Samstag den 18. Februar Zweites Blatt plr. 42 n iau Amts- und Anzeigeblutt für den Tireis Gieren »«•Blue ii titi irat) NM Seife |jü Alle Anzeigm-BermittlungSsteÜen deS In. und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ■eandt. tteuck. klfl.ü »■ Aedaktion, Expedition und ® rüder ei: Schulftraße Ar. 7. Deutscher Reichstag. 34. Sitzung vom 16. Februar. 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung der N o v e l l e zum Jnvaliditätsversicherungsgesetz. Abg. Oertel (Bd. d. Landw.) wendet sich zunächst gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Wurm. Des weiteren tritt er für die Einführung der Prügelstrafe bei Rohheitsverbrechen ein und bemerkt, ein sehr erheblicher Teil seiner Freunde verhalte sich zwar zur Vorlage nicht ablehnend, habe aber erhebliche Bedenken, die sich nicht auf Einzelheiten richteten, sondern auf den Entwurf im ganzen. Redner stellt dann als Forderung auf, daß auch Betriebsunternehmer bis 2000 Mk. Einkommen in das Jnvaliditäts- versicherungsgesetz einbezogen, aller Vorteile desselben gesetzlich teilhaftig werden. Er hoffe, daß die Arbeiten der Kommission enden mögen mit einer Vereinfachung, Erleichterung und mit möglichster Schonung des Mittelstandes. Abg. Br äs icke (frs. Vp.) empfiehlt eine Zusammenlegung von Alters- und Invalidenrente; für Ostpreußen sei nach seinen Erfahrungen eine Trennung unmöglich. Er stehe durchaus auf dem Boden der Vorlage. Der Notstand der ostpreußischen Anstalt erkläre sich dadurch, daß für die ostpreußischen ländlichen Arbeiterinnen bis zum vorigen Jahre überhaupt nicht geklebt worden sei. Und vielfach werde auch jetzt noch nicht geklebt. Abg. Stötzel (Centr.) bekämpft mit größter Entschiedenheit den Vermögensausgleich, der weiter nichts sei, als eine Konfiskation. täi yi N® wMt Adresse für Depeschen: Anzeiger Hletzer». Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde._________________ Abg. Lanzinger (bair. Bauernbd.) plädiert für Befreiung des landwirtschaftlichen Gewerbes und des Handwerks vom Versicherungszwange. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) bezeichnet den finanziellen Ausgleich als eine Notwendigkeit, aber auf dem hier vor- geschlagcnen Wege sei er unmöglich. Der einzig mögliche Weg sei der, den er schon vor 2 Jahren vorgeschlagen habe, nämlich Landesanstalten. Noch lieber aber würde ihm eine Reichsanstalt sein. Würden die provinziellen Anstalten beibehalten, und würden gar noch Rentenstellen geschaffen, dann werde die Sache erst recht kompliziert und kostspielig. Redner plädiert noch für Witwen- und Waisen-Versicherung. Abg. Lucke (Bd. d. Landw.) hält es für richtig, daß die Lasten der Wohlfahrkseinrichtungen auf den gesamten Arbeitsertrag des Volkes übernommen werden, also auf die Steuern, aber nicht erst von der Grenze von 3000 Mk. an. Abg. Graf Bernstorff (Welfe) wünscht Verallgemeinerung des Versicherungszwanges. Abg. Singer (Soz.) verteidigt seine Partei gegen Angriffe des Abg. v. Stumm wegen ihrer ganzen Stellung zur sozialpolitischen Gesetzgebung. Redner wendet sich dann gegen den Abg. Oertel. Wolle dieser Liebhaber der Prügelstrafe für Minderjährige, diese vielleicht auch angewendet wissen auf Studenten- Und wenn die Prügelstrafe angewendet werden solle bei Rohheiten, dann gebühre sie vor allem den Agitatoren des Bundes der Landwirte. Redner konstatiert weiter, daß der von dem Vorstand der sozialdemokratischen Partei veröffentlichte Appell in der Löbtauer Affaire ausdrücklich erklärt habe, die Ausschreitungen der Arbeiter hätten Strafe verdient, aber die Strafe sei unverhältnismäßig hoch. Das Dresdener Urteil werde zweifellos von dem Volke als Bluturteil empfunden werden und der sozialdemokratischen Partei nur Vorschub leisten. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Damit ist die Diskussion beendet. Die Vorlage wird an eine Kommission verwiesen. — Auf der Tagesordnung steht sodann die Interpellation Johannsen, betr. die Dänenausweisungen. Auf Anfrage seitens des Präsidenten, ob der Reichskanzler geneigt sei, die Interpellation zu beantworten, erklärt Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Das Recht der Ausweisung von Ausländern ist Ausfluß des Landeshoheitsrechts der einzelnen Bundesstaaten, deffen Ausübung nach der Reichsverfassung nicht der Aufsicht des Reiches unterliegt. § 1 der Verfassung kann auf eine Ausweisung von Ausländern nicht bezogen werden. Diese Bestimmungen im § 1 sind 1867 auf Antrag Michaelis in die Verfassung ausgenommen worden. Es war damit nur beabsichtigt, zu verhindern, daß durch Bestimmungen über das Jndigenat (Heimatrecht) das Recht der Freizügigkeit eingeschränkt wird. Dagegen richtet sich der Paragraph nicht gegen das Recht, Ausländer auszuweisen. Der Geschäftskreis des Reichskanzlers wird also durch den Gegenstand der Interpellation nicht berührt. Aus diesem Grunde muß ich es ablehnen, die Interpellation zu beantworten. Sollte eine Besprechung der Interpellation erfolgen, so werden die Vertreter der verbündeten Regierungen sich daran nicht beteiligen können. (Bravo! rechts.> Abg. Singer (Soz.) beantragt Besprechung der Interpellation. Dieselbe erfolgt. Abg. Johannsen (Däne) begründet die Interpellation. Die dänische Agitation solle die Schuld tragen an den Ausweisungen; in den Vereinen aber passiere nichts Hochverräterisches. Wer etwas Anderes behaupte, sei ein Lügner. Wie schnell würde ein Hochverratsprozeß eingeleitet werden, wenn sich Hochverräterisches ereigne, denn die preußische Regierung verstehe es auf Grund alter Protokolle, bekannte Personen zu beschuldigen. Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner für seine Bemerkungen zur Ordnung. Abg. Johannsen (Däne) bemerkt, daß er der preußischen Regierung nur das Vorgehen gegen den Abg. Hansen zum Vorwurf mache. Aus Stegreifdichtungen leite man die deutschfeindliche Gesinnung der nordschleswigschen Bevölkerung her. Bei den neuerlichen Ausweisungen schienen fremde Einflüsterungen mitzuspielen. Jetzt kämpfe man gegen die Dänen mit Entstellung und mit Verleumdung. Für die in Nordschleswig geschaffene Unruhe müsse er die Verantwortung denjenigen überlassen, welche die Vertreter der Regierung in jene Gegend gesendet haben (Beifall). Weiterberatung morgen 1 Uhr; außerdem verschiedene Initiativanträge. Schluß 6*/4 Uhr. Atjuqspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. tm Betört-. gyberrente |en I Wie sollte denn auch Bismarck von unserer sozialen Gesetzgebung so gering denken, oder gar das „bischen Sozialreform" der Thätigkeit der Sozialdemokratie zujchreiben? Wir sehen nun, daß die „Mitteldeutsche Sonntagszeitung" diese Fälschung leugnet. Diese Ableugnung ist der einzige Versuch einer sachlichen Widerlegung in einem gegen uns gerichteten längeren Artikel dieses Blattes, das es bei dieser Gelegenheit unbegreiflicherweise für nötig findet, sein bekanntes Niveau durch Keifen aufs neue zu bezeugen. Das Komischste in dieser Ableugnung ist, daß dabei die dem gefälschten Citat zugrunde liegende echte Stelle angeführt wird, ohne daß der Artikelschreiber merkt, daß das von Singer gebrauchte gefälschte Zitat ganz anderen Sinn und Wortlaut hat. — Da jetzt und später sozialpolitische Verhandlungen gar häufig diese Bismarcksrede vom 26. XI. 84 zum Ausgangspunkt nehmen werden, sei es gestattet, den Lesern dieses Blattes das ins Gedächtnis zurückzurufen, was Bismarck damals wirklich gegen die Sozialdemokratie gesagt hat: „Sie sind jetzt 25, das zweite Dutzend haben Sie also; ich will Ihnen noch das dritte geben; wenn Sie aber 36 sind, erwarte ich mit Sicherheit, daß Sie Ihren vollen Operationsplan zur Verfassung, wie sie sein soll, entwerfen, sonst glaube ich, Sie können Nichts. (Heiterkeit.) Bisher liegt uns nichts vor. —.....Wenn die Herren erst mit positiven Plänen herauskommen, werden sie viel zahmer werden, als sie sind, auch in ihrer Kritik, und die Zahl ihrer Anhänger wird sich ganz außerordentlich lichten. Ich wollte, wir könnten Ihnen eine Provinz einräumen und Ihnen in Entreprise geben; ich möchte sehen, wie Sie wirtschaften, dann würde die Zahl Ihrer Anhänger sich lichten, vielleicht über den Bedarf hinaus, denn die Sozialdemokratie ist so, wie sie ist, doch immer ein erhebliches Zeichen, ein Menetekel für die besitzenden Klassen dafür, daß nicht alles so ist, wie es sein sollte, daß die Hand zum Bessern angelegt werden kann, und insofern ist ja die Opposition, wie der Herr Vorredner (Auer) sagte, ganz außerordentlich nützlich. Wenn es keine Sozialdemokratie gäbe, und wenn nicht eine Menge Leute sich vor ihr fürchteten, würden die mäßigen Fortschritte, die wir überhaupt in der Sozialreform bisher (1884!) gemacht haben, auch noch nicht existieren (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), und insofern ist die Fnrcht vor der Sozialdemokratie in Bezug auf denjenigen, der sonst kein Herz für seine armen Mitbürger hat, ein ganz nützliches Element. (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Ja, sehen Sie, in etwas sind wir doch einverstanden." (Heiterkeit.) Diese Rede stammt aus dem Anfang der deutschen Sozialreform. Nicht der Sozialdemokratie, sondern der Furcht vor ihr rühmt sie gutes nach. Von der Sozialdemokratie gilt noch jetzt Bismarcks Wort: „Sie können Nichts. Bisher liegt uns Nichts vor." g. S"> ihi . M 1* M.* Pis- J ke’ füllt Krflürlnt tägtiäi | eut Aufnahme des MontagS. Die Gießener Kamitieubtätter p'rden dem Anzeiger vücheatlich viermal beigelegt. RtiN' Ctl' lObt r.»Kfe Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den Agenden Tag erscheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Deutschland und die Bereinigten Staaten. Der „Reichsanzeiger" vom Dienstag brachte zwei Dementis, welche sich auf unser Verhältnis zu der großen nordamerikanischen Union beziehen. In früheren Jahren hiitl« es jemand gar nicht für möglich gehalten, daß einmal bie Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Etoaten gespannte werden könnten, denn, ob auch das große Lasser und die Verschiedenheit der Sprache beide Nationen trennen, so hielt man doch allgemein dafür, daß das deutsche Element dort drüben dominiere und alle anderen Einflüsse leicht unterdrücken könne. Seit einiger Zeit, besonders aber seit dem Beginn des spanisch-amerikanischen Krieges, machen sich ab und zu Gegensätze bemerkbar, welche die öffentliche Aufmerksamkeit in hohem Grade beschäftigen. Freilich datiert die erste Ursache dieser Entfremdung noch etwas veiler zurück und ist in der schrankenlosen Rücksichtslosigkeit der Amerikaner auf wirtschaftlichem Gebiete zu suchen. Das tusgesprochene Selbstbewußtsein dkr Jankees ist eine Gefahr für die alte Welt geworden, und wie sie in der Monroe- Doktrin die Tendenz verfechten „Amerika den Amerikanern", so möchten sie ihr Land auch in wirtschaftlicher Beziehung mit einer Mauer umschließen und alle fremde Einfuhr ver- hmdsern. Die vor etwa zwei Jahren zur Gesetzeskraft ■gelangte Dingleybill setzte allem, was Amerika sich in der Erschwerung fremder Einfuhr geleistet hatte, die Krone auf. Besonders hart trafen die hohen Hafenabgaben die fremden Schiffe- . . . Wie noch erinnerlich sein wird, ist in letzter Zeit, auch schon während der verflossenen Reichstagssession, die Frage erörtert worden, ob es sich nicht empfehle, mit Gegen- tepr essalien wider die Vereinigten Staaten vorzugehen. Die kühle Vernunft hat bei uns noch den Sieg davongetragen, mib man sagte sich mit Recht, daß unter einem Zollkrieg beide Teile schwer zu leiden haben, daß der Gerechte mit bem Ungerechten die Folgen eines solchen Kampfes bitter Mp findet. Aus diesem Grunde hat Deutschland bisher Zurückhaltung geübt gegen die amerikanische Anmaßung. Die letztere zeigt sich in besonders hellem Lichte in der Empfind- Weit, welche große Kreise in Amerika seit dem Kriege mit Spanien zur Schau tragen. Ungezählte Male ist Deutschland beschuldigt worden, die Neutralität mehr oder weniger verdeckt verletzt zu haben. Alle die von der Jingopresse gebrachten angeblichen Belege für diese Behauptung hier zu wiederholen, erübrigt sich, da der Gegenstand noch in frischer Erinnerung ist. Aber in jedem einzelnen Falle konnte festgestellt werden, daß die amerikanische Presse durch fette Enten hintersLicht geführt worden,und daß die HaltungDeutsch- Imds tadellos und über jeden Verdacht erhaben war. Das hinderte freilich nicht, daß in der Vereinigten Staaten- Presse lustig weiter geschimpft und verdächtigt wurde; auch jetzt noch wird dieses Werk fortgesetzt. Deutschland und die nordamerikanische Union haben smher — wie wir schon eingangs betonten — aufrichtige Freundschaft gepflegt, und beide Länder standen sich gut iibei. Die große Republik jenseits des Atlantischen Ozeans ttrbanh viel Intelligenz und viel Thatkraft dem dorthin irrpflanzten deutschen Geiste. Das mögen die Männer fh Inwrifa wohl bedenken, daß der Anstoß zu der gewaltigen Entwickelung, welche ihr Land genommen hat, von deutschen Kniva^derern gegeben worden ist. Hält man sich drüben iicS vor Augen, dann wird es nicht schwer fallen, das richtige: Verhältnis zu Deutschland wieder anzubahnen. Selbst- «kenntnis ist freilich nicht leicht, aber wir wollen hoffen, te« der gesunde Sinn, der den Amerikanern eigen ist, sie !le* läßt, und gern auf gedachten Anfang der Besserung warten. (xx) Sismarck als Eidhelfer der ZoMldeuwkratie. .In der Reichstagssitzung vom 20. Januar wurden die Sozialdemokraten gezwungen, von neuem zu bekennen, daß «egen alle Reformgesetze zum besten des Arbeiterstandes gGmmt hatten. Um den üblen Eindruck dieses Geständ- chcs zu verwischen, berief sich Singer darauf, daß angeblich Jeune Fraktion im Reichstag mit solchem Fleiß und solcher Mengte an der Verbesserung dieses Gesetzes gearbeitet habe, die sozialdemokratische." Als Zeugen für diese sozialdemo- wische Thätigkeit im Reichstag führte er — Bismarck an: , ..Ich berufe mich dabei aufs neue auf das Zeugnis Was nationalen Heroen, des Fürsten von Bismarck, der |i mffen erklärte, ohne die Sozialdemokratie existiere unser wWen Sozialreform überhaupt nicht." Diese Anführung aus einer Bismarckrede ist gefälscht. der Lokales und Provinzielles. Gießen, den 17. Februar 1899. ** Parlamentarisches. Der G es etzgebungs auSschuß jährigen Kulturarbeit unter Aufwendung großer deutscher Kapitalien und unterstützt durch den ununterbrochenen Schutz der kaiserlichen Marine bestehen. Ob dies aber zurzeit möglich ist, wagt der Verfasser nicht zu entscheiden. Eine Teilung der Samoa-Inseln unter die drei Schutzmächu findet nicht seinen Beifall, selbst in dem als ganz selbst, verständlich vorauszusetzenden Falle, daß die Insel Upol, an Deutschland fiele. Die Hamburgischen Interessenten seien vielmehr der Ansicht, daß eine Teilung der Insel, ebenfalls zu Verwicklungen aller Art Anlaß geben könnte. Die an sich ja nicht zahlreiche und über die verschiedenen Inseln verbreitete Bevölkerung sei vielfach durch die engste, Familienbande mit einander verbunden, und der Erlaj gleichmäßiger Verwaltungsbestimmungen innerhalb verschiß dener Machtsphären, geschweige denn ihre strikte Durchfüh. rung sei kaum zu erwarten. Wenn nun aber an der herigen Grundlage festgehalten werde, so müßt? im, umsomehr auf eine strikte Erfüllung der von den Schutz, machten im Jahre 1889 eingegangenen Verpflichtung.-, bestehen, gleichviel, welche Opfer daraus entstehen. allem würde eine Vereinbarung zu erstreben sein, wG geeignet wäre, die alsbaldige Entwaffnung und die dauert ■ Verhütung der Neubewaffnung der Eingeborenen herkp führen und auf die Dauer sicherzustellen. — Die Sanga Ngoko-Expedition ist Enk Dezember in Kinschassa am Stanleypool eingetroffen. alle Dampfer beschäftigt waren, sollte der Aufbruch zur Sanga Anfang Januar erfolgen. In Boma hat sich k Leutnant Kramsta, der sich auf eigene Kosten nach Asti!- begeben hat, der Erpedition angeschloffen. — Nach amtlichen Berichten aus Kamerun ist M Dezember v. I. die kaiserliche Schutztruppe unter Fühm, des Hauptmanns von Kamptz zur Bestrafung des bekamiln Häuptlings und Sklavenräubers Ngila in der Richly nach Aaunde aufgebrochen. Ausland. Wien, 16. Februar. Dem „Neuen Wiener Tagebl. ! wird aus besonders gut informierter Quelle gemeldet, te Rücktritt Banffys sei bei der Wiener Konferenzen! schieden worden. Als sein Nachfolger komme nur noi Koloman Zzell oder Fejervary in Betracht. Wien, 16. Februar. Das Befinden btt Herzogin Maria Immaculata hat sich westnM verschlimmert. Eine Lungenentzündung ist im Anzuge. Laibach, 16. Februar. Heute früh 3 Uhr 27 M. fand hier ein mehrere Sekunden dauerndes Erdbebe» statt. . M.P.C. Italien. Das Kriegs-Budget für 1899/19(0 beträgt: 222 970 000 Frcs. für laufende und' 1 470000 Fm. für außergewöhnliche Ausgaben, zusammen 224 440000 Der Kriegsminister verlangt jedoch außerdem noch die Be willigung von 14 560000 Frcs. für Reorganisation bu Feldartillerie, sodaß die Gesamtkosten 239 Millionen Frauen betragen. Die Stärke der Armee für 1899/1900 ift er 13527 Offiziere und 212000 Mann festgesetzt, dazi 46162 Pferde. Außerdem sollen 93000 Reservisten zi Uebungen eingezogen werden für eine Dauer von mindestem 20 Tagen. M.P.C. Frankreich. Die nach Petersburg entsandt! Abordnung der Kriegsschule St. Cyr ist wieder zurückgekehrt, nachdem dieselbe vom Zaren in der freundlichsten Weise empfangen, worden ist. Die Abordnung bat allen in Petersburg wohnenden Großfürsten Besuche grmiidit, ferner dem Kriegsminister Kuropatkin, dem Generalstabs^ Zakharof und den Direktoren der verschiedenen Milstarschulen. Kränze wurden niedergelegt am Grabe Pauls LI und Alexanders III. Künstler verstand ihn zu wecken, wie kein anderer. «M Spiel spottet jeden Vergleiches, es ist einfach unvergleW Passagen, Cadenzen, Staccato, Triller, Piccicato, kurz^ Spielarten, die nur zu erdenken sind, sitzen in dem gelenk des Künstlers, und sein Bogen folgt willig ben*y gedungen des Genies. Was niemand von der Geige dem Cello zu hoffen wagt, das zaubert Schreyer aus w heraus, und hält damit die Sinne der Hörer gefanß ( Atemlos lauschte alles seinem göttlichen Spiel, es herr> ' eine andächtige Stille, sodaß man eine Stecknadel V fallen hören können; dafür entfesselten aber die Dort Deutsches Reich. Berlin, 16. Februar. Der deutsche Handelstag ist auf den 2. März einberufen. Auf der Tagesordnung steht außer geschäftlichen Angelegenheiten das Gesetz über die Privatversicherungs-Unternehmungen, die Wasserbau- Verwaltung in Preußen, die Schädigungen des Handels durch Kornhaus-Genoffenschaften und Landwirtschaftskammern und Aenderung des Bankgesetzes. Berlin, 16. Februar. Die jüngsten englischen Meldungen aus Apia über die Vorgänge auf Samoa erweisen sich keineswegs als zutreffend. Wie die „National- Zeitung" von zuverlässiger Seite erfährt, ist es zunächst durchaus unbegründet, daß der deutsche Konsul dem Oberrichter Chambers mitgeteilt habe, seine Regierung halte seinen Protest gegen dessen Verhalten nicht aufrecht. Vielmehr werde von deutscher Seite nach wie vor betont, daß die deutschen Staatsangehörigen der Rechtsprechung des Oberrichters nicht unterstehen. Aus allen zuverlässigen Mitteilungen ergebe sich, daß den amerikanischen Oberrichter das erste Verschulden für die jüngsten Vorgänge treffe, deren Ausgleichung nunmehr der Diplomatie der beteiligten Mächte obliege. Berlin, 16. Februar. Der hannoversche Provinzial- Landtag wurde gestern eröffnet. Der Vorsitzende Graf zu Inn- und Knyphausen hob hervor, in der Ehrung der ehemaligen hannoverschen Armee durch die Fortpflanzung ihrer Erinnerung sei der Dank des Kaisers für ihre Treue und Anhänglichkeit zu erblicken. Jeden Hannoveraner erfülle der Gedanke an die Waffenthaten der alten Armee mit Stolz, darum seien die Hannoveraner voll Dankes für die Neubelebung durch die Verbindung mit der jetzigen Armee. Der Redner forderte dann zu treuer Gefolgschaft auf und schloß mit den Wünschen für ein glückliches Gedeihen der Regierung des Kaisers. Berlin, 16. Februar. Zum Reliktengesetz hat die Berliner Lehrerschaft am Mittwoch in einer stark besuchten Versammlung Stellung genommen. Der Referent Lehrer Claußnitzer, der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, machte verschiedene Bedenken gegen den Entwurf der Regierung geltend, so besonders in der Frage der Mindestpension. Die Versammlung beschloß folgende Resolution: „Der Berliner Lehrerverein begrüßt mit Genugthuung die endliche Lösung der Reliktenangelegenheit der Volksschullehrer durch den vorgelegten Gesetzentwurf und stimmt demselben unter der Einschränkung zu, daß 1. das zumeist aus den Beitrügen der Lehrer angesammelte, über 16 Millionen Mark betragende Kapital der Witwenkassen zur Erhöhung der Pension der gegenwärtigen 12 000 Witwen, welche vom Gesetz ausgeschlossen sind, und zur Unterstützung derjenigen Witwen, die durch die Herabsetzung der Minimalpension von 250 auf 216 Mk. eine Schädigung erfahren, verwandt werde; 2. die kreisfreien Städte in den Rahmen des Gesetzes einbezogen werden, da sonst zu befürchten ist, daß durch ihren Ausschluß die durch das Besoldungsgesetz erleichterte Freizügigkeit der Lehrer wieder beschränkt und die Opferwilligkeit dieser Städte für Schulzwecke herabgemindert werde." M.P.C. Berlin, 16. Februar. Neuere Gerüchte, daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe im Hinblick auf sein hohes Alter in den Ruhestand zu treten beabsichtige, entbehren genau so der Begründung, wie frühere. Fürst Hohenlohe weiß, daß er einen persönlichen Wunsch des Kaisers erfüllt, wenn er so lange auf seinem Posten ausharrt, als es ihm seine Kräfte erlauben. Die letzteren sind »ber in keiner Weise gegen frühere Jahre geschwächt. Der Fürst verbringt täglich mindestens acht Stunden an seinem Arbeitstisch, besucht Gesellschaften und giebt solche. Jeder, der sich des Vorzugs rühmen darf, mit ihm in Berührung zu kommen, bewundert seine körperliche und geistige Frische. Das Interesse des Fürsten für alle Fragen der Politik ist ein sehr intensives. Wenn er in der Regel nur verhältnismäßig kurze Zeit den Reichstagssitzungen persönlich anwohnt, so hat das seinen Grund darin, daß er dort durch die Staatssekretäre so gut vertreten ist, wie er es sich besser gar nicht wünschen könnte. M.P C. Aus der Provinz Schleswig-Holstein wird uns geschrieben: Nicht nur in deutschen, auch in dänischen Kreisen wird die Politik des Oberpräsidenten v. Köller als die einzig mögliche und gesunde bezeichnet. Sie zeugt von Selbstbewußtsein und Thatkraft, und trägt dem Umstande Rechnung, daß während der Amtswaltung des Vorgängers des Herrn v. Köller Zustände in der Provinz Platz gegriffen hatten derart, daß man sich selbst in Dänemark fragte: wie lange sich derartiges wohl die preußische Regierung gefallen lassen dürfte. MP.C. Das Reichsgericht fällte unlängst ein bemerkenswertes Urteil in Sachen der Weinfälschung. Ein Gastwirt und Weinhändler führte gezuckerten Wein, welcher jedoch an Zucker das nach dem Gesetz vom 20. April 1892 zulässige Maß nicht überschritt. Er hatte auch an solche Gäste verkauft, welche als ihm bekannte Diabetiker ausdrücklich zuckerfreien Wein verlangt hatten, weil er den gezuckerten und ungezuckerten Wein nicht genügend getrennt hielt. Er wurde aus § 14 des Gesetzes betreffend den Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln bestraft. Auf eingelegte Berufung hob das Reichsgericht das Urteil auf und erkannte auf Freisprechung, und zwar aus folgenden Gründen: Es sei nicht unbedingt richtig, wenn behauptet werde, Gesundheitsschädlichkeit im Sinne des angewendeten Gesetzes liege nur vor, wenn das Nahrungs- oder Genuß- mittel für den normalen Menschen schädlich sei, nicht auch dann, wenn es nur bei Vorliegen einer bestimmten Krankheit schade. Die behauptete Regel treffe nicht zu, wenn ein Nahrungs- oder Genußmittel erkennbar nur für den Genuß einzelner Menschen bestimmt sei. In diesem Falle gebe die Gesundheit diesen Menschen die Norm. Allein der in Frage stehende Wein war nicht als zuckerfrei und für den Diabetiker ÄftÄ Irlich- ®“i’ stid >« jriM i« A fei« 97® hW 91(1J f « StM M „Uriel5 iuWtlieM ftwnlung W p ernt* i* " ßeseO M angech«1 ßarnil »m P' Suchenden bit Du 6btl btmt itf-ammtUen Esi Mm Mb M üi M nn ttrt Ostchn zu oil wa? unsere M r.E sie dort gt Kortegg ein Mlnrzustände Mlerung, der nit^t und der Manie bilden Muer faßte I bü6 unserer M und DeMand p-M Siüiit[d)ou, b mb unieitm §ap beri in der sohl' eriichlofsen werden TsenbchMtz bin $'ab Mi ix M mb der MM arbeiten in Kia loiele Millionen 53, foirb f, 'M Hörig BS? 5?! 6'e zweiten hessischen Kammer trat am 15. ds. Miß. mi Ständehaus zu Darmstadt zu einer weiteren Sitzung zu- sammen und setzte die Beratungen des Entwurfs „DaS Einführungsgesetz zum bürgerlichen Gesetzbuch" betreffend, fort, worauf er sich am Nachmittage nach Erledigung dieses Äe* Missen Press' HSritif unserer „guten Freund Reichster Zeifa mit löftlidjem j lPn, das bm foi M tarnen unb £ Tischreden, bie bi IWW selber Müen, unttTbxa W Dir schlii ®“rt<99 halb * Kerich!. . ,4 Nto Sejr, ein ™ Stylt« a« »<*1 glitt tt •Ottrnad), bestimmt ausgegeben, sondern der Weinhändler hatte eine allgemein geführte Weinsorte unter Zusicherung einer Eigenschaft, die er nicht hatte, in Einzelfällen verkauft. Im Allgemeinen war der Wein nicht gesundheitsschädlich und dadurch die Anwendung des Gesetzes vom 14. Mai 1879 ausgeschloffen. Weil eine Schädigung der Gesundheit der Käufer nicht bewiesen war, konnte auch der § 230 des Strafgesetzbuchs nicht anwendbar erklärt werden. M.P.C. In einzelnen ausländischen Organen wird die Versicherung verbreitet, die deutsche Regierung sei nicht einverstanden damit, daß der Papst eine Einladung zur sogen. Abrüstungskonferenz erhalte. Erstens ist es gar nicht Sache der deutschen Regierung, irgend welche Wünsche darüber zu äußern, wer zu der vom Kaiser von Rußland angeregten und bereits in die Wege geleiteten Konferenz eingeladen wird oder nicht. In zweiter Linie aber liegt der Widersinn der Meldung um deswillen klar zu Tage, weil von deutscher Seite der Papst bereits in den achtziger Jahren zum Schiedsrichter in einer internationalen Frage angerufen worden ist. Damit wurde, soweit Deutschland in Frage kommt, das Recht des Papstes, zu solchen Konferenzen miteingeladen zu werden, deutlich genug anerkannt. — Zu der Nachricht, daß vr. Arons in Gemeinschaft mit Dr. Heinrich Braun und Dr. Iastr 0 w eine sozialpolitische Zeitschrift begründe, geht der „T. R." die Mitteilung von Dr. Jastrow zu, daß er an einem derartigen Plan nicht beteiligt sei. Aus der heutigen Nummer des „Vorwärts" ist zu ersehen, daß auch inbezug auf Dr. Arons die Nachricht dementiert wird. — Ein Seitenstück zum Löbtauer Landfriedensbruch. Aus Leipzig wird der „T. R." vom gestrigen Tage geschrieben: Das gleiche Bild sittlicher Verrohung und frivoler Verhöhnung aller Schranken gesetzlicher und gesellschaftlicher Ordnung, wie es sich im Juni v. I. in Löbtau abgespielt, entrollt der gegenwärtig vor dem hiesigen Schwurgericht zur Verhandlung stehende Prozeß wegen Aufruhrs und Landfriedensbruchs, nur daß es in letzterem Falle sich um eine Anzahl jüngerer, zum Teil erst der Fortbildungsschule entwachsener Leute handelt. Die inkriminierten Handlungen wurden in der Nacht zum 12. September in dem Vororte Möckern gegen einige Schutzleute begangen, welche einen Arbeiter verhaftet hatten und in Arrest bringen wollten. Im Nu rottete sich das Publikum zusammen und ergriff für den Arrestanten Partei. Die Aufforderung auseinander zu gehen, wurde mit dem Ruf: „Haut sie!" beantwortet. Der Schutzmann Zeißig verhaftete dabei einen der Krakehler, Namens Siebert, um ihn nach der Wache zu bringen. Nun drängte die Menge immer toller heran, schlug den Schutzmann Breitenbach in die Seite, beschimpfte ihn und suchte Siebert zu befreien. Im weiteren Verlauf wurde Breitenbach mit Stöcken über Kopf und Rücken geschlagen, mit Erdklumpen und Steinen beworfen. Als er der Menge nochmals gütlich zuredete, schrie es wild durcheinander: „Meffer raus! Stecht sie nieder!" Jetzt trieb Breitenbach die Menge mit dem Seitengewehr zurück, ohne jemanden zu verletzen. Dabei kam der Arrestant Siebert, von einem Steinwurf, der dem Schutzmann Zeißig zugedacht war, getroffen, zu Boden. Zeißig fiel über ihn, und nun schrie die Menge: „Drauf, schlagt ihn tot, jetzt liegt er da, schmeißt ihn tot!" Dabei erhielt Zeißig einen Stockschlag über den linken Arm. An einem Neubau angelangt, schrieen die Exzedenten: „Hier giebts Steine!" und nun flogen Ziegelstücke und ganze Steine gegen die Schutzleute, die auch getroffen wurden. Zeißig zog blank und drängte die Leute, die „Haut sie, schlagt sie tot, nehmt ihnen die Blembe weg!" riefen, mit der Waffe zurück. Jetzt war der Trupp vor dem Haftlokal angelangt, wohin der zur Hilfe herbeigeeilte Schutzmann Thilo mittlerweile den Siefert und den zweiten Häftling gebracht hatte. Die tobende und schreiende Menge riß die Latten aus dem Stacket und warf sie gegen das Gebäude, immer schreiend: „Los, Los! die müssen raus, laßt sie raus, sonst lauen wir alles kaput!" Der wiederholten Aufforderung des Gemeindevorstandes, den Platz zu räumen, wurde nicht entsprochen, und die Menge beruhigte sich erst, als einer der Verhafteten freigegeben wurde. Sie hatte gedroht, andere Maßregeln ergreifen zu wollen, wenn dies nicht geschehe. Ermittelt wurden acht Personen, lauter Arbeiter im Alter von 17 bis 23 Jahren, die sich nun wegen Aufruhrs und Landfriedensbruchs zu verantworten haben. Einer ist wegen Diebstahls und Sachbeschädigung, einer wegen Unterschlagung, einfachen und schweren Diebstahls, einer wegen Betrugs, Unterschlagung und Diebstahls, einer, der bereits sechs Monate im Arbeitshause verbracht hat, vielfach wegen Bettelns und Jagdvergehens vorbestraft. Die Verhand- ungen werden bei vollster Oeffentlichkeit geführt. — lieber die Samoafrage hat der Wirkliche Geheime Rat v. Kusserow in den beiden letzten Nummern )er „Deutschen Kolonialzeitung" eine historische Arbeit veröffentlicht, welche wegen der früheren Stellung des Verfassers und der lichtvollen Durcharbeitung des Stoffes von Bedeutung ist. Nach seiner Ansicht würde sich eine Revision der Berliner General-Akte mindestens aus die Bestimmungen der General-Akte über die Zuständigkeit des Oberrichters von Samoa und des Vorsitzenden des Munizipalrats, sowie )eren beiderseitiges Verhältnis zu den Konsuln zu erstrecken haben, es sei denn, daß es möglich wäre, die ungleichmäßige Auslegung dieser Bestimmungen durch übereinstimmende Anweisungen für die Zukunft auszuschließen. Insbesondere aber werde es bei Aufrechterhaltung der gemeinsamen Schutzherrschaft unumgänglich sein, im Sinne der General- Akte eine feste Abmachung darüber zu treffen, in welcher Weise der Regierung des von den Mächten anerkannten Königs zukünftig die ihm selbst fehlende materielle Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Regierungsgewalt zu gewähren ist. Eine etwaige Beseitigung der gemeinsamen Herrschaft der Schutzmächte dürfe unter keinen Umständen in einem Verzicht Deutschlands auf die Früchte einer dreißigl)t eoen ipracyivs uoer oie stunji oes tyeige unu v»tuu rangen nec n meisterhaft beherrschenden, wahrhaft gottbegnadeten Künstle - der so gar nichts aus sich selbst macht, dagegen aus st^ ' . Wq Instrumenten herausholt, was irgend an Wucht, Wohk^ > P«iöffl N und Schmelz im Reiche der Töne zu finden ist. . Wohllaut schläft in der Saiten Gold, und der WpA ' '■ . § utni & UtiWna^men _ , &*'»■ Mm •fei fei» ! Entwurfes voraussichtlich bis anfangs März vertagte. | rott teQ.r. ,, n ** Sandor Schreyer. Nur ein Geiger, gewiß der Gedanke, der das Gros der Gießener W1 ex . freunde beherrschte, sodaß es dem gestrigen WL| en^cr Schreyers in vornehmer Zurückhaltung fernblieb. ®r| ' können nur bestätigen, daß es sich dadurch um einen gM -> eigenartigen musikalischen Hochgenuß gebracht hat, ein! Meinung, der alle die rückhaltlos beipflichten werden, b’L . erwartungsvoll dem Lockrufe nach Steins Garten -I jtbtn waren. So etwas ist «nfach noch nicht dagewesen, ist eben sprachlos über die Kunst des Geige und Cello ^Wngen "“S AK eb d«r diu ’ £ "*=1* >»" 6tJ ÖQB die M 5* L nÄ”"9k,. *6 geb«. tlN durch bit r '"den, und den l9e" innerhalb > 11 'hre strikte "un aber an V 'ctJe' so müßt- ! der von den t ngenen Perpflit daraus entstehen .^streben sein, chnung und die da Eingeborenen hei stellen. Spedition ist ypool eingetrossen sollte der «usbrut In Boma hat f igene Kosten nach! hlossen. ms Kamerun iji mtztruppe unter Bestrafung des bck Ngila in der L ü. , Neuen Wiener i i Quelle gemtl: : Wiener fionjtn olger komme t xt) in Betracht^ Beenden bi ata hat sich s ibung ist im ite früh 3 V- \ dauerndeö Sidbi s-Budget für M ufende uibUW lsammen 224449^ i au&erbem not für ReoxMise en W Mi« Mrs KiW '' >n W W* eine DunumM! rach Msburg ul- St. W . niM" ja Die Abordn. Ersten Besuche ! tkin, dem Genera.^ et vexMem » Mß alle Borurteile bezwingen, und wir können nur jedem Aufikkenner und -liebhaber in seinem eigensten Interesse icb legen, den im Laufe nächster Woche stattfindenden jietiten Konzertabend SLndor Schreyers, dem die Vorsehung o herrliche Gaben verlieh, nicht zu versäumen. Einlaß- 'arten sind in den Buchhandlungen Ferber, Frees und ^icbs zu haben. Herr Heinrich BodocsLnyi verdient tir seine gewandte, feinsinnige und zartfühlende Klavierbegleitung gleichfalls alles Lob. -ät. ♦* Stadttheater. Ein eigenes Mißgeschick scheint über )tm „Uriel Acosta" zu walten. Auch die zweite, als öolksvorstellung geplante Aufführung mußte wegen Er- irankung des Hauptdarstellers, Herrn Hubert Dietzsch, ab. gesagt werden. „Ultimo" wurde an dessen Stelle gegeben rvd seitens des allerdings diesmal etwas Besseres erwartenden zahlreichen Publikums beifällig ausgenommen. •• Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen. Der zrstrige (5.) Vortrag darf als ein voller Erfolg der Gesellschaft angesehen werden. War doch in Herrn Generalkonsul Trust von Hesse-Wartegg ein Redner gewonnen »oröen, welcher — wie der an Stelle des verhinderten Vorsitzenden die Versammlung leitende Schriftführer Herr vr. Ebel bemerkte — durch seine an Ort und Stelle Rammelten Erfahrungen, sowie durch seine Kenntnis aller äinbti und Meere der Welt wie kaum ein Zweiter befähigt ist, sich ein Urteil über unsere jüngste deutsche Kolonie in Ostasren zu bilden. Ausgehend von der Schilderung dessen, »as unsere Marine-Truppen in KiaUtschou vorgefunden und ms sie dort geschaffen haben, entrollte Herr von Hesse- Wartegg ein fesselndes Bild des Lebens, der Sitten, der kkuliurzuftände in China im allgemeinen und der Be- mlferung, der Erwerbs-, Boden- und Ackerbauverhält- »ijse und der Industrie in der das Hinterland unserer Kolonie bildenden Provinz Shantung im besonderen. Ätbntr faßte sein abschließendes Urteil dahin zusammen, raß unserer Regierung uneingeschränktes Lob zuzuerkennen mb Deutschland Glück zu wünschen sei zu der Erwerbung »on Kiautschou, da unserem Markt bedeutende Absatzgebiete Enb unserem Kapital gewinnbringende Arbeitsgebiete beson- iju der Scheuer auf das Gerüst, um Stroh herabzuwerfen, ^inben glitt er aus und stürzte in die Tiefe. Schwer blieb er auf der Tenne liegen und verstarb bald dttmach. § Aus dem Ohmthal, 16. Februar. Die Geflügel- dE^eflügelzuchtvereine, die Rassenzucht beim Geflügel zu :, er- eindringender Anerkennung und z ^iht macht in unserer Gegend bemerkenswerte Fortschritte. Bur einem Jahrzehnt noch dachte niemand — mit wenigen Alur-nahmen — daran, wirklich rassenreines Geflügel zu y;|Hten. Man ließ in verschiedenen Orten Geflügel aus Ulnzarn kommen, um, wie man glaubte, bessere Leghühner tih'lllten, fiel aber im allgemeinen mit diesen Bezügen gehörig hinein. Die Preise waren zwar billig, dafür aber dna_-Geflügel noch rassenschlechter als das allergewöhnlichste hiliche. Der Bezug aus dem Auslande hörte denn auch b.ulb auf. Die neuerdings aufgekommenen Bestrebungen -s dem - rE chgttiuß 9e* covinM de« n _....._....................... 1März vtüts und namentlich dafür Sympathie zu erwerben, 11 an ®ei9er,„ Iv« sich immer weiter eindringender Anerkennung r Gießet p Äscher Anwendung. Großes Verdienst um die - - nKl । .-r-—------Großes Verdienst um die Ein- 12)1 h qeÄ sbHm g der Rassenzncht hat sich der in den Kreisen der 18 ltling feflir GöÄügelzüchter gut bekannte Herr Södler von Nieder- vMrchual ? GkMinden erworben, indem er durch feine großen Rein- - v zWer eien unserer Gegend zuerst die Produkte dieser Zucht »eben Geflügelfreund erfreuende Prachtexemplare vor tlos " jU MM führte. Auf welch fruchtbaren Boden diese An- «iibt dag^'- gefallen, mag daraus hervorgehen, daß man in >noch unb ö- Westenrob zirka 18 Reinstämme von Rassenhühnern zur »ftbeS d^Mchst in Gießen stattfindenden Geflügelausstellung bW11^ ferab wird. bst & Mainz, 16. Februar. Der Verein für Reform des , irgend w Mchit nngswesens hier, hat den Mitgliedern der zweiten Töne r« ” dil SÄ inner zu dem von der Regierung vorgelegten Gesetzent- iten^.nand^ wMs .emrge Abänderungsvorschläge unterbreitet, wie Rl, bbt die Regierungsvorlage wesentlich anders gestalten würden. > es 'ft «miirb beantragt, dem Art. 2 des Entwurfes folgende ' Trilliin dt- zu geben: „Die Feuerbestattung darf nur erfolgen, '' sind, !’ Jif entweder dieselbe von dem Verstorbenen in einer Ver- Hogen fol9l t(I W Wg°ng von Todes wegen oder in einer hinsichtlich der Unter» " ■‘Lflflitb "SLjittj’ JW 'öffentlich beglaubigten Erklärung angeordnet oder der 11 \aubert 6ör/r Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Communion; , um 8 Uhr: die zweite heil. Messe; Militärgottesdienst. Verlesung des Fastenhirtenbrieses für die Militärgemeinde. „ um 9‘/a Uhr: Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 5*/i Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschaftsandacht. Abends 8 Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Schrifterklürung, Sabbathausgang 6» Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 17. Februar. In der Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages wurden gestern Abend die Mandate der Abgeordneten v. Winterfeld (kons.) und Depken (natl.) für giltig erklärt. Berlin, 17. Februar. Wie der „Vorwärts" meldet, ist eine sozialistische Versammlnng, welche gestern abend in Leipzig stattfinden und in der der Redakteur Ledebour sprechen sollte, verboten worden, weil die „Sächsische Arbeiter-Zeitnng", deren Chef-Redakteur Ledebour ist, aufreizend geschrieben habe. Berlin, 17. Februar. Der „Vorwärts" erhebt heute Beschwerde gegen die Behandlung des sozialistischen Redakteurs Paul Jahn, der wegen politischer Vergehen einige Monate Gefängnis in Tegel abbüßt. Demselben werde Selbstbeschäftigung verweigert, und er gezwungen. Wolle zu sortieren. Außerdem mußte er seine Kleidung ablegen und Gefängniskleider anziehen. Karlsruhe, 17. Februar. Die Erderschütterungen am Kaiserstuhl wiederholten sich gestern. Es erfolgten mehrere starke Erdstöße zu verschiedenen Tageszeitungen. Paris, 17. Februar. Präsident Felix Faure ist gestern abend 10 Uhr plötzlich an Gehirnschlag gestorben. In seinem Arbeits-Kabinett befindlich, fiel Faure plötzlich vom Sessel. Zu seinem Sekretär, der ihn auf sein Bett legte, äußerte er: Ich bin verloren, nicht wahr? Es ist aus.— Die Professoren Humbert und Lannelongue bemühten sich vergeblich, den Präsidenten am Leben zu erhalten. Außer der Familie war auch Ministerpräsident Dupuy sowie der Priester Bruneau, der dem Sterbenden die letzte Oelung reichte, beim Ableben des Präsidenten zugegen. Man glaubt hier, die Neuwahl des Präsidenten werde am nächsten Dienstag in Versailles erfolgen. Das Leichenbegängnis soll nächsten Sonntag vormittags 10 Uhr stattfinden. Als Ursache des Gehirnschlages, dem Faure erlegen ist, wird Verkalkung der Arterien angegeben. Paris, 17. Februar. Die Nachricht von dem Tode Faures hat natürlich überall die größte Aufregung hervorgerufen. Ein Redakteur der „Agence Nationale" begab sich zu Brisson und teilte diesem die Nachricht vom Tode mit. Brisson war ganz betroffen. Er verlieh feiner großen Trauer Ausdruck und sagte, die Mitglieder des Kabinetts müßten sich in einigen Tagen vereinigen, um zur Neuwahl zu schreiten. Brisson fragte, wie die Nachricht auf den Boulevards ausgenommen werde und ob sich auf den Straßen keine Bewegung zeige. Auf die verneinende Antwort sagte Brisson, in einigen Stunden werden wir schon Geschrei hören. „GÄulois" sagt, Faure habe sich dadurch beliebt gemacht, daß während seiner Regierung die französisch-russische Allianz und der französisch- italienische Handelsvertrag zum Abschluß gekommen seien. „Figaro" sagt, in einigen Tagen müßten alle Repuplikaner sich vereinigen, um den neuen Präsidenten zu wählen. Für diesen Augenblick müssen alle Streitigkeiten aufhören, welche bisher zwischen den Republikanern geherrscht haben. Man könne volles Vertrauen zu Dupuy haben, der, wie es heißt, die Spezialität der Zwischen-Regierung habe. „Autorits" stellt Betrachtungen an über die Schicksale, welche die Präsidenten der atheistischen Republik heimsuchten. Nicht einer von allen, welche bisher den Präsidentenstuhl inne hatten, sei bis zum Ende seiner Regierung gekommen. Alle sechs Präsidenten blieben auf dem Wege zurück. Dieser Platz scheine verdammt zu sein. Wer werde künftig noch den Mut haben, diesen Sitz einzunehmen. Glemenceau schließt seine Besprechung in der „Aurvre" mit den Worten: Ich wähle Loubet, den jetzigen Präsidenten des Senats. Paris, 17. Februar. Ministerpräsident Dupuy hat gestern abend sofort dem Präsidenten der Kammer und des Senats sowie seinen Minister-Kollegen Mitteilung von dem Ableben des Präsidenten Faure gemacht und an sämtliche Präfekten und Unter-Präfekten telegraphiert, man möge das Ableben des Präsidenten Faure sofort der Bevölkerung anzeigen und für Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung sorgen. Paris, 17. Februar. Labori erklärte im Gerichts- Palast : Diejenigen, welche jetzt Gegner des Obersten Picquart seien, würden demselben ihre Freundschaft und ihr Vertrauen wieder schenken, sobald die Aktenstücke der verschiedenen Untersuchungen, zu denen die Dreyfus-Angelegenheit Anlaß gegeben, veröffentlicht werden. Paris, 17. Februar. Im Senat hat gestern die Wahl des Zlusschusses stattgefunden, welcher über die Gesetzes- Vorlage, betreffend die Revision beraten soll. Es wurden 9 Mitglieder gewählt, von denen 5 der Regierungs-Vorlage günstig und 4 derselben ungünstig gesinnt sind. Die Zusammenstellung der Stimmenzahl in den verschiedenen Gruppen hat ergeben, daß von den anwesenden 213 Senatoren 123 dem Gesetzentwürfe günstig und 113 demselben ungünstig gegen überstehen. 7 Mitglieder haben sich der Abstimmung enthalten. Dieses Votum kann natürlich nicht als endgültig angesehen werden, da 57 Senatoren bei der Abstimmung fehlten, deren Stimme im Plenum nach der einen oder anderen Seite hin den Ausschlag geben wird. Trotzdem ist mau in verschiedenen Gruppen der Meinung, daß die Gesetzes-Vorlage der Regierung mit wenn auch noch so geringer Mehrheit durchgehen wird. Die Aufregung in den Wandelgängen war eine so große, wie sie seit den Tagen des Boulangismus nicht mehr vorgekommen ist. Die Parteiführer haben alles in Bewegung gesetzt, die Senatoren herbeizuführen, trotzdem aber waren von den 300 Mitgliedern nur 243 erschienen. Wien, 17. Februar. Der plötzliche Tod des Präsidenten Faure wird von der hiesigen Presse als ein Ereignis von großer politischer Bedeutung bezeichnet, von dessen politischen Folgen nicht nur Frankreich, sondern auch ganz Europa getroffen werden könnte. i Meyers Konversations-Lexikorr 58 i , _____ (auch in UmUuioh gegen älter« Werke) sowie alle andern Büche liefert gegen Teilzahlungen von monati. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart YIL . von 35 Pfg. an. 2 — Mk. von mi. ti n Kaffeekannen Damen-Halbschuhe * ff ft ff 1604 A r^l Dienstag 1507 Restaurant. Brauerei Röhrte 12 12 36 1493 Quäker “-Schutzmarke 981 0d31] Kleines Logis sofort zu vermieten. Löwengaffe 6. 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Die Arbeiten zum Neubau des Turmhelmes der evangelischen Kirche in Atzbach sollen vergeben werden und sind Angebote hierauf innerhalb 4 Wochen an mich einzureichen. Oceanfahrt nach NewYort 6-7 Tage. Ntntlid) । 3)M $t: fab, ebt aber, Gefft«tlichk Aufforderung. Forderungen und Ansprüche an den Nachlaß der verstorbenen praktischen Arztes Hermann Seipp von Lich sind innerhalb einer Woche bei dem unterzeichneten Gericht anzu- melden und zu begründen, andernfalls sie bei Ordnung des Nachlasses nicht berücksichtigt werden. Lich, am 15. Februar 1899. Großh. Amtsgericht. Möbliertes Zimmer mit Platz für Dreirad sofort gesucht. Offerten mit Preisangabe an die Expedition dieses Blatt»8 unter Nr. 0529. Großherzogliche Bürgermeisterei Gteßm. Gnauth.__________ bie Achn 1 Mk. 50 In den $ora vareins des kreis:! Bezug von Taatl Es werd Prosefior M iitirtner, blaue lls Zentner, zur W Außerdem solle ßAmeeslmken und Fi bonum, ■ icii Imperator, all Bestellung von 200 md Waue Men, ruj bestell' DestellNgen - Wunsch der LaW e »erben, wenn e uben verschiedenen «wird dies unter i-bracht: 1) daß D Untere; aber nk 8) H beU ienSttra des Trane dahnstati'ou Göns aus werden. 1 Dereinsmi! Saatkartv in 40 verschiedenen Sorten, z. B. Bohnen Erbsen-, Graupen-, Gries-, Mehlsuvpe :c empfiehlt als sehr Vortheilhaft für jebe $au4 Haltung in einzelnen Täfelchen ä 10 Pfg. fy _______ _______ i/t Liter vorzüglicher Suppe 1071 Adolf Geisse, vorm. C. G. Windecker, SelterSweg 2. Tages-Ordnung: Bericht des Schriftführers. Kassenb^. Stiftungsfest. Hotzversteigerung im Fürstlichen Walddistrikt Singorfen bei Hungen. Mittwoch den 22 Februar, von vormittags 10 Uhr an, oll nachverzeichnetes Nutz- und Brennholz versteigert werden: Rcdaction: E. Burkhardt. — Druck "nd Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. 2>ie heutige Yummer umfaßt 10 Der Geschäftsbericht unserer Bank für das Jahr 1898 gelangt demnächst zur Ausgabe, und stellen wir jedem Besitzer unserer Pfandbriefe ein Exemplar desselben bereitwilligst kostenlos zur Verfügung. Man wolle sich dieserhalb an die betr. Bankhäuser resp. an uns direkt wenden. 1499 Berlin W., im Februar 1899. Pommersche Hypotheken - Actien - Bank. Pension. Z In guter, kinderloser Familie, wo sei Jahren junge Mädchen sind, findenzur Frühjahr noch einige gebilbete lunfl Mädchen liebevolle Aufnahme Jut y lernung des Haushaltes und gesellM! licke Ausbildung. Beste Referenzen, i Frau Seid, Hannover, Freitagstr. 16 „Children are Love’s flowers“, sie erheitern und verjüngen unser Herz und Sinn, um jedoch frisch und fröhlich zu sein, bedürfen sie vor allem der bekömmlichen Nahrung. 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