1899 Freitag den 17. November täte ersichtlich. a*e*NK lo|«ie«n t» h« f* ** )il|rtilTr S«| trf^dnaiben Nusuver HB eor*. 10 Uhr. Btt Nnztißtu»Bero»ittlunßAsttv?n M In- unM ButtaaM «hmra Bnjagen für Beu Gießener Anzeiger euiztWv, IkHttten, ErpeBition und Druckerei: Fchukßraße Ar. 7. $ Nur an Artillerie dürfte Mangel sein, da die ersten drei Batterien England erst am 24. Oktober verlassen hätten und daher vor dem 20. November kaum in Durban em- V. V«Pfd. 1.05 -.60 1.15 -.65 Btzreffe für Depeschen: JUtidttt Fernsprecher Nr. 61. Monat herabgesetzt. Ein Antrag Müller-Sagan (fr. Vpt.)^ dem Verleger für die Selbstverpackung der Zeitungen eine Rückvergütung zu gewähren, wurde dagegen gegen tae Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten sowie vereinzelter Nationalliberaler und Zentrumsmänner abgelehut. Herr v. Podbielski schien über die Beschlüsse sehr mißvergnügt zu sein, aufgeregt lief er hin und her und zuckte ärgerlich die Achseln. Morgen Fortsetzung der Postdebatte- (Unser laufender Einzelbericht über die gestrige Verhandlung mußte aus Raummangel für die nächste Nr. rückgestellt werden. D. Red.) Aus dem Reichstage. nh. Berlin, 15. November 1899. mit Au-nah*»« M «•iHet«. Wtt Mtßtner üuHMcsMittei »erkn U* Bnzei^r «»cheittUch »Hemel brtjdc«L * Bom Kriegsschauplatz. Die Berichte aus Mafeking und Kimberley datieren, wieder sehr weit zurück, haben also nur sehr bedingten Wert. Auffallend bleibt, daß keine Meldungen neueren. Datums veröffentlicht werden, da man doch annehmen muß, daß die Verbindung von Mafeking über Kimberley nach Kapstadt noch nicht unterbrochen ist. Oder sollte dies seit acht Tagen und länger doch der Fall sein? Auch wie eS heute um Ladysmith steht, bleibt noch Geheimmß des Londoner Kriegsamts. In englischen Blättern wird behauptet, in Estcourt bilde sich unter dem Kommando des Generals Wolf Murray ein Entsatzkorps und aue Truppen, welche in Durban landen, würden unverzüglich nach Estcourt ^itS ein Teil der 2. Brigade des Generals Hildyard (zwei Bataillone des Devonshire- und des West'York'Regiments) in Durban emgetrosien und sogleich mit der Bahn nach Estcourt, wo sich bereits em Bataillon Dubliner Füsiliere, die Nataler Polizei und die Freiwilligen befänden, weiterbefördert worden sem. Da i außerdem am 10. d. Mts. noch drei Transportschiffe von I Kapstadt nach Durban geschickt wurden, so würde, bevor I noch die Woche zu Ende geht, eine genügende Truppen- menge in Estcourt versammelt sein, um den Entsatzversuch Mtzn-eprei» vierteljährlich 2 Mart 20 Pf» monatlich 76 Pf» mit vringerlohn. 8et Postbezu, 2 Mark 50 Pf» vierteljährlich. Meßmer Anzeiger Heimat-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt fite den AreisGiehen. Nr. 271 Erstes Blatt. larken: 7t I Mk. 1.90 ie 2.20 Frhr. Schenck. Gießen, den 15. November 1899. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen S« die Großh. Bürgermeistereien von Bellersheim und der benachbarten Orte. Obige Versammlung wollen Sie in Ihren Gemeinden 1 Vorige um Fabriken ^üh. Roth jr. ittgart Jen, Fasen oder fremden ’® deren er eich in Wasser Getränk eine gleichmässige lerungen sieh bilden; *) das durch kein Parfüm sein hoher Nährwert, Gesunde und Kranke machen. ' Preis und seine Uner- nie wMtz W .appoerbed HK» n mit RandpolsteMS M Mk ne engr# Z L $*.*.<"**1. Paris, 15. November. Der..Courier du Soir" erfährt aus London, es seien daselbst Depeschen einge troffen^ welche über die Einnahme von Ladysmith durch die Buren berichten. Die Meldung scheint sich z» bestätigen, obgleich das Kriegsamt dieselbe m Abrede stellt ' London. 15. November. Dem .D-'lY T-l-gr." w.rd aus Estcourt vom 10. d. MtS. gemclbct daß die E.n- schlicßung der Stadt Ladysmith enger geworben sei, da keiner der nach Ladysmith 9<> sandten Boten zurückgekehrt ist. Nach einer M°lduug de« Generals White hat das Bombardement nur geringen Schaden verursacht. Die Berluste sollen gering und ge- chöerhesstscher Hbstöauverein. JereinsöezirL Kietzen. Am Sonntag dem 19. November, nachmittags 3 Uhr, findet im Gasthaus von Konrad Bopp II. m Bellersheim eine Versammlung statt, in welcher der Sekretär des Vereins, Herr K. Röchelt, Lehrer für Naturwissenschaften und Obstbau an der Großh. Obstbauschule und Landw. Winterschule m Friedberg, über „Neu- vklanzunqen" sprechen wird. Die Mitglieder des Vereins sowie sonstige Jntereffenten Worden hierzu freundlichst eingeladen. Gießen, den 15. November 1899. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhess. Obstbauvereins. wollen und folgten seinen Bitten nicht. Nicht einmal die Kommissionsbeschlüsse ließen sie unangetastet. Nach diesen sollte die Zeitungsgebühr betragen a) 3 Pfg. Grundtaxe für jeden Monat der Bezugszeit; b) 15 Pfg- jährlich für jede Ausgabe in der Woche; c) 10 Pfg. jährlich für jedes Kilogramm des Jahresgewichts unter Gewährung emes Frei- aewichts von je 1 Kilogramm jährlich für so viele Ausgaben, wie der vorigen Gebühr unterliegen, Bruchteile emes Kilogramms werden dabei für voll gerechnet. Von diesen Be- stimmuugeu wurde der letzt- Satz b-tr. Vollr-chuuug der Bruchteile mit knapper Mehrheit gestrichen, und die Grundtaxe wurde auf Antrag Dietz (soz.) gegen die Stimmen nur eines Teils der konservativen Parteien auf 2 Pfg. pro (Nachdruck verboten.) Die zweite Beratung des Postgesetzes zog sich heute bet recht aut besetztem Hause sehr in die Länge. Nur der erste Artikel wurde erledigt, der die Tarifänderungen festlegt. Diese Aenderungen gehen bekanntlich nach drei Richtungen hin. Zunächst soll das Höchstgewicht für einfache Briefe von 15 aus 20 Gramm erhöht werden; sodann soll der Reichskanzler die Ermächtigung erhalten, den Geltungsbereich der Ortstaxe auf Nachbarorte auszudehnen; und endlich soll ein neuer Zeitungstarif geschaffen werden. Daß zwischen diesen drei Aenderungen grundsätzliche Unterschiede bestehen, ersah man sofort aus der ganzen parlamentarischen Behandlung derselben. Die ersten beiden, die bei der ersten Lesung wenigstens einige anerkennende Worte hervorgelockt hatten, wurden heute in der Diskussion mit keiner Silbe erwähnt und fanden zum Schluß bei der Abstimmung einstimmige Annahme. In Bezug auf sie herrschte kein Zweifel darüber, daß sie lediglich dem Publikum zuaute kommen, und Herr v. Podbielski mußte, wohl nut etwas gemischten Gefühlen, f-hen, wie die Volksvertreter sie ohne ein Wort des Dankes einsackten. Geradezu schmerzlich 1 aber mußte es den sonst so jovialen Staatssekretär des Reichspostamts berühren, als er sah, daß die beiden freiwilligen Gaben die Reichsboten nicht müder zu stimmen vermochten gegenüber der dritten, die freilich etwas von der Natur eines Danaergeschenks an sich trägt. Aus der Reform des ZeituugstarifS hoffte Herr v. Podbielski einige Milliönchen I herauszuholen, die nicht nur den durch die beiden ersten Gaben zu erwartenden Ausfall völlig decken, sondern der Post noch ein erkleckliches Sümmchen weiteren Ueberschuffes I verschaffen sollten. t ... An diesem Punkte setzte denn auch die parlamentarische I Kritik mit ausdauernder Zähigkeit ei:-., und fünf Stunden I lang wurde um den neuen Zeitungstarif gestritten^ Daß I die bisherige Berechnungsart der Zeitungsgebühr (20 Prozent I des Bezugspreises) sich vollständig überlebt habe, wurde von I allen Seiten anerkannt, und ebenso wurde allgemein dem neu zu befolgenden Prinzip- rug-stimmt daßdie Hohe der . "Liesen, u-belstand- könnt- aber durch Ver- ä'äwäers Mir-LL'Ls Versuch des Abg. Horn (nl.), auch den Bezugspr-,s m,t- m den HändenA-nfall« NsjÄÄÄsa« » BttSsFvE xniXÄ I tarif schaffen, blieb aber damit gleichfalls in der Minderheit, ! Y § rvnnTnnh in keinem Falle die territoriale nachdem der StaalSsekrelär sich dem Plane, unter Hinweis | legung, daß England m^kem-m FErerrnvr auf die dadurch entstehenden großen rechnerischen Schwierigkeiten, energisch widersetzt hatte. I Ueber das Prinzip also ergab sich eine völlige Neber- einstimmung zwischen der Reichstagsmehrheit und der Regierung. Die Differenz, allerdings eine sehr erhebliche I Differenz, bestand nur in Betreff des Ausmaßes der Gebührensätze. Der Staatssekretär erklärte es für unum- I gänglich notwendig, mehr als bisher aus der ZeitungS- I beförderung herauszuwirtschaften, da jetzt nicht einmal die I Selbstkosten gedeckt würden. Die meisten Redner aus dem Hause wollten dagegen einen Mehrertrag für die Post Nicht zulassen, weil dadurch eine Steuer auf das Bildungsbedürfnis der breiten Massen gelegt würde. Dem üblichen Hinweis darauf, daß die Verkehrszunahme, die ja sicher mit der Reit zu erwarten sei, auch wieder Mehreinnahmen bringen werde, konnte Herr v. Podbilski allerdings nut einem Schein des Rechts mit der Bemerkung entgegentreten, daß, wenn die Selbstkosten nicht gedeckt werden, doch mit jeder neu zu befördernden Nummer das Defizit wachsen muffe. Gratisbeilagen: Gießener FamilienbläUer, Der hrsfisthe Landwirt, Kälter für hessische Volkskunde.________________ Selbständigkeit der südafrikanischen Republiken schmäler» werde, in maßgebenden Kreisen als irrig erklärt. Es sei, wie man betont, der Aeußerung des Premiers großes Gewicht beizulegen, daß die Herstellung des Friedens im Einklänge ..mit den Rücksichten auf Die Sicherheit des Reiches- werde erfolgen müssen. Was man nun nach einer siegreichen Beendigung des Krieges als./tn Gebot dieser Rücksichten zu betrachten haben werde, lasse sich heute noch nicht feststellen. Vorläufig fasse man allerdings keine Annexion ins Auge, sondern man wäre gesonnen, die Selbstverwaltung der beiden Republiken unangetastet zu affen, sobald einmal dort die Gleichberechtigung aller Weißen gesichert, die Entwaffnung der Buren, wie die Schleifung der Befestigungen durchgesührt und eine neue militärische Organisierung dieser Staaten unmöglich gemacht Jetn werbe, immerhin fei aber im Auge zu behalten, daß bic Aussicht auf ein entgegenkommendes Vorgehen Englands nach einem erfolgreichen 'Ausgange des Feldzuges um so mehr ab- nehmen müffe, j- länger ber Kampf bauere und je großer- aber bie Sbgeorbneten schienen ihm nicht recht glauben zu Opfer berfelbe erheischen tollte. # ... <**”L«*'* u0» bekannt machen. I. V.: Frhr. Schenck.______________ Hansen, den 15. November 1899. Betr.: Dekanatskonferenzen. Das Großh. evangel. Dekanat Gießen an di- H-rr-n Geistlichen des Dekanats. Die Novemberkonferenz soll Dienstag de« LI., nicht am 23. ds. Mts. abgehalten werden. Ich ersuche um «öalichst vollzähliges Erscheinen, da auch über Anschaffung »on geeigneten Büchern für die Dekanatsbibliothek Beschluß gefaßt werden wird. * Wahl. 9 iu TJQltn W 111 btt L. Maljigt »I '»arbeiten ^lu'9abf btt «Hb schiech? «■ Stin t *« ist ti. biligtn f)t”"8n”d> d°ji :i »itit 'k'"?1111 ritzen !%t***«« VS“*" Bekanntmachung, betr.: Landwirtschaftliche Vorträge. , I Am nächsten Sonntag, 19. d. Mts., finden folgende d^Her? Landwirtschaftslehrer Re ich eit aus Alsfeld wird in Großen-Bnseck im Größer'schen Lokal um 3 Uhr nachmittags über „Stallmist «nd Eün^licheu Dünger" sprechen; Herr Landwirtschaftslehrer Andra aus Büdingen in Hungen im „Solmser Hof" um 3^ Uhr über „Feldbereiuigung". Jedermann ist dazu freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister der Vortrags- sowie der Nachbarorte werden um ortsübliche Bekanntmachung ersucht. Gießen, den 14. November 1899. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. .. v. Bechtold.___________________ Gießen, den 14. November 1899. Betr.: Ermittlung der landwirtschaftlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1899. Das Großherzogllche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie noch mit Einsendung der rubricierten Verzeichnisse ün Rückstände sind, erinnern wir Sie unter Hinweis auf unsere Verfügung vom 1. Juli d. I. (Gießener Anzeiger Nr. 155) an deren alsbaldige Erledigung. r.'.T-tWM v. Bechtold. Amtlicher Feil. Gießen, den 15. November 1899. Betr.: Den Wiesengang. Das Großherzogllche Kreisamt Gießen «m dir Großh. Bürgermeistereien M «reise«. Di-j-uig-n von Ihnen, welch- unserer Auflage vom 2. v. Mts. (G. A. Nr. 235) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert. v. Bechtold. nügende Vorräte vorhanden sein. Die verschanzte Stelle werde täglich stärker, mit der Beschießung werde weiter fortgefahren. Jenseits Colenso stehen keine Truppen der Staren. London, 15. November. Nach einer Depesche aus Kimberley vom 8. November werden die Artilleristen des Oranje-Freistaates als Dilettanten bezeichnet und die Ratlosigkeit derBuren verhöhnt. Die Behörden inKapstadtbeschlagnahmten einen für Transvaal bestimmten Marc oni-Telegrap he nappa rat, welcher an eine Privatadresse gerichtet war. Einem Telegramm aus Marrtzburg zufolge ist der Geburtstag des Prrnzen von Wales durch Abfeuern von Lydditbomben gegen die Position der Duren gefeiert worden!!_________________ Deutsches Keich. Berlin, 15. November. Der Kaiser empstng gestern vor der Frühstückstafel den General der Kavallerie, Grafen Häseler, der sich als Vorsitzender der zur Vorbereitung der Felddienst-Ordnung eingesetzten Kommission meldete. Nachmittags erledigte der Kaiser Regierungs Angelegenheiten. i Heute morgen hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des I Civil-Kabinetts von Lucanus. Später hielt der Kaiser eine Beratung mit den Ministern von Miquel, Thielen, Hammer- stein und Brefeld ab. Vermutlich handelte es sich bei dieser Beratung um die Kanal Vorlage. Berlin, 15. November. Die Uebersiedelung des kaiserlichen Hoflagers vom Neuen Palais in Potsdam nach Berlin wird voraussichtlich in diesem Winter früher stattfinden als in früheren Jahren. Wie verlautet, soll das Kaiserpaar die Absicht haben, das Weih- I nachtsfest in Berlin zu verleben. An amtlicher Stelle wird damit gerechnet, daß die Uebersiedelung schon Mitte Dezember I erfolgt, da am Neuen Palais und dessen Umgebung größere I Bauarbeiten vorgenommen werden sollen. Das Kaiserpaar I wird auf der Reise nach England von den beiden Prinzen I August Wilhelm und Oskar, aber nicht von der kleinen Prinzessin begleitet sein. — Zur Kaiserreise nach England wird der I "d^at. Ztg." aus London berichtet, daß unter ausdrücklichem I Hinweis auf die tendenziösen Ausbeutungs-Versuche in der I englischen Presse die ausschließliche Bedeutung der Reise als einen vor längerer Zeit festgestellten Familienbesuch deutscherseits ausdrücklich hervorgehoben wird. — Die Vorbereitungen zur England-Reise des Kaiser Paares sind in vollem Gange. Mehrere Waggons mit Gepäck sind bereits in Kiel eingetroffen und werden auf die Hohenzollern umgeladen. Die Ankunft des Kaiserpaares in Portsmouth erfolgt bekanntlich am 19. vormittags 10 Uhr. Wie die „Post" erfährt, ist aus Anlaß dieser Reise der erste Offizier der Yacht „Hohenzollern" Korvetten-Kapitän Grimme zum Flügel-Adjutanten des Kaisers ernannt worden. — Wie aus London offiziös gemeldet wird, wird der Kaiser am 25. d. Mts. nach Sandringham gehen. Infolge der frühen Eröffnung des Reichstages wird der Kaiser jedoch schon am 27. oder 28. November nach Berlin zurückkehren. — Der Hofbericht teilt nunmehr mit, daß sich auch Graf Bülow im Gefolge des Kaisers auf der Reise nach England befinden wird. — Die „Deutsche Warte" schreibt, sie sei zu der Erklärung ermächtigt, daß die Kanalvorlage ganz sicher noch in diesem Winter dem Abgeordnetenhause werde unterbreitet werden. Die Regierung sei fest daran und überzeugt, daß die Vorlage diesmal unter allen Umständen durchgeht und zwar mit einer nicht unerheblichen Mehrheit. — Wie aus Sevilla gemeldet wird, hatten gestern die deutschen Geschäftshäuser zu Ehren des Prinzen Albrecht und Friedrich Heinrich von Preußen mit deutschen Fahnen geflaggt. Berlin, 15. November. Gestern abend fand in Char- lottenburg zu Gunsten der Buren eine zahlreich besuchte Volksversammlung statt. Der Reichstagsabgeordnete Or. Böckel betonte, alle Mächte, hervorragend Deutschland, hätten ein Jntereffe^daran, daß Lorenzo Marquez nicht in englischen Besitz übergehe. Die Versammlung'beschloß eine Sympathie-Kundgebung für die Buren. Dieselbe wurde Dr. Leyds und dem Präsidenten Krüger übermittelt. Ausland. Wien, 15. November. In parlamentarischen Kreisen der Linken verlautet, die Regierung sei entschloffen, wenn die Rechte ihre Agitation gegen die Regierung fortsetzen und den Ausgleich mit Ungarn dadurch verhindern sollte, den Reichsrat aufzulösen. Prag, 15. Norember. Tschechische antisemitische Studenten veranstalteten gestern abend eine erneute Demonstration gegen den Professor Masaryk. Amsterdam, 15. November. Ein Orkan richtete gestern großen Schaden in Ymnimen an. Die Stadt war zum größten Teile überschwemmt. Das Schleusenwerk ist teil» metfe jerftört. Ueber 40 Schiffe warten im Hafen, um ihre Reise durch den Kanal fortsetzen zu können. Paris, 15. November. Vor dem Staatsgerichtshofe beantragte der Verteidiger Doroulöde's, das Verfahren gegen diesen fallen zu lassen, soweit Rebellen und Attentat gegen die Polizei in Betracht kommt. Der Staatsanwalt Bernard bekämpft den Antrag; Guärin ruft: „Laßt doch gleich den Scharfrichter kommen!" London, 15. November. „Central-News" melden aus Washington, es sei weder auf dem Auswärtigen Amt, noch auf der japanischen oder russischen Botschaft etwas von einem japanisch-russischen Konflikt ernster Natur bekannt. London, 15. November. Das „Reuter-Bureau" verbreitet aus Liverpool beunruhigende Nachrichten über Deutsch-Westafrika. Kaufleute aus Liverpool, welche Fabriken in den deutschen Distrikten Batanga und Krib» haben, berichteten, daß der Aufstand daselbst allgemein und äußerst ernst sei. Die Rebellen gehörten dem Stamme der Buli an. Batanga wäre von 2000 Eingeborenen Überfällen worden, wenn diese nicht der überschwemmte Fluß daran gehindert hätte. Englische und andere Fabriken an der Küste seien geplündert worden. NewYork, 15. November. Das hiesige „Journal" hält die Meldung aufrecht, wonach Oberst Schneider, der frühere österreichische Militärattache in Paris an den Folgen des Duells gestorben fei. Doch soll er das Duell nicht mit General Roget, sondern mit dem Kapitän Cuignet ausgefochten haben. Lokales und ProvinMes. Gießen, den 16. November 1899. ** Aus dem Theaterbureau. Morgen Freitag findet ' eine Wiederholung von „Der Compagnon" statt. — Sonntagmittag geht als zweite Kindervorstellung: „Königin Tausendschön und P ri nz ess in Häßlich" in Szene. Abends wird die große Operettenpoffe: „Die wilde Katze" gegeben. ** Renovierung. Seit einigen Wochen hat man nun endlich begonnen, das'Schloß am Brandplatz (die seitherige Universitäts-Kanzlei) wie schon lange geplant, in der ursprünglichen Form wiederherzustellen. Die Fasade des alten Gebäudes wird nach dem Brandplatz hin, sowohl wie nach der entgegengesetzten Seite je drei Türmchen erhalten, die dem Bauwerk das ursprüngliche mittelalterliche Gepräge wiedergeben werden, wozu wohl auch wesentlich beitragen wird die Wiederherstellung der ursprünglich nur kleinen Fenster des Bauwerks. Die Zimmerer sind augenblicklich daran, das morsch gewordene Holzfachwerk der Umfassungswände der oberen Etage gegen neues auszuwechseln und fehlendes daran zu ergänzen. Beim Bloßlegen des Mauerwerks der Zwischenwände im Innern des Hauses hat man die Entdeckung gemacht, daß zu ebener Erde und im ersten Stock früher je ein saalartiger, großer Raum vorhanden war, zu welcher Annahme die aufgefundenen charakteristischen Holzfäulen mit ihren Querhölzern, sowie deren Anordnungen zu einander berechtigten. Man hat infolge dessen die Arbeit im Innern des Gebäudes eingestellt, bis höheren Orts die Entscheidung darüber getroffen ist, ob eventuell j diese Säle wieder hergestellt werden sollen. Daß das altehrwürdige Gebäude, nach seiner Wiederherstellung, für welche übrigens 30000 Mark zur Verfügung stehen, ferner zu Bureauzwecken der Universitätsbehörden benutzt werden soll, ist vollständig ausgeschlossen. Welchem Zweck es dereinst dienen wird (das Haus ist bekanntlich Eigentum der I Großherzoglichen Familie), darüber ist bis jetzt noch keine Bestimmung getroffen. Recht interessant sind die im Dach geschoß des Hauses unlergebrachten, bis zur Aufhebung der Universitäts-Gerichtsbarkeit benutzten Carcer - Räume, welche in ihrer Einrichtung zum Teil noch erhalten sind. Mancher Bruder Studio hat zur Erinnerung an seinen unfreiwilligen Aufenthalt daselbst, seinen Namen mit den nötigen Daten in die Fensterscheiben eingegraben, worunter sich Familiennamen von recht gutem Klang befinden. Schade für die Carcerwände, weil die Räume später bewohnt worden find und neu getüncht wurden, da fraglos damit manche Inschrift, die vielleicht Interesse haben würde, für die Nachwelt verwischt ist. Jedenfalls, und das ist das Erfreuliche an der Sache, wird das Gebäude, welches bisher einen recht ruinenhasten Eindruck, besonders auf den Fremden machte, nach seiner Fertigstellung, die bis zum Herbst kommenden Jahres beendet sein soll, eine Zierde des Brandplatzes und damit unserer ganzen Stadt werden. * Die Schnitzeljagd, welche von den Wanderern G. R.-G. am verflossenen Sonntag geplant war, konnte des schlechten Wetters wegen nicht stattfinden, doch wird dieselbe bei günstigem Wetter am Sonntag über 8 Tage abgehalten werden. ** Silbernes Dienst-Jubiläum. Die Haushälterin Louise Tissen beging in dieser Woche ihr 25jähriges Dienstjubiläum im Hause des Geheimrat Professor Riegel. Sämtliche Mitglieder der Familie des Dienstherrn sowie deren zahlreichen Freunde, beglückwünschten und beschenkten die Jubilarin aus diesem Anlaß. ** Ein schweres Unglück ist vorgestern mittag am Seltersweg glücklicherweise vermieden worden. Zum Neubau des Glasermeisters Hirz daselbst, gegenüber der Plockstraße, hatte der Spediteur Lynker eine 26 Ztr. schwere Kiste angefahren, in der vier Spiegelscheiben für die neuen Erker verpackt waren. Schon stand die Kiste, welche die Form einer riesigen Tafel hatte, mit der Kante auf dem Straßenpflaster. Meister Hirz wollte dieselbe mit einigen Leuten toeiter fdjaffen; da schlug dieselbe um und begrub somit tatsächlich einen dabei thätigen Arbeiter. Den zahlreichen Zuschauern der Szene entfuhr ein Schrei des Entsetzens Zum Glück war eine kleinere Kiste mit Glas vorher abgeladen worden, und das Vorhandensein derselben rettete dem beteiligten Arbeiter das Leben. Die umgestürzte Kiste war darauf gefallen und lag infolge dessen etwa mannshoch frei von der Erde. Kreideweiß und an allen Gliedern zitternd, kroch der Arbeiter darunter vor, ohne den geringsten Schaden erlitten zu haben. Die vier großen Spiegelscheiben sind aber bei der Affaire in Scherben gegangen. ** Dauthätigkeit. Bei dem überaus milden Wetter, welches wir bis jetzt hatten, hat die Bauthätigkeit, besonders in der Außenstadt, bis jetzt nicht nachgelassen, und sind Maurer und Zimmerleute immer noch stark beschäftigt. In der Altstadt dagegen, besonders dort, wo es sich im laufenden Jahre um die Errichtung von Geschäftshäusern handelte, sind dieselben bereits fertig und bezogen oder wenigstens bis aus den inneren Ausbau vollendet. Nach den bisher vorliegenden Aufträgen wird die Bauthätigkeit in der Altstadt für das kommende Jahr stärker sein denn je. Man . erfahrt, daß u. a. der letzte noch freie Bauplatz um Seltersweg, die Ecke am Seltersthor, für die Firma Eberhard Metzger mit einem vornehmen Geschäfts- Haus bebaut wird, weiter daß Gärtner Georg und Friseur Tichy, die gemeinsamen Eigentümer des beinahe schon baufälligen Hauses Ecke Seltersweg und Goethestraße, sich freundnachbarlich dahin geeinigt haben, an Stelle des abzureißenden Gebäudes einen modernen Neubau mit 2 Läden zu errichten. In der Marktstraße wird die Firma I. Schmücker vormals H. M. Jughardt (Loose Riemen) einen Prachtbau errichten, auch von sonst geplanten Neubauten an Stelle alter nicht mehr zeitgemäßer Häuser in der Altstadt hört man in den beteiligten Kreisen sprechen, so daß die Bau- Handwerker im Jahre 1900 vollauf beschäftigt sein werden. ** Wegen Diebstahl verhaftet. Ein hier m Stellung gewesenes Dienstmädchen wurde gestern verhaftet. Dieselbe verübte bei ihrer Herrschaft hintereinander verschiedene Diebstähle, indem sie eine goldene Uhr, Ringe, einen wertvollen Regenschirm u. s. w. entwendete und die Sachen an verschiedenen Orten des Hauses, unter dem Dache u. s. w. versteckte. R. Wieseck, 15. November. Heute feierte der Werkmeister Heinrich Schreiner mit seiner Ehefrau, Elisabethe, i 9^. Möser, die silberne Hochzeit. Seine beiden Chefs, die Herren Meyer und Günther überbrachten demselben wertvolle Geschenke. Der Turnverein brachte dem Jubilar abends ein Ständchen._______________ Vermischtes. • Aschaffenburg, 14. November. Pech hatten Ein- brecher, die, wie schon mitgeteilt, seit einiger Zeit unsere (Stabt unsicher machen. Sie stiegen vergangene Nacht im Kontor der Aktien-Bierbrauerei ein, erbrachen dort den eisernen Geldschrank und schleppten sodann einen ge- panjertcu Kasten im Gewicht von zirka 2 Zentnern mit. Sie dürften jedoch beim Oeffnen kein sonderlich vergnügtes Gesicht gemacht haben, denn in dem Kasten befanden sich nur Dokumente, die für Fremde ganz wertlos sind. Der eqerne Kasten ist bis jetzt noch nicht aufgefunden worden. Hamburg, 16. November, 10 Uhr 30 Min. vorm (Telegramm des ,.G. A) Der auf der Fahrt von New-York nach Hamburg befindliche Dampfer „Patna" der Hamburg-Amerikan scheu Packetfahri Gesellschaft ist auf der Nordsee in Brand geraten. Die an Bord befindlichen Passagiere, 150 an der Zahl, konnten von dem vorüberfahrenden Dampfer „Sirius" gerettet werden. Der Dampf er segelte nach Dover, woselbst er die Passagiere landete. Dieselben wurden im dortigen Seemannshause und in Hotels untergebracht. Ueber den Verbleib des in Brand geratenen Schiffes ist bisher nichts bekannt. Es verlautet, daß ein Teil der Mannschaft verloren gegangen ist. (Nach unseren sofort angestellten Anfragen heißt der Kapitän Fröhlich. Der Dampfer ist am 4. November von Newyork abgegangen, hatte keine Kajüten- passaglere an Bord und gehörte der Firma Sloman u. Cie. Am 26 November sollte er von Hamburg aus wieder in See gehen. D. Red.) * Berlin, 15. November. Eine Pulverexplofion sand heute nachmittag bei dem Hofbüchsenmacher Förster, Taubenstraße 50, statt. Das Personal rettete sich, indem es den Weg durch die Fenster nahm, wobei sich zwei Personen Schnittwunden zuzogen. • Markt-Redwih, 15. November. Durch einen ge= meinen Rohheitsakt wurde die hiesige Bevölkerung in Aufregung versetzt. In einer der letzten Nächte wurden auf dem protestantischen Friedhöfe eine Reihe der schönsten und wertvollsten Grabsteine ruiniert; Steinkreuze tvurden^ abgebrochen und umhergeworfen, andere wider- standsfähigere verbogen. Ein Engel (Grabmal der Familie Pöhlmann) wurde herabgeworfen und so vollständig zertrümmert, daß von der ganzen Figur aber auch nichts mehr zu erkennen ist. Die Gendarmerie fahndet eifrig nach den Thätern. * Budapest, 14. November. Nach dem „Pester Lloyd" ist eines der berüchtigten Mitglieder der internationalen Madchenhändler-Gilde, der aus Galizien gebürtige Salomon Bahr, in die Hände der Polizei geraten. Bahr befaßte sich namentlich mit dem Export ungarischer Mädchen nach dem Orient. Die Zentrale der Bande, der Bahr angehört, befindet sich in Konstantinopel (Galata); Filialen sind in Pest, Belgrad, Sofia und Smyrna. Die Mädchen wurden als Kassiererinnen, Hotel-Stubenmädchen und Bonnen mit der Aussicht auf eine glänzende Bezahlung engagiert. Waren sie aber einmal über die ungarische Grenze gebracht, dann wurde ihnen gegenüber über ihr künftiges Los weiter kein Hehl gemacht. In Galata wurden die Unglücklichen förmlich zu Markte geführt; für junge schöne Mädchen wurden Preise bis 1500 Gulden nach unserem Gelde gezahlt. Minder schöne Mädchen wurden für 400—600 Gulden losgeschlagen. Die Abnehmer rekrutierte« sich durchwegs aus Besitzern von öffentlichen Häusern. Die Mädchen werden in diesen Häusern streng gehütet und nur in den seltensten Fällen gelingt es ihnen, teils durch Loskauf mit Hilfe eines reichen Galans oder durch die Flucht ihre Freiheit wiederzugewinnen. Bahr war gegen« »artig auf einer Geschäftsreise in Ungarn begriffen. Hin tn der Hauptstadt hatte er eine Jahreswohnung in der Kazinczygasse Nr. 43, wo auch seine Verhaftung vor- genomme« wurde. Gleichzeitig wurde Irma A., eine seiner thätigsten Agentinnen, hier verhaftet. * Paris, 15. November. Der ehemalige ZeitnngS- herauSgeber und Bergwerksbesitzer Hubert Debronffe vermachte den öffentlichen WohlthätigkeitSanstalten fern . öcroiög" its vor v" hat bereits " ß ? Millionen ^^Autverpeo- 29 Nebel m der $ Schnellzug, W"15töt amiW Ä LLSL nur nod) deutsche Sl' Wich der W* tzesangdemn der . mMeiME N ölontaa üut) leuchtet miße Schneedecke. 2 geschneit. - Der Slt -er dec Dienstknechl Sie Frevellbat in L Staalsminister Rothe staatsanwalt Dr. Lom mar enorm, sogar o beseht. Ser Wer tönbiflunfl M lobest ftoblttti, 15.31 wurde der UUWmMI vnl Roblttti, 15. EchwurtzMls ist fr srtedensbruch? teilweise nachtrLgtich und ter Pclvatpaso Aachm, 16.: den Fabrik urteilte die ©kaffat 8 r f u i; densSlsc singntsstrasm von s (fit unb 3nl übernimmt bi Den Passanten uu abend zwischen 1 und hielt nämlich muhten die Ärmsten e länger, mitten aus dec kommen sollten Mit dem Glocke, w stürzten die Masse Schutzleuten vorbei, f blick zurück lassend dieses nicht verraten, »eit größte Teil nicht worfkllungen eine . «lern man barui Züchtungen treffen l ^eatn zu erleichtern «Wz Htm H Sam«« d-„ «oradend 481 ^'ifktfidrung, 1 Mfiiint/f c> . Sabbat 4» Nid M D ern her s, A 2 St. tu »chU : Weit in 6öt.' '6 eS®1« L?in" 'üjpifc {?>.* §L-°Kr °krnen 3iPllt,an Stelle hJ ■ Steinen) fih.u^Wtt * in £"« W Men, (o" Akt Mr blWo t £ b,e ®«> Mrd- ft '^.N Mtte« $i,, ! ■ f" «nig« Seit Bfttt egen vergangene 9ta6t i® ,cr/r tin' erbrachen dort Wa sodann einen ge- Zentnern mit. ' ;e n ^erlich vergnügter em ^sten befanden sich OR tottftH ta an^u^a tooM. 10 Uf)t 30 Mm. tjorm. ani der Fahrt von 9 befindliche Daw-sn schen Palketfahki-Gesellschast mten. Die an Bord ln der Zahl, konnten n Dampfer „SiriuS- ersegeltenachDover, ' landete. Dieselben ewannShause und ii btt bin Strbltü btS in bifyt nichts bekannt. Ss Mannschaft verloren ge« fort angeMen Anfragen Der DM^er \\X am wtzw, hatte lerne Sajitten' der Firma Sloman u. Cie. i Hamburg aus wieder in Eine Pulverexplosion josbitchsenmacher Förster, Personal rettete sich, indem ihm, wobei sich zwei Per» iber. Durch einen ge- bit hiesige BevMrm-« der letzten Nächte »lirde» rirdhofe eine Reche der leine ruiniert; TteinKenx eraeworfen, andere W rnqtl (Grabmal der Famsirr 7 und s° vollfiäudtg zer« ” gLt aber M * Mai btt» «M,r Jiebet btt ■ !& •« sich in Sonpant«10^ r'u-Ls B*a»ss s'° °b°r «*' >« .« ”urbt '! ->n S,i°'- "Ass* ®'s äufern PJ ,,il« durch (* Ä du-» d« ■» ®a%# w°r SL i« L hnuug «i * < 3j6r » '„ßA-1* S ,er ' gesamtes vermöge« im Betrage von 30 Millionen. Debrousse bat bereits vor mehreren Jahren der „Assistance Publique- 5 Millionen znr Errichtung eines GreisenversorgungShanses gespendet. * Antwerpen, 15. November. Die Zahl der Ertrunkenen bei dem Untergang des Dampfers „Belgique" be trägt 70. Die Ursache der Katastrophe ist in dem Bruche der Steuerschraube zu suchen. • Rotterdam, 15. November. Heute früh 1 Uhr 29 Min. stieß der Vlissinger Schnellzug bei starkem Nebel in der Station Capelle auf einen anderen Schnellzug. Der Zusammenstoß war furchtbar. Fünf Personen wurden getötet und 29 verletzt. Bon den Verletzten sind 15 tätlich verwundet. * Aus Thüringen und der Rhön, 14. November. In Crawinkel wäre der Bahnhof beinahe ein Raub der Flammen geworden. Als der Bahnagent am Freitag früh den Dienftraum aufschloß, schlugen ihm Helle Flammen entgegen. Verbrannt find verschiedene Tische, Stühle, die Wanduhr, Cigaretten u. s. w. und sämtliche Akten. Entstehungsursache ist unbekannt. — Während der Treibjagd in der Alach er Flur schaffen sich zwei Jäger gegenseitig an. — Im Neudorfer Staatöforstrevier brach der dirigierende Treiber plötzlich zusammen; eine Kugel war ihm unterhalb des Schlüsselbeins eingedrungen. Der Treiber ist der Verletzung erlegen. — In Arnstadt ist dieser Tage ein Schornsteinfeger im Schornstein stecken geblieben. Da es auf anderem Wege nicht gelang, ihn aus dem Schlot berauszuziehen, mußte eine Oeffnung in den Schornstein gebrochen werden. — Die Großh. Schulinspektion in Dermbach hat verfügt, daß in den Sckulen des IV. Verwaltungsbezirks nur noch deutsche Stahlfedern Verwendung finden sollen. — Anläßlich der siegreichen Kämpfe um Ladysmith hat der studentische Gesangverein der „Paulina" in Jena an Dr. Leyds ein Glückwunschtelegramm gesandt, worauf telegraphischer Dank eintraf. — Montag früh leuchtete von den Höhen des Thüringer Waldes eine weiße Schneedecke. Namentlich bei Oberhof hatte es über Nackt stark geschneit. — Der Sitzung des Schwurgerichts in Rudolstadt, in der der Dienstknecht Hofmann aus Etzleben abgeurteilt wurde, der die Frevellhat in Oldisleben begangen hat, wohnten die Herren Staatsminister Rothe aus Weimar und Geheimer Justizrat Oberstaatsanwalt Dr. Lommer aus Jena bei. Der Andrang des Publikums war enorm, sogar die Straße vor dem Schwurgericht war dicht besetzt. Der Mörder zeigte keine Reue und trug auch bei Verkündigung des Todesurteils Gleichgiltigkeit zur Sckau. Gerichtssaal. Koblenz, 15. Nro,stkber. Im Kreuznachrr Aufruhr- prozetz wurde der Z uge Adam Makert heute vormittag wegen Meinetdsverdacht verhaftet. Koblenz, 15. November. In dreitägiger Verhandlung des Schwurgertckts ist die Augelegenheii dcö Kreuznacher Land- frievensbruckS noch nickt erledigt worden, weit 70 Zeugen, teilweise nachträglich, geladen find. Die Aussagen der Polizetbeemten und der Privaipersonen lauten sehr verschieden. Aachen, 1b. November. Im Anschluß an die Verhandlung gegev den Fabrikanten Hofflümmer au8 Düren verurteilte die Strafkammer heute 13Personen wegen Erpressung, Urkundenfälschung u. deral. mehr zu Zuchthaus- und Ge- sängnisstrafm von srchS Jahren bis zu einem Monat. Gingesandt. (Kür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 16. November 1899. Den Paffanten und Bewohnern der Wallthorstraße bot sich gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr ein interessantes Schauspiel. Die böse Polizei hielt nämlich die Pforten zum Stadttheater besetzt, und so mußten die Aermsten eine volle Stunde und manche vielleicht auch noch länger, mitten auf der Straße sichen und warten der Dinge, die da kommen sollten Mit dem Glockenschlag Vt8 Uhr öffneten sich die Schleusen, und so stürzten die Massen, an den in höchster Lebensgefahr schwebenden Schutzleuten vorbei, hinein, und den Zuschauern einen wundervollen Anblick zurück lastend. Wer nun die Massen waren, will Einsender dieses nicht verraten, aber soviel hat derselbe herausgefunden, daß der weit größte Teil nicht dem Stand angehört, für den eigentlich diese Bolksvorstellungcn eingerichtet sind. Wenn man darum von Seiten der Theater-Direktion keine anderen Einrichtungen treffen kann, um den niederen Klaffen den Zutritt zum Theater zu erleichtern, dann weg mit derartigen Volksvorstellungen, s. Gottrrdirnst irr der Synagoge, Samstag den 18. November 1899. Vorabend 48' Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Lchrifterklärung, Sabbathausgang 685 Uhr Gottesdienst der israelitischen KeligioasgefeLfchrK. Sabbathfeier am 18. November 1899. Freitag abend 4« Uhr, Samstag vormittag 8»o Uhr, nachmittag 8 Uhr, Sabbathausgang fc*5 Uhr. WochengotteSdienst morgens 7 Uhr, abends 4 Uhr. Dandel und Uerkehr. Volkswirtschaft. Gieße«, 16. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 0.93—1.20, Hühnereier per St. 7—9 4, 2 St. 00—00 -H, Enteneier 1 St. 0-0 H, Gänse- eier per St-U—00 Käse 1 Sl. 5—8 H Käsematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 80 Tauben per Paar A 0.70—1.00, Hühner per St. A 0.90—l.cO, Hahnen per Stück A 0 70 -LOO, Enten per St. A 1.70—2.20, Gänse per Pfund A 0 60—0.56, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleffck per Pfd. 62—64 4, Schweinefleisch per Pfd. 66—74 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 A. Hammelfleisch per Pfd. 50—60 A, Kartoffeln per 100 Kilo 3.-0 btt 4 25 A, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. A 5.00—5 50, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgen- biS 2 Uhr nack mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden Frankfurter Börne vem 15. November. Wechsel auf New-York zu 4.19Va-20*/t- Prämien auf Kredit per ult. November 1 05 / , do. per ult, Dez. 2.75 / , Diskonto Kommandit per ult. Noy. 0 90 / , do. per ult. Dez. 2 20 /o, Lombarden per ult Nov. 0.55%, do. per ult. De«. 0.90 /ß. Staatsbahn per ult. Dez —.—%. Notierungen: Kreditaktien 280.00-000/ 0-000, Diskonto- Kommandit 191.20-00, Staatsbahn 140.30, Gotthard 142 80, Lombarden 32.10, Ungar. Goldrente 97.95, Italiener 92 9 ', 6prozentige Mexikaner —, 3proz. Mexikaner 25.90, Oestorr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.191/<, Privat-Diskont 5% /0 B H/a bis 2% Uhr: Kredit 23U.OU-OOO.UO, Diskonto Kommandit 191.20—00 00, Staatsbahn 140.70-000.00-00, Lombarden 82 20. Limburg a. d. Lahn, 15. November. Frucht markt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.1 Mk, Weißer Weizen 13.— Mk., Korn 11.66 Mk, Gerste 9 80 Mk., Hafer 6.71 Mk., Erbsen -.— Mk., Kartoffeln —Mk. Mannheim, 15. November Getreidemarkt. Trotz ziemlich schwacher Kauflust zeigte sich im Geschäft eine kleine Besserung Preise per Tonne cit. Rotterdam: Saxsonska Mk. 133 bis 140, Südrussischer Weizen Mk. 121 bis 148, Kansas II Mk 123 bis 124, Redwinrer Mk. 124, La Plata sag. Mk. 121, feinere Sorten La Plata Mk. 125 bis 132, Russischer Roggen Mk. 111 bis 115, Western-Roggen Mk. —, altes Mixed-Mais Mk 80, neues Mixed-Mais November-Februar Mk. 79, La Plata-Mais rye lerms Mk 78. Russische Futtergerste Mk 99 bis 105, Weißer amerikanischer Hafer Mk. 104, Russischer Miltelhafer Mk. luO bis 104, Prima russischer Hafer Mk. 105 bis 115. Tabak. Amsterdam, 13. November. Der Oktober-Bericht des „Deli Courant“ besagt, daß die im letzten Monat geschnittenen Restanten der Ernte genügend Regen hatten und daß nach Pflanzerurteil der Gesamtausfall des 1899er Sumatra Gewächses befriedige, indem nur einige durch Dürre besonders heimgesuchte Plantagen geringe Beschaffenheit meldeten. Der quantitative Ertrag wäre ebenfalls günstig und die diesjährige Produktion noch größer wie der Jahrgang 1898 — Privatnachrichten stellen die Aussichten der 1899er Sumatra-Ernte jedoch weniger optimistisch dar, da solche die frühen gut beregneten Pflückblatt- schmtte zwar loben, das Hauptquantum der späteren Stammblattschnitte aber als unausgereift bemängeln. — Die nächste hiesige Java-Einschreibung findet am 28. ds statt. — Der Vorrat in erster Hand umsaßt heute hier: 1686 P. 1898er und 11.494 P. 1899er Java, — P Sumatra, 408 P. Borneo, 978 P. Mexiko und 296 P. Florida. (Fft. Ztg ) Arueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „ßetDlb*. Berlin, 16. November. Der Kaiser nahm gestern mittag die Meldung des neu ernannten Oberst-Kämmerer Grafen Friedrich zu Solms-Baruth entgegen. Berlin, 16. November. Die sozialistische Reichstags-Fraktion trat gestern abend unmittelbar nach Schluß der Plenarsitzung des Reichstages zusammen, um über ihre Stellung zum Entwurf betreffend den Schutz des gewerblichen Arbeits-Verhältnisses eingehend zu beraten. Die Partei wird sich dem Entwurf gegenüber ablehnend verhalten. Hamburg, 16. November. Die Polizei verhaftete eine aus 6 Mann bestehende Einbrecherbande, deren Anführer ein viel bestraftes Individuum Namens Bossow war. Die Bande hat in t>en letzten Tagen zahlreiche Einbrüche ausgeführt. — Starker anhaltender Regen hemmt die Schiffahrt auf der unteren Elbe. Brieg (Schweiz), 16. November. Nachdem gestern nachmittag zwischen den Unternehmern und den Strikenden ein Vergleich zu stände gekommen war, verwarf gestern abend eine 800 Manu starke Arbeiterversammlung die Abmachungen und beschloß die Fortsetzung des Strikes. Die Lage ist sehr kritisch. London, 16. November. Nach der Rückkehr des Lord Salisbury aus Windsor hattrn der deutsche, russische, österreichische, italienische und türkische Botschafter Konferenzen mit Salisbury. London, 16. November. Ueber den Schiffbruch des amerikanischen Kreuzers „Charleston" wird aus Washington gemeldet, das Marine-Departement habe keine Hoffnung auf die Rettung dieses Schiffes. Die Kaiserreise »ach England. Brüffel, 16. November. In den Kreisen der hiesigen Transvaal-Gesandtschaft sucht man der bevorstehenden Reise KaiserWilhelms nach England den Charakter eines politischen Ereigniffes abzusprechen, was auch daraus hervorgehe, daß Kaiser Wilhelm alle Einladungen der City abgelehnt habe. Es sei dies ein Beweis dafür, daß Deutschland trotz des Samoa-Vertrages sich freie Hand in der Transvaalfrage gewahrt habe. London, 16. November. Der „Manchester Courier" meldet, Kaiser Wilhelm bringe als Geschenk für die Königin Viktoria ein künstlerisch ausgeführtes Exemplar seiner Oberon-Bearbeitung mit. Zu den österreichischen Wirre». Budapest, 16. November. Aus absolut sicherer Quelle verlautet, daß Ferdinand Horansky, der. Präsident der National Partei, schon in den nächsten Tagen Minister des Innern wird; wenn der Präsident des Abgeordnetenhauses Perczel abdankt, tritt der Präsident des Bank- Vereins, Desider Szilagyi, an seine Stelle. Minister- Präsident Koloman Szell will diesen dadurch politisch kalt stellen. Budapest, 16. November. Die Unabhängigkeits- Partei bat beschlossen, jede Erhöhung der Quote auf dem Wege der offenen Obstruktion zu bekämpfen. Budapest, 16. November. In der Ofener Hofburg fand gestern vormittag unter dem Vorsitz des Kaisers ein Kron rat statt. Gegenstand der Verhandlung bildete die definitive Feststellung des gemeinsamen Budget-Voranschlags. Wien, 16. November. Hier ging gestern das Gerücht, gegen den Bürgermeister Dr. Lueger sei ein Attentat verübt worden, das auch gelungen sein sollte. Aus den Cafes liefen zahlreiche Anfragen bei den Zeitungs-Redaktionen ein. Das Gerücht hat bis zur Stunde keine Bestätigung erfahren. Wien, 16. November. Das von tschechischer Seite verbreitete Gerücht, der Ministerpräsident, Graf Clary, sei deshalb nach Budapest gereist, um dem Kaiser die Demission des KavinettS zu überreichen, wird von unterrichteter Seite als gänzlich erfunden bezeichnet. Englavds Schwierigkeiten wachsen. London, 16. November. Das Vorrücken des Mahdi im Sudan ruft in den hiesigen Regierungskreisen Besorgnis hervor, umsomehr, als auch aus Indien beunruhigende Meldungen einlaufcn. Vom Kriegsschauplatz. Ladysmith kapituliert! Endlich dringen authentische Nachrichten über die weiteren Niederlagen der Engländer in die Oeffentlichkeit: London, 16. November. Jetzt werden schon Einzelheiten über die Kapitulation von Ladysmith bekannt. General White hat die Stadt übergeben, nachdem ein fünf Tage währendes Bombardement seine Artillerie kampfunfähig gemacht und ein zweitägiges Gewehrfeuer die Garnison dezimiert hatte. Die Nachricht des Reuter'schen Bureans, daß die Buren von den Engländern durch einen nachträglichen Bajonnetangriff vor Mafeking am 25. Oktober aus den Laufgräben geworfen worden seien, ist falsch. Nach einer Meldung der „Times" wiesen die Buren, nachdem sie sich von der Ueberraschung erholt hatten, den englischen Angriff zurück, wobei sie allerdings hundert Mann verloren haben sollen. Bei Tagesanbruch wurde eine zweistündige Waffenruhe zur Beerdigung der Toten vereinbart. Zwischen der Delagoa-Bai und den Limpopo Inseln wird jetzt eine besondere Ueberwachung, ausgeübt, da trotz der kreuzenden englischen Kriegsschiffe große Quantitäten Kriegsmaterial an dieser Küste für Transvaal eingeführt wurden. * * • Brüffel, 16. November. Heute findet im Volkshause ein großes Meeting zu Gunsten der Buren statt. Die besten Volksredner wie Dhäns, Anscelo und Vander- vclde werden das Wort ergreifen. — Unter den 10 Aerzten, welche am 22. d. M. mit der belgischen Ambulanz nach Südafrika abgehcn, befinden sich 8 deutsche. FMdHck.WkM.iz,s<> und höher — 14 MeterI — porto- und zollfrei zugesandt! Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbiger „Henneberg-Seide" von 75 Pfg. bis 18,65 per Meter. 7326 G. Henneberg, Seiäen-Fabrikant (k. u. k. Hofl.) Zürich. Ketten- 14. eKiia-6eM-cKon|«^tion. Anfertigung nach Mass in eigener IFerkstätte. Giessen Kirchenplatz 11, gegenüber der Stadtkircha, Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartevstraste L. 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Bahtthofstratze 27. beten 8039 Verantwortlicher Redakteur H. ft o eg ter. — Druck und Vertag der vrühl'jchen UmvcrfitälS-1 Hufeisen-H-Stollen (Patent Neuss) Offene Stellen Vermietungen verschiedenes Wietgeluche;1 Zu verlmnfon Mathilde, seine Frau, Adele, seine Tochter, OSkar Schumann Beruh. Voß, Kanzleirat, Ferdinand Winkler Witwe Lerche Luise, deren Tochter, Marie, Dienstmädchen, Friedrich, Hausdiener, Tante Röper Gleichenberg,Buchhalter, Lager in Stoffneuheiten. Aug. Montanus Nachfl., Inh, R & M. Imheuser, Giessen, Marktplatz 9—10. Die Beerdigung findet Samstag den 18. November, nachmittags V23 Uhr, vom Sterbebause. Mühlaasie 18, ans statt. 8049 Giessener Stadttheater. Freitag den 17. November 1899: 23. Vorstellung im Abonnement. Der Kompagnon. Lustspiel in 4 Akten von Adolf L'Arronge. Aelterer Kaufmann sucht Per 1. Dezbr. behaglich möbl., sonniges Zimmer, womöglich mit ganzer Pension, in gutem Hause. Badegelegenheit für kalte Bäder erwünscht. Gefl. 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Auch wem unerwartet uwsangrei wurde, so geniert da eigener Erfahrung, arbeiten für Weihna Hausstau, die sich sor Mädchen aufmerksam des Jahres ruhig m toenn etwa bei ihrem fttJM eilig geschs ^re Kinder öfter al6 xnb dort stundenlan W «olt nur bei totod JMfigen U( tn find weniger tlQupt weniger fürs Z Witte Ä»«|. Wenn'shochk Hand genommen- m 'and dann ein n Wtnmengeleimt, desii an,w fofort ssägn bi,Zritunt, L.-.ZS: 8.Ä; HhASlnotb ?cmenKr?at er in . La^olki 8? Halbing SÄ* 8bungmater^^'nk^