Donnerstag den 18. Mai Erstes Blatt. 180» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Auzeigeblutt für den Ifcek Gieszen. Dieser Ausgleich sei eine dÄ notleidenden Anstalten. Feuilleton 1ue>me »o* «v,eigen |a der nachrnittag- ftr tat >|ii|ttfben £«t erschnnmden Nummer bi» vor«. 10 Uhr. Alle Anzeigen.BermittlungSstellen de« An» und Aullaabe» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh. Nezng-preiL vietteljährltch 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 $fj, mit vringcrloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. viertelfährlikch zhBgemde Notwendigkeit. Werde der Zweck nicht erreicht, b i» »Meidenden Anstalten zu sanieren, so müßten seine Fsmndse gegen das ganze Gesetz stimmen. Nbg. Zehnter (Centr.) empfiehlt seinen Antrag, der -Mi geht, die Gemeinlast und Gemeinmasse nicht auf dMgamze Reich zu erstrecken, sondern diese ganze Ein- rr'Lsiunzg territorial zu gestalten, sodaß also jeder einzelne MwdeSstgat mit mehreren Versicherungsanstalten für sich dM System der Gemeinlast einführt. beQ tits. Stein. i rt>an] n Ute Die Gießener 3i>eHt<*lt6ttcr eabie Beratung des Jnvalidenversicherungs- gl'ksetz'es wird fortgesetzt beim § 20a, der von der „Ge- und Sonderlast" handelt. Es wird zunächst über b:k.t brei ersten Absätze diskutiert, welche das Prinzip dieser EKchkidiung in Gemein- und Sonderlast festlegen. Ein Antrag Richter (frs. Vp.) will diesen Para- garchhen ganz streichen. Außerdem liegen 3 Abänderungsanträge vor: Allbriecht, Zehnter und v. Richthofen. Abg. v. Staudy (kons.) erklärt, die Vorlage habe f An Freunden viele Enttäuschungen gebracht. Aber einen Mmzugi bringe dieselbe, einen Vermögensausgleich zugunsten und Herr Mendelssohn aus dem instrumentalen Teil seiner Oper einige Nummern auf dem Klavier vortrug. Als die Herren sich über große Rücksichtslosigkeit seitens der Familie Wagner öffentlich beklagten, hat Siegfried Wagner zur Antwort gegeben: man möchte doch den leidigen Wette- Streit in einen Wettstreit verwandeln. — Etwas anderes kann auch kaum geschehen. Denn, wenn die Sache für Mendelssohn und Wette auch recht fatal ist, zumal sich ihnen die Bühnenwelt nicht so leicht erschließen wird, wie dem Sohne eines weltberühmten Vaters, so kann doch von einem „Plagiat" nimmer die Rede sein, weil der Stoff des „Bärenhäuter" zu dem großen Freiland gehört, auf dem jeder sich ansiedeln kann. lieber den Kunstwert der Wagner'schen Schöpfung gehen die Urteile eigentlich wenig auseinander. Die Kritiker, welche verbindlich sein wollen und dem Hause Wagners gerne etwas angenehmes sagen möchten, sprechen von gesunden, innigen Empfindungen, von leicht faßbaren Melodieen. Die andern, welche einen rein ästhetischen Maßstab anlegen, konstatieren: Mangel an Originalität und verjährte Empfindungs-Sphäre. Jedenfalls hat die Frankfurter Oper sich mit dem „Bärenhäuter" kurz vor Ausgang der Saison noch ein Zugstück geschaffen. Von Hauptkräften sind in ihm beschäftigt: die Herren Pichler, Baumann und Pröll und Frl. Scharko. „Hans Krafts und „Luise" heißen die Hauptfiguren bei S. Wagner, „Ruppert" und „Annchen" im Wette'schen Textbuch. ZioilÜtG avni olj l Bekanntmachung. Nus Anlaß des am 8. Pftugstfeiertage zu Lich "Wtfbibenben Schweiuemarktes weisen wir darauf hin, : Diß «us keinen Orte» und Gemarkungen, in denen Maul- rnd Klauenseuche herrscht, Schweine zum Markt gebracht «ab iaß ebensowenig Schweine durch eine gesperrte Ge- Mrkrmg, wie Hof-Albach, nach dem Markte hin oder zurück- 1 gtlriel*en werden dürfen. Gießen, am 16. Mai 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Ht. 115 fi10ei«t tigmt rii Lu»nahm< M Montag». Arankfurter Aries. Originalbericht für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) Siegfried Wagner und sein „Bärenhäuter". I>ir. M. Der „Bärenhäuter" hat jetzt auch im Frank- fwjirti Opernhause seine Visitenkarte abgegeben, und der Mj^rige Richard Helferich Siegfried Wagner (geb. •ß.Iijairi 1869), der eben ein Kurhaus-Konzert in Wiesbaden rnnitttrjsolg dirigiert hat, ist zwar kein großer, aber immer- hi:Lu recht gefeierter junger Mann, dem man in der gesamten mmKliischen Welt schon um des Vaters willen mit den gAHAen Meinungen entgegengetreten ist. viie neu begründete, unter Gustav Dahms Leitung ftdfotnbe Zeitschrift „Die Woche" brachte jüngst die Bild- »Wbewtscher Kapellmeister in Schattenrissen. In dieser Serie befand fsich auch die Silhouette Siegfried Wagners, die einte me rkwürdige Ähnlichkeit mit der seines Vaters erkennen läM. Als Dirigent hat er viel von Hans Richter ange- Moiwni. Auffallend ist, daß Siegfried den Taktstock in der Lick'trn stührt. Bekanntlich war er ursprünglich Architekt, untohtt sich erst nach dem Tode des Bayreuther Meisters beut komkunst zugewandt. In der Hauptsache verdankt er seiD« musikalische Ausbildung Engelbrecht Humperdinck, mit derma sich auch in der Wahl der Stoffe berührt. Götter rrmrvhMen werden einstweilen in Ruhe gelaffen; denn es | Deutsches Reich. M.P.C. In Bezug auf die Jnvaliditätsver- sicherung hat es die Reichs-Regierung außerordentlich schwer, das Zustandekommen eines befriedigenden Resultats zu erreichen. Ein Teil der Bundesregierungen ist nach wie vor gegen bestimmte integrierende Bestandteile des Entwurfs in hohem Grade eingenommen. Als wir s. Z. von der bayerischen Regierung behaupteten, sie sei Gegnerin der Errichtung örtlicher Rentenstellen, versuchte man uns mit Hilfe eines Dementierungssystens ins Unrecht zu setzen, dessen Räderwerk nicht zu kompliziert war, um sich nicht leicht in seinem Jneinandergreifen begreifen zu lassen. Selbst wenn sich bei Beratung der bezüglichen Paragraphen im Plenum des Reichstags bei der zweiten Lesung Herausstellen sollte, daß die bayerische Regierung ihren Widerspruch aufgegeben oder herabgemindert habe, würben wir noch nicht entfernt ins Unrecht gesetzt sein. Einstweilen aber wollen wir abwarten, welche Haltung von der bayerischen Regierung beim Fortgang der Beratungen im Reichstag dem betreffenden Teil des Gesetzentwurfs gegenüber wirb eingenommen werden. Eine weitere Schwierigkeit erwächst für das Zustandekommen des Gesetzes daraus, daß das letztere von der sozialdemokratischen Richtung benutzt wird, um eine Anzahl Machterweiterungsansprüche der Partei durchzudrücken. Wenn auch im allgemeinen die anderen Parteien Staatssekretär Graf Posadowsky legt dar, weshalb man s. Zt. von der Errichtung sowohl einer allgemeinen Reichsanstalt, wie auch einer einzigen Landesanstalt für Preußen abgesehen habe. Es handele sich hier um einen Reichszweck, und er, Redner, würde es sehr bedauern, wenn irgend ein Staat, eine Provinz ober Kommune glaube, es handele sich hier um staatliches oder provinzielles ober kommunales Vermögen. Das Vermögen gehöre den versicherten Arbeitern des ganzen Reiches. Auch die Regierungen von Bayern, Württemberg, Baden ständen genau auf demselben Standpunkt. Er bitte, den Antrag Zehnter abzulehnen. Abg. Richter (frs. Vp.) geht ausführlich auf die In- Validitätsversicherung von 1889 ein, und bekämpft sodann die hier geplante Vermögens-Zentralisierung namentlich aus der Erwägung heraus, daß sich noch mehr als etwa schon bisher Mißbräuche einschleichen würden. Die Wirtschaft werde eine weniger sparsame, die Kontrolle bei den einzelnen Anstalten eine weniger sorgfältige sein, wenn man wisse, daß zu großem Teile die Gesamtheit der Anstalten für die Rente aufkommen müffe. Er bitte, den Paragraphen zu streichen. Abg. Molkenbuhr (Soz.) befürwortet den Antrag Albrecht, demzufolge die Gemeinlast lediglich gebildet werden soll durch die Grundbeträge der Altersrenten, wogegen die Steigerungen der Altersrenten über die Grundbeträge hinaus sowie die gesamten Invalidenrenten als Sonderlast den einzelnen Anstalten verbleiben sollen. Abg. Lehr (natl.) erklärt, seine Freunde erblickten in den Kommissionsbeschlüsseu einen gangbaren Weg. Sämtliche 3 Anträge bitte er abzulehnen. Abg. Schmidt -Elberfeld (frs. Vp.) plaidiert für die Kommissionsbeschlüsse, die einen durchaus zweckmäßigen Weg bildeten, bei dem auch die Selbstverwaltung der Anstalten keineswegs beeinträchtigt werde. Abg. v. Richthofen (kons.) empfiehlt seinen Antrag, die Gemeinlast noch etwas über den Kommissionsbeschluß hinaus zu erhöhen und zu dem Behuf nicht 40 Prozent, sondern 45 Proz. der Beiträge dem Gemeinvermögen zuzuführen. Die Debatte wird geschloffen. Absatz 4 des § 20a betrifft die Neuregelung der dem Gemeinvermögen zu überweisenden Beitragsquote, falls eine solche anderweite Regelung nach Ablauf der ersten zehnjährigen Periode erforderlich erscheint. Der Bundesrat soll über die Quote beschließen; wird diese erhöht, so bedarf es der Zustimmung des Reichstages. Ein Antrag Müller-Fulda will, daß von der Neuregelung das bisher angesammelte Vermögen der Anstalten unberührt bleiben muß. . Zu erftM iE lssüttinrichtE IUI T. „öd i-LÄ Selters« zweiten Nage iß" simmern mit Mach 1 ruhige Leute per 1.. . I 4-ZimnienvohnN rße 40, mit allein M reS bei H. Sarli, r. I Mittlerer Etat jubehör, Sobenraun, i Juli, auck früher, >>. r etckSrchk 1 S-HMeMm:''' :C. sofort 111 Mute. ] Zu NmWm . aße 18,MNnn»l^ im Mr ütjogen * Slicchrch tö, a mit oltm W Leien, MWLlW gin fltintS Farck ! Musbm» Wohnuntz, 6 8« L LnöwiM. "Schöne W°br mmer, 2 Lm alton, Gatter x L Suh, Stock, I .. .H- Aus dem Horloffthal, 16. Mai. Man ist gegen I bärtig mit Bekämpfung der Herbstzeitlosen (col- I chicum autumnale) besonders von feiten der fiskalische» I Verwaltung beschäftigt und das mit Recht. Die Privat I Wiesenbesitzer lassen es da und dort an Eifer fehle». De» I letzteren möchte Einsender hauptsächlich noch die Vernichtung I des weißen Hederichs (raphanua raphanistrum) unb des I Ackersenfs, gelber Hederich (ainapia arvenais) dringend I empfehlen, da jetzt die geeignete Zeit ist. Beide Unkräuter I bedecken oft ganze Gewanne, sodaß diese weiß und gelb aussehen als wären sie mit Rübsen oder „Sämchen" be» I Ackersenf und Ackerhederich besitzen eine fabelhafte I Lebenszähigkeit und Widerstandsfähigkeit und saugen die I ^cker gewaltig aus. Durch Fruchtwechsel und tiefe Boden« I bearbeitung läßt sich manches erreichen. Das beste Mittel I gegen diese überaus schädlichen Unkräuter ist jedoch das I Bespritzen mit Eisenvitriol, der für den Bauer immer mehr I Zum Wohlthäter wird, denn er ist ein wirkliches Schutzmittel I gegen Pilze, Ungeziefer und Unkräuter. Daneben besitzt er I die angenehmen Eigenschaften, daß er billig zu haben und I leicht anzuwenden ist. Man bringt in eine tüchtig gereinigte Petroleumtonne 100 Liter Wasser mit 15 Kilo Eisenvitriol zusammen und spritzt, nach völliger Lösung des Eisenvitriols, das Gemisch auf die verunkrauteten Stellen, es reicht für einen Morgen. Schon nach 24 Stunden wird das Unkraut schwarz und stirbt ab, während es dem Getreide nichts schadet. Auf solchen Aeckern, wo Klee, Hülsenftüchte (Wiäru, Erbsen, Linsen) oder Blattpflanzen stehen, darf die Eisen« Vitriollösung nicht angewandt werden, weil diese Pflanze» ebenfalls sehr empfindlich gegen Eisenvitriollösung find. Wir halten die Bekämpfung von Ackersenf und Ackerhederich in I denjenigen Gemarkungen, wo sich diese Unkräuter eingeuistet haben, für ebenso wichtig, als die Bekämpfung der Mai' küfer und der Herbstzeitlosen. Die früher angewandte» Hederichzätemaschinen haben sich nicht bewährt. Darmstadt, 16. Mai. Eine Deputation der Hessische« Dekane, bestehend aus den Herren Kirchenrat Heß'Crum- stabt, Kirchenrat Stock-Stockhausen und Decan Grosch' Mainz, haben Namens der Hessischen Geistlichkeit heute vormittag dem in den Ruhestand getretenen Herrn Ober« konsistorialpräsidenten D Dr. Goldmann Exzellenz eine künstlerisch ausgestattete Adresse überreicht, die folgende» Wortlaut hat: „Exzellenz! Hochzuverehrender Herr Wirklicher Geheimrat, Hochgeehrtester Herr Oberkonsistorial-Präsident D. Dr. Goldmann! Euer Exzellenz Scheiden aus dem hohe» und verantwortungsvollen Amt eines Präsidenten des Großherzoglich Hessischen Oberkonsistoriums hat die gesamte evangelische Geistlichkeit des Landes mit tiefstem Bedauern erfüllt. Sie haben in einer langen Reihe von Jahren bei allzeit gutem Willen und in ungeminderter Kraft und Thätigkeit so viel Segen für die gesamte evangelische Landes- Deutschland ausgehändigt zu haben. Alle diese Stücke ließ der Präsident in Umlauf setzen und bemerkte ausdrücklich, D. bedeute Dreyfus, und jeder Zweifel an der Echtheit dieses Schreibens sei ausgeschlossen. Auf Maurels Er- | läuterungen folgte tiefe Stille, darauf wurde rasch abgestimmt ; sechs „Ja" wurden ohne Bedenken, eins nach einigem Zögern abgegeben. So kam die einstimmige Verurteilung von Dreyfus zu stände. Diese Veröffentlichung des „Temps" welche anscheinend von einem Mitgliede des 1894er Kriegsgerichts herstammt, dürfte nach Ansicht Pariser Blätter die Annullierung des Urteils zur Folge haben, selbst wenn der Kassationshof die Revision ablehnen sollte. — Der „Fi- garo" weist ferner darauf hin, das Schriftstück „cette Canaille de D.“ beziehe sich keineswegs auf Dreyfus. Dieser D. sei ein Subalternbeamter namens Dubois, der Militär- attaschees verschiedene unwichtige Schriftstücke ausgeliefcrt b. Dies gehe auch aus einem in dem geheimen Akten- bundel befindlichen Briefe, den ein Militärattaschee an einen Kollegen geschrieben habe, hervor. In dem Briefe heiße es: „Festungspläne nehme ich von nun ab nur mehr für 10 Fr. das Stück. Für diesen Preis kann ich so viele haben, wie ich will." — Die Richtigkeit dieser Meldungen I möge vorerst dahingestellt bleiben. Petersburg, 16. Mai. Aus Nikolajew wird noch be- i 2 ' t: Die Judenverfolgungen nahmen am 1. Mai I Hre" Anfang. Die Häuser, in denen Juden wohnten, wie auch jüdische Läden waren vorher mit einem Kreuz be- I borden. Gruppen von 5 bis 6 Leuten zogen durch I braßen, trieben allerhand Unfug und verhöhnten die I welche sie antrafen. Gegenüber anderweitigen I falschen und übertriebenen Berichten ist übrigens festzu- stellen, daß nur ein einziger Fall der Beraubung und des | Totschlages stattgefunden hat. Ueberhaupt war es den I Lärmmachern um eine Verhöhnung und eine Kundgebung I j gegen die Juden zu thun und nicht um Raub. Gegen- I wärtrg ist die Ruhe wieder hergestellt. China. Aus Peking wird der „Times" vom 15. ds. I gemeldet: In ihrer Note an den russischen Gesandten, die I Ae geforderte Eisenbahnkonzession ablehnt, erklärt die chinesische I , bafj es ihr unmöglich sei, noch länger an die I ck^^schaftsbeteuerungen Rußlands zu glauben. Die I russische Forderung hat 'große Beunruhigung unter den I ^h'"esen hervorgerufen; es fanden Beratungen statt zwischen | ber Kaiserin-Witwe unb ben höheren Beamten. Die all- I gemeine Ansicht geht bahin, baß bie neue russische Eisenbahn- 1 linie, falls sie gebaut wirb, von Kirin ober von Mukben | über Schehol nach Peking gehen werbe. Es scheint, baß die Forderung Rußlands einen Umschwung unter den Chinesen bewirkt hat, bie sich nunmehr ben Englänbern zuwenben JJJ ©Öffnung, bei biesen Unterstützung zu sinben. — Der Präliminarvertrag ber englisch-beutschen Eisenbahn ,i"kiang ist noch nicht unterzeichnet, obgleich bie allgemeinen Bebingungen schon burch ein Ab- ^wmen vom 6. Mai festgelegt worben sinb. Als am 11. Mai bie chinesischen Kommissare ben Vertrag unterzeichnen wollten, erhoben bie englischen unb bie beutschen Vertreter neue Ansprüche, wovon einer bahin ging, baß eine Provision von 5 Prozent ber Gesellschaft beim Einkauf des Eisenbahnmaterials bewilligt würbe. Die chinesischen Kommissare erhoben Einspruch gegen biese Forberung unb machten ben europäischen Gesellschaften im allgemeinen ben Vorwurf, baß sie unerwartet mit neuen Bebingungen hervorträten, nachbem bie Verpflichtungen beiberseitig schon sestgelegt seien. Sie betonten mit Recht, sagt ber Bericht- erftatter ber „Times", baß bie ersten Bestimmungen bes Vertrages schon hinlänglich vorteilhaft gewesen seien, ba es ium ersten Male geschehen sei, daß eine chinesische Bahn vollständig der europäischen Kontrolle überlassen worden fei. infolge dieses Zwischenfalls wurde die Nnterzcichnunq des wichtigen Vertrages aufgehoben. rt,nb' m, biefct Beziehung den Sozialdemokraten von tuÄ8'1- ^ halten so gibt es doch eine ganze Reihe denen d,e Hitze-Stötzel-sche Richtung im SrFftrT' unterstützt bis zu einem gewissen Grabe von ber 0 ’5: d-r nationalsozialen, der sozialdemokratischen r re-' Um "Arbeiterkreisen" ihren Einfluß ^u udnsttrkem Emen weiteren bedeutenden Widerstandsfaktor ^t.?mSstUf89C..M',ffcnWaflen- di° sich bis zu einem gewissen Grade in ihrem gesättigten Dasein bedroht fühlen. Wir sagen einstweilen nicht mehr; werden aber dann, wenn V9Cf^men lft' um aus den Beschlüssen d-r zweiten Lesung die Bilanz zu ziehen, nicht darauf verzichten deut, licher zu sein. ' Males und Provinzielles. Gießen, 17. Mai 1899. ™ hessischen Behörden «erde» ßeckdriesiich »erfolgt: Russenstelnarbelter Konrad Dirschnabel aus Neuburg, we.ler wegen Dwbstahls von der Polizei Offenbach; Kessel- schmied Lorenz Georg Goos aus Lauffen wegen Betrugs vom Amtsanwalt IDarmstadt; Bäckergeselle Adam Guqau I uu? K°rdelhütte von der Staatsanwaltschaft Darmstadt; Dienstknecht Georg Hohl aus Freienheim wegen Unter. Magung und Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz; Baibiergehilse Fidelius Sedclmeyer aus Günz. ^irtoe^C^ÄÖrr^ert)rerr(^Un9 Vom Amtsanwalt Friebberg; Sacfer Michael Kesselring aus Schierstem toegen Untere FlchrknechtKarl Müller ans Wesienthal wegen Diebstahls von ber Staatsanwaltschaft Mainz; Taglöhner Max Wonezekowski aus Kaloizekowo wegen Diebstahls von ber Staatsanwaltschaft Gießen; ferner wegen Strafverbüßung: Zimmermann Johann St euer w alb aus Alzen ?mI69Cr°utet für d-ff-u nah- an hund-rt Köpf- Arbeiterschar -ine Quelle des ungestörten Erwerbe- I !.ü^ b?n .W'Mer. Man muß gestehen, daß das Weck a,e "°men Anfängen hcrvorgegangen, von Jahr zu 5>06t' I 9ttfert' der Zeit zu einem Musterbetriebe sich geMi>ct hat, welches dem Inhaber sowohl als mC ,Crn iUt h°?" Ehre gereicht. Wünschen I b 8 w°tter gedeihe zum Segen seiner Jnhabk» I zum Wohle seiner zahlreichen Arbeiter. * * 2u Amerika verstorbene Heffen. In Holyoke, ! Sparner, 53 Jahre alt, aus Schotten ^^AN.J.: Benjamin Steinhardt, 77Jahre§ aus Flonheim. In Baltimore, Mb.: John Hott, I 63 Jahre alt, aus Ober-Ohmen. In Belleville^ w- I 83 Jahre alt, aus Hessen-Darmstod! 7« ?^rk, N.J.: Frau Margarethe Schnellbachi: 78 Jahre alt, aus Oberklingen. In Dayton, O.: W- Grethe Hertstein, geb. Weitz, 66Jahre alt, aut Reichelsheim. In Allegheny, Pa.: Witwe Elisabeü F°rnof geb. Elbemüller, 55 Jahre alt, aus BrensbaL 14 : ^F?Eharine Mehlig, geb.Dettingw,' 74 Jahre alt, aus Sprenblmgen. In Ramson, Pa.: ßarl Rößler, aus Heppenheim. Jn Appleton, Wis.: Conrnö | Greb, aus Schlitz. t Aus Gießen, 16. Mai. Man schreibt uns: Sta ber Zuhörer an ben letzten beiben theatralisch-uiusMischn Abenben bei Leib (3. unb 4. Mai), an benen so Sßoitnn ttches geboten mürbe, werben im stillen ben lebhaft» gehegt haben, baß auch im Sommer jezuwrilrr Aehnliches ober Verwanbtes versucht werben möchte. D.e i emen mögen m ben Cirkus gehen, je nach Geschmacksrichtur ' und Liebhaberei, anbere würben gerne feinere unb cbleu Darbietungen auf sich wirken lassen. Sollte es z. B. nid)' für bie roerbenbe Großstabt erreichbar sein, daß ein* Nachmittage ober Abenbe für Aufführung besserer Musik, Symphonien, Ouvertüren unb begleichen ein für all' mal angesetzt würben? Wir würdigen ben Einwand ber Schwierigkeit unb ber geringen Einträglichkeit solcher Dac- vietungen, sinb aber gleichwohl ber bestimmten Meinum, es müsse mehr unb mehr ber Versuch gemacht werden, meiii ouch vorerst noch in einfacher Weise, auch solchen etwas Gehör zu bringen, bie für eblere Genüsse empfänglich undankbar sind. Ausland. Paris, 16. Mai. M. Turquan, ber alte Leiter des ttöstlich?Tbat!o^^ Statistik, gicbt den Franzosen die vö 8.u M'ff-N. daß in 50 Jahren die Be- Dotierung Frankreichs um 10 v. H?, bie Qa&I ber ni“ aber um 121 v. H. gestiegen istt Dabei sinb es der „Tagl. Runbsch." aus Paris geschrieben die hohen Staatsbeamten, welche an berVerzchruna ber beteiligt h” Patenschaft geschluckten 537 Millionen (RpfnmK b/ ^rc Behälter nur etwa 23 Millionen ber k 4000om?e fragen. Denn es giebt 10 Gesandte nüt ^-1^000 Franken Gehalt unb 25 bevollmächtigte Ver- erhält 1200000°Präsident ber Republik 2; JLJUUUOO Fr., jeber Minister 60000 Fr. Die beben ntih hi® ________ Ürfen jeber 72000 Fr. er- domck \blE •nic?90U6erneure jeder 39000 Fr. Und bcr Kr°'s der hohen Gehälter geschloffen Es schlucken "lind kleinen Nager, welche die Riesensumme des ©tnrm^»,,»8 eher schlimmer als besser. Trotz Nämlich noch jetzt Mrlich 4780^^ ®?rü,J,etUM9 werden amte 8Cfd)aV6 <>1n? ® °ber ‘“9‘^ 13 B°- 1308 5rW60enägt®eamlC' bcrcn "mittleres"" Jahresgehatt MÄ..S L"LTHI Schulbbeweise" vier Urkunden den wX,' ,r^Icr to€lterc K ein (gefälschtes) Telegramm Major PanizzEs' a7?^e Regierung; 2 das Schriftstück „cette Canaille de n" ä*^r9J,C^enbc8 Schriftstück, nämlich ein Bries Ob« v. Schwartzkvppens an Panizzardi. welcher b-w-s-n sÄ daß i>as Schriststück „cette Canaille d. D“ wTcdÄ' fo^en h-rrühre; 4. -ine Abhandlung über Dreyfus wockn htefn augeklagt wird, verschiedene Artilleriegeh-imniss- an I -ch Datum iPre<^en $:»«* Sßwl Böge, fort ®" Wiler 8** Wt* Xt»«i W Der neue Prasid Buchner, hat »fangen, um ben btn bie hessisch §irchenrigirnents vürbigster Delsi Hörblichen Fürst kirche unb ihrer sichert würben. △ Mainz, Mitteilung beziic bauten in Bei wir, baß br jii erwartete fäon einmal in sächlich dem vorliegenden gestalten würde. S mt dadurch gefuw »ach Wiesbaden d bnrtz teilweise Hb eine ziemlich wei fassen mutzte. Aos Rheinht des Rheingaues auch in Rheinh gründet, biez Zur Beschaffung hofft bie Genoffk lasse zu erhalten, dem Ministerium gemachten ßufage Jus öl Lor 111 Jahr ! *Wf Freiheri ! vornehm tapere 9 ' Ort unb von rein I ffeinngslriegen bil 1 ein Freikorps, bei i »nb burch seinen I starb am 6. Dezei e 'Der Preis Majestät ben * ..Der ; Er erscheint ! Leipzig. , w * Erste Ther ’ ^S°rinr ben q ^.guteButterbeß "»%ifttil: Sie [> 1 s° «ui Di- W bringt IftkfcVf d-n i ich ! tonn W 1 Sportwagen in Mai Gorruenstratze 25. E in pfelilil ilgen n if AMlenarbeiten Dk^drcöerarbeiten S HM, erarbeiten Schonarbeiten Wsidiniderarbeite« M-Hsm, den 17. kirche gestiftet. Unser Bedauern wird nur durch die That- hche gemildert, daß es Euer Exzellenz durch Gottes Gnade ^schieden gewesen ist, länger als fünf Jahrzehnte für Kirche inb Staat unausgesetzt angestrengt thätig sein zu dürfen. Ciirum sprechen die ganz ergebenst unterfertigten evangelischen Dekane, und sie sind der Zustimmung der evangelischen Seistlichen des Großherzogtums gewiß, Euer Exzellenz für aQ Ihr liebevolles Wirken, für all Ihr freundliches Wohl- vollen, für all Ihre stets bewährte Treue, Güte, Freundlichkeit, Fürsorge und Nachsicht ihre Anerkennung und tief* mpfundenen Dank aus und bitten Gott, daß Er Euer HMenz mit seiner Gnade ferner geleiten und Ihnen einen srcchen Lebensabend in Gesundheit und Rüstigkeit schenken nöye, sodaß Euer Exzellenz mit ungetrübter Freude und »oller Befriedigung auf eine reichgesegnete Laufbahn in vohlverdienter Ruhe zurückzublicken vermögen. Mit voll- koinmenster Hochachtung und Verehrung verharren Euer Exzellenz dankbarst ergebene Evangelische Dekane des Groß- — Guy de Maupaffauls Gesammelte Werke, frei übertragen von Georg Fretherrn v. Omptrda. 40 Lieferungen h 40 Pfg. oder 10 Bände ä Mk. 2. Verlag von F. Fontane & Co., Berlin W. — Lieferung 12. Mit Lieferung 12 ist der dritte Band deS Unternehmens beendet. Derselbe enthält wiederum eine große Anzahl von Novellen und Skizzen, die alle Vorzüge deS Autors in reichem Maße -eigen und dem Uebersitzer eine dankbare, aufS glücklichste gelöste Aufgabe geliefert haben. Aus der Zett für die Zett. Lor 117 Jahren, am 18. Mai 1782, wurde zu Berlin !Adolf Freiherr von Lützow geboren. Er war eine iwmefome tapfere Natur, immer zur rechten Zeit am rechten ’Oitiinb von reinster Vaterlandsliebe beseelt. In den Be- fAtiunBskriegen bildete er aus dem Kerne deutscher Jugend r«i Freikorps, dem Theodor Körner durch seine Lieder iiiii dmrch seinen Tod eine höhere Weihe verlieh. Lützow | taib Kim 6. Dezember 1834 in seiner Vaterstadt. Sommer-Handschuhe Halb'Handschuhe fils de cos, fils de perse, imit. Schweden. Haushaltrrngsschürzerr Kirrderschürzea Korsette» in allen Faeons, gut paffend, Rüsche» re. Man schreibt uü den theattalisch-r ^ai), an denen f, 1 im stillen du h im Sommer ersucht werden e.: 1/ je nach GlschL.-.' n gerne feinen ü assen. Sollle ti j f rreichbor sein, dis-ü Aufführnng htflnr.. dergleichen tin fii; würdigen den fer. kiolch/W Mu i ! der dchM/en iftiisi chch Mch/ totM tot. G mich solchen W 1 Genüsse eMüchch i Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold"'. Berlin, 17. Mai. Bankier Riese, der nach Unterschlagung von Depots in der Gesamthöhe von 200,000 Mk. flüchtig geworden war, hat sich gestern in Leipzig, unmittelbar nachdem er mit seiner Geliebten verhaftet worden war, mit Cyankali vergiftet. Die Geliebte Rieses wurde wegen Beteiligung an der Unterschlagung in Haft behalten. Auch die Schwester Rieses ist wieder verhaftet worden. Berlin, 17. Mai. Unter dem Namen: Schiffbautechnische Gesellschaft soll am 23. ds. Mts. in Berlin eine Gesellschaft gegründet werden, die für Deutschland dieselben Zwecke verfolgen soll, wie die „Institution of naval Architekts" für Großbritanien. Die Konstituierung ist, nachdem ein in der Vorversammlung vom 19. Februar gewählter Ausschuß alle vorbereitenden Schritte gethan hat, völlig gesichert. Wien, 17. Mai. Das „Fremdenblatt" dementiert in offiziöser Form das Gerücht, daß die österreichische Regierung die definitive Erledigung der Ausgleichs-Angelegenheit hinauszuschieben und ein neuerliches Provisorium zu erzwingen beabsichtige. Wien, 17. Mai. Die hiesige bulgarische diplomatische Agentur dementiert kategorisch das Gerücht von einem angeblichen Attentat auf den Fürsten. Wien, 17. Mai. Gestern abend fanden 12 große von der sozialistischen Parteileitung einberufene Volks-Versammlungen statt. Dieselben protestierten in zwei Resolutionen gegen die Agitation der Antisemiten, gegen ein Reichsschulgesetz mit freier Schule und freisinniger Lehre, ferner gegen die vom Gemeinderat beschlossene Unterstützung für 10 Kirchenbauten. Haag, 17. Mai. Die Abreise des päpstlichen Nuntius nach Luxemburg macht in diplomatischen und politischen Kreisen viel Aufsehen. Die vatikanische Kundgebung, welche das Mißfallen des Papstes über die Nichteinladung zur Abrüstungs-Konferenz ausdrückt, entspricht nicht den bisherigen Gepflogenheiten des Vatikans. Paris, 17. Mai. Die patriotische, monarchistische und antisemitische Gruppe der Kammer entsandten Delegierte nach Toulon zum Empfang Marchand's. Derselbe ist auf einen Wink von der Regierung hin entschlossen, sofort durch energische Erklärungen die an ihn gerichteten verdächtigen Aufforderungen abzulehnen. Die Regierung ließ für die Mitglieder der Expedition eine Medaille mit der Aufschrift: ..Vorn atlantischen Ozean bis zum Roten Meere" prägen. In seiner Depesche aus Dschimbuti erwähnt Marchand ausdrücklich, daß er und alle Mitglieder der Expedition während ihrer langen Abwesenheit die Disziplin nicht verlernt hätten. Paris, 17. Mai. General Mercier erklärte einem Reporter des „Matin", daß er bei feiner eidlichen Aussage, er habe von dem von ihm als falsch erkannten Text der Depesche Panizzardis keinen Gebrauch gemacht, bleibe. Andererseits erklärt der „Temps", er habe die Mitteilung, der falsche Depeschentext sei mit anderen geheimen Dokumenten den Richtern des Dreyfus-ProzesseS vorgelegt worden, von so guter Seite erhalten, daß man an ihrer Richtigkeit nicht zweifeln könne. Irrt der „Temps" nicht, so spricht Mercier die Wahrheit. Es bleibt also nur die Erklärung übrig, daß Henry ohne Wissen Merciers den falschen Depeschentext in die zur Vorlegung bestimmten Geheimakten eingeschmuggelt hat. Paris, 17. Mai. In der letzten Nacht brach in der Rue Castagliari ein großes Feuer aus. 75 Gebäude auf einem Flächenraum von 10,000 Quadratmeter stehen in Flammen. Die gesamte Feuerwehr ist auf der Brandstätte und arbeitet mit größter Anstrengung, um das Feuer zu lokalisieren. Paris, 17. Mai. Die offizielle Bestätigung der Ankunft Marchands in Paris wird in allen Kreisen dahin ausgelegt, daß die Regierung ernste innere politische Ereignisse im Zusammenhang mit der Rückkehr des volkstümlichen Afrika-Reisenden befürchtet und auf Mittel bedacht ist, eine Erneuerung des Boulanger-Rummels, den die Nationalisten und Generalstäbler im Verein mit den Chauvinisten planen, zu hintertreiben. Man spricht bereits von einem an die Offiziere gerichteten Rundschreiben des Kriegsministers, in welchem er die Truppen auffordert, Zurückhaltung zu beobachten. London, 17. Mai. Nach einer Depesche aus Prätoria verursachte die in Johannisburg erfolgte Verhaftung von 7 Engländern wegen H ochverrats große Aufregung. Die Verhafteten wurden nach Prätoria gebracht. Das Komplott zur Rebellion, deffen sie angeklagt sind, soll seit 4 Monaten bestehen. Wichtige Papiere wurden mit Beschlag genommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Auf Hochverrat steht in Transvaal die Todesstrafe. London, 17. Mai. Der „Standard" bestätigt die in Prätoria erfolgte Verhaftung von sieben Engländern. An der Spitze des Komplotts stand eine englische Gesellschaft, welche unter dem Namen: Südafrikanische Liga bekannt ist. Die Verhafteten erklären, der englischen Armee anzugehören. Unter den Verhafteten befinden sich zwei Kapitäne. In Johannisburg hatten mehrere dort ansässige Engländer sich bereits anwerben lassen. Das Komplott soll dadurch entdeckt worden sein, daß ein Geheimagent sich von einem Offiziere anwerben ließ, und dadurch die einzelnen Fäden des Komplotts aufdeckte. Der Prozeß gegen die Verschwörer wird bereits in den nächsten Tagen beginnen. London, 17. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin- Mutter von China haben durch freiwillige Entschließung den Papst anerkannt und zugleich den Katholizismus als eine in ganz China geschützte Religion bezeichnet. Die Bischöfe sollen im Verkehr mit den Behörden besondere Rechte genießen, gleich den Provinz-Statthaltern. London, 17. Mai. Die Blätter fahren fort, wegen der neuen russischen Forderungen in China heftig gegen Rußland aufzutreten. Sie erklären, am Vorabend der Friedenskonferenz sei die Haltung Rußlands ebenso ungeschickt als unehrlich. Die Forderung Rußlands sei ein Nadelstich für England, weil dadurch der kürzlich abgeschlossene englisch-russische Vertrag verletzt werde und die englischen Kapitalien in China gefährdet würden. Loudon, 17. Mai. Die Arbeiterschaft Englands erläßt an alle Arbeiter der Welt einen Aufruf, in welchem sie ihre Simpathie für die Ziele der Friedenskonferenz, trotzdem die Idee vom Zaren ausgehe, ausspricht und die Arbeiter auffordert, die Friedensarbeit zu unterstützen. Loudon, 17. Mai. Gestern fand unter dem Vorsitz Salisbury ein Kabinettsrat statt, in welchem die chinesische und die Transvaal-Angelegenheit beraten wurde, lieber das Resultat wird tiefstes Stillschweigen beobachtet. 36,— 40,- 21,60 9,- 85,50 1899. Herzogtums Hessen." Die Dankadresse ist von Herrn Hof- kavigraph Göttmann in künstlerischster Weise angefertigt. Der neue Präsident des Großh. Oberkonsistoriums, Herr öuchner, hat die erwähnte Deputation ebenfalls em* fangen, um den Ausdruck des Vertrauens entgegenzunehmen, kn die hessische Geistlichkeit in die fernere Leitung des Sirchenrkgiments setzt, woraufhin die Herren in liebend* viiririgster Weise von der fortgesetzten persönlichen und behördlichen Fürsorge für das Wohl der hessischen Landeskirche und ihrer Organe seitens des Herrn Präsidenten ver- firheit wurden. △ Mainz, 16. Mai. Im Anschluß an die neuliche Mitteilung bezüglich der projektierten Erweiterungs- hurten im Bereich des hiesigen Eisenbahnbezirks erfahren fir, daß die zur Prüfung der Projekte von Berlin hier trivartete bautechnische Kommission bereits vor 14 Tagen schon einmal in hiesiger Gegend weilte und dabei hauptsächlich untersuchte, wie sich die Lage der Verhältniffe nach km vorliegenden Projekte auf der Jenseite des Rheines gal ten würde. Besondere Schwierigkeiten soll das Projekt iur dadurch gefunden haben, daß der direkten Anschlußlinie »ach Wiesbaden die großen Fabrikanlagen auf der Amöneburg teilweise hindernd im Wege stehen und man daher eine ziemlich weite Umschreibung dieser Anlagen ins Auge sassci mußte. Hu8 Rheinhessen, 16. Mai. Dem Vorbilde der Winzer Rheingaues und der Mosel folgend, hat man jetzt mch in Rheinhessen ein» Winzergenossenschaft ge* fitlh.be t, die zunächst ihren Sitz in Wörrstadt haben wirb, jut Beschaffung ber nötigen Keller- unb Kelterräume er* M ibic Genossenschaft, eine Unterstützung aus ber Staatskasse jzu erhalten, welche Hoffnung auf einer jüngst von tira Ministerium in ber zweiten Kammer in diesem Sinne Wachten Zusage basiert. Glace-Handschuhe guter Qualität schwarz, weiß und farbig. ■ * ***** 9 Souueustraße 25. empfiehlt in großer Auswahl zu billigsten Preisen 4000 starke Leiterwagen u. Kastenwagen Schubkarren Kinderftühle rc. empfiehlt in großer Auswahl unb billigsten Preisen 3999 Uermischtes. • Der Preischor für ben Wettbewerb um den von 6 §t. Majestät bem brutschen Kaiser gestifteten Wanberpreis 3i»6offel: „Der Choral von Leuth en" von Reinholb SMr erscheint am 1. Juni bei I. 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Sevßfelder. 4010 Nummer der »Modenwelte (Berlin, Franz Lipperheide, nicht zu verwechseln mit „Kleine Modenwelf, und »Große Modenwelt") eine Wienerin über die neuesten Moden. Die hohe Schule der Toilettenkunst könnte man diesen Bericht nennen, der die «wesentlichen und charakteristischen Züge der überaus komplizierten Mode so scharf erfaßt uud so anschaulich dem Verständnis der schönen Leserin übermittelt. Und dem Wort gesellen sich reizvolle Illustrationen, anmutige Genre-Bilder, liebliche Frauen- und Mädchengestalten, welche die neuen Moden verlockend zur Darstellung bringen, und an denen wir ganz besonders die Neigung zur geschmackvollen aparten Einfachheit rühmen möchten. Wer Gelegenheit hat, französische Modenhilder zu sehen, mit ihren stets die Karrikatur streifenden exzentrischen Moden, der kann sich nur darüber freuen, wie diese deutsche Zeitung es versieht, die Frauen zu schmücken, elegante, bad Auge erfreuende Erscheinungen aus ihnen zu machen, ohne sie zu Zerrbildern ihres Geschlechts herabzuwürdigen. Nicht genug damit, bietet die Modenwelt in ihren Beiblättern „Handarbeiten", „Kindermoden", „Unterhaltungsblatt" mit seinen verschiedenen Rubriken: Gesundheits- und Kinderpflege, Unsere Kinder, Für HauS, Küche, Zimmereinrichtung, Erwerbsthätigkeit der Frau, auch auf diesem Gebiete das Beste. Erwähnen wir noch den extragroßen Schnittmusterbogen und den Vorzug, daß die Leserinnen, außerdem gegen Einsendung von nur 30 Pfg. zu jeder der dargestellten Toiletten den Naturgrößen Schnitt nach ihrem Maß zugesandt erhalten, so begreift man wohl, daß die Modenwelt trotz aller Konkurrenz ihren Platz als das klassische Familienblatt behauptet. fKbeitsvergebung. ÄoauerStag de» 25. l. M., -tvüitags 1 Uhr, sollen in bem G^nrimdehause zu Rödgen nach- ftetynbc! Arbeiten öffentlich in ben AKbid gegeben werben unb zwar: veranschlagt zu int Gedichte van Johannette Lein der 80jährigen Gießener Dichterin, Freis 1 Mk. 50 Mg., empfiehlt bie 4005 I.Rilktt'scheKllWudlg. Kunst-Ausstellung. aueetellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. ; I Mteratur, Wissenschaft und Kunst. c I — Sehr interessant plaudert in der soeben erschienenen Nummer der eRi»rlin Strom Livverbeide. nickt Universltüts Nachrichten. — Die Universität Marburg hat in diesem Sommersemester zum ersten Male mehr als 1200 Studenten aufzuweisen. Temperatur der Lahn uud Luft nach Reaumur gemessen am 17. 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