zur Geschichte der großen Geistesströmungen in den nordischen Landen gegeben. Die Freundschaft zwischen Lange und Brandes schrieb sich aus ihren ersten Studententagen her, und hat ein ganzes Leben hindurch ausgehalten. Zusammen trieben sie mit dem brennenden Eifer der Jugend Kunst und Litteratur, studierten die alten Klassiker, und tauschten auf ihren langen Spaziergängen und bei ihren Zusammenkünften Gedanken über alles zwischen Himmel und Erde aus. Lange war der edelste, Brandes aber der reifste von ihnen. In den Briefen, welche Lange an Brandes von seinem Studienaufenthalt im Auslande schrieb, findet man eine Reihe feiner, scharfer Bemerkungen über Kunst, besonders über die hervorragendsten Kunstschätze von Rom, Florenz, London und Paris, — witzige Ausfälle und Urteile über die verschiedenartigsten Erscheinungen draußen und in der Heimat, welche mit größtem Jntereffe von allen Kunstfreunden werden gelesen werden, während das größere Publikum besonders durch jene Beiträge gefesselt werden wird, welche zur Beleuchtung der verschiedensten Geistesströmungen in den nordischen Ländern dienen, und nicht zuletzt durch die Darstellung des großen geistigen Durchbruches, an welchen Georg Brandes Name für alle Zeiten geknüpft ist. (Die Beurteilung von Brandes „Emigrantenlitteratur" rc.). Jnteresiant ist der Vergleich zwischen der „Jphi- qenia" des Euripides und derjenigen Goethes, zwischen antiker und moderner Kunst, Langes ursprüngliche Beurteilung von Männern wie Ibsen, mit dem er nicht nur in Rom, sondern auch in Dresden freundschaftlich verkehrte, und von seinem „Kneipleben" mit ihm berichtet, wobei unglaubliche Mengen des edlen Stoffes vertilgt worden seien. Ferner seine Auffassung der Frauenemanzipationsfrage, seine politische Auffassung der Stellung Dänemarcks beim Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 18 70/7 1, wobei Langes Deutschenhaß außerordentliche Blüten treibt. Trotz ihrer großen Uebereinstimmung im Geschmack und in ihren Interessen, waren sie gleichwohl als die ausgeprägten Persönlichkeiten, die sie waren, grunduneinig über die wichtigsten Fragen, und diese verschiedene Auffassung machte sich von Anfang an geltend. Bor allem waren die Freunde in Bezug auf die religiösen Fragen uneinig: Brandes, der Freidenker, will den orthodoxen Freund für seine Sache gewinnen, dieser hingegen jenen aus den Klauen des Teufels retten, daher Aufeinanderplatzen der Geister, so daß oft ein Bruch unvermeidlich erscheint. Derselbe wird aber stets abgewehrt, bis endlich Langes Lebensanschauungen einer weiteren Veränderung unterliegen und er alle Kirchlichkeit abthut, um das Leben eines stillen Freidenkers zu führen. So steht er denn auch in Brandes' Kampf für Geistesfreiheit Zeit seines Lebens treu auf dessen Seite. — Schon aus diesem in großen Umrissen gezeichneten Bilde wird die Bedeutung dieser neuen Publikation von Georg Brandes ersichtlich sein. Für seine Dielen Freunde, die Leser seiner „Hauptströmungen" u. s. w. wird sie außerdem noch den besonderen Reiz haben, daß sie ihnen den Menschen, den Freund Brandes in ungeschminkter und gewissermaßen historischer Beleuchtung zeigt. Wie sie eine unschätzbare Quelle für den Werde- und Bildungsgang des Kunsthistorikers Lange abgiebt, so nicht minder auch für denjenigen des Kunstästhetikers und Litterarhistorikers Brandes. ° dem flehen stillen. Sie kosten Mineral. Pfennig per 863 en ernstere gen ernstere 1 Heiserkeit, Buller, flanke! -w d Bleichmittel, kl» und Düsseldorf ■haft b.t der 11 SGM ifett) f bem Kavivfts Mften ä 10 und । ich. int: n GöppiW * ffVi! anln»"" öto- gilb««"“ b. ** Vir. 42 Erstes Blatt. Samstag den 18 1899 Kichener Anzeiger fctifldtgL Heneral-Anzeiger vierteljährlich 2 Mark 20 Psg. monatlich 75 Psg. mit Bringerlohu. Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. SOt Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Die Gießener ^amtlieubtälter »erden dem Anzeiger »Schentlich viermal Annahme von Anzeigen zu der nachmittag» für den senden Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Arsch eint täglich mit Ausnahme deS Montag- Zimts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnkftraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamMenblätter, Der hessische Kandwitt, Dlätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung, das Ersatzgeschäft pro 1899 betresseud. Die Musterung und Losziehung der Militärpflichtigen H Kreises Gießen für das Jahr 1899 findet an den »ach benannten Tagen statt und zwar: I. Zu Sich im Rathaussaale. Mo«tag den 6. März, vormittags von 9 Uhr au: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, ketünhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, -arbenteich, Grüningen, Hausen und Holzheim; Dienstag den 7. Marz, vormittags von 9 Uhr an : derjenigen der Gemeinden Hungen, Inheiden, Langd, Lang- Görs, Langsdorf und Lich; Mittwoch den 8. März, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Münster, Muschenheim, Nietzer-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Obrc-Hörgern, Rabertshausen, Rodheim, Röthges und Sleiinbach; Donnerstag den 9. März, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Siliingcn und Watzenborn mit Steinberg. Freitag den 10. März, vormittags von 9 Uhr an: Losziehuug. II. Zu Gießen in der Restauration ,ßum Lonys Bierkeller". Schanzenstraße 18. Samstag den 11. März, vormittags von 8 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf an der Lahn, Hllemdorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit vinmerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen- ?useck und Hattenrod; Montag den 13. März, vormittags von 8 Uhr an: Krjrnigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1897 und 1898); Dienstag den 14. März, vormittags von 8 Uhr an: .derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1899) der Stadt Gießen; Mittwoch den 15. März, vormittags von 8 Uhr an: Kljenigen der Gemeinden Großen - Linden, Heuchelheim, ileim-Lindcn, Lollar, Mainzlar und Oppenrod; Donnerstag den 16. März, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck. Freitag den 17. März, vormittags von 9 Uhr au: LoSziehung. III. Zu Grimberg im Gasthaus zum Rappen. Samstag den 18. März, vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter und Lindenstruth; Montag den 20. März, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Dienstag den 21. März, vormittags von 9 Uhr an: LoSziehung. Besondere Bestimmungen. 1. Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogtum Hessen oder einem andern Staate des Deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domizil — ihre Heimat oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem andern Teile des Großherzogtums Hessen oder einem andern Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- oder Wirtschaftsbeamte, Handlungsdiener und -Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehr- burschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft * aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogtum Hessen, noch in einem andern deutschen Staate Domizil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1879 geboren sind; ferner Sämtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1897 bezw. 1898 zurückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erteilt worden ist. 2. Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Losungsscheine mitzubringen. 3. Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter Zurückstellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung beraumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich selb st persönlich im Termin vor der Ersatz-Kommission einzufinden. 4. Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. Das Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von miudesteuS drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5. An der Losziehung persönlich teil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Ersatz- Kommission das Los. 6. Die Großherzogticheu Bürgermeistereien haben sämtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige aus Grund der ihnen bereits zugegaugeneu Stammrollen zu der Musterung vorzuladeu. Bemerkt wird hierbei, daß Militärpflichtige, welche sich auswärts aushalteu, zur Musterung nicht geladen werden dürseu, da solche nur an ihrem Ausenthaltsort geftellungs« pflichtig sind. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Musterungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die letzteren Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich Feuilleton. Georg Krasdes: Julius Lange. (Uebersetzt von Alfred Forster.) Leipzig, Verlag von H. Barsdorf. Ein neues Buch von Georg Brandes erregt, selbst 'atm es wie das vorliegende eine speziell dänische Persön- Mnt, vielfach dänische Verhältnisse und ein spezielles Ge- ht behandelt, dennoch ein Interesse, welches weit über sein fiiinatland hinausreicht. Es ist irgendwo gesagt worden: ,Sin neues Buch von Georg Brandes bedeutet tiit litterarisches Ereignis", nun wohl, dieses Wort Am man mit vollem Rechte auch auf seinen „Julius Lange" -inio enden. Der Name des verstorbenen dänischen Kunsthistorikers .Hülms Lange hat auch bei uns in Deutschland einen guten iütng. Seine Werke sind zum Teil ins Deutsche über- tiogitn worden und bilden für jeden Kunstkenner und Kunst- ftund eine der interessantesten Lektüren, da sich in ihnen lichtts Seichtes und Triviales, sondern nur originale •Moanfen befinden, denen man sonst noch nicht begegnet ist. Wenn sich Georg Brandes, wie es in einem nordischen Nt^e betont wurde, darauf beschränkt hätte, die Litteratur iit einer Sammlung Briefe von wesentlich biographischem mb persönlichem Inhalt zu bereichern, so würde ein solches M hauptsächlich den Kreis der Fachmänner interessiert tytm. Ein universeller Geist wie Brandes hat sich jedoch J11 dieser neuen Arbeit ein weit größeres Ziel gesteckt. Er oor allem in der Schilderung seines Freundschafts« «-Wltnisses zu Lange einen unschätzbaren Beitrag gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im stände ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugnis des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Donnerstag den 29. März im Rathaus zu Lich, - Donnerstag den 16. März in der Restauration „Zum Lonys Bierkeller, Schanzenstraße 18, zu Gießen, Montag den 20. März im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grünberg, die Klassifizierung der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Ausgebots und der Ersatz - Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehrmänner ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 18. Februar 1899. Der Zivil-Vorfihende der Ersatz Kommission des Kreises Gießen. Boeckmann. Gießen, den 16. Februar 1899. Betr.: Die Vertilgung der Raupennester. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien bezw. Lokal- Polizeibeamteu des Kreises. Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden unter Hinweis auf § 368 pos. 2 des Reichsstrafgesetzbuches, Art. 80 des Feldstrafgesetzes zur Vertilgung der Raupennester an Bäumen, Sträuchern und Hecken unter dem Bemerken öffentlich aufzufordern, daß gegen diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht längstens bis zum 1. April l. I. entsprochen haben werden, auf Grund der genannten Gesetzesstellen Anzeige erhoben, sowie daß die Vertilgung auf Kosten der Säumigen angeordnet werden würde. Wir erwarten, daß Sie die Feldschützen bei Erfüllung ihrer Obliegenheiten in dieser Beziehung überwachen und die bezüglich der säumigen Baumbesitzer anzuordnende Reinigung alsbald nach Ablauf des Termins anordnen, sodaß die Säuberung bis zum 15. April überall vollständig ausgeführt ist. Außerdem ist gegen die Säumigen Anzeige zur Feldrüge nach § 368 pos. 2 des Strafgesetzbuches zu erheben. Auf den der Gemeinde gehörigen Grundstücken wollen Sie die Säuberung vor. den Raupennestern auf Gemeindekosten alsbald veranlassen. Wenn hiernach auch jeder Baumbesitzer selbst zur Vertilgung der Raupennester verpflichtet erscheint sund dieselbe gegen ihn erzwungen werden kann, so empfiehlt es sich doch viel mehr, wie es in manchen Gemeinden üblich ist, daß die Gemeinde die Vertilgung in die Hand nimmt. In den betreffenden Gemeinden, welche diesen Weg eingeschlagen haben, werden taugliche Personen bestellt, welche auf Kosten der Gemeinde und unter Aufsicht des Ortsvorstandes die Säuberung der Bäume vornehmen, wodurch eine bedeutend größere Garantie für eine gründliche Reinigung geboten wird. Wir können Ihnen dieses Verfahren nur empfehlen. Ihrem Berichte, daß in Gemäßheit vorstehender Verfügung die Vertilgung der Raupennester erfolgt ist, sehen wir bis zum 15. April d. I. entgegen. v. Bechtold. Lehrgang für Obstbau an der Grotzh. Obstbauschule und Landwirtschaftlichen Winterschule zu Friedberg 1899. I. Ordentlicher Lehrgang. Dauer vom 20. März bis 1. Oktober. Im Juni sind Ferien. Die aufzunehmenden Schüler müffen ein Alter von mindestens 16 Jahren haben. Die Lehrfächer sind: 1. Agrikultur-Chemie, Bodenkunde und Düngerlehre. 2. Botanik (Morphologie, Anatomie und Physiologie des Obstbaumes). 3. Zoologie (die tierischen Schädlinge und Nützlinge des Obstbaumes), 4. Obstbau und Obstverwertung. 5. Wirtschaftslehre. 6. Buchführung. 7. Deutsche Sprache. 8. Rechnen. 9. Zeichnen. 10. Hebungen im chemischen und botanisch-physiologischen Laboratorium. 11. Hebungen im Obstbau. Honorar für Hessen 30 Mk., für Nichthessen 50 Mk. II. Außerordentlicher Lehrgang. a. Kursus für Baum- und Straßenwärter. Beginn am 14. März. Dauer 10 Wochen und zwar 7 Wochen im Frühjahr, 2 Wochen im Sommer, 1 Woche im Herbste. Die Teilnehmer müssen ein Alter von mindestens 16 Jahren haben. Theoretischer Hnterricht von 10—12; Hebungen im Obstbau und praktischem Arbeiten von 7—10 und 2—6 Hhr täglich. Honorar 20. Mark für Private und Nichthessen; Schüler aus Hessen, welche sich zu berufsmäßigen Baumwärtern ausbilden und von landwirtschaftlichen Bezirksvereinen, Gemeinden rc. geschickt werden, sind honorarfrei. d. Kursus für Obstweiuproduzeuteu. Vom 10.-15. April. Er umfaßt die Bereitung der Obstweine. Gärungschemie einschl. Reinhefen. Obstweinkrankheiten. Hebungen im Laboratorium. Vorträge von 10—12, Hebungen von 2 bis 5 Hhr. Honorar für Hessen 10 Mk., für Nichthessen 15 Mk. c. Repetitiouskursus für Baum- und Straßeuwärter. Dauer vom 17.—22. April. Für Baum- und Straßenwärter, welche schon einen Kursus im Obstbau besucht oder längere Praxis haben. 10 Teilnehmer aus Oberhessen erhalten vom Oberhessischen Obstbauverein eine Reisevergütung von 10 Mk. und können nach bestandener Schlußprüfung den Titel „Vereinsbaumwart des Ober- hessischen Obstbauvereins" erhalten. Für berufsmäßige Baum- und Straßenwärter ist der Kursus honorarfrei. Für Private und Nichthessen beträgt das Honorar 10 Mark. d. Obstbaukursus für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues. Dauer 14 Tage. I. Theil vom 24—29. April. 11. Teil im Sommer nach Hebereinkunft mit den Teilnehmern. Honorar für Hessen 10 Mk., für Nichthessen 15 Mk., für hessische Lehrer frei. e. Kursus für die Kandidaten des Prediger-Seminars und Freunde des Obstbaues aus Friedberg und Umgebung. Dauer vom 12. Mai bis Ende August. Vorträge Freitag von 5—7 abends; Hebungen im Obstbau Samstag vormittag und Montag nachmittag. Honorar für Hessen 10 Mk., für Nichthessen 15 Mk. f. Obstverwertungskurse für Frauen. I. Kursus vom 11.-13. September. II. Kursus vom 18.-20. September. Honorar 3 Mk. für Teilnehmerinnen aus Hessen, sonst 5 Mark. g. Obstverwertuugskursus für Männer vom 25.-30. September. Honorar 10 Mk. für Hessen, 15 Mk. für Nichthessen. Der Hnterrichtsplan und die näheren Bestimmungen sind durch unterfertigte Direktion zu erhalten. Großh. Direktion der Obstbauschule und landw. Winterschule: Dr. von Peter. Deutsches Reich. Berlin, 16. Februar. Der Kaiser nahm heute im Jagdschloß Hubertusstock den Vortrag des Kriegsministers v. Goßler entgegen. Berlin, 16. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute das Ausführungsgesetz zum bürgerlichen Gesetzbuch und der Entwurf eines preußischen Gesetzes über die freiwillige Gerichtsbarkeit in erster Lesung beraten und an eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern zur Vorberatung überwiesen. Morgen Fortsetzung der Etatberasung. Berlin, 16. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Im Anschluß an eine Notiz im „New-Jork Herald", in welcher die beabsichtigte Herstellung einer direkten Kabelverbindung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten in der sympathischtesten Weise besprochen wird, diese Aeußerung des einflußreichsten New- Iorker Blattes sei ein Beweis, daß in' den einsichtigen Kreisen der Vereinigten Staaten dieselbe Auffassung Wurzel schlage, von welchen die maßgebenden Kreise in Deutschland jedenfalls erfüllt sind. Berlin, 16. Februar. Der Bundesrat beriet in seiner heutigen Sitzung den Ausschußautrag zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschauung und erteilte demselben seine Zustimmung. Berlin, 16. Februar. Die Budget-Kommission des Reichstages hat heute die Beratung der Zölle und Verbrauchssteuern vorgenommen und nach längerer Debatte den Etat unverändert genehmigt. Reichsschatzsekretär Thiele- maun erklärte, es sei ein Irrtum, wenn infolge der Diskussion im Abgeorduetenhause von der Presse angenommen worden sei, es beständen zwischen ihm und dem preußischen Landwirtschaftsminister Differenzen hinsichtlich der Auffassung der eubanischen Zuckerfrage. Cuba werde in absehbarer Zeit kein gefährlicher Konkurrent werden. — Zum Umbau der Festungen. Bekanntlich ist im Reichshaushaltsetat eine erste Nate von 10 Millionen Mark gefordert, für einen auf 50 Millionen Mark veranschlagten Umbau der Festungen. Heber die Verhandlungen der Budgetkommission darüber liegt jetzt der schriftliche Bericht vor, der für die Beteiligten von besonderem Interesse ist. Soweit sich die Darlegungen des Kriegsministers auf einzelne Festungen bezogen, sind dieselben als vertrauliche Mitteilungen behandelt worden. Heber den Festungsbau im allgemeinen und die Beseitigung der Hmwallungen äußerte sich nach diesem Bericht der Kriegsminister wie folgt: „Die Heeresverwaltung vermag sich den Erweiterungsbestrebungen der Festungsstädte, wie sie, dem Zuge der Zeit folgend, immer unabweislicher in die Erscheinung treten, nicht mehr zu verschließen. Vor allem drängt die Lösung der Frage auf eine baldige Entscheidung an den Stellen, an welchen auch die militärischen Interessen unter bedenklichen An- i Häufungen der Bevölkerung auf zu engem Raum im Frieden wie im Kriege gefährdet erscheinen. Es sollen deshalb bei einzelnen unserer Festungen die Stadtumwallungen ausgelassen und durch Neubauten ersetzt werden. Letztere werden in der Hauptsache aus vorgeschobenen Werken bestehen, die nunmehr in erste Linie gerückt in jeder Beziehung von vornherein den neuesten Anforderungen inbezug auf Bauart und Ausrüstung entsprechen müssen. Diese notwendige Neugestaltung der alten Festungen legt den Gedanken nahe, gleichzeitig hiermit die längst schon wünschenswerte Abänderung des ganzen Landesverteidigungssystems auf die einfachste und natürlichste Weise einzuleiten. Gewiffe Landstriche von hervorragender strategischer und politischer Bedeutung oder besonders hoher kultureller Entwickelung können einem feindlichen Einbruch nicht ohne weiteres preisgegeben werden. Um die Vorräte solcher Landstriche der Benutzung durch den Gegner zu entziehen, den Aufmarsch und die Bewegungen unserer Armeen vor überraschenden Störunge, zu sichern, sowie schwächeren Heeresabteilungen etwaige, überlegenen feindlichen Kräften gegenüber einen Rückhalt z, gewähren, sind an geeigneten Stellen Befestigungen erforder-: ich; deren wichtigste Bestandteile schon im Frieden anzu । egen bezw. planmäßig vorzubereiten sind. Derartige Befestigungen werden unter voller Erfüllung der genannten Zwecke an vielen Punkten auch gleichzeitig einen Ersatz der gefallenen Stadtumwallungen bilden und den bisherige« Aufgaben genügen können. Schließlich muß noch hervor- gehoben werden, daß die artilleristische Ausrüstung unfern etzigen Befestigungsanlagen nach Wirkung und Schutzmittel« nicht mehr durchgehends den zeitgemäßen Anforderungen entspricht. Die Fortschritte der Technik, die bei den Nach barftaaten bereits Verbesserungen auf militärischem Gebiete zur Folge hatten, dürfen auch bei uns nicht unberücksichtig! bleiben. Weittragende, moderne Schnellfeuergeschütze unter Panzerschutz und mit starker Munition ausgerüstet, sind sih eine aussichtsvolle Abwehr feindlicher Angriffe unerläßlich Ausland. Wien, 16. Februar. Nach einer Meldung aus Tn. ) in je stürmten die Serben dort die Kirche und rijio )ie auf derselben befindliche kroatische Fahne herab. Prag, 16. Februar. „Narodny Listi" zufolge wird di, ungarische Krisis eine österreichische zur Folge Haber, falls der böhmische Landtag am 7. März zusammentreter sollte. Rom, 16. Februar. Die Aufständischen in Bolick schlugen nach hierher gelangten Telegrammen die Regierungtruppen bei Lapay, ebenso siegten die Indianer, welch furchtbare Grausamkeiten unter den Ansiedlern verübter, über die Regierungstruppen. Man fürchtet die Besitzergreifung der Minen durch die Indianer. Sitzung der Stadtverordneten. Am 16. Februar 1899. Anwesend die Herren Oberbürgermeister G n a u t h, Beige, ordneten Georgi und Wolff, von Seiten der Stadtverord- neten die Herren Brück, Em melius, Euler, Faber, Flett, Dr. Fuhr,Habenicht, Hanau,Heichelheim. Helfrich, Huhn, Jughardt, Kirch, Krumm, Löber, Orbig, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele uti Wallenfels. Vor Eintritt in die Tagesordnung brachte Herr Obei. bürgermeister Gnauth die Namen derjenigen Stadtvei ordneten zur Kenntnis, welche ihr Fernbleiben von btt heutigen Sitzung entschuldigt hatten. Das.Gesuch des Herrn Wilhelm K u p k e um Erlaubnisz« Anbringung einer Laterne an seinem Hause Lndwigsplatz h wird nachträglich und auf Widerruf genehmigt. Dem Gesuch des Herrn August Schepelmann wegen Errichtung eines Backsteinmacherhäuschens am Krofdorferwe? soll unter der üblichen Bedingung des Widerrufs ftaltgegebn werden. ~ Zu dem Gesuch des Herrn I. P. S en ß sei der, welcher an der Ecke der Kepler- und Stephanstraße etnti Neubau mit Holzfachwerk-Oberstock errichten will, beschlich die Versammlung Befürwortung des Dispenses von bet Vorschrift des ß 18 des Ortsbaustatuts. Die zu den Festbauten des im Juli d. I. hier staL- findenden Schützenfestes nötigen 28000 laufend. W liche unter 16 Jahre alte Personen auf 90 Pfg. pro 2,9 ----- 270 Mk. jährlich. Gegen den Eintritt des Rentners Carl Clemm * das mit den seitherigen Jagdpächteru des Neustadt Feldes eingegangene Pachtverhältnis hat die Versammlu«§ nichts zu erinnern. Das Gesuch des Pächters der Jagd im Stolzenmorgur Heinrich Mylius, um Erlaubnis zur Aufstellung schloßen, am H Untersührung l ständiges, in bei errichten, voi ober vorerst hü, tthckrhauses bi selben errichtet BangtJ einer 5 Dberbürgermeu Rung ber 3), macht werben Ansicht der i aber für Bese ; Bedurfnishäw Für bie latetialie: U00 Mk. be: 'Ur die Kehri. h Für bie s «■* pSä i d Ebenen ?'enctWun b^gtLZ . T seit 1 I ^ransch2^ M moüneten. !899. leisterGnallth,! Seiten der (stabte u§, Euler, F- LMk.heichel irä), Rxumm, Scheel, Schieb LrD werden 145 Mk. bewilligt. Nachdem das Gutachten des Wasserbauamts Mainz aber die Beseitigung des Kolkes am Mühlgraben unterhalb der Neumühle, dessen Einholung in einer früheren tzihu ng beschlossen worden, eingetroffen, beschließt die Versammlung Ausführung der auf 1600 Mk. veranschlagten r Meldung aus Z die Kirche und r e Fahne herab. W zufolge mit! 'liche zur Folge t. März zusammen äadischen inU rammen die Regier die Indianer, » ® Ansiedlern deck rchtetdieBesitzergm ^i^ilunge^.^ Ft'tplatz (Trieb) als vorläufig nicht vorliegend erachtet irbe. Nach Mitteilung des Herrn Direktor Bergen Heu Verbeffcrungsversuche auch in anderen Stadtteilen vernommen werden, sofern die Beleuchtung nicht den vor- ufig noch auf den Ersatz der alten Laternen durch neue 6 "icht unberüch'ij W'1- fr "»griffe untrläjf "Sititeinbe Queckborn f. Z. geschlossenen Vertrage ist die -Stabt Gießen verpflichtet, außer den bereits zu Beginn in -Oucrfborn errichteten Ventilbrunnen und Hydranten die Mitling durch alle Straßen der Gemeinde zu legen, sobald (in diesbezüglicher Gemeinderatsbeschluß vorliegt. Dieser Fall ist nunmehr eingetreten; es sollen ca. 100 Haushaltungen in Queckborn angeschlossen werden. Die Kosten des Rohr- mtzeS in Queckborn sind auf 9600 Mk. veranschlagt. Die Acrsommlung erhob den auf Genehmigung dieses Vor- Mschlags gerichteten Deputationsantrag zum Beschluß. — Herr Lcib weist auf die durch den Ventilbrunnen am Eingang pr Brandgasse den Vorübergehenden drohende Gefahr hin, und Herr Löb er ist mit Herrn Oberbürgermeister Gn aut h inb Herrn Hanau der Ansicht, daß der Brunnen, falls sich »ein geeigneter Standort nicht finden läßt, am besten ganz zu beseitigen sei; Herr Wallenfels spricht sich für Mc ge eines Brunnens am neuen Viehmarktplatze aus; hen Beigeordneter Georgi empfiehlt Herstellung einer Abzweigung vom Schlachthause aus. Nach Antrag der Wasserwerksdeputation soll der Laßserpreis für kleinere Wohnungen, der für eine Familie 8 Mk., für zwei Familien 16 Mk., für drei Familien 24 Mk. beträgt, für die Folge für Wohnungen bis zu zwei Zimmern per Stockwerk nicht mehr nach der Zahl der Wohnungen, sondern nach der Zahl jer Zapfstellen festgestellt werden, sofern mehrere Miet- parti.cn sich nur einer Zapfstelle bedienen. Zur Fortsetzung der Wasserleitung auf dem Wetzlarer ;r "''M (ff..; ’r'» fab«? • Derartineri-D •—» « Mutig der Letzten Erwartungen entsprechen sollte. ieitig einen ev Der Voranschlag des städtischen Wasserwerks für unb den 3 1899/1900 rechnet mit einem Ueberschuß von 12 700 Mk. ich mu6 nolT Sir Verbesserungen an der neuen Wasserleitung sind ie Ausrüstung • 1105 Mk., für die Ausdehnung der Leitung auf neue ung und Straßen 9000 Mk., für neue Hauswasseranschlüsse 7000 Mk. 'Eßen An2? Absehen. Nach dem zwischen der Stadt Gießen und der nif ^.l^btrn -a O..UI.AVH f o nofrhfnffpiipn Beitraae ist die ung brachte in derjenigen stabti t Fernbleibv vvn i Hanfe Mig^ ’ genchmigt. Ichepelinann hws M SroM1 VÄNNw3' 4. P. Si^üb! tb Slephachch ^richten will, bitt." es Dispenses w» luts. guli b- 5 28000 laufend.. en Ausschuß W rottet bt* 1Qt werben M nntms ber Steinbacher A efer gefunden. W j“ w y* ... 5 fahren Kl1!- ■ »fb", « iSßer o«« rO ;cn ««f w w fi*?*8* t&Sfi ns iu:. icnchE- B ■Ä'# S$>’ irkes E'D. < tlcn $rel11icr!bd^ lwcn ,MkivE rsM fr esierN^ .« ivbeiiten. Die gleichfalls in einer früheren Sitzung beratene Er- neucLung der Fassade des altenRathauses soll nach klnlMung der Gutachten der Herren Prof. Dr. Sauer- tzießen und Geh. Oberbaurat Hofmann-Darmstadt in ter j rüheren Holzkonstruktion ausgeführt und darüber Plan und'Voranschlag von Herrn Architekt Hofmann-Herborn lingt'forbert werden. Die Ersetzung der bisher vorhandenen öffentlichen ffissoirs durch zweckmäßigere ist schon seit langem als Wringendes Bedürfnis erkannt worden. Es wird unter Bewilligung der auf 12000 Mk. veranschlagten Kosten be- Wofsen, am Neuenwegerthor, am Wallthor und an der Anlellführung bei Geilfus an der Westanlage je ein vier- Wndiiges, in der Neustadt ein sechsstündiges Bedürfnishäuschen ^errichten, von dem Ersatz des Häuschens am Seltersthor «der vorerst noch abzusehen, da nach Freiwerden des Oktroi- «iheb erhauses daselbst eine größere Bedürfnisanstalt in dem- Pbem errichtet werden soll. Herr Krumm beklagt den Nanigel einer Bedürfnisanstalt für Frauen, worauf Herr Mr bürgermeister Gnauth mitteilte, daß in dieser Be- Whnug der Versuch im Oktroihäuschen am Seltersthor ge- mchtl werden soll; Herr Heichelheim würde in Lieser Ansicht der Südanlage den Vorzug geben, ist im übrigen ätr für Beseitigung der Mißstände, wie sie bezüglich des Miurfnishäuschens gerade in der Südanlage hervortreten. ■$ür die Ergänzung des Lagerbestandes an Bau- aatari allen für städtische Zwecke pro 1899/1900 werden 11100' Mk. bewilligt; für die Verbesserung des Lagerplatzes ffir die Kehrichtabfuhr an der Westanlage 800 Mk. Für die Pflasterung der Rodheimerstraße Um Neustädter Thor bis zum Schlachthause werden M Mk., für den Ausbau der Plockstraße vom Selters- ttlj bis zur Johannesstraße (vorerst Chaussierung) 2000 Mk., fir die Herstellung von Bauplatzeinfriedigungen entlang des „Kiener Hofs" 1225 Mk., für die Umgestaltung der Sid-anlage nach einem von dem früher genehmigten ab- tniih enden Plan 3000 Mk. bewilligt. Für die Einrichtung der nach Eröffnung des Neu- 6üil c8 am Realgymnasium und der Realschule ffiii «gewordenen Räume im Hauptgebäude zu Klassenzimmern, Dm erwohnung usw. sind 1700 Mk. vorgesehen, welche ÖcviQligt werden. Der seit mehreren Jahren wahrgenommenen Senkung Öt* nördlichen Teils der Stadt kn ab en sch ule an der 9brboanlage, welche Senkung auf die Bodenbeschaffenheit Müügeführt wird, soll durch Einbauen von Erdbögen in Dit Kellerräume begegnet werden. Die auf 3300 Mk. «ninschlagten Kosten werden bewilligt, desgl. die auf 1000 Mk. vinnnschlagten Kosten für die innere Einrichtung dreier pmüsorischer Schulsäle der Volksschule. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 16. Februar 1899. ** Nichtraucherabteile in der 4. Wagenklaffe. Die preußische ^baotsbahnverwallung beabsichtigt, in den Eisenbahnwagen Klasse solcher Züge, die längere Strecken zurücklegen, Minke für Nichtraucher einzuführen. ** Eine neue Auszeichnung erhalten nach auswärtigen Mittlern jetzt die Sergeanten und Feldwebel bei 9 jähriger Dienstzeit. An Stelle der bisherigen Schnalle soll eine Medaille mit Band treten. n. Aus der Wetterau, 16. Februar. Herr Dr. Nikolay in Leidhecken hat in verschiedenen Gemeinden die Bildung von Ausschüssen angeregt, die das Werk deutscher Dankbarkeit gegen den Gründer des Reiches im Sinne der deutschen Studentenschaft fördern sollen. Der Lohberg bei Reichelsheim ist von ihm als Ort zur Errichtung der Bismarcksäule ausersehen. Man wird in unserer Gegend auch kaum einen günstigeren Platz ausfindig machen können, denn von diesem höchsten Punkt der alten Fuldaer Mark schweift der Blick stundenweit ungehindert über die gesegneten Fluren der Wetterau bis zu den bewaldeten Höhen des Taunus im Süden und nordwärts bis zum Vogelsberg. Hoffentlich findet sich in unseren reichen Wetterauer Gemeinden so viel Opferwilligkeit, daß das schöne nationale Werk zur Ausführung gebracht werden kann. Bad-Nauheim, 14. Februar. Am 1. April wird die hiesige Post, bis jetzt durch einen Postmeister verwaltet, ein Postamt I, mit einem Postdirektor an der Spitze. Herr Postdirektor Münch wird hierher versetzt und hat bereits Wohnung gemietet. Zur Vergrößerung der Post hat die Oberpostdirektion Darmstadt eine Gepäckkammer in der Hauptstraße gemietet; ob nun noch eine Postfiliale an der Bahn errichtet wird, ist zweifelhaft. Der ..Bürgerverein" hat heute abermals an das Reichspostamt nach Berlin eine Eingabe um Errichtung einer Postfiliale im Bahnhofsgebäude selbst abgeschickt. H- Geiß Ridda, 16. Februar. Gestern abend entstand in der Scheuer des I. Keller ein Schadenfeuer, welches aber bald auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Der Brand, welchem nur ein Haufen Grummet zum Opfer fiel, soll durch in der Nähe aufbewahrte, noch glimmende Asche entstanden sein. Der Vorfall mahnt wiederum zur Vorsicht bei der Lagerung von Asche. Darmstadt, 16. Februar. Seine Majestät der Kaiser haben Allerguädigst geruht, den bisherigen Justizrat und Auditeur bei der Großh. Hess. (25.) Division Friedrich Wolf zum Mitglied des General Auditorats mit dem Range eines Rats dritter Klasse und dem Titel eines Geheimen Justizrats zu ernennen. Vermischtes. * Frankfurt, 16. Februar. Eine Anzahl Gärtnereien, die an der Bornheimer Landstraße liegen, sind dieser Tage zu außerordentlich hohen Preisen verkauft worden. So wurde die Gärtnerei von Ph. Meyer mit 140000 Mk. bezahlt und den gleichen Preis erzielte H. Nakemann für sein 12 000 Quadratmeter großes Gartengelände. I. Kropps erhielt für seine 8800 Quadratmeter große Gärtnerei 250,000 Mk., C. Volmar für 8000 Quadratmeter große Gärtnerei 200000 Mk., Ph. Rühl für 30000 Quadratmeter 350000 Mk., Andr. Hoß für 150000 Quadratmeter 300000 Mk.. Herrn. Meyer für 3600 Quadratmeter 100000 Mk. Zu bemerken ist dabei, daß die Preise nur für das Gelände gelten, die Wohngebäude, Treibhäuser, Geräte rc. nicht mitinbegriffen sind. * Wie sehr auch heute in unserem deutschen Vaterlande die Parteien zerspalten sind, so sehr sind sie doch alle einig in dem Bestreben, die Lebensverhältnisse des ganzen Volkes zu verbessern, und wo es Maßregeln gilt, die hierauf abzielen, finden sich selbst die schon am meisten auseinauder- gehenden Meinungen stets zusammen. So sehen wir denn eine Entfaltung der Hygieine, wie man sie vor 2 Jahrzehnten noch nicht für möglich gehalten hätte. Auch derjenige Zweig der Hygieine, der sich mit der Körper- und Hautpflege beschäftigt, hat gewaltige Fortschritte gemacht,, dem gewaltigsten seitdem das „Lanolin" ettt- deckt worden ist und die glanzvolle Entdeckung hiuzugekommen ist, daß dies-s „Lanolin" genannte Fett dem menschlichen Hautfett analog ist. Ks folgte daraus, daß für die Hauptpflege die Anwendung des „Lanolin" nm besten in der Form von „Lanolin-Toilette-Eream-Lanolin", einer angenehm parfümierten Komposition, die in allen Drogerien und Apotheken zu billigen Preisen käuflich ist und die auch als Mittel zur Erzielung und Erhaltung eines guten Teints nicht genug gerühmt werden kann! — Man achte beim Einkauf darauf daß jede Packung (Tube oder Dose) die Schutzmarke „Pfeilring" trügt. * Der Platz für das Hamburger Bismarck-D^kmal, zu dessen Errichtung man eine Summe von rund einer halben Million Mark gesammelt hat, ist, wie bereits kurz gemeldet, jetzt bestimmt worden. Der Platz ist darum K merkenswert, weil mit seiner Wahl auch die Entscheidung für ein Kolossaldenkmal ausgefallen ist. Die eigentliche Stadt Hamburg ist von der Vorstadt St. Pauli durch zwei niedrige Hügelreihen geschieden, die zu den sogenannten Wallanlagen umgestaltet sind. Der nach Hamburg zu gelegene Höhenzug trägt auf seinem bis unmittelbar an die Elbe herantretenden südlichsten Ausläufer, dem sogenannten Stintfang, die bnrgartige, weit sichtbare deutsche Seewarte. Die nach Norden zu anschließende ebenso hohe Kuppe, die mit ihrem Fuße bis an das Millernthor, die einzige Verbindung Hamburgs mit der Bergstadt St. Pauli, herantritt, trägt auf ihrem bereits etwa drei Morgen großen Gipfel ein Saalgebäude mit Radfahrbahn und Hippodrom. Dieses Gebäude will man beseitigen und an seine Stelle das Bismarckdenkmal setzen. Vor diesem Hügel zieht der stärkste Verkehr ganz Hamburgs vorbei, infolge der flachen Abdachung nach der Verkehrsseite rückt die Spitze des Hügels aber sehr weit vom Wege zurück, so daß ein Denkmal, wenn es von der Straße aus auf der breiten Spitze des Hügels bemerkt werden soll, von großem llmfcmg sein muß. Unter dieser Voraussetzung ist auch der Platz nun gewählt worden. * Die Sommer-Uniform für die Postunterbeamten wird aus leichtem dunkelblauem Wollstoff in Litewkenform hergeftellt. Der Umlegekragen aus demselben Stoff ist vorn auf beiden Seiten mit einem Spiegel aus orangefarbenem Tuch besetzt. Für die angestellten Unterbeamten wird in der Mitte des Spiegels eine Goldtresse angebracht. Die Beamten, welchen zu ihrer Amtsbezeichnung das Prädikat „Ober" beigelegt worden ist, tragen außerdem auf beiden Seiten einen goldenen Stern. Der Rock wird zugeknöpft und dazu eine schwarze Halsbinde getragen. * Für die geplante deutsche Südpolar-Erpedition hat auch der Kaiser sein lebhaftes Interesse bekundet. Das große wissenschaftliche und nationale Unternehmen bildete neulich im Schloß, als die Professoren v. Bezold, v. Richthosen, Möbius, Güßfeldt u. A. zum Kaiser befohlen waren, den Hauptgegenstand der Unterhaltung. Der Kaiser war von den verschiedenartigen Zielen der Expedition unterrichtet und mit unseren Forschern einer Meinung über die Notwendigkeit, daß Deutschland nunmehr dem Gedanken die That folgen lassen müsse, und hinter dem Ausland nicht länger zurückstehen dürfe. Nach den Berechnungen im Reichsmariueamt werden sich die Kosten auf 1 020 000 Mk. belaufen, die sich auf fünf Jahre verteilen. Die Summe von 200 000 Mk., welche man aus Privatmitteln zu erlangen hofft, soll zu bestimmten Zwecken der Ausrüstung verwandt werden. Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Wie des deutschen Kaisers Geburtstag in Dar-eS- Galaam gefeiert wird führt uns eine der künstlerisch vollendeten Illustrationen vor Augen, die das soeben ausgegebene He>t 15 der großen illustrierten Familienzeitschrist „Für Alle Welt" (Deutsches VerlagShaus Bong & Co. Berlin W. Preis des DierzehntagShesteS 40 Pfg) in überaus reicher Anzahl enthält. Wir finden neben dem genannten Bilde eine Anzahl künstlerisch ausgeführter Buntdruckbilder, viele Humorbilder und technische Illustrationen, sowie dir mit vielen Abbildungen erläuterten Artikel „Sibirische Goldwäscherei" von F. Goehde, „Schützen des Tierreiches" von E. Bade, „Indische Bauten" von HanS Ludwig, „DaS Licht als Hrilmittel" von Dr. med. Kattenbracker. Außerdem den großen Roman „Bezwungen" von H. Abt, die Erzählung „Traudl" von Otto'von Schachins und verschiedene Abhandlungen über „Verwertung der Diamanten", „Seewasseraquarium", „Magen Photographien", „Unterseeisches Torpedoboot", „Ein Kleid aus Spinnwebseide", „Schönbeitsbäder" rc. und eine große Anzahl von Berichten über neue Erfindungen und technische und hauswirtschaftliche Neuheiten. — Der zukünftige Krieg, das Buch deS russischen Großindustriellen Bloch, daS offenbar den Abrüstungsvorsärlag de* Zaren mit beeinflußt bat, wird in der Wochenschrift ^Die Umschau" (Frankfurt a. M), von einem deutschen Oifizier kritisch beleuchtet und glossiert. Dieselbe Nummer (7) der „Umschau" enthält: Panama in der Litte»atur von Dr. Emil Rechert, Die Mineralsalze und der Pflanzenwuchs von Ch. Dassonville, Chemische Technologie von Dr. Bechhold, Vom Kunstgewerbe, Botanik von Dr. Nestler. Daran schließen sich interessante Betrachtungen und kleine Mitteilungen auS allen Wtffengebieten, Berichte über technische Neuheiten und neue Bücher, eine Zeitschristenschau rc. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. — Die Pommersche Hypotheken-Attien-Bank in Berlin übersendet uus ihren Geschäftsbericht pro 1893 und stellt von demselben laut Inserat in unserer heutigen Nummer jedem Pfandbrief- bcfitzer ein Exemplar kostenlos zur Verfügung. Man pflege die Haut nehme Störung bei Wohlbefindens wird vermieden, denn die Thäiigkeit der Haut und ihre Einflüsse auf die Gesundheit ist viel größer, als die meisten glauben. Nach den Urteilen der Aerzte hat die Patent-Myrrholin- Setfe alle Eigenschaften zu einer Toilette Gesundhettsseise für den täglichen Gebrauch und empfehlm ihre Anwendung aufs wärmste. U-berall, auch in den Apotheken, erhältlich. ■ter* iK uni Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Weltes zeich.en jer Komplett gebunden 4. Auflage 1899 9. WM -.^»Misch'. MA Adolf Arnold, fflrtta, A. Welz, Skltttmeg 2 885 Ersatz für Brennfpiritus! Gesetzlich geschützt. Vossius. Bose. 109 871 226 22 Schrauth’s Gemahlene C. Röhr & Co Ueberall zu haben a 15 Pfg. kauft werden. Marie. Procent 101.76 Martin Langsdorf, Ludwigslr. 67. -pfg 1887 1363 gesüßt. 1469 8dtf 10 Meter Länge. 1015 o 1000 IV 10G> 615 10t< 00* Geldsortenr Abende ourser IM no | ryftprr. soll im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Hammersloch, nachverzeichneter Holz Frankstr. Hyp. Bk unk. b. 1906 99.00 Frkf.löyp Cred.B. unk. b. 1906 98.00 dlv. unk. b. 1907 102.00 im Preise herabgesetzt. Es befinden sich unter den zurückgesetzten Sacken: Träger-Schürzen Haus-Schürzen I Zier-Schürzen Schwarze Schürzen . I jahrSneuheiten nack Möglichkeit räumen versteigert werden. |unb haben daher den größten Teil der Nadelstämme von 14 bis 36 ern vorrätigen Schürzen ganz bedeutend Abbruch. Mein in der Wagengasie gelegenes Lagerhaus soll auf den Abbruch verkauft werden. Dasselbe ist reich an Eichenholz, darunter Balken von Holz, davon 64 rm 2,20 m und 54 rm 1,10 m lang. Krofdorf, 15. Februar 1899. 1484 Das Bürgermeister-Amt. Oberköchin. Bei den hiesigen Kliniken ist die Stelle einer Oberköchin zum 1. Mäiz d. I. zu besetzen. Anfangsgehalt 500 Mark nebst freier Station und Wäsche. Schriftliche Offerten sind . inzureichen. 1458 Großh. Direktion der chirurgischen und ophthalmolog. Univ.-Klinik Gießen. Salmiak-Terpentin-Seife ist und bleibt das beste Waschpulver. HMtkMUN Pfund 50 Pfg. 1476 Neuenweg 33. Echter -W Emmuthalrr vo«sas«ig, io wie feinstes geräuchertes Zolbersteifch ohne Knochen 1x98 frisck eingetroffen. Ferner offerire: feinstes Sauerkraut und Gurken. Kurl Eichmann Hlordan läge. Volks-Biscuit per Pfd 45 Pfg. Albert sup. Cakes per Pfd. 60 Pfg. außerdem empfehle 25 verschiedene Sorten Bisenits und Cakes zu billigsten Preisen. 1308 Ph. Herrmann, Seltersweg 33. ‘w 50 Schreiner, Metzgermeister. Proceut B1/, Deutsche ReichSanl. 3 Preuß. EonsolS 37, Gr. HeMche DM. 65*rm Nadel-Knüppel, 69 „ Nadel-Reiser, 5 „ Nadel-Stock. Die Zusammenkunft ist morgens 10 Uhr im Ott. Geilshausen, den 15. Febr. 1899. Die ermäßigten Preise sind deutlich an Großh. Bürgermeisterei Geilshausen, Sre'Ar-hrt- Sunbfdiait, Pfeiff. 1483 diese günstige Gelegenheit, sich mit billigen --1 Schürzen versehen zu können, nicht unbenutzt vorübergehen zu lasten. 961 Oesterr. StaatSbabn v. 1886 90.10 4 Jtal. staatSgar. Ersenb. 60.66 4 Ingenieurschule zu Mannheim (vormals in Zweibrücken). 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