1S99 Mittwoch ben 19. Juli Nr. 167__Zweites Matt Amts- und Auzeigeblutt für den Mreis Giefzen. 8 C3 Ise Alle Anzeigen-Bermittlung-stellen M In« nob AuLl«tz«A nehmen Anzeigen für den (Siebener Anzeiger entgrg«. Re>eftlon, Uxpetzition und Druckerei: A4«tstr«te Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Annahme een Anzeigen zu der nachmittag- für de» Agenden Lag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. Adresse für Depeschen: Anzeiger Stehe». Fernsprecher Nr. 51. Hessischer Landtag. Erste Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 17. Juli 1899. zrezngrprets vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh». Bei Postbezug R Mark 50 Pfg. vierteljährlich Minister Rothe betont, daß die Regierung in dieser wichtlgen Materie auf einem ganz objektiven Standpunkt stehe. Schon eit einer Reihe von Jahren würden verstorbene hessische Angehörige außerhalb des Landes verbrannt. Auch in anderen Staaten sei man auf dem Wege der Gesetzgebung diesem Umstande näher getreten. Im weiteren wollte sich )te Großherzogliche Regierung durch gesetzliche Regelung dieser Sache des Einverständnisses der beiden Kammern des Landes versichern. Der Antrag des Ausschusses wird hierauf gegen die Stimme des Grafen Erbach-Erbach und Erbach- Fürstenau, des Prälat Habicht, Geh. Staatsrat Hallwachs und Grafen Solms-Laubach angenommen. Ebenso findet der Gesetz-Entwurf die Ruhegehalte und Fürsorge für die Hinterbliebenen der Staatsbeamten sowie die Anstellung und Disziplinar-Verhältnisse der Kreisbeamten Annahme. Zu dem Antrag des Abg. Schmitt auf Einführung ein- resp. zweijähr. Budgetperioden und Einführung direkter Wahlen zum Landtag beharrt das Haus auf seinem früheren ablehnenden Standpunkt. Eine Anzahl Vorlagen betr. Kreditverwilligungeu für die Landes-Universität und die Technische Hochschule zu Darmstadt werden ohne Debatte genehmigt. Dem Antrag Schönberger und Genossen auf Ueber- nahme der Kosten der Fortbildungsschulen auf die Staatskasse, stimmt das Haus insoweit zu, als im nächsten Budget der Betrag von 145 000 Mk. in's Staatsbudget eingestellt werden soll. Der Antrag Reinhardt auf Erbauung von Mietwohnungen für die niederen Beamten und Arbeiter und der Antrag Schönfeld auf Anstellung von Kulturtechnikern sowie die Regierungs-Vorlage, Gewährung eines unverzinslichen Darlehens von 220000 Mk. zur Erhöhung der Gehalte der Geistlichen, finden nach den jenseitigen Kammerbeschlüssen Annahme. Prälat Habicht dankt dem Haus und der Regierung für diesen Beschluß und die Fürsorge für die Geistlichen in Hessen. Zur Herstellung der Stiftskirche in Wimpfen werden die Kosten im Betrag von 395 000 Mk. bewilligt. Bezüglich der Erbauung einer Nebenbahn von Butzbach nach Lich hat der Ausschuß seinen ablehnenden Standpunkt aufgegeben und stimmt dem Beschluß Zweiter Kammer insofern zu, als diese Bahn unter Vermeidung des Klosters Arnsburg und des Wetterthales aufwärts traciert werden soll. — Graf Laubach bezeichnet die Bahn für unnötig, weil sie die landschaftliche Schönheit der Wetterau beeinträchtige, ohne einen namhaften Nutzen zu bringen. — Fürst Isenburg-Büdingen ist derselben Ansicht. Dem Antrag Cramer, auf Erbauung einer Nebenbahn zwischen der Dreieichbahn und Station Neu-Isenburg, tritt das Haus nicht bei, ebenso nicht dem Antrag Heidenreich, den Bau einer Nebenbahn von Wahlen nach Hammelbach. Damit ist die Tagesordnung erschöpft und wird die Sitzung um V26 Uhr geschlossen. Die nächste Sitzung findet morgen früh um 12 Uhr statt. Die Sitzung wird durch den Präsidenten Fürsten nburg-Büdingen um V«11 Uhr eröffnet. Am Ministertische: Justizminister Dittmar, Ministerialrat Pückel und die Landgerichtsräte Dr. Hangen und Deutsches Reich. Berlin, 17. Juli. Gegenüber der Meldung, daß die Geschäfte des Oberpräsidiums der Provinz Brandenburg dem Oberpräsidialrat v. Bethmann-Hollweg übertragen worden seien, wird gemeldet, daß dies nicht zutreffend sei; mit diesen Funktionen sei vielmehr Oberpräsidialrat v. Meusel interimistisch betraut worden. — Die Handwerkerkonferenz, die kürzlich in Weimar tagte, beschäftigte sich u. a. auch mit der Frage, wie eine gesetzmäßige scharfe Scheidung des Handwerks von der Fabrik zu erreichen sei. Jetzt aber wird offiziös geschrieben: Es ist nicht anzunehmen, daß diese Bestrebungen Erfolg haben werden. Hätten die gesetzgebenden Faktoren eine dahingehende Absicht gehabt, so würde die passendste Gelegenheit sich bei der Schaffung des Handwerksorganisationsgesetzes im Jahre 1897 geboten haben. Man nahm aber damals von einer solchen Unterscheidung Abstand, weil man die Schwierigkeiten, die sich aus der endgiltigen Abgrenzung ergeben könnten, für größer hielt, als diejenigen, welche aus dem Mangel einer solchen Definition sich in der Praxis Herausstellen würden und herausgestellt haben. Im übrigen hat das höchste Gericht bereits eine solche Grenze gezogen, indem es dabei das Kriterium der Arbeitsteilung heranzog. Im Unfallversicherungsgesetz ist bekanntlich eine Unterscheidung nach der Arbeiterzahl und der Verwendung von Maschinen u. s. w. getroffen. Es sind also durch Urteil oder Gesetz festgelegte Kriterien bereits vorhanden. Daß ich die gesetzgebenden Faktoren aber zu einem besonderen Gesetzgebungsakte wegen dieser Spezialfrage verstehen sollten, ist um so weniger anzunehmen, als die passendste Gelegenheit dazu bereits ungenutzt vorübergegangen ist. — Erklärung der außerpreußischen medizinischen Fakultäten. Die medizinischen Fakultäten der Universitäten von Erlangen, Freiburg, Gießen, Heidel- ,erg, Jena, Leipzig, München, Rostock, Straßburg, Tübingen, Würzburg beschweren sich in einer gemeinsamen Erklärung über die von Preußen beabsichtigte unterschiedliche Behandlung des medizinischen Doktortitels. Die Erklärung sagt in dieser Hinsicht: Das von der königl. preußischen Regierung dem Landtage vorgelegte Gesetz über die Dienststellung der Kreisärzte euthält die Bestimmung, daß Bedingung für die Anstellung als Kreisarzt der an einer preußischen Universität erworbene medizinische Doktortitel sei; die Anrechnung eines außerpreußischen medizinischen Doktortitels ist einer diskretionären Befugnis des Ministers Vorbehalten. Unstreitig ist diese Bestimmung geeignet, eine wertvolle Institution der Reichsgesetzgebung, die Einheitlichkeit der ärztlichen Prüfungen und ärztlichen Approbationen bis zu einem gewissen Grade illusorisch zu machen. Denn da die jungen Mediziner fast durchgängig Staats- und Doktorprüfung an derselben Universität absolvieren, so wird mit der Entwertung des Doktortitels auch die bei einer außerpreußischen Kommission bestandene Staatsprüfung entwertet und ein Zwang auf die Kandidaten ausgeübt, zur Erledigung beider Prüfungen gerade eine preußische Universität aufzusuchen. Es versteht sich von selbst, daß dieser Uebelstand selbst bei liberalster Handhabung der dem Minister zustehenden Dispensationsbefugnis nur in geringem Maße gemildert wird. — Bei seinem Eintreten für diese Bestimmung (in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 22. Juni d. I.) habe der Unterrichtsminister Dr. Bosse die Promotionsverhältnisse der außerpreußischen medizinischen Fakultäten des Deutschen Reichs einer überaus abfälligen Kritik unterzogen. Die Erwerbung des medizinischen Doktortitels an außerpreußischen Universitäten sei eine mißbräuchlich erleichterte, man habe „für die preußischen Universitäten einheitliche, strengere Anforderungen durchgeführt" und strebe dahin, ein Verfahren „nach denselben oder doch gleichwertigen Grundsätzen" bei den anderen Fakultäten herbeizu- sühren. Der Minister habe sich dabei zum Teil sehr scharfer Ausdrücke bedient, so z. B. von einem „Unfug" als einem „erheblich eingeschränkten", d. h. also in gewissem Umfange doch noch existierenden, und von einer „an unlauteren Wettbewerb erinnernden Konkurrenz" gesprochen. Demgegenüber betonen die genannten Fakultäten, daß weder die Behandlung der mündlichen Prüfung, noch die Dissertation wesentliche Abweichungen bieten. Üeberall bestehe auch die Bedingung der vorherigen Erwerbung der ärztlichen Approbation für das deutsche Reich. Gerade in diesem Punkt sei aber Preußen nicht vorangegangen. Am Schluß heißt es: Zusammenfassend stellen wir fest, daß schon seit Jahren sehr erhebliche Differenzen in Bezug auf die Handhabung der medizinischen Doktorpromotion an reichsdeutschen Universitäten nicht bestanden haben; daß es, so weit solche existierten, nicht die preußischen Universitäten waren, welche die schweren Bedingungen hatten; und endlich, daß zur Zeit Unterschiede der Promotionsvrdnungen, die eine Differenz im wissenschaftlichen Werte des Doktorgrades begründeten, überhaupt nicht bestehen. Wir sehen uns hiernach zu der Erklärung veranlaßt, daß die Darstellung des Herrn Ministers durch die thatsächlichen Verhältnisse in keiner Weise begründet ist, und wir müssen gegen seine Ausführungen um so entschiedener Verwahrung einlegen, als sie, amtlich und öffentlich gemacht, eine schwere Gefährdung unseres Ansehens bedeuten. Das preußische Kultusministerium hat, wie wir hinzufügen müssen, bereits vor einigen Tagen m einer offiziösen Erklärung den Rückzug angetreten. Es heißt in dieser Erklärung: Wenn darauf hingewiesen wird, daß der preußische medizinische Doktortitel nach der gegenwärtigen Lage der Verhältnisse keinen Vorrang vor demjenigen an sonstigen deutschen Universitäten beanspruchen könne, so läßt sich das allerdings nicht bestreiten. Indes ist es auch keineswegs die Absicht dieser Vorschrift, dem preußischen Doktortitel den Anschein eines höheren Wertes zu geben. Vielmehr ist sie durch den Umstand veranlaßt, daß für Preußen eine Verschärfung der Promotions-Bedingungen in Aussicht genommen ist und wegen einheitlicher Regelung der Bedingungen auch bereits mit den anderen beteiligten Bundesregierungen Verhandlungen schweben. T)te Bestimmung in der vorgeschlagenen Form ist daher lediglich der Ausdruck der Thatsache, daß diese Verhandlungen noch Dr. Best. Vor Eintritt in die Tagesordnung findet die Einführung und Vereidigung des neuernannten Mitgliedes des Hauses, Geh. Hofrats Dr. Kittler, statt. Der Präsident teilt der Kammer mit, daß am Mittwoch dem 19. Juli Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Landtag in eigener Person schließen wird. Der Gesetzentwurf, Ausführung des Bürgerlichen Gesetzbuches, sowie der Gesetzentwurf, die Ausführung der deutschen Zivilprozeßordnung und Konkursordnung vom 4. Juni 1879, werden nach den Beschlüssen des anderen Hauses angenommen. Auch die Gesetz-Entwürfe, die Ausführung des Handelsgesetzbuches und der Wechselordnung, des Gerichtsstandes in Ansehung des Landesherrn und der Mitglieder des Großherzoglichen Hauses, die Umwandlung und Ablösung von Reallasten, der freiwilligen Gerichtsbarkeit, der Grundbuchordnung, der Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltung, werden einstimmig nach den Beschlüssen Zweiter Kammer genehmigt. Eine Anzahl Gesuche um Errichtung von Amtsgerichten wird für erledigt erklärt. Nach einer kurzen Pause tritt das Haus in die Beratung des Gesetz-Entwurfs, die Abänderung des Einkommensteuergesetzes. Namens des Finanzausschusses beantragt Graf Solms-Laubach, dem Anträge Haas- Offenbach, die Skala auf 5 Prozent festzusetzen, nicht beizutreten, dagegen als Vermittelungssatz eine Skala mit 4,94 Prozent anzunehmen. Er verweist dabei auf Preußen, wo eine so hohe Skala nicht bestehe Bei der Regierung bestehe die Absicht, überschüssige Mittel nicht anzusam-neln, und sie so zu verwenden, daß die beiden unteren Klassen der Steuerpflichtigen um 1 Mark, bezw. 50 Pfg. entlastet werden. Der Klassenlotterie kann er nur mit schwerem Herzen zustimmen, und bedauert, daß infolge einer maßlosen Agitation die Weinsteuer gefallen sei. Bei der Spezialberatung werden die Art. 1—12 ohne Debatte angenommen. Zu Art. 13 wird der Ausschuß- Antrag mit einer Progression von 4,94 Prozent angenommen. Dem Antrag Osann auf Einführung einer Junggesellensteuer und dem Anträge Friedrich auf Einführung einer Mobiliensteuer tritt die Kammer nicht bei. Die übrigen Artikel werden ohne Debatte angenommen. — Ebenso werden die Gesetz-Entwürfe, betr. die Hundesteuer und Einführung einer Kl ass enlotterie, Vermögens- und Schenkungssteuer, Urkundenstempel nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer genehmigt. Dem Anträge Weidner auf Einführung einer Jagd- Pachtsteuer tritt das Haus nicht bei, stimmt dagegen dem Anträge des Ausschusses, den Stempel für einen Jagdwaffenpaß von 20 Mk. auf 25 Mk. zu erhöhen, einstimmig zu. Damit wird die Vormittagssitzung abgebrochen und die Beratungen auf heute nachmittag 4 Uhr vertagt. Nachmittagssitzung. Die Beratungen beginnen um V25 Uhr. Am Minister- lisch Staatsminister Rothe, Minist.-Rat. vonBiegeleben uni) Ewald. Zur Beratung steht der Gesetz-Entwurf, die Feuerbestattung betr. Der Ausschuß beantragt Beitritt zum Beschluß Zweiter Kammer. Prälat Habicht äußert ernste Bedenken gegen die Einführung der Feuerbestattung in Hessen. Von allen Seiten werde daraus hingearbeitet, die christlichen Sitten und Gebräuche zu zerstören. Sache einer jeden Staatsregierung müsse es sein, die bestehenden kirchlichen Einrichtungen zu schützen. Bereits auf der Kirchenkonferenz zu Eisenach sei von namhaften Juristen festgestellt worden, daß die Feuerbestattung unchristlich und verwerflich sei. Den Standpunkt der Regierung und der Zweiten Kammer könne er daher umsoweniger begreifen, als man diese Angelegenheit auf dem Wege eines Gesetzes zu sanktionieren beabsichtige. Er wird gegen die Vorlage stimmen. — Staats- tä-ttch mit Ausnahme bet Montag«. ®ie Gießener »erden dem Anzeiger ardchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger nicht zum Abschluß gediehen sind. Sobald dies der Fall sein wird, was bei dem günstigen Stand derselben zu erwarten steht, unterliegt es keinem Zweifel, daß die uneingeschränkte Anerkennung des von den nichtpreußischen Universitäten des Reichs verliehenen medizinischen Doktortitels für die Anstellung als Kreisarzt im Wege genereller Anordnung des Ministers der Medizinalangelegenheiten erfolgen wird. Daß die anderen deutschen Staaten mit dieser Erklärung nicht gerade zufrieden sein werden, liegt auf der Hand. Die „Allgemeine Zeitung" schreibt denn auch: Wenn es sich nur um eine Vereinbarung über gewisse, auch in Preußen erst einzuführende Veränderungen handelt, so hat eigentlich wohl auch kein Grund vorgelegen, durch die Aufkündigung einer seit lange bestehenden Reziprozität ein „Compelle" zu schaffen. Die preußische Negierung sollte, um nicht den Vorwurf unmotivierter Schroffheit auf sich zu laden, gleich beim Inkrafttreten des Gesetzes erklären, daß die außerpreußischen (reichsdeutschen) medizinischen Doktortitel bis auf weiteres angerechnet werden würden. Sie würde dann ja immer noch für künftige Fälle freie Hand behalten. — Die sozialdemokratische Presse. Sozialdemokratische Zeitungen erscheinen jetzt in Deutschland 73, davon 44 täglich, 14 wöchentlich dreimal, 7 wöchentlich zweimal, 7 wöchentlich einmal und eine Zeitung (für die Landbevölkerung) monatlich. Außerdem erscheint eine wissenschaftliche Wochenschrift („Die Neue Zeit"), zwei Partei- Witzblätter und 2 illustrierte Unterhaltungsblätter, letztere als Beilagen sozialdemokratischer Zeitungen. Die Gewerkschaftspresse der sozialistischen Gewerkschaftsorganisationen ist durch 57 Blätter vertreten, von denen eins dreimal wöchentlich, 29 wöchentlich einmal, eins monatlich dreimal, 22 vierzehntägig und 4 monatlich einmal erscheinen. — Militär und Erntearbeiten. Ein rheinischer Landwirt soll auf die Bitte um Leute zur Aushilfe bei der Ernte von einem Regimentskommando in Köln folgenden mündlichen Bescheid erhalten haben: „Der Regimentskommandeur gäbe keine Soldaten ab, weil diese nur zwei Jahre dienten. Zudem würde von den Sozialdemokraten, wenn es sich um Heeresverstärkungen handelte, im Reichstage stets hervorgehoben, das Militär würde gebraucht, um den Landwirten die Ernte einzubringen." — Ein Bund der Kleinmüller hat unter dem Namen „Deutscher Müllerbund" mit dem Sitze in Leipzig die behördliche Genehmigung erhalten. Der neue Bund will verschiedene Mißstände des Mühlengewerbes bekämpfen, besonders sich gegen die Begünstigungen der Großbetriebe wenden, die Mahllöhne regeln und dergleichen mehr. Es liegen bereits gegen 4000 Anmeldungen aus allen Teilen des Reiches vor. — Aus Detmold wird gemeldet, daß der fürstliche Archivrat Berkemeier unter Belassung seines Ranges von seinem bisherigen Amte als Vorstand des fürstlichen Haus- und Landesarchivs entbunden worden ist. — Die Bauarbeiter in Hamburg beschlossen, die Arbeit auf allen Bauten e in zu st elle n, wo bis zum 1. August der geforderte Stundenlohn von 60 Pfennig nicht bewilligt wird. — Reuß ä. L. ist zwar nicht mit dem Deutschen Reich in allem einverstanden, wacht aber peinlich über den Geist der von dem Reich geschlossenen Verträge. Und so ist denn nun auch die Gründung einer Zweiggruppe des alldeutschen Bundes von der dortigen Regierung verboten worden, weil der von den Alldeutschen geführte Kampf für das Deutschtum in Oesterreich einer Verletzung der Integrität und Selbständigkeit des verbündeten österreichischen Staates gleich zu erachten sei. — Die Hamburger Handelskammer hat u. a. vorgeschlagen, statt den Mittellandkanal zu bauen, den Dort- mund-Ems-Kanal für Seeschiffe fahrbar zu machen. Der Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund antwortete darauf etwas kurz: Diese mit den Verkehrs- und Absatz-Verhältnissen des hiesigen Bezirks nicht genügend vertraute Anregung hat in den langausgedehnten Verhandlungen zur Kanalvorlage nie irgend welche Bedeutung gewonnen. Ungeachtet aller Schwierigkeiten hat die preußische Staatsregierung die Mittellandkanal-Vorlage, sessen Baukosten mit 261 Millionen die Ausgaben für die Vertiefung des Dortmund-Ems-Kanals völlig verschwinden lassen, festgehalten und ausdrücklich und feierlich bekundet, welch hohen Wert sie auf den Bau dieses Verkehrsweges legt. Die Regierung des Königreichs Preußen aber, das zugleich drei Fünftel der gesamten Reichskosten trägt, dürfte bester und klarer als irgend jemand sonst innerhalb oder außerhalb Preußens die Bedeutung dieses Verkehrsweges für das Gesamt-Interesse Deutschlands übersehen können. — Die Herzogin von Albany wird mit ihrem Sohn, dem zukünftigen Thronfolger, nach Dresden übersiedeln, wo der Herzog das Vitztum-Gymnasium besuchen soll. Homburg v. d. H., 17. Juli. Der von Frankfurt kommende erste Güterzug fuhr heute morgen 4 Uhr den steilen Bahndamm hinab in den Bahnhof gegen eine Straßenmauer, wobei sich die Lokomotive tief in den Straßendamm hineinwühlte und drei Wagen, die dabei zum Teil zertrümmert wurden, sich übereinanderschoben. Der Lokomotivführer und Heizer retteten sich durch Abspringen. Der Verkehr ist nicht gestört. Leipzig, 17. Juli. Während eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in den zwischen Pirna und Stolpe verkehrenden Personenzug, wodurch unter den Passagieren eine große Panik entstand, obgleich niemand getroffen war. Einige Personen erlitten durch das in den überfüllten Koupees herrschende Gedränge, Verletzungen; Materialschaden ist nicht angerichtet. Ausland. Wien, 17. Juli. Bei den gestrigen Demonstra- Lionen gegen das tschechische Turnerfest wurde der christlich-soziale Reichstagsabgeordnete Mittermayer wegen Einmengung in die Amtsgewalt verhaftet. Wien, 17. Juli. Graf Thun wird demnächst die Führer der Linken und die der Rechten zu einer Konferenz einberufen, in welcher neuerdings der Versuch gemacht werden soll, den parlamentarischen Frieden herbeizuführen. Die Absicht, ein neues Sprachengesetz durch den § 14 zu dekretieren, hat Graf Thun fallen gelassen. Wien, 17. Juli. Das Regieren mit dem § 14 in Oesterreich bedeutet jetzt schon den unverhüllten Absolutismus. Klar und deutlich bestimmt der vielgenannte Paragraph, daß die Regierung nur dann, wenn sich zu einer Zeit, da der Reichsrat nicht versammelt ist, die Notwendigkeit zu Maßnahmen herausstelle, welche staatsgrundgesetzlich nur dem Reichsrate zustehen, berechtigt ist, kaiserliche Notverordnungen anstelle der Gesetze zu setzen. Nie darf aber das geschehen, wenn durch derartige Verordnungen der Staatsschatz belastet wird. Immer weiter, immer rücksichtsloser ist die Negierung in der mißbräuchlichen Anwendung des Notverordnungsrechtes gegangen, sie hat sich den Staatsvoranschlag genehmigt, hat sogar Staatsanlehen ausgenommen, indem sie dieselben Vorschüsse nannte. Staats- Verträge mit anderen Staaten wurden „auf Grund des § 14" abgeschlossen, der Ausgleich mit Ungarn erfolgt auf dieselbe gesetzwidrige Weise, und im Zusammenhang mit dem Ausgleich schickt sich jetzt, wie man aus Wien schreibt, die Regierung an, sogar eine Steuer im Wege des Notverordnungsrechtes einzuführen. Mit 1. August tritt das neue Zuckersteuergesetz in Kraft, das den Preis des Zuckers um 6 Kreuzer für das Kilo erhöht, und gerade die unbemittelte Bevölkerung hart trifft, ja sogar eine Nachbesteuerung einführt. Große Geldstrafen sind auf die Nichtbeachtung der Vorschriften gesetzt. Und all dies erfolgt in vollkommen gesetzwidriger Form, die Regierung hat nicht das Recht, Steuern einzuheben, da die Zustimmung des Neichsrates fehlt, noch viel weniger hat sie das Recht, neue Steuern auszuschreiben. Um in diesem Falle einmal das Urteil der Gerichte über das Vorgehen der Regierung herauszufordern, wendet sich die deutschnationale Wiener „Ostdeutsche Rundschau" an die deutsche Bevölkerung mit einem Aufrufe, der Steuerverweigerung empfiehlt. Es sollen möglichst viele Personen bis zum 1. August den Finanzbehörden bekannt geben, daß sie zwar Zuckervorräte besitzen, aber sie grundsätzlich nicht anmelden, da die Aufforderung hierzu gesetzwidrig ist. Wenn dann Nachforschungen versucht werden, Steuern vorgeschrieben und Strafen auferlegt werden, dann wird von allen gebotenen Rechtsmitteln der umfassendste Gebrauch gemacht. Deutsche Rechtsanwälte haben sich bereit erklärt, die Parteien in diesen Fällen gegen den Staat zu vertreten. Es kann unmöglich geschehen, daß die Gerichte das Vorgehen der Regierung als rechtmäßig erklären. Tritt dann der Fall ein, daß die Regierung sachfällig wird, so zerfällt die ganze Wirtschaft mit dem § 14, die — Anarchie ist da. Die Bevölkerung darf sich die Verhöhnung ihrer Rechte, den Mißbrauch eines klar umschriebenen Notrechts durch die Regierung nicht gefallen lassen. Der angekündigte Aufruf der „Ostd. N." wird zwar mit Beschlag belegt werden, es ist aber vorgesorgt, daß die Bevölkerung dennoch Kenntnis von demselben erlange, und eine große Zahl von Steuerverweigerungen steht in Aussicht. Mit den Protesten und Resolutionen ist nichts gethan, es muß einmal gehandelt werden. Triest, 17. Juli. In der Artillerie-Kaserne sind 36 Soldaten an Vergiftungs-Erscheinungen erkrankt. Durch Zufall war Arsenik unter das Kochsalz geraten. Rom, 17. Juli. Blättermeldungen zufolge trifft Graf Goluchowsky im August mit Visconti Venosta zusammen, um mit demselben zu konferieren. Brüffel, 17. Juli. Eine ungewöhnliche Verabredung hat Bürgermeister Buls mit der Brüsseler Sozialistenpartei getroffen. Der Generalrat der Partei soll fortab bei allen sozialistischen Straßenaufzügen und Versammlungen unter freiem Himmel selbst die Polizei ausüben, er soll eine bestimmte Anzahl „Zu Hütern der Ordnung" machen, alle die Zerstörer und besonders diejenigen, welche Privateigentum angreifen, au§ den Reihen der Partei heraustreiben und nötigenfalls der Polizei übergeben. Dagegen gestattet der Bürgermeister alle sozialistischen Straßenkundgebungen ohne weiteres. — Die Sozialistenführer haben den Antrag angenommen und einen Ausschuß von fünf Mitgliedern ernannt, um alle Einzelheiten mit Herrn Buls zu vereinbaren. Die erste Zusammenkunft zwischen Buls und der fünfgliedrigen Kommission fand bereits statt. Rennes, 17. Juli. Frau D r ey fus stattete auch gestern in Begleitung eines Freundes der Familie ihrem Manne im Gefängnis einen Besuch ab. Sie erzählte, daß sich ihr Mann guter Gesundheit erfreue und das geheime Dossier jetzt vollkommen durchgesehen habe. Frau Dreyfus ist fortgesetzt Gegenstand sympatischer Kundgebungen. London, 17. Juli. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß die Uitländer in Johannisburg große Meetings abgehalten haben, worin sie gegen die Haltung der Regierung und gegen einen eventuellen Krieg mit Transvaal protestieren. Warschau, 17. Juli. In Nikolajewskoje wurden durch einen furchtbarenOrkan 205 Wohnhäuser zertrümmert. 16 Personen wurden getötet, 33 verletzt. Belgrad, 17. Juli. Die Unruhen dauern noch immer an. Es werden fortgesetzt Verhaftungen angeblich kompromittierter Personen vorgenommen. Bilbao, 17.Juli. Der Ausstand der Bergwerksund Hafenarbeiter nimmt einen großen Umfang an. Die Stadt und die umliegenden Ortschaften wurden militärisch besetzt, um Ausschreitungen zu verhindern. Kopenhagen, 17. Juli. Die Vermittelungsversuche in der großen Aussperrung im Baugewerbe und in der Eisenindustrie sind gescheitert. Das Einigungsamt hat sich heute, ohne Erfolg erzielt zur haben, aufgelöst.______________________________________________ Lokales und Provinzielles. Gießen, den 18. Juli 1899. ** Hohe Gäste. Auf der Durchreise von der Schaumburg kommend, trafen Seine Durchlaucht der Fürst von Waldeck nebst Gefolge und Dienerschaft mit einem Sonderzuge hier ein, nahmen in dem Fürstenzimmer der Bahnhofsrestauration das Diner ein, und setzten nach 1 Viftünbigem Aufenthalt die Weiterreise nach Arolsen fort. ** Dienstverhältnisse der Gemeindebeamten. Wie aus der Bekanntmachnng in der heutigen Nummer unseres Blattes ersichtlich, haben die im April dss. Js. von der Stadt- verordneten-Versammlung festgestellten Satzungen, betr. die Dienstverhältnisse der Gemeindebeamten der Stadt Gießen, nunmehr auch die ministerielle Genehmigung erhalten, und es ist damit die Neuregelung dieser Angelegenheit zum erwünschten Abschluß gelangt. Neben den Aufbesserungen, welche danach die Gehalte der Beteiligten erfahren, und dem Wegfall der seitherigen Unterscheidung zwischen definitiv und widerruflich angestellttn Gemeindebeamten hat bei diesem Anlaß auch die Bedeutung des städtischen Bauwesens insofern ihre Würdigung gefunden, als für die Folge — dem Vorgang anderer Städte entsprechend — der Leiter des gesamten städtischen Bauwesens, zurzeit Herr Stadtbaumeister Schmandt — den Amtstitel „Stadtbaurat" zu führen hat. ** Die Schützenfest Halle niedergebranut. Der Unstern^ der über unserem S ch ü tz e n f e st bei Beginn desselben waltete, indem die vier ersten Festtage total verregneten, hat nunmehr auch das sonst programmgemäß verlaufene Fest zu einem fast tragischen Abschluß gebracht, wenn diesen auch ein anderes Element herbeiführte. Die große Festhalle, die während des ganzen Festes Gegenstand des Entzückens der Besucher war, in welcher so mancherlei Genüsse materieller wie geistiger Art geboten wurden, in welcher tausende und abertausende in froher Festesstimmung sich bewegten, ist in vergangener Nacht gegen >/z3 Uhr ein Raub der Flammen geworden. Nur ein Gewirr verkohlter Balken und Eisenstäbe, vermischt mit zerbrochenem Geschirr und geschmolzenem Glas, kennzeichnet die Stätte, an welcher der stolze Bau gestanden. Das leichtere Holzwerk, Bretter, Tische und Bänke, die schönen Giebelmalereien, der innere Schmuck an Wappen, Fahnen usw. sind innerhalb einer halben Stunde in Asche verwandelt worden. — Ueber die Entstehung des Brandes bestehen natürlich nur Vermutungen, doch ist wohl Fahrlässigkeit, wenn nicht böswillige Brandstiftung die Ursache des Brandes, der nicht nur die Einwohner der Stadt aus dem Schlaf weckte, sondern auch seinen Schein weit ins Land hinaus warf. Das Feuer scheint in der Nähe der Küche oder in derselben zum Ausbruch gekommen zu sein, hat sich dann mit rasender Schnelligkeit über die ganze Halle verbreitet, ist auf den Balser'schen Postkarten-Kiosk übergesprungen und von da auf den Gabentempel, von dem nur ein Teil gerettet werden konnte. Bei der Ueberfülle von Brennstoff, den die letzten heißen Tage überdies noch gehörig ausgetrocknet, und bei der weiten Entfernung des Festplatzes von ber Stabt war an Löschen nicht zu benken, trotzbem an Wasser kein Mangel; die ersten, bie an bie Branbstelle geeilt, mußten zusehen, wie ber stolze Bau in ben Flammen zusammenbrach. — Die Hunbeausstellung, welche sich in ben an ber Norbseite bes Festplatzes entlang errichteten Bierhallen befanb, und bis auf bie Käfige bereits am gestrigen Tage geräumt war, ist vom Brande nicht betroffen worben; ein wertvoller Wachthund verbrannte in ber Festhalle bis auf bie Knochen. Das wichtige Aktenmaterial ber Hunbeausstellung war vorsichtigerweise aus ber Halle entfernt worben. — Der heutige Branbfall hat wieberum ben Wunsch nach geeigneteren Alarmeinrichtungen unb zweckmäßigerer Organisation des Signalistendienstes laut werden laffen. In einzelnen Straßen dauerte das ohrenbetäubende Trommeln beinahe eine halbe Stunde, weil zwei bis drei Tambours kurz hintereinander trommelten. Die Anlage der Feuermeldestellen, deren Einrichtung schon vor längerer Zeit beschlossen wurde, sollte nicht länger verzögert werden. — Wie wir vernehmen, ist die Halle, deren Gesamtbaukosten etwa 20—22 000 Mk. betragen, gegen Feuer versichert gewesen. — Der Schaden an Wirtschaftsmobilien, Gläsern, Flaschen u. s. w. dürste bedeutend sein, auch mehrere Kisten teurer Weine wurden vernichtet. Die Acetylen-Beleuchtungs- apparate und Anlagen des Herrn Welkoborsky, welchem für die letzten Tage noch die Beleuchtung übertragen worden war, wurden zum Teil vernichtet, zum Teil beschädigt. + Alsfeld, 17. Juli. Der hiesige Turnverein beabsichtigt, in diesem Sommer das 50. Stiftungsfest zu feiern. Anläßlich desselben soll ein Sommerfest, mit dem ein Musterriegenturnen verbunden sein wird, veranstaltet werden. An die Nachbar-Turnvereine sind bereits Einladungen zur Teilnahme an der Jubiläumsfeier ergangen, und es ist zu hoffen, daß das Fest unter zahlreicher Beteiligung von hier und auswärts einen schönen und würdigen Verlauf nehmen wird. + Aus dem nördlichen Oberheffeu, 17. Juli. Es ist eine bekannte Erscheinung, daß sich auf dem Lande die sogen. Vereinsfestlichkeiten mit jedem Jahr bedeutend mehren. Am gestrigen Tage fanden im Umkreis von wenigen Stunden zwei Sänger- und zwei Kriegerfeste statt, nämlich zu Bersrod, Nordecken, Homberg und Freienseen. Unwillkürlich fragt man sich: Wie reimt sich die allenthalben sich äußernde Festfreudigkeit mit den ständigen Klagen über die schlechten Zeiten zusammen? n. Friedberg, 16. Juli. Die Hauptversammlung des Oberhessischen Obstbauvereins wurde gestern hier im Hotel „Zu den drei Schwertern" unter großer Beteiligung abgehalten. Der Präsident, Herr Geh. Regierungsrat Dr. Braden, eröffnete kurz nach 3 Uhr mittags die Ver- sammlung, der auch Herr Landesökonomierat Müller beiwohnte. Der Direktor der Geschäftsstelle, Herr Dr v. Peter, verlas dann den sehr eingehenden Rechenschaftsbericht für 1898/99. Die Abnahme der Mitgliederzahl ist nach dem Bericht leider noch fortgeschritten, indem sie im verflossenen Jahr von 4558 auf 4307 sank. Dieser Rückgang erstreckt sich auf die Kreise Alsfeld, Büdingen, Gießen, Lauterbach und Schotten; im Kreis Friedberg ist eine erfreuliche Zunahme zu konstatieren. Man hofft, die Annahme verschiedener Anträge durchzuführen, z. B. die Pflege der Gemeindebäume nur den geprüften Baumwärtern anzuvertrauen, den Titel „geprüfter Baumwart" nur den Schülern der hiesigen Obstbauschule zu verleihen und für diese einige Stipendien zu erhalten. Der Sekretär des Vereins, Herr Reichelt, referierte dann eingehend über seine und der Techniker Thätigkeit im abgelaufenen Jahr. Der Obstbaumpflege wurde wie seither große Aufmerksamkeit gewidmet. Der Versuchsgarten in Alsfeld gedeiht und gibt gute Anregungen, die Anlegung eines solchen für Büdingen soll im Herbst in Angriff genommen werden. Die Obstverwertung war eine gute, da die Preise hohe waren. Namentlich reich war die Zwetschenernte in einem Teil der Provinz ausgefallen. Die Vereinszeitschrift wirkt fortgesetzt segensreich. $etr Reichelt erwähnte noch, daß ein Antrag seitens des Ausschusses dahin ginge, die Regierung möge 6000 Mk. zu Versuchsanpflanzungen von Obstbäumen im Vogelsberg bewilligen, um erfahren zu können, was dort anbaufähig und anbauwürdig sei. — Aus der nun folgenden Nechnungsablage für 1898/99 führen wir aus der 16456 Mk. 7 Pfg. betragenden Einnahme folgende Rubriken an: Kassevorrat 4859 Mk. 83 Pfg., Mitgliederbeiträge 4307 Mk., Vereinszeitschrift 2243 Mk. 20 Pfg., Staatszuschuß zur Förderung des Obstbaues durch den landwirtschaftlichen Provinzialverein 3100 Mk., Zuschüsse der Kreise rc. 1500 Mk. Die Ausgaben betrugen 4876 Mk. 39 Pfg. weniger als die Einnahme. Wir greifen folgende Rubriken heraus: Vereinszeitschrift 1977 Mk. 62 Pfg., Vorträge, Versammlungen, Demonstrationen, Informationen 2429 Mk. 85 Pfg., Gehalte bezw. Funktionszulagen der Techniker einschl. Altersund Jnvaliditätsversicherung 2902 Mk. 53 Pfg., Geschäftsstelle, Bureaukosten, Schreibmaterialien 766 Mk. 11 Pfg., Verlosungen bei Versammlungen 483 Mk. 58 Pfg., Zuschuß zur Obstverwertungsstelle in Frankfurt 100 Mk., Kassenführung und Einkassieren der Mitgliederbeiträge in den Orten 665 Mk. 90 Pfg., Porti und Frachten 254 Mk. 6 Pfg., Prämiirung und Reisestipendien für Baumwärter 226 Mk., Ausstellungen 100 Mk., Versuchsgärten in der Provinz und Vereinsbezirksbaumwarte 977 Mk. 66 Pfg. — Der Voranschlag für 1899/1900 wurde in der vom Ausschuß in der gestrigen Vormittagssitzung angenommenen Aufstellung, die sich auf das vorstehende Rechnungsergebnis stützt und die Förderung des Obstbaues in den Vordergrund stellt, anstandslos genehmigt. — Zu Punkt 4 der Tagesordnung übergehend, verbreitete sich Herr Dr. v. Peter über die Aufgaben der Vereinsbaumwarte, die hauptsächlich in die Gemeinden ohne Baumwarte geschickt werden sollen. — Der 5. Punkt lautete: Antrag über Abhaltung von Obstausstellungen im Vereinsgebiet und Beteiligung an auswärtigen. Der Referent, Herr Reichelt, redet den Lokal-Ausstellungen warm das Wort, weil sie geeignet sind, das Interesse am Obstbau zu fördern, die Kenntnis der Sorten zu erweitern, den Lokalsorten mehr Rechnung zu tragen und bei Neuanpflanzungen darum gute Fingerzeige zu geben. Für dieses Jahr sind zwei Ausstellungen geplant, wovon die eine im Kreis Büdingen, die andere im Kreis Friedberg abgehalten werden soll. Die Anfrage des Landwirtschaftsrats, ob sich der Oberhessische Obstbauverein an der Ausstellung des deutschen Pomologenvereins in Dresden, die vom 14. bis 19. Oktober ds. Js. stattfindet, beteiligen wolle, wird bejaht. Herr Reichelt glaubt, daß unser Verein dort einen viel schwereren Stand haben werde, als auf früheren Ausstellungen, die so ehrend für unseren Obstbau verlaufen seien. Es sei darum eine genaue Revision des auszustellenden Obstes nötig, und soll dieses darum auf den beiden erwähnten Ausstellungen ausgesucht werden. Für Beschickung der Ausstellung sind 300 Mk. vorgesehen, damit der Obstbauverein die Kosten des Transportes und des Verpackungsmaterials tragen kann. Der Verein wird auch eine Kollektivausstellung veranstalten und ein Sortiment zu- sammenstellen und nach Lage — Gebirg und Ebene — gruppieren, so daß ein Bild der gesamten Anlagen gewonnen wird. — Bei der nun folgenden Neuwahl des Vorstandes und Ausschusses wurden die seitherigen Mitglieder durch Akklamation wieder gewühlt. — Herr Dr. v. Peter verteilte dann noch 11 Diplome an folgende Baumwarte: Damer-Rödges, Bender-Grüningen, Feuerbach-Oberwöllstadt, Friedrich-Laubach, Huber-Alten-Buseck, Dort-Höchst, Jung- Großen-Eichen, Eller-Muschenheim, Kammer-Obbornhofen, Lind-Wölfersheim, Pippel-Niederseemen.—Mit einem kräftigen Hoch auf den Obstbau, vom Herrn Grafen Oriola ausgebracht, schloß die diesjährige Hauptversammlung. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 29 Jahren, am 19. Juli 1870, erfolgte die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen. In dieser hieß es, daß man dem Plane, einen preußischen Prinzen auf den Thron von Spanien zu erheben, als ein gegen die territoriale Sicherheit Frankreichs gerichtetes Unternehmen betrachten und in der Weigerung des Königs, dem französischen Botschafter eine die künftige Möglichkeit einer solchen Kandidatur ausschließende Zusage zu geben, einen Frankreich bedrohenden Hintergedanken erblicken müsse. Vermischtes. ., . Unglück ans der Zeche Recklinghausen ist wahr- schetnltch durch ein Erdbeben verursacht worden, da die Erschütterung 20 Sekunden andauerte und bis Münster verspürt wurde. Ohne Zweifel hängen Erdbeben und Zusammensturz eng zusammen. Aber ist das Erdbeben die Veranlassung gewesen oder umgekehrt? Hierüber sind die Meinungen sehr geteilt. Die höheren Beamten der Zeche halten dafür, daß der Zusammenbruch des Flötzes auf einen gewaltigen Druck des Gebirges zurückzuführen sei, und daß hierauf auch die auf der Oberfläche verspürte Erschütterung zurückgeführt werden müsse. Andere sind jedoch der Meinung, daß durch eine Erdbewegung, wie man sie im Kohlenrevier in letzter Zeit mehrmals wahrgenommen hat, der Zusammenbruch des Flötzes veranlaßt worden ist. Denn thatsächlich ist die Erderschütterung sogar in Gelsenkirchen und Catern- berg zu verspüren gewesen, was im ersteren Falle nicht hätte geschehen können. Es wird auch die Frage aufgeworfen, ob nicht unterirdische Hohlräume eingestürzt sind. Denn bekanntlich befinden sich im Ruhrkohlenbezirk in bedeutender Teufe gewaltige Salzlager, welche durch das fortwährende Auspumpen des Wassers allmählich ausgelaugt werden. So könnte es leicht kommen, daß plötzlich einmal das Gewicht der Gebirge zu stark wird und unterirdische Verschiebungen eintreten. Die wirkliche Ursache wird sich wohl schwerlich mit Bestimmtheit ermitteln lassen. Jedenfalls hat das „Zu-Bruchegehen" in dem Flötz „Sonnenschein" in sehr bedeutendem Umfang, angeblich auf 500 bis 600 Meter, stattgefunden. Im Umkreise von tausend Metern sind zahlreiche Schornsteine eingestürzt und Wände gerissen. Auch die Verwüstungen an den Häusern in Herne, Baukau und Bruch sind ganz bedeutend. Bis jetzt werden noch fünf Mann der Belegschaft vermißt, die sämtlich durch die Gesteinsmassen erschlagen sein dürften. Die Aufräumungsarbeiten werden sehr erschwert durch die enormen Gesteinsmassen und das nachbrechende Gebirge. — Samstag mittag wurde noch mit Aufbietung aller Kräfte gearbeitet, um zu den bis dahin noch vermißten vier Knappen vorzudringen. Durch den gewaltigen Gesteinbruch gehen die Arbeiten sehr- langsam vorwärts, doch hofft man noch heute Gewißheit über das Schicksal der Eingeschlossenen zu erhalten. Man hofft, daß die Knappen noch leben und ohne Ausweg eingeschlossen sind. Von den verletzt im Krankenhaus Liegenden ist noch keiner gestorben. Es besteht die Hoffnung, daß alle am Leben bleiben werden. * Der Student Pfluegmacher, der in Hannover dem Gelbgießereigehilfen einen Messerstich in den Hals versetzte, behauptet, daß er das in der Notwehr gethan habe. Er schreibt dem „Hann. Kour.", die Arbeiter hätten ihn ohne Grund arg mißhandelt und ihm mehr als ein Dutzend kleiner Wunden zugefügt. Um sich ihrer zu erwehren — er glaube in der Hand des einen Arbeiters ebenfalls ein Messer gesehen zu haben —, habe er dann sein Messer gezogen und in der Aufregung den Stoß ausgeführt. Der Getroffene sei mit seinem Genossen fortgelaufen, als von der Bödekerstraße her zwei Schutzmänner herbeigekommen seien, und erst, nachdem er vierzig Schritte zurückgelegt, zusammengebrochen. * Wachet über Euere Kinder! Die Zahl der im Jahre 1897 in Preußen tötlich verunglückten Kinder bis zu 15 Jahren betrug 3626. Davon waren 2315 Knaben und 1311 Mädchen. Unter fünf Jahre alt waren 1245 Knaben und 926 Mädchen. Es ertranken 1381 (316 allein beim Baden, fast ausschließlich an verbotenen Orten), verbrannten 742, wurden überfahren 418, sind abgestürzt 330, erstickten 304 (109 durch Rauch oder Gase, 61 in Betten, 11 wurden von den Müttern im Schlafe erstickt, 56 erstickten an verschluckten Gegenständen, unter diesen befand sich zwölfmal der Saugpropfen); es wurden erschlagen 768, wurden vergiftet 78, kamen auf andere Weise ums Leben 205. Von diesen wurden erschossen 44 Kinder, teils durch eigenes Verschulden infolge Spielens mit Schußwaffen, teils durch Fahrlässigkeit anderer Personen; durch Insektenstiche starben 16 Kinder, durch den Biß toller Hunde 3, durch Schlangenbisse 2, durch Schlag, Stoß oder Biß anderer Tiere 2. Erfroren sind 2 Kinder, 23 wurden durch Blitzschlag gelötet, 15 erlagen dem Sonnenstiche und verhungert ist 1 Kind, ein dreijähriger Knabe, welcher sich in einem Walde verirrt hatte. Gingesandt. Girtzen, 17. Juli 1899. Nach einer bahnpolizeilichen Bestimmung ist eß den Passagieren bei Strafe verboten, sich während der Fahrt auf der Plattform auf- zuhalten. Diese Bestimmung scheint man aber aus der Oberhesstschen Eisenbahn nickt zu kennen. Wer en doch da zumeist auf Station Großen-Buseck bei dem um 10 Uhr in Gießen eintreffenden Personenzug eine ganze Anzahl von Personen von den Bahnbeamten angewiesen, auf der Plattform Platz zu nehmen. Derarttge Mißstände sind wohl nur auf die Bequemlichkeit der Bahnbeamten zurückzuführen, die doch sehr wohl schon in Giunberg in der Lage sein müßten, beurteilen zu können, ob die angebängten Wagen außreichen oder nicht. Es ist nun ein derartiger Mißstand umsomehr zu bedauern, als die Verwaltung der hier in Frage kommenden Bahn nunmehr vom preußischen Staate, der doch schon manchen Uebelständen der Kleinstaaten abgeholsen, mitübernommen worden ist. Schreiber dieser Zeilen machte gestern eine solch lebensgesährltche Fahrt, bei welcher oft mebr alS acht Personen auf der Plattform Platz nehmen mußten, mit. Derartige Mißstände sollten doch schleunigst beseitigt werden. W. 8. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 18. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag-: Wasser 17°, Lust 18'/»°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verkehr, Iand und Volkswirtschaft. Gietzen, 18. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 0.90—1.20, Hühnereier per St. 6—7 H, 2 St. 11—13 H, Enteneier 1 St. 7—8 Gänse« eiet per St. 10—11 H, Käse 2 St. 5—6 H, Käsematte per St. 3 H, Erbsen per Liter 22 H, Linsen per Liter 32 Tauben per Paar X 0.75—0.90, Hühner per St. A 1.00—1.50, Hahnen per Sluck X 0.65—0.90, Enten per St. A 1.50—1.70, Gänse per Pfund A 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 7.00 biß 8.00 A, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Str. A 8.50—9.00, Milch per Liter 16 H, Kirschen per Pfd. 20 bis 25 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgen- bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. •tfltlttie, 15 Juli. Fruchtpreife. Weizen 16,24—16,40, Korn A 16,48-16,60, Gerste15,00-00,00, Hafers. 14,88-15,20, Erbsen A 00,00-00,00, Linsen A 00,00—00,00, Wicken A 00,00, Lein A 00,00, Kartoffeln A 7,24-7,50, Samen A 00,00—00,00. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 18. Juli. Trotz der starken Beaufsichtigung der Grenze durch eine doppelte Beamtenkette wird der Viehfchmuggel von Holland nach Deutschland, wie man dem „Berliner Tageblatt" schreibt, nach wie vor in flotter Weise weiter betrieben. Wie jetzt mitgeteilt wird, beabsichtigt die Regierung zur Unterdrückung des Viehschmuggels eine Verstärkung des Grenz-Personals vorzunehmen. Eine allgemeine Ueberwachung der Grenze sei aber bei den ausgedehnten Moorflächen des Grenzgebietes nur dann möglich, wenn man, wie das beim Ausbruch der Rinderpest stets geschehe, einen militärischen Grenz-Kordon ziehe. Leipzig, 18. Juli. Ueber einen Aufsehen erregenden Vorfall wird aus Limbach berichtet: Nachdem bereits am Donnerstag den 12. Juli von der Polizei mehrere Schüler des Technikums auf Grund einer anonymen Denunziation, welche sie der Urheberschaft der Brandstiftung vom 2. Juni beschuldigt, in vorläufige Haft genommen waren und die sofort eingeleitete Untersuchung die Wahrheit dieser Angaben bestätigt hatte, wurde die Verhaftung von fünf Technikern vorgenommen. Dieselben haben in gradezu frivoler Weise am Abend des 2. Juni nach einer wüsten Kneiperei eine Wette geschlossen, wonach derjenige, welcher den größten Mut bei einem Brande zeige, ein Jahr lang umsonst an allen Trinkgelagen teilnehmen sollte. Zu diesem Zweck steckten sie sogleich die große in der Nähe des Bahnhofes stehende Scheune des Limbacher Rittergutes iu Brand. Der Arbeiter Freitag, welcher in der Scheune sein Nacht- Quartier hatte, wurde ein Opfer der Flammen. Der Brand bedrohte den Bahnhof, welcher nur durch gewaltige Anstrengung vom Feuer verschont blieb. Die jugendlichen Verbrecher wurden bereits vom Untersuchungsrichter vernommen. Wien, 18. Juli. Der „Neuen Freien Presse" wird aus Belgrad gemeldet, hier wurde das Gerücht verbreitet, die Untersuchung habe ergeben, daß die Fäden der Verschwörung bis Cettinje reichen und das der Fürst von Montenegro der Verschwörung nicht sern stehe. Darauf deutet namentlich die Ausweisung von Blazo Petrovic hin. Fürst Nikolaus sei ferner bekannt, als der größte Feind König Milans. Dazu komme seine zweideutige Haltung bei der Ausweisung des Bauernführers Ranko Taitic, der nach Montenegro flüchtete und vom Fürsten in Schutz genommen wurde. Lemberg, 18. Juli. Bei der Kassen-Revision in der Pfand-Abteilung der galizischen Kreditbank wurden Unterschleife in Höhe von 70,000 Gulden entdeckt. Budapest, 18. Juli. Nachdem der demonstrative Umzug am Sonntag ruhig verlaufen war, überschwemmten die Sozialisten gestern die Hauptstadt mit aufreizenden Aufrufen, weil in der Provinz einige Versammlungen verboten worden waren. Für Donnerstag ist wiederum ein Protest- Meeting einberufen. Venedig, 18. Juli. Während der Ueberfahrt des Uebungsgeschwaders nach Ancona geriet auf dem Panzerschiff „Sardague" das Pulverdepot in Brand, konnte aber noch rechtzeitig gelöscht werden. Paris, 18. Juli. Dem „Temps" zufolge wird die Militärbehörde gegen die Soldaten, welche in Cherbourg die Straßentumulte verursacht hatten, strenge Maßregeln in Anwendung bringen. Paris, 18. Juli. Im Am Auswärtigen Amt verfolgt man die Entwickelung der Dinge in Süd-Afrika mit größter Aufmerksamkeit. Eine in diesem Amte täglich verkehrende Persönlichkeit soll sich einem Freunde gegenüber unzweideutig über die Stellung Frankreichs zu England und Transvaal wie folgt geäußert haben: Delcasss erwägt augenblicklich, auf welche Weise er die Faschoda Niederlage wieder wett machen kann. Etwas später ließ die betreffende Persönlichkeit das bedeutungsvolle Wort fallen: „Ja, was die Kolonial-Angelegenheiten anbelangt, so sind Frankreich und Deutschland ganz einig, den Beweis hierfür wird die nächste Zukunft liefern." Madrid, 18. Juli. Das neue Budget soll nun doch zur Verhandlung gelangen, und um jeder Obstruktion vorzubeugen, beruft die Regierung alle ihr ergebenen Kortes- Mitglieder, welche außerhalb weilen, nach Madrid zurück. Der Kampf um Sein oder Nichtsein der neuen Steuern, sowie des Finanzministers und wohl auch des ganzen Kabinetts wird also wieder ernstlich beginnen. nn. Darmstadt, 18. Juli. (Privat-Telegramm.) Abgeordneter David fragt bei der Negierung an, ob sie geneigt sei, noch dem Landtag Auskunft zu erteilen, aus welchen Gründen die Pensionierung des Geh. Oberschulrats Schiller erfolgt sei, und, falls das eingeleitete Disziplinarverfahren einen ausreichenden Grund nicht ergiebt, die Wiederanstellung Schillers in Aussicht genommen ist; ferner, welche Maßregeln die Regierung ergreift, um die Heilung der Schäden auszuführen. W Öl 0 S H £ «tbaftion, Z' betrtjjenb: Nachd> Grundeigen Fläche btfy Abstimmung Ttottbrinyn gegen bit . stimumtzSu Obere Ian1 bereinigunc zum Bereit Inden ich in Gem tember 18: einer am Trwstag stallfindend Diese 1. du Bi tir Be 2- zu Wei geh ohei grui 8eb; ö. die versj Mit vert ri***1! der ,dies M«r @i[ ""toefenben ^»'chkrsch 8tWö|ie ni zu i.: uiitt, au 2.: Nr. 2^ enthält: (Nr.! gänzung de schen Schus 2. Juli 18 (9k J von Wohnp bänden. Bi (Nr. 2; barung erlei Verkehr zwis burgS. $oi (Nr. 2 von Mny Lom 1. Ji Gieß Dir Jetboi itm »ScheiM beiget Inna|»r i® Bibliotheken und einzelne gute Bücher werden stets zu guten Preisen angekauft. 1543 J. Ricker’sche Buchhdlg., Südanlage 5. 100.20 89.90 97.35 000.00 101.50 5402 Erlernen unter meiner persönlichen Leitung, auch bei ungünstiger Witterung auf einem Lernapparat. in einem geschlossenen Raume, 4078 Prämiiert: Butzbach 1898. 5397 Der SLadtrechner: Doepfer. 5395 Nachnahme 5385 sendet unter Nachnahme 5394 Tages-Ordnung: ? 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