1800 Dienstag den 18. April l A,nts- und Anzeiseblatt für den ICrcU Gieren f>nl, tnitiij! vWWrvfV imidt w geteilt: ii uralten @ir Rtug nnU: »tbaPtion, Lrpedition uxb Drucker«: Zch.ksir.tze Mr. 7. gemacht noch gebilligt. Berlin, 15. April. Di e Reich s tags v erh andlung über Samoa. Ein Berliner Blatt läßt sich aus London folgendes telegraphieren: „Der heute hier vorliegende ausführliche Bericht über Bülows Erklärung hat den anfänglich etwas alarmierenden Eindruck erheblich abgeschwächt. Na« doch gleich den Störchen des größten Schutzes seitens der Menschheit gewiß. Mußten doch noch im vorigen Jahrhundert die fernschauenden Turmwächter das erste Sichtbarwerden der Schwalbe ihren zuständigen Gemeindebehörden gehorsamst vermelden, damit diese das frohe Ereignis ungesäumt zur öffentlichen Kenntnis bringen konnten. Es ist auch nicht lange her, daß sich auf westfälischen Dörfern an dem Tage, wo erfahrungsgemäß die schwarzbunte Lenzbotin eintraf, die gesamte Hausgenoffenschaft, der Familienvater an der Spitze, bis an das Thor des Gehöftes begab, um sie feierlich zu begrüßen und der langvermißten Freundin zuvorkommend die Scheune zu öffnen. Wurden ihr nicht die gebührenden Ehren erwiesen ober waren die wirtschaftlichen Verhältnisse schlechter geworden und chr die Vorräte zu kärglich bemessen, dann schimpfte" sie, wie das gemütvolle Landvolk wähnte. Das bekannteste Liedchen, in welchem sie ihr Ungehaltensein zum Ausdruck bringt, wird uns in Grimms „Altdeutschen Wäldern" mit- „Wenn ich wegzieh, warn ich wegzieh, Sind Kisten und Kasten voll. Wenn ich wiedertomm, wenn ich wiederkomm, Ist alle» verzehrt." trächtigen werden." r , , — Aus Samoa hat der „Hamb. Korresp." erfahren,, daß infolge des Einspruchs des dortigen deutschen Konsuls der deutsche Geschäftsführer der Plantage m Vmlele bei Apia, die der Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Sudsee gehört, aus seiner Haft auf dem englischen „Tauranga" entlassen und an Bord des deutschen Kreuzers „Falke" gebracht worden ist. Die Freilassung läßt vermuten, daß dem deutschen Geschäftsführer eine Schuld bei dem Ueber- fall auf die amerikanisch - englische Landungstruppe nicht nachgewiesen werden konnte. Jedenfalls ist mit seiner Freigabe einer Verschärfung der Lage vorgebeugt. — In Washington wird nicht mehr daran gezweifelt, daß die drei Mitglieder der Samoa-Kommission am 25. April abreisen werden. England hat die Einstimmigkeit der Kommissionsbeschlüsse für alle Maßregeln zur Herbeiführung einer provisorischen Ordnung der Dinge angenommen. Die Kommissare werden jedoch unabhängig von einander ihre eigenen Ansichten ihren betreffenden Regierungen mitteile« und diese werden dann über die endgiltige Regelung der Verhältnisse auf Samoa unterhandeln. Die Kommissare sind nicht befugt, den früheren Vertrag abzuändern, doch werden die von ihnen einstimmig gemachten Vorschläge wahrscheinlich schließlich angenommen werden. Rtombaj), rlicher. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Klätter für hessische Volkskunde. Es sind eine ansehnliche Reihe ähnlich lautender Derschen in einzelnen deutschen Gauen zu finden, doch dürften wohl jene Reime, welche Rückert nach Jugenderinnerungen seinem wunderschönen Gedichte „Aus der Jugendzeit" als Schwalben- gesang zu Grunde gelegt hat, am verbreitetsten sein, nämlich: Adresse für Depeschen: Anzeiger chiehex. Fernsprecher Nr. 51. *•< ril, natoir.- »I 90 Kwcites Blatt Aezugrprelfl vierlrljährlich 2 Mart 20 Psg. man all ick 75 Psg. mit Brmgerlohn. Bei Postbezug 2 Mart 50 Psg. vierteljährlich 8ha^ Ml stieteuppi M • n y* Vision. von 3t " nvalerc.i le fcii allen hu., wiegeni!^ krotzi d mentlich herrscht in der Presse über die Proteste der Parteiführer gegen Lehrs Rede lebhafter Jubel, da sie allgemein dahin ausgelegt werden, daß die Einigkeit der deutschen Parteien gegen die anglo-amerikanische Samoa-Politik nicht weiter zu fürchten ist, und die deutsche Regierung sich jetzt nachgiebiger zeigen werde. Die „Times" erklären, es sei Volkes weniger Abneigung haben sollte gegen einen Krieg um ein Handelsmonopol in Samoa als die Mehrheit der Engländer und der Amerikaner. — Der „Standard" schreibt: „Wir unsrerseits stimmen den hauptsächlichen Vorschlägen des Herrn v. Bülow zu, und wenn sich Verschiedenheiten in der Interpretation ergeben sollten, so hoffen wir, daß dieselben eine ehrenvolle Verständigung nicht beein- richtig!) Also Achtung der anderen auf Grund dieser Akte sustehendeu Rechte, aber auch volle und unbedingte Aufrechterhaltung unserer eigenen deutschen Rechte. (Sehr richtig.) Im Interesse der Ruhe auf Samoa wie im Interesse ruhiger Beziehungen zwischen den beteiligten Regierungen würden wir es an und für sich nützlich finden, wenn die । dies nicht vorher gewußt habe, da er 1.1,11««.., '■ S!" “ S ~* .S ab.iu.1 <-»>, «-«, brmgt, in der Budget-Kommission gesagt, wir waren geneigi, r wie ich mich ausdrückte, in eine reinliche Scheidung zu willigen. Da sich aber die Nachteile des gegenwärtigen Zustandes der Dinge für die beiden anderen beteiligten Mächte ebenso fühlbar machen, wie für uns, so haben wir keine Veranlaffung und Empfinden, auch kein Bedürfnis, | in dieser Richtung aus eigener Initiative mit besonderen Vorschlägen hervorzutreten. Solange aber die Samoaakte zu Recht besteht, muß dieselbe von allen Beteiligten loyal beobachtet werden, dem Buchstaben nach und dem Geiste nach. Wortlaut und Tendenz der Samoaakte fordern, daß auf Samoa nur solche endgiltige Entscheidungen getroffen werden, welche auf einstimmigen Beschlüssen der drei beteiligten Regierungen beruhen. Wir haben deshalb von vornherein in London und in Washington keinen Zweifel darüber gelassen, daß wir solche Veränderungen in Samoa, zu denen wir unsere Zustimmung nicht gegeben hätten, als rechtsunverbindlich betrachten müßten. Wir konnten nicht zugeben, daß entgegen dem zweifellosen Text der Samoaakte, im Widerspruch mit dem Vertragsrechte ohne uns oder gar gegen uns über Samoa entschieden werde. Dieses von uns aufgestellte und vertretene Prinzip der notwendigen Einstimmigkeit ist zuerst von Amerika und schließlich auch von England angenommen worden. Ein anderer leitender Gesichtspunkt für uns war, uns nicht in die Streitigkeiten der eingeborenen Häuptlinge einzumischen. Den verschiedenen Thronkandidaten stehen wir an und für sich ohne parti pris gegenüber. Da aber bie provisorische Regierung bes Häuptlings Mataafa von ben drei Konsuln anerkam.t worben war, so mußte sie unserem Konsul als ber legale etatus quo so lange erscheinen, bis burch einstimmigen Beschluß der drei Mächte eine neue Regierung eingesetzt war. Schon weil wir uns den internen Vorgängen auf Samoa gegenüber neutral verhalten, haben wir das Eingreifen englischer und amerikanischer Schiffe in diese Streitigkeiten weder mit- „Als ich Abschied nahm, AlS ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten schwer; Als ich wieberkam, Als ich wiederkam, War alles leer." Bereits auf der altjonischen Insel Rhodos herrschte die eigenartige Sitte, daß die Kinder zu Anfang des Frühling« eine Schwalbe herumtrugen und allerhand Eßwaren einsammelten : — ein ererbter Brauch, welchen einst der Weise Kleobul bei einer ausgebrochenen Hungersnot eingeführt haben soll. Das von den heischenden Kindern gesungene „Schwalbenliedchen" ist bei Athenäus verzeichnet und hat folgenden Wortlaut: Die Schwalb' ist wieder-, Ist wtedergekommen; Sie bringet den Frühling Und liebliche Lage. Weiß ist fi« etx Bauche, Schwarz ist sie am Rücken. Wie? Giebst du nicht eine Feige Uns axs dem reichen HauS? Eine Schale mit Wein? Ein Körbchen mit Käs und Mehl? Eiersemmelchen auch? Liebet bk Schwalbe! Diese altväterliche Sitte des Umsingens bei Ankunft ber Schwalbe herrscht heute noch in Griechenlaub. Wenn bie schwarz weiß gefieberte Verkünbigerin aus ihrem abeffynischeu ober lybischen Winterquartier übers Mittellänbische Meer h er üb erge flogen kommt, ba stimmt die frohe Jugendschar Griechenlands ähnliche Liedchen an, wie heutzutage unsere jtn nm kW- Anstand. Wien, 15. April. Zum Ueberwuchern des t s ch e ch i s ch e n Beamtentums in Böhmen teilt die „Eg. Zeitung" folgendes mit: Die Bevölkerung der Stadt Lobositz besteht aus 3721 Deutschen und 501 Tschechen, jene des Gerichtsbezirks Lobositz aus 14401 Deutschen und 4805 Tschechen. Die Bezirksstadt ist also zu 87 v. H. und der Gerichtsbezirk zu 75 v. H. deutsch. Und ein derart überwiegend deutscher IftdHnt lü-nch itfi !i '-nahmt btfl Ebntagfl. | l« Gießener A^IttexVtiUler tueeii bem Anzeiger WZflchnl ch viermal brigelegt. Deutsches Reich. Berlin, 15. April. Der Kaiser hörte heute vormittag htrs Erträge des Chefs des Generalstabes, Grafen v.- lieffen, und des Chefs des Militär-Kabinetts, (VNetdte v. Hahnke. Um 1 Uhr nahm ber Kaiser bas FMHpi.ck beim Oberstallmeister Grafen v. Webel em und b.j Wc.te nachher die fertiggestellten Teile deS neuen Marstall- s. Birlin, 15. April. Die 9. Kommission des RikichStags zur Vorberatung bes Jnvalibitäts- Vk eis iah erungsgesetzes erledigte heute die §§ 7 a unb 8 ! LStt-S>rufsgenoffenschaften beziehungsweise freiwillige Ver- fi iityruiug). JBrrlin, 15. April. Für bie Errichtung hybr o-thera- i siiti! cher Institute an ben Universitäten ist nm nächsten preußischen Haushaltsplan eine Forberung zu eiriattr n. Berlin, 15. April. Aus Bozen wirb gemelbet, daß Ctf-iaf Lo«, ber Präsibent beS rheinischen BauernbunbeS, o^fitrn bort gestorben ist. Berlin, 15. April. Das Abgeorbnetenhaus seütze Scheute die erste Lesung der Kanal-Vorlage fort. WAstl r Freiherr v. Hammerstein erörterte ausführlich die Eklstibungsgeschichte der Vorlage und empfahl dieselbe zur Emhme. Minister Thielen suchte in längeren Ausführ- .unijai nachzuweisen, baß nach ben Beobachtungen auf a nittren Kanälen zu schließen sei, baß ber Mittellanb-Kanal ft 4 giti rentieren werde. Die Beratung wird am Montag ftftMsatzt. Barlin, 15. April. Reichstagsrebe bes Staatssekretärs toi .6ü loro gelegentlich der Interpellation über bie Samoa- Ich bin gern bereit, meine Herren, mich über eine AiWlecMheit auszusprechen, welche die öffentliche Meinung niuöt-cht lebhaft beschäftigt unb für die Regierung fett ftStyu ein Gegenstand ernster Aufmerksamkeit ist. Auf der n iriereri Seite werden Sie es verstehen — und ich denke, a mH ber Herr Antragsteller wird es verstehen, (Sehr gut! LÄÄ.) — wenn ich in meiner amtlichen und verantwort- li .atiii Stellung nicht Dinge sagen werde, welche eine fried- li .oct Beilegung der entstandenen Schwierigkeiten in Frage filmen könnten. (Sehr wahr!) Heber die Vorgeschichte der ji wjitcn Wirren auf Samoa habe ich mich in der Budget- fllinniulfion ausgesprochen, und ich habe namentlich darauf h liiqen'iesen, wie es feit dem Inkrafttreten der Samoaakte d ach feiten weder an Unruhen noch an Reibungen zwischen d e Vertretern der drei beteiligten Regierungen gefehlt hat. 1 £*< 8at)ttW master Am Vermischtes. Folgender Aufruf geht uns zur Veröffentlichung zu: * Potsdamer Unteroffizier-Schüler! Kameraden! Im Monat Juli d. Js. feiert die Unteroffizierschule zu Potsdam ihr 75jähriges Jubiläum. Wir alle, die ihr einst angehört haben, sind einig in dem Gefühle des Dankes gegen sie; wurde in ihr doch der Grundstein gelegt zu der Leistungsfähigkeit, die uns später half, die Anerkennung unserer Vorgesetzten, die Liebe und Achtung unserer Kameraden und | Untergebenen zu erwerben und schließlich auch Aemter und ; Würden zu erdienen. Freudigen Widerhall hat darum auch der Gedanke gefunden, unserer alten Pflanzstätte zu ihrem Ehrentage eine Adreßtafel zu stiften und das Verzeichnis der Stifter jahrgangs- und kompagnieweise als Jubel-Stammrolle zu ordnen und jedem Teilnehmer zuzustellen, damit er erfahre, wo seine alten Kameraden jetzt weilen und wirken. Wir bitten, Beiträge — auch in Briefmarken — an den mitunterzeichneten Kameraden, Geheimen Kanzlei-Inspektor Freiwald, Berlin W., Matthäikirchstraße 9, bis spätestens zum 15. Mai zu senden und unter deutscher Namensschreibung das Jahr des Diensteintritts, die Kompangie, sowie die jetzige Berufsstellung und den Wohnort anzugeben. Der Ausschuß vermittelt auch die Anmeldungen zur Teilnahme an der Feier. Der Mindestbeitrag ist auf 50 Pfg. festgesetzt. * Die Lösung der Fraueuftage besteht doch wohl darin, den unverehelichten Frauen das zu ersetzen, was sie in einer glücklichen Ehe gefunden hätten, nämlich Inhalt, Unterhalt und Rückhalt für ihr Leben. Alles dreies vereint i läßt sich vielleicht nirgends so gut bieten, wie in der ge- noffenschaftlichen Diakonie, wie sie der Ev. Diakonieverein (Direktor: Professor D. Dr. Zimmer in Berlin-Zehlendorf) seit nunmehr 5 Jahren eingeführt hat. Wie die ungewohnt rasche Entwickelung beweist, entspricht gerade diese Arbeit I einem tiefgehenden Bedürfnisse des Frauengemüts. Sollte I sich aber die Organisation dieses Vereins nicht auch auf I anderen Gebieten weiblicher Arbeit nachbilden lassen? w । ju Pfa 1 meist, Rl Max Breitung in Koburg, betont, das Wort: cherche h cigarette! oft berechtigt. Der Tabak neben dem Alkiü sind die Hebel, welche die Widerstandsfähigkeit des Äbrar; lockern und die Anlage zu Krankheiten schaffen. Sie veri \ das Herz in einen Zustand funktioneller Schwäche, sot ■ es nicht mehr imstande ist, eine wenn auch noch so gern Zumutung an Mehrleistung bei einer eintretenden Erkrankm wie bei der Influenza, zu bewältigen. Die Herzkraft errp:' sich als ungenügend, und der Rest — ist Schweigen. 9L den Beobachtungen, die man tagtäglich überall machen kau wird das Zigarettenrauchen viel mehr im Uebermaß bttr/-A als das Zigarrenrauchen. Eine Warnung davor ist j am Platze, namentlich kann auf *bie Schädlichkeit der atmens von Rauch nicht oft genug hingewicsen wer.c- Mehr noch als bei uns scheint der ZigarettenmißbrauL t Amerika zu blühen. Im Staate Arkansas soll durch« Gesetzgebung der Verkauf und das Verschenken von Zlgarel'- bei Geldstrafe von 100 bis 1000 Dollars verboten |r. und zwar angeblich nicht aus irgend welchen Abstinml. gelüsten nach Beschränkung des Rauchens überhaupt, sonN in der richtigen Annahme, daß das Rauchen von Zigarc^ gesundheitsschädlich sei. K. T. i. d. T. R. gu« w ® Sw W* Gießen, Umversitäts Nachrichten. — Berlin. An Stelle deS verstorbenen Geh. Med.'! Gurlt ist Professor Dr. W. Körte zum ständigen SchEitM. deutschen Gesellschaft für Chirurgie gewählt worden. Dw »<• der Gesellschaft hat Geh. Rat v. Bergmann übetnommm. — Basel. Wie auS zuverlässiger Quelle Bedeutet, Kai- Professor für Kunstgeschichte en der bjeftgen UnhtiRtat Dr. Wölfflin einen Ruf an die Universität^rltn erballen, er Hermann Grimm ersetzen soll. Prosessor Wölsfltn tft j - auf einer Studienreise in Spanien begriffen. Bezirk besitzt nicht einen einzigen richterlichen Beamten i deutscher Zunge! Flicht viel besser sieht es in anderen Städten aus. Rom, 15. April. Anläßlich des morgigen Besuches der I Peterskirche seitens des Papstes haben die 20 Sanitäts- | Stationen umfassende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Die Kirche ist telephonisch mit der päpstlichen Apotheke und der päpstlichen Kamera verbunden. Rom, 15. April Das bemerkenswerteste Ereignis des I französischen Flottenbesuches in Cagliari bildet! bisher das Frühstück an Bord des Panzerschiffes „Brennus", wozu das italienische Königspaar mit dem I Ministerpräsidenten Pelloux erschien. Admiral Fournier I dankte in einem Trinkspruch dem Könige und der Königin I für ihren Besuch und sprach denselben die besten Wünsche I des Präsidenten der Republik aus, seiner Bewunderung für I die auf der Rhede so glänzend vertretene italienische Flotte I Ausdruck gebend. König Humbert trank auf das Glück I Frankreichs und das Wohl seines Präsidenten und gab seiner Genugthuung Ausdruck, daß durch die Wiederaufnahme guter Handelsbeziehungen die alte herzliche Freundschaft zwischen I Frankreich und Italien wieder bethätigt worden sei. I Nach anderer Meldung war der Trinkspruch des Admirals schwülstig und sehr rhetorisch, während der des Königs be- I deutend kühler war. Paris, 15. April. Von den heute im „Figaro" ver- I öffentlichten Verhören ist folgendes von Jntereffe: Der Sohn des Generals Grenier, dessen Ordonanz-Offizier I Esterhazy gewesen, erklärte dem Kassationshofe, I Esterhazy sei ein Lebemann gewesen. Er glaube, Esterhazy | sei nicht einmal recht bei Verstände gewesen, denn er habe I öfter wie ein Irrsinniger gesprochen, Beschimpfungen gegen I die Armee und Frankreich ausgestoßen, sodaß er ihn selbst I mehrmals auffordern mußte, er solle seine Uniform respek- I tieren. Derselbe Zeuge sagte weiter, Esterhazy habe ihn I gebeten, beim Kriegsminister ein gutes Wort einzulegen, um I ihm im Generalstabe eine Anstellung zu verschaffen. Ein I anderer Zeuge, der Zeichner Ecassier, erklärte, Esterhazy I habe ihn beauftragt, die Zeichnung eines Gewehres anzu- I fertigen, welches in vielen Punkten dem Lebelgewehre gleich I kam. Esterhazy sagte, das Gewehr sei österreichisches System, I welches er dem Kriegsminister Cavaignac unterbreiten wolle. I General Guerrier bekundet, daß sich eine Fälschung in dem I Dienstbuche Esterhazys befinde. Ein anderer Zeuge sagt | . aus, er habe nur eine geringe Achtung vor dem Privatleben I Esterhazys gehabt. Die Aussagen der Pförtnerin Madame I Gerard sind für den Generalstab gradezu vernichtend. Die I Pförtnerin hat in einem Notizbuch alle interessanten Mit- I teilungen ausgeschrieben, welche ihr Madame Pays, die I Geliebte Esterhazys, mit der sie sehr befreundet war, I gemacht hat. Am 12. August 1898 erklärte Madame Pays: I Es giebt keine Gerechtigkeit, denn sonst würden Esterhazy I und ich augenblicklich nicht in Freiheit sein. Esterhazy hat I das Blanche-Telegramm geschrieben, ich habe das Speranza- I Telegramm geschrieben. Cavaignac hat befohlen, Esterhazy I zu beschützen, damit dessen Verwandter Paty de Clam nicht I kompromittiert werde. Es hat keine verschleierte Dame ge- I geben. Die geheimen Schriftstücke sind Esterhazy von Paty I de Clam überbracht worden. Paty de Clam erklärte der I Madame Pays einmal, es ist leicht, sich eines Frauenzimmers I zu entledigen. Wenn Sie jemals Enthüllungen über das, | was Sie wissen, machen, dann erinnern Sie sich dieses I Ausdruckes. Madame Pays erklärte der Wärterin weiter, I sie habe das Zusammentreffen mit dem General Boisdeffre I in den elysäischen Feldern um Mitternacht gehabt. Sie sei I ferner vom General Mercier empfangen worden und habe I öfter mit Pellieux verkehrt. Die Schriftstücke, welche Ester- | hazy besaß, wurden in einer Damenmütze aufbewahrt, die I sich in einem Blumentopf in der Redaktion der „Libre I Parole" befand. Madame Pays habe alle Schriftstücke nach London in Sicherheit gebracht. I Loudon, 15. April. Im Auswärtigen Amt werden die I Ausführungen des Staatssekretärs v. Bülow im deutschen I Reichstage als derart bezeichnet, welche eine baldige Wieder- I Herstellung der deutsch-englischen Harmonieen bestimmt erhoffen lassen. Petersburg, 15. April. Ein schrecklicher Unglücks- fall hat sich auf dem Dniepr unweit von Kiew ereignet. ' „lieben Kleinen" auf der Straße. Uebrigens haben schon die altklassischen Dichter Ovid, Horaz und Aristophanes unsere Schwalbe als Frühlingsbringerin besungen, und zwar mit derselben Begeisterung, wie sie das schwedische Landvolk heute noch offenbart, wenn die bunte Freundin des Hauses | wieder zurückkehrt. Wie in manchen Gegenden Deutschlands ; auf jedem Kirchdach dem langersehnten Storch das ungekünstelte Nest menschlicherscits bereitet wird, so fehlte an den griechischen Wohnhäusern selten die halbkugelige Brutstätte der Schwalbe. Ja, das traute Vögelchen war eine so gewöhnliche Erscheinung in den hellenischen Städten, daß es sogar zur äußerlichen Unterscheidung der Bürgerparteien beitrug, indem an den Häusern der schwalbenfeindlichen Pythagoräer keine Nester zu bemerken waren. Uns erscheint eine solche ablehnende Haltung gegenüber den trauten „Hirundo“ mindestens als rücksichtslos, denn das ganze deutsche Volk ist einig in der Meinung, daß die Schwalben heilige Vögel sind, welche Glück bedeuten, und deshalb nicht beleidigt oder gar umgebracht werden dürfen. „Schwalben und Störche schützen das Haus vor Wetterschaden, deshalb darf niemand ihre Nester zerstören," heißt es in Schwaben. Halten doch auch in vielen heimatlichen Gauen die biederen Dorfbewohner die Fenster offen, damit die liebwerten Glücksvögel die willkommene Einkehr halten können. „Wo die Schwalben sich anbauen, giebt es keinen Unfrieden," behaupten die Oberinnthaler, während im Flußgebiete der Oetz die Anwesenheit der geliebten „Freundin des Menschen" die Bewohner reich machen soll. (Schluß folgt.) Wichtig fi Tie u- ,61* n.Di««"ed flt&ranettH f.sMWW5 i. Sfienaöo (ritOotti fiib fletl fuft1 »/• in rietzttn «ugust No Jacob Häu Adolf Lrul- fBilth Haa Vb. Herr« Lei: feinst! stift rmgettoff, Vöi Mteratnr, Wissenschaft uni Mß - König Ludwig II. von Bav-r« u"««'' Von Louffe v. Kobell. Mit zahlreichen, »um ItU. veröffentlichen Illustrationen und jtunfibeilafltn, loe« , Titelbild in Heliogravüre. — Vollständig in 21Litf«u»gm » - Lieferung 14., 15., 16 , 17. - 8°. - Verlag W München. Jede Lieferung umfaßt 24 Seiten * Textillustrationm und zwei Kunstbeilagen. Eine au»füb^« , fprechung de8 tr.fflichen Werkes oe»öffentlichten wir in dieses Blattes. - In der Bibliothek des Vatikans ist kürzlich eine biSb - • beftnnte Handfchrift Galileo Galileis Sekunden worben, ; berühmte Forfcher feine Ansichten über baS Wri^ v Flut entwickelt. Die Wochenfchrift .Die a. M.) ist in der Lage, die H-ndfchrisl in Sachmile und knüpft daran intereffante Begleitworte über d e dieser Nalurerfcheinung zu verfchiedenen Zeiten. » Interesse kann auch der Aufsatz „Nme Anschauung.^machen, W birgSbau Europas" von Dr. A. 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Kräuterwein beseitigt «t»'- 1 ungen in den Blutgesätzen, reinigt da» Blut von verdordenen, kean' I machenden Stossen und wirkt särdernd aus di« »teubildung gesunde» vlute« I Durch rechtzeitigen Gebrauch de, «täuter-Weine, werden Magenübel mech schon v- Jtdmt erstickt. Man sollte also nicht fflumen, seine Anwendung anderen scharten, «hauen. Gesundheit zerstörmden Mitteln vorzuziehen. Svmptome^ wie:.Kopfschmerze»^ »uv stoben, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit nut Erbrech«», bte bei d)e«*Jf*‘n eraUeten) Magenltiden um so heftiger auftreten, werden ost nach einige, Mol en»' beseitigt. und deren unangenehme Folgen, rote dekle'nmung, Stuylverstopsung «olikschmerzen, Herzklopfen, krole Bkulanstauungen in Leber, Milz und Psortadersystem ol»ail,lde..' werden durch Kräuterwein rasch und gelind beseitigt- «räuterwetn behebt Uuver. daulichkett, verleiht dem Verdauung^,stem einen Aufschwung und enllernt tun, leichten Stuhl untaugliche Stosse au« dem Magen und den Gedärme». Kager«, gleicher Aussehen, Mnt- mangrf, ßntkrästung ;H*™S5S= Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter n«rv»s«r Abspannung 'md ««. müthSverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerze, schlaflosen,rächt««, oft solche Kranke langsam dahin. 0^* Ärauterroein Sitbt d„ geschwächten WWMn ! einen frischen Impul«. Kräuterwein steigert den «VPetlt Hl«rberl ‘ 8 und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Mutdil». z. beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue L»b««»lnft. 3a6l,e, 1 l_H 87, Westdeutsche Der. Königs- u. . 236.75) S' ' Bodencredit Laura . . ■ —— ■ - —— eew in Cöln . . 98.10 98.10 vfeiS-rM« 164.90', »y 4 Ung. Lds.-Ctr. 96.— 96.— Oest. Staatsb. 101.50 100.— 97.— 101.50 100.— 97.— 4 4 Direrse. Buderus . . . Eisenb. Rtbk. . 100.20 100.20 do. Südbahn Gotthardbahn. Jura-Simplon Princ Henry . 28.90 143.50 Bl’ 101.-! ii; 108.- 101.— 101.— 47, Hirzh. u. Lollar —.— —,— 97.40 97.40 KallK-Artikn. Iifft 99.— 99.— bi Procrnle». 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