1S9O Dienstag den 17. October Amts- unb Anreigeblatt für den Ureis Gieren. Arzt ICO 50 jjjj? 12 ÄSe Lvzrigen-Bermtttlimi»fteüeu des In» und luilaafcat nehmen Antki,eu für den Gießener Inytget artye«, Kck 6 Steppe. ÄtMtbn, »p-edition und Druckerei: -chnkßrnße Zlr. 7. rein, «fnntmtag »mittags 5 Uhr, bäudes. l des Vorflander. Ser- nit iotzn, abends BeeeNit An,eigen jn der nnchmittazs für den ßitG«ß« X*| erscheinenden Nummer dis eene. 16 Uhr, Sr'^l gü.9» als auf die gewählte Zeit zum Segen seiner Gemeinden thätig zu sein. . 4- Grünberg, 15. Oktober. Mit Beginn dieser Woche teht unsere Sladt unter dem Zeichen des Gallus- marktes, der nächsten Mittwoch und Donnerstag hier tatlfindet. Altem Brauche zufolge wird der Markt, der mehr den Charakter eines Volksfestes trägt, von den Bewohnern der Gegend, selbst aus dem höheren Vogelberg, in der Regel sehr zahlreich besucht, da die Feldarbeiten bis dahin in der Hauptsache beendigt sind. Leider mußte die Abhaltung des für den ersten Gallusmarkttag vorgesehenen Liehmarktes wegen der in vielen Gemarkungen der Gegend herrschenden Maul-und Klauenseuche verboten werden. Für die hiesigen Geschäftsleute bedeutet dies einen erheblichen Ausfall Aber auch den Landwirten der Gegend, die auf dem Galludmarkt Ferkel oder Rindvieh gut zu verkaufen hofften, kommt dies Verbot sehr unerwünscht, zumal schon seit Wochen überhaupt keine Viehmärkte abgehalten werden durften. Bleibt das Wetter günstig, so dürfte auch diesmal wieder starker Zuzug zu erwarten sein. — Gegenwärtig werden die Ortschaften der Gegend wieder stark von Zigeunerhorden heimgesucht und die Bewohner von dem zudringlichen Gesindel sehr belästigt. Nicht feilen sieht man auch einzelne Mitglieder einer solchen Bande, mit Säcken ausgerüstet — angeblich nach Igeln suchend — durch Gärten und Felder streifen. Manche in den letzten Wochen vorgekommene Felddiebstühle dürften ohne Zweifel den Zigeunern zuzuschreiben sein. c -f- Nidda, 15. Oktober. Unter der hiesigen Jugend, namentlich bei Kindern von 5-7 Jahren, herrscht seit mehreren Tagen der Mumps in epidemischer Welse. So fehlten in einer Schulklasse an demselben Tage 12 von der im allgemeinen günstig verlaufenden Krankheit befallene Kinder. In dem benachbarten Michelnau mußte ein an Mumps leidender Junge operiert werden, weil infolge zu früher Unterlassung der Heilmaßregeln die Krankheit sich verschlimmerte. △ Aus dem Großherzogtum Hessen, 15. Oktober. Bei der unlängst zu Gießen abgehaltenen Wanderversammlung der hessischen Irrenärzte berichtete Herr Dr. med. Dannemann Gießen über einen sensationellen Fall von Selbstbeschädigung bei einer Hysterischen durch Beibringung von Nadeln. Das 23jährige, nicht belastete und aus mittleren Verhältnissen stammende Mädchen war bis zu seinem 16. Lebensjahre vollständig gesund. Seit 1896 führte es sich Nadeln ins Unterhautzellengewebe ein; auch will es Nadeln verschluckt haben. Als Motiv bezeichnet die Patientin Selbstmordversuch. Durch Verletzung edler Teile wollte sie ihr Ziel erreichen, ohne daß ihre Umgebung über die Todesursache ins klare komme. Sie befürchtete nämlich, durch offenkundigen Selbstmord ihre Familie zu blamieren. Es wurde indessen bald konstatiert, daß ein anderes, vor der Oeffentlichkeit nicht näher zu erörterndes Motiv zu dieser angeblich zwangsmäßig ausgeführten Handlung vorherrschte. Seitdem die Kranke Ende 1897 in ärztliche Behandlung kam, wurden etwa 70 Nadeln meistens aus Brust, Bauch- qeqend und den Schenkeln aus einer Tiefe von mehreren Zentimetern auf blutigem Wege entfernt. Verlegung in die 100.0° 000« »treffe für Depeschen: Artiger frUfc«*. Fernsprecher Nr. 51. Ht. 244 Zweites Blatt nwvteijäbrlidt 2 Mark 20 Pf§ monathd) 75 Psz mit Brmgerloß». Bei Postbezug 2 Mark 50 W Biertelfährlich. • Hoch, reg 4. Mit lei Km^I »te Gießener ■wrtca Bem «npifer Wßchttwich Btermel fcrtyktt rmn. 26. oder 27. Oktober oche durch Säulenanschlag. beu ein Traum" vor Gast. den bei Hem Challier, na der Sitzplätze möglichst 7423 972° 96.36 \ blökt. u- Gratisbeilage»: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, glätter für hessische YMskunde. Mehener Anzeiger Heneral-Anzeiger 25 40 100.06 48-8° Fokales und Movilyiettes. Aus Oberhesien, 15. Oktober. Der Leitartikel im 1. Blatt der Nr. 242 Ihres geschätzten Blattes ist jedem Menschen, der noch Sinn hat für Recht und Gerechtigkeit, insbesondere jedem Christen, aus dem Herzen geschrieben. Es liegt klar zu Tage: nur der nackte Ego ismus, bemäntelt mit allgemeinen Phrasen, half den frenetischen Kampf heraufbeschwören. Dessen ist sich nicht nur das Volk jeden zivilisierten Staates, ohne Rücksicht auf bte Partei, außer England, dessen sind sich auch manche Kreise des englischen Volkes selbst bewußt. Viel trauriger sieht sich aber die Sache an, wenn man erwägt, was die Engländer bezüglich des Christentums für sich in Anspruch nehmen, und seither auch mit Recht in Anspruch nehmen konnten. England ist das Land der Bibelgesellschaften, eine Million hat es schon gegeben zur Verbreitung des Gotteswortes durch den Druck der Bibel und deren Heber» setzung in alle Sprachen der Welt. Millionen giebt es aus für die Mission; die Sonntagsruhe wird geradezu rigoros gehandhabt — und was der Kern der Religion und des Gotteswortes ist, die Liebe gegen den Mit- Menschen, gegen den Christen, der auf demselben Bekenntnisboden steht, sie wird hier geradezu mit Füßen getreten. Englische Staatsmänner geben hier den Ton an, bte große Menge klatscht Beifall, bie speziell beteiligten Gelbmänner reiben sich hoffnungsfreudig die Hände. Fürwahr, ein trauriges, fagen wir es offen, ein ekelerregendes Schauspiel — traurig, daß solches überhaupt, daß solches bei einem christlich sein wollenden Volke möglich ist. Die Engländer waren nie bei anderen Völkern, was man „beliebt“ nennt, eben wegen ihres Krämer- und Schachergeistes, ob wir an ihr Verhalten im Kriege 1870/71 denken, oder an die Vorgänge der letzten Jahre gerade im Transvaalgebiete. Trauriger ist eben noch, daß von keiner anderen Seite ernstlich Einspruch gegen den Gewaltakt, wenn auch nur auf dem Papier, erhoben wird. Wahrlich, wenn man bedenkt, daß das 19. Jahrhundert unter solchen Vorgängen scheidet, wie der ungestraften Armeniergräuel vor einigen Jahren, der Dreyfusaffaire dieses Jahres, und nun die Burenvergewaltigung, dann mag es uns bange werden, was das 20. Jahrhundert bringen werde — einem Christen kann es nur die Schamröte auf die Wangen treiben, unb es sollte nicht tounber nehmen, wenn bie Schwarzen in Afrika unb die Muhamedaner in Jnbien sich ein Beispiel baran nehmen sollten und, weil Christen sich solches, erlauben auch für sich das Recht in Anspruch nehmen sollten, in gleicher Weise ihre Interessen unbekümmert um Treue und Recht auf blutige Weise zu verfolgen. Das Eine hält hier nur aufrecht: der feste Glaube an den endlichen Sieg des Rechts und der guten Sache, wie ihn die Geschichte schon so oft kundgethan hat. Spanien hat trotz seiner einstigen Macht, trotz seiner „unüberwindlichen" Armada im Lause der Zeit feinen Richter und sein Gericht gesunden; England, das sich an seine Stelle auf der See gestellt hat, wird, wenn es so weiter fährt, trotz der vergönnten „Dum-Dum-Geschosse", auch seinen Richter finden. (Wir geben vorstehendem Artikel um so lieber Raum, als begrüßen. Scherzend fragt ihn der Vater einst: .Sag' mal Hänschen, warum muß man das denn so machen? „Weil man sie lieber hat!" war die schiagserttge ritterliche Entgegnung. x • Der Ursprung der Tonsur. Im Altertum galt etu kahler Schädel für bas ehrenbe Abzeichen der Priesterkaste. Die ersten Bekenner bes Christentums trugen kurz geschnittene Haare, um sich von ben heidnischen Priestern zu unterscheiden, deren Kopf ganz kahl geschoren war. Die Büßer ließen sich zum Zeichen ihrer Demut ben Kopf vollstänbig rasieren, unb bie Mönche ahmten biefe Sitte bis zum 6. Jahrhunbert nach. Erst um biefe Zeit ließen sich bie christlichen Priester die Haare am Hinterkopfe kreisförmig ausrasieren. Ma» unterschied lange Zeit zweierlei Tonsuren: die eine, nach dem heiligen Paulus benannt, ging von einem Ohre zum anderen am Vorderkopfe, und war in der griechischen Kirche und in der Bretagne und in Irland im Gebrauch; die andere, nach dem heiligen Petrus benannt, nur halbkreisförmig, war in der römischen Kirche im Gebrauch. Erst das Kirchenkonzil in Toledo im Jahre 633 machte bie Tonsur in ber Form einer kreisförmigen Platte, als charakteristisches Abzeichen ihres Staubes, für alle Priester obligatorisch. * er sich mit unseren Ansichten über ben Transvaal-Krieg vollständig deckt. D. Red. W. Friedberg, 15. Oktober. Die kürzlich durch einige Blätter gegangene Notiz überErrichtung eines größeren Elektrizitätswerks bei Gießen muß dahin berichtigt werden, daß die „Aktiengesellschaft Elektrizitätswerke (vormals O. L. Kummer & Co.)" in Niedersedlitz bei Dresden plant, das genannte Werk auf einer der größeren Kohlengruben Oberhessens zu errichten. Wahrscheinlich wird es in der Nähe von Melbach gebaut, wo ein staatliches Bergwerk mit mächtigen Braunkohlenflötzen ist. Die Verhandlungen mit Großh. Ministerium sind soweit vorgeschritten, daß die Erbauung voraussichtlich schon im nächsten Jahr vorgenommen werden kann. Es ist zunächst projektiert, allen Orten im Umkreis von 25 Kilometer, soweit sie es wünschen, Strom für Licht- und Kraftzwecke abzugeben. Die genannte Gesellschaft beabsichtigt ferner eine elektrische Bahn von Friedberg nach Nauheim und von hier nach Ufingen, sowie eine Drahtseilbahn auf den Johannisberg zu bauen. Auch bewirbt sie sich eben um ben Bau der Bahn von Ranstadt durch das mittlere Niddathal, die ebenfalls elektrisch betrieben werden soll. Sie will diese statt in Assenheim in Friedberg endigen lassen. Den einzelnen beteiligten Gemeinden wäre das lieber, weil einmal bann Ossenheim angeschlossen werben kann unb Assenheim fern Entgegenkommen Heigt, während Friedberg große materielle Unterstützung in Aussicht gestellt hat, wenn bie Bahn bort endigt. Ein Ingenieur wird nächste Woche die Strecke bereisen und dem Komitee Bericht erstatten. n Bannerod (Kreis Lauterbach), 14. Oktober. Gestern fand hier Bürgermeisterwahl der hiesigen Bürgermeisterei, bestehend aus den Orten Bannerod, Nösberts, Vaitshain und Weid-Moos statt. Gewählt wurde unser seitheriger Bürgermeister Schmalbach, zum zweiten Male auf 9 Jahre, einstimmig mit 69 Stimmen, welche nur von 80 Wahlberechtigten abgegeben wurden. Nach der Wahl sand dann ein gemeinsames kleines Fest für die Wähler statt, wobei es an dem nötigen Essen und Trinken nicht mangelte. Herr Lehrer Engel hier veranstalte einen Fackelzug durch die Ortsstraßen, hielt bann eine kurze Ansprache an die Wähler, worin er unter anderem betonte, daß die Wähler es verstanden haben, nur wiederholt den richtigen Mann gewählt zu haben, welcher schon seit 9 Jahren unsere Bürgermeisterei zum Wohl und Segen sämtlicher Ortsbewohner geführt hat. Möge es ihm vergönnt fein, noch lange Jahre dieses Amt so weiter zu führen zu Nutz unb Frommen ber genannten vier Orte, in gewissenhafter Pflichterfüllung sowohl nach unten als nach oben. Bürgermeister Schmalbach erwiderte diese Rede mit einem herzlichen Dank. Der hiesige Gesangverein, unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrer Engel, trug bann einige patriotische Lieder vor. Bei gemütlichem Beisammensein verweilte man dann noch bis nachts gegen 2 Uhr. Wie diese Wahl so ruhig unb srieblich herging, bürfte heutzutage wohl selten vorkommen. Auch sinb bie Gememben mit bem Gewählten sehr zufrieden. Heute wurde der hier übliche Mai gesteckt. Möge cd ihm vergönnt fein, auch noch langer 01t Abriss Hk uni \ .L IO6 Feuilleton. • Aus bet Hochwildjagd. Di- .Grazer Tagespost" erzählt folgendes Geschichichen: Bei einer vor ein paar Tagen in Obersteiermark abgehaltenen, durch die Unbilden der Witterung leider sehr beeinträchtigten Hochwildjagd war unter anderen Jabgästen auch ber Prinz von Orleans an- wesenb, ber in fremden Zonen schon unterschiedliches Wud, sogar Elefanten, erlegt, aber noch nie Gelegenheit gehabt hatte, in ben Alpen einen Hirsch zu erlegen. Natürlich wenbete sich bas allgemeine Interesse bem fremden Jagdgast zu, und die Worte „Prinz" . . . „Prinz von Orleans" gingen von Mund zu Mund. Nach einigem Zögern wendete sich ein obersteierischer Jäger, mit der bekannten gemütlichen Zutraulichkeit auf den fremden Jagdgast zutretend, mit der Frage an ihn: „Nix für ungut, Euer Gnaden! San So vielleicht« Sohn von der Jungfrau von Orleans?" ♦ Die Wanduhren schlagen ans! Wie die Deutsche Uhrmacher Zeitung berichtet, sahen sich die Wanduhrenfabriken Deutschlands infolge der stark gestiegenen Malerialpreise vor die Alternative gestellt, entweder geringere Qualitäten zu liefern ober ihre Preise um zehn Prozent zu erhöhen. Sie beschlossen bas letztere. Man kommt ja auch nicht allzu oft in bie Lage, eine neue Uhr zu kaufen, obaß es nicht viel verschlägt, wenn man bte kleine Preiserhöhung bewilligt, bafür aber bie Gewähr hat, auch fernerhin bie guten Qualitäten zu erhalten, bie Deutschland.au bem Gebiete ber Uhrenindustrte einen Weltruf verschafft ^abCtl» Der kleine Philosoph. Hänschen wurde einmal — so errnblt der .Tägl. Rundschau" eine Leserin — als Vierjähriger mit auf Reisen genommen. Seine Mutter zieht ihn morgens an, wobei der Kleine beim Anblick des katten Waschwassers recht ungeberdig wird und mit seinem Ge- sckrei das Haus erfüllt. „Warte, wenn Du nicht gleich ruhig bist, dann schicke ich Dich noch FrankfuN zuLo"e (dem Kindermädchen), dann kann tch Dich mch behalten und Dich nicht anziehen!" Da bncht es in leidenschaftlichem Schluchzen aus dem kleinen Mündchen hervor. „Das darfst Du nicht, Mami! Du darfst mich nicht fortgeben; ba*u hat der Klapperstorch mich Dir nicht gebracht; der hat gewollt, daß Du mich immer behältst, auch wenn ich ganz unartig bin!" Wie drollig richtig ist ber 93egnff der Mutterpflichten bei bem kleinen Manne! — Hänschen ist angewiesen, immer erst bie Damen, bann bte Herren zu 2-3 nachmittags. 03684 Migen I ktor, I fone P, iWiflt. Renten I -xbunaen an ba» SJuteau,b« I rhomaUM 1 J esucht ■ ,B Fabriken, , Kreisen besitzt. ihtungen (fc Fuhrwerkswagen, nasebine für Loim- isenverbfond leicW t, ‘""/“'toben Verdi«"81- ?ertr^er Ao«"' an ßnd0,‘ " M k M,,) !» >“efertit (PittStl W® Wö/ —--—' Klinik brachte der schwer Erkrankten baldige Beflerung. Man unterzog sie der Röntgen-Photographie und entfernte darauf weitere 30 Nadeln. In unbewachten Augenblicken unterliegt das unglückliche Mädchen regelmäßig seinem pathologischen Triebe. Trotz der ziemlich ungünstigen Prognose hofft man die Kranke retten zu können. Lauterbach, 14. Oktober. In der Großh. Molkereischule dahier werden junge Mädchen zu Meierinnen ausgebildet. Diese sind in Molkereien sehr gesucht und werden gut bezahlt. Die Molkereischule Lauterbach hat kürzlich drei Meierinnen in andere Stellen entlassen und es bezieht bei vollständig freier Station die eine ein Gehalt von 600 Mk. die beiden anderen ein solches von je 480 Mk. Jungen Mädchen, welche einen Beruf ergreifen wollen, kann deshalb der Besuch der Schule warm empfohlen werden, und es bietet sich für die Herren Pfarrer und Lehrer hier eine gute Gelegenheit, ihre Zöglinge paffend unterzubringen. Die aufzunehmenden Mädchen müssen aus guter Familie, gesund und kräftig sein und eine 1 bis 2jährige Lehrzeit durchmachen. So lange nicht alle Plätze besetzt sind, erhalten die Schülerinnen neben freier Kost und Wohnung einen entsprechenden Lohn für die zu leistende Arbeit. Die Direktion der Schule ist zu jeder weiteren Auskunft bereit. Mainz, 14. Oktober. Von einem bedauerlichen Schicksale wurde eine hiesige Familie betroffen. Das bereits erwachsene Mädchen der Familie wiegte sich, wie dies so häufig Kinder thun, zwischen zwei Stühlen; plötzlich kam einer der Stühle ins Rutschen, das Kind stürzte zu Boden und fiel so unglücklich auf den Hinterkopf, daß es alsbald betäubt war. Der Arzt konstatierte einen Schädelbruch und in einigen Tagen war das Kind tot. Möge das eine Warnung für Eltern und Kinder sein. 0 Mainz, 15. Oktober. Eine für Mainz und ganz Rheinhessen höchst wichtige Frage beschäftigt zur Zeit die städtische juristische Kommission. Es ist die Frage der Einführung der Ortsgerichte auf Grund des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches. Für Rheinhessen, in dem das Notariat schon seit langem besteht, ist die Einrichtung eine ganz neue, während sie in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen schon seit vielen Jahren besteht und nur den gesetzlichen Bestimmungen angepaßt zu werden braucht. Mainz, 14. Oktober. Untersuchung gegen einen Schutzmann. Vor einigen Tagen wurde mitgeteilt, daß gegen einen hiesigen Schutzmann eine Untersuchung eingeleitet sei, weil er eine Dame ohne genügenden Grund zum Bezirk sistiert hätte, was sich die Dame so zu Herzen genommen, daß sie drei Wochen später deshalb Selbstmord verübt habe. Nach den bisherigen Feststellungen hat der Beamte aber Grund genug gehabt, die Dame zur Wache zu sistieren, und war es seitens der Dame völlig falscher Ehrgeiz, sich deswegen das Leben zu nehmen. Der Vorfall, wie er der Untersuchung zu Grunde liegt, soll sich, uns gewordener Mitteilung nach, folgendermaßen zugetragen haben: Der betr. Schutzmann beobachtete am Nachmittag des 15. September, gegen 4 Uhr, von seinem Posten am Fischthor aus, die, übrigens sehr auffallend gekleidete Dame, wie sie annähernd eine Stunde lang in der Rheinstraße auf- und abging. Auf einmal mußte die Dame wohl ge« merkt haben, daß der Schutzmann sie, wenn auch unauffällig, beobachtete und nun ging sie auf ihn zu und fragte, was es hier für Sehenswürdigkeiten gäbe. Der Schutzmann wäre kein Polizist gewesen, wenn ihm das nicht aufgefallen wäre. Er mußte annehmen, besonders in Bezug auf die auffallende Kleidung der Dame, daß ihm diese mit ihrer Frage zuvorkommen wolle. Trotzdem gab er die verlangte Auskunft, unterließ es aber auch nicht, nebenbei nach dem Wohnorte der Dame zu fragen. Dies geschah zur gebotenen Information. Als er dann auch nach dem Namen der Dame fragte, da soll diese, welche auf einmal ängstlich geworden war, ihr Portemonnaie aus der Tasche gezogen haben und dem Beamten — wie von einem zweiten, in der Nähe stehenden Schutzmanne ebenfalls bezeugt werden kann — einen Thaler angeboten haben, indem sie gesagt haben soll: „Was wollen Sie eigentlich von mir, lassen Sie mich doch gehen!" Der Schutzmann lehnte das Geld ab und fragte, für was ihm die Dame denn eigentlich das Geld anbiete. Zur Antwort bekam er darauf: „Sie sind ein gemeiner Mensch." Nun erst forderte der Schutzmann die Dame auf, mit auf den Bezirk zu gehen, was geschah. Dem Bezirks-Kommissär, dem die Sache zur Entscheidung vorgestellt wurde, zeigte die Dame auf wiederholtes Ersuchen, sich doch irgendwie zu legitimieren, eine Kurkarte von Wiesbaden, worauf die Dame sofort entlassen wurde. Erst nach acht Tagen erschien die Dame später auf dem Polizeiamte und beschwerte sich, wobei sie aber das Anbieten von Geld und die Beleidigung des Schutzmannes eingestand, auch daß dieser erst nach diesen Geschehnissen sie sistiert hätte. Wenn sich die Sache so verhält, bemerkt der „M. A." wird man dem Schutzmann wohl nichts anhaben können. Bingen, 14. Oktober. Vor 14 Tagen zog ein etwa 40jähriger Mann aus Böhmen mit einer 20jährigen Frauensperson, gleichfalls Ausländerin, die er für seine Frau ausgab, hierher und mietete eine Wohnung, sowie einen Laden, angeblich um hier ein Bijouteriegeschäft einzurichten. Nachforschungen ergaben,^ daß der saubere Patron zu Anfang dieses Jahres seine Heimat und Frau und Kinder böswillig verlassen und mit seiner Geliebten nach Amerika verduftet war. Drüben ließen sie sich trauen, um bann nach mehrmonatltchem Aufenthalt ihr Glück wieder in Deutschland zu versuchen. Dieses Glück war jedoch nur von kurzer Dauer, dem gestern wurden beide f e st g e n o m m e n. = Aus dem Rheingau, 15. Oktober. Ueber den Johannisberg beziehungsweise dessen angeblich bevorstehende Verpachtung sind in den letzten Tagen zahlreiche Mitteilungen durch die Presse gegangen, die, wie wir aus genau informierter Quelle wissen, größtenteils der Richtigkeit entbehren. Zunächst ist bei den Beteiligten niemals die Verpachtung des berühmten Weingutes Johannisberg zur Sprache gekommen, sondern wurde lediglich bei einer vor einigen Wochen stattgehabten Anwesenheit des Prinzen von Metternich neben andern administrativen Erwägungen die Frage einer eventuellen Verpachtung des Schlosses Johannisberg, dessen ausgedehnte, prachtvolle Räume Jahr ein Jahr aus unbewohnt sind, angeregt. Vom dem Weingut ist dabei so wenig die Rede gewesen, wie von einer Verpachtung der dazu gehörenden Waldungen und Aecker. $rgenb ein Entschluß ist noch nicht gefaßt und läßt sich auch nicht so kurzer Hand fassen. Der gesamte Johannisberg, dessen gegenwärtiger Besitzer ein Bruder des Fürsten Metternich ist, der unter Napoleon III. erster Gesandte in Paris war, ist als sogenanntes „Lehnsgut" in den Besitz der Familie Metternich gekommen und wird darum heute noch ein Zehntel des Jahresertrags an den Kaiser von Oesterreich abgeführt und der deshalb bei einer eventuellen Verpachtung auch mit zu reden hat. Unter dem vorigen Besitzer vor dem Jahre 1870 war die Kaiserin Eugenie von Frankreich häufig Gast auf dem Johannisberg. ? Aus dem Großherzogtum Hessen, 15. Oktober. Der Wahlaufruf der hessischen Zentrumspartei für die bevorstehenden Landtagswahlen ist erschienen und sind in demselben folgende Grundsätze für die Wahl aufgestellt: zunächst keinen Abgeordneten zu wählen, der nicht unbedingter Anhänger des direkten Wahlrechtes ist. Ferner soll bei der Reform der Wahlgesetzgebung für Vermehrung und gerechte Verteilung der Wahlkreise unter Beseitigung jeder Wahlkreisgeometrie für Sicherung des Wahlgeheimnisses durch Einführung der Wahlkouverte und für Einführung der Wahlpflicht und der Proportionalwahl eingetreten werden. Bei der Uebernahme der Kosten der Fortbildungsschule durch den Staat soll die vollständige Verstaatlichung der Volksschule bekämpft werden. Für die Volksschullehrer wird gefordert, eine dem Beamtengesetz entsprechende Erhöhung ihrer Gehälter, Beseitigung der Beiträge zur Witwen- und Waisenkasse, und Erwerb aller Rechte definitiver Lehrer spätestens 5 Jahre nach bestandener Schlußprüfung. Der Weinsteuer wird nach wie vor Widerstand entgegen gesetzt und für Landwirtschaftskammern, Handwerkskammern und Arbeitskammern in jeder Provinz eingetreten werden. Weiter wird verlangt eine vom Staate geleitete Viehversicherung und eine staatliche Mobiliarversicherung, sowie man auch bereit ist, für jede Forderung der bäuerlichen Genossenschaften einzutreten und die verderbliche Wirkung der großen Warenhäuser zu beseitigen. Für die Entwickelung der Nebenbahnen, Beseitigung des Brückengeldes, Erbauung gesunder Arbeiterwohnungen und Ausbau der Fabrik-Inspektion soll eingetreten werden. Endlich soll jeder Versuch, die Koalitionsfreiheit zu beschränken, bekämpft, jeder Antrag zur Besserung der gedrückten Lage des Arbeiterstandes unterstützt und mit größtem Nachdrucke die Beseitigung der Schranken, welche der katholischen Kirche in den Zeiten des Kulturkampfes auferlegt wurden, gefordert werden. Krofdorf, 13. Oktober. Des Kaisers und Königs Majestät haben dem Förster Storck zu Forsthaus Waldhaus aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums den Königlichen Kronenorden 4. Klasse mit der Zahl „50" Allergnädigst zu verleihen geruht. Durch Herrn Oberförster Busold wurde Herrn Förster Storck im Beisein der Beamten die Allerhöchst verliehene Auszeichnung heute überreicht. Frankfurt, 14. Oktober. Die Fernsprechleitungen zwischen Berlin und Frankfurt a. M. waren in vergangener Woche auf längere Zeit unterbrochen. Diebe hatten die wertvollen Kupferdrähte auf etwa 50 Meter in der Nähe von Marienfelde gestohlen, sind aber bald darauf gefaßt worden. Rauschenberg, 14. Oktober. Dem Landwirt Johannes Wittekindt auf dem benachbarten Hofe Zitritzhausen wurden in den letzten Tagen 300 Mk. aus einer verschlossen Oberstube entwendet, ohne daß es bis jetzt den Polizeiorganen gelungen ist, etwas näheres über den oder die Thäter zu ermitteln. Die Frau des Wittekindt, welche das Geld zuerst vermißt hatte, soll den Verlust einige Tage ihrem Ehemann verschwiegen haben, was wohl auch dazu beiträgt, daß der Thäter noch nicht ermittelt ist. Hoffentlich entgeht derselbe aber doch nicht seiner gerechten Strafe. — Bad Salzschlirf, bei Fulda, Oktober 1899. Die Saison ist vorbei. Dem viel ausgesprochenen Wunsche mancher Kurgäste, den Betrieb des Bades auch für den Winter einzurichten, ist aus mancherlei Gründen vorderhand nicht zu entsprechen. Gerade bei den Krankheiten wie Gicht, Rheumatismus, Stein-, Nieren- und Stoffwechseleiden, welche der Solzschlirfer Bonifacius spezifisch intensiv ausheilt, spielt auch die Jahreszeit eine gewisse Rolle. Im Übrigen ist ja auch durch den Vrunnenversand dafür ge- orgt, daß die Kranken das Wasser im Winter nicht ganz zu entbehren brauchen. Abgesehen davon wirkt der Bonifacius in Flaschen genau so günstig, wie direkt von der Quelle. Das Wasser konserviert sich ausgezeichnet und übt eine Wirkung, besonders ambulando vor dem Frühkaffee genossen, in wünschenswerter, nicht allzu drastischer Weise. Wer nun Gelegenheit hatte, im Laufe der verflossenen Saison zu beobachten, welch' verändertes Aussehen das Bad von Jahr zu Jahr gewinnt, muß seiner Freude darüber Ausdruck geben, daß Salzschlirf immer mehr neue Freunde an sich zieht. Das Fremdenalbum weist wieder eine stattliche Reihe neuer Namen auf, deren Träger sich verpflichtet fühlen, einem engeren Kreise die Wiedererlangung ihrer Gesundheit in ausführlicher Weise darzulegen. Ein besonders interessanter Fall betrifft einen Lokomotivführer in Westfalen, welcher infolge gichtischer Beschwerden früher nicht im Stande war, weder die Seiten eines Buches umzublättern, noch feine Beine im Kniegelenke zu bewegen, und welcher heute seinen schwerer Beruf in voller Rüstigkeit versieht, ohne auch nur einen Tag aussetzen zu müssen. Aehnliche Fälle wiederholten sich in den verschiedensten Formen. Die Folge davon ist, daß Aerzte, welche die Vorzüge der Brunnen. Salzschlirfs nur aus den Merken medizinischer Autoritäten wie Mering, Kunze, Seitz, Nie- meyer, Cantani, Senator usw. kannten, durch ausgesprochene Heilungen, welche sich an ihren eigenen Patienten vollziehen, das Bad in neuerer Zeit vielfach aufsuchen, um an Ort und Stelle zu konstatieren, daß Salzschlirf dieselben Heilerfolge wie Karlsbad und Kissingen aufweist, die Gefahren der genannten Bäder aber ausschließt. Patienten, bei denen sich nach dem Gebrauche einer Kur in anderen Bädern die alten Schmerzen im Winter einftcHten, blieben nach dem Gebrauche einer Salzschlirfer Kur zum erstenmale während der Wintermonate von Schmerzen verschont. Allgemein anerkannt wurden die von der Kurverwaltung zum erstenmale gebotenen, meist improvisierten und un- gezwungenen Veranstaltungen, ebenso die Thätigkeit des neugegründeten Verschönerungsvereins, welcher es sich in dankenswerter Weise zur Aufgabe machte, die zahlreichen Spaziergänge in den Wäldern durch Markierungen zu bezeichnen. Das im vorigen Jahre in verschiedenen Zeitungen mißfällig beurteilte Zerwürfnis zwischen Bad und Gemeinde ist bereits seit Beginn der Saison mit dem Eintritt eine« neuen Badekommissars behoben, und es vereinigt sich dort jetzt alles nur in dem einen Bestreben, das Wohl und die Bequemlichkeit der leidenden Kurgäste zu fördern und das Bad auszubauen als heilkräftige Oase in der Wüste des nervösen Treibens unserer zahlreichen großen und kleinen Luxusbäder. Hanau, 14. Oktober. Ob er meister wähl. Inder am 12. d. M. in der „Schwedischen Krone" ftattgefunbenen stark besuchten Generalversammlung der Fleischer-Innung wurde Herr Metzgermeister Andreas Schindler zum Obermeister der Fleischer-Innung gewählt. Daß der Genannte, eine beliebte und in hoher Achtung stehende Persönlichkeit, die erforderliche Bestätigung erhält, darf wohl als sicher angenommen werden. Vermischtes. • Berlin, 14. Oktober. In dem Spielerprozeß bekundete Rechtsanwalt Wronke als Rechtsbeistand des geflohenen Wolff, daß sich dieser nach Beendigung des Prozesses dem Gerichte freiwillig stellen werde. * Spandau, 14. Oktober. Der Schauplatz einer Zigeunerschlacht war gestern eine Vorstadt von Spandau. Wegen eines Handels auf dem letzten Spandauer Pserde- markt waren Zwistigkeiten entstanden, die bald in Thätlich- leiten ausarteten. Es bildeten sich zwei feindliche Parteien, und auch Weiber und Kinder beteiligten sich an dem Kampf, der in der Nähe von Wohnhäusern an der Potsdamer Chaussee ausgefochten wurde. Die Schlacht dauerte geraume Zeit und zog auch die Bewohner einiger Häuser in Mitleidenschaft, in die ein paar hart bedrängte Zigeuner geflüchtet waren. Der Gastwirt Sorau schloß sein Lokal, weil ein Zigeunertrnpp es zu stürmen begann; Thüren und Fenster sind demoliert worden. Da es wegen der großen Entfernung vom Rathause unmöglich war, sofort polizeiliche Hilfe zu erlangen, so schickten die geängstigten Bewohner nach der benachbarten Trainkaserne, von wo bald einige Mannschaften herbeikamen. Diesen gelang es, die Ruhe wieder herzustellen, nachdem sie drei Zigeuner festgenommen hatten, die vorläufig in der Kaserne interniert wurden. Die später eintreffende Polizei verhaftete noch einen vierten Zigeuner; alle vier wurden in Untersuchungshaft abgeführt. Mehrere Teilnehmer an der Schlacht, darunter auch Weiber, find arg zugerichtet worden. • Koburg, 14. Oktober. Die Leiche des Erbprinzen Alfred ist in aller Stille von Gotha hierher übergeführt worden. Heute vormittag 10 Uhr fand im Mausoleum die Beifttzung statt. " Bremen, 14. Oktober. Der Mörder Kost, welcher im März b. Js. in Bremen die Köchin Vodicka aus Wie» ermordete und mit seiner Geliebten nach Chicago entfloh, wurde von Amerika ausgeliefert und ist in Bremerhaven eingeliefert. Die schwurgerichtliche Verhandlung ist bevorstehend. * Lübeck, 14. Oktober. Beim Glücksspiel von der Polizei überrascht. Die Kriminalpolizei über- raschle im Hotel „Germania" zehn Personen bei verbotenem Glücksspiel. Ein Teilnehmer wurde wegen Falschspiels verhaftet, die übrigen auf freiem Fuße belassen; die Kasse wurde beschlagnahmt. * Elberfeld, 14. Oktober. Der Notariatsgehülfe Fischer, der dem Notar Rneter 17000 Mk. stahl und damit entfloh, hat sich in Batavia dem deutschen Konsul gestellt, nachdem ihm bei einer Ruberpartie die Brieftasche mit 10000 Mk. ins Meer gefallen war. Gestern abend wurde Fischer hier wieder eingeliefert. * Münster i. W., 14. Oktober. Ein schwerer Unglücks- fall hat einen Postillon auf dem Wege von Wolbeck nach hier betroffen. Außer dem Postillon saßen noch zwei Mädchen auf dem Bock. Da die Pferde scheuten, sprang der Kutscher ab, fiel aber so unglücklich, daß die Räder ihm über den Kopf gingen An dem Aufkommen des Unglücklichen wird gezweifelt. Das ältere der beiden Mädchen, welches den Versuch machte, von dem Wagen abzuspringen, erlitt einen Schädelbruch infolge Anprallens an einen Baum und liegt hoffnungslos darnieder. MU leichteren Verletzungen kam das jüngere der beiden Mädchen davon. * Wandsbeck, 14. Oktober. Zu der Liebestragödie, über welche wir schon kurz berichtet haben, teilen wir folgende Einzelheiten mit: Die blutige Szene hat sich in Mariendorf bei Alt-Rahlstedt abgespielt. Die beteiligten Personen sind der frühere 19jährige Student der Medizin Otto Hinze aus Berlin und die 21jährige Artistin Ella Günther. Der Vater des jungen Mannes ist Gutsbesitzer in Finkenwalde bei Stettin; der Vater der jungen Dame, ein früherer I«. i btm h. J8 Rechttzbeistünd l>rK gr- nach Beendigung des Pro« stellen werde. Der Schauplatz einer rineBorstadt von Spandau, letzten Spandauer Pserde- den, die bald in Thätlich- h zwei seindliche Parteien, iligten sich an dem Zauipf, .ufern an der Potsdamer Die Schlacht dauerte ge« tpo^ner einiger Raufet in (jart bebrängte Zigeuner Sorau schloß sein Lokal, nen lregann; Teuren nnd Da es wetzen der yro^en iich war, svsvrt polizeiliche nie geängstigten Bewohner rne, von wo bald einige :sen gelang es, die Ruhe irei Zigeuner festgenonimen ne interniert wurden., Die astete noch einen vielten itersuchungshaft abgeW- cht, darunter auch Weiber, Di, Leiche des Trd. “rfS-- h, Lerh-°dl«°g * btv0I> sSE Sä?« E« en tvar- «®'8‘ »iwei®* ;wio6tol8eir htuttn, stl« i6tr d-- > *en‘JU" » . ' ,n des de« M eine« ° nluuipr"'^"' und liegt !N adzu^ Wallin un WÄ r §ted>z'« facher- ®h, der (t«Q, ©un v fl ,d°K «ftjte *Ntn au/’ h ' di- «"9. fi» , r 1 anfa» e,ribe» feil, r Rur in o’!tWn,e"< bei * Ä7's!?' jfr,.* i-A™ 9 Markierunoen ,„T Ä\be",nSiilu"9(" »Otm stritt einer es vereinigt sich dort M zu fordern und das v°se m der Wüste des 'chen großen und kleinen meisterwahl. Inder Krone" stattgesundenen ng der Fleischer-Innung -as Schindler zum Ober- rhlt. Daß der Genannte, 'g stehende Persönlichkeit, lt, darf wohl als sicher preußischer Offizier, besitzt ein Rittergut bei Groningen in Holland. Die beiden jungen Leute waren Jugendgespielen. Die Günther hatte auf vieles Bitten von ihrem Vater die Erlaubnis erlauben, sich der Bühne zu widmen und eine Theaterschule in Berlin zu besuchen. Aber das Studium dauerte dem Mädchen zu lange, und es beschloß, zur Varietö überzugehen. In Berlin hatten sich die beiden Jugendgespielen wieder getroffen und schließlich den Beschluß gefaßt, zur Bühne überzugehen. Das Paar fand Engagement im Hansa-Theater in Hamburg. Am Donnerstag voriger Woche war der Kontrakt abgelaufen, und beide waren ohne Stellung. Die jungen Leute nahmen dann unter der Angabe, sie wären Geschwister und bedürften der Erholung nach einer anstrengenden Sommertour in dem Hotel zum Fahrenkrug an der Ahrensburger Chausiee in Meiendorf Logis. Da der Vater des Mädchens seine Einwilligung zu einer Heirat nicht geben wollte, faßten sie den Entschluß, gemeinschaftlich zu sterben. Der junge Mann versetzte seiner Geliebten mehrere Dolchstiche, und versuchte dann, sich selbst durch einen Dolchstoß zu töten. Die Günther ist durch die Dolchstiche am schwersten verletzt, jedoch ist Aussicht vorhanden, daß beide wiederhergestellt werden. • München, 14. Oktober. Heute nachmittag stürzte infolge fußstarker Untergrabungen das Hintergebäude eines Gebäudes an der Gabelsbergerstraße ein. Hierbei wurden einem Baumeister beide Füße abgeschlagen. Ein Arbeiter ist schwer, zwei sind leicht verletzt worden. Nach Angabe des Poliers sollen noch zwei Arbeiter unter den Trümmern begraben liegen. * Nürnberg. 14. Oktober. Bezüglich des Eisenbahn-Salonwagens des verstorbenen Fürsten Bismarck wird entgegen der neulichen Meldung jetzt mitgeteilt, daß der Salonwagen dem „Germanischen Museum" überwiesen werden solle, degegen würden die in dem als Schreibzimmer benutzten Abteil befindlichen Gegenstände dem „Bismarck Museum" in Schönhausen überwiesen werden. * Ortrand, 14. Oktober. In vergangener Nacht wurde der 64jährige Handelsmann Bachmann von vier Strolchen an gefall en und seiner Barschaft in Höhe von 22,307 Mk. beraubt. Die Thäter sind entflohen. Polizeiliche Recherchen sind seit heute morgen im Gange. * Lewberg, 14. Oktober. Theophil Szumski, der älteste Journalist und Schriftsteller und Schwiegervater des im Jahre 1892 zu zehnjährigem Kerker verurteilten russischen Schriftstellers Kcndinger, hat sich infolge seiner großen Notlage erschossen. * Moskau, 14. Oktober. Auf der Wolga haben heftige Stürme großen Schaden angerichtet. Zwischen Rybinsk und Kineschma gingen 20 große Fahrzeuge unter. Auch Menschen sind dabei verunglückt. Auch herrschen Schneestürme. Viele Personen wurden auf den Landstraßen von ihnen überrascht und erfroren. »Madrid, 14. Oktober. Ein schreckliches Unwetter wütete in der Provinz Orense. Sieben Dörfer sind beinahe weggefegt, die Ernten sind zerstört. Tausende von Menschen befinden sich in größtem Elend. Gerichtssaal. Berlin, 14. Oktober. (Prozeß gegen den „Klub der Harmlosen, 11. Berhandlungstag.) Erster Zeuge ist heute der Leutnant von Neumond, der längere Zeit in den Spielerkreisen verkehrt hat und eines abends bei Hecht mit dem Angeklagten v. Kayser in ein ziemlich wildes Spiel hineingeraten ist. An diesem Abend hat der Zeuge 12 600 Mk. von dem Angeklagten v. Kayser gewonnen, von denen ihm bisher ;nur 2600 Mk. gezahlt sind. Auch mit dem Angeklagten v. Krocher hat der Zeuge gespielt und an einem abend an denselben ca. 8000 Mk. verloren. Herr Rechtsanwalt Sello beantragt die Verlesung sämtlicher Protokolle über die Zeugenaussagen in der Voruntersuchung in Gegenwart btt schon vernommenen Zeugen, um feststellen zu können, in wie weit dieselben von den jetzigen Aussagen abweichen. Der Angeklagte von Kayser und die übrigen Verteidiger erklären sich gegen diesen Antrag, über welchen am Montag Beschluß gefaßt werden soll. Hierauf wird der Rechtsanwalt Wronker als Zeuge vernommen, der bis zur Flucht Wolsis dessen juristischer Beirat war und die Erklärung abgiebt, daß Wolff sich den Gerichten nach Beendigung des gegenwärtigen Verfahrens stellen werde. Nach den Angaben Wolffs dem Zeugen gegenüber, wäre er 5—6 mal im Klub gewesen, habe nur niedrig gespielt und ebenso gewonnen wie verloren. Jeden intimen Verkehr mit den drei Angeklagten hat Wolff Wronker gegenüber abgeleugnet. Nach der Aussage des letzteren hatte Wolff den Ehrgeiz, in bessere Kreise zu kommen und habe deshalb wohl mehr zu seinem Vergnügen gespielt, als um Geld zu verdienen. Das ftcwerbsmäßige Glücksspiel will Wolff vollständig aufgegeben haben, der- elbe wäre gern als Zeuge erschienen, wenn er nicht hätte fürchten müssen, daß man ihn im Gerichtssaale sofort festgenommen hätte. Nach der Mittagspause teilt der Präsident mit, daß aus augenblicklich nicht wiederzugebenden Gründen das Gericht die Vertagung bis Dienstag vormittag 9 Uhr beschlossen habe. Es herrscht allgemein die Ansicht, daß das Gericht Schritte thun werde, den Spieler Wolff verhaften zu lassen. Schwerin (Meckt.). 14. Oktober. D'e Slrcnkammer verurteilt den Schutzmann Herrmann wegen Stttlichkeitßoerbrechen im Amte zu sechs Monaten Gefängnis. — Ein Entführer vor Gericht. Der Entführer einer sizilia- »ischen Baronesse di Valpetroso, ein junger Student namens Girolamo Campest, stand dieser Tage vor dem Schwurgericht in Palermo. Cam- pisi, der in die blendend schöne Baronesse bis über beide Ohren verliebt »ar, hatte im Juli vorigen Jahres, wie wir seiterzeit berichteten, im verein mit mehreren Freunden der Baronesse, als sie in den Anlagen von Palermo mit ihrer Mutter spazieren ging, aufgelauert und das junge Mädchen, sie gewaltsam von der vor Schreck ohnmächtigen Baronin trennend, entführt. Die Entführte wurde in einem bereitstehendeu Wagen nach einem Bauernhaus vor der Stadt geschleppt, wo sie der Student zwang, einen Brief zu schreiben, der vom Tage vorher datiert war und eine Aufforderung der Baronesse an den Studenten enthielt, sie zu entführen. Tags darauf sollte die Dame noch dem Landgute des Entführers gebracht werden, unterwegs jedoch stieß die Gesellschaft auf Jäger, die die Baronesse befreiten. Der Student und seine Genossen wurden verhaftet, und obgleich der Schuldbeweis klar feststand, über ein Jahr in Untersuchung gehalten. Die Baronesse hat sich inzwischen vermählt und ist heute Gräfin Cascio-Ferro Die Zeugenaussagen waren für die nunmehrige Gräfin wenig schmeichelhaft. Es ging daraus hervor, daß sie sich die Huldigungen des jungen Campisi nicht nur gefallen ließ, sondern ihre Zofe veranlaßte, ihn durch Andeutungen in seiner Absicht zu bestärken. Die Zofe beteuerte ihm schließlich sogar direkt, daß ihre Hernn m ihn verliebt sei, und erhielt dafür von dem bethörten Studenten w vor der Entführung hatte die Zofe ihm mitgeteilt, daß der Graf Cascio-Ferro um die Hand der Baronesse angehalten habe, verzwelselt und fest überzeugt, daß er von der Baronesse geliebt wurde, beschloß Campisi die Entführung. Seine Mitschuldigen erklärten vor dem Richter, es sei ihnen selbstverständlich erschienen, dem Freunde zu helfen. Die Baronesse selbst behauptete, daß sich Campisi rücksichtsloser benommen hätte als die Straßenräuber, die ihn bei der Entführung unterstützten. Die Geschichte kam den jungen Leuten teuer zu stehen. Girolamo Campisi und drei seiner Kumpane wurden zu drei Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Handel und Herkehr. Volkswirtschaft. 15 Oklbr. Fruchtyretie. ffienenA 14.78—1600 Zorn A 17,00-16,00, Gerstel 14,72-15.00, Hafers 13,14-13 50 Trbsm A 00,00-00,00, Linsen A 00.00—00,00, Wicke«, A 00,00 | 2ein A 00.00, Kartoffeln m 0,00-0. 0, -Lime» A 00.00—0000. I D Aus Starkenburg, 15. Oktober. Aehnlich, wie in früheren I Jahren, soll auch im laufenden Herbste und zwar Ende Oktober, fest- gestellt werden, welche Bestände an Reichsmünzen, Reichs- I banknoten, Reichskassenscheinen, Privatbanknoten und I Thalerstücken sich in den öffentlichen Kassen und größeren I Privatbanken befinden. Hierbei soll auch nachgewiesen werden, I wieviele Thalerstücke österreichischen Gepräges und wieviel Scheidemünzen I vorhanden sind. Die Arbeit wird auch dieses Jahr sehr einfach ge- I h?0en, cs brauchen keine langen Berichte gemacht zu werden, sondern I b'e .Beträge werden auf Postkarten, die zweckmäßig eingerichtet sind, I notiert und direkt an die Hauptstaatskasse eingesandt. — Frankfurt, 14. Oktober. Umsätze bis 6«/, Uhr abends. Oesterr. Kredit 226,30-225,40 bz., Diskonto-Kommandit 189,60 bis I 70-10 ult , 189,70 etw. bz. cpt., Darmstädter Bank 147.90 cpt. bz, I Deutsche Bank 200,30-20 bz. G., Berliner Handelsgesellschaft 161,50 bz., I Nationalbank 142,80 etw. bz cpt. Gotthard 141,80 B. 70 G Schweizer Centralbahn 142,70 B. 60 G. Schweizer Nordost 93 80 bz., Schweizer Union 79,70 B. 60 G., Jura-Simplon 84,60 B.' 50 G. 3proz. Portugiesen 25,20 B. 10 G., 3proz. Mexikaner 26 B 25,90 G, 5proz. amort. Mexikaner 42,80 bz. G , 4proz. Spanier 60,30 bz., 4proz. I Italiener 91,50 B. 40 G Gelsenkirchen 191,40 bz., Laura 247 60 bz Bochumer 250,70 bz., Harpener 191,50 bz., Hibernia 209,40, bz.' Ober- schlesisches Eisen 173,60 bz., Elektriz. Schuckert 229 bz. G, Alkali Westeregeln 207,10 bz., Zellstoff Dresden 105,20 bz. G., Vcrzmkerei | Hugers 125 bz., Bad. Zuckerfabrik t9,8O bz. G, Adler-Fahrradwerke I Kleyer 204 bz. G-, Licht- und Kraftanlagen 120 bz G. 6»/<— 6«/i Ubc • Kredrtaktien 225,80. Diskonto 189,40. Deutsche Bank 200 30 Butter, Käse und Eier. | _ B erlin. Hof- und Genossenschaftsbutter 1. Qualität 116 Mk.. I 2. Qualität 112 Mk., do. Abfall 105 Mk. — Königsberg i. Sfr i1?» ro»110o JÜr 50 — Hamburg. Butter 1. Klasse 112.65 Mk., 2. Klasse 120.55 Mk für 50 Kilo netto, reine Tara. — Nordhausen. Landbutter 2 20 Mk., Speisebutker 2.30 bis 2.40 Mk emste Gutsbulter 2.50 bis 2.60 Mk. für 1 Kilo. Eier 3.80 bis 4.00 Mk' für 60 Stück, 1,27 bis 1.34 Mk für 1 Kilo. Käse 4 bis 5 Mk. für I 60 Stuck. — Magdeburg. Eßbutter 2.20 bis 2 60 Mk. für 1 Kilo. ?oierAf(V° 3.30 bis 4 Mk. - Kempten. Süßrahmbutter I 98 Mk., Sennbutter 95 Mk. für 50 Kilo im Engros-Einkauf. Käse: | Monatskäse, Fabrikat, welches in jungem, unversandtfähigem Zustande | uon »en Sennereien zur Ablieferung kommt. Engros-Einkaufspreise auf I den Sennereien des Allgäu per 50 Kilo: Limburger feinste prima voll- I «ett 40 bis 40 Mk., Limburger feinste prima 34 Mk., Limburger prima 32 bis 33 Mk., Limburger sekunda 28 Mk, Ramadour, feinste prima 35 bis 36 Mk., Romadour, vollfett 40 Mk , Weißlack, vollfett (Bierkäse) 39 bis 40 Mk, Weißlack 8//, Mk., gebündelte 11 Mk. Doch ist wenig trockene Ware vorhanden. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Kaufmann Max Goldstein, Berlin« M, Chorinsky & Co., Berlin; Maurermeister Diedr. W. Harjes Schwach- hausen (Bremen); Kaufmann Karl Jos. Salegg, Burglengenfeld« Ackerer Franz Ludw. Eman. Devin, Salonnes (Chateau-Salins); Handschuhfabrik Ernst Clem. Beyer (Arthur Felber Nachf), Chemnitz; Schuhwarenhändlerin Agnes Hel. Mühlberg, Gablenz (Chemnitz); Kolonialwarenbändler Fürchtegott Jul Wilh. Voigt, Kötzeschenbroda (Dresden); Fabrik für Grolls Armee-Futterkasten, Düsseldorf; Börkel u Germer, Eisenberg; Kaufmann Heinr. Jung, Erfurt; Gärtner Ernst Bissegger, Esslingen; Gattwirt Osk Hermann Lenk, Bergen (Falkenstein i V.); Handelsmann Au?. Bammer, Fehrbellin; Kaufmann Georg Maunz, Kleineislingen (Göppingen); Schuhmacher Karl Häuser, Hadamar; Schuhmacher Karl Jak. Heinr. Schröder, Hamburg; Lotterie-Unterkollekteur Heinrich Christ. Friedr. Süberkrob, Hamburg; Kaufmann Max Ahronsohn (Gebr Ahronsohn), Hamburg; Krämer Eduard Dragon, Thurzo-Kolonie (Kattowitz); Stadtschreiber Mart. Henftling, Landau a. J ; Restaurateur Karl Dippel, Landsberg a. W.; Schuhmacher Heinr. Kirchhoff, Magdeburg-Neustadt; Gastwirt Paul Stronk, Ratibor: Mechaniker Rich. Heinricht, Trier; Maler Franz Mart. Heinzmann, Vöhrenbach (Villingen). Kunst und Wissenschaft. — Wiesbaden, 14. Oktober. Ein Kapellmeister ohne Gehalt sofort gesucht. Die königliche (II) Intendanz in Wiesbaden läßt zurzeit in Musikzeitungen anzeigen, daß die Stelle eines zweiten Bühnendirigenten (Kapellmeister Volontär) ohne Gehalt (!) sofort zu besetzen sei. Ein Kapellineister ohne Gehalt — das dürfte nicht nur Anspruch auf Neuheit erheben, sondern auch ein wahrhaft probates Mittel sein zur Vereinfachung des Gagenetats eines königlichen Hoftheaters. Sollte denn im übrigen die Wiesbadener Intendanz noch keine Erfahrungen mit Leuten gemacht haben, die — umsonst arbeiten wollen? Wer leistungsfähig ist, arbeitet nicht umsonst I! . — Stuttgart, 14. Oktober. Der hervorragende Komponist und Dirigent, Professor am hiesigen Konservatorium Wilhelm Speidel, ist vergangene Nacht nach langem Leiden, 73 Jahre alt, gestorben. Unwersitäts Nachrichten. — Berlin. Der „Germania" zufolge hat Professor Dr. Scheffer- Bo ichhorst, Dozent für mittelalterliche Geschichte an der hiesigen Universität, den Ruf an die Universität Wien abgelehnt. — Bonn. Wie von hier berichtet wird, hat der Privatdozent der Geschichte, Dr. Meister, einen Ruf als außerordentlicher Professor an die Akademie zu Münster erhalten. — Poppelsdorf. Dem Landmesser Hillmer aus Düsseldorf ist, zunächst vertretungsweise, die Professur für Geodäsie an der landwirtschaftlichen Akademie in Poppelsdorf übertragen worden, die durch Berufung des Prof. Reinhertz an die Technische Hochschule in Hannover freigeworden ist. — Jena. Die von der hiesigen Universität geplante Feier des 150. Geburtstages Goethes, die wegen der akademischen Ferien am 28. August nicht statifinden konnte, wird am 18. November in der Kollegtenkirche abgehalten werden. Professor Michels wird die Festrede halten. — Göttingen. Der Oberbibliothekar Professor Dr. Richard Pietschmann ist zum Direktor der Universitätsbibliothek in Greifswald ernannt worden. — Wien. In den nächsten Tagen werden in der Ruhmeshalle der Universität zwei neue Denkmäler enthüllt werden. Das eine verewigt das Andenken des Professors Heinrich v. Bambergers (ge- storben 9. November 1888), das zweite ist dem Andenken des Physikprofessors Dr. Joseph Loschmid (gestorben 8. Juli 1895) gewidmet. — Genf. Der Ordinarius für klinische und theoretische Psychiatrie an der hiesigen Universität und Chefarzt der Kantonalen Irrenanstalt Professor Jean Martin hat seinen Abschied genommen. — Neuenburg. An der hiesigen Akademie hat sich Frau M. Zebrowski für das Fach der deutschen Litteratur als Privatdozentin habilitiert. Frau Zebrowski ist zurzeit die einzige weibliche Lehrkraft an einer schweizerischen Hochschule. — Krakau. Am 10 Oktober fand die Eröffnung des Jubiläums- Studienjahres an der Jagellonischen Universität statt. In diesem Studienjahr wird nämlich die Krakauer Universität das 500jährige Jubiläum ihrer Gründung feiern. — Tokio. Der als Hilfsarbeiter im preußischen Justizministerium beschäftigte Amtsrichter Dr. Georg Crusen hat, wie die »Nationalzeitung" mitteilt, einen Ruf als Professor der Gefängniswiffenschaften an die hiesige Universität und Beirat für Gefängniswesen im japanischen Ministerium des Innern erhalten und angenommen. — Zehn Jahre Univerfttätsstattstik. Das Börsenblatt sür Buchhandel veröffentlicht in seiner letzten Nummer das Gesamtergebnis einer dem Reichsanzeiger entnommenen tabellarischen Uebersicht über die Veränderungen in der Frequenz der verschiedenen Fakultäten. Als Vergleichshalbjahre sind die Wintersemester 1886/87 und 1895/96 angenommen. Danach entfielen von je 100 Studierenden preußischer Staatsangehörigkeit, die in den Wintersemestern 1886/87 und 1895/96 auf den 22 Universitäten des Deutschen Reichs immatrikuliert waren auf die evang. kathol. Juris- Medi- Philo- Mathe- | Theol. Theol. prudenz zin logie, rc. matik rc. 1886/87 17,24 4,20 16,43 31,87 14,99 15 37 1895/96 10,76 5,67 26,26 28,85 12,82 15,53 Landwirtschaft. △ Aus der Wetterau, M>tte Oktober. Vor einigen Monaten brachte Ihre Zeitung die Nachricht, daß Geometer 1. Klasse Killer in Lampertheim einen neuen Pflug erfunden habe, der ganz besonderes zu Liften fähig sei. Die Nachricht wurde damals mit einem ? gebracht, (Das Fragezeichen war natürlich das Korrespondenzzeichen unseres Mitarbeiters und hatte auf den Inhalt des Artikels gar keinen Einfluß. Die Red ) hat aber doch sehr konkrete Unterlagen, wie sich Einsender dieser Tage I selbst in Grundschwalheim überzeugen konnte. Der Pflug besitzt nämlich I ein sich drehendes Streichbrett, welches den Ackerboden in einer Weise I zerkrümmelt und zerkleinert, wie es bei anderen Pflügen, die feststehende I Strichbretter haben, nicht möglich ist. Die Erfindung ist bei dem Reichs- I Patentamts unter Klasse 45, Nr. 17 829 angemeldet. Proben mit dem I Pfluge wurden im Juli und August l. Js. in Büdingen und Lindheim vorgenommen; die Hauptprobe sollte am vergangenen Donnerstag in I Grundschwalheim bei Gutsbesitzer Mogk vorgenommen werden, das I Wetter ließ sich aber so jämmerlich an, daß nichts zu machen war, I weshalb die Probe, auf die man vielseitig gespannt ist, in vier Wochen I stattfinden wird. -g- Hungen, 15. Oktober. Die Jungviehweide in unsrer I Nähe, auf deren großen Wert Ihre Zeitung vor mehreren Wochen ganz I allgemein hingewiesin hat, ist dieser Tage geschlossen worden und hat I sehr befriedigende Ergebnisse geliefert. Die jungen Tiere, 40 an der Zahl, haben sich trefflich entwickelt, und haben im Durchschnitt 116 Pfd. binnen 4 Monaten zugenommen, ganz abgesehen von der schönen, frischen I Körperbildung und der Kräftigung der Glieder. Wir sind überzeugt, I daß das gegebene Beispiel im nächsten Jahre sehr segensreich I wirken wird. n. Ltndheim, 15. Oktober. Kürzlich wurde hier auf dem Hof- I gut ein Probepflügen abgchalten. Es kam dabei ein Pflugteil, der I auf dem System der rotierenden Schraube beruht, zur Anwendung. I Dieser Teil kann an jedem Pflug angebracht werden und soll hinter der I Pflugschar die aufgeriffene Erde zerkleinern. Vor der allgemeinen Ein- I führung werden noch Verbesserungen gemacht werden müssen. △ Aus der Gegend von Büdingen, Mute Oktober. Infolge I der anyaltenden ungünfltgen Witterung Ende September sind die I Landlrute mit den Herbstarbetten noch sehr zurück. Die Kartoffll- ernte geht erst fitzt ihrem Ende entgegen. Sie sind sowohl, wrs I Qualität wie Quantität anlangt, sehr gut ausgefallen, wteinJshrn I nicht. Der Doppelcentner ausgelesenrr Eßkartcff.ln kostet äugen- I blicklich 4 biS 4 50 Mk, L>rhr geklagt wird auch in hiefiger Gegend I über die überhand nehmenden Mäuse auf den Feldern; manche Ge- I meinden haben in letzter Zeit deshalb Vergiftungen vorgenommen. I Die anhaltend feuchte Witterung tat sehr - ngünftig auf den Zucker- I gehalt der Rüben gewirkt. Schien anfangs September der Z cker- I gehalt ein hoher zu w rden, so ging er Ende S ptember zurück und I konnten auch die letzten fonnrd bann minderw rtig. wenn nickt ganz unbrauchbar. ES empfte.lt sich daher, den Ma's anfangs Oktober hÄ?«!!!6" Utnb in Bibeln in einem gkschloss nei Raum, z. B. ? Sa t-nne, aufzust llen Auf diese Weise behandelt, hält er sich lsnge und kann nach und nach verfüttert werden. Wien, 15. Oktober. Die „Neue Fr. Presse" veröffentlicht ein ?".^vtew thres Berlmer Korrespondenten mit dem Präsidenten der deutschen Reichvbank, Dr. Koch üb-r die Situation des-internationalen Geldmarktes. Dr Koch bezeichnete dieselbe als eine berat* AE' ^'?^w°r eme allgemeine Krisis nicht befürchten lasse, jedoch sei ^b.6rößte Vorsicht geboten, da vorläufig eine Besserung der Geld-Ver- hältmsse nicht zu erwarten sei und man nicht wissen könne, welche Folgen der Transvaalkrteg haben könne. ° ö Spichlmi d» otrriaigtea Jrauhfurter Stahttörater. Opernhaus. Dienstag den 17. Oktober: Czaar und Zimmermann. Mittwoch den 18 Oktober: Nachtlager von Granada. Donnerstag den 19. Oktober: Hemani. Freitag den 20. Oktober: Die Meister« stnger. Samstag den 21. Oktober: Iris. Sonntag den 22. Oktoter: nachmittags 3% Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Abends 7 Uhr: Waffenschmied. Montag den 23 Oktober: Don Juan. Tchausptelyaus. Dienstag den 17. Oktober: Biberpelz. Mittwoch den 18. Oktober: Narziß. Donnerstag den 19. Oktober: Madame Sans Gene. Freitag den 2u. Oktober: Dr. Klaus. Samstag den 21. Oktober: Als ich wiederkam .... Sonntag den 22 Oktober: nachmittags 3% Uhr: Im weißen Rößl. Abends 7 Uhr: Als ich wrederkam. Montag den 23, Oktober: Hans. In Civil. Den Empfang sämtlicher Neuheiten für Herbst und Winter 6964 Louis Kats MA- Ende Oktober verlege mein Geschäft nach Mäusbnrg 16, in das neu erbaute Schwan'scbe Haus. Goeth str. 34, . Herrn. Ludwigstraße 31 OD LouueuftraKe 5. 7298 Möhl, Tavsikhrer W. Duchardt Ergebenst labet ein 2.—. Damen- Alle anderen Reparaturen billigst. 7320 Licherstraße 7. Mieten. Coursbsricht von tonrad »letz, Bankgeschäft, Gieße«, Schutßratzeio KM uerluutfen Vermietungen Wietgel uche Offene Stellen NkrsGedenes Slellen-Geftche Während des Mittagessens findet Koneert statt. = V^" Abends 8 W: Ball, Eine allemNehende Dame sucht für 1. November eine freundliche Wohnung von 2 Zimmern, Kücke und Zubehör. Off- nebst Preisangabe unter Nr. 7360 an die Eroedition d. Bl erbeten. 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Der Ll zum Lokomotivführer, von Main] nach Sini Aost von Bensheim i nach Bensheim und Z Dir StativMssistent Mten und Günther ZuAhrrr Schiitt i Pensioniert: Dei Stationsassistent Sc siihrer Hohnrath zt Stationsafslstenten Lachermund zu Erba zu Groß-Zimmern, Osthofen, Schneidm^ Kraus zu Mainz. • Anerkennung, lung des Sllödeuk fand ein ftauptfonjt Wum gejeigt toert lischer Leistungsfähigs Äonjett berichtet bas , U.a. schreibt tzen.M nsi eigentlich ben St war das in die zn Mrvirtuosen Herrn Berichte vom vorige hck müßte ich jetzt kvWsitionen, deren mOalische Bedeutsa >Äme", Phantasiestü Mero» von Franz v. Lebten mir es aber: «nolb diese beiden s Swne des'Wortes r' de-j-mg-. bet bt » jebta^tet S*-. .Die @ol „ . Hften 3itf0rt .“««« Aenchi« 1 » *Wfh«wn _ < >1 Sf. aö ^enb Oi?b Qtl Noch tz., - M N) rnb befind L"rane Mm Besitz nun Dohfthg. t °er noiti finden. btt k^e-i-L>be sKr > Aw