwald); der Postsekretär Gräff von Darmstadt nach Grünberg (Heffen) als o. Postmeister; die Ober-Postassistenten Kraußmüller vo» Gießen nach Oppenheim, Vögler von Berlin nach Darmstadt; der Ober-Telegraphenassistent Böhm von Gießen nach Worms unter Ernennung zum Telegraphensekretär; die Postverwalter Feick von Erbach (Odenwald) nach Reinheim (Heffen), Quaeck von Reinheim (Hessen) nach Darmstadt, dieser unter Ernennung zum Ober-Postassistenten; der Postassistent Straßer von Lauterbach (Hessen) nach Offenbach (Main). Ernannt sind: der Ober-Postdirektionssekretär Münch in Bad-Nauheim zum Postdirektor und der Postassistent Straßer in Offenbach zum Ober-Postassistenten. Angeftellt ist: als Postsekretär der Postpraktikant Fuchs in Darmstadt. Angenommen sind: als Postamtsvor- steher der Eisenbahn-Stationsvorsteher Schmidt in Wiebelsbach; als Postagent der Landwirt Döll VIII. in Ulfa. In den Ruhestand treten: der Postmeister Hbrich m Grünberg (Heffen), die Ober-Telegraphenassistenten Dor» in Mainz und Wenzel in Alzey. Ausgeschieden ist: der Postamtsvorsteher Wilhelm in Wiebelsbach. Gestorbe » sind: der Ober-Postdirektionssekretär a. D. Rechnungsrat Jordan in Darmstadt und der Postagent Zimmer in Ulfa. Ein „Klub der Harmlosen" hat sich hier in einer Wirtschaft der Innenstadt aufgethan. Wie man uns mik teilt, beabsichtigen die Mitglieder, nicht zu „jenen", da sie es nicht nötig haben. Es soll nur ab und zu etwas Skat, gedroschen und schwarzer „Peter" gespielt werden. • * Polizeibericht. In der Nacht vom 16. auf de« 17. d. Mts. wurde ein Student dabei betroffen, wie er an einem Hause in der Bismarckstraße mutwilligerweise eine Fensterscheibe einschlug und hierdurch die Bewohner des Hauses in nicht geringe Aufregung versetzte. Es stellte sich später heraus, daß sich der Thäter beim Einschlagen der Scheibe bedeutende Verletzungen an der rechten Hand zugezogen hatte, und alsbald ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Strafantrag wegen Sachbeschädigung wurde gestellt. — Gestern wurde ein Mann aus Kettingen in die hiesige Klinik verbracht, welcher sich bei einer Dreschmaschine schwere Verletzungen am Oberschenkel zugezogen hatte. Mainz, 17. Oktober. Der Vorstand der Mainzer Lagerhaus-Verwaltung, Herr Wendel, der im Bahnhofs aus einem in der Fahrt begriffenen Eisenbahnzuge auS- fteigen wollte, stürzte und erlitt einen Schädelbruch, l>em er gestern abend erlag. (F. Z.) * * Aus dem Großherzogtum Heffen wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Der Wechsel, der im Laufe des letzte« Jahres in der Besetzung einer Reihe von hohem Verwaltungsstellen eingetreten ist, hat meist wohlthätig gewirkt und verschiedenen Zweigen unserer staatlichen Verwaltung neues Leben eingehaucht. Auf manchen Gebieten ist dagegen auch alles beim alten geblieben. So wird es in weiteren Kreisen unserer Landwirte schmerzlich empfunden, daß iw die Verwaltung der landwirtschaftlichen Unfall» Versicherung, die der hessischen Landwirtschaft schwere und von Jahr zu Jahr steigende Lasten auferlegt, fein frischer Zug hineinkommen will. Man weiß recht wohl, daß das Anwachsen der durch diese Versicherung bedingten Lasten — dieselben sind von 137,000 Mk. im Jahre 1889 auf 602,000 Mk. im Jahre 1898 gestiegen — zum Teil in der Natur der Sache und zum Teil in unzweckmäßigen Bestimmungen der hessischen Landesgesetzgebung begründet ist. In immer weiteren Kreisen der hessischen Landwirte hat aber schon seit mehreren Jahren auch die Heberzeugung Boden gewonnen, daß eine mit Initiative, Umsicht und Thatkraft begabte Leitung dieses wichtigen Versicherungszweiges im stände wäre, dem Lande alljährlich beträchtliche Summen zu ersparen. Man würde daher eixe gründliche Aenderung hierin um so mehr begrüßen, als die neuerdings in Aussicht genommene Bestellung eines juristischen Hilfsarbeiters für den im Nebenamt (!) thäligen Vorsitzenden unter letzterem nicht nur keine Besserung, sondern eher noch eine Verschlechterung der bisherigen Zustände zu bringen verspricht. Der Prozeß Brrrgfinn-v. Thüugen. Am 11. Oktober übermittelte, wie schon mehrfach erwähnt, der Telegraph von München die Kunde nach Burgsinn, daß der 300jährige Prozeß endlich entschieden sei. Es waren nur zwei Worte, aber an diesen zwei Worten hing die ganze wirtschaftliche Existenz der Gemeinde. Sie lauteten: „Prozeß gewonnen". Der mehr als 300jährige Prozeß der Burgsinner Gemeinde gegen die Herren v. Thüugen, Lutzscher und Andreasscher Linie, hat somit durch Urteil des obersten Landesgerichts in München doch noch vor Schluß des Jahrhunderts sein endgültiges Ende erreicht. Es bleibt bei der Entscheidung des k. Landgerichts . ' Situ«, 17. r 6'4 V7;.1 WjÄÄ. >»■ »«rbe« «*| «rtm l>1 i« taufen «2'’ di 'Wit b6*. 7 Ai > i «"“«ler. $'* mb S*ti, , 14. 3 W x ntbcm> Zi-> 9,hi! I1 e®1"1! ^langen AllÄ ® [i(fern. gemein W 'guj 'Wb, getviM sn# i.tl* w*9 btt 1600 Anwohner gegeben. NI än Gelbe gern* Gutes geschaffen, w °ck«rt'. MM SchuPuser, ein W |au8. Eine Wasierlev gutem Trinlmffer, b Der Reichtum der < fördernd auf den A Bauern zurück. In Burgsinn rot rmlagen und ebenso» mittel biß zum Schiefe entgeltlich geliefert. > Bürgermeister, Kassiere beM. 136 Iachbi fybtt beleihen erhall yibem Bauholz, Mel sich lein Brennholz ? »ehr als genug. U’ verwundern, daß bi reue schönere Häusr schon äußerlich das Die letzte Woch für die Gemeinde. LanbeSgericht hatte deren Sache in sehr Urteilen der beiben i nun bie ßimidotrroe bes Prozesses nicht füi bie Freude, daß nun i Äemeinbe ausgefallen Mten Besitzes nun Die Herren v. 1 Usirs tragen, ohne sii deren Wohlsianb buri durch flottgehenbe $ Wert ift. Haben -MßenbergeS an Mi Der Vertreter der 0 friert; er erhält üche Durchführung i von 25 Tausend Mar Gemeinde den Entsch I-Hungen wegen wit do° 1699 bis 1848 mtrgtitbe einzöae. b gesund, fnhft , 'en, oh''M Wtx lieber, " )en dz n" e6 wohl. •Hta §?“*» 'dL?L'7' A DobiqA fltn' drr 6 fÄ "fe -'M _f« neben bem SRännen JöfllinaJtttrnen (ätbetn,. ®et M. “J d,, ®rilnbtrq (f>effen' L®"1'« ««i) -elegraphechkeiärr dir beutva(b) nach Reinhri« ,e'!ten/..na4 Darmstadt, iostassistenten; der Post. Pefien) nach Offenbach ttr-PostdirektionSselretär Direktor und der Post. lm Ober-Postassistenten, 'er Postpraktikant Fuchs stnd: als Postamtsvor. her Schmidt in Wiebels- rt Döll VIII. in Ulfa, r Postmeister Ubrich it raphenassiftenten Dorn Ausgeschieden ist: ebelsbach. Gestorben ür a. D. UechnuntzSrat stazent Kmmer in hat sich hier in einer ,n. Wie man uns mit- nicht zu „jeuen", da sie : ab und zu etwas Skat 4 gespielt werden. !acht vom 16. aus de» abti bettoffen, wie er an •e mutwilligrrweise eine ) hierdurch die Bewohner gung versetzte. Es stellte $ättr beim Einschlagen n an btt regten fyanb tliche Hilfe in Anspruch Sachbeschädigung wurde an ans Mrngen in dre sich dei einer Dresch» >n am Oberschenkel . Vorstand der Mainzer >ndel, der im Bahnhofe men «-«b-HVS-««* kh Schädelbr«-H.)-» ft.fltn wird der dn im L-us- W W Reihe von hohern Ler» .meist wohltätig flennt» _ staatlichen Verwaltung ■ES“»«- SffiS»«? re; »**<$ ’Ä;:* , ba6 Leitung 2 allsähei^ ®«»l,atb 1 ««ti! ,»brl”a M n j aefltn btLt fo« & s««^ ;S?b;?S* Würzburg vom 14. Juli 1896, wonach die Berufung der Herren v. Thüngen abzuweisen und denselben die sehr bedeutenden Prozeßkosten aufzubürden sind. Echte bewundernswerte Bauernbeharrlichkeit hat die Gemeinde nach Ueberwindung zahlloser Schwierigkeiten zum Ziel geführt. Die Enkel dürfen jetzt ernten, was die Väter gesät haben. Das Objekt des Streites, in dessen Besitz die Gemeinde im Jahre 1862 wieder eingewiesen wurde, war aber auch des langen Ringens wert. Es handelte sich um Waldungen in der Ausdehnung von 2923 Hektar, welche jährlich einen Brutto-Ertrag von 70—100 000 Mk. in die Gemeindekasse liefern. Es sind prächtige Eichen und Buchen« Wälder auf der Rhön« und Spessartseite des ©inutl)Qlc$ gelegen, vortrefflich bewirtschaftet und im stände gehalten. Denn die Verwaltung führt glücklicherweise nicht ein von der Gemeinde bestellter Forstbeamter, sondern ein königlicher Forstmeister, der den Wald Namens der Regierung nach denselben Grundsätzen wie Staatswaldungen bewirtschaftet, sodaß also auch für alle Zukunft einem AuSrauben des Waldes, wie es bei Bauernwäldern öfter geschieht, vorgebeugt ist. Die 37 Jahre, während deren Burgsinn bereits die vorläufige Nutznießung des Waldes hatte, haben dem Orte, der 1600 Einwohner zählt, ein ganz anderes Gepräge gegeben. Wohl ist nicht immer weise und sparsam mit dem vielen Gelde gewirtschaftet worden, doch wurde schon viel Gutes geschaffen. An öffentlichen Gebäuden allein wurden aufgeführt: Rathaus, Forsthaus, Armenhaus, drei neue Schulhäuser, ein katholisches und ein protestantisches Pfarrhaus. Eine Wasserleitung versorgt den Ort reichlich mit gutem Trinkwaffer, die Straßen sind im Stande gehalten. Der Reichtum der Gemeinde wirkt natürlich auch sehr fördernd auf den Wohlstand der einzelnen Bürger und Bauern zurück. In Burgsinn weiß man nichts von Gemeinde- «mlagen und ebensowenig von Schulgeld; sogar die Lernmittel bis zum Schieferstift herab werden den Schulen unentgeltlich geliefert. Die Inhaber der Gemeinde Aemter, Bürgermeister, Kassierer u. s. w., auch die Lehrer sind gut bezahlt. 136 „Nachbarn" haben noch besondere Rechte: Jeder derselben erhält jährlich 20 Ster Holz zum Brennen, zudem Bauholz, soviel er bedars. Wer nicht will, braucht sich kein Brennholz zu kaufen, der Wald liefert Dürrholz »ehr als genug. Unter solchen Umständen ist es nicht zu verwundern, daß die alten Hütten allmählich fallen und neue schönere Häuser an deren Stelle treten, die dem Orte schon äußerlich das Gepräge des Wohlstandes geben. Die letzte Woche war noch eine Woche banger Sorge für die Gemeinde. Bei der Verhandlung vor dem obersten Landesgericht hatte der Vertreter der Herren v. Thüngen deren Sache in sehr geschickter Weise geführt und an den Urteilen der beiden Borinstanzen herbe Kritik geübt, sodaß man die Zurückverweisung der Sache und den Fortgang des Prozesses nicht für unmöglich hielt. Um so größer ist die Freude, daß nun doch die Entscheidung zu gunsten der Gemeinde ausgefallen ist, und daß sie sich des schwerer- ktmpsten Besitzes nun für alle Zukunst sicher weiß. Die Herren v. Thüngen können den Verlust des Pro- zeffes tragen, ohne sich graue Haare wachsen zu lassen, da deren Wohlstand durch liegenden Besitz an Wald und Feld, durch flottgehende Brauereien und große Kapitalien gut fundiert ist. Haben sie doch allein durch den Verkauf des Reußenberges an Militärärar über 1 Million bar erhalten! Der Vertreter der Gemeinde wird von derselben glänzend honoriert; er erhält neben den Prozeßkosten für die glückliche Durchführung des Streites ein besonderes Honorar von 25 Tausend Mark. Wünschenswert wäre nur, daß die Gemeinde den Entschädigungsprozeß wider die Herren von Thüngen wegen widerrechtlicher Nutznießung des Waldes von 1699 bis 1848 nicht wieder aufnähme, damit endlich voller Friede einzöge. Vermischtes. • Berlin, 17. Oktober. Das große Raubtierhaus des zoologischen Gartens ist in der Frühe des heutigen morgens von einem gefährlichen Brande heimgesucht worden. Ein Jaguar ist erstickt. Ein Löwe und eine Löwin haben durch Rauch und Flammen stark gelitten. Die Ursache des Brandes scheint in einer Ueberheizung der Röhren zu liegen, durch welche das Haus erwärmt wird. * Berlin, 17. Oktober. Ein folgenschwerer Stubenbrand, bei welchem zwei Kinder erstickten und du drittes infolge Rauchvergiftung schwer erkrankt ist, ereignete sich heute vormittag in der Hagelsbergerstraße. Es handelt sich um die Kinder einer Arbeiterfamilie, die während der Abwesenheit ihrer Eltern in der verschlossenen Wohnung znrückgelassen worden waren. » Berlin, 16. Oktober. Ueber einen neuen Schwindel berichtet das „Berk. Tagebl.": Böse angeführt wurden am Freitag vormittag Weinhändlcr, Restaurateure und andere Leute, die für wenig Geld einen guten Wein zn kaufen gedachten. Der Gerichtsvollzieher Kautsch hatte «ngezeigt, daß er am Freitag vormittag um 11 Uhr Weiß- unb Rotweine, Malaga, Sherry und Kognak zwangsweise öffentlich versteigern werde. Im ganzen kamen 433 Flaschen unter den Hammer. Es waren die feinsten Marken, alle Flaschen gut verkorkt und schön gekapselt noch in der Originalstrohverpackung in Kisten. Außer den Weinhändlern und Restaurateuren boten auch die Stammhändler der Versteigerungshallen, und ein Teil des Weins wurde an Ort und Stelle sofort weiter verkauft. Jeder glaubte, ein gutes Geschäft gemacht zu haben und begab sich zufrieden auf den Heimweg. Als man aber zu Hause an die Probe ging, da gab es eine arge Enttäuschung. Die schönen Etiketts mit dem stolzen Namen und die Originalpackung waren nur trügerischer Schein. Der feurige Weißwein war klares, der medizinische Rotwein gesärbtes Wasser, desgleichen der Portwein, Malaga und Sherry, der Kognak gar denaturierter Spiritus mit gefärbtem Wasser. Ob dieser Ent« dcckung gab es nun gestern (Samstag) in dem Auktions- okal eine bedeutende Aufregung. Die Geprellten kamen, um zu erfahren, wer sie hineingelegt hatte; da aber der Gerichtsvollzieher nicht zu treffen war, so konnte noch nicht estgestellt werden, wer die Schwindelversteigerung veranlaßt ;at. Die Geschädigten nahmen die Hilfe der Kriminal- ivlizei in Anspruch. Ohne Zweifel hat man es hier mit einem neuen, ebenso sinnreichen wie einträglichen Gaunerkniff zu thun. Beteiligt sind dabei zwei Personen. Nachdem diese ihre „Weine" zurechtgemacht und schön verpackt haben, erhebt der eine Gauner eine erdichtete, von dem Anderen aber anerkannte Forderung und macht sie bei Gericht geltend. Die Geschichte ist bald geregelt und kostet nicht viel, da der Beklagte nicht streitet. Mit dem vollstreckbaren Erkenntnis geht der Kläger zum Gerichtsvollzieher und nun kommt das Weinlager des Verurteilten unter den Hammer. Die seinen Marken bringen immerhin Geld, vorgestern gegen 600 Mark, und da das Wasser gar nichts und Farbe und Flaschen auch nicht viel kosten, so bleibt für die beiden Gauner nach Abzug der Gerichts- und Bersteigerungskosten immer noch ein schönes Stück Geld übrig. * Münster i. W., 16. Oktober. Das Droste-Vische- ring'sche Stammschloß in Darsels ist gestern fast vollständig niedergebrannt; nur die Kapelle blieb unversehrt; ein Teil der Bibliothek und des Mobiliars konnte gerettet werden. — Weiter wird gemeldet, daß bei den Löschungsarbeiten zwei Feuerwehrmänner verunglückten, von denen einer tot blieb. • Kiel, 17. Oktober. Das eiserne Barkschiff „Denner44 ist im Kattegat untergegangen. Der Kapitän und der zweite Offizier ertranken; die übrige Besatzung wurde gerettet. * Leipzig, 17. Oktober. Gustav Heuer, Mitinhaber und Leiter der Buntpapierfabrik Heuer u. Kompagnie, wurde wegen Wechselreiterei in Höhe von über 400000 M. und wegen Unregelmäßigkeiten verhaftet. Universitäts-Nachrichten!. — Marburg. An der hiesigen Universität wurde für das nächste Amtsjahr Profeffor der Medizin Hans Meyer zum Rektor gewählt. — Marburg. Der Profestor Paul Kretschmer von der hiesigen Universität wurde zum Prof ffor der vergleichenden Sprachwissenschaften an der Wiener Universität ernannt. — Heidelberg. Von hier wird mitgeteilt, daß der außerordentliche Professor Dr. Kleinschmidt sich nur vorübergehend archivalischer Studien halber nach Marburg begibt, jedoch Heidelberger Professor bleibt und hierher zurückkehren wirb.___________________________________________ Kunst und Wissenschaft. Karlsruhe, 17. Oktober. Der Kaiser spendete für den Fonds gut Erbauung eines Scheffel-Denkmals in Säcktngen 1000 Mark. __________________________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Kraukfurter Börse vom 17. Oktober. Wechsel auf Rew-Vuk zu 4.20—21. Prämien auf Kredit per ult. Oft. 1.40%, do. per ult. Nov. 2 85%, Diskonto Kommandit per ult. Okt. 1 20%, do. per ult. Nov. 2.350/q Lombarden p-r ult. Okt. 0 40%. Deutsche Bank per ult. Dez. 3 60, 3proz. Mexikaner per ult Nov. 0 40*% Notierungen: Kr.dttaktten 225 70-50, Diskonto Kom- mandu 189.70-60 80-70, Staattzbahn 138.50, Gotthard 141.90, Lombarden 31.50, Ungar. Goldrente 96 85, Italiener 91.40, 6p-oz. Mexikaner —, 3proz. Mexikaner 25 90. O-sterr. Coupons 84%, Amerck. Coupons 4 188 4- Privat Diskont 5%% G. I1/4 bis 2% Uhr: Kredit 22550, Diskonto Kommandit 189.70—90, Stamvbahn 138.50, Lombarden 31.30. Kartoffeln. Magdeburg. Eßkartoffeln 4 50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Stettin. Kartoffeln 3.20 bis 4.00 Mk. für 100 Kilo. — Nordhausen. Kartoffeln 4.50 bis 5 00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln 1.00 Mk. für 20 Liter. — Freiburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 2u Liter. Offenburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. — Karlsruhe 0.80 Mk. für 20 Liter. Heu und Stroh. Berlin. Richtstroh, höchster Preis 4.00 Mk., niedrigster Preis 3.50 Mk., Hku höchster Preis 6.90 Mk., niedrigster Preis 4.00 für 100 Kilo — Köln. Heu 5.80 bis 7.80 Mk, Krummstroh 2.00 Mk., Ma- schinenstroh 2.60 Mk., Richtstroh 3 10 Mk. für 100 Kilo. — Nordhaufen. Heu 5.00 bis 6 00 Mk., Richtstroh 2 50 bis 300 Mk für 100 Kilo. — Halle. Sämtliche Preise gelten für 100 Kilo, und zwar bei Partien frei Bahn hier. Roggenlangsvoh (Handdrusch) 2.50 bis 3.20 Mk., Maschinenstroh (Roggenstroh) 2.00 bis 2.50 Mk., Weizenstroh 1.70 bis 2 Mk., Wiesenheu, hiesiges oder Thüringer, beste Sorten 6.50 bis 7.50 Mk. — Nürnberg. Heu 6.00 bis 7.60 Mk., Stroh 3.60 bis 4.00 Mk. für 100 Kilo. — Würzburg. Heu 5.00 bis 5 60, Stroh 3 20 bis 3.80Mk- für 100 Kilo. — Karlsruhe. Heu6.60Mk., Ltroh 0 00 Mk. für 100 Kilo. — Offenburg. Heu 4.60 Mk., Stroh 3.40 Mk. für 100 Kilo. — Freiburg. Heu 5.00 Mk., Stroh 0 Mk. für 100 Kilo. — Konsta nz. Heu 7.00 Mk., Stroh 4,00 Mk. für 100 Kilo. ______________ Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Restaurateur Äug. Zink, Bayreuth; Zimmermeister Peter Badewitz, Bayreuth; Tischler Hans Stellmann, Berlin; Schnittwarenhändler Dav Spingarn, Beuthen (0.-8); Ehefrau des Backers Aug. Buwitt, Braunschweig; Transportversicherungsmepektor Osk Wilh. Roh Claus, Charlottenburg; Kaufmann Reinh. Albrecht, Elbing- Kaufmann Ernst Neufang, Elbing; Uhrmacher Ernst Rifth- dorf Frankfurt a M.; Fabrradhändlor Rob. Henning (Gebrüder Thomas) Grünberg; Damenputzwarenhändlerin Rosa Cam. Borensky, Johanngeorgenstadt; Weinhändler Aug. Korczytowski und Phil. Göt- ting Königsberg; Kaufmann Gust. Kobe, Schwientochlowitz (Konigs- hütt’e); Gutsbesitzer Reinh Paul Fleming, Bernsdorf (Lichtenstein); Gastwirt Wilh. Abisch, Lindow; Kaufmann Rich. Voss, Malchin (Mecklenb); Nachlass des Malers Joh. Bapt. Framperger, München; Spezereihändler Jul Beulet, Münster i Els ; Kaufmann W. Fricke, Rostock; Kaufmann Otto Wöllner, Waren; Bäcker Mich. Jos Stark, Würzburg- Tischler G. Leidig, Berlin; Kaufmann Mart. Fakian, Berlin; Schuhmacher Fritz Röpke, Berlin; Wirt Lüder Hin. Schnaars, Vahr (Bremen); Uhrmacher Herrn. Rob. Köthe, Burgstadt; Kaufmann Bernh. Richter, Dessau; Möbelhändler Gottfr. Schnurbusch, Dortmund; Kaufmann Franz Ewert, Elbing; Uhrmacher Emil Hoffmann, Krojanke (Flatow); Tuchfabrikant Gust. Ziegler, Forst; Kaufmann Joh. Scheffkes, Uekendorf (Gelsenkirchen); Kaufmann Walter Bergmann (Wagner & Co.), Gera; Handehfrau Maria Gottwald, Glogau; Kaufmann Emil Lindgens, Jüchen (Grevenbroich); Mühlenpächter fl. Schebaum, Versmold (Halle i. W.); Cigarrenhändler Arthur Krenz, Königsberg; Gastwirt Heinr. Escher, Lüdenscheid; Lederhändler H. Wilkens, Mainz; Nachlass des Kaufmanns Phil. Wilhelm Ferd. Pfeiffer (II Wilkens), Mainz; Kaufmann Friedrich Wilh. Heymanns, Rat (Ratingen); Schankwirt Peter Jöhi k, Rendsburg; Cigarrenfabrikant Adolf Goldstein, Schönlanke; Materialwaren- bändler Herrn. Jost, Wilkau (Zwickau). Wetterbericht. Ueber dem Westen und Südwesten Europas besteht zwar noch niederer Druck fort, doch scheint das Haupt-Centrum desselben dem Golfstrome folgend nordostwärts zu wandern. Auch im Innern Rußlands hat sich relativ niederer Barometerstand erhalten. Diese beiden Depressionsgebiete sind durch eine Zone hohen Druckes getrennt, welche sich von Skandinavien gegen den Südosten des Erdteils erstreckt. In Süddeutschland herrscht zumeist heiteres, aber rauhes Wetter. Stellenweise treten Morgennebel auf. Die Hochstationen verzeichnen Temperatur-Umkehr. Voraussichtliche Witterung: Von lokalen Morgennebeln abgesehen, meist heiteres, aber ziemlich rauheS Wetter. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold'. Berlin, 18. Oktober. Die Ankunft des Kaisers zur Blankenburger Hofjagd erfolgt am 26. d. Mts. nachmittags 5l/2 Uhr in Blankenburg. Wien, 18. Oktober. Die von englischen Blättern verbreitete Meldung von der angeblich bevorstehenden morganatischen Vermählung des Erzherzogs Franz Ferdinand ist vollständig unbegründet. Prag. 18. Oktober. Hier kam eS gestern abend zu großen gefährlichen Massen-Ansammlungen. Nur durch rasches Einschreiten der Polizei und eines starken Militär-Aufgebots gelang es, die Masse im Zaume zu halten, sodaß gewaltthätige Ausschreitungen nicht vorkamen. Auf dem Wenzelsplatze mußte die Polizei mit blanker Waffe einhauen, um die Menge zu zerstreuen. Leus, 18. Oktober. 400 Grubenarbeiter der Mazin-Gruben sind wegen Lohnforderungen aus ständig. Eine Schlichtung des Konfliktes steht in Aussicht. Rom, 18. Oktober. Furchtbare Regengüsse richten in Rom und Mittelitalien große Verwüstungen an. Die Bahnlinie Pisa Rom ist wegen Ueberschwemmung unterbrochen. Die Außen-Stadtteile Roms standen mehrere Stunden lang fast einen halben Meter unter Wasser, da die Kanalisation versagte. Drei Häuser sind durch Wasserschaden bereits eingestürzt. Der Tiber wächst gefahrdrohend. In Montemesola schlug der Blitz in eine Kirche, wodurch 2 Personen getötet und 40 verwundet wurden. Paris, 18. Oktober. In Montbeliard sind 2000 Arbeiter und 600 Arbeiter-Frauen aus ständig. Die Ausständigen fordern die Entfernung eines Meisters und Lohnerhöhung. Paris, 18. Oktober. Der „Patrie" zufolge hat sich Dreyfus über die Fortsetzung der Rehabilitierungs-Kampagne mißbilligend ausgesprochen. Dreyfus wünscht vielmehr vergessen zu werden und hegt darum und mit Rücksicht auf seine Gesundheit die Absicht, sein Vaterland zu verlassen und in Egypten Aufenthalt zu nehmen. Paris, 18. Oktober. Die „Presse" behauptet, die Regierung werde gleich nach Wiederzusammentritt der Kammer Gesetzentwürfe über das Vereinsgesetz, die UnterrichtSfrci- heit, die Abschaffung der Kriegsgerichte u. s. w. einbringen. Vom Kriegsschauplatz. London, 18. Oktober. Aus Südafrika wird gemeldet, die Briten hätten einen Ausfall auf Mafe- king gemacht und die Buren angegriffen. Es sei wütend gekämpft worden. 300 Buren sollen gefangen und zehn Engländer gefallen sein. Ebenso fand ein Gefecht nördlich von Mafeking statt, wo die Engländer mit einem Panzerzuge kamen, um die von den Buren zerstörten Eisenbahnschienen wieder herzustellen unter der Deckung eines Feuers von Maximgeschützen. Die Buren konnten demZuge mit ihrem Gewehrfeuer nichts anhaben, zwangen denselben jedoch einmal zur Rückkehr. Bald darauf erschien der Panzerzug wieder. Kommandant Cronje sandte eine Depesche um Artillerie, die auch bald anlangte. Die Buren behaupten ihre Stellung. Zuverlässige Meldungen sind nicht zu erhalten. Telegrammen aus Dundee zufolge sollen die Buren jetzt ihre Pferde ausruhen laffen, um' dann eine Umzingelungs,Bewegung vor dem letzten Angriff auszuführen. Die Artillerie der Buren befindet sich in New Castle. Eine starke Abteilung derselben zerstörte bei Jngagane die Bahn, um das Herandringen von Panzerzügen zu verhindern. In Ladysmith wurden zwei Buren-Spione verhaftet und der Militärbehörde übergeben. London, 18. Oktober. Ein Telegramm aus Kapstadt berichtet, daß die Buren sofort nach der Einnahme der Station Modder-River sich mit den übrigen Stationen tele- graphisch in Verbindung setzten. Sie erkundigten sich bei den englischen Stationen, ob viel englische Truppen die Eisenbahnwege besetzt hielten. Ihre Taktik wurde aber entdeckt und englischerseits wurde jede Auskunft verweigert. London, 18. Oktober. Es liegen bis jetzt keine wichtigen Meldungen über das Treffen bei Mafeking vor. Verschiedene Blätter geben zwar Spezialausgaben aus, worin behauptet wird, die Buren hätten eine Niederlage erlitten und 300 Verwundete und Tote zu verzeichnen. Da diese Meldung offiziell aber nicht bestätigt wird, hält man sie für falsch. In militärischen Kreisen stimmt man darin überein, daß die Lage des Obersten Baden Povell mit seiner kleinen Besatzung in Mafeking eine sehr kritische ist. Kunst-Ausstellung. ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg.» an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Urrem;nr FSrdkruiig tinrs Sanltinurs empfiehlt C. G. Kleinhenn N ue 1899er Sonfe oen, üUe§ euig> troffen. Dr. 000000300090000000000000 28 28 28 verkauft werden- 03729 29 29 Stück Ilur Flur genommen. 7470 Das Honorar beträgt 6 Mark. 7474 Seipel, Gerichtsvollzieher. (Santntisfaiten ä 3o Pfg. an der Kaffe. 7472 aogekauft. 1543 7471 Djg.Sms'Wskntschtt Markthalle Nr. 2 etn. gesucht 03746 I etngetroffen. 7052 JLFangmann. 7473 Der Vorstand Berantwertlicher Redaktmr: H. Koegler. — Druck enb Verlag der Brühl'scheu UniversttätS.-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. dkiltrinmiiuuii WWWWe Zn u erb. an feit Vermietungen EinpfkliliWen Offene Stellen Vereine Flur- Flur sind in bekannt solide« Qualitäten für Dame«, Herren und Kinder Flur Flur Flur Flur 1OOO 2000 5000 10000 3,— 5,— 8,50 15,50 in den 34« Mark n la. Schellfische Nabcljau, Hechte, Zauder Seezungen la. wänse, Ente», Hahnen, Puten 03728] Eine tüchtige Frau zum Putzen gegen guten Lohn gesucht. Gleichzeitig eine kleine Wohnung zu vermieten. Bahlert, Seltersböbe. Schotte Weinstube. Bahnhofstraße. Bibliotheken und einzelne gute Bücher werden stets zu guten Preisen Wird, daß die SBice am Hamm nicht wehr getrennt, sondern im ganzen zum Zlusgebot kommt. Als Kaiser Rotbart, lobesam Zum heiligen Land gezogen kam. Da litt er mit dem frommen Heer An nassen Füßen oft recht sehr. Natürlich! Denn zu jener Zeit Gießen, 18. Oktober 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. I- A.: Bogt. Kelranntmnchung. 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Tages Ordnung: Statutenberatung. — Besichtigung der Modellhüte. — Weltausstellung-^ besuch. — Kassenrevifion. — Blechoerstelgerung. Anwesende auswärtige Mitglieder von Mainz, Nom, München und Malmö (Schweden). Die Brudervereine „Enthusiasmus", „Keuchhusten" und „Halbe Lungs" sind eingeladen. Nach Schluß der Tages-Ordnung findet Nortrsg über Nebel stall. Streich-Orchester. Der Festsaal ist nur Mitgliedern zugänglich. 03739 I. A.: Schmitt, III. Kassierer. Gummirte Plill!c>sicgrlmrl!tii in den Verschiedenstes Ausführungen uvd Farben. Gewöhnliche Gröhe. 5. Solo-Vortrag des Herrn Prof. Udel. 6 Kirchl, Der alte Goethe. 7. Vernay, Gustav Grund. 73M k«. Gernerth, Moderne Wanderlust. 9. Kässmayer, Der Freischütz. in Hießen. Dritter Abend (1898/99). Donnerstag den 2. November 1899, abends 8 Uhr, im Saale des Ge»eil*cbafi»vereins: Konzert des „Quartett Udel“ aus Wien Wilhelm Stigler (I. Tenor), Professor Karl Udel (II. Tenor), Ferd. Hörbeder (l. Bass), Eugen Weiss (II. Bas«). — Klavierbegleitung: Julius Fischer. Programm. Näheres bei Frau Hehler, Sonnenstr. 24. 03726] Hausbürschchen für leichte Arbeit gegen guten Lohn gesucht. Bahnhofstr. 58. 03733] Ein sauberes, braves Dienstmädchen oder Frau für den ganzen Tag gesucht.Bleichstraste 35, I. Wo? sagt die Expedition d. Blattes 7458] Ein gebrauchter, gut erhaltener Handpritschenwagen mit Seilenkiaopen zu verkaufen. LoniS Faber, Wolkeng. 11 Ma Sopfr. tkfhrr. % Haaruhrketten, Tonpös, | XaZ Scheitel nnd Perrücken w I werden billigst angesertigt, * "* Spezialität in weißen und grauen Haaren, bei 79b H. Tichy, Seltersweg 43. 03735] Schwarz polierter Knoten» stock mit Hirschhorngriff und spitzer Zwinge stehen geblieben. Der Finder wird höflichst gebeten, denselben per Nachnahme an Anton Wunderlich, Bischofsheim (Elsaß), zu senden.________ Wer übernimmt täglich gründliche Ueberwachung der Schularbeiten eines jüngeren Gymnasiasten? 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In diesem Fa vor sechs ^Qhi( wn" und Konsorten. ®QB bie Spielenden die »ch kennen, aber die' daß sie mit solchen kommen sind. , Das Sprichwort Jm w trifft fc ?• Ät0*r tr. »ich, [, M” Wl« mit He«, h"ta Herr» »M ei| ««len j» fein _ in *" f« beim Spiel ihtl Jeefonen an einen Tjs, i SiW zu „erden ih» ”” l“"3en „Seb ?n""en^ hte Str-tze Hunbhi?; ^hundert n idu*tot^ und _ erreicht, ]ttib ^nd n der 3* H end ^ Estf fr'ftennJj «tit et dieser 9inA *■ ikssin,nnd^'cht so "«kN. Kitt ' !-rn-r, -i/A« f|e|t Q -- & ÄÄ S tSS 81 1 Wf uMit» , d W? 8>Ä 1»««