Nr. 15 Zweites Blatt Mittwoch den 18. Januar 1899 Weßener Anzeiger Heneral-AHeiger ZSezugspreis üiertcljäf)r(id) 2 Mark 20 Pfq. monatlich 75 Pfz. mit Bringerlohn. Bel Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährtich. Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen deZ In- und Auslände» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Erscheint tägfiti mit Ausnahme des Montags. Die Gießener MamitieuVtätter Werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegt. Amts- und Anzeigeblntt für den Ttvers Gieszen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schntstrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietze«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll, ständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungskommission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. L) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahre» zu erbringen. (Wenn z B. mit Rücksicht auf das Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinausgeschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugnis aber erst am Schluffe des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugnis bis 1. April nachfolgen werde. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein, und ist hierzu ein Bogen in Aktenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: *) Geburtszeugnis; d) Einwilligung» - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit, den FreiwMgen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugnis, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen militärberechttgten Anstalten) durch den Direktor der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugnis. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. d: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein must Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reif^eugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämtlich nach Muster 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 27 von 1894 — ausgestellt sein müssen. Im übrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr4Drdnung verwiesen. Großh. Prüfungs-Commission für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: __________________________Best.__________________________ Gießen, am 15. Jannar 1899. Betreffend: Das Ersatzgeschäft pro 1899. Der Zivilvorsitzende der Großh. Ersatz- Kommission Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Mit Rücksicht auf den frühen Beginn des diesjährigen Ersatzgeschäftes wollen Sie alsbald mit Aufstellung der neuen Stammrollen beginnen und solche mit denjenigen pro 1897 und 1898 ungesäumt einsenden. Etwaige Zugänge sind besonders in Vorlage zu bringen. Boeckmann. Deutsches Reich. Berlin, 16. Januar. Der Reichskanzler und sämtliche Minister waren gestern Abend der Einladung des Landwirtschaftsministers Freiherrn v. Hamm er st ein zu einem Glase Bier gefolgt. • Berlin, 16. Januar. Wie aus Stockholm gemeldet wird, leidet König Oskar von Schweden seit einigen Tagen an einem Kehlkopf-Katarrh, verbunden mit Influenza. Nach dem gestern Abend ausgegebenen Bulletin betrug die Körpertemperatur 38,1 Grad, der Puls 68. Das Allgemeinbefinden ist gut. Berlin, 16. Januar. DaS Herrenhaus hat in seiner heutigen ersten Sitzung das bisherige Präsidium, Fürsten zu Wied, Freiherrn v. Manteuffel und Oberbürgermeister Becker-Köln wiedergewählt. Auf der morgigen Tagesordnung steht die Vereidigung der neuen Mitglieder und als zweiter Punkt Geschäftliches. Berlin, 16. Januar. Dem Bundesrat liegt jetzt, wie die „Kreuzzeitung" vernimmt, der Entwurf eines Gesetzes vor betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung. Die Vorlage dürfte in der nächsten Plenarsitzung, die voraussichtlich Donnerstag dieser Woche stattfindet, auf der Tagesordnung stehen. Es handelt sich hier offenbar um die Vorlage betreffend den Schutz der Arbeitswilligen. Berlin, 16. Januar. Im Reichstage ist heute vormittag eine Konferenz abgehalten worden, an welcher die Referenten über den Marine-Etat, Dr. Lieber und Graf Stollberg sowie Vertreter des Reichs-Marineamtes teilnahmen. — Militärrecht. Der Geheime Ober-Justizrat Weiffenbach ist zum ordentlichen Honorarprofessor für Militärrecht an der Universität Berlin ernannt worden. Nachdem nicht nur auf dem Gebiete des materiellen Strafrechts, sondern jetzt auch auf dem Gebiete des Strafprozesses und der Gerichtsorganisation ein einheitlicher Rechtszustand für die gesamte bewaffnete Macht des Reiches geschaffen ist, kann die Errichtung eines Lehrstuhls für Militärrecht nur mit Freude begrüßt werden. Desgleichen dürfte sich die Berufung auf diesen Lehrstuhl als eine durchaus glückliche Wahl erweisen, da Weiffenbach mit allen Zweigen des Militärrechts theoretisch wie praktisch vertraut ist uud überdies an den Vorarbeiten für die neue Militär-Strafgerichtsordnung erheblich beteiligt war, deren wissenschaftliche Bearbeitung er in Gemeinschaft mit dem General-Auditeur der Armee Wirklichen Geheimen Rat Ittenbach unternommen hat. Seit dem 1. Oktober 1898 ist er mit Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs der Justizabteilung im Kriegsministerium beauftragt. Feuilleton. Kugtische HMsöiöriotßeken. Bon Dr. Ernst Schultze. (9. Fortsetzung.) Etwa 250 Kinder (sämtlich katholisch) werden hier von den Jesuiten auf diesem weltentlegenen Stückchen Erde vom 9. bis zum 20. Jahre unterrichtet und erzogen; die Eltern bezahlen dafür ein recht teures Geld — ganz ebenso wie auf den berühmten „public schools* (die doch in Wahrheit nur den Söhnen reicher Leute offen stehen) in Eton, Harrow, Rugby, Winchester u. s. w. Die Patres sührten uns mit großer Bereitwilligkeit durch die verschiedenen Unterrichts-, Bibliothek- und Sammlungssäle, in denen mau teilweise durch die merkwürdige Anordnung überrascht wurde; so z. B. wenn man neben einer Christus- statue ein paar ausgestopfte Eisvögel, dann wieder einen heiligen Gegenstand, darauf ein geologisches Modell von Jerusaleum und Umgebung u. s. w. fand. Im ganzen gehörte dieser Besuch des Stonyhurst College zu den in- ßeressantesten Unternehmungen des ganzen Kongresses, zumal man in England eine solche Anstalt am allerwenigsten zu ffinden erwarten sollte. Am letzten Tage des Meetings waren wir nach einer Besichtigung der ausgezeichneten public library von Wigan, tie sich namentlich durch ihre guten wissenschaftlichen Kataloge auszeichnet, einer Einladung des gegenwärtigen Vor- Rtzenden der L. A, des Earl of Crawford, auf seine Be- ffltzung Haigh Hall bei Wigan gefolgt. Der Earl ist Besitzer einer der größten Privatbibliotheken Großbritanniens, üer auch in deutschen Bibliotheks- und Gelehrtenkreisen wohlbekannten Bibliotheca Lindeaiana. Sie ist besonders ^eich an orientalischen Manuskripten und enthält wohl die »veste Sammlung chinesischer und japanischer Manuskripte, die in einer Privatbibliothek existieren; auch wertvolle Inkunabeln und schöne alte Bucheinbände hat sie aufzuweisen. Als englischer Lord kann sich der Besitzer auch den Luxus eines eigenen Bibliothekars, der sogar Familie hat (übrigens einer der liebenswürdigsten englischen Bibliothekare, die ich kennen gelernt habe) leisten, 'wie er sich auch auf einer anderen, ihm gehörenden Besitzung in der Nähe von Aberdeen einen eigenen Astronomen hält. Schade, daß der deutsche Geburtsadel solche Leidenschaften so gut wie gar nicht kennt. Ich will nicht unerwähnt lassen, daß im vorvorigen Jahre in London ein zweiter internationaler Bibliothekar-Kongreß stattgefunden hat (der erste fällt in das Jahr 1877), der von etwa 560 Teilnehmern, größtenteils natürlich Engländern und Amerikanern, besucht war. Von Deutschland war nur Dr. Milkau (königliche Bibliothek Berlin) erschienen; Professor Dr. Dziatzko, Direktor der Universitätsbibliothek in Göttingen, war angesagt, aber in letzter Stunde am Erscheinen verhindert. Wenn man die Verhandlungen dieses Kongresses mit denen des Jahres 1877 vergleicht, so ergiebt sich ein ziemlich starker Unterschied, der für die dazwischen liegende Periode sehr bezeichnend ist. D'. Milkau, der im „Centralblatt für Bibliothekswesen" einen interessanten Bericht über den Kongreß veröffentlicht hat, faßt bas in die ganz richtigen Worte zusammen: „Vor zwanzig Jahren stand die sogenannte Bibliotheks- bewegnng iu England noch in den Kinderschuhen. Unter Library schlechthin verstand man noch wie vor alters die dem Studium oder der gelehrten Arbeit gewidmete Bibliothek, und es waren durchaus ihre Vertreter, die den Charakter der damaligen Versammlung bestimmten. Die Anhänger der Volksbibliothek aber, die natürlich auch zu Worte kamen, standen damals noch, um einen glücklichen Ausdruck des Library Journal zu übernehmen, in der technischen Periode der Bewegung, waren also hauptsächlich für rein praktische Fragen interessiert, die für das Leben der wissenschaftlichen Bibliothek die gleiche Bedeutung hatten wie für sie selbst. . . . Heute bedeutet Library schlechthin die Volksbibliothek, und wie es, ihrer üppigen Entwickelung entsprechend, heute ihre Vertreter sind, die in den beiden Fachvereinen die Führung haben (gemeint ist die englische und die amerikanische Library Association), und fast ausschließlich ihre Angelegenheiten, die in deren Jahresversammlungen und offiziellen Organen Pflege finden, so war sie es auch, die dem letzten Kongreß seine Prägung gab. Ihr Hauptinteresse aber gilt nicht mehr wie vor zwanzig Jahren den technischen Fragen . . . ihre Entwicklung ist jetzt, wie das Library Journal an der eben angeführten Stelle seine Charakteristik weiterführt, in die soziologische Periode eingetreten, und Zettelkatalog, Standortsverzeichnis, Verleihbuch u. s. w. sind tief in den Hintergrund gedrängt durch die Probleme, die die neue Auffassung von der Bibliothek als einer an der Erziehung des Menschen aktiv zu beteiligenden Anstalt heraufgeführt hat ..." In der That ist das der Eindruck, den jeder Besucher der englischen Volksbibliotheken empfangen muß. So eifrig auch noch jetzt immer die technischen Fragen der Katalogisierung, des Indikators u. s. w. unter den Fachleuten verhandelt werden, so sieht man doch, daß im Vordergründe ihres Interesses die Fragen stehen: Wie können wir die Wirksamkeit der Bibliotheken weiter ausdehnen? Wie können wir den Zweck der Bibliothek auch denen bekannt machen, die bis heute kaum eine Ahnung von ihrem Bestehen haben? u. s. w. Diese energische Aufklärungsthätigkeit der englischen Bibliothekare macht auf den Ausländer, der gewöhnt ist, daß die Bibliotheken die Benutzer an sich herankommen laffen, nicht aber diese zur Benutzung geradezu auf alle mögliche Weise auffordern, einen erstaunlichen Eindruck. (Schluß folgt.) Berlin, 15. Januar. Mit dem Verkauf der Karolinen scheint es der spanischen Regierung Ernst zu sein. Die Madrider „Reforma" meldet, die Regierung werde bei den Kortes die Ermächtigung zum Verkauf der Marianen-, Karolinen- und Palau-Inseln nachsuchen, denn man würde dort sonst 4000 Mann Truppen und mehrere Kriegsschiffe unterhalten müssen. Wie es mit den etwaigen Aussichten Deutschlands auf Erwerb dieser Inseln steht, ist natürlich jetzt noch nicht Gegenstand öffentlicher Erörterung. Doch scheint man sich in England bereits mit diesem Gedanken vertraut zu machen, und zwar in dem Sinne einer freundlichen Vermittlung zwischen Deutschland und dem ungeberdigen und unmanierlichen Bruder Jonathan. Die „Times" spricht in einem Artikel ihr Bedauern darüber aus, daß die unverantwortliche Leidenschaftlichkeit einiger Politiker in Washington sie zu einer unnötig beleidigenden Sprache gegenüber einer Macht wie Deutschland führen konnte, die natürliche Beziehungen sowohl zu den Vereinigten Staaten wie zu Großbritannien habe. Die „Times" ist überzeugt, daß Deutschland nicht daran denke, sich der Besetzung und Besiedelung der Philippinen durch die Vereinigten Staaten zu widersetzen. Hinsichtlich der Meldung, Deutschland beabsichtige die- Karolinen zu erwerben, sagt die „Times", England habe keinen Grund, sich dem Uebergange dieses Besitzes von Spanien an eine andere europäische Macht ^zn wider- setzem welche besser im Stande sei, den Schwierigkeiten, die sich oer Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Verwaltung entgegensetzen, zu begegnen. Die Karolinen hätten für Großbritannien keinen Wert, und es würde deshalb thöricht und unwürdig sein, dem Verlangen eines anderen Volkes, aus den Karolinen Nutzen zu ziehen, sich zu widersetzen. Berlin, 15. Januar. Die Aerzte beginnen dahin zu wirken, daß auch die Negierungen der einzelnen Bundesstaaten ihren Einfluß für eine Aenderung des Krankenversicherungsgesetzes geltend machen. Bei der Plenarversammlung des königl. sächsischen Medizinalkollegiums ist ein Antrag eingereicht worden, die Plenarversammlung wolle erklären: „Eine baldige Revision des Krankenversicherungsgesetzes ist erforderlich in der Richtung, daß Bestimmungen in das Gesetz ausgenommen werden zum Schutz der Aerzte gegen Maßnahmen der Krankenkassen, die geeignet sind, die Existenzbedingungen für den ärztlichen Stand zu gefährden. Die Plenarversammlung bittet die königl. Staatsregierung, im Bundesrat eine Revision des Krankenversicherungsgesetzes im vorstehenden Sinn anzuregen und die hierauf gerichteten Bestrebungen der Aerzte unterstützen zu wollen." Im „Aerztl. Vereinsblatt", dem Organ des Deutschen Aerztevereinsbundes, werden dieärztlichenStandesvertretungen der anderen Staaten aufgefordert, auch bei ihren Regierungen im gleichen Sinn vorstellig zu werden. In Preußen ist die Bewegung schon im Gang. Berlin, 16. Januar. Gestern Nachmittag erschoß der Lackierer Anton Wolsztynsky in seiner in der Lothringerstraße belegenen Wohnung eine Frau Charlotte Teichler, mit welcher er ein Liebesverhältnis unterhielt, und sodann sich selbst mit einem Revolver. — In Potsdam ist der Generalmajor a. D. Freiherr Willibald v. d. Goltz im 70. Lebensjahr gestorben. Er war ein eifriger Förderer der Bestrebungen der Deutschen Kolonialgesellschaft, des Deutschen Schulvereins, des Deutschen Sprachvereins, des Alldeutschen Verbandes und des Vereins zum Schutz der Ostmarken. ‘— Die französischen Annäherungsversuche an Deutschland sind psychologisch um so interessanter, weil sie das lebhafteste Echo gerade in der chauvinistischen Presse finden, die doch eben erst in der Dreyfus-Kampagne den Deutschenhaß geradezu wild ausbeutete. Den politischen Wert dieser Kundgebungen hat der „Temps" in seiner feinen Klugheit sofort abgeurteilt; er führte jener Presse zu Gemüte, daß die Zeit vorbei ist, wo Frankreich seine Freundschaft hinwirft, wie eine schöne Frau ihr Taschentuch; die fremden Völker würden sich nicht zu sehr beeilen, den Fund aufzuheben. Herr Paul de Cassagnac, der zuerst die Allianzidee offen und ohne Rückhalt predigte, machte übrigens, wie eine Pariser Korrespondenz der „Frkf. Ztg." hervorhebt, schon in seinem ersten Artikel das Zugeständnis, daß sein Beweggrund alles Andere eher sei, als deutsche Sympathie; er stellte die einfache, deutliche Formel auf: Ein Haß verdrängt den anderen; das heißt, da wir gegenwärtig die Engländer am meisten zu hassen haben, wollen wir über unseren Haß gegen die Deutschen für einen Monat zur Tagesordnung übergehen, wie man sich im Palais Bourbon auszudrücke« pflegt. Im Haß gegen England ist Cassagnac gewiß in Uebereinstimmung mit der großen Gemeinde der Chauvinisten. Aber Cassagnac ist zugleich ein Parteigänger des Bonapartismus, und es mag darum nicht ausgeschlossen sein, daß für diese kleinere Gemeinde dem deutschen Allianzgedanken eine gewisse innere Sympathie zu Grunde liegt; nicht eine Sympathie mit dem deutschen Volke, sondern mit einer einzelnen Persönlichkeit. Eine repräsentative Erscheinung, wie diejenige Kaiser Wilhelms II., imponiert dem Franzosen an und für sich, und da er sein Urteil gegenüber solchen Erscheinungen weniger auf eine tiefer dringende Charakteranalyse als auf äußere Offenbarungen gründet, so verfolgte er die Entwicklung des jugendlichen Monarchen mit steigendem Interesse. Er entdeckte in ihm bald eine verwandte Eigenschaft: das impulsive Naturell, den Drang, nach der Stimmung des Augenblicks zu handeln und zu reden. Zuerst mag diese Erscheinung eine gewisse Furcht gezeitigt haben, dann aber wandte sie sich in ihrer liebenswürdigsten Form an Frankreich selbst, und es läßt sich heute nicht abstreiten, daß die Persönlichkeit Wilhelms II. hier eine gewisse Popularität besitzt und vor allem beweist die überreiche Karikaturenliteratur, daß diese Popularität nicht allein aus Haß entsprang. Diese geheime Sympathie offenbart sich am köstlichsten in der Geburt frommer Wünsche, die eben in der Karikatur ihren sprechendsten Ausdruck finden. Dem deutschen Kaiser dichtet man so die unbändige Sehnsucht an, einmal in das schöne Land Frankreich zu wallfahrten, insdesondere zur bevorstehenden Weltausstellung. Charles Leandre hat diese Idee vor Monaten schon zum „Clou* der Ausstellung verarbeitet. Und wenn cs den bösen Engländern gelingen sollte, das große Weltfest zu stören, so werden die Franzosen, nicht zuletzt vielleicht, auch den deutschen Kaiser bedauern. Der andere fromme Wunsch, den manche Franzosen sich selbst andichten, ist die Hoffnung, daß Kaiser Wilhelm einst, in einer guten Laune des Augenblicks, ihnen Elsaß-Lothringen schenke. Während der Palästinareise des Kaisers brachte die chauvinistische „Patrie" eine besonders drastische Darstellung dieses Gedankens: Vor dem betenden Kaiser öffnet sich das Grab Christi und der Wiederauferstandene erhebt die mahnende Hand, rufend: Gieb Elsaß-Lothringen zurück! Der Betende fährt entsetzt zurück, seine Haare sträuben die Pickelhaube empor. Die monarchistische Presse hat einen besonderen, naheliegenden Zweck im Auge, wenn sie mit der Person des fremden Fürsten liebäugelt. Aber in ihr, wie in der politischen Karikatur ist die Sympathie immer nur persönlich, und der Haß gegen den Deutschen wird dadurch nicht beeinträchtigt; er flammt um so wilder auch gegen die Person des Kaisers auf, wo die politischen Interessen des Landes in Frage kommen. In Krefeld haben nunmehr sämtliche Sa mm etw e ber die Arbeit niedergelegt; die Zahl der Ausständigen beläuft sich auf nahezu 2000. Ausland. Prag, 16. Januar. Nach Meldungen eines tschechischen Blattes stehen neue Aktionen in Sachen Bosniens und der Herzegowina bevor. Da England, Deutschland und Rußland vollauf in Asien beschäftigt seien, so glaube das Auswärtige Amt, die Situation sei günstig, um in der Richtung nach Saloniki freie Hand zu bekommen. Budapest, 16. Januar. Der Kassierer der Kisgterrener Kohlenwerke, welcher sich mit zwei Begleitern auf der Fahrt nach dem Kohlenwerke befand, wurde von Räubern überfallen und ihm 10 000 Gulden, welche zur Lohnzahlung bestimmt waren, geraubt. Rom, 16. Januar. Die Regierung beschloß, sich bei den Feierlichkeiten anläßlich der lieber führ ung der Gebeine Kolumbus in der Kathedrale zu Sevilla offiziell vertreten zu lassen. Lokales und Provinzielles. Gießen, den 17. Januar 1899. ** Postschein als Quittung. Vielfach findet man auf Postanweisungen den Vermerk des Absenders: „Postschein dient als Quittung". Hiergegen richtet sich, wie der „Internat, techn. Cour." ausführt, eine Entscheidung des Reichsgerichts, wonach der Postschein über eine durch Postanweisung gemachte Zahlung noch nicht als Quittung, bett, die Tilgung einer Schuld, anzusehen ist. Der Postschein gelte in diesem Fall vielmehr nur als Beweis, daß ein gewisser Betrag an eine bestimmte Person eingezahlt worden ist. Da aber der Postanweisungsbetrag nicht immer an den Adressaten selbst, sondern auch an die Ehefrau usw. ausgeliefert werde, so habe iyi Streitfälle der Absender den Beweis zu führen, daß der eingezahlte Betrag richtig in die Hände dessen gelangt sei, der zur Forderung berechtigt war, was nicht in allen Fällen leicht auszuführen sein dürfte. Unter solchen Umstünden sei es dringend geboten, sich nicht mit dem oben erwähnten Vermerk auf dem Abschnitt zu begnügen, sondern vom Adressaten eine Empfangsbescheinigung über den Postanweisungsbetrag einzufordern, und zwar möglichst umgehend, damit etwaigen Unregelmäßigkeiten bei der Bestellung der Postanweisung rechtzeitig begegnet werden kann. ** Das Reichs Postamt ist mehrfachen, aus den Kreisen des Handels und der Industrie kundgegebenen Wünschen auf Einführung von Briefmarken in höheren Wert- betrage«, als bisher ausgegeben sind, näher getreten. Dabei ist eine vollständige Umgestaltung des Freimarkenwesens in Erwägung gezogen worden. Die Schaffung höherer Postmarkenwerte, als sie jetzt dem Publikum zugänglich sind, bedingt aber eine Art der Herstellung, die einen wirksamen Schutz gegen Nachahmungen und Fälschungen bieten muß und deshalb noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Bis dahin ist die Postverwaltung außerstande, die gegenwärtig im inneren Postbetrieb gebräuchlichen Marken im Betrage von 2 Mark gleich den übrigen Postwertzeichen durch die Postanstalten an das Publikum abgeben zu lassen. Wie weiter mitgeteilt wird, steht noch eine Aenderung des Post- gesetzes hervor, wonach im Verkehr zwischen engbenachbarten Orten, die aber verschiedene Postämter haben, das für den örtlichen Verkehr festgesetzte Briefporto von 5 Pfennig zur Anwendung kommen soll. Die Gesetzesvorlage wird sicherlich allgemein beifällig begrüßt und vom Reichstage angenommen werden. Ihre Verwirklichung wird voraussichtlich eine erhebliche Vermehrung des Postverkehrs innerhalb der zu gemeinschaftlichen Postgebieten zu vereinigenden Ortschaften zur Folge haben und der Postverwaltung dadurch einen Ersatz für den Ausfall au den Einnahmen aus dem höheren Gebührensätze bieten. *• Verkehrswesen. Von den „Post- und Telegraphen- Nachrichten für das Publikum" ist eine neue Ausgabe erschienen. Die bei dem Publikum längst bekannte und beliebte Zusammenstellung enthält in bequemster Uebersicht alle wesentlichen Tarif- und Versendungs-Bestimmungen für den Post- und Telegraphenverkehr. Da am 1. Januar zahlreiche und wesentliche Aenderungen in den Bestimmungen über Postsendungen eingetreten sind — es sei hier nur an die Erhöhung des Meistbetragcs bei Postanweisungen und bei Nachnahmen, an die Erweiterung der Gewichtsgrenze bei Warenproben u. a. m. erinnert — so wird das Erscheinen dieser neuen Ausgabe sehr willkommen sein. Die „Post- und Telegraphen-Nachrichten" sind bei allen Reichs-Post- und Telegraphen-Anstalten, sowie durch Vermittlung der Briefträger und Landbriefträger zum Preise von 15 Pf. zu haben. — Wie bereits gemeldet, sind Moskau und Petersburg jetzt auch telephonisch verbunden. Um die Einrichtung recht beliebt zu machen, hat die Postverwaltung bis auf weiteres gestattet, die Telephonverbindung zwischen den beiden Städten unentgeltlich zu benutzen. Der Erfolg ist großartig. Die Leitungen werden unausgesetzt von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr abends benutzff Später wird für ein Gespräch auf die Dauer von nicht mehr als drei Minuten 1 Rubel 60 Kopeken erhoben werden. + Burgbracht, 15. Januar. Gestern abend brach in der Hofraite des Konrad Weber Feuer aus, das mehrere Gebäude einäscherte. Da zu Weihnachten v. I. in der Hofraite des I. A. an zwei Stellen Feuer angelegt worden war, das aber noch rechtzeitig entdeckt und gelöscht wurde, und zu Weihnachten 1897 die Hofraite G. niederbrannte, so kann man nicht anders annehmen, als daß hier ein ruchloser Brandstifter sein Unwesen treibt. Die Einwohner befinden sich deshalb in großer Aufregung und wird sich dieselbe nicht eher legen, bis die eingeleitete Untersuchung von Erfolg sein wird. 4- Büdingen, 16. Januar. Herr Bczirksfeldwebel und Gerichtsvollzieher-Aspirant Rollen Hagen dahier erhielt heute den Auftrag, die Dienstverrichtungen eines Gerichtsvollziehers bei dem Amtsgericht Hungen (an Stelle des vermißten Gerichtsvollziehers Schaubach) bis auf weiteres wahrzunehmen. Vermischtes. * Karlsruhe, 16. Januar. Die Leichen eines Liebespaares, des Optikers Gaysert und der Pauline Deuschle aus Eßlingen wurden in der Alb' gefunden. Die Ursache des Selbstmordes ist Liebeskummer. Beide wollen, wie aus einem hinterlassenen Schreiben hervorgeht, in Eßlingen beerdigt sein. * Mannheim, 16. Januar. Wegen Zweikampfes standen heute zwei Heidelberger Studenten vor der hiesigen Strafkammer, der 21 Jahre alte Louis Schlüter von Görlitz und der 24 Jahre alte Ernst Amels von Krefeld, beide Kandidaten der Medizin. Mitangeklagt waren wegen Beihilfe zum Zweikamps der Restaurateur Josef Erlenwein von Duttenberg, wohnhaft in Heidelberg, und wegen Kartelltragens der Student der Medizin Adolf Trenklein, 23 Jahre alt, von Würzburg. Den Anlaß zu dem Duell bildete ein Wirtshausstreit, in dessen Verlauf Amels den Schlüter beschimpfte, worauf dieser den ersteren ohrfeigte. Am anderen Tage ließ Amels dem Schlüter durch den mitangeklagten Trenklein eine Forderung auf Säbel unter schwere« Bedingunge« zugehe«. Das Duell wurde, nachdem ein Versöhnungsversuch erfolglos verlaufen war, im Keller des Erlenweinschen Restaurants „Zur Philosophenhöhe" am 28. Juli v. I. ausgefochten. Der Keller war durch zwei Petroleumlampen erleuchtet. Im vierten Gang erhielt Schlüter einen Hieb über die linke Gesichtsseite, wobei auch das linke Auge verletzt wurde. Die Sehkraft dieses Auges wurde zwar infolge Eintritts des Wundstaares auf ein Minimum eingeschränkt, dürfte jedoch zum größten Teil wieder gewonnen werden. Das Gericht verurteilte Schlüter zu 4 Monaten, Amels zu 6 Monaten, Trenklein zu 10 Tagen und Erlen- wei« zu 24 Tagen Festung. * Eine sehr schwierige Landung hatte dieser Tage der Luftballon „Dohle", von der Berliner Luftschifferabteilung. Der Ballon, in dessen Gondel sich ein Hauptmann, ein Ober-Leutnant und ein Leutnant befanden, war gegen 11 Uhr mittags vom Tempelhofer Felde aus aufgestiegen und «ahm südöstlichen Kurs. Um 3 Uhr nachmittags wollten die Luftschiffer zur Landung schreiten, nachdem sie eine Höhe von 4500 Fuß erreicht hatten. Bei dem Niedergehen geriet der Ballon indessen in eine zu niedrige Luftströmung, weß- halb sich das 300 Meter lange Schlepptau in den Zweigen einer Buche verwickelte. Der Ballon setzte sich schließlich auf einer 10 Meter hohen Fichtenschonung fest. Durch Waldarbeiter erfuhren die Offiziere, daß sie sich in der Forst zwischen Nuhbauk und Schweidnitz (Schlesien) befanden. Der von der gefährlichen Lage der Luftschiffer benachrichtigte königliche Förster Kühnel ließ sofort die Waldstelle im Umkreise von 10 Meter abholzen, worauf der Ballon ohne Schaden zur Erde gelassen werden konnte. Nach Verpackung des Ballons kehrten die Offiziere mittels Eisenbahn von der Station Ruhbank aus nach Berlin zurück. * Ein neues Unternehmen in Kamerun. Die „Hamburg. Börsenhalle" meldet: Unter dem Namen „Molisepflanzungs- Gesellschaft" wird sich ein neues Unternehmen für das Kamerun-Gebiet mit dem Sitz in Hamburg konstituieren. Die Form der Gesellschaft wird eine Kolonialgesellschaft sein nach dem Gesetz vorn 15. März 1888. Das Kapital, welches ganz gezeichnet ist, beträgt 1 Million Mark. An der Spitze der Gesellschaft werden die Herren Sholdo Douglas, Adolf Wörmann, Dr. Wohltmann, Dr. Warburg (Berlin), Graf v. Tiele-Winkler, Generalkonsul Dollmann sowie eine Anzahl anderer Herren stehen. Die Leitung der Gesellschaft wird Johannes Thormählen (Hamburg) übernehmen. — Der Zweck der Gesellschaft wird die Anlegung von Kakaopflanzungen und, wenn möglich, Kaffeepflanzungen in dem Kamerungebiet sein, wozu bereits 16—18000 Hektar Land in der Nähe des Ortes Viktoria und am Sannaga- Fluß erworben sind. * Für Südwestafrika angeworben sind wiederum zwölf Mädchen, die am Dienstag von Hamburg nach der neuen Heimat abdampfte«. Außer freier Hin- und Rückfahrt ist ihnen zunächst ein Monatsloh« von 20 Mk. zugesichert, der nach sechs Monaten auf 25 Mk. und nach einem Jahr auf 30 Mk. steigt. Bedingung ist jedoch eine Verpflichtung auf Wh der )n 15 Ps. 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Außer den Sport- und Offizierskrersen der Stadt Frankfurt selbst haben die Kavallerie- und Feldartillerie- Regimenter der benachbarten Garnisonen ihre Mitwirkung zugesagt, und es gestaltet sich infolgedessen dieses durch die Uneigennützigkeit Frankfurter Finanzkreise reichlich unterstützte Fest zu einem reiterlichen Schaustück, wie es umfassender, abwechselnder, kostümprächtiger und Laien wie Kenner, anziehender wohl noch selten in eine glänzende Erscheinung getreten ist. Das Fest spielt sich in zwei Abteilungen ab. In der ersten Abteilung ziehen in historischer Reihenfolge Reiter- und Kostümbilder der verschiedensten Völker und Zeiten an unserem Auge vorbei, dargestellt durch Szenen, Aufzüge und Quadrillen, dem Gepräge und der Eigenart der betreffenden Zeit entsprechend. Ein Hunnenritt beginnt. Ihm folgt die Darstellung der Begegnung Rich. Löwenhcrz' mit Sultan Saladin. Das dritte Bild versetz! uns in die Wallensteiner Zeit, um einer Lagerszene der Truppen des Großen Kurfürsten bei Warschau Platz zu machen. In den drei nächsten Bildern reiten die Ofsizierkorps der Darmstädter Garnison: Siegesfest Prinz Eugens nach Einnahme Belgrads (Großh. Hess. Kavallerie- Brigade), Friedericianische Kavallerie-Quadrille — mit Damen —, Fahr-Quadrille Napoleonischer Garde-Artillerie — 4 Geschütze, Bespannung, reitende Bedienung und Chargen, alles von Offizieren besetzt — beide letztere geritten vom Großh. Artillerie-Korps. In der nun folgenden Pause soll in den Nebenräumen des großen Gebäudes ein Bazar stattfinden, wo die elegante Damenwelt Frankfurts Erfrischungen und Photographien der Quadrillen zum Kaufe bieten wird. In der zweiten Abteilung des Festes werden die 4 Jahreszeiten versinnbildlicht. Eine Frühlings-Quadrille im Blütenschmuck lebender Blumen beginnt. Der Sommer versetzt uns in eine ungarische Pusta mit Czigos- Reiten. Der Herbst bringt uns das lebhafte Bild einer Parforce-Jagd mit Hunde-Meute und roten Rock-Reitern. Eine Schlitten-Fahr-Quadrille endlich, den Winter, darstellend, beschließt das glanzvolle Fest. Es sollen drei Aufführungen stattsinden, deren Ertrag einer wohlthätigen Stiftung zufließt. * 500 Pfd. Sterl. für einen Foxterrier. Hohe Preise für wertvolle Hunde sind in England etwas Gewöhnliches, allein 500 Pfd. Sterl. für einen Foxterrier war bis in die letzten Tage doch noch nicht bezahlt worden. Es ist der stichelhaarige Hund „Go Bang", der, nachdem er auf einer Menge von Hunde-Ausstelluugen und neuerdings auch wieder in Liverpool die ersten Preise davongetragen hat, am Schluffe der Ausstellung für die genannte Summe in den Besitz eines amerikanischen Liebhabers übergehen und mit seinem neuen Herrn nach den Vereinigten Staaten auswandern wird. Bisher war als höchster Preis 470 Pfd. Sterl. für den glatthaarigen Foxterrier „Bice Regal" gezahlt worden. Die ungeheuren Sütnmen, die man hier zuweilen in Ausstellungskatalogen als Verkaufspreise für preisgekrönte Hunde vermerkt sieht, sind gewöhnlich reine Phantasie-Notierungen, die nur bedeuten, daß der Hund in Wirklichkeit nicht verkäuflich ist. * Elsässer Französisch. Mll. CLcille (zu ihrer Mutter, die im Begriff ist auszugehen): Tu va en ville, mam an, oui? gell de bringsch mer schwarzes ruban mit für ze-n-ere aeinture; nimmsch aber von dere große gros-grain Seid', i’autre n’est pas assez forte. Aber net vergesse, j’en ai besoin. — Mme. Z. (zu ihren Kindern: Mon Dien, ces enfants! 'S Ucheni (Eugenie) oublie am Sonntag sin parasol im train, daß mer bis zum chef de gare müsse geh'n, für zu reklamiere. Jetzt kommt der Camille und het ftiic parapluie im Gymnase gelasse! (sich zu dem Jungen wendend): est-ce que tu Fas oublie oder isch er von de andere gar^ons weggenomme worde? (Jugend.) * Eine Erinnerung aus dem Leben eines Grenzers. Folgende Begebenheit, die sich an der WefermÜndung vor vielen Jahren thatlächlich zugetragen haben soll, glaubt die ,/Tägk. Rundschau' um so mehr der Vergessenheit entreißen m dürfen, als die dabei beteiligten Beamten längst aus dem Zolldienste ausgeschieden oder gestorben sind. Es war eine wunderbar schöne Sommernacht, die Wesermündung lag spiegel- glatt im hellsten Mondenschein, eine erquickende Kühle war an die Stelle des erdrückenden Sonnenbrandes getreten. Im Vollgenusse dieses herrlichen Abends traten zwei am Deiche beschäftigte Gren,auff,h-r pflichtg-ireu ihren Nachtdienst an. Lustig dampften fie au« itmn frisch gestopften Pfeifen und nachdem sie sich zunächst darüber geeinigt halfen, daß in dieser Rächt „die Lufc rein“ sei, d. h. daß der gestrenge Herr Lberkontroleur nach ihrer sonst ziemlich untrüglichen Meinung nickt zu erwarten sei. begannen sie scelenoergnügt ihren Gang nach der Wesermündung. Sie mochten so etra rin Stündchen im Ielfen Zwiegespräche dahingeschritten sein, ohne daß es kyren -Lpähcraugen gelungen wäre, auch nur eine Schmuggler- sn> JrU e."idtcken. War nun die herrliche vor ihnen liegende Mondlandschaft so verlockend, oder war es die nachträgliche Wirkung von des Tages Last und Hitze, — genug, sie wider« »anden d r Versuchung nicht, setzen sich am Deiche nieder Sf l?uge dauerte es, so waren beide friedlich ein3e« Jima mcrt in bcm Bewußtsein, sowohl vor Schmugglern, als u„V?x ^gesetzten sicher zu fein. Merkwürdigerweise traf Nacht jedoch die Vermutung der beiden Grenzer wnh k gestrengen Herrn Vorgesitzten nicht zu. Entzückt ymgerissen von der schönen Sommernacht hatte auch er der Verlockung nicht widerstehen können, noch spät abends einen kleinen Gang am Deiche entlang zu unternehmen und gar bald hatte er die Stelle erreicht, an der seine Untergebenen friedlich bei einander im Grase schlummerten. Hatte er soeben noch die Schönheit der in geradezu feenhaftem Reize vor seinen Blick n ausgebreitclen Landschaft in vollen Zügen genossen, so war jetzt auf einmal die ganze bestrickende Poesie für ihn dahin: er sieht nur noch das schwere Dienst« vergehen der beiden Schläfer. Schon will der aus allen Himmeln gestürzte Vorgesetzte sie sofort wecken und die volle Schale seine« gerechten Zorns über sie ausschütten; doch nein, ihm erscheint es rötlicher, zunächst einmal mit der Uhr in der Hand festzustellen, wie lange die beiden Sünder sich der süßen Ruhe wohl hingeben werden! Ganz vorsichtig setzt er sich dah?r unmittelbar neben seine Opfer und verfolgt nun sorgfältig die nur langsam vorwärts gehenden Zeiger der Uhr. So verfloß etwa ein weiteres Stündchen, als plötzlich einer der beiden Aufseher erwacht und zu seinem nicht geringen Schrecken den dritte-! im Bunde, der mit der Uhr in der Hand ebenfalls sanft und fest eingeschlafin war, neben sich liegen sieht. Schnell weckt er nun leise seinen Genossen, worauf beide sich noch leiser erheben und sodann in anfangs beschleunigter Gangart ihren Weg fortsetzen. Wiederum mochte eine kleine Weile vergangen fein, als der jetzt verein« samte Schläfer ebenfalls erwachte. Erst allmählich soll ihm das Urkomische seiner Lage klar geworden fein. Jedenfalls aber war unter diesen Umständen seinerseits von einer behördlichen Anzeige und Bestrafung der Aufseher nicht tmhr die Rede, und ein gegenseitiges, verständnisinniges Schmunzeln bei dem nächsten Zusammentreffen war alles, was später auf das nächtliche Erlebnis hindeutete. * Französische Wortfpielereien. Man schreibt der „Frkf. Ztg." au« Paris, 12. Januar: Die französische Sprache eignet sich besser, als irgend eine andere zu Wortspielen. Der Grund davon ist nicht im natürlichen Esprit der Fran« zosen zu suchen, sondern in der starken Abschleifung der lateinischen Stammwörter, die eine große Menge gleichlautender Nachkommen hinterlassen haben. Man erinnere sich z. B. an vert, vers, verre, vor, vair, die alle gleich gesprochen werden. Das Wortspiel ist den Franzosen so sehr zur andern Natur geworden, daß sie sogar praktische geschäftliche Verwendungen dafür gefunden haben. Wenn Sie z. B. in Paris in einem der dreißig oder vierzig Restaurant« Duval speisen und Ihr Mahl nur mit der hochfeinen Marke Aqua Fontana begießen, so bringt die Aufwärterin auf Ihrem persönlichen Bulletin die Zahl 120 an. Sie denken vielleicht, daß Sie von der hundertundzwanzigsten Dienerin bedient worden find oder daß Sie der hundertundzwanzigste Gast des Tages oder der Woche waren. Aber diese ominöse Ziffer ist blos ein Freimaurerzeichen für die Kasse, wodurch die Aufwärterin zu verstehen gibt, daß fie den Strich für die Getränke nicht vergaß, sondern der Gast tatsächlich nichts Zahlbares getrunken hat. „Cent-vingt“ ist nämlich in diesem Falle als »sans vin“ (ohne Wein) zu lesen. Das Wortspiel findet sich auch auf Pariser Fiimentafeln. Auf dem Weg zum Sacre Coeur findet sich z. B. eine Winkellne'pe, deren Schild die Musiknote d (re) zwischen einem Sock und einem Herzen aufweist. Das will heißen „au Sacre Coeur“. Ein Holz« Händler führt als Ladenaufschrift die Worte „Au grand J“. Dieses J ist grün gemalt. Das Geschäft heißt also „au Grand Hiver“ (zum großen Winter). Selbst in der so ernsten DreysuS-Affaire ist das frivole Wortspiel nicht ganz ausgeschlossen worden. Als jüngst die Patriotenliga für die feinere Welt, d. h. die „Liga für das französische Vaterland" zustimmende Unterschriften sammelte, bemerkte man in einer Liste einen Anwalt, der den aristokratischen Namen Chevalier du Fau führte. Hätten die Professoren und Akademiker, welche etwas für die Armee thun zu müssen glaubten, indem fie jene Subskription eröffneten, das Register der Pariser Anwälte befragt, so würden sie den aristokratischen Namen nicht gefunden haben, denn der „Chevalier du Fau, avou6“ war nichts anderes, als eine Mystifikation der bösen Drey fusianer. Diese Worte sind nämlich als „Chevalier du faux avoue“ (Ritter der eingestandenen Fälschung) zu lesen und dabei ist natürlich an die „patriotische Fälschung" Henrys zu denken. Sehr beliebt sind die Wortspiele auch bei der Wahl von Pseudonymen. Einer der findigsten Enthüller des „Siöcle" unterschreibt z. B. feine Artikel mit G. Divret. Das ist zu lesen: „J’ai dit vrai“. Wenn man aber ein ganzes Nest solcher sinnreicher Pseudonyme finden will, muß man zu einem populären Familienblatt greifen und sich in die Rätselecke vertiefen. Die meisten Einsender von Lösungen führen einen „nom de guerre“ dieser Gattung. In der letzten Nummer der seit kurzem bestehenden auch rasch beliebt gewordenen „Vie Illuströe“ finden wir z. B. Jean N6chot („j’en ai chaud“, es hat mir warm gemacht), Jean Neace („j’en ai assez“, E. d'Hyppes (Oedipe) G Devine („j’ai d6vin6“), E. 1000 A trou V (Emile a trouvö), K. 1000 (Camille), Un rue sot file (un russophile), K. Poral et 8. Pagnol (caporal et espagnol), K Licot (calicot, ein Handlungs-Kommis), Le sir Hodegomme (le sirop de gomme). Schließen wir mit einem sinnreichen Buchstaben- rebus der gleichen Zeitschrift! Eine Schiffersfrau läßt aus ihren Grabstein die Buchstaben setzen: --q—■ Was bedeutet das? Diese mehr als lapidarische Inschrift soll sagen: „Elle a vecu sur 1’ eau® (L avec U sur 1’ 0). • Eine erklärliche Verwechslung. In einem fränkischen Dorf, dessen Name besser nicht genannt sei, hatte kürzlich ein Bäuerlein des Guten zu viel gethan, sodaß ihm ratsam schien, einen Rausch an Ort und Stelle auszuschlafen. Er bettete ich im Viehstall auf ein Strohlager, und eine Minute darauf ertönte ein so mächtiges, rasselndes Schnarchen über der Tenne, daß die Rinder erschreckt die Köpfe hoben. Den Ochsen de» Stalles ergriff die Neugierde und es gelang ihm, dem Schläfer o nahe zu kommen, daß er diesem mit der rauhen Zunge über das Gesicht fahren konnte. Der gute Mann erwehrte sich den Liebkosungen, ohne aufzuwachen, durch Stoßen mit den Händen und Füßen, und dis hmzugekommenen Festgäste hörten ihn dem Ochsen eindringlich zurufen: „Langsam, Herr Müller, das Messer kratzt!" Der Dorfbarbier, Herr Müller, soll über diese Verwechslung noch beute entrüstet ie n. • Der Fremdenverkehr in den europäischen Großstädten. Die „Revue Scientifique“ stellt fest, daß Berlin weitaus die stärkste Zunahme des Fremdmzuflosses aufzuweisen hat. 1884 nahm die deutsche Hauptstadt 268 000 Fremde auf, 1897 fast die doppelte Zahl, nämlich 517 000; genau gerechnet hat der Berliner Fremdenverkehr also in 13 Jahren um 93 Prozent zugenommen. Vergleichen wir damit die Steigerung des Fremdenverkehrs in Paris und in Wien, so zeigt sich, daß die französische Hauptstadt die geringste Zu nähme (210000) in dem jährlichen Fremdenverkehr erhalten hat; in Wien stieg die Zahl um 280000. Immerhin nahm 1897 Paris noch weitaus die größte Zahl der Fremden von allen europäischen Städten auf (890000), Berlin 517 000 und Wien 364000. Seit 1884 empfing die französische Hauptstadt 8-/2 Millionen, die deutsche 4‘/2 Millionen und die österreichische 3 Millionen Fremde. * Ein Mekka sirr Bierbrauer. Man schreibt aus London, 11. Januar: Die neue Unwersität Birmingham, für d:e sich Mr. Chamberlain interessiert, soll, wie die „Westminster Gazette" hört, einen Lehrstuhl für die Wissenschaft des Bier brauens — a Chair of Brewing and Malting — erhalten. Birmingham hat die große Bierbrauerstadt Burton-on-Trent zur Nachbarin, und die Idee eines Birrbraurrlehrstuhles hat feinen Bürgern so eingeleuchtet, daß sie bereits 445000 Mk. zu ihrer Verwirklichung gezeichnet haben. Was werden Oxford und Cambridge zu diesem Sakrileg sagen? * Verdeutscht soll, wie verlautet, auch der Vizefeldwebel werden, und zwar gründlich durch vollständige Beseitigung. Die bisherigen Vizefeldwebel würden einfach Feldwebel, die bishertgen „etatsmäßigen" dagegen Oberfeldwebel werden. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. — Der unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen stehende, über 15,000 Mitglieder zählende Deutsche Flotteu-Bereiu hat durch die von ihm im Dezember vorigen JayreS her ausgegebene, reich illustrierte WeihnachtS- festschrift auf das schlagendste bezeugt, in wie vornehmer und gediegener Weise er sein nationales Ziel zu verwirklichen bestrebt ist, dem deutschen Volke die Bedeutung der Kriegsflotte für die Welt- .stellung des deutschen Reiches in Wort und Bild vor Augen zu führen. Von Hoch und Niedrig, von Nah und Fern sind ihm Worte des Dankes uno der Anerkennung zugegangen, die ihn bestälken, auf dem beschrittenen Wege um so eifriger fortzuwandeln. Seine Majestät der Kaiser äußerte sich sehr befriedigt und außerordentlich anerkennend über Inhalt und Ausführung dieser ersten Weihnachts- nummer. Dem einleitenden Hefte folgt nun mit Beginn des Jahres 1899 die Herausgabe des eigentlichen Vereinsorganes. Die Zeitschrift, von Korvetten-Kapitän H. Gercke redigiert, trägt den Namen „Ueberall", weil dies der Ruf ist, mit dem an Bord der deutschen Kriegsschiffe die Revetlle bezeichnet und abgeschlossen wird. DaL in den nächsten Tagen erscheinende erste Heft überragt an Vielseitigkeit deS Inhaltes noch die eröffnende Wethnachtsvummer. An der Spitze steht ein Aufsatz, der dm inneren Zusammenhang von Seemacht und Volkswirtschaft im Leben einer Nation und die Notwendigkeit für Deutschland vor Augen führt, immer mehr seine Wirtschaftspolitik zu einer Weltpoltttk zu gestalten, die sich auf eine starke, allezeit wehrhafte Kriegsflotte stützt. SDL folgenden Briefe aus der Fremde berichten über Kiautschou, ein weiterer Aussatz behandelt 1 aö Linienschiff „Kaiser Friedrich III/', den ersten fertiggestellten Repräsentanten deü neuen LinienschifftypS unserer Schlachtflotte. Besonders lehrreich find die vergleichenden Darstellungen der Kriegsmarinen sämtlicher Großmächte im Jahre 1898, deren Reihe zunächst mit England eröffnet wird. Bemerkenswert sind ferner die Mitteilungen über die deutsche Hochseefisch.ret, deren wettere Entwickelung hoffentlich eine Einfuhr von Fischen aus dem AuSlande überflüssig macht. Eine fesselnde Erzählung von Johannes Wilda bildet den Schluß. Das Heft ist mit vortresflichen Abbildungen reich geschmückt, von denen S. M. S. „Kaiser Friedrich III.", mehrere englische Schlachtschiffe, die Enthüllung des Iltis Denkmals in Shanghai, deutsche Torpedoboote rc. heroorgehoben zu werden verdienen. DaS Ziel des „Deutschen Flotten-Vereins", mit der neuen Zeitschrift den Ansprüchen des Fach- wie des Ntchifachmannes zu genügen, dürfte, nach dem vorliegenden Hefte zu urteilen, erreicht sein. Sie ist derart gestaltet, daß sie eine Zierde des Salons wie der einfachen Wohnung werden wird. Insbesondere soll durch farbige Kunstbetlagen den Abonnenten ein wertvoller Zimmerschmuck geboten werden. Der JahrespretS der im Verlage von E. S. Mtitler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung in Berlin, in Monatsheften erscheinenden Zeitschrift betragt Mk. 10,—. — Theaterdirektor Dr. Krückl. Aus Straßburg schreibt man der „Franks. Ztg.": Nach kurzem, durch Ueberanstrengung herbetgeführtem Unwohlsein ist diese Nacht der Direktor unseres Stadttheaters, Dr. Franz Krückl, an Herzschlag plötzlich gestorben, tn einem Alter von etwas über 57 Jahren. Seit 1892 steht er an der Spitze unseres Stadttheaters, um daS er fich unvergeßliche Verdienste erworben hat. Vorher war er als hervorragend begabter Sänger an den Bühnen zu Brünn, Kastel, Augsburg, Hamburg, Köln und nochmals tn Hamburg thätig gewesen, 616 er 1885 als Gesanglehrer beim Dr. Hoch'schen Konservatorium zu Frankfurt a. M. etntrat. Die Thättgketl alS Gesanglehrer hat ihn besonders befähigt, späterhin als Theaterdirektor sich der Pflege und Förderung junger Talente zu widmen, was er in zahlreichen Fällen mit unermüdlicher Hingebung und vollendeter Uneigennützigkett durchgeführt hat. Ueber- haupt stand er seinem ganzen Theater personal mit so ausgesprochenem väterlichem Wohlwollen gegenüber, daß er sich bei diesem durchweg aufrichtiger Verehrung erfreute. Aber auch über dre eigentliche Theaterwelt hinaus, tn den gesamten Kreisen der Gesellschaft, hat sich Krückl großes Ansehen und allgemeine Beliebtheit tn kürzester Zett zu erwerben gewußt, alS Mann von geradem, biederem Charakter, von tiefer und vielsetttaer Bildung, von fistelnder LtebenSwürdtgketr tn seinem persönlichen Auftretm. Wenn man jetzt tn diesen Kreisen mit tiefempfundener, aufrichtiger Teilnahme an der Bahre des viel zu früh Verstorbenen steht, so mischt sich darein gleichzeitig eine lebhafte Befürchtung, ob es der Stadtverwaltung gelingen wird, in kurzer Zeit eine Kraft zu finden, die das Theater auf der künstlerischen wie auf der gesellschaftlichen Höhe zu erdaltm imstande ist, auf der es sich gegenwärtig zur Freude aller Kunstfreunde befindet. THEE-MESSMER Berühmte Mischungen Mk. 3,50 und 2,80 per Pfd. Probepackeie 60 und 80 Pfg. Nur in feineren Geschäften käuflich. 229 KlrillmMWA Freitag den 20. Januar 1899, Vormiltags 11 Uhr, soll im Garnison- Lazarett Gießen die Lieferung der füi dos Rechnungsjahr 1899 erforderlichen Berpflegungsbedürfnisse, ausschließlich der Fleischwaren, verdungen werden. Zu gleicher Zeit ist auch die Abnahme der gewonnenen Küchenabfälle, Brodrestc und Knochen zu vergeben. Die Bedingungen können während der Dienststunden im Geschäftszimmer des Lazaretts einaesehen werden. 688 _______Großh. Garnison-Lazarett._______ Bekanntmachung. Ansprüche aus der von Johannes Gerhard II. von Steinbach auf XVI,401 der Gemarkung Steinbach am 5. März 1872 zu Gunsten des Spar- und Vorschubvereins Steinbach errichteten Hypothek find, da die Urkunde nicht aufzufinden ist, und Hypothekargläubiger bescheinigt hat, dag er Ansprüche daraus nicht mehr bildet, binnen 6 Wochen bei unterzeichnetem Gericht bei Meidung der Löschung der Hypothek anzumelden. Gießen, 19. Januar 1899. Großh. Amtsgericht. Wiener. 640 Pkrlleigt'riliiiu'il, Holz-Versteigerung tat Gießener Stadtwald. Montag, den 583. Januar 1899, vormittags 9>/3 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Distrikt Daune, versteigert werden: 120 Kiefernstämme mit 61,54 fm 22 Eichenstämme mit 4,21 fm, 27 Kiefern-Derbstangen m.2,98frn, 3 rm Eichen-Scheitholz, 198 „ Kiefern- „ 10 „ Eichen Knüppelholz, 91 „ Kiefern „ 900 Wellen Eichen-Reisig, 4580 „ Kiefern „ 29 „ Birken- „ 56 rm Nadel-Slockhoiz. Die Zusammenkunft ist aus der Grünbergerstraße, 4. Schneise. Gießen, den 16. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 655 Mittwoch drn 18. Iauuar d. Io., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'scken Saale versteigert: SosaS, Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, 1 vollständiges Bett, ein Linoleumbelag, 1 Ausziehtisch, ein Schreibtisch, 1 Regulator, eine Partie Schuhwaaren u. a. m. 648 Geißler, Gerichtsvollzieher. Griechische Weine das Beste für Kranke und Reconvalescenten, eingeführt von dem deutschen Special-Einfuhrhaus für die edlen Weine Griechenlands: Friedr. Carl Ott, Würzburg. Zu haben in Giessen bei A. & G. 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Januar 1899, 8 Uhr, in der großen Aula der Universität. Kerr Professor Dr. W. Aetmer (Jena): Reisen im tropischen Brasilien (Bahia). Karten für Nichtmitglieder Mk. 1.50, für Studenten und Schüler Mk. 0.50 in der Krebs'schen und Ricker'schen Buchhandlung. 563 Ortsgewerbeverein. Hierdurch werden diejenigen Mitglieder, welche sich zur Sterbekasse des LandesgewerbevereiuS angemeldet haben, zu einer Bersamw- lnug auf Dienstag, 17. Januar, abends 81/, Uhr im Kaiserhof eingeladen. r Tagesordnung: Mitteilungen, Wahl eines Rechners und dec Delegirten.__________________[653]__Der Vorstand. Prima Ftearinkeyen, nicht ablaufeud, offeriert billigst Emil Bender, Spezialgeschäft für Seifen, Lichter «nd Parfümerie, 485 Schulstrafte 8. 39. Pn'slhiedtnes 569] Ein älteres, gediegenes Mädchen oder Frau wird von zwei alten Leuten zur Führung des Haushalts eines befferen Hauses gesucht- Zu erfragen bei Frau Müller, Teuielslustgärtchen 26. 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Procent 81/, Deutsche ReichSanl. 101.70 3 Preuß. LonsolS 93.80 81/, Gr. Hessische Obl. 99.50 4 Stadt Darmstadt v. 1891 000.00 4 Stadt WormS unk. b. 1901 000.00 Procent 4*/e Oesterr. Silberrente 101.00 4 Ung. Gold-Rente 100.60 8 Portugiesen 23.85 6 Mexicaner 99.20 4 Monopol-Griechen von 1887 49.70 3 Oesterr. StaatSbahn v. 1885 00.0014 Eisenb. Rentenb. Obl. 100.20 3 Jtal. staatSgar. Ersenb. 59.201 4 Buderus Obl. 99.50 87, Frankftr. Hyp. Bk unk. b. 1906 99.00 87, Frkf. Hyp. Ered.v. unk. b. 1906 98.00 4 dlo. unk. b. 1907 102.00 4 Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1904 101.50 37, Hambrgr. Hyp Bk. unk. b. 1908 99.00 4 Preuß. Hyp. A. Bkunk. b. 1900 100.50 37, Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.1906 100.60 4 Frkf.Ldw.Cred.Bk.unk.b.1900 100.75 »rief Americ. 4.17 Darmst. Bk -Lctien 225.50 »rief 16.19 20.40 4.21 Selb 81.00 169.35 4.187, «bendeourser 154.50 | Oesterr. Credit-Actien «elds or tenr Seid 16.15 Franz. Banknoten 20 Franken-St. Enal. SovereignS Dollars in Gold 20.36 Oesterr. dto. Kcbactton: E. Burthardl. — Druck und Berlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch ®rbeiü in Gießen