Sonntag den 17. December 1S99 ießemr Anzeiger Keneral-Anzeiger Aints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. vir flnpigtR zu der Nachmittag« fit dem Jylginfcrn l*% «fchnneiröen Nummer bi« vor«. 10 Utzr. Alle Anzrigell-vermittlRUgSßeLeU de« 3<* »ad Au-lanbM Nehmen Anzeigen fir bm Siebener Anzeiger tatygce. HeHtlien, Expedition und Druckerei: Kch-tstra-e Nr. 7. muß bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten darf. Der Antragende ist mithin an den Antrag gebunden, bis ihn die Antwort bei regelrechter Absendung antreffen kann, wobei bei wichtigeren Angelegenheiten noch eine angemeffene Ueberlegungsfrist, mindestens von einem Tage, beansprucht werden kann. Hat der Antragende für die Annahme deS Antrages eine bestimmte Frist bestimmt, so muß die Annahme unter allen Umständen innerhalb dieser Frist erfolgen, widrigenfalls der Antragende nicht an seine Offerte gebunden ist. Selbstverständlich kann der Vertrag vor der Annahme widerrufen werden. Die Annahme eines Antrages braucht nicht erklärt zu werden, wenn eine solche Erklärung von dem Antragenden ausdrücklich als nicht erforderlich bezeichnet wurde, oder wenn sie nach der Berkehrssitte nicht zu erwarten ist. Dieser letztere Fall trifft zu bei allen Bestellungen auf sofortige Lieferung, eS sei denn, daß ausdrücklich eine Bestätigung verlangt wurde. Wer also einen Kleiderstoff, Eßwaren oder irgend einen Gebrauchsgegenstand zur Lieferung bestellt, ist zur Annahme der Waren verpflichtet, ohne 'daß die ausdrückliche Zustimmung des zweiten Teiles erfolgt ist, da dieselbe hier der Gewohnheit gemäß als selbstverständlich anzusehen ist. Für den Abschluß der Rechtsgeschäfte setzt das Bürgerliche Gesetzbuch als Grundform die mündliche Abmachung fest, und eS zählt diejenigen. Rechtsgeschäfte, für welche die schriftliche, notarielle oder gerichtliche Form erforderlich ist, besonders auf. Die schriftliche Form ist vor allem erforderlich für Miets- und Pachtverträge, für die Ueber- nahme einer Bürgschaft und für die Cession einer Forderung. Die notarielle oder gerichtliche Form ist in erster Linie erforderlich für den Berkauf von Grundstücken, für Schenkungsversprechen, für Abtretung von Eib- und Pflichtteilen und für Eheverträge, durch die für eine Ehe ein anderes als das gesetzlich geltende Güterrecht stipulicrt wird. Wenn bei der Eingehung des Vertrages, wie dies besonders beim Wohnungsmieten und bei dem Engagement von Dienstboten üblich ist, etwas als sogenannte Draufgabe oder als Handgeld gegeben wird, so gilt dies (§ 336) als Zeichen des Vertragsabschlusses. Dieses Handgeld ist aber nicht als Reugeld zu betrachten, und es kann von dem Geber bei seiner nächsten Zahlung in Abrechnung gebracht werden, falls dies nicht ausdrücklich in anderer Weise verabredet worden ist. Der in Deutschland vielverbreitete Gebrauch, das den Dienstboten gegebene Handgeld nicht in Anrechnung zu bringen, findet also im Bürgerlichen Gesetzbuch keine rechtliche Unterlage. Was das sogenannte Reugeld betrifft, welches für den Fall der Nichteinhaltung eines Vertrages festgesetzt ist, so bestimmt § 343, daß eine verwirkte Strafe, wenn sie un- Mit einem wütenden Satz sprangen die ausgehungerten Tiere auf den unseligen Bouchary, warfen ihn zu Boden und zerfleischten ihm das Gesicht. In wenigen Augenblicken waren ihm Nase, Wangen und Ohren weggerissen. Frejand sah diesem barbarischen Schauspiele, an einen Baum gelehnt, höhnisch lächelnd zu, während die junge Frau mit einem schrillen Schrei in Ohnmacht gesunken war. Endlich eilten Leute hinzu, die die wütenden Bestien totschlagen mußten, da sie nicht von ihrer Beute lassen wollten. Bouchary wurde noch schwach atmend in das Hospial gebracht, wo er bald darauf sein Leben unter den gräßlichsten Schmerzen aushauchte. Frejand, den die Bevölkerung lynchen wollte, wurde festgenommen und in das Depot überführt. ♦ Die „Berl. Tägl. Rundschau" veröffentlicht frühere Ansichten Chamberlains' über die Bure«, die heute von besonderem Interesse sind. Nachdem im Jahre 1881 die Feindseligkeiten zwischen Großbritannien und Transvaal eingestellt waren, verteidigte Chamberlain die Politik der Regierung, der er — damals noch liberal — als Mitglied angehörte, und sagte dabei: „Die Buren sind von Hause aus keine kriegerische Raffe. Sie sind ein einfaches, arbeitsames, aber etwas rohes und uncivilisiertes Volk von Farmern, die von den Erzeugnissen des Bodens leben. Sie sind erfüllt von einem tiefen und ernsten religiösen Gesühl und haben von ihren Vorfahren — den Leuten, welche die Un- abhängigkeit Hollands von dem unerträglichen Drucke Philipps II. von Spanien errangen — ihre unbesiegbare Liebe zur Freiheit geerbt. Sind es nicht die Eigenschaften, welche Sie selbst den Angehörigen der englischen Raffe empfehlen? Sind nicht das Tugenden, von denen Ter Vertrag. (Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch.) Bei der Regelung des Vertragsrechtes nimmt das Bürgerliche Gesetzbuch weitgehende Rücksichten auf die Ge wohnheiten und Bedürsnisse des praktischen Lebens, und es räumt zugleich den Grundsätzen der Billigkeit eine weit größere Geltung ein, als das bisher geltende Recht, welches den starren Buchstaben des Gesetzes mehrfach über den Standpunkt der Billigkeit stellt. Ueber die Abschließung eines Vertrages bestimmt das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 145 ff.), daß, wer einem Anderen die Schließung eines Vertrages anträgt, an den Antrag gebunden ist, es sei denn, daß er die Gebundenheit ausgeschlossen hat. Der einem Anwesenden gemachte Antrag muß sofort angenommen werden, sonst gilt er als nicht ab geschloffen; das Gleiche gilt von einem mittelst Telephon gemachten Anträge. Der einem Abwesenden gemachte Antrag Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätler für hessische UolKsKnnde._________________ Adresse für Depeschen: Aasiger Fernsprecher Rr. 51. Nr. 297 Zweites Blatt wir mit Stolz glauben, daß sie die bestenCharakter Eigenschaften des englischen Volkes bilden? Sollen wir gegen ein solche- Volk wohl die furchtbare Entscheidung der Waffen anrufen? DieseLeute haben sich in Transvaal niedergelaffen, um fremde« Drucke zu entgehen. Sie haben mancherlei Stieitigkeiten mit den Briten gehabt. Sie verließen ihre Wohnsitze in Natal, als die englischen Puritaner England verließen und nach den Vereinigten Staaten auswanderten und gründeten eine eigene kleine Republik im Herzen von Afrika.- Weiterhin verurteilte Chamberlain die ungerechte Annexion Transvaal- durch Lord Beaconsfields Regierung und fügte hinzu, daß die Regierung, zu der er selbst gehörte, einen Mißgriff gemacht 'hätte, wenn sie nicht sofort von der Politik de- früheren Kabinetts abgegangen wäre. Er berief sich stark auf das Gerechtigkeitsgefühl des englischen Volkes und, indem er sich zu den Abmachungen mit den Buren wendete, sagte er: „In diesen Kämpfen waren wir die Angreifer und nicht die Buren, und unsere Verluste, die größer waren als die ihren, haben die ursprüngliche Ursache des SriegeS nicht gerechter gemacht. Sie machen die Verlängerung dieses elenden und unrühmlichen Ringens nicht wünschenswerter und ratsamer. Wenn also Sir Eoelin Wood auf eigene Verantwortung handelnd einen Waffenstillstand abschloß, so billigen wir sein Vorgehen.- Inzwischen ist aber Transvaal eines der ersten Goldländer der Welt und als solches sehr begehrenswert geworden. Da „modifizieren- sich natürlich Herrn Chamberlains Ueber; zeugunaen. . . ~, *'Gefährlicher Beruf. Es hat feine Schattenseiten, Kritiker zu (ein. Man gerät da zu leicht mit dem Selbst- tcMrinl ttgNch bw Ausnahme bei Slintog«. Dir Gießener yemWretmUr jxtbtu btm litjdgtr «ichwUich viermal WieUft Vom 1. Januar 1900 ab beträgt die Postbezugs gebühr des Gießener Anzeigers ohne Bestellgeld nur noch Mk. 2,00 statt bisher Mk. 2,50. Der Bezugspreis durch die Zweigstellen und Zeitungsträger: Wk 2,20 vierteljährlich, W- 0,75 monatlich, bleibt einstweilen bestehen, Lesqletchen der durch die Abholeftellen in Gießen: Mk. 1,90 vierteljährlich, Mk. 0,65 monatlich. Abholestellen bestehen zurzeit: Neustadt 30, FH. Wootz. Seltersweg 59, Wühl Wwe. Wallthorstratze 45, Kaufmann K. Kort. Weserstratze 8 (Ecke Steinstr.), Köchlin Wwe. Ludwigsplatz 4, Zt. Schlabach Hlachfolger. Klinikstratze 22 (Ecke Franksurterstraße), Kaufmann ^enhard. Ecke Liebig- und Ebelstratze, Kaufmann Ffeiffer. Nodheimerstratze (Krofdorferstraße 2), Wirt ßh. Kaubach. vierteljährlich f 2 Mark 20 Psg msaattich 75 Psg. mit Bcinzerlvha. Bei Postbezug 2 Mark 60 Pf-, vierteljährlich. verhältnismäßig hoch ist, auf Antrag des Schuldners durch gerichtliches Urteil auf den angemessenen Betrag herabgesetzt werden kann. Wir sagten am Eingang unseres Artikels, daß da- Bürgerliche Gesetzbuch bei der Behandlung des Vertrag«, rechts den Grundsatz der Billigkeit in den Vordergrund gestellt hat. Dieser Grundsatz hat besonders in zwei Para- graphen seinen Ausdruck gefunden. § 157 bestimmt: „Verträge sind so auszulegen, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern." Dem Ermessen des Richters wird also hier mit Recht ein wesentlicher Spielraum eingeräumt, woselbst es selbstverständlich seine Aufgabe ist, den wirklichen Willen der Vertragschließenden zu erforschen, der zuweilen durch einen Fehler oder Irrtum beim Vertragschluß verdunkelt werden wird. Deshalb bestimmt § 133 ausdrücklich: „Bei der Auslegung einer Willenserklärung ist der wirkliche Wille zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinne des Ausdrucks zx haften." . In demselben Sinne bestimmt § 119, daß, wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war, oder in Wahrheit eine Erklärung des Inhalt- gar nicht abgeben wollte, die Erklärung anfechten kann, wenn anzunehmen ist, daß er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei vollständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde. Ebenso liegt der Fall, wenn eine Bestellung durch den Irrtum eines Angestellten oder etwa durch ben Irrtum eines Telegraphenbeamten falsch übermittelt worden ist. Ein so auf irrtümliche Weise erteilter Auftrag kann . angefochten werden, doch muß die Anfechtung unverweilt erfolgen. Ersatzansprüche kann der auf diese We'.je Geschädigte nur für den Schaden geltend machen, den er wirklich erlitten hat und nach der Lage der Sache notwendig erleiden mußte. Deutsches Keich. Berlin, 15. Dezember. In der Petitionskom. Mission des Reichstags wurde am Mittwoch eine Petition aus Kreisen der Mäßigkeitsvereine betr. Erhöhung der Branntweinsteuer behufs Bekämpfung der Trunksucht der Regierung als Material überwiesen. Der Regierungsvertreter, Geh. Rat Koreuber, konnte über die Stellung der Regierung zu der Frage keine bestimmte Auskunft geben, war aber der Meinung, daß in nächster Zeit eine Neuregelung der Braufteuer vorgenommen werden müsse. UebrigenS würde eine geringe Erhöhung der Branntweinsteuer nicht ermäßigend auf den Konsum wirken, diese Folge könnte eoent. nur nach einer starken Erhöhung der Steuer eintreten. — Eine Petition wegen Abänderung de- Krankenversicherungsgesetzes, gegen die freie Aerzte- Feuilleton. • Entsetzliche Rache. Aus Paris schreibt man: Ein furchtbares Drama hat sich in dem Vorort L e- vallois-Perret abgespielt und bissen Bewohner in die größte Aufregung versetzt. Es handelt sich da um eine entsetzliche, feige Rache eines Hintergangenen Ehemannes, eines Musikers namens Emanuel Fröjand. Dessen junge und hübsche Frau hatte während einer Tournse mit einer wandernden Schauspielertruppe ein Verhältnis mit einem der Mitglieder, Adrien Bouchary, angeknüpft und war schließlich mit diesem wegen der fortwährenden Eifersuchtsszenen und Brutalitäten ihres Gatten durchgegangen. Frsjand machte sich sofort an ihre Verfolgung und entdeckte sie mit ihrem Liebhaber in einer kleinen Villa in Levallois- Perret cinquartiert. Er bezog neben dieser eine kleine Wohnung, um die Gelegenheit zu einer blutigen Rache ab- zuwarten. Der Anblick des Liebesglückes deS Paares brachte ihn eine derartige Wut, daß er auf einen ganz teuflischen Rachegedanken verfiel. Er besaß zwei wilde dänische Doggen, die nur auf ihn als ihren Gebieter hörten. Diese ließ er drei Tage lang hungern und führte sie zu einer Stunde, da die Liebenden einen Spaziergang in machen pflegen, mit sich auf den Marktplatz Er brauchte in der That nicht lange zu warten. Bald kamen Bouchary und seine Geliebte die Straße herunter. Der Auftritt, der sich nun abspielte, spottet jeder Beschreibung. Ohne ein Wort zu sagen, wies der hintergegangene Ehemann snf ben Räuber feiner Ehre, dann ließ er die Doggen los. *7 Das preußische Gesetz über die Aufhebung des is. sBy.-Äieeeis ««atate........ Ausplg MS -en Staudesamtsregistern nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt: Einziger Artikel. Inländische Vereine ^eder Art dürfen miteinander in Verbindung treten. Ent- gegenstehende landesgesetzliche Bestimmungen sind aufgehoben. Urkundlich unter unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem kaiserlichen Jnsiegel. Gegeben Neues Palais, Potsdam. 11. Dezember 1899. (L. 8.) Wilhelm. Fürst zu Hohenlohe." — Das ist recht schnell gegangen! - Nach einer Meldung des „Kleinen Journals" ist m München das Gerücht verbreitet, daß die Aussichten für die Flottenvorlage günstig stehen. Das Zentrum habe von Nom aus die Weisung erhalten, dafür zu stimmen. — Das genannte Blatt würde seinem Ansehen wohl besser gedient haben, wenn es um dieses „Prioattelegramm" den Inhalt seines Papierkorps bereichert hätte. Denn, selbst wenn em derartiger Wink von Rom aus erfolgt sein wollte, was wir bezweifeln, würde er nichts nützen; denn es ist eme alte Geschichte, daß das Zentrum in Deutschland und ebenso die Katholiken anderer Länder in politischen Dingen , von Rom sich wenig dreinreden lasien. Der Berfasier sagt u. A.: Die Geduld Europas wird eines Tages zu Ende gehen; dieser Tag nähert sich, endlich ermüdet mau, die übermäßigen Herausforderungen Englands und seine schädlichen Eingriffe zu ertragen. Wird dieses Europa wohl die unerwartete Gelegenheit benutzen, um im Ganzen eine Abrechnung zu halten, die sich täglich durch die Eroberungen des englischen Imperialismus vergrößert, der sich auf der Oberfläche des Erdkreises ausbreitet, ohne das geringste Hindernis zu finden? Der Verfasser sieht zur Erfüllung seiner Wünsche einen Zusammenschluß zwischen Deutschland, Frankreich und Rußland voraus, unter Zugrundelegung des gemeinsamen Eingriffs dieser drei Mächte beim Abschlüsse des chinesisch-japanischen Friedensschlusses. Das Bemerkenswerteste an diesen Auslastungen ist, daß man in England nicht minder wie in Frankreich, Deutschland als notwendiges Mitglied solcher Bündnisse betrachtet. Deutschlands Bedeutung als Centralmacht Europas kommt dann hauptsächlich zum Ausdrucke, auch läßt sich daraus Kostales «ad Vrooiryieürs. Sießeu, den 16. Dezember 1899. Dünsbergturm. Denjenigen, welche in nächster Zeit I den Dünsberg besteigen wollen, diene zur Kenntnis, daß der I Turm und die Schutzhütte verschlosten sind. Die Schlüssel I an folgenden Stellen gegen Hinterlegung von 2 Mk. erhältlich: In Gießen bei dem Vorsitzenden des Touristen- Verems, Herrn Zahnarzt Jaeger, Herren Otto Roth I und Stadtbaurat Schmandt, sowie bei H. K ü h n, Papierhandlung, außerdem auf den Stationen Rodheim und Bieber der Bieberthalbahn. Der Eintritt beträgt für Turm sowohl wie auch für Schutzhütte je 10 Pfg. •* Eiskonzert. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf das morgen nachmittag stattfindende Konzert auf hiesiger Eisbahn aufmerksam. Die Firma Ernst Balser hat aus I diesem Anlaß eine wunderschön ausgefertigte farbige An- I sichtSkarte herausgegeben, die auf der Eisbahn zu haben ist. I . ** Berufsgeuoffenschaft. Durch Entschließung Großh. Mi- I ursteriums des Innern sind der Großh. Oberregierungsrat I Best, vortragender Rat bei der Abteilung für Schulangelegenheiten des Großh. Ministeriums des Innern, von j dem Amre des Vorsitzenden des Schiedsgerichts für die Sektion II der Hessen-Nassauischen Baugewerks - Berufs- genossenschaft, der Großh. Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmstadt Regierungsrat v. Hahn daselbst von dem Amte des stellvertretenden Vorsitzenden des Schiedsgerichts für die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenostenschaft des I Großherzogtums Hessen und der ständige HUlfsarbeiter bei dem Großh. Ministerium des Innern Ministerialsekretär Dr. Kratz zu Darmstadt von dem Amte des stellvertretenden Vorsitzenden des Schiedsgerichts für die Bauunfallversicherung des Selbstversicherungsverbandes der Kreise des Großherzogtums — sämtlich auf ihr Nachsuchen — entbunden worden und dem Großh. Rat bei der Provinzial- I direktion Starkenburg Regierungsrat Wick zu Darmstadt I das Amt eines Vorsitzenden des Schiedsgerichts für die Sektion II der Hessen-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenostenschaft und dem Großh. Kreisamtmanu bei dem I Kreisamt Darmstadt Dr. Hugo Freiherrn v. Leonhardi l daselbst das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des I Schiedsgerichts für die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenostenschaft im Großherzogtum Hesten und des Schiedsgerichts für die Bauunfallversicherung des Selbstversicherungsverbandes des Großherzogtums — beiden im Nebenamt — übertragen worden. •* Polizeibericht. Ein Beamter von Grünberg machte I sich gestern, wie schon öfter, mit einem Revolver bewaffnet, zu Fuß von Grünberg nach Gießen auf den Weg. Unterwegs soll derselbe, da er an Verfolgungswahnsinn leidet, auf Personen geschosten haben. Er wurde hier festgenommen | Aufgebote. ™ Dezember 8. Johann Heinrich Lohmann, Taglöhner dahier mit Margarethe Peppel Hierselbst. 8. Heinrich Conrad Brück, Buchbinder zu Kastel mit Anna Margarethe Bernhardt daselbst. 8. Theodor Gott- frred Jakob Kaspar Schlitt, Bureaugehilfe dahier mit Anna Krebs nt ffiei6erg6runn. 11. Karl August Richard Müller, Glaser dahier mit Ida Mana Alwma Schremuly Hierselbst. 15. Friedrich Wilhelm iu ©euI6«g8!etiet 9‘ 116 dahier mit Margarethe Donsbach «heschtteßtmgeu. Dezember 14. Friedrich Wilhelm Schupp, Taglöhner dahier mit Maria Sophia Geiß Hierselbst. 9 9 9 “ Geborene. Dezember 3. Dem Gärtnereibesitzer Louis Becker ein Sohn. 5. De» Schriftsetzer Johannes Muth eine Tochter. 8. Dem Taglöhner Ludwt« Mandler em Sohn, Ferdinand. 9. Dem Oekonomen Heinrich Hölz« eme Tochter. 9. Dem Restaurateur Heinrich Elges ein Sohn. 11 De« Händler Louis Frees eine Tochter. 11. Dem Friseur Ludwig Schenk nn Sohn. 11. Dem Fuhrknecht Georg Heinrich Karl Schmidt ein Soh». Georg Hans. 11. Dem Bäckermeister Ernst Muth ein Sohn, Alfred. 14. Dem Fuhrknecht Karl Röhm ein Sohn. Gestorbene. Dezember '8. Elisabeth Büttner, 1 Jahr 9 Monate alt, Tochter von Schuhmacher Georg Röttner dahier. 10. Johann Heinrich Schomber 22 Jahre alt, Kaufmann dahier 10. Heinrich Jakob, 2 Monate alt. Sohn von Schuhmacher Johannes Jakob dahier. 10. Maria Leib geb Stammler, 47 Jahre alt, Ehefrau von Bergmann Philipp Leib i* Fellingshausen. 14. Maria Heß, 5 Monate alt, Tochter des Bergmann« Philipp Heß zu Watzenborn. b wähl, wurde ebenfalls der Regierung als Material überwiesen. lieber eine Petition des „Allgemeinen deutsche« Bäderverbandes", betreffend den Transport Schwer- kranker auf den Eisenbahnen, wurde beschlosten, mit schriftlichem Bericht aus Plenum zur Tagesordnung überzugehen, nachdem Geh. Rat Behrendt dargelegt hatte, neuester Zeit seitens der Eisenbahnverwaltungen alle Maßnahmen getroffen find, um sowohl das Publikum vor Ansteckungen zu schützen, als auch die Beförderung der Kranken selbst in der denkbar bequemsten Weise zu ermög- — In der Geschäftsführung des Alldeutschen Verbandes ist em Wechsel eingetreten. Reichstagsabgeordneter Dr. Lehr hat sein Amt, nachdem er in den Hauptausschuß gewählt worden, niedergelegt, und an seine Stelle tritt der frühere Privatdozent und Chefredakteur der „Munch. N. Nachr.", Dr. Gamack, der auch die Redaktion der „Alldeutschen Blätter" Übernimmt. Gerichtssaal. Trier, 14. Dezember. Nicht weniger als 22 Jahre Zuchthaus wurden emem gewohnheitsmäßigen gefährlichen Dieb und Ein- brech er zudlkttert, welcher im vorigen Jahre durch Dutzende von raffiniert angeführten Einbrüchen die Eifel und Mosel unsicher gemacht. Der Verbrecher, seines Zeichens Maschinenschlosser, nennt sich bald August Klauberg, bald August Klaubach und dann wieder Wilhelm Heger. Einmal will er in Sagan, dann in Solingen und dann in Posen geboren sem. Da sich alle seine Angaben als falsch erwiesen, so konnte seine )Zndentttät mcht festgestellt werden. Das Gericht mußte sich fast eine volle Woche mtt dem Verbrecher beschäftigen. Zum Schlüsse wurde die Gesamtstrafe auf die gesetzlich höchste zulässige Zuchthaussttafe von lo Jahren herabgesetzt. bewußtsein der empfindlichen Künftlerschaar zusammen. Besondere Vorsicht aber scheint bei der Kritik von Athleten geboten, w,e aus folgender Zuschrift hervorgeht, die der betroffene Kritiker in der „Internationalen Artistenzeitung" zum Vergnügen der Leser abdruckt: „Herrn Hermann Röder Redakteur von die leipziger Illustrierte Zeitung Leipzig. Ersuche Sie meinen Namen in Zukunft aus Ihre schmutzige Artikel zu laffen wiedrichen falls ich Sie Belangen werde. Suchen Sie ihr Material meinetwegen auf die Jahrmärkte wo Sie, wie es mir scheint mit besondere Vorliebe suchen. Was verstehen Sie überhaubt von Verhältnisse in Variete Bemerke Ihnen überhaupt daß Sie als Journaliste Qetoa^fen sind. Eugenie Wermke Meisterschafts Athletin." — Wenn man bedenkt, daß Eugenia Wennke als Zahnathletin über ein jedenfalls sehr Mhöeö Gebiß verfügt und wohl auch über entsprechende Fäuste, so ist anzunehmen, daß der „Journaliste" sich nicht erst auf eme Probe einläßt, ob er der liebenswürdigen Athletin gewachsen ist. * ®ie WWe« »er Mädche. in verschiedenen Lebensaltern hat neuerlich ein Pariser Statistiker festgestellt. Die allgemeine Annahme, daß ein Mädchen im Alter van 15 bis 20 Jahren dem Manne am rei.endsten »scheint, wird von diesem Statistiker über den Sausen ae wn 0U8 M-rn.ergiebl sich vielmehr! daß von 100 Brauten nur 13 m diesem Alter an den Traualtar gelangen, kaum viel mehr als in dem Alter von 30 bis 35 Jahren. Die nt ei fte n Mädchen schreiten im Al-er vsu 20 bis 25 Jahren zum Traualtar, nämlich 36 aus jedem Ausland. Wie», 15. Dezember. Der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand will, wie in Hofkreisen verlautet, auf seine Eheschließung mit der Gräfin Chotek nicht verzichten. Infolge dessen soll ihm der Kaiser eine Bedenkzeit von zwei Jahren gegeben haben, nach deren Ablauf der Erzherzog müsse * ®^c' oder auf die Thronfolge verzichten Wien, 15. Dezember. Eine mahnende Stimme im Ab geordnet en Hause. Im österreichischen Abgeord- «etenhause verwies der Abg. Menger auf die Rede des Bülow und sagte, der Unterschied zwischen den Verhältnissen in Deutschland und den jämmerlichen Zuständen m Oesterreich dränge sich jedermann auf. Selbst das Deutsche Reich verfolge die Tendenz, seine wirtschaftliche Thätigkeit weit nach außen hinanszulenken, während Oesterreich abseits stehe. Das kommende Jahrhundert werde ein großes sein, die Völker Oesterreichs mögen ihre inneren Streitigkeiten ausgeben, um nicht jene große Zeit der Teilung der Erde zu verabsäumen. „Wir könnten", schloß der Redner, „durch ein entsprechendes Uebereinkommen mit dem Deutschen Reiche und wirtschaftliche Annäherung großen Nutzen schaffen. I Wir tollen aus der hochbedeutsamen Rede v. Bülows entsprechende Lehren ziehen". Die Worte des Redners wurden Mit lebhaftem Beifall begrüßt. Paris, 15. Dezember. In Paris ist eine neue Broschüre I •ou Grosclaud erschienen: „Une politique europeenne, la Trance, la Russie, FAllemagne et la guerre en Trane- I ▼aal". Die Broschüre hat als Motto den Ausspruch Bismarcks: „Südfrankreich wird das Grab Englands werden". I T Arretiert wurden: ein Obdachlose em Bettler und em polnischer Arbeiter wegen Betrugs. I Hanau, 14 Dezember. Die Stadtverordnetenversamm- ung hatte sich heute mit einem namens der hiesigen katho- tischen Kirchengemeinde und auftragS der bischöflichen Behörde zu Fuloa von Pfarrer Wiegand gestellten Antrag auf Er- I konfessionellen katholischen I ?olks sch ule zu befassen. Früher bestand hier eine von v Kirchengemeinde unterhaltene katholische . ®in 2]?,“c?cr 70cr Jahre von der Gemeinde gestellter Antrag auf Uebecnahme dieser Parochialschule o« öie Stadt wurde von den damaligen städtischen Behörden unter Hinweis auf den simultanen Charakter der hiesige« Schulen abgelehnt. Infolge der ungünstigen finanzielle« Lage der katholischen Gemeinde wurde im Jahre 1876 diese Schule aufgehoben und die Kinder wurden den städtischen simultanen Volksschulen überwiesen. Als Grund zu der vorliegenden Eingabe wird Religion und Erziehung angeführt Die Stadtverordneten beschloffen einstimmig die Ablehnung des Antrags. ” Köln, 14. Dezember. Nach langjährigen Kämpfen und Prozessen der ^>tadt Köln mit der Kölner Straßenbahn-Gesellschaft, in denen die Stadt bisher de» Kürzeren gezogen hat, ist, wie verlautet, nunmehr eine Einigung dahin erzielt worden, daß ein Vertrag auf U,c mc bcr Straße nbahn durch die Stadt abgeschlossen wurde, welcher der Stadtverordneten Versammlung demnächst zur Genehmigung vorgelegt werden soll. Dann wird endlich die Frage auf Umwandlung des Pferde- in elektrischen Betrieb gelöst werden können. das Fallen und Steigen der Mitgift in Betracht gezogen hat, wird nicht gesagt. * Der bekannte sächsische Mundartdichter Gg. Zimmer, mann sendet der „Tägl. Rdsch." folgendes zeitgemäße Stimmungsbildchen: Weihnachdliches aus Dransvaal. Ohm Grieger in schdiller, behaglicher Ruh', Sitzd bei'n Schälchen un ißt Se ä Bemmche» derz«, Un Mudder bringt g'rad' mit fiersorglichem Sin» Vom Heeßen verbesserte Uflage 'rin. „Du," sagt se, „mei Baulche, haft Du schon gebeert, Was Viktoria Queen zum Christfest bescheert, Landmidderlich sorgend, Old-Englands Armee?" Da brummte Ohm Baul: „Nee, Deierschte, nee." „Nu," sagt da sei Weibchen, „so Heere mal a», Ae Fund Schogolade kriegt jeglicher Mann." ..Ja, jaa," schbricht Ohm Baul, und lächelt in Ruh': „Un de Schlagsahne geem se de Buren derz«." Knmoristijlhes. Der schlechte Platz Frau: „Sßarum wollen Sie denn fort, annex ? Ich dächte doch, Sie Härten bei und über nichts zu Hagen/ — n zu mir gesagt, wie ich hergekommen bin, daß noch alle Köchinnen von dem P!atz weg geheiratet haben, und ich bin jetzt schon bald zwei Jahre da und habe noch nicht einmal einen Liebhaber I- Durch die Blume! Geck: Ich möchte wohl wissen, ob mich Ihr Vater als Schwiegersohn haben möchte? — Dame: Aller Wahr- schemlichkeit nach. Papa ist stets anderer Ansicht alS ich. Verfänglich. Tochter: .Ach, Mama, Du hast keine Ahmma, wie gern Leutnant Rosenbeim küßt * — Mutter: „Hoffentlich weißt D» das nur vom Hörensagen?- — Tochter: „D nein, Mama, ich weiß es auS seinem eigenen Munde/ Hundert. Bemerkenswert ist, daß das nicht nur auf Frankreich zutrifft, sondern auf fast jedes andere civilifierte Land, daß das Heiraten fast durchwegs in gereiftem Alter geschieht. Von 20 bi$ 25 Jahre« sind, wie gesagt, die Aussichten am günstigsten; je weiter das Mädchen das 25. Jahr hinter sich läßt, desto geringer werden sie. Bis zu „Dreißig" läuten immerdar noch 22 von 100 „Zukünftigen" die Hochzeitsglocken. Dann aber geht es schnell abwärts. Von 30 bis 35 heiraten nur 12 von 100- von 35 bis 40 sechs von 100; von 40 bis 45 fünf von 100. Im Alter von 45 bis zu 50 Jahren wird von 40 „späten Mädchen" nur eine „glückliche" Braut und Frau. Daß es auch für 60jährige Jungfrauen noch einen Liebesfrühling giebt, beweist die Thatsache, daß in dem patriarchalischen Alter von 60-65 Jahren eine von 365 Jungfern unter die Haube kommt. Die größten Konkur. rentinnen der Jungfrauen sind die Witwen. Auf fast jeder Altersstufe verheiraten sie sich bei gleicher Zahl „sicherer und flotter" als die jungen Mädchen. Von je 1000 Heiraten werden 858 zwischen Personen geschloffen, die nie vorher verheiratet waren, 66 zwischen Witwern und Jungfern, 35 zwischen Junggesellen und Witwen und 41 zwischen Witwern und Witwen. Hieraus ergiebt sich, daß Fräulein, die schon das 20. Lebensjahr überschritten haben, nicht zu verzagen brauchen, daß diese vielmehr dann noch bis zu ihrem 26. Jahre die allerbesten Heiratsaussichten haben, biS zum vollendeten 30. Jahre noch bessere Aussichten als die Mädchen zwischen 15 und 20 Jahren, und selbst bis zum 36. Jahre saft noch ebenso gute wie die „Backfische". Wie wett der französische Statistlker bei dieser Berechnung SUL D?/Uen Tü9 auf9®? < i?> bi teb„""* -UP daß ei' JMr ei« Ä'Z- ’^SWSIÄ »ttbrn tönn« ” ** ÜÖl ~~-~ ?»%■ ? 3-chre durch ftifaS. •ef und ’ °°° 12**5w *0o” ft '° Wt \tue 1 9my MU V\d) Ust du Styufit würbe die Zuchthaurstrase m li>esMsrtgistm Meßril. te. iohmM, Taglöhner dahier mit >nch Conrad Brück, Buchbind« 'dt daselbst. 8. Theodor Soti- lse dahier mit Sima fireii jx ■b M5er, Raser dahier mit >st. 15. Friednch Wilhelm |iet mit Margarethe Danrdach rgeru Schupp, Taglöhner dahier mit U Louis Becker ein Sohn. 5. Dem !t. 8. Dem Taglöhner Ludwig m Okkonomen Heinrich Hölz« mich Elges ein Sohn. 11. Dem Dem Friseur Ludwig Schenk leinrich Rott Schmidt ein Sah», stnst Muth ein Sahn, W&- ahn. K. 1 Jahr 9 Monate all, Tochter 10. Johann Heinrich Schombrr, Heinrich Jakob, 2 «onate & fi dahier. 10. Wartei9A von Bergmann WVp ute alt, Tochter bei BergMMk titgijt in M-ch S-M» Sg- Zi««"' f0;gtnbtl jntgmLßr z DravSvaal. baalityt R#» . ge a Aemnlchi» t ficrsorgliqe« Sm ^haji^u schon 6*^' 'riststst btschttrt- Malands Armer. £ Drierschte, »«• so her« mal an- ft’%* |e de Laren W ffiaru® e,\a |H flagci}- uni jä iin,bafe Ausplg MS den Kirchenbücher» der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. (Getraute. MatthäuSgemeinde. Dezember 10. Karl Johann Konrad Heckmann, Metzger -u Gieß«A und Elisabeth Jacobi, Tochter von dem Taglöhner Heinrich Jacobi )M «lerndorf bei Battenberg. Mar kusgemeinde. Dezember 14. Friedrich Wilhelm Schupp, Taglöhner zu Gießen «rnd Maria Sophie Geiß, Tochter von dem verstorbenen Zimmermeister Georg Geiß zu Daubringen. Johannesgemeinde. Dezember 13. Karl Herbert, Forstwart zu Steinbach und Vlisabettz Bender, Tochter deö Landwirts und OrtSbürgerS Johannes Gernder zu Oppenrod. »etaufte. MatthäuSgemeinde. Dezember 10. Dem Weißbindermeister Friedrich Zutt ein «ohn, Priedrich Peter Berthold Ludwig, geb. den 8. November. Denselben. Dem Gastwirt Philipp Hofmann em Sohn, Philipp Rettin, geb. den 11. November. . „ Denselben. Ein unehelicher Sohn, Peter Adolf, geboren den 10. November. Markusgemeinde. Dezember 10. Dem Restaurateur Wilhelm Hehner ein Sohn, Hans Theodor, geb. den 30. Oktober. » Lukasgemeinde. Dezember 10. Dem Metzger Jakob Diehl ein Sohn, Konrad, geb. M. Oktober. Dezember 11. Dem Kellner Jakob Roll ein Sohn, Emil, geb. le. November. Militärgemeinde. Dezember 10. Dem Vizcfeldwebel Otto Ruppel ein Cohn, Han» Theodor, geb. den 11. November. Denselben. Dem Zahlmeister-Aspirant Otto Boese eine Tochter, Sotto Lisa Hella, geb. den 19. Oktober. Beerdigte. MatthäuSgemeinde. Dezember 12. Heinrich Schomber, Kaufmann, Sohn von dem verstorbenen Bahnarbetter Adam Schomber, 22 Jahre alt, starb tvn 10. Dezember. Ärmste Welüungek. Depescbm des Bureau ^Herold*. Berlin, 16. Dezember. Wie aus Göhrde gemeldet wird, verlief die gestrige Jagd bei günstigem Wetter und hatte ein gutes Resultat. Um 4‘/4 Uhr traf der Kaiser mit der Jagdgesellschaft im Schlosse ein. Budapest, 16. Dezember. Ministerpräsident Szell beantragte gestern, die Quoten-Debatte zu beschleunigen und die Abgeordnetenhaus-Sitzungen um eine Siunde zu verlängern. Die Unabhängigkeitspartei will als Antwort auf diese Maßregel nun die offene Obstruktion betreiben. Xo*, 16. Dezember. Bei Trapani kam es zu einem offenen Kampfe mit der Waffe. Die Gendarmerie erfuhr, daß ein Arzt und ein Gutsbesitzer gleichzeitig ermordet werden sollten. Die Mörder fielen in einen Hinterhalt. Einer wurde erschaffen, ein anderer schwer verletzt. Die übrigen entkamen. London, 16. Dezember. Die Königin wird in der zweiten Woche des Januar einen Rat abhallen, wobei wahrscheinlick ein spezieller Bußtag angeordnet werden soll. Brüffel, 16. Dezember. Guten Nachrichten zufolge wird eine große Entscheidungsschlacht um Ladysmith in den nächstenTagen als sicher bezeichnet. In der Nähe von Ladysmith stehen 17,000 Buren unter Befehl Schalkburgers konzentriert. London, 16. Dezember. Es ist eine Schlacht am Tugelaflusse im Gange. Meldungen aus dem Lager bei Frere besagen, General Barton bezog am Mittwoch Morgen unbeanstandet eine Stellung vier Meilen von Colenso und begann dann die starke Stellung der Buren mit schweren Geschützen zu beschießen. Die Buren ließen das Feuer unerwidert. Ein Vorstoß nach Scheveley mit Flankenbewegung ist bevorstehend. Ueberhaupt scheint für die Burentruppen um Ladysmith die Parole ausgegeben zu sein, sich in strikter Defensive zu verhalten, und sich weder auf Artilleriefeuer einzulassen, welches die Buren-Stellungen verraten würde, noch mit den starken Patrouillen der Engländer handgemein zu werden, sondern die englischen Truppen in fester Stellung zu erwarten. — In der amtlichen Meldung des Generals Cronje vom 12. ds. über die Schlacht bei Magerfont ein heißt es: Gestern fand ein unregelmäßiges Gefecht bis 6 Uhr abends statt, wo schweres Geschützfeuer wieder ausgenommen wurde. Die Skandinavier erstürmten eine schwache Stellung, sie konnten sich aber nicht halten und erlitten schwere Verluste. Die Verluste der Buren werden auf 100 Tote und Verwundete geschätzt. Die bei Stormborg gefangenen Engländer werden nach Prätoria gesandt. Von den Engländern sind 30 getötet worden. Die Buren hatten 5 Tote, 3 Mann schwer und 13 leicht verwundet. Aus Frere wird noch gemeldet, daß auf der ganzen englischen Linie die Schiffsgeschütze des „Terrible" ausgestellt sind. General Buller total geschlagen? London, 16. Dezember. Statt einer Bestätigung über die Entsetzung von Ladysmith kommt nunmehr dir Meldung von einer Niederlage des Generals Buller ans dem westlichen Kriegss ch auplatze. Das Kriegsamt hat von Buller folgendes Telegramm über die Niederlage erhalten: Ich bedauere mitteilen zu müßen, daß ich eine ernste Niederlage erlitten habe. Ich drang Freitagmorgeu 4 Uhr mit meinen gesamten Truppen gegen das Burenlager bei Chieveley nördlich zwischen Frere und Colenso vor, an einen Punkt des TugelaFlufies, wo sich zwei Furie« befinde». Ich ging mit dem Vorsatz hin, diese beiden Furten, welche zwei Mette» vo» einander entfernt find, zu nehmen und hatte je eine Brigade mit dieser Aufgabe betraut. Eine dritte Brigade diente zur Verstärkung der ersten beiden. General Art befehligte die erste Brigade, welche beauftragt war, die linke Fnrt z» nehmen, während General Hildyaid mit feinen Truppen die rechte Fnrte nehmen sollte. General Lyttleton hatte den Befehl, die zweite Brigade im Centrum zu verstärken. Ich überzeugte mich, daß es dem General Art unmöglich sei, den Uebergang zu erzwingen und gab daher den Befehl, sich zurückzuz ehen. Seine Truppen hatten großen Mut bewiesen, besonders die Connaught Ranger hatten unter dem feindlichen Feuer arg zu leide». Der Oberst Brooke ist schwer verwundet worden. Zch gab alsdann dem General Hildyard Befehl, mit seinem East- surrey-Regiment die nächstliegenden Häuser in der Nähe der Colensobrücke anzugreifen. Zu diesem Augenblicke brachte ma» mit die Mitteilung dah die Artillerie, besonders die 13. und 66. Batterie so»ie eine Batterie Schnellfeuergeschütze anher Gefecht gesetzt worden seien und sich in einer kritischen Lage unter dem heftigsten Feuer des Feindes tiefen b en. Der Feind war in groher Stärke und le• schoß aus nächster Nähe unsere Truppen. Er schien es besonders auf die Pferde der Artillerie abgesehen zn haben. Unsere Trappen muhten Geschütze und Munitionswagen mit der größte» Energie verteidigen. Trotzdem fielen zwei Geschütze dem Feinde in die Hände. Zch sah ein, daß ein weiteres Vordringen unmöglich sei. Unsere Soldaten setzten ihr Leben zwecklos de« Feuer des Feindes aus. Zch befahl daher den Rückzug, welcher in guter Ordnung erfolgte, gedeckt von der noch übrig gebliebenen Artillerie. Der Feind griff während des ganzen Tages unseren rechten Flügel an. Der Kommandant dieses Flll« gels, Oberst Dundonald verteidigte denselben gegen den Feind und schlug ihn zurück. Während des ganzen Tages wate» unsere Truppen der furchtbarsten Hitze ausgesetzt, trotzdem war ihre Haltung eine gute und lobenswerte. Die Verluste des Generals Art muffen sehr bedeutend sein. Die Zahl der schwer Verwundeten ist unverhältnismäßig groß. Die Mannschaften der 13. und 66. Batterie find größtenteils gefallen. Zch zog mich nach Chieveley zurück. Aus dem Geschästsleben. — Das „Lanolin" genannte Fett ist nach fachmännischen Untersuchungen analog dem natürlichen Hautfett. Die Thatsache erklärt dre trefflichen Wirkungen des überall eingebürgerten Lanolin-Toilette-Cream- Lanolin; sie hat aber auch der Lanolm-Fabrik Martinik-nfelde Veranlaffung gegeben, jetzt dem Publikum daS „Lanolin" ihrer Lanolin-Seife mit dem Pfeilring zugänglich zu machen, die infolge ihrer Reinheit. Neutralität und ihrem Lanolingehalte die Haut sammetartig weich, glatt und geschmeidig macht und sich durch ihre vortreffliche Wirkung für den Teint schnell ebenso einbürgern wird, wie das Lanolin-Toilette-Cream-Lanolm. Durch den billig gestellten Preis von 25 Pfg. ist die Seile jedermann zugänglich und wird dieselbe sicherlich bald in keiner Haushaltung fehlen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustra^e 2. ««gebot de* UrbeNuehmerr 1 Bäcker, 1 Maschinist (geprüfter Heizer), 1 Bauschreiner, 1 Taglöhner für leichtere Beschäftigung, 1 Taglöhner, 1 Haus- bnrsche, 2 Schweizer, 1 Fuhrmann, 1 Kontorist, 2 Laufkranen, 1 Kleidermacherin, 1 Putzfrau. Nachfrage der «rbettgeberr 1 Bäcker, 2 Bauschlosser, eine Anzahl Maschinenschlosser, 8 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 1 Kellner, 8 Hausbürsckchen, 1 Dienstknecht im Alter von 17—18 Jahren für eine kleinere Landwirtschaft, einige Dienstmädchen. . Lehrtiuger 1 Bäcker, 1 Mechaniker, 1 Friseur, 1 Schreiner._______________ Bekanntmachung. Betr.: Ausführung des Invalidenversicherung«^^» vom 13. Juli 1899; hier Wahl der Vertreter der Akbritgeber und der Versicherten bet den unteren Verwaltungsbehörden. In Gemäßheit des §.11 der Wahlordnung vom 25. Oktober 1899 wird nachstehend die Liste bet als Vertreter der Arbeitgeber und der Ver sicherten für den Bezirk der Stadt Gießen gewählten Personen und derer Slfutzmäuner zur öffentlichen K nntnis gebracht. Dieselben find auf 5 Jahre gewählt und in der nachfolgenden durch das Los festgesetzten Reihenfolge zu den Sitzungen heranzuziehen: A. Vertreter der Arbeitgeber: 1. Schreinermnster Karl Hahn, 2. Fabrikant Evuard Hanau, 3. Schlosscrmeifter Karl Stohr, 4. „ Martin Dörr, Deren Ersatzmänner: 1. Prokurist Karl Becker, 2. Fabrikant Heinrich Emmeliu», 3. Schneidermeister Heinrich Leid, 4. Fabrikant Heinrich Schirmer, sämtlich zu Gießen. B. Vertreter der Versicherten: 1. Schlöffe geselle Karl Klaus, 2. Glaserges lle Wi Helm Sickert, 3. Sp ngleig s-lle Georg Dahmer, 4. Grav urgehüfe August Bock. Deren Ersatzmänner: 1. Geschäftsführer Heinrich Fourier, 2. Dreh r Gustav Krüger, 3. Kcankenkaffrnkontroleur Georg Scdmown, 4. Schlossergeselle Wilbelm KlöS, sämtlich zu G eßen. Gießen, den 15. Dezember 1899. Dsr von Großh. LandcSo.rsicherungSimt bestellte Wahlkommiffär für die Stadt Gießen. Wolff. 8742 anfeouverts mit FirtDendnick liefet nM m Preisen die Brühl’tche Univ.-Druckerei (IPleteclx XSxto«xi.) Schalstrasse 7. Ö o fr-l s- -4-2 £ s QC (Hervorraffende Leistunffen der Orthopädie) für Damen u. Herren in nächster, kunstvoller Vollendung zur Maskierung hoher Schultern und Hüften ohne Polsterung, ohne Fischbein, ohne Stahl - Stäbe, ohne Draht etc. Brzielung eeböner, normaler Körperformen bei Verkrümmungen aller Art. Halt und Stütze für den leidenden Oberkörper. Federleicht. Vorzüglicher Sitz. Angenehmes Tragen. Mittwoch, 2V. Dezember, nachmittags 2Vr Uhr, sollen auf Lern hiesigen Ortsgericht die den Karl Franz Conrad Ehelemen in Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 739» 1 — 61 qm Hofraite auf der Mäusburg und auf der Bach, Flur I Nr. 740»/r — 21 qm Stall daselbst, freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 16. Dezember 1899. Großh. Ortsgericht Gießen. 8736_________I A.: Bogt.____________ Versteigerung. DieuStag, den 19. Dezember, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Biekerffchen Saale, Neustadt 55, dahier, ei^e Partie Tisch-, Wand- u«d Hängelampen, eme Partie Pelzwareu, bestehend in Muffen, Kragen re., sowie eine Partie fonfhaet, zu Weihnacht- - Geschenke« sich eignender Gegenstände. Mittwoch, den 20. Dezember, von vo m ttags 10 Uhr ab, wurden in genanntem Saale eine große Partie nur bessere Teppiche und Vorlagen, in Velour, Axmin- fter «ud Tmyrua, ta allen Gcößs«, sowie eine Mustersendung in Vett-, Tisch- und Kommode decken, uno eine große Anzahl sonstiger Gegenstände versteigert. 8732 I. A.: Schneider. ^Mßkute Samstag Mchrl- suppe 8741 bei D. Wiechard 14 Hammftraffe 14. Echter Arrae, „ Rum, „ Kognak, Pnn*ch-Essenzen, Deutscher Kognak, Liqueure, billigst bei 8730 Gebr. Adami, i. Ritter. Wollene Schlafdecken Bauniw. Schlafdecken Reisedecken Tischdecken Bettdecken Bettvorlagen in grober Auswahl. 7272 C. 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