ster > se 17. am Platze uh sweg 83 '"tcBniÖbel zwände 0n. Mangeln schinen 'itiskichasipgr^ Rasenmäher. bVN. 5188 Reffen liiM. ?rne Schiebkarrrn nallationswecheuge isschräuke ickerboff-Cemnt pinkle Eimer, Wannen tzW,B»k,SPS. ' MMch tv. seler 198» 400? ihbüch. »verdecke, mit und unb Jagdtvagea, eaks stet« oonäthig. . leichte Landauer» log. Lauterbacher billigen Preisen. 3615 W § o p S- o § K ** IA ** i s i #$ L 5 5,' f» ft V I * Dienstag den 18. Juli Nr. 166 ISO» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Aints- unb Anzeigeblatt für den Aveis Gieren Ziejugrpret» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Vffr mit Bcingerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen« Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den Hslgeuden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamltlentkätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Erstes Blatt. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietze«. Fernsprecher Nr. 51. Nedaktion, Expeditton und Druckerei: Schntstraße Ar. 7. Amtlicher Feil. Nr. 28 des Reichsgesetzblattes, ausgegeben den 12. d. M., enthält: (Nr. 2593.) Bekanntmachung, betreffend die Führung eines Genossenschaftsregisters und die Anmeldungen zu diesem Register. Vom 1. Juli 1899. (Nr. 2594.) Bekanntmachung, betreffend die Handelsbeziehungen zum Britischen Reiche. Vom 7. Juli 1899. (Nr. 2595.) Bekanntmachung, betreffend das Inkrafttreten des Handels- und Schiffahrtsvertrags und des Konsularvertrags zwischen dem Deutschen Reiche und Japan. Vom 4. April 1896. Vom 7. Juli 1899. Gießen, den 17. Juli 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. Nachdem sich mehr wie ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen, bei der am 15. Mai d. I. stattgehabten Abstimmung für die Feldbereinigung der Gemarkung Daubringen erklärt haben, und nachdem keine Einwendung gegen die Zulässigkeit bezw. Rechtsbeständigkeit des Abstimmungsergebnisses erhoben worden ist, hat die Großh. Obere landwirtschaftliche Behörde den Beginn der Feldbereinigungsarbeiten angeordnet und den Unterzeichneten zum Bereiriigungskommiffär ernannt. Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, lade ich in Gemäßheit des Art. 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 die sämtlichen beteiligten Grundbesitzer zu einer am Samstag, dem 5. August 1899, Vorm. 9l/2 Uhr, im Schulsaale zu Daubringen stattfindenden Versammlung ein. Diese Versammlung hat: 1. darüber zu beschließen, ob die im Grund-(Flur-) Buch enthaltenen Größenangaben, oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Bereinigung zu Grunde zu legen find; 2. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, oder den Abschätzungswert der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Massengrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen; Z. die zur Vollzugskommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von Zweidrittteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nichterschienenen Beteiligten verbindlich. Kommen giltige Beschlüsse nicht zu stände, so hat zu 1.: durch Vermessung der Grundstücke die Ermittelung des Flächengehaltes derselben zu erfolgen, zu 2.: die Vollzugskommission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen, zu 3.: die Großh. Obere landwirtschaftliche Behörde die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Friedberg, den 15. Juli 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär: ______Süffert, Kreisamtmann._____________ Bekanntmachung, betreffend: Schießübungen. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das Infanterie Regiment „Kaiser Wilhelm" am 19., 20., 21., 22., 24. n. 25. Juli 1. I jedesmal von morgens 8 bis nachmittags 4 Uhr Schießübungen mit scharfen Patronen in dem Gelände des Wißmar-Baches, aufaugend vou dem Wege der von Krofdorf kommend, das Wißwar-Bachthal vou Südwesten nach Rordosteu durchschncidet mit allgemeiner Schießrichtuug vou dem Schnittpunkt diefes Weges mit dem Wiß- mar-Bachthal aufwärts in der ungefähren Richtung auf Kirchvers abhalten wird. Die Straße Wißmar—Forsthaus—Waldhaus—Schmelz—Salzböden — Odeuhaus en—Rut- tershaufeu—Wißmar sind ungefährdet. Die Wege, welche in das von vorgenannte« Straßen umgrenzte Gelände führen, werden während der Dauer des Schießens durch Posten gesperrt «ud dürfen daher nicht betreten werden. Besonders wird noch darauf hiugewieseu, daß au den oben genannten Tage» während der Dauer des Schießens sich keine Holzhauer und Holzsammler in den gefährdeten Waldungen aufhalten dürfen. Gießen, am 14. Juli 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Deutsches Reich. Berlin, 15. Juli. Mit der Wahrnehmung der Ober- präsidialgeschäste für die Mark Brandenburg ist nach dem Tode des Herrn Dr. v. Achenbach der Oberpräsidialrat v. Bethmann-Hollweg beauftragt worden. Berlin, 15. Juli. Prinzessin Heinrich von Preußen wollte Samstag früh nach ihrem Gute Hemmelmark fahren. Ende Juli begiebt sie sich auf vier Wochen zum Besuch an den russischen und englischen Hof. — Schiffsbauten für die kaiserliche Marine. Die vier schweren Lknicnschiffe, welche die deutsche Marine jüngst ausgeschrieben hat, sind jetzt endgiltig bestellt. Die Privatwerften Vulkan-Stettin, Germania-Tegel und Schichau- Elbing haben je ein Schiff erhalten, während die Ausführung des vierten Schiffes der kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven übertragen wurde. Die endliche Erledigung dieser Angelegenheit hat sich wegen des Entscheides über die Kessel- frage bis jetzt verzögert. Die Fahrzeuge erhalten, wie die jüngst bestellten Kreuzer und Linienschiffe, Kessel nach dem sogen, gemischten System, das heißt: */2 bis 3/i der Kessel sind- Rundkessel (Großwasserraumkessel), während % bis V< sogen. Wasserrohrkessel sind. Im vorliegenden Falle hat man dazu das System Thornycroft verwandt. Die Röhrenlieferungen hierzu sind dem Blechwalzwerk Schulz-Knaudt in Essen zugefallen. Bei zwei anderen schon im Bau befindlichen Schiffen ist die Ratinger Kesselfabrik vormals Dürr die Lieferantin der Kessel. Beim Umbau der beiden ältern Panzerschiffe „Bayern" und „Baden" hat man auch diese Kesselform allein benutzt, doch sind die Kessel hier von den betreffenden Privatwerften, welche den Umbau übernommen hatten, ausgeführt. Bei den erwähnten vier neuen Panzern hat man sich dagegen anstatt des zuerst ins Auge gefaßten Dürr-Systems zu dem gemischten System entschlossen und hierbei Thornycroft verwandt. — Die Sozialdemokratie in den Landtagen der Einzel st aaten. Während die Sozialdemokratie in der bayerischen Abgeordnetenkammer bisher durch 5 Abgeordnete (4 für Nürnberg und 1 für München II) vertreten war, dürfte sie nach den Ergebnissen der jetzigen Wahlen in der neuen Kammer 11 Mitglieder zählen, da nach dem mit dem Centrum getroffenen Uebereinkommen in München I 3, in Speyer-Ludwigshafen 2 und in Pirmasens ein sozialdemokratischer Abgeordneter gewählt werden soll. Die bayerische Abgeordnetenkammer würde dann von allen einzelstaatlichen Landtagen die meisten sozialdemokratischen Abgeordneten aufweisen. In der sächsischen zweiten Kammer hatten es die Sozialdemokraten bereits auf 15 Abgeordnete gebracht; aber seit der Wahlrechtsünderung (Einführung eines Dreiftassenwahlsystems nach preußischem Muster) ist diese Zahl auf 8 gesunken, und sie dürfte noch weiter sinken, da ein Teil der sächsischen Sozialdemokraten wegen der Wahlverschlechterung sich nicht mehr an der Landtagswahl beteiligt. Im übrigen gestaltet sich die sozialdemokratische Vertretung in den Landtagen, wie die „Köln. Volksztg." angiebt, also: Württemberg 1 sozialdemokratischer Abgeordneter, Baden 3, Hessen 4, Weimar 1, Gotha 7, Meiningen 4, Reuß j. L. 3, Altenburg 4, Schwarzburg-Rudol- stadt 1. An den preußischen Landtagswahlen hat sich die Sozialdemokratie im vorigen Jahre zum erstenmale, aber nicht geschlossen und nicht überall, beteiligt. Der Erfolg blieb aus. Den günstigsten Boden findet die Sozialdemokratie in den thüringischen Kleinstaaten, die ja auch fünf Sozialdemokraten in den Reichstag geschickt haben (Weimar, Gotha, Meiningen, die beiden Reuß). In Bayern sind die Reichstagswahlkreise München II, Nürnberg, Erlangen- Fürth und Speyer ebenfalls durch die sozialdemokratische Partei, vertreten. — vr. Karl Peters erklärt in einem Schreiben an das Reichspostamt von Tajakafura, daß er sich in einem Irrtum befunden habe, als er annahm, die auf dem Hamburger Bahnhof in Berlin gestohlene Kiste sei der Reichspost übergeben worden. Vielmehr habe sie ein Speditionsgeschäft zur Beförderung bekommen. Peters fährt dann fort: „Wenn ich ferner von Briefen spreche, welche mit allen Zeichen des Erbrochenseins im Winter 1896/97 an mich gelangten, so hat es mir durchaus fern gelegen, die kaiserlich deutsche Post anzuklagen, diese Briefe eröffnet zu haben. Ich habe eben nur festgestellt, daß ich in Kensington, London SW. Briefe erhielt, welche meinen Freunden und mir die Ueberzeugung erweckten, daß sie geöffnet und wieder geschlossen gewesen waren. Von wem und wo dies geschehen sein mochte, habe ich nicht ermitteln können. Jedenfalls habe ich die deutsche Reichspost mit meiner Mitteilung nicht beleidigen wollen. Köln, 15. Juli. Das Befinden des Weihbischofs Dr. Schmitz ist fortgesetzt befriedigend. Der Patient kann sich bereits geistig beschäftigen; gestern empfing er den Besuch des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Exzellenz Nasse. Ausland. Wien, 16. Juli. Anläßlich der von den tschechischen Vereinen in Wien gestern abend abgehaltenen großen Festlichkeiten kam es zwischen deutsch-nationalen Studenten, welche gegen diese Festlichkeiten demonstrierten, und den tschechischen Festteilnehmern zu wiederholten Zusammenstößen, sodaß die Polizei energisch einschreiten und viele Verhaftungen vornehmen mußte. Lewberg, 16. Juli. Die in Lemberg versammelte Lehrerschaft beschloß, eine Petition einzureichen, in welcher ersucht wird, die seiner Zeit abgeschaffte körperliche Züchtigung in den Schulen wieder einzuführen. Rom, 15. Juli. Vierzig der bei den Revolten auf Tivoli verhafteten Auf ständigen brachen aus ihren Zellen aus, bewaffneten sich mit Holzstücken aus den zerschlagenen Thüren und schlugen die machtlosen Wächter nieder. Gleichzeitig verbarrikadierten sich die gefangenen Kranken mit Betten, Tischen und Stühlen. Die Carabinieri stellten nur mit großer Mühe die Ordnung wieder her. Sämtliches Inventar des neuen Gefängnisses wurde zerstört. Mehrere Wärter sind schwer verwundet. Rom, 15. Juli. Der Ernst der inneren Lage ist, nach einer römischen Zuschrift der „Wiener Polit. Nachr.", durch die Suspendierung der Kammern nicht gemildert, im Gegenteil gesteigert worden. Darüber herrscht nirgends mehr Ungewißheit, als höchstens bei der Krone. Immer unverblümter wird in der Presse dem General Pelloux der Vorwurf gemacht, daß er dem König die Gefahr, in welcher die Ruhe des Landes schwebt, verhehle. Die Opposition wird in dem entbrannten Kampfe nicht nachgeben, und wenn das Ministerium gleichfalls nicht vom Platze weichen will, dürften schwere Stürme schon in kurzer Zeit an allen Ecken des Landes ausbrechen. Wirklich ergebene Freunde der Dynastie raten Herrn Pelloux, der ja in Ergebenheit gegen das Königshaus von niemandem im Lande übertroffen wird, an, auf das Jnkraftsetzen der politischen Ordonnanzen vom Juni zu verzichten. Es wäre vom staatsmännischen Standpunkte das Weiseste, was General Pelloux unternehmen könnte, und vom Standpunkte der internationalen Politik wäre es das Wünschenswerteste. Paris, 16. Juli. Das Gerücht, daß Pellieux, welcher vorgestern bei der Revue nicht an der Spitze der Truppen erschien, disziplinarisch bestraft worden ist, bestätigt sich. — Die Behauptung von der bevorstehenden Ankunft des deutschen Kaisers auf der „Hohenzollern" in Dinard wird aufrecht erhalten. London, 15. Juli. Der wunde Punkt der englischen Seemacht. Der „New Jork Herald" vom 13. Juli berichtet mit Genugtuung, daß die Vereinigten Staaten acht Schulschiffe für die Heranziehung des Nachwuchses für die Kriegsmarine besäßen und außerdem drei Schulschiffe, in denen der Nachwuchs für die Handelsmarine unter staatlicher Aufsicht erzogen würde. Er hofft, daß bei der durch den letzten Krieg gesteigerten Neigung der Bevölkerung zum Dienst sich nun eine für jede Eventualität ausreichende Zahl von ausgebildeten Reserve-Mannschaften für die Kriegsmarine ergeben werde, sowie daß in wenigen Jahren amerikanische Schiffe nur noch mit amerikanischen Matrosen bemannt sein werden. Nicht mit Unrecht sieht der „Herald" in der besseren Qualität der Bemannung einen beneidenswerten Vorzug der amerikanischen Marine vor der englischen. Dafür, daß gerade auf diesem Gebiet eine wesentliche Schwäche der englischen Flotte liegt, werden die amtlichen Aeußerungen des Lord Brassey, Gouverneurs von Victoria, angeführt, die auch uns sehr beachtenswert erscheinen. Lord Brassey, einstiger Gatte der verstorbenen sehr bekannten „Sunbeam"-Reisenden und Schriftstellerin, war früher Lord, dann Sekretär der Admiralität in London und Präsident des „Institute of Naval Architects“; in diesen Stellungen und in längerer praktischer und parlamentarischer Thätigkeit hat er sich eine Sachkunde erworben, die ihn zur Autorität macht. Lord Brassey fragt, wo soll England Menschen zur Bemannung seiner Kriegsschiffe hernehmen? Dann fährt er fort: „Während die Marine- Reserven aller europäischen Großmächte aus Matrosen bestehen, die eine zweijährige aktive Dienstzeit durchgemacht haben, müssen wir in England uns mit unausgebildeten Mannschaften begnügen. Wir beklagen tief, daß die Quellen für die Ergänzung unserer Marine-Reserven aus Hochsee- Matrosen mehr und mehr versiegen. Der Dampf und der Suez-Kanal haben die Zahl der Ausländer auf britischen Schiffen auf 40 Prozent gesteigert. Es ist klar, daß in dieser Beziehung etwas Durchgreifendes geschehen muß." Unter den verschiedenen Abhilfsmitteln erscheint dem Lord die von der „Navy-League" vorgeschlagene Einrichtung von staatlich subventionierten Schulschiffen für Handelsmatrosen am zweckmäßigsten. Zwar macht ihm die staatliche Unterstützung einige prinzipielle Skrupel, doch meint er, die Ausbildung von Seeleuten sei eine viel zu wichtige und bedeutungsvolle Angelegenheit für Staat und Volk, um sie auf dem unsichern Boden privater Fürsorge zu belassen. „Mehr als bei irgend einer anderen Klasse von Menschen bedarf es bei Matrosen der Fürsorge einer väterlichen Regierung, und britische Matrosen sind nun einmal für britische Schiffe nötig." Tempora mutantur! Bulgarien. Der Schluß der bulgarischen Kammer. Die Obstruktion der oppositionellen Parteien ist bekanntlich in der Hauptsache — dem Kampfe um die Finanzverträge — wirkungslos geblieben. In letzter Stunde spielte die Opposition noch eine Karte aus, indem sie demonstrativ von der üblichen Schlußfeier durch den Fürsten fernblieb, damit aber nur erreichte, daß letzterer, der seinen fürstlichen Dank für die erfolgreiche Lösung der wirtschaftlichen Krise vor halbleeren Bänken sprach, sich sichtlich ärgerte. Der Minister des Aeußern, Grekoff, hatte in einer der letzten Sitzungen der nun wieder bis Oktober — zur ordentlichen Session — vertagten Sobranje noch Gelegenheit, sich in Beantwortung einer Interpellation über die mazedonische Politik der Regierung zu äußern. Ohne sonderlich neues vorzubringen, aber auch ohne den nationalen Gelüsten der Bulgaren zu schmeicheln, erklärte Grekoff ganz offen- mutig, daß die bulgarische Regierung in richtiger Erkenntnis ihrer Ohnmacht gegenüber der Türkei und den dortigen Vorfällen, keinerlei Schritte zu Gunsten der Bulgaren in Mazedonien bei der Pforte unternommen habe und daß er die besten Beziehungen zu letzterer zu unterhalten als seine politische Aufgabe erachte. Je aufrichtigere, bessere Beziehungen Bulgarien zur Türkei erhalte, desto mehr werde das Mißtrauen der letzteren gegen die bulgarische Politik und Regierung schwinden und damit sich auch die Lage und Behandlung der Bulgaren in Mazedonien bessern, welche aus dem Gesichtspunkte, daß Bulgarien als Feind des Bestandes der Türkei gilt, unter dem Drucke der türkischen Behörden zu leiden haben. Die Erklärungen Grekoffs über seine mazedonische Politik werden überall, wo man ihnen Glauben zu schenken vermag, einen guten Eindruck Hervorrufen. Unter den verschiedenen anderen Interpellationen der Opposition, welche eine Spitze gegen den Fürsten und die Regierung hatten, jedoch zumeist an einen geringfügigen Vorteil anknüpften, befand sich auch eine an den Kriegsminister, über die jüngste Stiftung und Verleihung einer Erinnerungs-Militärmedaille durch die Fürstin-Mutter Clementine von Koburg an das ihren Namen tragende bulgarische Regiment. Laut Verfassung könne nur der Fürst — und auch dieser nur mit Zustimmung der Kammer — irgend einen Orden ober ein Ehrenzeichen in Bulgarien stiften. Die Antwort des Kriegsministers war teilweise von unfreiwilliger Komik gewürzt. Nachdem Oberst Paprikoff die fragliche Medaille als keine Medaille, sondern als Erinnerungszeichen in Medaillenform definiert hatte, erklärte er, es sei ursprünglich die Absicht der greifen Fürstin als Regimentschef gewesen, allen Offizieren und Soldaten ein Andenken zu verleihen und habe man an eine an der Uhr- tette zu tragende Medaille gedacht. Aus der Erwägung, daß jedoch ein größerer Prozentsatz der bulgarischen Krieger weder Uhr, noch Uhrkette besitzen, sei dann die Medaille am Bande geworden. Dafür, daß diese Medaille nicht an einer anderen Stelle der Uniform, als an der für Orden und Ehrenzeichen üblichen, getragen werden konnte, war, nach den Worten des Kriegsministers, die Rücksicht auf das militärische decorum maßgebend. (!!) Wenig befriedigt von dieser Antwort, welche jedoch das Haus zur Kenntnis nahm, zog sich der Interpellant grollend zurück. Im übrigen befaßte sich die Kammer in dieser Nachwoche, welche der bekannten Abstimmung über die Finanzverträge folgte, mehr mit der Abschaffung und Aufhebung früherer Gesetze und Einrichtungen, als mit der Neueinführung von solchen. Vorläufig überwiegt noch der lange verhaltene Zerstörungstrieb der an die Macht Gelangten — alle vernünftige Thätigeit. M. N. N. Belgrad, 16. Juli. Der König verfügte gestern, daß der ehemalige Adjutant und Vertreter des Fürsten von Montenegro, Blascho Petrovic, der gestern in häusliche Haft genommen wurde, wieder entlassen werde, Serbien aber mit seiner Familie augenblicklich zu verlassen habe. Wie verlautet, soll diese Enthaftung auf die Intervention der russischen Gesandtschaft zurückzuführen sein. Diese hat Petrovic mit den nötigen Geldmitteln versehen. Es verlautet, daß er sich mit seiner Familie sofort über Semlin nach Rußland begeben habe. Türkei. Der türkisch-serbische Grenzstreit. Wie man der „P. K." aus Salonichi berichtet, dürfte die türkisch-serbische Grenzkommission, die mit der Untersuchung des letzten Grenzzwischenfalles betraut wurde, ihre Arbeiten in acht bis zehn Tagen abgeschlossen haben. Die infolge dieser Vorkommnisse an der Grenze dislozierten türkischen Truppen sollen schon in den nächsten Tagen in ihre früheren Garnisonen zurückkehren. Der zum Truppeninspektor im Vilajet Koffowo ernannte Seifulla Pascha hat ausgedehnte Vollmachten erhalten, um die Ruhe an der Grenze dauernd zu sichern. Seifulla Pascha hat mehrere arnautische Führer zu sich berufen und ihnen erklärt, daß er gegen Ruhestörer unnachsichtlich vorgehen werde. Ostafien. Dampferkonkurrenz auf dem oberen Jangtse. Eine britische Gesellschaft hat sich zu dem Zwecke gebildet, eigens konstruierte Dampfer für den Verkehr und Transport auf dem oberen Iangtseflusse zu bauen und so schnell als möglich in Betrieb zu stellen. Diese Dampfer sollen zuerst zwischen Jtschang und Tschungking laufen und womöglich bis nach Snisu stromaufwärts gehen. Der Zweck ist, den deutschen Dampfern dort Konkurrenz zu bieten. Als lokaler Leiter dieser neuen Linie ist der bekannte Mr. Archibald Little in Tschungking bestellt. Die neue Linie soll angeblich schon im nächsten Frühjahr in Betrieb treten. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 17. Juli 1899. * • Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Juli den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Nieder-Olm, Karl Ludwig Dapper, zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht zu ernennen, sowie dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II, Friedrich Tenner, und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach, Edmund Beyke, den Charakter als „Amtsgerichtsrat" zu erteilen. * * Kirchliches. Seine Königliche Hoheit der Groß- i Herzog haben Allergnädigst geruht, am 15. Juli den Pfarrverwalter Wilhelm Fischer in Trais-Horloff zum Anstaltsgeistlichen am Landeszuchthaus Marienschloß, mit Wirkung vom 1. August 1899, zu ernennen. * * Ernennung. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern ist der seitherige Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Bernbeck zu Friedberg zum Regierungs- assesior ernannt worden. * • Wechselstempelstener. Im Oberpostdirektionsbezirke Darmstadt ertrug die Wechsel st empelsteuer im Juni ds. Js. 15,690 Mk. 90 Pf., zusammen mit den Vormonaten des laufenden Etatsjahres (ab 1. April er.) 46,339 Mk. 60 Pfg. oder 3095 Mk. mehr als im entsprechenden Zeiträume des Rechnungsjahres 1898. Kaiserquartett. Ein seltener Kunstgenuß steht uns bevor. Das durch seine Konzertreisen im In- und Ans- lande rühmlichst bekannte Kaiserquartett aus Berlin wird am Freitag Abend in Steins Garten konzertieren. Die Mitglieder des Quartetts sind Königliche Kammermusiker, Mitglieder des Hof-Oper-Orchesters in Berlin, mithin ist die Gewähr für Musterleistungen geboten. Die Bezeichnung „Kaiser-Cvrnett Quartett" wurde demselben^in früheren Jahren nach seiner Gründung durch den derzeit berühmtesten Cornet ä Piston-Sßirtuofen, Professor der Hochschule Kos leck, bei einer musikalischen Abend- unterhaltung im Palais des Kronprinzen Friedrich von Seiner Majestät dem Kaiser Wilhelm I., in Anerkennung vollendeter künstlerischer Leistungen beigelegt. Das Quartett besteht aus Sopran-, Alt-, Tenor- und Vaß-Cornett. Die Zusammenstellung der Instrumente ist eigenartig ; die Vorträge bestehen zum größten Teil aus vierstimmig gesetzten, nach Art des gemischten Chores eingerichteten Liedern. Das Zusammenspiel ist ungemein genau, und die verständnisvolle Fertigkeit in der Behandlung der Instrumente so meisterhaft, daß der Eindruck dieser vornehmlich im Piano so wunderbar berührenden Klänge ein tiefergreifender ist, der der Wirkung des Gesanges fast gleichkommt, sodaß man kaum zu glauben vermag, daß die Töne Metallinstrumenten entlockt werden. Das Gießener Publikum dürfte diese willkommene Gelegenheit, seinen Kunstsinn zu betätigen, sicher nicht ungenutzt vorüberlasien. •• In Sachen Schillers. Der „Frankfurter Zeitung" wurde — wie auch uns — unterm 15. Juli gemeldet: Dem jetzigen Rektor der Landes-Universität, Professor Dr. Löhlein, ist auf seine im Auftrage des gesamten Senats an das Großherzogliche Staatsministerium gerichtete Anfrage soeben der Bescheid geworden, daß durch die am 12. Juli erfolgte Pensionierung des Geheimen Oberschulrats Professor Dr. Schiller das Halten von Vorlesungen an der Univ er sität und damit die Ausübung der akademischen Lehrthätigkeit durch ihn nicht ausgeschlossen ist und seitens des Ministeriums nicht beanstandet wird. *♦ Die zweite internationale Hundeausstellung ist gestern abend geschlossen worden. Der Besuch derselben war ein guter. Daß auch das ausgestellte Hundematerial durchweg ein vorzügliches, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen. Wir werden in einer der nächsten Nummern darauf zurück- kommen. Der von den Mitgliedern des Stadtverordneten- Kollegiums gestiftete Ehrenpreis wurde dem schönsten Jagdhund der Ausstellung, Bella-L, Besitzer Heinr. Baumann- Frankfurt a. M., zuerkannt. — Der Ehrenpreis für besten Luxushund erhielt der russische Windhund Champion Tartar, Besitzer H. M ö ckel-Homburg v. d. H. — Nach Aussage hervorragender Kynologen war die diesjährige Gießener Ausstellung in Bezug auf Einrichtung und Wert der ausgestellten Tiere, mit die schönste der bisherigen Ausstellungen. Eine Anzahl Tiere, die gewiß der höchsten Preise für würdig erachtet worden wären, standen außer Konkurrenz, u. a. auch die Jagdhunde des Ausstellungsleiters, Herrn Ad. Bieler-Gießen. ** Meldungen und Nennungen zur 9. Ruder Regatta in Gießen am 30. Juli 1899. 1. Junior-Einer. 1. Bonner Ruder-Verein. 2. Rudergesellschaft „Rhenauia" Koblenz. 3. Gießener Ruder-Gesellschaft. 2. Großer Vierer (Wanderpreis der Stadt Gießen). 1. Wetzlarer Ruderklub. 2. Gießener Ruder-Gesellschaft. 3. Doppel-Zweier ohne Steuermann. 1. Gießener Ruder-Gesellschaft. 2. Rudergesettschaft „Rhenauia" Koblenz. 4. Junior- Achter. 1. Gießener Ruder-Gesellschaft. 2. Frankfurter Ruder-Verein. 5. Einer, Lahn-Pokal. Gießener Ruder-Gesellschaft. 6. Z w e i t e r V i e r e r. 1. Offenbacher Rudergesellschaft „Undine". 2. Frankfurter Ruder-Verein. 7. Dvllen-Zweier. 1. Ruder-Verein Ems. 2. Krefelder Ruder-Klub. 3. Bonner Ruder-Verein. 4. Rudergesellschaft „Rhenauia" Koblenz. 8. Junior-Vierer. 1. Frankfurter Ruderverein. 2. Offenbacher Ruderverein. 3. Wetzlarer Ruderklub. 9. Z w e i t e r E i n e r. 1. Bonner Ruderverein. 2. Rudergesellschaft „Nhenania", Koblenz. 3. Gießener Rudergesellschaft. 10. Akademischer Vierer. 1. Heidelberger Ruderklub. 2. Gießener Rudergesellschaft. 11. Dollen-Vi er er. 1. Bonner Ruderverein. 2. Gießener Rudergesellschaft. 3. Rudergesellschaft „Rhenauia", Koblenz. 12. Großer Achter (Wanderpreis). Ehrenpreis, gestiftet von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. 1. Gießener Rudergesellschaft. 2. Frankfurter Ruderverein. 13. Ermunterungs- Vierer. 1. Offenbacher Ruderverein. 2. Frankfurter Ruderverein. 3. Ruderverein Ems. * * Polizeibericht. Am Samstag dem 16. l. Mts. ging ein Pferd einer hiesigen Brauerei mit Gefährt in der Grünbergerstraße durch und riß eine Straßenlaterne um. Der Wagen blieb am Kandelaber hängen, während das Pferd davon lief, um später, ohne weiteren Unfall angerichtet zu haben, aufgefangen zu werden. — Wegen fahrlässiger Körperverletzung kam ein hiesiger Radfahrer zur Anzeige, der am Neuenweg zu rasch fuhr und dabei eine Dame umrannte und derartig verletzte, daß sie verschiedene nicht unerhebliche Wunden davon trug. Auch ihre Kleidung litt dabei Schaden. — Von den zu der hiesigen Hundeausstellung gesandten Hunden, waren einige bereits bei Ankunft in den Transportbehältern verendet. (!) — Am Samstag wurde einem Herrn in einer hiesigen Bade- anstatt, während des Badens aus seinen Kleidern das Portemonnaie mit Inhalt entwendet. Zwei bis jetzt noch unermittelte Jungen sind dieses Diebstahls verdächtig. • * Eine lange Reise hat eine Ansichtspostkarte hinter sich, die an Fräulein Schmidt in Weimar gerichtet war. Die Karte ist laut Poststempel in Gießen am 1. Januar 1897, 10—11 Uhr vormittags, aufgegeben, und enthält einen Neujahrsglückwunsch. Zwei und ein halbes Jahr später, am 5. Juli 1899, ist sie glücklich in die Hände der Adressatin gekommen. * • Erledigte Stellen für Milit'äranw'ärter im Bezirk deS 18. Armeekorps. Frankfurt, Polizei-Präsidium, Polizeibote, 900—1500 Mk. — Im Bezirk der Kaiserlichen Ober- Postdirektion Darmstadt, zwei Landbriefträger, je 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Im Bezirk der Kaiserlichen Ober-Postdircktion Frankfurt, ein Briefträger und Postschaffner und zwei Landbriefträger, 900, bezw. je 700 Mk. und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Wiesbaden, Polizeidirektion, Schutzmann, 1200 bis 1600 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeld- zuschuß. ____________ R. Aus der östlichen Wetterau, 16. Juli. Die Rapsernte hat bei uns begonnen; man hat den Raps geschnitten und, entgegen der früheren Uebung, nicht reihenweise auf den Acker gelegt wie das Halmgetreide, sondern sogleich kleine Garbenbündel — etwa so stark, wie man sie in zwei Hände fassen kann — angefertigt und diese Bündel neben einander gestellt. Auf diese Weise muß der Regen stets rasch aus den Schoten abfließen, und es kann nicht leicht Verderbnis entstehen. Wir haben verschiedene Rapsgarben vorgenommen und fanden, daß die Körner wohlgebildet und ölreich sind. Der Erlös aus Raps ist einer der ersten Erträge aus der Landwirtschaft und wird stets sehr angenehm empfunden. Der Rapsbau ist immer noch einträglich, wenn er richtig betrieben wird. 4- Eichelsdorf bei Nidda, 16. Juli. Bei der gestern dahier vorgenommenen Beigeordneten-Wahl erhielten die drei aufgestellten nachbenannten Kandidaten folgende Stimmen: Christian Würz 53, Heinrich Alt 42 und Peter Wilh. Würz 33. Da keiner derselben die gesetzliche Majorität bekommen hat, muß in Kürze eine Stichwahl bezüglich der beiden erstgenannten stattfinden, die sehr lebhaft zu werden verspricht, während es gestern verhältnismäßig ruhig herging. -i- Salzhausen, 16. Juli. Die kürzlich gebrachte Nachricht aus hiesigem Bade: Das Wasser sei ausgeblieben, hat im Publikum unrichtige Ansichten hervorgerufen und zwar dahin gehend, daß die Leute glaubten, die Badesoole wäre ausgeblieben und mit dem Baden sei es nun vorbei, oder es könne nur noch in sehr beschränktem Umfang ausgeübt werden. Glücklicherweise handelt es sich aber gar nicht um das Badewasser, die s. g. Badesoole, denn von dieser ist reichlich vorhanden, und wenn die drei Quellen, die die Soole liefern nicht reichen sollten, so sind drei weitere vorhanden, die jedem Bedürfnisse genügen. Es handelte sich vielmehr um das Wasser, welches das Pumpwerk zu treiben hat, und dieses Wasser war zu gering, das Pumpwerk ging zu langsam und schaffte zu wenig Soole nach dem Badehaufe. Durch Aufstellung einer Lokomobile kann, wenn es not- ■ f«r ’i'utten. t,let6- H°rrn ^N«t« « • ‘ • kontier Svbknr Ruderklub. ^l-Zveier f'^llschast, ) -^unior- “• Frankfurter ' ®’^ener ^.?^nbacher ^der-Berein. S1M- 2. fte. n; 4- Ruder- ,lDl:$ieter. c Nuderverrin. et Bonner r1?"' Koblenz, ^er Vierer, iudttgescllschast. em. 2. Gießener W> Koblenz, enpteiö, gestiftet Ludwig von vergesellschaft, lnunterungs- 2- Frankfurter ^6. [. Mts. ging Gefährt in der aßenlaterne um. 1, während das nfall angerichtet gen fahrlässiger Radfahrer zur und dabei eine 1 sre verschiedene ihre Kleidung litt hiesigen Hundeeinige bereits bei rrendet. (!) — ler hiesigen Badern Kleidern das ndet. Zwei bis s Diebstahls ver- ftspoftkarte hinter ar gerichtet war. n am 1. Januar en, und enthält ein halbes Jahr in die Hände der Itt im Bezirk deS idium, Polizeibote, Saiserlichen Ober- räger, jt 700 Mk. dzuschuß. — 3® on Frankfurt, ein i Landbriefträger, he Wohnungsgeld- Schutzmann, 1200 he Wohnungsgeld- ^uli. Die Rapsen RapS geschn'M ht reihenweise aus t sondern sogleich nie man fie m M di-I- Iü°d->* s btt 8* K .j fann mP lt‘lJ „ebene Sapägarben einer der erften R fteUW'*^ j; Sei bertf'* SH -big *jeS- **"?l*le ’L »Otto * fltt £ *5» 4‘ »Ke« i«? ifl«- ’ * । a t, . ” "g I* ,ert Wege leiten soll. Nach den Kongreßberatungen fand am Abend in der „Stadthalle" die ofstzielle Begrüßung der in überaus großer Zahl erschienenen Festgäste statt, der sich ein allgemeines Festbankett anschloß. Der heutige Tag begann mit einem Früh-Konzert zu Ehren der Festgäste, dem sich wiederum Beratungen anschlossen, und dann in den ersten Mittagsstunden eine große Korsofahrt durch die Straßen der Stadt folgte. An derselben beteiligten sich ca. 3400 Radfahrer jeglichen Alters und mit jeglicher Art Fahrräder. Einen außerordentlich reizenden Anblick gewährte der Blumenkorso. Nach dem Korso folgten in vorgerückten Nachmittagsstunden bei drückender Hitze die Wettfahrten, über welche ein weiterer Bericht folgt. △ Vom Rheiu, 16. Juli. Laut einer Bekanntmachung der Provinzialdirektion Rheinhessen finden in der Zeit vom 31. Juli bis 5. August und vom 7. bis 12. August große Hebungen des hessischen Pionier-Bataillons Nr. 11 auf dem Rhein mit Brückenbauten statt, durch welche folende Stromstrecken des Rheins für die angegebene Zeit gesperrt sind: der rechtsseitige Rheinarm zwischen der Petersaue und Kastel vom 31. Juli bis 5. August, täglich von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends; die Stromstrecke Mainz-Erbach vom 7. bis 11. August in denselben Stunden wie oben angegeben. Während der bezeichneten Zeit sind die angedeuteten Stromstrecken für den Floßverkehr gänzlich, für die übrigen Fahrzeuge gänzlich während des Brückenschluffes (längstens drei Stunden), im übrigen, wenn die Durchfahrt nicht durch zwei rote Flaggen bezeichnet ist. Aus der Zeit für die Zett. Vor 525 Jahren, am 18. Juli 1374, starb zu Arqua der größte lyrische Dichter Italiens und einer der hervorragendsten Gelehrten seiner Zeit Francesco Petrarca. Seine zarten, durch Wohlklang der Sprache ausgezeichneten Sonette an Laura werden noch jetzt von den Italienern als unerreichbare Muster einer melodischen Dichtersprache bewundert. Einen europäischen Ruhm aber verschaffte sich Petrarca durch seine lateinischen Schriften, poetische wie prosaische. Petrarca wurde am 20. Juli 1304 zu Arrezzo geboren. Darmstadt, 17. Juli, 1 Uhr 5 Min. mittags. (Privat- Telephon-Melbung.) Bei der Beratung |beS Einkommensteuergesetzes der Ersten Ständekammer setzte dieselbe die Regressionsskala von 5 Prozent auf 4,9 Prozent herab. Dem Anträge auf Herbeiführung einer Junggesellensteuer und dem Anträge Friedrich auf Einführung einer Mobiliensteuer tritt die Kammer nicht bei. Ferner werden angenommen die Einführung einer Klassenlotterie, Vermögensund Zinssteuer und der Gesetzentwurf für den Urkundenstempel. _________________ hier mehr der Heuwurm. △ Mainz, 16. Juli. Die schon seit länger als Jahresfrist zwischen dem Militärfiskus und der städtischen Verwaltung hier, wegen Erwerbung resp. Austausches größerer Komplexe militär-fiskalischeu Geländes werden, trotzdem die Stadt bereits weitgehende Zugeständnisse gemacht hat, wahrscheinlich zu keinem Resultate führen. Der Grund hierfür ist in dem Umstand zu suchen, daß der Militärfiskus bei jeder neuen Verhandlung mit erhöhten Ansprüchen hervortritt, und fast unerschwingliche Opfer von der Stadt verlangt. So wurde bei einer am letzten Freitag stattgehabten Verhandlung von dem Kommissar des Militärfiskus für einen durch den Geländeaustausch notwendig werdenden Kasernenneubau abermals nahezu Mk. 300,000 mehr als bei früheren Verhandlungen gefordert, was die Vertreter der Stadt enerisch zurückwiesen und zu einem sehr unzweideutigen Expose veranlaßten, in welchem mit dürren Worten gesagt wurde, daß seitens der städtischen Verwaltung jetzt keine weitere Konzessionen mehr gemacht würden, selbst auf die Gefahr hin, daß der ganze Tauschhandel sich zerschlagen würde. Insbesondere verlangt das Expos« eine beschleunigte Rückantwort und zwar mit ja ober nein. A Mainz, 14. Juli. 14. Allgemeiner Rab- §ahr er-Kvngreß. Nach der am Morgen stattgehabten Hebergabe des Hnions-Banners begannen am gestrigen Nachmittag unter dem Vorsitz von I. Schäfer-Fürth die Kongreßberatungen, bei welchen 7026 Stimmen vertreten waren. Von den zahlreichen zur Annahme gelangten Anträgen sind erwähnenswert, daß der Hauptausschuß zur Ausarbeitung einer neuen Wettfahrt-Ordnung verpflichtet wurde; daß bei Wett- und Tourenfahren bas Niederrab an erster, das Dreirad an zweiter und bas Hochrad an dritter Stelle rangieren soll. Ein Antrag, die Kilometerzahl bei Rekordfahrten um je 10 Kilometer zu reduzieren, wurde dem Vorstand zur Sammlung weiterer Erfahrungen überwiesen. Ferner wurde eine Kommission gewählt, die die Versicherung der Mitglieder gegen Hnsall und Todesfall gegen bestimmte Prämien in die Unterhaltungen in Bad-Nauheim vom 18. Juli bis 22. Juli. Dienstag den 18. Juli, nachmittags von 47t bis 6