»»«eMn ;?* J®' Stab" J *«M eiet 1 * be»Xk N fit bei; „Nüiti ui ” $anl «UMto , mit vrürgcrloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pttz. vierteljährlich. MkMU«n4 Btt Lvdnahme bei Montag». ■Ot Anzeigen.BerwtttluKgrstrllrn des I». db> AnN»d»D °kh«ev «»zeigen für den Lietzener Anzeige artyfre. Die Lietzener Kittet de« Anzeiger Rüchemtstch Bittmel Mfeteft. Weßener Anzeiger Heneral-Un^eiger Amts, und Anzeigeblatt für den Tireis Gietzen. MMm, EMdttion und Druckerei: >4*«#t*|e »r. 7. Grattsbettasrn: Mrßrnrr FamMenbtätter, Ker heWtze Landwirt, ________________Kälter für hessische Uockskmöe. «dreffe für Depeschen: Anzeiger chistz«. Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Reich. Berlin, 16. Mai. Der Kaiser, welcher mit der laus er in zum Pfingstfeste hier im Neuen Palais eintreffen >irü>, wird am 30. und 31. Mai die beiden großen Früh- jahrS-Paraden abhalten und Anfang Juni eine Besichtigung ber Garde-Kavallerie-Regimenter abhalten. Berlin, 17. Mai. Der Kaiser machte Mittwoch früh rin« Spaziergang nach Bieberich und nahm später Vorträge «liegen. Mittags trafen die Kaiserin Friedrich und die Prmzessin Viktoria von Schaumburg-Lippe in Wiesbaden (in «und nahmen dann mit dem Kaiserpaar an einem Früh- ffld teil, welches vom Offizierkorps des Hessischen Füsilier- RrgimrentS von Gersdorf, dessen Chef die Kaiserin Friedrich ist, gegeben wurde. Berlin, 17. Mai. Der Kaiser arbeitete, wie aus vinsbaden gemeldet wird, gestern nach dem Vortrage le« «Chefs deS Marine-Kabinetts, Frhrn. v. Senden-Bibran, loch längere Zeit mit dem Vertreter des Auswärtigen Imkes, Gesandten Grafen Wolff-Metternich. Heute vor- liitlrrg nahm der Kaiser den Vortrag des Chefs des Civil- Mnetts v. Lukanus und hierauf denjenigen des Grafen Nolßf-Metternich entgegen. Berlin, 17. Mai. In der Reichstags-Kommission sür die Post-Novelle wurde heute die zweite Lesung ter Kernsprechgebühren-Ordnung zumeist nach den Beschlüssen ter ersten Lesung erledigt. Der Bericht soll sofort nach tm Aerien verlesen werden und an das Plenum gelangen. Ilstiann soll das Telegraphen-Wegegesetz in der Kommission i«t Beratung gelangen, für welches aber in parlamen- tmsthen Kreisen wenig Neigung vorhanden ist, sodaß es Miielhaft erscheint, ob auch diese Vorlage noch zur Ver- ‘«Wedung gelangt. Berlin, 17. Mai. In der Reichstags-Kommission jur Beratung der Novelle zur Gewerbe-Ord- mmg wurde heute die Beratung fortgesetzt und § 139c, -ter wie Ruhezeit der Arbeiter betrifft, im ganzen nach den NMüssen der ersten Lesung bestätigt. Berlin, 17. Mai. Staatssekretär v. Bülow und der mssis.che Botschafter Graf v. d. Osten-Sacken haben^sich Gl!« früh nach Wiesbaden begeben. Berlin, 17. Mai. Gestern abend kenterte auf der 66»rtie in der Nähe des Templiner Sees an einer Land- iingf ein Ruderboot, in welchem fünf Postassistenten saßen. Am derselben ertranken. — Ein neuer deutscher Kardinal soll, wie aus I München geschrieben wird, in der Person des jetzigen Erz« « bischofs voll München-Freising, vr. von Stein, entstehen. Dr. von Stein, vorher Bischof von Würzburg, ein Sohn des Frankenlandes, ist aus sehr bescheidenen ländlichen Verhältnissen zu seinen hohen kirchlichen Würden emporgestiegen und hat sich während seiner bischöflichen und erzbischöflichen Wirksamkeit vor allem die Gunst des jetzt abberufenen Münchener Nuntius Lorenzelli erworben. Er gilt als sehr gemäßigter Mann. Ausland. Wieu,17.Mai. DieKlubs der deutschen Oppositions-Parteien des Abgeordnetenhauses wurden für übermorgen behufs Entgegennahme der nationalpolitischen Forderungen der Deutschen eiugeladen. Wien, 17. Mai. Um die österreichisch-ungarische Ausgleichssache, über die man zwischen beiden Regierungen wieder einmal verhandelt hat, steht es anscheinend wieder sehr schlecht. Die österreichische Regierung will von ihrem geänderten Standpunkte bezüglich des Bankvertrages nicht abstehen, und das ungarische Kabinett kann sich darüber nicht täuschen, daß selbst ein Personenwechsel im österreichischen Kabinett die Lage nicht ändern würde, denn jeder Nachfolger Thuns müßte sich dessen Standpunkt zu eigen machen, und zwar schon mit Rücksicht auf die österreichischen Interessen. Die ungarische Regierung hinwiederum könnte mit keinem Ausgleich vor das ungarische Parlament treten, der Ungarn weniger böte als Banffys Ausgleichsvorlage. — Der entschiedene Mißerfolg des Kabinetts Thun in der Ausgleichsfrage scheint nun die Pläne des Grafen bezüglich der Sprachenfrage vorerst über den Haufen geworfen zu haben. Es verlautet, daß die Besprechungen der österreichischen Regierung mit dem Vollzugsausschüsse der Rechten des Reichstages auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben worden wären. So dürfte allerdings der empfindliche Mißerfolg im Ausgleiche die Regierung des Grafen Thun ohne eigenes Verdienst vor einem ebenso empfindlichen Mißerfolg in der Sprachenfrage bewahrt haben. Bukarest, 17. Mai. Der frühere Minister, Kammer- Vizepräsident und Senator Vizanti ist unter Mitnahme der ihm anvertrauten Kasse des National-Theaters in Jassy und Hinterlassung betrügerischer Schulden durchgebrannt. Teplitz, 17. Mai. Bei Felssprengungen in der Nähe von Borislau löste sich vorzeitig ein Felsblock los und begrub mehrere Arbeiter unter sich, von denen einer getötet und einige verwundet wurden. UermWtrs. * Aus dem Miefengebirge, im Mai schreibt man der „Darmft. Ztg.": Wenig bekannt ist die Thatsache, daß jenes Lied Ernst Moritz ArndtS „Was ist des Deutschen Vaterland" in der Kapelle auf der Schneekoppe im Riesen- gebirge von dem späteren preußischen Generalmusikdirektor Gustav Reichardt komponiert worden ist. Es war am 3. August 1825, als Reichardt mit einigen sangesfrohen Freunden von Schmiedeberg aus über die Grenzbauden auf die Schneekoppe stieg. Die wunderbare Natur und die Erinnerung, daß es gerade der Geburtstag des Landes. Herrn, Königs Friedrich Wilhelm III. war, regte jene kleine Schar mächtig an. Aber ein Schatten verdunkelte doch den sonnigen Tag: das war der Gedanke an die Zerrissenheit des deutschen Vaterlandes, — und im Gespräch kam man während der Wanderung auch auf das Arndt'sche Lied. Kaum in der Kapelle oben angelangt, schrieb Reichardt daselbst jene später so viel gesungene Melodie zu dem Siebe „Was ist des Deutschen Vaterland" nieder, — und gleich darauf erscholl es von der höchsten Erhebung nördlich der Donau zum erstenmale in die deutschen Lande! Zum Gedächtnis dessen, und zugleich an den 100jährigen Geburtstag Reichardts (13. November 1897) läßt die Ortsgruppe Berlin des Riesengebirgs-Vereins an der Kapelle auf der Schneekoppe eine Gedenktafel aus schwarzem Granit mit darauf bezüglicher Inschrift anbringen. Ueber der Inschrift schwebt die deutsche Kaiserkrone, um symbolisch darzustellen, wie die in jenem Liede ausgesprochene Sehnsucht nach einem geeinten Vaterlande ihre Erfüllung gefunden hat. Die Einweihung der Tafel soll am Samstag vor Pfingsten, am 20. Mai in der Mittagsstunde erfolgen. * 22. Deutscher Fleischer-Verbaudstag. Der Deutsche Fleischer-Verband gehört anerkanntermaßen zu den größten Jnnungsvereinigungen Deutschlands. Derselbe umfaßt zurzeit 1010 Innungen mit 28045 Mitglieder. Eingeteilt in 22 Bezirksvereine und eine Anzahl von Innungen, welche vermöge des Zusammenwirkens verschiedener Umstände eine Ausnahmestellung einnehmen. Die Verbandsthätigkeit auf den vielen Gebieten des gewerblichen Lebens und auf dem so weit verzweigten Felde des Jnnungslebens und Die Bedeutung der Buchführung und der Kalkulation für das $o#h®trli uni) Kleingewerbe. (Nechdruck verboten.) III. Die gewerbliche Kalkulation. Zum Posten der Abnutzungswerte, den A b sch reib - ri ig en (Amortisation), bei welchen nur selten das rechte e5&6 getroffen wird, sei kurz bemerkt, daß es feststehende ^B; »oiüid Jahre sie benutzt werden können. Zweck der Ab- s Wbungen ist der, ein Kapital zu sammeln, mit welchem f rihbüe abgenutzten und unbrauchbar gewordenen Gegen- fltihbe wieder neue angeschafft werden können. Je längere »Denn Gegenstand benutzt werden kann, umso geringer nrnj die Abschreibung sein. Wenn die jährlichen Ab- fi Wib'llngen, zu 4 Prozent, 4 von Hundert, auf Zins und ZDsksizins gelegt, den Betrag wieder ergeben sollen, den evvi Vngenstand neu gekostet hat, so sind beispielsweise von blki Berte des Gegenstandes jährlich abzuschreiben, wenn Cut bmilltzt werden kann: 8 Jahre 10 14 „ 5 27 „ 2 40 „ 1 60 .. i/4 „ z-itststehende Prozentsätze für die Abschreibung giebt es a'iH Nicht. Wenn angenommen werden darf, daß eine LWiine nicht länger als 12l/t Jahre gebrauchsfähig sein wird, so muß man eben jährlich 8 Prozent ihres Wertes abschreiben, damit der Anschaffungswert spätestens am Tage der Außerdienststellung getilgt sei. Wenn diese Maschine aber früher, als ursprünglich angenommen war, vielleicht im sechsten Jahre, unbrauchbar wird, so ist dies ein Verlust, und muß der noch nicht abgeschriebene Wert derselben wie ein Geschäftsverlust behandelt werden. Die allgemeinen Unkosten werden nicht bei jeder einzelnen Kalkulation von neuem ermittelt, sondern das nach sorgfältiger Aufstellung gewonnene Ergebnis ist für längere Zeit maßgebend. Wo nicht namhafte Aenderungen im Geschäftsbetriebe eintreten, wird wohl die jährlich einmal vorgenommene Unkostenberechnung genügen. Sobald aber durch Anschaffung neuer Maschinen oder durch Wechsel im technischen Betriebe die Aufwendungen sich verschieben, was zu- meist in der Art geschieht, daß die allgemeinen Unkosten sich steigern, die Ausgaben für produktive Löhne dagegen sich verringern, so muß sofort eine neue Aufstellung vorgenommen werden. Die Gesamtsumme der allgemeinen Unkosten muß nun anteilig den Ausgaben für produktive Löhne hinzugezählt werden, um unter weiterer Hinzufügung des Materialwertes die Selbstkosten bestimmen zu können. Hat man also die allgemeinen Unkosten auf einen bestimmten Zeitraum (am bequemsten auf ein Jahr) ermittelt, so muß ferner festgestellt werden, wieviel während desselben Zeitraumes für produktive Löhne verausgabt worden ist. Hat sich z. B. ergeben, daß sich die produktiven Löhne eines Jahres auf 6000 Mk. und die allgemeinen Unkosten auf 1200 Mk. belaufen, so verhalten sich diese zu jenen wie 1 zu 5, oder sie betragen 20 Prozent von ihnen. So hat der Meister neben jeder Mark, die er für Arbeitslohn ausgiebt, noch 20 Pfg. allgemeine Unkosten; des Meisters Selbstkosten setzen sich also zusammen aus dem Materialwerte, dem Arbeitslöhne und 20 Prozent des letzteren für allgemeine Unkosten. Der Schwerpunkt der ganzen Kalkulation liegt in der Ermittelung der allgemeinen Unkosten. Einige Beispiele mögen dies erläutern. Ein Buchbinder, der mit zwei Gesellen und einem Lehrling arbeitet, will seine Betriebskosten berechnen: 1. An Miete für Werkstatt und Lagerraum bezahlt er............ 600.— 2. Unterhaltung der Geschäftsräume .... 15.— 3. Zinsen des Betriebskapitals: a) Wert der vorrätigen Rohstoffe 275 Mk. b) Wert der fertigen Waren . . 1860 „ c) Einrichtung d. Geschäftsräume 3400 „ d) Kapital zur Deckung der lfd. Mk. 5835.5 o/e ---- 291.75 4. Steuern............ 200.__ 5. Versicherungen: a) Feuer.......25.— Mk. b) Kranken ......32.— „ 57.— 6. Feuerung und Beleuchtung . . ” ' ~ ' 137.— 7. Selbstlohn des Meisters für Versäumnisse . 75.— 8. Verluste............20.__ 9. Entwertung der Ware......' 25.— 10. Rabatt und Unvorhergesehenes.....32.— 11. Abschreibungen der Abnutzungswerte: a) Handwerkszeug und Maschinen 2800 Mk. 5% = 140.- Mk. b) Ladeneinrichtung 480 Mk. 40/o = 19.20 Mk. c) Werkstatteinrichtung 120 Mk. 5% = 6.-Mk.---165.20 Mk. 1617.95 Wenn nun die Geschäftsbücher ergeben, daß der Buchbinder im Laufe des Jahres für Waren, Rohstoffe, Zuthaten und Arbeitslohn 11000 Mk. bezahlt hat, so betragen die Geschäftsunkosten ca. 14 °/0 dieser Summe. Seine Selbstkosten vermehren sich also bei jedem Artikel um 14 %. Zur Berechnung der Preise für gelieferte Arbeiten ist es in diesem Prozent, H W Jnnungswesens hat zu den erfreulichsten Erfolgen geführt. In den Tagen am 20. und 21. Juni d. I. wird nun dieser Verband den 22. Verbandstag während seines 24 jährigen Bestehens in Posen abhalten. Der Tagesordnung dieser Verbandstage und deren Beschlüsse ist stets ein warmes Interesse entgegengebracht worden, da es sich meistens nicht um rein gewerbliche Jnteresienfragen auf diesen Verbandstagen handelt, sondern um Angelegenheiten und Fragen, welche von allgemeiner volkswirtschaftlicher Bedeutung und Wichtigkeit sind. Vor allem werden Fragen, wie: Oeffnung der Grenzen behufs Einfuhr von Schlachtvieh u. s. w. wiederum den Verhandlungen allgemeines Interesse und den zu fassenden Beschlüssen eine weittragende Bedeutung geben. Mit diesem Verbandstage wird eine Ausstellung von Maschinen, Werkzeugen und Geräten zum Betriebe der Fleischerei und Wurstmacherei verbunden sein. Jede weitere Auskunft erteilt und jede Anfrage beantwortet gern in fach- gemäßerer Weise die Redaktion der „Deutschen Fleischer- Zeitung" (Alleiniges amtliches Organ des Deutschen Fleischer- Verbandes), Berlin, Wilhelm-Straße 119/120. * Das „Haus im Busch". In der Tiefe des Haager Busches — so schreibt man den „Hamburger Nachrichten" — hinter einem kleinen und einem größeren Teiche, befindet sich das „Haus im Busch", jener königliche Landsitz, dessen Wände alle die schönen Reden auffangen sollen, die man nächste Woche auf der Abrüstungskonferenz da sprechen wird. Man ist dort völlig von der Außenwelt abgeschlossen; ein Graben, Mauer und Gitter halten jeden Eindringling fern. Den Bewohner des Haag selbst führen seine Spaziergänge ohnehin kaum so weit hinaus, als daß er mit dem Buschhause besonders vertraut sein könnte. Der Fremde sieht sich nur dorthin gelockt, weil es ihm sein Bädeker zur Pflicht macht, den dort vorhandenen berühmten Qraniensaal zu besichtigen. Jetzt wird die Friedenskonferenz dort tagen und somit wird das Haus im Busch über Nacht zu einer politisch geschichtlichen Stätte. Das Palais selbst ist völlig ohne Stil, nämlich in dem Stil, in welchem in Holland jedermann und seit Jahrhunderten baut: einstöckig, mit glatter Fayade und in rohen Ziegeln. Fenster und Balkone sind weiß umrahmt. Das Buschhaus besitzt bereits das ansehnliche Alter von über 250 Jahren; es enthält keine hervorragenden Räumlichkeiten, mit Ausnahme des vielgerühmten Oraniensaales, in welchem sich die Jünger von Peter Paul Rubens, an der Spitze Jordaens, mit breit entworfenen allegorischen Gemälden verewigt haben. Letztere feiern das Leben und die Thaten des Prinzen Piet Hein in der überschwänglichen Manier jener Zeiten, aber in der Hauptsache mit Kompositionen von hervorragend koloristischer Wirkung. Alle diese.Bilder in dem achteckigen Raume sind auf Leinwand gemalt und setzen sich auf dem Holzgerüst der Kuppel als Fresken und Friesen fort. Von dem Saal Oraniens aus kann man einen gedeckten Balkon betreten, von dem man eine erquickende Landschaft echt holländischen Charakters überblickt. Wiesengründe, stille Kanäle, Windmühlen und in der Ferne verschwimmender Silbergaze die Häuser und die Kirchen der benachbarten Flecken. An den Qraniensaal schließen sich drei Salons und Boudoirs, die überfüllt sind mit den Wunderwerken Chinas und Japans aus der guten alten Zeit. Ein in grau gehaltener Speisesaal enthält treffliche Fresken von Jakob de Witt und eine Sammlung von Altdelster und japanischem Porzellan. Das ganze Haus ist schlicht und einfach, vielleicht auch etwas vernachlässigt seitdem Tode der ersten Gemahlin Wilhelms III., des Vaters der jungen Königin Wilhelmine. Jene Königin Sophie pflegte gern inmitten dieser grünen Einsamkeit zu weilen. Von dem großen Schloßhofe aus führt Falle notwendig, festzustellen, wie viel Geschäftsunkosten aus den Arbeitstag, auf eine Arbeitsstunde entfallen. Wenn die jährlichen allgemeinen Unkosten, wie ausgerechnet, 1617,95 Mk. betragen, so kommen auf jeden Arbeitstag 5,39 Mk., auf jede Arbeitsstunde, in welcher der Meister, die 2 Gesellen und der Lehrling vereint arbeiten, 0,54 Mk., auf eine Gesellenstunde 0,15 Mk. und auf eine Lehrlingsstunde 0,09 Mk. Es ist hier der Einfachheit wegen angenommen, daß ei» Geselle zwei Lehrlingen gleichkommt. Ein ferneres Beispiel: Ein Schlossermeister, welcher sieben Geselle» und acht Lehrlinge beschäftigt, berechnet seine Geschäftsunkosten folgendermaßen: 1. Baukapital der Werkstätte und des Schuppens 7500 Mk., Zinsen desselben zu 4% % = 337,50 Mk. 2. Abschreibungen vom Baukapital 1V2 % • 112,50 „ 3. Miete für Laden und Geschäftszimmer . 200,— „ 4. Geschäftszimmereinrichtung 750 Mk., Ver- zinjung und Abschreibung zu 10 % . . 75,— N 5. Unterhaltung der Werkstätte und des Geschäftszimmers 25,— „ 6. Werkzeuge und Maschinen 4500 Mk., Zinsen derselben zu 4% o/o 202,50 „ 7. Abnutzung und Ersatz der Werkzeuge und der Maschinen 6<>/0 ....... 270,— 8. Wert der vorhandenen Rohstoffe und Zu- thaten 2700 Mk., Zinsen desselben 4'/, % 121,50 „ 9. Wert der fertigen Waren 1150 Mk., Zinsen derselben zu 4% r toi” «t Semit»"«. Ille i« bieW*M tte iuöi M, toi« 3«* Mer bei Sehrt gehört«, 5 B in ei feitet abgeM Mer, d beansprucht wirt Leminen W Die W Körper M M mit Lymphe au Hießen Verkehr, Kan- uu- Votkswirtschck Gietzerr, 18. Mai. Marktbericht. Auf dem hertia Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10—1.20, HüKnna per St. 0—0 4, 2 St. 9—12 H, Enteneier 2 St. 11—12 4, M eier per St. 16—11 Käse 1 St. 6—8 H, Käsematte per 6t ts Erbsen per Lüer 22 Linsen per Liter 32 Tauben per X 0.80—1.00, Hühner per St. X 1.10—1.40, Hahnen per 6di X 1.60—2.00, Enten per St. 2.C0—2.50, Gänse per PiÄ 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rint-D per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schveiv fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 zÄ, Kalbfleisch per Pfd. 80— Hammelfleisch per Pfd. 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.0» H 6.60 Jt, Weißkraut per St 00—00, Zwieheln per Etr. X 8.50-9M, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bi« 1 llhr mittags. Während der ersten S Stunden der Marktzeit Mrfj« Umherziehen nicht feilgeboten werden. 3. Geschäftsunkosten (wie oben berechnet) 250/y...........42,71 A Summa der Selbstkosten 213,56 A Bei stundenweise zu berechnender Arbeit aber mu< n dem Stundenlohne seines Arbeiters noch 10 Pfg. bjr 5 Pfg. für allgemeine Geschäftsunkosten hinzuzählen. Diese Selbstkosten des Schloffers setzen sich also p sammen aus dem Werte des Rohstoffes, aus dem Arbs lohn und aus einem Anteil an den allgemeinen Unkost« Da der Schloffer aber durch seinen Geschäftsboril einen Gewinn erzielen will, einen Gewinn, der ihn nur für seine Arbeit und Mühe entschädigt, sondern tt auch die Mittel zu seinem und seines Hauses Unterhat z» währt, so muß er den Selbftkostenbetrag von 213,56 V- um einen angemessenen Prozentsatz erhöhen, um in K Rechnungssumme gedeckt und gelohnt zu werden. Wir glauben mit Vorstehendem genugsam dargele< ? haben, wie bei gleichartigem Geschäftsbetrieb die Kalkulati^ der einfachsten Art angestellt werden können, und von Bedeutung und Wichtigkeit für den Gewerbetreibe^ namentlich den Handwerker, diese Kalkulationen sind. Mad' Handwerker, der aus liebgewordener Bequemlichkeit t alte Berechnungsweise nicht aufgeben mag, obschon fi>' unzulänglich bezeichnet werden muß, wird vielleicht dev^ wand bereit haben: „Wenn ich nach diesen Grunds kalkulieren wollte, würde ich zu Preisen kommen, die^ kein Mensch bezahlte. Aber das ist ein unheilvoller y tum. Es sind doch nur die eigenen Unkosten vorgere»^ und diese müffen auf alle Fälle gedeckt werden. Je ll fälliger die Selbstkosten ermittelt und zusammengettif werden, desto sicherer kann der Gewinn bemeffen totV Wenn an die Stelle der althergebrachten, aber grunbfaHF Schätzung nicht die peinlichst genaue Berechnung trittJ fehlt jeder sichere Anhalt, ob mit Nutzen oder Schaber p kauft wird. Soll aber nicht mit Schaden gearbeitet so ist peinlichst genaue Kalkulation »nerläßl^ darum, Gewerbetreibende, Handwerker kalkuliert! e oben berechn- 'Rast im) i «MU «SS* 'Witter hi J?. *?» .«t'Ä drSU lö# bfl6 es ,en E? •°>MWm He ®>f blt öttbttrtnbi: ft Ite0?n5&l8® & viel« Kuchen ü olße son XruEfluii t Ä:£ SÄ * n. hÄK i*rt '“'C rlnittcil u B-l- ’? ^iti v,. "der q’Nt |l ! ««nSW, für ti«.? ; "Neil hl, ’W SÄ'i $ ^e3öbl hjü Äh * Sät bie- öaDe kamen W n?utN fhta rt«1896 2 M F A ■ Die allerbesten und doch die allerbllllgsten sind „TaUnman-FohrrAder“ Äu. Zubehörteile, Motor- _ räder. Wieder verkauf er gesucht, r- Verlangen Sie Preisliste. Martis JXehmann,G oral». Seit 1886 best. Fabrrad-Vcrsdh. Abschreiben kann jeder! Bttiirt eine HauSfrau das weltbekannte, v rtii?r enfack bewährte Dr. Oetker» 5 B8il|.i itlvcr ä 10 Pfg. verlangt, und eiW dann eine minderwertige Nach» a ifrun.g, so wird jede kluge Hausfrau d üvün nähme verweigern! Das echte I vßb iOelkerS Backpulver ist vorrätig frks «ebr. 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Wer bie Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seine» pflichtigen Kinde» dit zum Jahresschlüsse auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahre» eine vierwöchentliche Frist zu Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufende« Jahre geboren find, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müsse« in dem 8 Tage spL!er abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmal» erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit brausprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen kenminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem ffoyp-r zur Impfung gebracht werden. E» wird nur au einem Arme mit Lymphe au» dem Landesimpfinstitute geimpft. Gießen, dm 9. Mai 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 8948 Vergebung von Bauarbeiten. 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