7-—. Ptember t Hags G 651» A Mit. | Wamme. G terei, Käusburg. J ten. Biber: Xewert M «SD Ar. 88 aus Mainz isters Herrn Fedih, . p^tree 40 Pfg. mb er: nzert 6616 da di Pratola nzo Pupilla, Anfang 8 Uhr. Br (Rudolphs Nachf.) 50 Pfg, iiifflW K ö«5 V -H ^nA^tindie Erben „S (**>' „w. "" ptember. m KandLrkeiten sowie in , . :liofilra^ 15. Ätz-L :ima n> Ud,r«ll. ____ ti 18. N* M iberg «U: d Dorfeld, h Hua Dienstag den 19. September Nr. 220 Erstes Blatt» 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Gieren monatlich 75 Plß. mit Bringerlohn Innahet len Anzeigen zu der nachmittags für den fntßesd« leg erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Bei Postbezuz 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Aerugspreto vierteljährlich Alle Anzeigen-BermittlungSstelleu deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgtgm. Orfcheint ttßNch mit Ausnahme deS Montags. Lr« Aicßener Ka«t«e,Stttter vxrden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigclegt. Aedaktion, Expedition und Druckerei: Kchntstratze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Kmtlich^Wl. Gießen, 15. September 1899. Betr.: Ablieferung der allgemeinen evangelischen Kirchen» steuer an den Zentralkirchenfonds. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Einem Ersuchen Großh. Oberkonsistoriums gemäß beauftragen wir Sie, den Gemeinde Einnehmer Ihrer Gemeinde anzuweisen, die noch rückständigen allgemeinen evangelischen Kirchensteuern für 1898/99, sowie die aus 1899/1900 bereits eingegangenen Posten, soweit es sich nicht um geringfügige Beträge handelt, an den Rechner des evangelischen Zentralkirchenfonds abzuliefern. v. Bechtold. Gießen, 15. September 1899. Betr.: Die an den Zentralkirchenfonds abzuliefernden Erträgnisse des Einkommens der evangelischen Pf arr stellen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die evaugel. Kircheuvorstände des Kreises. Da infolge mangelhaft eingehender Zahlungen der Zen- tralkirchenfonds zurzeit über geringe Mittel verfügt, beauftragen wir Sie, einem Ersuchen Großh. Oberkonsistoriums entsprechend, die noch etwa rückständigen Erträgnisse aus 1898/99 baldigst an den Rechner des Zentralkirchenfonds abführen und auf die Erträgnisse pro 1899/1900, soweit dies schon jetzt möglich ist, Abschlagszahlungen leisten zu lassen. ___________________v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Großen Linden. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Großen- Linden völlig erloschen und die angeordnete Desinfektion erfolgt ist, heben wir die verfügten Sperrmaßregeln wieder auf. Gießen, den 18. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung. Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Röthges größeren Umfang angenommen hat, ordnen wir hiermit die Sperre des OrtS Röthges uvd dessen Feld gemarkuug an. Danach unterliegt der Verkehr mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen folgenden Beschränkungen: Das Durchtreiben derselben von außerhalb durch Ort und Gemarkung ist verboten. Die Einfuhr von solchem Vieh über die Gemarkungsgrenze in den gesperrten Ort ist nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung gestattet. Die Ausfuhr ist ebenfalls nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung mit schriftlicher Erlaubnis der Bürgermeisterei Röthges auf Grund einer Aeußerung des Großh. Kreisveterinärarztes zulässig. Wer ein Stück Vieh an einen auswärtigen Metzger oder ein Schlachthaus liefern will, muß also zunächst die Untersuchung durch den Großh. Kreisveterinärarzt veranlassen und wenn danach der Ausfuhr kein Hindernis im Wege steht, einen Erlaubnisschein der Großh. Bürgermeisterei lösen. Bei dem Transport muß er diesen Schein, der eine dreitägige Gültigkeit hat, mit sich führen und die vorgeschriebenen Transportbedingungen genau beobachten, auch der Polizeibehörde (Bürgermeisterei) des Empfangsorts Nachricht geben. Auf Antrag der Bürgermeisterei wird von uns im Bedürfnisfalle angeordnet, daß der Großh. Kreisveterinärarzt sich wegen Ausstellung solcher Bescheinigungen an einem bestimmten Lag wöchentlich, der ortsüblich bekannt zu machen ist, dienstlich einfindet. Die Sperrmaßregeln bezüglich verseuchter Gehöfte oder Weiden bleiben daneben bestehen. Im übrigen können Klauentiere aus nicht verseuchten Gehöften innerhalb der gesperrten Gemarkung zur Feldarbeit benutzt oder auf die Weide getrieben werden, nicht aber über die Gemarkungs- zrenze hinaus. Wer Grundstücke oder Anlagen in einer anderen Gemarkung besitzt, muß dieselben entweder durch Pferdegespanne »der aber durch Rindviehgespanne aus dieser anderen Gemarkung besorgen. Jede Weggabe von Milch aus der gesperrten Gemarkung darf nur nach vorheriger Abkochung erfolgen; ausgenommen, wenn die Abgabe an eine Molkerei erfolgt, welcher das Verbot der Abgabe ungekochter Milch zugegangen ist. Ausfuhr von Dünger, Rauhfutter und Stroh aus dem Sperrgebiet ist verboten. Gießen, den 18. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Gießen, den 1. September 1899. Betr.: Die in der Provinz Oberheffen im Herbst 1899 stattfindenden Truppenübungen; hier die Abschätzung der Flurschäden. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen <* die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Reichsgesetzblatt Nr. 32 aus 1898 S. 934 zu § 14 beauftragen wir Sie, die Grundbesitzer alsbald, nachdem die Hebungen innerhalb Ihrer Gemarkung beendet sind, durch ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung ihrer Flurschäden aufzufordern. Zu der von Ihnen zu fertigenden Zusammenstellung der angemeldeten Schäden ist das vorgeschriebene Formular zu verwenden, welches als Beilage E zur Instruktion in dem vorgenannten Reichsgesetzblatt S. 969 ff. abgedruckt ist. Die daselbst gegebenen Anmerkungen sind genau zu beachten. Das Formular wird Ihnen auf Anstehen durch uns übersandt werden. Sie wollen dasselbe, sobald Schadensanmeldungen bei Ihnen erfolgen, unter Angabe der ungefähren Zahl der beschädigten Grundstücke schleunigst von uns erbitten. In dem Formular sind die erfolgenden Anmeldungen nach Flur und Nummer geordnet durch Ausfüllen der Spalten 1 bis 5 mit Tinte einzutragen, während die Spalten 6 und 7 mit Bleistift auszufüllen sind. Die Spalte 6a, Forderung des Beschädigten, ist nur auszufüllen, und zwar mit Tinte, wenn der Beschädigte thatsächlich einen bestimmte» Anspruch erhebt. Bei Ausfüllung der Spalte 7 empfiehlt sich Angabe des Verlustes von Körnern, Heu, Kartoffeln rc. in Zentnern. Die Spalte 7 ist so auszufüllen, daß die Entschädigungsbeträge im Wege der Berechnung genau ermittelt werden können. Unmittelbar nach eingetretener Beschädigung haben die Beteiligten Ihre Entscheidung darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Letztere ist von Ihnen anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben ausgesetzt sind. Wird die Aberntung demgemäß vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission angeordnet, so haben Sie sofort unter Zuziehung zweier, der Abschätzungen dieser Art kundigen, unparteiischen und unbeteiligten, ortseingesessenen Personen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder usw.) und die Qualität der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Viehfutter), und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens, nicht aber die Höhe der Entschädigungssumme, festzustellen. Es wird hierbei unter besonderem Hinweis auf unser Amtsblatt Nr. 7 vom 26. Juli 1899, dessen Vorschriften aufs genaueste zu beobachten sind, ausdrücklich bemerkt, daß diesen Bestimmungen nicht entsprechende Abschätzungen keine Berücksichtigung finden können, und daß von denselben (Anordnung der Aberntung der Felder nebst Feststellung des Schadenumfanges) nur in den Fällen Gebrauch zu machen ist, in welchen dies zur Verhütung eines höheren Schadens nubediugt nötig erscheint. Heber den Befund ist ein kurzes Protokoll aufzunehmen, von Ihnen und den zugezogenen Ortseingesessenen zu unterschreiben und der Nachweisung beizuschließen, in welcher das Ergebnis der Abschätzung mit besonderer Erwähnung Ihrer Verfügung wegen des Aberntens in Spalte 10 einzutragen ist. Zur Abschätzung sind die Beschädigten zu laden. Für ihre Thätigkeit in Flurschadenangelegenhetten beziehen die Großh. Bürgermeister keine Vergütung. Die Teilnahme bet der Abschätzung gehört zu ihren Pflichtgeschäften. Indem wir noch auf unser Ausschreiben vom 24. März 1893 (Kreisblatt Nr. 73) verweisen, wonach die bei Ihnen zur Anmeldung kommenden Schäden in dem Formular einzutragen sind, ohne daß Sie die Feldgeschworenen wie früher zur vorläufigen Abschätzung heranziehen, beauftragen wir Sie, die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen ausgefüllten Nachweisungen thunlichst bald und spätestens bis zum 23. September d. I. an den von Großh. Ministerium des Innern zum Negierungskommissar für die Flurfchädenabschätzung im Kreise Gießen bestellten Großh. Kreisamtmann Frhr. Schenck zu Schweinsberg unter der Bezeichnung „Militaria" mit Beidruck des Dienstsiegels einzusenden. Sollte bis dahin die Zusammenstellung noch nicht beendet fein, so ist uns jedenfalls anzuzeigen, daß Flurschäden zur Anmeldung gekommen sind. Im Anschluß daran werden Sie darauf hingewiesen, daß zur Vermeidung von Weitläufigkeiten Wünsche, welche Manöverangelegenheiten betreffen, der Division nur durch Vermittlung der Kreisämter zur Kenntnis gebracht werden können und diesbezügliche Gesuche zur weiteren Veranlaffung uns vorzulegen sind. ____________________v. Bechtold.____________________ chöerhesfischer Köstöauverein. In den Räumen des Saalbaus zu Friedberg findet vom 22. bis 25. September eine Obftausstelluug für die Mitglieder des Vereinsbezirks Friedberg-Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins statt. Die Ausstellung umfaßt: 1. Obstfammlungen von Hoch- und Zwergstümmen, 2. Einzelne Obstsorten, 3. Handelsobst, 4. Weintrauben, 5. Obst- und Beerenweine und andere Produkte der Obstverwertung, 6. Geräte. Die auszuftelleude» Gegenstände müssen am Mittwoch, dem 20. September in der Ausstellung abgeliesert werde». Die feierliche Eröffnung findet am Freitag, dem 22. September, nachmittags 5 Hhr statt. An dieselbe schließt sich ein einfaches Abendessen. Eintritt vom 22. September, nachmittags 3 Hhr ab. Schluß Montag den 25. September, nachmittags 4 Hhr. Anmeldungen zur Ausstellung müssen umgehend an die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins gemacht werden. Mitglieder haben für ihre Person freien Eintritt. Nichtmitglieder zahlen am ersten Tage 50 Pfg., an den übrigen 20 Pfg. Eintritt. Gießen, den 12. September 1899. Der Vorsitzende des Bezirksvereins Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. ________Frhr. Schenck.__________________ Der Hochverratsprozetz in Paris. Der Richter Fabre, der mit der Hntersuchung gegen die des Komplottes Angeschuldigten betraut ist, hat seine Arbeit in drei Gruppen geteilt: 1. Hntersuchung gegen Doroulöde und die Patriotenliga; 2. gegen Jules GuSrin und die Antisemitenliga; 3. gegen An drö Buffet und die royalistischen Komitees. Es wird versichert, die Hntersuchung habe, was Paul Döroulöde auch dagegen sagen mag, das Einvernehmen der Patrioten und der antisemitischen Gruppen mit der royalistischen Partei dargethan, und man habe Belege dafür, daß der Herzog von Orleans mehreren Führern der antisemitischen und nationalistischen Verbände Geldbeträge zustellen ließ. Dank der Entdeckung des Schlüssels zu der Chiffre, deren sich der Herzog von Orleans im brieflichen und telegraphischen Verkehr mit seinen Anhängern in Frankreich bediente, will man auch die Gewißheit erlangt haben, daß das Komplott zur Zeit des Todes von Felix Faure und der Wahl seines Nachfolgers Loubet in vollem Gang war. Man hat ein Telegramm entziffert, das den Prätendenten aufforderte, zum Begräbniß Felix Faures nach Paris zu kommen, sowie ein zweites, das ihm davon abriet. Die Zahl der Angeschuldigten beträgt gegen 60. Man glaubt jedoch, mehrere derselben würden nach der ersten Sitzung des Staatsgerichtshofes, die auf Montag den 18. September, nachmittags 2 Uhr, angesetzt ist, definitiv oder provisorisch aus der Haft entlassen werden. Im großen Bibliotheksaal des Luxembourg Palastes find nur neun Zellen, wie es heißt, für die Hauptangeklagten so eingerichtet worden, daß jede derselben sich einem der Fenster des Saales gegenüber befindet, die anderen sollen täglich zwischen der „Santo" und dem Palast hin- und hergefahren werden. Von der Verlegung des Staatsgerichtshofes nach Versailles ist nicht mehr die Rede. Falls der Sitzungssaal des Senats sich, wie man fürchtet, als nicht geräumig genug erweisen sollte, so könnten die Gerichtssitzungen im großen Festsaale des Palastes stattfinden. Das Kochwasser. HilfeN Ein Notschrei geht durch das Bayerland. Ein Schrei nach materieller Hilfe, nach Unterstützung für die armen, durch die Hochwasserstuten um ihre Wohnstätten und sonstiges Eigentum gebrachten Bewohner des Isar- gebietes. Unter dem Vorsitz des königl. Staatsministers des Innern Frhrn. v. Feilitzsch fand am Samstag im königl. Staatsministerium des Innern eine Konferenz zu dem Zwecke statt, um über die aus Anlaß der jüngsten Hochwasser- katastrophe zu treffenden Maßnahmen der öffentlichen und privaten Hilfeleistung eine Besprechung zu pflegen. An der Beratung nahmen Staatsrat v. Neumayr, Regierungspräsident v. Auer, die beiden Bürgermeister v. Borscht und v. Brunner, Regierungs- und Polizeidirektor Meixner, Ministerialrat v. Thelemann, die Oberbauräte Eikemeyer und Sörgel und Regierungsassessor Strößenreuther Teil. Auf Grund der bisher eingetroffenen Nachrichten, welche schon jetzt in beträchtlichem Umfange sehr bedeutende Verheerungen ersehen lassen, wurden folgende Hilfsaktionen ins Auge gefaßt: An Se. kgl. Hoheit den Prinz-Regenten sei vor allem die Bitte um Genehmigung einer Haussammlung für den Umfang des ganzen Königreichs zu stellen; ferner fei sofort ein Hilfskomitee mit dem Sitze in München für die gesamten Ueberschwemmungsgebiete zu bilden, welches sich der Aufgabe zu unterziehen hätte, durch einen Aufruf zu Gaben in der Presse, durch Errichtung von Sammelftellen und durch anderweite geeignete Maßnahmen die Hilfsthätigkeit in die Wege zu leiten. Die ..Münch. N. N." schreiben über die Hilfsaktion: Im Interesse einer möglichst gerechten und gleichmäßigen Verteilung der Hilfsgelder wäre es zu wünschen, daß auch die von einzelnen Lokalkomitees und von der Presse gesammelten Gelder dem Münchner Komitee zur Verfügung gestellt werden. Es ist beabsichtigt, die einkommenden Hrlfs- gelder seinerzeit, wie dies auch früher schon der Fall war und sich bewährt hat, den beteiligten Kreisregierungen zu überweisen, um im Benehmen mit den Landratsausschüssen zur Verwendung für die Hochwasserbeschädigten zu gelangen. In Fällen augenblicklicher Not wird selbstverständlich mit der Verteilung entsprechender Unterstützungen sofort vorgegangen werden; etwaige Wünsche der Geber in Bezug auf die Verwendung der Liebesgaben werden volle Berücksichtigung finden. Um einen geeigneten Maßstab für die Verteilung der Hilfsgelder und zugleich Anhaltspunkte dafür zu gewinnen ob und in wieweit außerdem noch eine staatliche Intervention notwendig sei, sollen weiter die Kreisregierungen und Distriktsverwaltungsbehörden sofort beauftragt werden, nach Ablauf der Hochwässer, sobald sich der angerichtete Schaden überblicken läßt, eine amtliche Schadenerhebung mit Hilfe örtlicher Kommissionen in sämtlichen betroffenen Gemeinden vorzunehmen. Bei dem allezeit bewährten großen Wohlthätigkeitssinn der Bevölkerung ist zu hoffen, daß auf diese Weise die schweren Folgen des so plötzlich hereingebrochenen außergewöhnlichen Elementarereignisses für die Beteiligten beseitigt oder doch wesentlich gemildert werden können . . . Im Anschluß an diesen Aufruf des Münchener Blattes geben wir im folgenden eine Schilderung der Verhältnisse wieder, die uns aus befreundeter Feder aus Tölz zugeht: Noch ist der Stand des Barometers die bewegende Tagesfrage, aber die eigentliche Hochwassergefahr scheint vorüber. Die Aufregung läßt sich kaum beschreiben, als plötzlich alle Keller, in welchen die Leute hier meistens alle Räume haben, welche während der Hochsaison zu ihrem eigenen Gebrauche dienen, voll Grundwasser standen. Die Lust in diesen Kellerräumen war etwa wie diejenige an einem unterirdischen Gebirgssee. Das Wasser war klar wie Krystall, es stieg ziemlich schnell und plötzlich aus dem Boden heraus bis es eine bedenkliche Höhe — ost weit über einen Meter — erreichte. Tische, Stühle, Schränke, Fässer, Wäschezuber und die Wäsche selbst, kurz, die erdenklich verschiedensten Gegenstände schwammen lustig umher. Die Alten rangen verzweifelt die Hände, die Kinder jubelten ob der herrlichen Wassermenge und der seltsamen Kähne daraus. Natürlich wurden die verschiedensten Rettungsversuche gemacht, neben ernsten ost auch recht komische. Ich sah, wie zwei entschlossene Jungen voller Eiser versuchten, die Flut aus dem elterlichen Keller aus des Nachbars Wiese zu leiten. Aber der Eiser erlahmte bald bei allen, als sie merkten, daß alle Schöpf- und Pumpversuche vergeblich seien. Das Grundwasser stieg so lange die Isar anschwoll. Die Kurgäste, von panischem Schrecken gepackt, ergriffen in Scharen die Flucht. Was mögen die armen Aerzte in den Tagen zu trösten und zu beruhigen gehabt haben. Und doch hat der eigentliche Kurort wenig gelitten im Verhältnis zu dem Marktflecken Tölz und allen Häusern und Ortschaften, die sich an beiden Ufern der Isar entlang ziehen. Die Nachricht von dem Sturz der gewaltigen Jsarbrücke, welche Tölz und Krankenheil verbindet, ist freilich, gottlob, nur eine Zeitungsente, die kräftigste vielleicht von allen, welche in diesen aufgeregten Tagen ihre Existenz einzig und allein einer überreizten Phantasie zu danken haben mögen. Die Brücke ruht noch sicher auf den mächtigen, aus Quadern gefügten Pfeilern und macht den Eindruck, als könne sie noch manchem Anprall der Wogen widerstehen. Aber traurig genug sieht es auch ohnehin aus. Mancher Arme hat in wenigen Stunden verloren, was er in mühseliger jahrelanger Arbeit erworben hat und manches stolze Besitztum ist für lange Zeit vernichtet. Der Holzverlust der Floßmeister von Tölz, Lenggries, Winkel und Wegscheid wird allein auf 80 000 bis 100 000 Mark geschätzt. . Aus dem allgemeinen Elend hebt sich hie und da das traurige Geschick des Einzelnen noch besonders erschütternd hervor. So hört man nur eine Stimme der Teilnahme für den hier allgemein verehrten Hauptlehrer Herrn F. Derselbe hatte mit vieler Mühe und großen Opfern an der Isar eine Fischzuchtanstalt gegründet, der er jede freie Minute gewidmet haben soll. Außer all der jungen Brut hatte er gerade einige Centner der schönsten Forellen in seinen Behältern — und alles, die Frucht jahrelanger, mühsamer Ersparnisse und unablässigen Fleißes, zerstörte oder verheerte die Flut in wenigen Stunden. Der Munn soll Tausende verloren haben, für einen Vater von 11 Kindern wahrlich ein harter Schlag. Um so wohlthueuder wirkt die Seelengröße, mit welcher er sein hartes Geschick trägt und mutig zu retten sucht, was noch zu retten ist. An den Straßen sind hie und da Geländer angebracht, um Abstürze zu verhüten oder auf tiefe Risse im Boden aufmerksam zu machen; von den Wiesen an der Berglehne sind große Flächen abgerutscht, manches sorgsam gepflegte Gärtchen ist in einen Haufen von Morast und Schutt verwandelt. Es ist ja nicht die Isar allein, welche all das Unheil hier anrichtet, alle die kleinen Quellen, die von den Bergen herabrieseln, die klaren, kleinen Bäche, die sich sonst leise murmelnd durch die Wiesen und die unteren Straßen des Stäbchens schlängeln: sie sind zu bösen Geistern geworden, die plötzlich gegen die gewohnte Macht des Menschen rebellieren und nun einmal ihrerseits den Herrscher ihre Ueberlegenheit fühlen lassen. Die Menschen zeigen sich im ganzen sehr: verständig. In all dem Traurigen behalten sie selbst für das Komische einzelner Situationen Sinn und das schönste: sie warten nicht erst ab, ob Hilfe von außen kommt; sie prüfen den Schaden, den sie erlitten und legen sofort Hand an, ihm abzuhelfen. Um so mehr wäre es all den Tausenden, die nicht blos hier, sondern in allen Flußgebieten unseres deutschen Vaterlandes unter dem gleichen, oft furchtbaren Elende leiden, zu gönnen, daß sich opferbereite Herzen fänden, fähig und willig der Not zu steuern. Und ich zweifle nicht, datz die Opferwilligen sich finden, denn noch ist der Deutsche allemal im Bordertreffeu gewesen, wenn es galt, Opfer zn bringen und Elend zu lindern.....! Soweit unser Mitarbeiter. An unsere gesamten Leser und vor allem an diejenigen, welche die Schönheiten des Bayernlandes, die Alpen und die gemütliche Stadt München in fröhlichem Reisemut an frohen Tagen gesehen, sich an der Schönheit der Alpenwelt ergötzt und in der Stadt, deren Bewohner allezeit ein Herz und offene Hand gehabt haben für die Not im deutschen Vaterlande — und gerade für diejenigen jenseits der Maiulinie — richten wie die dringende Bitte um Hilfe! Wir eröffnen die Sammlung mit Mk. 50 und bitten, Beiträge in unserem Geschäftslokal, Schulstraße 7, abgeben zu wollen. Quittung über die eingegangenen Hilfsgelder wird täglich im „Gießener Anzeiger" erfolgen; die Beträge werden jeden zweiten Tag nach München abgehen. Wer schnell giebt, giebt doppelt! * ♦ * , Gmunden, 17. September. Die Traun brücke, bte gestern einstürzte, wurde fünf Minuten vor dem Einsturz vom Herzog von Cumberland passiert, der die infolge des herrschenden großen Hochwassers vorgenommenen Bergungsarbeiten besichtigte. Wien, 18. September. (Telegr. d. „G. A.") Der Schaden, den allein die Staatsbahn durch das Hochwasser erlitten, wird auf 4 Millionen Gulden geschätzt. Für Wien ist, da die Inn-Wässer fast gänzlich abgelaufen sind, die große Gefahr beseitigt. Mates und Provinzielles. Gießen, den 18. September 1899. •* Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 16. September den Vorstand des bautechnischen Bureaus bei der Abteilung für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, charakterisierten Oberbaurat Reinhard Klingelhöffer, zum vortragenden Rat bei dieser Ministerialabteilung mit dem Amtstitel „Oberbaurat", sowie den Bauinspektor des Hochbauamts Bensheim, Adam Paul, zum Vorstand des bautechnischen Bureaus bei der Abteilung für Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, unter Belassung des Amtstitels Bauinspektor, zu ernennen. ** Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, Josei Stigell, zum Landrichter bei diesem Gericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, Wilhelm Krämer, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wimpfen, den Gerichtsassessor Wilhelm Schwarz aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, den Gerichtsassessor Adolf Müller aus Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, und den Gerichtsassessor Dr. Ludwig Krug aus Mainz zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen zu ernennen. — Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums derJustiz wurde der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, Wilhelm Schwarz, mit weiterer Aushilfeleistung bei dem Sekretariat des genannten Ministeriums beauftragt. * ♦ Auhestandsversetznng und Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Oberförster der Oberförsterei Treis a. d. L., Forstmeister Hermann Amendt zu Treis a. d. L., auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. * ’ Ruhestandsversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben geruht, am 16. September den Vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, Oberschulrat Dr. Peter Dettweiler, in den Ruhestand zu versetzen. * ♦ Zn den Ruhestand wurde versetzt der Stationsassistent in der Hessisch.Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft, Georg von Bergoffsky zu Grünberg, mit Wirkung vom. 1. Oktober l. I. an. * » Militärdienstuachrichteu. Kade, Lt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116, ausgeschieden und zu den Rest-Offizieren des Regts. übergetreten, ©bei, Oberlt. a. D. zu Schirmeck im Elsaß, zuletzt im damaligen 2. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, den Charakter als Hauptmann verliehen. Flies, Hauptmann ä la suite des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116, unter Enthebung von der Stellung als Lehrer an der Kriegsschule in Glogau und Belassung ä la suite des genannten Regiments, auf sechs Monate zur Dienstleistung bei dem Bekleidungsamt des 3. Armeekorps — kommandiert. Den diesjährigen Kaiserpreis für das beste Infanterie- Schießen hat die 10. Kompagnie des 3. Großh. Hessischen Infanterie-Regiments Viktoria Melitta Nr. 117, deren Chef Hauptmann Praöl ist, errungen. ** Kaufmännische Fachschule. In unserer Zeit kann der Gewerbetreibende wie vor allem der Kaufmann nicht mehr bestehen, ohne eine geordnete Buchführung für sein Geschäft zu haben. Unsere Jugend wird deshalb in Schulen, in welchen Buchführung gelehrt wird, in diesem Fache fürs praktische Leben tüchtig vorgebildet. Allein es gibt auch viele Geschäfts- und Kaufleute, — junge und alte — welche sich aus verschiedenen Gründen nicht in einen Schulsaal setzen und wie Schüler unterrichten und fragen lassen wollen, die aber trotzdem die Buchführung gerne lernen möchten. Um diesem Wunsche entgegenzukommen, hat die Schulkommission der kaufmännischen Fachschule die Einrichtung getroffen, neben der Schule noch einen Vortrags-Kursus einzurichten, worin an jedem Dienstagabend von 91/4 bis IO1/* Uhr in Form von Vorträgen mit schriftlichen Darstellungen in leicht verständlicher Weise einfache — gewerbliche und kaufmännische — sowie doppelte Buchführung gelehrt wird. Der letzte derartige Kursus wurde von 21 Herren verschiedener Berufsarten besucht. — Diejenigen Herren, welche an dem am 3. Oktober beginnenden Kursus teilnehmen wollen, werden gebeten, sich in die im kaufmännischen Vereinshause oder bei dem Vorsitzenden offen liegenden Anmeldungslisten einzeichnen zu wollen. (Siehe heutige Anzeige.) nn. Verhandlungen der evangelischen Landessyuode zu Darmstadt. Die Synode beschäftigte sich am Samstag mit der zweiten Lesung der Vorlage betr. die Gehalte der Geistlichen. Synodaler Lucius-Mainz wünscht Auskunft, ob auch denjenigen Geistlichen die Wohlthat des Gesetzes zuteil werde, welche dem Klassifikations-Gesetz nicht beigetreten seien und ihre Pfarrgüter selbst verwalten. Oberkonsistorial- Präsident Buchner stellt fest, daß dies nicht der Fall sein werde. Zur Herbeiführung einer Gleichmäßigkeit müsse nach dieser Richtung hin ein gewisser Druck ausgeübt werden. Den betr. Geistlichen werde demnächst nochmals eine letzte Frist zur Umkehr gewährt werden. Synodaler Lucius beantragt, diese Vorschrift zu streichen, da es ungerecht sei, diejenigen Geistlichen, welche im Besitz des Erträgnisses ihrer Pfründe bleiben wollen, von der jetzt beschlossenen Wohlthat des Gesetzes auszuschließen. Die Tendenz des Gesetzes, von 1888, welches die Klassifikation einführe und dem Centralkirchenfoud die Pfründe der Pfarrgüter zuführe, sei wohl eine gute, aber es müßten auch Ausnahmen zulässig sein. Geh. Rat Goldmann erinnert daran, daß es sich hier nur noch um 5 bis 6 Geistliche handele. Falls diese jetzt nicht dem Gesetz von 1888 entsprechen würden, sei deren Ausschluß von der Wohlthat durchaus gerechtfertigt. Seiner Ansicht nach wäre es überhaupt anzustreben, daß die Geistlichen nicht mehr genötigt seien, Feld und Weinberge selbst zu bebauen. Mit dem Wegfall der Pfründe werde vielen ein Gefallen gethan. Synodaler Wahl-Schlitz kann sich nicht dafür aussprechen, daß ein Zeitpunkt für die Beitritts-Erklärung zum Besoldungsbezugsgesetz festgesetzt werde und beantragt Streichung dieser Bestimmung. Ober- konsistorial-Präsident Buchner tritt dem Antrag entgegen, da das Kirchenregiment ein sehr großes Interesse an der Herbeiführung von Einheitlichkeit habe. Prälat Dr. Habicht betont, daß es sich hier nicht nur um Grundstücke, sondern auch um die Besoldungsnote mit allen ihren Teilen handele. Eine solche Ausnahmestellung der Geistlichen sei nicht gerechtfertigt. Nachdem noch Geh. Rat Gold mann auf die prekäre Stellung der Geistlichen in den Gemeinden hingewiesen hatte, welche die Erträge ihres Pfarrgutes beibehalten haben, wird der Antrag Lucius abgelehnt und die Vorschrift nochmals beschlossen. Zu § 12 des Gesetzes, welcher die Hingabe besonderer Zulagen in geeigneten Fällen festsetzt, bittet Synodaler Weiffenbach, die Wohlthat dieser Vorschrift auch den Geistlichen großer Kirchengemeinden im Odenwald und Oberhessen teilhaftig werden zu lassen, weil gerade an diese Herren große Anforderungen an Zeit und Kraft gestellt würden. Diese Vorschrift, sowie die ganze Vorlage findet hierauf Annahme. Auch der Gesetzentwurf für die Gehalte der Beamten im Geschäftsbereich des Oberkonsistoriums und des Predigerseminars zu Friedberg findet Synol ,re den RI- Kni »!rbtn( e des La ManzM bet W i Men. * ß ««« ü'”6 9S wenig i"® ”1 derSchch-^ lich tonn B ° bet z»--, * 6 teile» wir Mos begönne Eröffnung fahret. * mit Silberbeschlag Mläuse über je der schnellste Ke' Lorlaus: 1.1 Weisenau l.MVk' Lorlauf: 1. Car 1.17V» 3' £ ,6 1 Jos. Selschad 1.10'/„ 3.M lauf, bet MMÄ Sanfbie Seiten:' im zweiten Lauste Hauptsatz 3 Barpreise von 1. Siebenmann-Z 16%, 3. L. N Struth-Mainz 1. 3. W. Kexel-Kobü der Sieg ohne Iri mann und Strutl Mannscha^ 6000 ÜRtr. 1‘ der Stadt Gieß« Ehrenurkunde sü außerdem dem s Preises ein Rebe Ehrendiplom dei je 3200 Mr. sta Gießen 4.43%, Zweiter Vorlaus 2. der Radfahr-! das Rennen ans und Meßen war geringer werdende erweiterte. Zeit: Drescher) 8.37 Y., 8.40^. 5 Pr'ännens Preise 30,20, ersten vier Runl 22. C. L Koblenz 2.57. : nannten, sowie, Fahren i über 4000 M. Pokal, gestiftet t N dreimal n, demselben Sieger Mt eine echt \ bme Medaille, Menen Vorläu Prchs, PM All i 01 lld. Gottron-' Arufssahrer. D Mainz und E. qü fobley 2.44, Z. Ezburg 2.45 ®C1^UTg 1 iß a die 2?^ Siir?,* ’HÄ' 111 8 > Pr 8'6»S*re VÄ r-ck «.?'* «■ b. I "9 ftitlet lannisi .’t’n *9 Jo® 1 ßlWt«, ’b bt®tel'il,„ftllb« b. 3. lUh f ’«M« I« betlch, d-rbie,^ bet '» bot- 8-*»L7L &H6m 3nf"N. MM,16, Sieben ’■ Mngetteten. Ei,, >« bamaltgen Met4eta(2.y: l?n «J5 tn ®Io9QU und *en Regiments, auf fedig bem Meidungsam del °,e8 3' Grohh. Hessischen elltta Nr.1N, dem Ches In unserer Zeit kann der der Saufmann nicht mehr chführung für seinGe- wird deshalb in Schulen, ird, in diesem Fache fürs et. Allein es gibt auch junge und alte - welche nicht in einen Schnlfaal und fragen lassen wollen, tng gerne lernen möchten, lammen, hat die Schuld Fachschule die Einrichtung ich einen Vortrags-Sursus äenstagabenb von 9*/4 big igen mit schriftlichen Dar- Weise einfache - gewerb- mie doppelte Buchführung irrige Kursus wurde von rten besucht. - Diejenigen ftober beginnenden Kursus ten, sich in bie im tauf; ei dem Vorsitzenden offen ichnen zu wollen. W* «gelischru W\N>t y tiqte sich am Samstag mit bett, bie Gehalte der Geist- tainz wünscht Auskunft, ° Vohlthat bes Gesetzes zuteil sns-Gesetz nicht beigetteten „rmalten. ©berfonfiftonüb Mfj bie8 nicht bet N imr GleichmchM t# Mstn-chml- -Ml ' ■ssr*Ä inde oer vi » < en Jtt, -üßten M W daß nann ennnrt°° •.Ätt-S: Wchlthat bu*^afcM gtnol'8* 'S.M • tritt bem an.de LK->'7 allen t9r;‘ „ ui w 9, btt tfflßi.»» Ä G-h. bet’ «i»'" 1,, E^'ddi- ’Ä'Sä-S 1^'Lrben 8» laB rfcmii*610 ’ Annahme. Synodaler Stamm wünscht, daß auch den in den Ruhestand tretenden Geistlichen dieselben Vorteile zuteil werden sollen wie den im Amt befindlichen, sobald es die Finanzlage des Landes zulasse. Er stellt einen dahingehenden Antrag, der einstimmige Annahme findet. In den Synodal-Ausschuß wurden gewählt Synodaler Gräf und Koch. Zu Stellvertretern Weiffenbach und Wahl- Langen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft und wird die Synode mit Gebet um 12 Uhr geschlossen. •* Das HerbstRad Rennen auf dem Sportplatz an der Hardt ging gestern in der üblichen Weise von statten. Die wenig zum Aufenthalte im Freien einladende Witterung hielt zwar manchen Zuschauer fern, doch konnte immerhin der Besuch als ein befriedigender bezeichnet werden. Sportlich kann sich dagegen das Rennen würdig an die Seite der früheren stellen, sowohl inbezug auf die Zahl der Fahrer, wie der meist interessanten Fahrten. Nachstehend teilen wir das Ergebnis des sofort nach Beendigung des Korsos begonnenen Rennens mit. Eröffnungsfahren über 2000 Mir., für Herrenfahrer. 1. Preis ein silberner Humpen, 2. Preis ein Pokal mit Silberbeschlag, 3. Preis ein Becher. Es fanden drei Vorläufe über je 800 Mtr. statt. Je die zwei Ersten und der schnellste Zweite kamen in den Entscheidungslauf. Erster Vorlauf: 1. Ph. Nickolaus-Gießen 1.35, 2. Ad. Gottron- Weisenau 1.35%, 3. Gg. Drescher-Weisenau 1.35%. Zweiter Vorlauf: 1 Carl Duill-Gießen 1.17, 2. Link Frankfurt 1.17%, 3. Fr. Seel-Frankfurt 1.17%. Dritter Vorlauf: 1. Jos. Seischab-Weisenau 1.10, 2. W. Goertz Weilburg 1.10%, 3. PH. Fries-Weisenau 1.10%. Im Entscheidungslauf, der zweimal gefahren werden mußte, waren im ersten Lauf die Zeiten: Seischab 4.20, Fries 4.20%, Gottron 4.21, im zweiten Lauf: Seischab4.46, Duill4.16%, Gottron4.16%. Hauptfahren über 2000 Mtr. für Berufsfahrer. 3 Barpreise von 100, 50, 25 Mk. Erster Vorlauf: 1. Siebenmann-Berlin 1.6, 2. C. Lautermann-Darmstadt 1.6%, 3. L. Kexel-Koblenz 1.6%. Zweiter Vorlauf: 1. H. Struth-Mainz 1.15, 2. Jos. Bischung-Würzburg 1.15%, 3. W. Kexel-Koblenz 1.15%. Im Entscheidungslauf wurde der Sieg ohne Zeitnahme den Herren Siebenmann, Lauter- mann und Struth zugesprochen. Mannschaftsfahren für Herrenfahrer über 6000 Mtr. 1. Preis ein echt silberner Pokal (Ehrengabe der Stadt Gießen), als Wanderpreis auf ein Jahr und Ehrenurkunde für den Verein, sowie Medaillen den Fahrern, außerdem dem siegenden Verein bei Rückgabe des Wanderpreises ein Nebenpreis mit Gravierung. 2., 3. und 4. Preis: Ehrendiplom den Vereinen. Es fanden zwei Vorläufe über je 3200 Mtr. statt. Erster Vorlauf: 1. Verein „Wanderers- Gießen 4.43%e, 2. Verein „Radsport"-Frankfurt 4.46%. Zweiter Vorlauf: 1. Verein „Wanderlust"-Weisenau 4.43%, 2. der Radfahr-Verein Lollar gab nach Abfall einiger Fahrer das Rennen auf. Der Entscheidungslauf zwischen Weisenau und Gießen war ein heißer, indem Gießen gegen Ende die geringer werdende Distanz durch kräftigen Spurt beträchtlich erweiterte. Zeit: Weisenau (Fahrer Seischab, Gottron, Drescher) 8.37%, Gießen (Fahrer Duill, Nickolaus, Hirtz) 8.40%. Prämienfahren über 2000 Mtr. für Berufsfahrer. Preise 30, 20, 10 Mk. bar, außerdem den Siegern der ersten vier Runden je 10 Mk. bar. 1. Siebenmann-Berlin 2.45%, 2. C. Lautermann-Darmstadt 2.56%, 3. W. Kexel- Koblenz 2.57. Die Führungsprämie erhielten die drei Genannten, sowie I. Bischung-Würzburg. Fahren um den Kuratorium-Wanderpreis über 4000 Mtr. für Herrenfahrer. 1. Preis ein echt silberner Pokal, gestiftet von Mitgliedern des Kuratoriums; derselbe muß dreimal nacheinander oder viermal im Ganzen von demselben Sieger gewonnen werden. Der jedesmalige Sieger erhält eine echt silbervergoldete Medaille, 2. Preis eine silberne Medaille, 3. Preis eine Bronzemedaille. Die vorgesehenen Vorläufe konnten ausfallen. Der Verteidiger des Preises, Paul Albert-Biebrich, war nicht am Start erschienen. 1. Jos. Seischab-Weisenau 6.54, 2. Link-Frankfurt 6.54%, 3. Ad. Gottron-Weisenau 6.54%. Mehrsitzer-Vorgabefahren über 2000 Mtr. für Berufsfahrer. Barpreise: 70, 40, 20 Mk. 1. H. Struth- Mainz und C. Lautermann-Darmstadt 2.43, 2. Gebr. Kexel- Koblenz 2.44, 3. Ph. Kronenberg-Berlin und Jos. Bischung- Würzburg 2.45. Sportplatz-Fahren über 2000 Meter für Herrenfahrer: 1. Preis ein silbervergoldeter Humpen. 2. Preis Andres Kartenwerke, 3. Preis ein Becher. Erster Vorlauf (800 Meter): 1. C. Duill-Gießen 1.15%, 2. W. Goertz- Weilburg 1.16, 3. G. Drescher-Weisenau 1.16%. Zweiter Vorlauf: 1. Ph. Fries-Weisenau 1.23%, 2. Jos. Seischab- Weisenau 1.23%, 3. Gottron-Mainz 1.23%. Entscheidungslauf : Seischab 2.54%, Drescher 2.55, Gottron 2.55%. Nach Beendigung des Rennens fand auf der Terrasse die Preisverteilung statt. Konzert und Volksbelustigung beschlossen das diesjährige Herbstrennen. () Lich, 18. September. Zum Hinscheiden des Fürsten Hermann zu Solms-Lich gehen uns noch folgende ergänzenden Mitteilungen zu: Der am 16. d. Mts. verstorbene Fürst Hermann zu Solms-Hohensolms-Lich war geboren am 15. April 1838 zu Schloß Pirnitz in Mähren als Sohn des Prinzen Ferdinand zu Solms-Hohensolms- Lich und seiner Gemahlin Karoline geborenen Gräfin Collalto und San Salvatore. Er war vermählt mit der Fürstin Agnes geborenen Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. Am 29. Februar 1880 succedierte er seinem Oheim, dem Fürsten Ludwig zu Solms-Hohensolms-Lich. Dem Preußischen Herrenhause und der Ersten Kammer im Großherzogtum Hessen gehörte er als erbliches Mitglied an. Er war Königlich Preußischer General - Major ä la suite der Armee und hatte die Berechtigung zum Tragen der Uniform des Westfälischen Ulanen-Regiments Nr. 5, in dem er mehrere Jahre aktiv gedient hatte. Fürst Hermann war Rechtsritter des Roten Adler-Ordens I. Klasse mit der Krone, besaß mehrere Großkreuze und sonstige hohe Orden. Bereits seit längeren Jahren litt der Fürst an andauernder Herzaffektion, weshalb er auch die im Dezember 1896 auf ihn gefallene Wahl zum Präsidenten des Preußischen Herrenhauses ablehnen mußte. Ihm succediert sein ältester Sohn Fürst Carl, geboren zu Lich am 27. Juni 1866. Derselbe ist Oberleutnant im Leib-Garde-Husaren-Regiment zu Potsdam. Er vermählte sich im Jahre 1894 mit Emma, geborenen Prinzessin zu Stolberg-Wernigerode, Tochter des verstorbenen Fürsten Otto zu Stolberg-Wernigerode. — Die Beisetzung findet am nächsten Mittwoch, 20. d. Mts., nachmittags 3 Uhr hier- selbst statt. -j- Hof-Dauervheim, 17. September. Zwei früher dahier bedienstet gewesene Mannspersonen mißbrauchten das Vertrauen ihres Herrn in der gröblichsten Weise dadurch, daß sie ohne Rechtsgrund eine Zeitlang Futterartikel auf dem Gute des Pächters Haase mitgehen hießen und für sich oder andere verwerteten, bis die Sache ruchbar wurde. Da durch die ziemlich umfangreiche Beweisaufnahme vor dem Schöffengerichte Nidda eine Kette von Entwendungen den angeklagten Knechten nachgewiesen wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft gegen jeden beschuldigten wegen Diebstahls 5 Monate Gefängnis; das Gericht erachtete jedoch je 3 Monate Gefängnis als hinreichende Sühne für die Vergehen der beiden Männer, welche zudem verheiratet sind. Freiensteinau, 17. September. Bei der kürzlich stattgefundenen Bürgermeisterwahl erhielt Herr Kaspar Muth VI. 56 Stimmen, während seine Gegner Georg Merz und Poftagent Euler nur 51 Stimmen zusammenbrachten. Herr Muth dürfte mithin gewählt sein. — Wie verlautet, soll in den ersten Tagen auch in dem nahen Holzmühl die Bürgermeistermeisterwahl vorgenommen werden. Holzmühl gehörte bisher zur Bürgermeisterei Freiensteinau, hat aber nach dem Tod des Bürgermeisters Rasch von Großherzoglichem Ministerium die Genehmigung zur Errichtung einer eigenen Bürgermeisterei erhalten. Butzbach, 16. September. Herr Christopf Rumpf, ein allgemein hochgeachteter Mitbürger unserer Stadt, der sich bis vor einiger Zeit einer verhältnismäßig guten Gesundheit erfreute, trotzdem ihn ein vor mehreren Jahren vorgekommener Unfall meistenteils an das Zimmer fesselte, ist gestern früh im 85. Lebensjahr verstorben. Darmstadt, 17. September. Die „Darmst. Ztg." gibt folgendes Schreiben des Kaisers an den Großherzog bekannt: „Durchlauchtigster Fürst, freundlich lieber Vetter und Bruder! Es gereicht mir zur besonderen Freude, Eurer Königlichen Hoheit meine lebhafte Befriedigung über die kriegsmäßige Ausbildung auszusprechen, die das dem 13. (Königllich Württembergischen) Armeekorps zugeteilte Großherzoglich Hessische Dragoner - Regiment (Garde- Dragoner-Regiment) Nr. 23 während der heute beendeten Manöver bewiesen hat. Ich verbleibe mit den Gesinnungen unveränderter Hochachtung und Freundschaft Eurer Königlichen Hoheit freundwilliger Vetter und Bruder Wilhelm. Karlsruhe, den 13. September 1899. Mainz, 17. September. Als Hauptredner bei dem hessischen Katholikentag sind angemeldet: Dr. Lieber: Ueber die politische Lage; Geistl. Rat Wertmann (Freiburg), Triborn (Köln), Reichstagsabgeordneter Schmitt (Mainz). Nermisthtes. * Berlin, 17. September. Eine sensationelle Kunde übermittelt der Telegraph aus Brasilien: Der Schuhmacher Joseph Gönczi, welcher am 23. August 1897 mutmaßlich in Gemeinschaft mit seiner Ehefrau die 71jährige Frau Steinbruchbesitzerin Auguste Schultze und deren 53jährige Tochter Fräulein Clara Schultze ermordete, ist in Rio de Janeiro verhaftet worden. Auch seine Frau befindet sich in Sicherheitshaft. Dem Königlichen Polizei- Präsidium wurde die Mitteilung durch folgendes Telegramm des deutschen Konsulats in Rio de Janeiro übermittelt: „Polizei-Präsidium, Berlin. Gönczi verhaftet, auch Frau provisorisch. Identität zu- gestanden, bestreiten Mordthst. Widersprechen sich. Falls Auslieferung, auch Frau, dort amtlich erwünscht, telegraphischer Haftbefehl an Gesandschaft nötig. Konsul Wewer." Hiernach ist seitens des Ersten Staatsanwalts beim Landgericht I dem Herrn Konsul das telegraphische Ersuchen ausgesprochen, auch die Ehefrau in Haft zu halten; das Auslieferungsverfahren wird alsbald in die Wege geleitet werden. Bereits Anfang vorigen Monats war von dem deutschen Konsulat in Rio die Mitteilung eingegangen, daß Gönczi und Frau in Curitiba südlich von Rio gesehen worden seien, auch habe sich ein weißer Spitz bei ihnen befunden. Die Festnahme gelang dort jedoch nicht. Jedenfalls hatten Gönczi und Frau auf irgend eine Weise erfahren, daß sie erkannt worden seien, und es vorgezogen, rechtzeitig nach Rio überzusiedeln, wo fte leichter zu verschwinden hofften. Ob Geld bei ihnen gefunden, steht noch nicht fest; doch kann von einem einigermaßen erheblichen Betrage kaum die Rede sein. So wird denn endlich das Verbrechen seine Sühne vor dem irdischen Richter finden, durch welches seinerzeit Berlin in große Aufregung versetzt worden ist. * Kiel, 15. September. Die Leiche von Kapitän Ernst Krützfeldt ist bei Leba an den Strand getrieben worden. Krützfeldt war Führer des Kieler Dampfers „Adele", dessen bevorstehenden Untergang er, wie gemeldet, durch eine Flaschenpost, die am 14, Dezember 1898 aufgefunden wurde, an Frau und Rhederei meldete. * Kirchheim n. T., 15. September. Ein hiesiger Schäfer ist seinem Herrn mit 8000 Mark, die er für Schafe gelöst, durchgegangen. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin, 18. September. Das Endergebnis in dem gestern gefahrenen zweitenTeile des großen Preises von Berlin, der in einem Dauerrennen über 6 Stunden im Sportpark Friedenau zur Entscheidung kam, war folgendes: 1. Walti aus London mit 293 Kilometer, 2. Bonhours aus Paris mit 284, 3. Fischer aus München mit 279, 4. Robl mit 262, 5. Huret mit 259 Kilometer. Petersburg, 18. September. Die russische Regierung hat ein Circular für den Warschauer Lehrbezirk erlassen, nach welchem der polnische Sprachunterricht in den mittleren Lehranstalten des Gebietes obligatorisch eingeführt wird. Die Zustände in Frankreich. Pares, 18. September. Zwei von 10 Personen, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag Gusrin verproviantierten, wurden gestern durch die Polizei verhaftet. Einer war ein ehemaliger Polizei-Kommissar namens Tardif. Wien, 18. September. Die Enthebung des Obersten Schneider von dem Posten eines Militär-Attache bei der Botschaft in Paris und der Gesandtschaft in Brüssel wird im Armee-Verordnungsblatte veröffentlicht. Wien, 18. September. Wie die „Sonn- und Montags- Zeitung" aus zuverlässiger Quelle erfährt, werde die Wiederbesetzung des Militär-Attachö-Postens in Paris von feiten Oesterreich-Ungarns vorläufig nicht stattfinden. Die Deutschbeweguug in Oesterreich. Wien, 18. September. Graf Thun reist auf vier Tage nach Meran, wo Beratungen mit dem Kaiser Franz Joseph stattfinden werden. Wien, 18. September. Offiziell wird angekündigt, daß, falls die bevorstehende Verständigungs-Konferenz infolge Nichtbeschickung mehrerer parlamentarischen Parteien resultatlos verlaufen sollte, das Kabinett Thun seine Mission als beendet ansehen und ein direktes Eingreifen der Krone behufs Herbeiführung geordneter Zustände stattfinden werde. Graz, 18. September. Nach Schluß einer Versammlung, welche gegen den §. 14 protestierte, demonstrierte eine große Anzahl Reservisten vor dem Land- und Nathause und attackierte schließlich einen Tramway-Wagen, welcher die Nr. 14 trug. Derselbe wurde arg demoliert. Transvaal und England. London, 18. September. Bis heute früh 3 Uhr hatte das Auswärtige Amt der Presse noch keine Mitteilung gemacht betreffs der gestern eingegangenen Antwort des Präsidenten Krüger auf die Vorschläge Chamberlains. Der Wortlaut wird indessen spätestens bis heute nachmittag bekannt gegeben werden. Alle Andeutungen der Blätter gehen dahin, daß die Antwort abschlägig laute. Wie es heißt, soll Präsident Krüger in seinem Telegramm versichert haben, daß zwischen Tranvaal und dem Oranje-Freistaat ein vollständiges Einvernehmen herrsche und daß beide Staaten entschlossen sind, Seite an Seite für ihre Freiheit zu kämpfen. London, 18. September. „Daily Mail" meldet aus Kapstadt: Gestern habe unter dem Vorsitz von Cecil Rhodes ein Bankett im Lager der landwirtschaftlichen Vereinigung Süd-Afrikas stattgefunden. Es wurden mehrere Reden gehalten, worin die anwesenden Delegierten Transvaals ihre Hoffnung auf Erhaltung des Friedens ausdrückten. Paris, 18. September. Die hiesige Ausgabe des „New-Aork Herald" versichert, Kenntnis von dem Wortlaut des Antwort-Telegramms Krügers an England erhalten zu haben. Transvaal verwirft darnach die verschiedenen englischen Vorschläge und stützt sich auf die freie Konvention. Die Transvaal-Regierung erklärt sich bereit, den Ausländern politische Rechte nach siebenjähriger Ansässigkeit zuzugestehen und drückt die Hoffnung aus, daß England nicht noch neue Bedingungen stellen werde. Krüger erklärt sich bereit, den Vorschlag der Zusammenstellung eines gemeinsamen Ausschusses anzunehmen. London, 18. September. Die Antwort Transvaals traf gestern vormittag hier ein: Sie wurde nachmittags entziffert und nach Chamberlains Privat-Residenz expediert. Die für Montag erwartete Veröffentlichung ist verschoben worden. Das Kabinett wird für Dienstag berufen werden, um die Entscheidung zu treffen. Rom, 18. September. Auf der Konsulta lief ein von 1800 italienischen Uitländers unterzeichneter Protest gegen dieTransvaal-Regierung ein. Die Italiener beklagen sich in demselben über Mißhandlungen, denen sie wegen ihrer Sympathieen für England seitens der Buren ausgesetzt seien. Der Unterstaatssekretär des Aeußeren, Fuschnoto, hatte gestern dieserhalb eine Unterredung mit dem englischen Geschäftsträger. Rewyork, 18. September. Die gesamte amerikanische Presse protestiert gegen die Ansprüche Englands gegenüber Transvaal. Am heftigsten spricht sich darüber der Newyorker „Sun" aus. Antwerpen, 18. September. Gestern nachmittag fand hier ein großes Meeting statt, bei welchem die Führer aller Parteien in heftig en Worten gegen die Haltung Englands Transvaal gegenüber protestierten. Schließlich wurde eine in diesem Sinne abgefaßte Tagesordnung angenommen, deren Wortlaut dem Präsidenten Krüger und der englischen Regierung übermittelt wurde. Kaiserbesuch in Darmstadt. Darmstadt, 18. September. (Telephonmeldung). Der „Darmst. Ztg." zufolge wird das russische Kaiserpaar zu Ende dieser Woche hier erwartet. 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