' ' 8U • °oa 35 ’ * 18 L * 40 Reifen.' M«. Mn »z- «ar 1899; «lnhck Leib). Der Vorftav! KkstamL tisch , 60 Mm teile o<& w» 4U^i KM' NI. scnglGif# |fl Kr. 43 Erstes Blatt.Sonntag den 19. Februar 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger ZSezvgspreis vikrlrljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Brmgcrlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgmdm Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Grfcheint täglich »h Ausnahme des MontagS- Alle Anzeigen.Bermittlungsstellen de» In- und AuSlande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Die Gießener -amitienotätter mrdeu dem Anzeiger Wöchentlich viermal bngelegt. Amts- und Anzeigeblntt füv den Ureis Gieren. Gratisbrilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Zandwirt, Klätter für hessische Dolbslmnde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger chießc«. Fernsprecher Nr. 51. iwi ■bmi—raniimmwc,. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. In den Voranschlag des landwirtschaftlichen Bezirks- rrreins des Kreises Gießen sind pro 1898/99 Mittel zum Äezug von Saatkartoffelu aus fremden Gegenden vorgesehen. Es werden die Kartoffelsorten: Professor Märker, Bruce, angeboten zu 3 Mk. pro Centlier, blaue Magnum bonum, angeboten zu 4 Mk. pro Zentner, zur Anschaffung empfohlen. Außerdem sollen noch nachverzeichnete Kartoffelsorten: Schneeflocken und Frührosa, angeboten zu 3Mk. pro Centner, lagDum bonum, Weltwunder, Sächsische Zwiebelkartoffel md Imperator, alle angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Aesiellung von 200 Centner zu 2 Mk. 50 Pfg. pro Centner, md blaue Riesen, angeboten zu 2 M. 50 Pfg. pro Centner, ms Wunsch bestellt werden. Bestellungen auf andere Kartoffelsorten sollen jedoch auf Aunsch der Landwirte auch, aber nur dann ausgeführt wrrden, wenn ein Waggon (200 Centner) Kartoffeln von Örn verschiedenen Landwirten bestellt werden sollten. Es »ird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis -tbra.cht: 1) daß Anmeldungen bis 6. März 1899 bei dem Unterzeichneten einzureichen sind, Nachbestellungen aber nicht berücksichtigt werden; 2) daß bei Bestellungen von Vereinsmitgliedern, welche den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transportes der Saatkartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen, Grünberg, Hungen und Lang- Göns auf die Bezirksvereinskasse übernommen werden. Bei größeren Bestellungen haben die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatkartoffeln insoweit zu übernehmen, als die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt. Bei Bestellung eines Waggons Kartoffeln werden sich die Kosten des Transportes bis Gießen auf zirka 1 Mk. 50 Pfg. pro Malter berechnen. Da sich die Transportkosten bei Bezug einzelner Malter wesentlich höher belaufen, so können Bestellungen, welche erst einlaufen, wenn bereits zwei Waggons Kartoffeln (400 Centner) bestellt sind, nicht mehr berücksichtigt werden. Ich ersuche daher die Herren Landwirte um möglichst baldige Einreichung ihrer Bestellungen; 3) daß Bestellungen von Landwirten, welche nicht Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins find, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht noch vorher Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behufe bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten; 4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatkartoffeln zu erfolgen hat, und daß für den Sack noch 30 Pfg. pro Stück zu vergüten ist. Die Herren Bürgermeister werden hierdurch ergebenst vorstehende Bekanntmachung veröffentlichen zu lassen, -Meldungen entgegenzunehmen und umgehend an den UMrzjeichneten einzusenden. Gießen, den 13. Februar 1899. b«r Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins. __ v. Bechtold. Bekanntmachung. Oberhessischer Obstbauverein. .Am Samstag dem 25. Februar, abends 8 Uhr, UM! im Saale des Cafü Ebel in Giefien eine Ver- soillMilung mit folgender Tagesordnung statt: H. Die Blutlaus nnd ihre Bekämpfung, 2. Ueber Versuchspflanzungen im Vogelsberg. Referent: der Sekretär des Vereins, Herr K. Reichel t Mcr für Naturwissenschaften und Obstbau an der Großh' Odfia lischule in Friedberg. D ie Mitglieder des Öberhessischen Obstbauvereins, so- ^Mstige Interessenten werden hierzu freundlichst eitt- T'ießen, 14. Februar 1899. . Der Vorsitzende verc-kttieinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Frhr. Schenck. Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 Zwicker, 1 Armband, 1 Rosenkranz, 1 Brille, 2 Taschentücher, 2 Schirme, 1 Paar schwarze Handschuhe, 1 Kinderkragen, 1 Zuber, 1 Kanne und 1 Hundekette. Zugeflogeu: 1 Kanarienvogel. Gießen, den 18. Februar 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _____________ Muhl. Präsident Faure Paris, 17. Februar. Präsident Faure nahm, als er den ganzen Ernst seines Zustandes erkannte, von seiner Gemahlin und seinen Kindern Abschied, ebenso auch von seinem Kabinettsdirektor Legalle. Letzterem dankte er noch für alle seine Mühe und Arbeit. Auch von seinem Haushofmeister und von seinem Kammerdiener verabschiedete sich Faure. Der verstorbene Präsident liegt in seinem Arbeitskabinett auf einem Feldbett. Sein Jäger wacht bei ihm. — Die Einbalsamierung der Leiche Faures ist heute mittag vollzogen worden. Morgen und Montag wird das Publikum zur Besichtigung der Leiche zugelassen werden. Der Leichenzug wird sich über den Konkordicnplatz durch die Rue Rivoli am Justizpalast vorüber nach der Notredame-Kirche bewegen. Die Beisetzung wird in der Gruft des Friedhofes Pdre la chaise am Donnerstag Nachmittag erfolgen. — Das im Elysee aufgelegte Kondolenzbuch füllt sich mit tausenden von Unterschriften. — Seit den frühesten Morgenstunden umsteht eine dicht gedrängte Menschenmenge das Elysee, welches von einem Militärkordon abgeschlossen ist. Dem Minifterrat, der bereits seit ffent^ früh tagt, wohnten auch die Präsidenten des Senats und der Kammer bei. Der Minister des Auswärtigen hat die fremden Regierungen und die Staatsoberhäupter telegraphisch von dem plötzlichen Ableben Faures in Kenntnis gesetzt. Viel besprochen wird der Zufall, der es haben wollte, daß Dupuy bereits zum dritten Male die Zwischen-Regierung führen wird. Er war sowohl Ministerpräsident bei der Ermordung Carnots, als bei der Demission Casimir Periers und jetzt bei dem Tode Faures. — Zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind umfassende Maßregeln getroffen worden. Morgen mittag 12 Uhr werden die Abgeordneten und Senatoren in Extrazügen von hier nach Marseille abreisen. Die Kammer hielt nachmittags 2 Uhr unter dem Vorsitz Dechanels eine Versammlung ab. Alle Minister waren dazu erschienen. Die Tribünen waren mit schwarzem Flor behängt. Der Präsident verlas zunächst den Brief des Ministerpräsidenten, worin derselbe den Tod Faures mitteilt. Sodann hielt Dechanel eine kurze Gedächtnisrede auf Faure, an deren Schluß er alle Franzosen aiifforbcrte, sich an der Leiche Faures zu einigen. Die Rede wurde von den Abgeordneten stehend angehört. Hierauf wurde die Sitzung zum Zeichen der Trauer geschlossen. Alle Anwesenden verließen fast lautlos den Saal. Nach der Kammersitzung versammelten sich die verschiedenen Gruppen der Kammer und des Senats, um über die Lage zu beraten. In den Wandelgängen der Kammer wurden Meline, Loubet und Dupuy als diejenigen Kandidaten bezeichnet, welche die meiste Aussicht hätten. Die Sozialisten werden für Loubet stimmen. Es herrscht vollständige Ruhe. — Faure bezeichnete selbst noch vor seinem Tode Loubet als seinen eventuellen Nachfolger. — Es zirkulieren jetzt schon die Namen der Kandidaten für den Präsidentschaftsposten. Es werden genannt: Brisson, Loubet, Freycinet, Dupuy, Dechanel und Waldeck-Rousseau. Wie es heißt, sind in der letzten Nacht mehrere Kuriere nach Brüssel abgereist, um eine Verständigung mit dem Prinzen Viktor Napoleon herbeizuführen. — Da der neue Präsident innerhalb drei Tagen gewählt werden muß, wurden alle Abgeordneten und Senatoren, die außerhalb von Paris weilen, ersucht, sich so schnell als möglich nach Paris zu begeben. In der Provinz rief die Nachricht von dem Ableben des Präsidenten große Aufregung hervor. — Im heutigen Minifterrat wurde beschlossen, den Zusammentritt des Kongresses für die Vornahme der Präsidentenwahl auf morgen Mittag 1 Uhr festzusetzen. Die Beisetzung findet am Sonntag auf dem Pdre la ohaise-Friedhof statt. Die Leichenfeier wird in der Notredame-Kirche abgehalten werden. — „Jntransigeant" schließt seinen heutigen Artikel über den Tod des Präsidenten Faure mit den Worten: Wenn man wagen sollte, einen Präsidenten zu wählen, der den Juden ergeben ist, so würden die Lebel-Gewehre von selbst losgehen. „Siäcle" nennt die Präsidentschaft Faure einen Schandfleck in der Geschichte Frankreichs. Cassagnac sagt in der „Autoritü": Der Stolz hatte Faure den Kopf verdreht, die kaiserlichen Umarmungen haben ihn berauscht. Im Uebrigen sind alle Blätter darin einig, daß die Zwistigkeiten in diesem Augenblick vergeffen werden müßten, damit Frankreich ruhig zur Präsidentenwahl schreiten könne. Deutscher Reichstag. 35. Sitzung vom 17. Februar. 1 Uhr. Am Bundesratstische: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staatssekretär v. Bülow. Der Entwurf der Fernsprechgebührenordnung ist eingegangen. Vor Eintritt in die Tagesordnung erteilt der Präsident Graf Bal le st rem das Wort dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe: Ich habe dem hohen Hause die Mitteilung zu machen, daß der Präsident der französischen Republik Felix Faure gestern abend an einem Schlaganfall plötzlich verstorben ist. Ich bin gewiß, daß die Vertretung des deutschen Reiches sich eins weiß mit Sr. Majestät dem Kaiser und den verbündeten Negierungen in dem Ausdrucke aufrichtiger und Herzlicher Sympathie für die französische Nation, welche den Heimgang eines Mannes beklagt, der als Staatsoberhaupt unentwegt die großen Interessen des Friedens, der Eintracht und der Wohlfahrt gefördert hat. (Beifall). Eingedenk des gemeinsamen Bandes, welches alle Völker umschließt, geben auch wir unserer Trauer Ausdruck über den Verlust des französischen Volkes, das zu keiner Zeit aufgehört hat, einer der großen Träger der Zivilisation zu sein (lebh. allseitiges Bravo!). Die Mitglieder des Hauses haben sich während dieser Worte des Reichskanzlers von ihren Plätzen erhoben. Es folgt die Fortsetzung der Besprechung der Interpellation Johannsen. Abg. Haenel (frs. Vg.) geht zunächst auf die staatsrechtliche Frage ein. Er bemerkt sodann, daß für ihn die Zugehörigkeit Schleswigs zu Deutschland einfach ein Axiom sei. Die norddeutsche Verfassung habe Schleswig-Holstein gebracht; Fürst Bismarck habe den Artikel 5 des Prager Friedens nicht dem preußischen Landtage vorgelegt, sondern dem norddeutschen Reichstage. Und der Reichstag sei wohl zuständig, sich mit den Ausweisungen zu beschäftigen. In seinen weiteren Ausführungen betont Redner, die Situation werde verschärft durch den Deutschen Verein, der die Parole ausgebe: „Hinaus mit den Dänen über die Königsau!" Das verschärfe die Gegensätze! Mit derselben Energie, mit der jetzt die Deutschen das „up ewig ungedeelt" verteidigten, hätten die Dänen früher das „up ewig ungedeelt" verteidigt. Niemals aber sei es den Dänen eingefallen, das Land dort oben nach den sprachlichen Gebieten zu teilen; sie hätten vielmehr stets das ganze haben wollen. Es sei ein schwerer Irrtum, dessen sich die Dänen schuldig machten, wenn sie glauben, daß Artikel 5 des Prager Friedens zu Unrecht einseitig aufgehoben sei. Alles was in Dänemark in Beamtenstellung sei und Einfluß besitze, nehme uns gegenüber eine überaus ruhige, besonnene Haltung ein. Kein Land sende mehr Auswanderer in das Ausland als gerade Deutschland. Kein Land sei deshalb auch mehr auf eine humane Handhabung der Gesetze über Ausweisungspolitik im Auslande angewiesen, als gerade Deutschland. Und was sei der Kern der ganzen vorliegenden Frage? Die preußische Staatsregierung habe ihre Äusweisungspolitik gerichtet gegen ihre eigenen Staatsangehörigen. Diese habe sie treffen wollen durch die Landesverweisungen von Ausländern. Man habe sein Verfahren gegen Unschuldige gerichtet, um sich an anderen zu rächen! Und wozu alles dies? Das sei eine Politik mit doppeltem Boden, wie es eine Gerechtigkeit mit doppeltem Boden gebe. Das sei Herrenmoral! Erfolge seien doch von den unglücklichen Maßnahmen nicht zu erwarten. Die ganze Rechnung könne nur dahin gehen, daß man die Dänische Bevölkerung mürbe machen wolle, daß man sie gleichgiltig machen wolle gegen gut und böse und sie dahin bringe, die Rute zu küffen. Abg. v. Tiedemann (kons.) bestreitet zunächst die Richtigkeit der staatsrechtlichen Darlegungen des Vorredners. Mit Genugthuung erfülle ihn die Art, wie Abg. Haenel die dänische Agitation charakterisiert habe. Redner wendet sich nun gegen den Abg. Johannsen, dem das Verdienst gebühre, die Gemüter in Nordschleswig allmählich wieder in Erregung gebracht zu haben. Er, Redner, kenne den Abg. Johannsen aus seiner Thätigkeit als Polizeichef in Flensburg. Des Weiteren verliest Abg. v. Tiedemann zur Kennzeichnung der Dänischen Presse Citate aus dem „Flens- borg Avis." Das Lied „Schleswig-Holstein mcerumschlungen" wurde darin als Lied bezeichnet, welches 1845 bis 1850 das Kampflied der Meineidigen gewesen sei. Am 20. Juli 1895 habe der „Avis" angedeutet, daß Skobelew, Ludwig EL, Gambetta u. a., sämtlich Gegner Bismarcks durch Meuchelmord umgekommen seien (Bewegung). Die Ausweisungen seien gerechtigt, so schließt Redner, der preußischen Regierung gebühre dafür Dank. Abg. Liebknecht (Soz.) bezeichnet die Ausweisungen als einen Skandal für die ganze zivilisierte Welt. Der preußische Landtag, der sie billige, sei ein trauriges Produkt des elendesten aller Wahlsysteme. Wenn man bedenke, was alles in den 35 Jahren geschehen sei, begreife man den Haß in Schleswig-Holstein, nicht gegen Deutschland, sondern gegen das preußische System. Mit Gewalt könne man die Dänen nicht gewinnen. Abg. v. Levetzow (kons.) führt aus, die Angelegenheit gehöre nicht vor den Reichstag, sondern in das Abgeordnetenhaus ; und da sei sie ja mehr als hinreichend besprochen worden. Unbedingt nötig sei es, Maßnahmen zu ergreifen, um weiteren Schäden in Nordschleswig vorzubeugen. Abg. Tönnies (natl.) bestreitet, daß infolge der Ausweisungen eine Leutenot in Nordschleswig eingetreten sei. Der Sprachenerlaß sei zu billigen, und es sei höchste Zeit gewesen, daß strengere Maßnahmen gegen die dänische Agitation ergriffen würden. Diese Agitation werde immer dreister. (Redner, welcher seine Rede abliest, wird vom Präsidenten Grafen Ballestrem unterbrochen und ihm bedeutet, daß dies nicht zulässig sei). Abg. Lieber (Centr.) widerspricht der Ansicht des Reichskanzlers, daß die Angelegenheit nicht zur Kompetenz des Reiches gehöre. Seine, Redners, Freunde meinten, die Ehre und das Ansehen Deutschlands in dieser Ausweisungsfrage zu vertreten, sei eine der vornehmsten Aufgaben des deutschen Reichstages. Ob die Mittel, die angewendet worden seien, die richtigen seien, bleibe dahingestellt. Jeder, der es mit dem deutschen Reiche gut meine, müsse seine warnende Stimme dagegen erheben. Wohlwollen und Gerechtigkeit auch gegen Ausländer seien die einzig richtigen Mittel. Himmelschreiendes Unrecht sei die Einmischung preußischer Richter in das Erziehungsrecht von dänischen Eltern in Schleswig-Holstein. Der deutsche Reichstag dürfe das nicht ruhig dulden. Morgen 1 Uhr: Fortsetzung der Debatte. Wahlprüfungen, kleinere Vorlagen. Schluß 6 Uhr. Deutsches Reich. M.P.C. In Bestätigung einer früher von uns gebrachten Meldung, wonach der Chef des Kaiser!, und Königl. Civilkabinetts sich nach Ruhe sehne, wird jetzt berichtet, daß Herr v. Lucanus den in den letzten Jahren größer gewordenen Aufgaben seines Amtes sich nicht mehr in dem früheren Maße gewachsen fühle und deshalb um seine Entlassung zu bitten geneigt sei. Wir haben früher mitgeteilt, daß der Kaiser sich nur schwer von seinem Kabinettschef trennen würde; Herr v. Lucanus dürfte eine andere Stelle schwerlich noch übernehmen wollen. Ob der Regierungspräsident v. Moltke zu seinem Nachfolger gewählt werden wird, muß abgewartet werden. Ausland. New'dork, 17. Februar. Hetzartikel des Ober- richters Chambers gegen Deutschland. Die Deutsche Warte bringt folgende eigene Kabelmeldung über London. Die New-Aorker Blätter bringen ein langes Schreiben des Oberrichters Chambers in Apia, welches die schleunigste Annexion der Samoa-Gruppe, am besten durch England, fordert. Chambers klagt den Generalkonsul Rose wegen Vertragsbruchs an. Rose habe mit Waffengewalt für Mataafa Partei ergriffen, unterstützt vom deutschen Präsidenten des Gemeinderats Dr. Raffel, den deutschen Kriegsschiffen und allen Deutschen durch Gewaltthaten und Verrat. (!! Red. d. D. W.) Durch deutsche Waffen und deutsche Führung habe Mataafa gesiegt, drei Tage lang ge- brandschatzt und geplündert. Die Deutschen hätten die Allgewalt usurpiert, Präsident Raffel sich selbst zum Oberrichter ernannt, worauf 28 britische Marinesoldaten die Passage durch die deutschen Marinetruppen erzwungen, Raffel vertrieben und Chambers neu eingesetzt hätten. Trotzdem fuhren die Deutschen fort, die vertragsmäßigen Autoritäten zu mißachten und Widerstand zu organisieren. (Unsere Regierung wird jetzt die amerikanischen Forderungen durch die Gegenforderung beantworten können, Chambers wegen dieser öffentlichen Beleidigungen unserer Vertreter auf Samoa abzuberufen. Selbst nach seiner Darstellung haben lediglich die Engländer und Amerikaner es bis zum offenen Kampfe treiben wollen, der nur durch die musterhaft ruhige Haltung unserer Marinemannschaften verhindert worden ist. Red. d. D. W.) Kolrales und Provinzielles. Gießen, den 18. Februar 1899. * • Zum Steueraufseher wurde ernannt am 10. Febrnar l- Js. der Steueraufsehervikar Vizefeldwebel Heinrich Meyensch ein zu Alzey, mit Wirkung vom 1. März l. I. • * P. Stadttheater. Das in München spielende Volksstück „Das grobe Hemd" von Karlweis wurde gelegentlich eines Gastspieles von Conrad Dreher schon einmal den hiesigen Theaterfreunden geboten, und erlebte gestern eine Neuaufführung. In dem Stücke ist der bekannte Satz: „Reichtum schändet nicht, und Armut macht nicht glücklich" an einem einfachen Beispiele in sehr handgreiflicher Weise illustriert. Nach Anlage und Ton ist dies Bühnenerzeugnis mcht für litterarische Feinschmecker, sondern für das große Publikum bestimmt. Letzteres aber glänzte gestern abend durch Abwesenheit, und die kleine Gemeinde der Erschienenen wagte sich mit Lachen und Beifall kaum hervor. Freilich hätten auch die Darsteller größtenteils flotter, lebhafter und vom Souffleur weniger abhängig sein müssen. Herr Direktor Helm war als Schöllhofer etwas ungleich, gab aber einzelne Teile, namentlich im dritten Akte, sehr wirkungsvoll. Der Max des Herrn Merker hätte in noch schärferem Gegensatz zu den anderen Personen stehen dürfen. Seine Partnerin, Frl. Würdig, schien etwas indisponiert zu sein, während die Damen Kruse und Pauli ihren Aufgaben gerecht wurden. Herr Liebscher kam mit seinem Baurat Wendelin erst im letzten Akte zur Geltung. Herr Casterra genügte; als gut sei schließlich noch der Baierl des Herrn Walter erwähnt. * * Stadttheater. Am Sonntag findet nach langer Pause wieder eine Kindervorstellung statt, und zwar wird die Kinderkomödie „Struwwelpeter" gegeben. Für abends steht eines der besten Volksstücke der Gegenwart: „'s Nullerl" von Carl Morre, auf dem Spielplan. Dienstag den 21. dss. Mst. gastiert Fräulein Frieda Eichelsheim vom Darmstädter Hoftheater als „Maria" in „Maria Stuart". ** Durch das Entgegenkommen des Nationalliberale» Vereins sind wir in der Lage, einen ausführlichen sachlichen Bericht über den vor kurzem von Herrn Regierungsbaumeister, Stadrat Sardemann aus Marburg hier gehaltenen zeitgemäßen und interessanten Vortrag über die Kanalisation von Marburg zu bringen. Da der Gegenstand für die Stadt Gießen, welche auch vor der Lösung dieser Frage steht, von besonderem Interesse ist, so dürften die Hinweise auf die Verhältnisse in Marburg umso wertvoller sein, als diese Stadt durch ihre natürliche Lage zu einem Vergleiche mit Gießen besonders geeignet ist. ** Spezialitäteu-Vorstellungen. Am Sonntagnachmittag 4 Uhr und abends 8 Uhr, finden in LonysBierkeller zwei große Spezialitäten - Vorstellungen statt, worauf auch an dieser Stelle Vergnügungslustige aufmerksam gemacht seien. ** Polizeibericht. Am Viadukt in der Neustadt scheute gestern nachmittag vor einem Eisenbahnzug ein Pferd, und ging mit dem Wagen durch und beschädigte zwei Lindenbäumchen in der Westanlage. — Auf dem Schienengeleise des Bahnüberganges in der Frankfurterstraße schlug gestern nachmittag ein hoch mit Stroh beladener Wagen um, was eine längere Verkehrsstörung zur Folge hatte. — Seit etwa einem Jahre wurden ab und zu die aufgegebenen Güterballen auf dem hiesigen Güterbahnhofe zum Teil geöffnet und von deren Inhalt gestohlen. Der Dieb wurde gestern in der Person eines Eisenbahnarbeiters ermittelt und verhaftet. Eine ganze Menge gestohlener Sachen fanden sich in dessen Wohnung vor. ** Im Oberpostdirektionsbezirk Darmstadt erzielte im Januar 1898 die Wechselstempelsteuer eine Einnahme von 15,977 Mk. 50 Pfg., zusammen mit den Vormonaten des laufenden Etatsjahres (ab 1. April 1898) 152,269 Mk. (10,060 Mk. 40 Pfg. mehr als im entsprechenden Zeiträume 1897/98). Hungen, 17. Februar. Aus dem Krankenhause zu Hungen (Fendtsche Stiftung), enthält die „Landpost" die Mitteilung, daß im Jahre 1898 87 Kranke (37 weibliche und 50 männliche) Aufnahme fanden und konnten für diese am Jahresschlüsse 4953 Pflegetage mit 37 Nachtwachen gezählt werden. Im Vorjahre 1897 hatten nur 56 Kranke (24 weibliche und 32 männliche) Ausnahme gefunden; demnach 31 weniger als 1898. Die nennenswerte Zunahme von Kranken im Jahre 1898 liefert den offenbaren Beweis von zunehmendem Vertrauen für dieses Haus, gegen welches im Anfänge seines Bestehens ein unbegründetes Vorurteil bestand. Die ausopfernde Thütigkeit der Schwestern sowie deren außerordentliche, ja hervorragende Kunst, mit Geduld und Liebe zu ihrem schweren Berufe die Kranken zu pflegen, macht sich nicht allein hier im Krankenhause geltend, sondern auch in der Stadt; denn in dieser wurden bei 192 Familien (armen sowohl wie reichen) 4297 Krankenbesuche ausgeführt, wovon 27 ganze Tagespflegen und 85 Nachtwachen ausgeschlossen sind. Die Schwestern haben auf allen Gebieten menschlichen Elends, wo weibliche Kräfte helfend eintreten können, ihren Berus ersüllt. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 426 Jahren, am 19. Februar 1473, wurde zu Thorn Nicolaus Copernicus, der Begründer der heutigen Astronomie geboren. In seinem Werke: „Von den Bewegungen der Himmelskörper" deckte er Gesetze auf, welche von Kepler und Newton weiter ausgebaut, noch heute als Richtschnur der astronomischen Wissenschaft dienen. Er lehrte ferner die Umdrehung der Erde und der übrigen Planeten um die Sonne. Seine Bestimmungen der Umlaufszeiten des Mondes dienten der von Gregor XIII. angeordneten Kalenderverbesserung zur Grundlage. Copernicus starb am 24. Mai 1543 zu Frauenburg. Vor 100 Jahren, am 20. Februar 1799, starb zu Paris der ftanzösische Mathematiker und Seemann Jean Charles Bor da. Außer hervorragenden Verdiensten um den Schiffsbau und die Nautik hat sich derselbe durch eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten über ballistische Probleme und Erfindungen einen ehrenvollen Platz in den Annalen der mathematisch-physikalischen Wissenschaft erworben. In den Jahren 1777/78 trug er außerdem als Generalmajor der Seetruppen zu den Erfolgen der französischen Waffen im amerikanischen Kriege bei. Borda wurde am 4. Mai 1733 zu Dax geboren. Male werden hier die weiten Gebiete der Kunst und des unter dem Titel „Fröhliche Kunst" erscheinen. (Verlag von 3 । C. Bruns, Minden t. W., ca. 128 S., Preis 1 Mk.) 1 Lebend von namhaften Dichtern und Schriftstellern in fat£ humoristische Beleuchtung gerückt. Launige Novellen, boshafte iU fälle auf künstlerische Auswüchse, Aphorismm, Parodien, Schnei dichte u. s. f. in Fülle wird dieser lustige Almanach enthalten, Z denen u. a. mitgearbeitet haben: Otto Julius Bierbaum, Scheerbart, M. G. Conrad, Otto Ernst, Kurt Aram, A. Croifs» Rust, Franz Held, Rich. Schaukal, Fr. Ewers, R. Öttbw H. Häfker, Chr. Morgenstern, Anselm Heine, P. Remer, E. o.fi man, P. Hille u. a. m. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. LukaSgemernde. Den 11. Februar. Friedrich Weber, Pfarrer zu BeerM und Johanna Marianne Scheel, Tochter des Kaufmanns W Scheel zu Gießen. Getaufte. MarthäuSgewriude. Den 12. Februar. Dem Amtsrichter Ferdinand Schmidt *®' Tochter, Elisabeth Helene Ida Emilie, geboren den 29. Oktober. Denselben. Dem Lackierer Karl Käs eine Tochter, Sinne, P boren den 19. Januar. MarkuSgemeinde. Dm 12. Februar. Ein unehelicher Sohn, Karl Kaspar Pl>M geboren den 22. Januar. Dm 15. Februar. Dem Apothekenbesitzer Hermann Dorniers ein Sohn, Wolfgang Hermann Karl Theodor, geboren da 13. Oktober. JohanneSgemeinde. Den 12. Februar. Dem Fuhrmann Friedrich Jrschke ein Sei" Carl August, geboren den 26. November. Beerdigte. MatlhäuSgemeinde. Den 12. Februar. Luise Lind, geb. Hein, Witwe des * storbenen Hofkonditors Eduard Lind, 80 Jahre alt, starb * 10 Februar. JobannrSgemetndr. Den 14. Februar. Ludwig Schmidt, Privatmann, 80 alt, starb den 12. Februar. Wch «üti( 1 $18 8'Nfatie Ange, J 'M*», i; • L KJ * i- Hör rW« ■«W jfLvre in einer «t ^chMgsMlms Md Ä ker/a, 1»- M gunt: Die Beraü llondm, die 14 PnemyM' Iw mms, 1 räit» MenlaMr »angels genügend Sttlil 18- Mrguis de N er von der i itünnmen hatte, roe vcchvrbmn Präsi F.Wn Hohenlch Tw! abznstatten. 5M M - H erzog t>on O ein. & fnnb ein g fStationen statt. vcMtioncn aus Hoch der Lvnig, raonfcalwnen v ta tznzoc vnjLtztt. M18. h «Imsalls das i Diibet hielt sod das Andenken s Mgliedern mit Btommcn wurde, lkienstag. In r egnng. Ns ei Hieben Met m M 18. K n'ttng ftattgefunbe MWn ist folgeni Mn, welche 331 Auszug aus den Standesamtsregistm der Stadt Gießen. Aufgebote. Februar: 11. Joseph Heinrich Paul Hubert Rücker, Hauptw^. zu Gießen, mit Maria Friederike AndrS zu Hirschhorn. 11. Lubrvi. Lazarus, Kaufmann zu Niedergirmes, mit Sophie Katz bWr 11. Philipp Haller, BauaSpirant dahier, mit Johanna tofftkr selbst. 13. Albrecht Hartmann, Pfarrvikar zu Hatnchen, mftÄitelhv. , Johanna Clara Christiane Luise Georgine Schellmberg tyttWi1 14. Johannes Pitz, Schreiner dahier, mit Christine Pfuhl hinM 15. Karl Max Tippmann, Gärtner dahier, mit Johanna Diehl.r Gießen. 15. Johannes Schäfer, Taglöbner zu Garbenteich, mi Katharine Grotzhaus hterselbst. 16. Wilhelm Diehl, Werkmeißi Aspirant zu Gießen, mit Ottilie Görnert zu Alsfeld. 16. Heimch Edmund RottS, Privatsekretär dahier, mit Eltsabethe Kathacki Lippert Hierselbst. 16. Karl Geitz, Hilsstelegraphtst dahier, etl Katharine Amalie Graß bierselbst. Eheschließungnr. Februar: 11. Friedrich Weber, Pfarrer zu Beerfelden, mt Johanna Marianne Scheel hterselbst. 15. Heinrich Walter, Wage» wärter zu Gießen, mit Maria Willersdorf daselbst. 15. Skflfrkl Emil Weißenberg, Kaufmann dahier, mit Flora Elsoffer hlerselbst Geborene. Februar: 6. Der Ernst Richard Wiegelmann Witwe * Tochter. 8. Der Nikolaus Wengel Witwe ein Sohn, Ernst Heim» Karl Gilbert Peter. 9. Dem Architekt Heinrich Kockerbeck ein Tochter, Marte Hildegard. 10. Dem Laternenwärter Johann Konn! Will eine Tochter. 10. Dem Weichensteller Christian Arnold eine Tochln 11. Dem Wirt Robert Johann Hermann Meuser ein Sohn. 11. Dm Assistenzarzt Dr. Ferdinand Hubert Elisen ein Sohn, Huber! Balthasar. 12. Dem Lokomotivheizer Wilhelm Konrad Grau ck« Tochter. 13. Dem Packmetster Johannes Stebling ein Sohn, Heinst-t 15. Dem Weißbinder und Lackierer Georg Beimborn ein Sohn. Gestorbeue. Februar: 10. Julie DebuS, geb. Schlieber, 69 Ich» ül, Witwe von Hotelbesitzer Jakob Debus zu Braunfels. 12. W» I Schmidt I,, 80 Jahre alt, Privatmann dahier. 12. Friedrich Aderl. 7 Wochen alt, Sohn von Arbeiter Karl Albert dahier. 12. Sonntag, 1 Jahr alt, Sohn von Heinrich Sonntag dahier. 15. Um Kind männlichen Geschlechts, 3‘/i Stunden alt, Sohn von SWfc binder und Lackierer Georg Beimborn dahier. 16. Philipp Ralxim, 52 Jahre alt, Schreiner von Großen-Buseck. 17. Heinrich Lteseu^ 64 Jahre alt, Taglöhner von Allenberg, KreiS Wetzlar. Schrffsnaehoichten^ — Der Postdamvfer „Nederland" der „Red Star Antwerpen ist laut Telegramm am 15. Februar wohlbehalten Philadelphia angekommen. Verkehr, Land und Volkswirtschaft. «ießeu, 18. Februar. Marktbericht. Auf bem WW Wochenmarkl kosteten: Butter per Pfd. JL 0.65—0.80, £>u*£-..r. per St. 0—0 4, 2 St. 11—13 Enteneier per St. 6—7 «’ Univerßläts Nachrichten. — München. Geheimrat Prof. Dr. v. Rothmuod, K weitbekannte Augenarzt und UniverfitätSlehrer, Vorstand bet ihm vor 45 Jahren begründeten königlichen Augenklinik, ist ua^‘ fetzung in den Ruhestand eingekommen. — Professoren und Prtvatdozenten. Man schreib^ „Frkf. Ztg." aus Bern: Unter den Prtvatdozenten an btfc versttät Lausanne herrscht eine gewtffe Gähruvg. Bisher nämlich diese Herren, gerade wie die Professoren, das Recht i geübt, Bücher in unbeschränkter Zahl aus der Bibliothek nach hin zu nehmen. Durch ein Reskript vom Anfang dieses JahreS w* aber den Privatdozenten die Zahl der auszuleihenden Bände t den gewöhnlichen Menschen auf zwei beschränkt. Hiergegen sch die Privatdozenten einen Protest auf, worin auSgeführt wird, \ Privatdozenten bedürften der Vergünstigung, die man ihnen ent^ weit eher, als die Profefforen. Denn in der Regel ständen: Privatdozenten in einem Älter, wo man die Kollegienhefle e schreibe. Hierzu brauchten sie außerordentlich viele Bücher, die £ fessoren dagegen könnten sich mit dem Ablesen ihrer Heste begnü« Im schlimmsten Falle würden darum jene eine derartige BesSrd ung in der Btbliothekbenutzung eher ertragen können, «15 ‘ Privatdozenten. ßt H-18 Wteratur, Wissenschaft und Kunst. - «in humoristischer Almanach ftir da» Jahr 18»» {, 5^1-00, IgJL herausgegeden von Ludwig JacobowSkt, wird in der nächsten ffiM, ^Au.OO, D®'eni6 unter dem Titel „Fröhliche Kunst" erscheinen. (Verlag von % । 62-64 -*1/ * W Zum rchtz, Ä^gesatten, ä* MS (fcÄ Ä?»Ä rsK r-rrtz 6,to‘. «■ S«' ttorf btfaoß. 15/ nit Flor» NM i Krisen 8to Uwe ein Lck, mß W Ittctt Heinrich iW gatant*^W ;er65rWtal*t mn Muser ein « t Skfen ein Wh et Wilhelm RonwW neSSlebltrigeinSch- ^rfl Bdmborn em 8 ck Schltrber. «S 3 j ,u Stounü«- L irrich Sonntag h«h ■ □tunben alt, « , Ä n?‘;- zste. Ö&rtS arl Sa» lembel- i« per Et. 11—13 A, «äse 1 Et. 5-8 H, «Lsematte per Et. 3 A. W(en per Liter 20 A. Linsen per Liter 30 A, Tauben per Paar M 0.80—1.00, Hühner per St. X 1.20-1.70, Hahnen per Stück 41.30-2.00, Enten per St. X 1.80—2.40, Gänse per Pfund 40 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 A, Kuh- und Rindfleisch Pfd. 62—64 A, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 A, Schweine- •leid), gesalzen, per Pfd. 80 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 A. .öMmelfleisch per Pfd. 50—70 A, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 brS '.00 x, Weißkraut per St. 00-00, Zwiebeln per Etr. X 8.00—9.00, *W per Liter 16 A- m ... Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens brS 2 Uhr Rach. mttagS. WÄrend der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Ircherziehen nicht feilgeboten werden. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 18. Februar. Die Sozialisten haben xchern in einer Versammlung für den zweiten Berliner «eichstags-Wahlkreis wieder den bisherigen Kandidaten flichard Fischer aufgestellt. Berlin, 18. Februar. Die „Voss. Ztg," berichtet aus Rom: Die Beratungs-Kammer des Konsulargerichtes in ßllexandria, die 14 italienische Anarchisten wegen ungesetzlicher Bereinigung, geheimer Schrifterzeugnisse und Verbreitung anarchistischer Schriften vor das Schwurgericht in Hncona verwies, lehnte die Eröffnung des Verfahrens wegen mrs Attentatsversuchs gegen ein fremdes Staatsoberhaupt mangels genügender Indizienbeweise ab. Berlin, 18. Februar. Der französische Botschafter, Marquis de Noailles, begab sich gestern nachmittag, rls er von der teilnahmsvollen Kundgebung Kenntnis ge- tommen hatte, welche der Reichskanzler im Reichstag dem »erstorbenen Präsidenten Faure bereitet hatte, alsbald zum Mrsten Hohenlohe, um diesem zunächst seinen persönlichen Dank abzustatten. MÜWWq San Remo, 18. Februar. Bei dem hier weilenden Herzog von Orleans traf der Herzog von Chartres lin. Es fand ein großer Empfang von Bauern und anderen Deputationen statt. Beim Diner und bei der Abfahrt der Deputationen auf dem Bahnhofe wurden die Rufe laut: ..Hoch der König, hoch die Königin!" Wegen dieser ' Demonstrationen veranlaßte die italienische Regierung die •tbreijt des Herzogs von Orleans, welche nachts 2 Uhr «chlgle. Paris, 18. Februar. Im Senat verlas gestern Loubet «iLensclls das Schreiben Dupuys über den Tod Faures. ‘ Gilbet hielt sodann eine kurze Ansprache, in welcher er Itai Andenken Faures feierte, und die von den Senats- ?Mgliedern mit döm Rufe: Es lebe die Republik, aufge- nommen wurde. Sodann vertagte sich der Senat auf *Dienstag, In den Wandelgängen herrschte große Auf- rtjung. Als einzige in Betracht kommende Kandidaten frMrberi Loubet und Mölme bezeichnet. Paris, 18. Februar. Das Resultat der gestern nach- wittng stattgefundenen Beratungen der einzelnen Partei- grnpptn ist folgendes: Die Gruppe der republikanischen hinten, welche 331 Mitglieder zählt, erklärte, demjenigen Kandidaten chre Stimme geben zu wollen, der die Majorität der beiden Kammern auf sich vereinen werde, doch müßte dies ein Mann sein, der mit der Dreyfus-Affaire noch nicht in Berührung gekommen fei. Bei den Radikalen erklärte Bourgeois, Brisson werde nicht kandidieren. Die demokratische Linke hat einstimmig beschlossen, Loubet zu wählen. Diese Gruppe beschloß eine Delegation von mehreren Mitgliedern zu Loubet zu senden, um ihm die Kandidatur anzubieten. Die Royalisten, 58 an der Zahl, erklärten Meline als ihren Kandidaten. Die Rechte stimmt ebenfalls für Meline, ebenso die Antesemiten und Nationalisten, welche 25 Mann stark sind. Paris, 18. Februar. Infolge der Einigung der demokratischen, radikalen und sozialistischen Kammergruppe und einer großen Mehrheit des Senats ist Loubets Kandidatur gesichert und ein ErfolgMölinesausgeschloffen, der übrigens zurückgetreten ist, während Loubet sich bereit erklärte, die Kandidatur anzunehmen. Als ihm die Abordnung der vier Kammergruppen ihre Beschlüsse mitteilten, erbat er sich eine kurze Bedenkzeit, willigte dann aber ein, sich als Bewerber aufstellen zu lassen. Er dankte tiefgerührt für das ihm erwiesene Vertrauen. Die nationalistische Gruppe sucht angesichts der hartnäckigen Weigerung Melines, die Kandidatur Dupuy anzutragen. Sie erklärte, die Wahl Loubets würde als die der Dreyfusianer angesehen werden, und das Ansehen der Kammer schwächen. Dupuy erklärte jedoch, die Kandidatur Loubets energisch unterstützen zu wollen. Die Wahl Loubets erscheint somit gesichert. Sollte es aber zum zweiten Wahlgange kommen, so könnte vielleicht die Kandidatur Freycinets in Erwägung treten. In letzter Stunde spricht man von der Eventualität der Kandidatur des General-Kommissars Picard. Paris, 18. Februar. Das Band eines großen Blumengewindes, an welchem die Visitenkarten des Kaisers und der Kaiserin von Rußland angeheftet sind, trägt die Inschrift: Unserem Verbündeten und Freunde. — Die Pariser deutsche Kolonie richtete an die Witwe Faures ein Beileidsschreiben und sandte einen Kranz. Paris, 18. Februar. Ein gestern von der „Gazette de France" publiciertes Manifest des Herzogs von Orleans, aus den bekannten Phrasen der „Libre Parole" zusammengestellt, machte absolut keinen Eindruck. Auf dem Pariser Nordbahnhofe wurden 5000 Celluloid-Broschen mit der Inschrift: „Hoch der Herzog von Orleans" beschlagnahmt. Dupuy will gegen die Monarchisten einen schärferen Ton anschlagen. Paris, 18. Februar. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, beabsichtigt Maneau unter keiner Bedingung sein Amt als Generalanwalt niederzulegen und sich unter keinen Umständen bewegen zu lassen, einem dahingehenden Druck von feiten der Regierung nachzugeben. Sie würde gern den Generalanwalt absetzen, aber eine solche Maßnahme muß genügend motiviert werden, und an dem dazu erforderlichen Stoff fehlt es vollständig. Paris, 18. Februar. Die Patriotenliga hat gestern abend Kundebungen veranstaltet. Mehrere Gruppen durchzogen die Boulevards und versammelten sich vor dem republikanischen Klub, wo sie Rufe gegen die Kandidatur Loubets ausstießen und diejenige Melines akklamierten. Loubet wird jetzt bereits als Kandidat der Dreyfus-Freunde und Meline als solcher der Militär-Partei bezeichnet. Freycinet erklärte, er werde feine Kandidatur für die vereinigten Republikaner nur bann ausstellen, wenn ein zweiter Wahlgang nötig werde. Paris, 18. Februar. Die verschiedenen progressistischeu Gruppen des Senats und der Kammer versammelten sich heute morgen 9 Uhr, um die Frage bezüglich der Kandidatur endgültig zu regeln. Dem „Ganlois" zufolge wird die Kandidatur Melines durch Hauotaux unterstützt. Dieser wird ebenfalls noch Schritte thun, um Dupuy und D e ch a n e l zu bestimmen, ihre Kandidatur aufzustellen und zwar mit der Absicht, den Sieg Loubets zu verhindern. Die Patriotenliga endlich wird auch ihren Kandidaten in der Person des Obersten Montaigne anfstellen. Derselbe hat sich als außerparlamentarischer Kandidat bezeichnet. Paris, 18. Februar. In Versailles werden für heute Kundgebungen erwartet. Man spricht schon von einer großen Bewegung, welche im nationalistischen Lager herrsche, wobei Döroulöde die Hauptrolle spiele. Die Meinungen gehen überhaupt heute morgen dahin, daß der heutige Tag nicht ohne sehr bedenkliche Kundgebungen verlaufen wird. Viele Republikaner hegen ernste Besorgnisse über den Verlauf der Präsidentenwahl. Paris, 18. Februar. Meline hat gestern abend definitiv seine Kandidatur aufgestellt, nachdem ihm mitgeteilt worden war, daß seitens der Kammer Loubet nicht einstimmig angenommen sei. Um 11 Uhr abends wurde in Paris bekannt, daß Loubet und Meline ihre Kandidaturen ausgestellt hätten. Eine Gruppe von sieben Mitgliedern der progressistischen Republikaner begab sich gestern abend in den Senat und erklärte dort, Meline habe die Kandidatur angenommen. Paris, 18. Februar. Die Antisemiten und Nationalisten sollen beschlossen haben, einen Skandal im Kongreßsaale heraufzubeschwören, und zu verlangen, daß jeder Kandidat allem bisherigen Gebrauch entgegen seine Meinung in der Dreyfus Angelegenheit vorher bekannt geben müsse. Brussel, 18. Februar. Der „Soir" bespricht den Tod des Präsidenten Faure und sagt, von der heutigen Präsidentenwahl hänge vielleicht Krieg oder Revolution ab. „Jndependance" sagt, Präsident Faure sei für die innere Politik Frankreichs verhängnisvoll gewesen. Drei Namen seien mit dem seinen verknüpft, nämlich Panama, Arton und Dreyfus. In der auswärtigen Politik fei er glücklicher gewesen. Mit Ausnahme von Faschoda habe er Frankreich um Madagaskar und einen Teil Chinas bereichert. Er hinterlasse die Präsidentschaft in schlechtem Zustande. Sein Nachfolger werde einen schwierigen Stand haben. -■SS**? dirrllcigcrmiiuii Holzversteigerung. N Nieder-Bessingener Gemeinde- Eid werben versteigert Dtwoch dk« 22. ffbroar: 3ST| Fichtenstämme von 15 bis 30 cm Durchmesser unb 12 bis 17 m Länge, 7'2?1 Fichten-Derbstangen, geeignet zu Wagnerholz, 1 Clsbeerstamm, 2 Linbenstämme, 5 Eichenflämme (Wagnerholz). l|innrr»tflg hm 23. fthront: 118 nn Buchen-Scheitholz, 1$ „ Buchen-, Eichen- und Nadel- Knüppel, HA , Buchen- u. Eichen.Stockholz, t„ Nadel-Stockholz, 1'115) Buchen- und Eichen-Wellen, , . erste Durchforstung, L-N> Eichen-Wellen, Nadel-Wellen. jedesmalige Anfang ist vor- 9 am ersten Tage im Wchriall, am zweiten Tage im LLk-tlsbsrg. 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Spindler. 4) Erinnerung an Tantifa, Hamm. 5) Ouvertüre »Die Felsenmühle“. Beissiger. 6) Duett aus Donizetti. 7) Berlin wie es singt und tanzt! "Walzer-Humor. Klein. 8) Fotpov, a. .Zigeunerbaron“. Strauss. 9) Finale a. »Rienzi-. Wagner. 10) KaiH! bl um en! Gavotte (neu). J. Brodt. 11) Confetti! Potpourri. Klein. 12) Koola Mexicaner Monopol-Griechen von 1887 5 Goldenes Bleistift verloren. 1514 Abzugeben gegen Belohnung Frankfurterstr. 45. : geladen, welche H Dienstag den 21. Februar d. J., w Nachmittags 3 Uhr, • im Saale des Hotels zum Heffischen Hof in Butzbach ß M stattfindet. In dieser Versammlung soll der G • neue Weinsteuer - Gesetzentwurf, • A welcher zur Zeit hoher 2. Kammer vorliegt, zur Besprechung gelangen. I A Angesichts der hohen Wichtigkeit dieser Angelegenheit wird W • um zahlreiche» Erscheinen gebeten. 1542 • Das Weinsteuer-Landes-Konntee. tz 100.8! 100.» । 260 99'61 Ooursbericlit Hi J. Kurz & Co«) Giessen, ripstlßchk Frankfurter Börse vom 17. Februar 1899 und btitagsgeschäft Gegründet 1879. - X? * Bi ;tllb bi[i« l'Rfcl11»’ |Ä! 1 Ls» ■ I ■ Eisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. Oesterr. StaatSbabn v. 1885 89.70 4 Jtal. staatSgar. Ersenb. 60.10 4 Grosses Lager fertiger Herren-, Damen und Kinderwäsche, Leib-, Bett- u. Tischwäsche. Anfertigung aller Wäschegegenstände nach Mass und Angabe. Grosse Auswahl in Chiffons, Leinen, Piques, Damasten, Cattunen, Bettzeugen, Barchenten, Gardinen u.Rouleauxstoffen, Tisch-, Hand- und Taschentüchern. Neuheiten in Kleider- u. TTnterr ockstofEen Lager in Bettfedern n. Dannen. Übernahme vollständiger Ausstattungen. Billigste Preise, reellste Bedienung. 1562 Anfertigung nach Matz in eigener Werkstätte. — _________________ Steins Garten (Saalbau •eeeeeeeeeeeceeeseoee®®** I Die Wein-Interessenten • 2 (Gastwirte, Weiuhäudler, Weiuverkaufer) G 2 werden hiermit zu einer Versammlung ein« j Sonntag den 19. yebruar, nachmittags 87» Uhr r Predigt. Jeden Mittwoch abend 87« Uhrr Bibelstunde. Pred. Barmckel. jedermann freundl. willkommen. __ Redaclion: E. Burkhardt. — Druck »ntz der vrühl'schm UnivkrfitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) 'N Gießen. «LkW- Die heutige Yummer umfaßt 16 4 DeutscheGrdsch.B.unk.b. 1904 101.50 4 Geld 16.17 Franz. Banknoten 20.36 Oesterr. dto. 4.17 Americ.