1S99 Sonntag den 17. September Erstes Blatt. o o Komfort 0 Timte* unb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. o Mgen. 03213 03200 0 0 0 0 0 0 USe Lnjeigen»«ermittlllSH«stellen bei In- trab LusUack» nehmen Nnzcigm für ben Gießener Anzeiger «■«•free Anzeigen zu bet ne^wtttag« für bta *-| erscheinenden Nummer M »er». 10 Uhr. ütMtien, epebiticn und Druckerei: Achnlstratze Ur. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der kessfchr Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde._________________ tfinberg UW* Ibrtffc für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Rr. 51. AeznstSprel» vierlelsährlich 2 Mart 20 Psg. monatlich 75 Pfg mit vringerleh» Bei Poftbezup Ü Mart 50 Ps^. >iertellährlich I W18. W*' bautet 7’ Politische Wochenschau. Die Herb st manöver im Süden Deutschlands haben ihr Ende erreicht, manche bedeutsame Rebe ist von dem Kaiser bei den verschiedenen Gelegenheiten gehalten worden, aus der ein herzliches Einvernehmen zwischen ihm und seinen Verbündeten zu erkennen ist. Daß aber auch die internationalen Beziehungen Deutschlands ungetrübt, insbesondere diejenigen zu Rußland recht freundliche find, darf nicht bezweifelt werden. Die Thatsache, daß vor einigen Tagen ein Besuch des Zarenpaares in Potsdam geplant war und nur aus rein äußerlichen Gründen im letzten Augenblick unterblieb, läßt auf ein herzliches Verhältnis zwischen den Höfen von Berlin und Petersburg schließen. — In unserer innerdeutschen Politik gehen die Wogen noch ziemlich hoch. Die Maßregelung der preußischen Landräte und Regierungspräsidenten, welche gegen den Kanal gestimmt hatten, läßt die Gemüter noch nicht zur Ruhe kommen; auch die Minister, reränderungen in Preußen beschäftigen die öffentliche Mei nung noch in hohem Grade, und vielfach will man nicht glauben, daß schon ganze Arbeit gemacht worden sei und nicht noch einige Potefeuille*Inhaber ihren Kollegen Bosse Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Utphe größeren Umfang angenommen hat, ordnen wir hiermit die Sperre des OrtS Utphe und deffen Feld« gemarkuug an. Danach unterliegt der Verkehr mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen folgenden Beschränkungen: Das Durchtreiben derselben von außerhalb durch Ort und Gemarkung ist verboten. Die Einfuhr von solchem Vieh über die Gemarkungsgrenze in den gesperrten Ort ist nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung gestattet. Die Ausfuhr ist ebenfalls nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung mit schriftlicher Erlaubnis der Bürgermeisterei Utphe auf Grund einer Aeußerung des Großh. Kreis- veterinärarztes zulässig. Wer ein Stück Vieh an einen auswärtigen Metzger oder ein Schlachthaus liefern will, muß also zunächst die Untersuchung durch den Großh. Kreisveterinärarzt veranlassen und wenn danach der Ausfuhr kein Hindernis im Wege steht, einen Erlaubnisschein der Großh. Bürgermeisterei lösen. Bei dem Transport muß er diesen Schein, der eine dreitägige Gültigkeit hat, mit sich führen und die vorgeschriebenen Transportbedingungen genau beobachten, auch der Polizeibehörde (Bürgermeisterei) des EmpfangSorts Nachricht geben. Auf Antrag der Bürgermeisterei wird von uns im Bedürfnisfalle angeordnet, daß der Großh. Kreisveterinärarzt sich wegen Ausstellung solcher Bescheinigungen an einem bestimmten Lag wöchentlich, der ortsüblich bekannt zu machen ist, dienstlich einsindet. Die Spcrrmaßregeln bezüglich verseuchter Gehöfte oder Weiden bleiben daneben bestehen. Im übrigen können Klauentiere aus nicht verseuchten Gehöften innerhalb der gesperrten Gemarkung zur Feldarbeit benutzt oder auf die Weide getrieben werden, nicht aber über die Gemarkungsgrenze hinaus. Wer Grundstücke oder Anlagen in einer anderen Gemarkung besitzt, muß dieselben entweder durch Pferdegespanne oder aber durch Rindviehgespanne aus dieser anderen Gemarkung besorgen. Jede Weggabe von Milch aus der gesperrten Gemarkung darf nur nach vorheriger Abkochung erfolgen; ausgenommen, wenn die Abgabe an eine Molkerei erfolgt, welcher das Verbot der Abgabe ungekochter Milch zugegangen ist. Ausfuhr von Dünger, Rauhfutter und Stroh aus dem Sperrgebiet ist verboten. Gießen, den 16. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. iber. Schäfer VI. idt Wwe. «ilN* At tiberg irte: imer Ö. Gesunde«: 1 Hammer, Manchetten, 1 Spielzeug (Schäfchen), 1 Schirmgriff, 1 Stuhl, 1 Rock, 1 Betttuch, 1 Kinderstrümpfchen, 1 Päckchen Garn, 1 Lötkolben. (Ein schwarzer Schirm, 1 lederner Geldbeutel, 1 gestrickter Geldbeutel, auf dem Postamt liegen geblieben.) Gießen, den 16. September 1899. Großherzogliches Polizeiamt. I. V.: Roth. werden, als eines der gefälligsten Bauwerke der Stadt, harmonisch den herrlichen Anlagen angeschmiegt, die mit dem Brückenkopf auf dem rechten Jsarufer ein untrennbares andschaftliches Ganze bildeten. Der Bau hatte einen Aufwand von rund 800000 Mk. erfordert. Die herrlichen Anlagen um den Brückenkopf, dieser selbst mit der erst kürzlich eingeweihten Friedenssäule und das sich an- chließende elegante Bauquartier waren die Freude und der Stolz der Münchener Bevölkerung. Jetzt ist der ganze stolze Bau in den Wellen, aus denen nur noch Trümmer hervorragen, die fest zusammenhaltend einen Beweis von ihrer soliden Bauart geben, denn nur die Fundamentverankerung war dem Anprall der Wogen nicht gewachsen. Die Quaimauern oberhalb der Brücke sind weggespült, die Uferböschungen rutschen fortwährend in mächtigen Erdmassen nach; noch stehen drei von den vier steinernen Brückenkandelabern, aber schon ist auch deren Fundament losgespült und ihr Einsturz unvermeidlich. Herr Bürgermeister v. Borscht, der am Nachmittage das ganze linke Jsarufer beging, den Faschinenarbeiten des Militärs an der Erhardtstraße anwohute und die Elektrizitätswerke besichtigte, war kurz vor dem Einstürze an der Brücke gewesen. Die Bezirkskommissäre Pfretzschner und Uebel hielten die Aufsicht an der abgesperrten Brücke. Gleich nach dem Unfall war Bürgermeister v. Borscht wiederum zur Stelle. Außerdem hatten sich Herr Regierungsrat Dillmann und Herr Polizeiamtmann Steinhäusser eingefunden. Später erschienen auch Generalleutnant v. Popp, Rechtsrat Wolfram und Magistratsrat Wetsch. Auf dem rechten Ufer, auf dem das erst beim Bau aufgeschüttete Erdreich dem Wasser fast gar keinen Widerstand bietet, klaffen bereits sechs Meter von dem Brückenkopf einwärts breite Spalten und zeigen den Abrutsch gewaltiger Massen der Uferböschung an. Während der Teil der Widenmayerstraße von der Maximiliansbrücke bis zur Prinz-Regentenstraße für den Fuhrwerksverkehr abgesperrt ist, bewegt sich eine vieltausendköpfige Menge zu beiden Seiten der Jsarufer, auf der Terrasse und den Treppen des Brückenkopfes. Noch in später Abendstunde kamen zu Fuß und zu Wagen zahlreiche Neugierige angezogen. Da mit Eintritt der Dunkelheit die Widenmayerstraße von der Maximiliansbrücke abwärts bis zur eingestürzten Brücke gesperrt wurde (man befürchtete infolge Unterspülens auch Dammrutschungen auf dieser Seite), wandte sich alles den auf der Bogenhauser Seite sich hinziehenden Anlagen zu, deren Wege frei standen. Auf der untersten Terrasse stehend, konnte man bei den sich ab und zu durch die Wolkenschleier stehlenden Mondstrahlen den tosenden Strom in seiner unverminderten Wildheit beobachten. Düster ragen die drei noch stehenden Kandelaber der Prinz- Regenten-Brücke in den Nachthimmel. Das Rauschen der Wellen, die sich über den Katarakt hinter der Maximilian- straße herabstürzen, bildet einen grundgewaltigen Naturhymnus. Ab und zu tönt ein dumpfer Schlag zu den Lauschenden empor, — ein Baum mit einer größeren Erdmasse ist im gurgelnden Strudel verschwunden. So nagt das gefräßige, nimmer rastende Element ohne Unterlaß an den Ufern, sie immer weiter in das nasse Grab ziehend. . . Die Isar beginnt infolge neuerlicher Wolkenbrüche wieder zu steigen. Neue Gefahr ist im Anzuge. — Infolge der andauernden Schwierigkeiten bei den Elektrizitätswerken mußte der Verkehr der elektrischen Trambahn heute abend um 6 Uhr eingestellt werden. Die elektrische Stadtbeleuchtung wird in halbem Umfange durchgeführt. Die Abgabe von elektrischem Licht an Private unterliegt starken Einschränkungen. Aus mehreren Orten Oberbayerns wird der Einsturz mehrerer Brücken und einzelner Häuser gemeldet. Aus Prien am Chiemsee und Rosenheim kommen Nachrichten von großen Verheerungen. Der Eisenbahnverkehr ist auf den Linien nach Süden und Südost von München unterbrochen. Traunstein ist von allem Bahn- und Postverkehr abgeschnitten. Obwohl heute in München und, soweit Meldungen vorliegen, auch im oberbayerischen Gebirge kein Regen niedergegangen ist, ist die Isar im Laufe des Tages doch nicht weiter gefallen. Paffau, 15. September. Die Hochflut erreichte Passau heute um Mittag. Das Rathaus, das Zollamtsgebäude und mehrere andere öffentliche Gebäude und Privatgebäude stehen unter Wasser. Mehrere Häuser drohen einzustürzen. Die Jnnbrücke ist abgesperrt. Die Brücke zwischen Schärdmg und Neuhaus ist eingestürzt. Viel Vieh ist ertrunken. Innsbruck, 15. September. Infolge der Hochwasserschäden ist der gesamte Eisenbahnverkehr auf den Strecken Salzburg-Bischofshofen, Salzthal-Bischofshofen emgestellt. und Recke nachfolgen werden. Der allgewaltige, Herr Miquel, ist jetzt ans Bett gefesselt, und wer weiß, ob ihn nicht sein Gesundheitszustand zwingt, früher seine Aemter niederzulegen, als er beabsichtigt hatte. Daß die Regierung auch gegen den Bund der Landwirte vorgehen und den politischen Beamten die Zugehörigkeit untersagen will, ist zwar von verschiedenen Seiten gemeldet worden, doch lagert zurzeit über dieser Angelegenheit noch ein gewisses Dunkel, das der Klärung bedarf. Ueberhaupt sind vorläufig alle Nachrichten, welche sich auf die innere Politik beziehen, mit Vorsicht aufzunehmen, da definitive Schritte vor der Rückkehr des Kaisers nach Berlin kaum zu erwarten sind. Alle Welt ist noch in den Banden des Ereignisses von Rennes, und überall macht sich tiefe Mißstimmung gegen Frankreich bemerkbar. Ob es aber gerechtfertigt erscheint, diese durch einen Abbruch der geschäftlichen Verbindungen mit der französischen Nation zum Ausdruck zu bringen, wie es vielfach vorgeschlagen wird, möchten wir denn doch bezweifeln. Die Richter von Rennes und ihr Anhang sind nicht solidarisch mit dem Nachbarvolke, das ja auch in mancherlei bedeutsamen Kundgebungen seine Unzufriedenheit mit dem Urteil zeigte. Das Schlimmste ist jedenfalls, daß die Dreyfusaffaire noch weiter Beunruhigung verbreitet und den Leidenschaften Raum gibt. Noch eine andere Angelegenheit wird in nächster Zeit manche Erregung verursachen: Die Untersuchung gegen die angeblichen royalistischen Verschwörer. Welche Tragweite diese Verschwörung hatte, werden hoffentlich die am Montag beginnenden Verhandlungen des Senats ergeben. Besonders in England wird eine lebhafte Agitation gegen Frankreich betreffs des Renner Urteils betrieben, trotzdem John Bull jetzt reichlich mit seinen eigenen Angelegenheiten zu thun hatte. Das britische Vorgehen gegen Transvaal ist nichts weniger als ehrenhaft und nachahmenswert, es stellt sich vielmehr als eine Vergewaltigung ersten Grades dar. Augenblicklich sind die Aussichten dafür, daß es möglich sein wird, den Frieden zu erhallen, etwas besser, doch ist das nicht etwa auf die Rücksicht, Blutvergießen zu vermeiden, zurückzuführen, sondern reine Vernunftgründe dürften Chamberlain bewogen haben, mildere Saiten aufzuspannen. Einen sehr zu billigenden Schritt hat Oesterreich in Belgrad gethan, indem es die serbische Regierung aufforderte, in dem jetzt sich abspielenden Hochverratsprozesse die politischen Rücksichten aus dem Auge zu lassen und die Gerechtigkeit nicht einzuschränken. Wir nehmen an, daß die europäischen Staaten mit dem Vorgehen der Wiener Regierung einverstanden sind und dasselbe nachdrücklichst unterstützen. Es liegt im Interesse Europas, daß die Ruhe auf dem Balkan nicht gewaltsam gestört werde!____________ (xx) Hochwassermeldungerr. Aus den verschiedensten Landesteilen des Deutschen Reiches und unseres Nachbarstaates Oesterreich liegen weitere telegraphische Meldungen vor, welche erkennen lassen, daß teilweise das Wasser eine größere Höhe erreicht hat als im Jahre 1897. Aus München liegt die betrübende Nachricht vor, daß auch die prachtvolle Prinz-Regenten-Brücke von den Fluten fortgerissen worden ist. Wir lassen die eingegangenen Nachrichten folgen: Leipzig, 15. September. Infolge der starken Regengüsse der letzten Tage ist seit heute mittag hier Hochwasser eingetreten. Die Elster und ihre Nebenflüsse sind im schnellen Steigen begriffen. München, 15. September. Die schönste Jsarbrücke Münchens, die mit einem Aufwand von Millionen vor sechs Jahren gebaute Prinz-Regenten-Brücke am Friedensdenkmal fiel heute abend dem Hochwasser zum Opfer und versank in den Fluten. r Die „Münchener N. N." berichten über das mtereffante Schauspiel wie folgt: tm . Eine der stolzesten Zierden Münchens, dre Prrnz- Regenten-Brücke, der Mittelpunkt eines der schönsten neuen Stadtteile, ist um 5 Uhr 20 Minuten ein Opfer der immer noch nicht gesättigten Jsarwogen geworden. Im Jahre 1891 am 12. April, dem 70. Geburtsfeste des Prmz- Regenten Luitpold, wurden die Pläne zu der stolzen Brücke und das zu den Brücken nötige Gelände, sowie ein namhafter Beitrag aus der Privatkaffe des Prinz Regenten der Stadtgemeinde übergeben und von diesem Tage an der Bau der Brücke fleißig gefördert. Im Jahre 1893 war der Bau vollendet, und die Brücke konnte dem Verkehr übergeben ten. nta: Konzert 6668 Nr. 88 aus Mainz jisters Herrn Fedih. Entree 40 Pfg. 5Pfg. ÖOOOCQ Q Gießener Anzeiger General-Anzeiger \er •'‘L-- Nr. 219 ftHkiei UrNch mir Imnefrm* bt« «tntaf» Wie Gießener »erben brat Injetger MöchculNch öiermel bdgdegt Ksdates und UrsvinMes. Gießen, den 16. September 1899. ** Ordensverleihungen. Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädiast geruht, u. a. folgende Ordensauszeich- nuugen zu verleihen: Frhrn. v. Senarclens-Grancy, Oberst und Flügeladjutant Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, den Königlichen Kronenorden 2. Klasse; Dr. Braune, Oberstabsarzt 1. Klasse und Regimentsarzt des 1. Großh. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner-Regi- ments) Nr. 23, den Noten Adlerorden 4. Klasse. ** Amtsübernahme. Mit dem heutigen Tage ist an Stelle des in den Ruhestand getretenen Freiherrn von Ricou, der seitherige Oberlandesgerichtsrat Gustav Kullmann an die Spitze des hiesigen Landgerichts als Präsident getreten. Derselbe begrüßte heute vormittag die Mitglieder des Gerichtshofs in einer herzlichen Ansprache. Er gedachte zunächst der Verdienste des seitherigen Präsidenten, dem sicher alle eine dankbare Erinnerung bewahren würden, und bat sodann, daß ihm mit demselben Vertrauen begegnet werde, das er zu den Mitgliedern des Gerichts habe. Er führte des Näheren aus, daß man bestrebt sein wolle, in gemeinsamer Arbeit thätig zu sein zur Pflege und Wahrung des Rechts und zum Wohle des Volkes. — Herr Landgerichtsdirektor Wiener hieß den Herrn Präsidenten namens des gesamten Nichterkollegs aufs herzlichste willkommen und erklärte, daß derselbe sich der Unterstützung aller Mitglieder des Gerichts in allen seinen Bestrebungen versichert halten könne. — Ueber Herrn Landgerichtspräsidenten Kullmann wird uns mitgeteilt: Geboren 1848 zu Engelrod als Sohn des Oberförsters Kullmann daselbst, bezog er nach Absolvierung des Gymnasiums zu Büdingen im Sommer 1866 die Landesuniversität und bestand im Jahre 1869, nachdem er während seiner Studienzeit seiner Militärpflicht als Einjährig- Freiwilliger im hiesigen Regiment genügt hatte, die Fakultätsprüfung. Er beschäftigte sich sodann bei dem vormaligen Hofgericht zu Gießen und dem Landgericht zu Alsfeld bis zum Ausbruch des deutsch-französischen Krieges, den er als Leutnant der Reserve im hiesigen Regiment mit Auszeichnung mitmachte. Nach Beendigung des Krieges setzte er den unterbrochenen Vorbereitungsdienst in Alsfeld und am Kreisamt Lauterbach fort und unterzog sich im Jahre 1872 der Staatsprüfung. Als Richter war er zunächst bei dem damaligen Landgericht Lich thätig, im Sommer 1877 wurde er zum Landgerichtsassessor in Seligenstadt ernannt und am 1. Oktober 1879 daselbst zum Amtsrichter. Das Jahr 1888 führte ihn in gleicher Eigenschaft nach Gießen. Im Sommer 1893 wurde er zum Landgerichtsrat am hiesigen Landgericht ernannt und im Januar 1898 zum Oberlandesgerichtsrat in Darmstadt befördert. In gerechter Würdigung seiner außerordentlichen juristischen Befähigung, seines festen Charakters und seiner ganzen Persönlichkeit hat ihn unsere Staatsregierung jetzt an die Spitze des hiesigen Landgerichts gestellt. — r. ♦* Mitarbeiterinnen für die Lesehalle. In der gestrigen Nummer des „Gießener Anzeigers" war ein Hilferuf nach Arbeitskräften für die öffentliche Lesehalle Den Wert und Segen einer solchen Lesehalle voll anerkennend, möchte ich die Hilferufenden durch ein paar Worte unterstützen. Den Vorschlag — oder den Hinweis darauf, daß in anderen Städten Schulkinder dem Bibliothekar zur Hilfe beigegeben werden, billige ich zwar durchaus nicht. Den Schulkindern unseres bildungshungrigen Jahrhunderts sollte keine Minute der Zeit, die sie im Freien sich ausspannend zubringen können, abgekürzt werden. Wieviel freie Zeit hat denn so ein modernes, größeres Schulkind? Kaum soviel, daß es sich mal eben den Wind um den Kopf wehen lasten und die Hälfte des Klastenstaubes von sich schütteln kann. Nein, von dort her laßt uns nicht Hilfe erwarten. Aber in anderen Städten giebt es — wie wohl auch in Gießen — unzählige junge Mädchen, die, sobald sie die Töchterschule hinter sich haben, mit dem besten Willen nicht wissen, wie sie die entsetzlich lange Zeit herumbringen sollen, bis „er", der Erlöser, erscheint. Leider legt die Unthätigkeit und daraus folgende Unzufriedenheit der jungen Damen in diesen Jahren des Harrens meist den Keim zu allen möglichen Nachteilen, Putzsucht, Oberflächlichkeit, Launenhaftigkeit re. Schreiberin dieses hat Gelegenheit gehabt, Einblick zu nehmen in die Thätigkeit des Berliner Frauenhilfsvereins, und zu beobachten, wie befriedigt-glücklich die jungen Mädchen, welche in demselben wirken, dank ihrer Thätigkeit sind. Mit welchem Eifer und Gefühl von Verantwortung sie ihre, oft nur gering scheinenden Pflichten erfüllen, und wie ihnen das Bewußtsein aus den Augen leuchtet, kein ganz unnützes Glied der Menschheit zu sein. — Sollte es hier in Gießen nicht auch junge Damen geben, die dem Leben auch ernstere Seiten abgewinnen möchten, denen Putz und Tanz und — Klavierspiel! nicht ganz genügen? Wohlauf denn! Es giebt kaum ein beglückenderes Gefühl, als ein Teil seiner Kraft, seiner Zeit, seines Interesses der Allgemeinheit zu widmen, und das Bewußtsein zu haben, in einem kleinen Kreise ein Kleines mit großer Treue zu leisten. Es. V. A. Lich, 16. September, 8 Uhr 10 Min. vormittags. (Privattel. d. „G. A.".) In vergangener Nacht starb infolge Herzschlags Se. Durchlaucht Fürst Hermann zu Solms- Hohensolms-Lich. (Fürst Hermann, der bisherige Chef der Linie, war am 15. April 1838 geboren, besaß unter preußischer Hoheit das Amt Hohensolms und unter hessischer die Aemter Lich und Nieder-Weisel, zusammen 220 Q.-Km., war erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses und der Ersten Kammer im Großherzogium Hessen.) Bingen, 15. September. Die Gebrüder Hoos, Besitzer einer Weinwirtschaft in der Hasengaste, stiegen heute mittag in die entleerte Abortgrube, um, wie es heißt, ein verstopftes Zuleitungsrohr zu reinigen. Kaum war der ältere Bruder in der Grube, als er, von giftigen Gasen betäubt, zu Boden fiel. Der jüngere Bruder stieg sofort nach, doch auch er wurde betäubt. Einigen herbeigeeilten Männern gelang es, beide noch lebend aus der Grube zu ziehen. Der ältere ist bereits heute morgen gestorben, während der jüngere ins Hospita geschafft werden mußte, wo er hoffnungslos dar-, niederliegt. Oppenheim, 15. September. Herr Minister Thielen und Gemahlin sind zum Besuche des Herrn A. Frowein hier eingetroffen. Frau Thielen ist die Schwester des Herrn Frowein. Zur Mikchverkaufsordnung. Unter Bezugnahme auf den in Nr. 261 vom 6. November 1898 veröffentlichten Auszug aus dem Berichte über die Thätigkeit des chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberheffen, insbesondere den die Milchprüfung betreffenden Teil dieses Berichts, veröffentlichen wir folgenden Bericht der vom landwirtschaftlichen .Bezirksverein Gießen gewählten Kommission, welche sich über den vöm chemischen Untersuchungsamt ausgearbeiteten Entwurf einer neuen Milchverkaufsordnung gutachtlich zu äußern hatte: Dem Entwurf des chem. Untersuchungsamtes der Provinz Oberhessen vom 16. Juni 1898 betr. den Erlaß einer Milchverkaufsordnung für die Stadt Gießen, welches eine Abschrift der Frankfurter neuen Milchverkaufsordnung darstellt, stimmen die Unterzeichneten bei mit Ausnahme der SS l0 und 11, für welche sie einstimmig folgende Fassung beantragen: S 10. „Voraussetzung für die Zulässigkeit (Marktfähigkeit) der Voll- „milch im Handelsverkehr ist, daß dieselbe bei einer Tempe- „ratur von 15 "C. ein spezifisches Gewicht von 1,028—1,0345 „sowie einen Mindestfettgehalt von 2,8 % hat. „Abgerahmte Milch muß bei 15° C. ein spezifisches Gewicht „von nicht unter 1,033 zeigen. S 11. „Die zum Verkauf eingeführte oder sonst feilgehaltene Voll- „und Magermilch unterliegt jederzeit der Untersuchung der „von Seiten der Polizeibehörden beauftragten Organe. Die- ' 6en sind berechtigt, aus jedem Gefäße Proben nach einem „so ziell vorgeschriebenen Verfahren behufs Untersuchung zu „entnehmen, wofür auf besonderes Verlangen Entschädigung „in Höhe des üblichen Kaufpreises zu leisten ist. Der Ver- „käufer ist befugt, von dem revidierenden Beamten eine ver- „siegelte Gegenprobe zu verlangen, sowie sich eine Beschei- „nigung über die Entnahme der Milch und die Zeit, zu „welcher diese Entnahme erfolgt ist, ausstellen zu laffen. „Die Polizei Organe haben die entnommene Flasche Milch mit „den nach vorgeschriebenem Entnahme-Verfahren enthaltenen „Angaben auf dem Dienstwege zur chemischen Untersuchung „an das chemische Untersuchungsamt der Provinz Oberheffen zu „Gießen abzugeben. Begründung: Während § 11 nur eine detailliertere Vorschrift für die Polizei- Organe zur richtigen Entnahme der Proben sein soll und wohl weiterer Auseinandersetzung nicht bedarf, ist die beabsichtigte Hinaufschraubung des Minimalsettgehaltes von 2,8 auf 3% eine die Interessen der Milchproduzenten aufs schwerste berührende Maßregel, die unserer eingehenden Widerlegung bedarf. Das chem. Untersuchungsamt fußt unter Begründung, den Fettgehalt auf 3% zu erhöhen in seinem Berichte an Großh.^Polizeiamt Gießen lediglich auf den Resultaten von Untersuchungen von Stallmilchproben, entnommen von 20 Milchproduzenten im Stadtbezirk Gießen, 1 in Muschen- heim und von 109 in Wieseck und glaubt danach sich ein Bild über die Milchproduktionsverhältniffe von Gießen und Umgebung geschaffen zu haben. Dies ist aber durchaus nicht der Fall, denn nach Ansicht der Kommission hätten bei einzelnen, besonders in hohem oder niederem Fettgehalte markanten Produktionsstellen Monate hindurch wöchentlich wenigstens ein- oder zweimal dix Milch untersucht werden müssen unter Feststellung der Milchmengen, Arten des Futters, in kleinen Viehhaltungen, ob Kühe gefahren werden oder nicht, ob einzelne rindern, frischmelkend, oder hochträchtig sind. Auch in der Auswahl der Stallungen scheint chem. Untersuchungsamt unrichtig vorgegangen zu fein1, denn von 130 Produzenten der Tabelle entfallen auf Wieseck allein 109 und betreffen hier lauter kleine Milchviehhaltungen von 1 bis 3 Kühen, nur 10 Fälle davon mit 4—5 Kühen. Bekanntlich geschieht in Wieseck der Gespanndienst fast ausschließlich mit Kühen, woraus der höhere Fettgehalt sich erklärt, da Fahrkühe im allgemeinen quantitativ wenig, aber qualitativ beffere Milch geben. In der allgemeinen Besprechung sagt das chem. Untersuchungsamt, daß die wenigen Fälle, bei denen das spezifische Gewicht von 1,028 und der Fettgehalt von 3% unterschritten wird, ohne Zweifel als abnorm zu betrachten seien und auf mangelhafte Fütterung oder auf mangelhafte Haltung der betr. Kühe zurückzuführen seien. Mit dieser Ansicht dürfte chem. Untersuchungsamt den 3 Wiesecker Stallhaltungen, gezeichnet mit Nr. 5, 59 und 72 Unrecht thun, denn bei Kuhhaltungen von 5, 2 und 3 Kühen, wie in gedachten 3 Fällen, spielen rindern, trächtigsein, frischmelkend von der einen oder anderen Kuh eine wesentliche Rolle. Besonders der Fall Nr. 72 bietet einen Fingerzeig, daß die Festlegung von sogenannten Minimalzahlen in spezifischem Gewicht und Fett Schattenseiten hat, da diese Milch trotz 3,9% Fettgehalt wegen zu niederem spezifischem Gewicht mit Strafe belegt werden müßte. Wiederholte Untersuchung in solchem Falle vor einer Bestrafung empfiehlt die Kommission aufs dringlichste. ®in Kommissionsmitglied, dessen Stall mit Nr. 4 unter Gießen mit einem Fettgehalt von 3,7 % aufgeführt ist, dürfte demnach an- cheinend ganz beruhigt einer Fettbestimmung auf 3% für die Zukunft entgegensehen; daß es sich mit dieser Ruhe aber in einem Irrtum befände, beweisen ihm die 70 Milchuntersuchungen, vorgenommen vom 19. Januar 1898 bis 16. August 1899 durch das chem. Nntersuchungs- amt Gießen. Der Zweck dieser Untersuchungen war nicht nur, Material zu sammeln für die in Aussicht stehende Milchvekkaufsordnung, sondern auch Einblick zu gewinnen über die Verschiedenheit der Milchprodukttons- verhältnisse und die Ursachen derselben. Aus der Zusammenstellung dieser 70 Untersuchungen ergießt sich, daß der betreffende Milchproduzent 18mal in 70 Fällen nach dem neuen Verkaufsentwurf hätte bestraft werden müssen, während der durchschnittliche Fettgehalt 3.26% betragen hätte. Wir glauben somit nachgewiesen zu haben, daß die Tabelle des chem. Untersuchungsamtes nicht als Grundlage für die Festlegung des Fettgehaltes benutzt werden kann; aber selbst, wenn man die mehr- erwähnte Tabelle als maßgebend betrachten wollte, erschien es als unbillig, den Fettgehalt zu erhöhen, da nach derselben ja unter der jetzigen Verordnung die Milchproduzenten eine weit gehaltvollere Milch lieferten. Mit dieser Auffassung stehen wir nicht allein, sondern auch andere landwirtschaftliche Verbände haben gegen die vielerorts sich geltend machende Tendenz, den Fettgehalt durch Verordnungen immer höher zu chrauben, Stellung genommen; wir erlauben uns in dieser Richtung hinzuweisen auf die Verordnung des sächsischen Ministeriums, welches aus diese Klagen der Müchproduzenten Bezug nimmt und solche als berechtigt hinstellt; insbesondere aber möchten wir aufmerksam machen auf den Artikel der Milchzeitung Nr. 33, aus welchem hervorgeht, daß das preußische Ministerium in einer für die Städte Preußens zu erlassenden Verordnung den Minimal-Fettgehalt der Milch nur auf 2,7 % vorsieht und zwar auf Grund einer vom Ministerium einberufenen Konferenz von Sachverständigen. Berufene wissenschaftliche Autoritäten in der Milchwirtschaft sind einig im Urteil über die Gefahr und den Schaden, welche in der Festlegung eines 3% Mindestfettgehaltes für mittel- und norddeutsche Milch- produktionsverhältnifse liegen würden. Die Kommission weiß wohl, daß in Frankfurt a. M. und Offenbach 3% bestehen, und daß insbesondere in Frankfurt der landwirtschaUl. Verein es war, welcher die Forderung eines 3% Fettgehaltes unterstützte; diese Bewegung fiel damals zusammen mit der Gründung einer landwirtschaftl. Genossenschafts-Molkerei, welche die möglichste Losreißung des Milchverkaufes durch die Zwischenhändler und bessere Preisgestaltun für die Landwirte bezweckte. Durch solche Zentral-Molkereien kann viel leichter ein Durchschnittsfettgehalt von 3 % und darüber durch Mischen der Milchmengen erreicht werden, als bei direktem Verkauf des Produzenten der Fall ist. Nach Lage der Verhältnisse ist aber eine Zentral-Molkerei für Gießen absolut nicht zu erreichen. Im ferneren gießt die Kommission zu erwägen, daß in Frankfurt der Liter Milch mit 18 und 20 Psg. verkauft wird, während hier höchstens 16 Pfg. erreicht werden. Für eine solch große Preisdifferenz, die in keinem Verhältnisse zu den um 0,2% differierenden Fettprozenten des Mindestfettgehaltes stehen, können die nach Frankfurt liefernden Milchwirte die höheren Unkosten und Mühen in der Fütterung und Beaufsichtigung der Milchwirtschaft wohl in Kauf nehmen; trotz alldem möchte die Kommission bezweifeln, ob eine in Auswahl und Fütterung der Kühe auf höheren Fettgehalt hinzielende Milchwirtschaft nicht ab und zu unter 3% sinkt. Zum Schluffe weist die Kommission noch daraufhin, daß wegen der heutigen großen Konkurrenz im Milchhandel kein Milchverkäufer mit Milch von 2,8 % Fettgehalt länger seine Kundschaft zur Zufriedenheit bedienen kann. Die Kommission will nur, daß der Produzent nicht sofort der Polizeistrafe verfällt, wenn seine Milch vorübergehend auf 2,8 und 2,9% sinkt. Die mit dieser Frage betraute landwirtschaftliche Kommission. Klein.Kaiser.Bichler. Vermischtes. * Berlin, 15. September. Von dem flüchtigen Geldbriefträger Schwartz fehlt, wie im Anschluß an unseren Bericht gemeldet wird, noch jede sichere Spur. Betreffs seiner Festnahme ist man in amtlichen Kreisen nicht allzu hoffnungsfreudig gestimmt. Er hatte einen Vorsprung, von zwei Tagen, ehe an seine Verfolgung gedacht wurde, und hat zweifellos nach einem von langer Hand vorbereiteten Plan gehandelt. Betreffs der Liebesverhältnisse des Defrau-- bauten existieren, wie schon bemerkt, nur Vermutungen^ Zwar genoß er allenthalben den Ruf eines großen Don Juans, doch war er auch im vertrautesten Kreise nach dieser Richtung außerordentlich diskret und verschloffen. Die Unterschlagung ist zu einer Zeit ausgeführt worden, da sich der Postsekretär, der sonst den Verkehr mit den Geldbriefträgern hat, auf Urlaub befand und durch einen anderen Herrn vertreten wurde. Es fällt jedoch, soweit bekannt, niemandem ein Versehen in der Angelegenheit zur Last. Das Vertrauen, welches die Postbehörde in ihre Beamten setzt, ist ein so großes, daß denselben gemeinhin auch ein gewisser Spielraum zur Ablieferung der Quittungen und Abrechnung gewährt wird. Der Geschäftsgang Hierbei ist folgender: Den Geldbriefträgern werden an jedem Vormittage von dem diensthabenden Kassenbeamten (Postsekretär) die auszutragenden Postanweisungen ihres Bestellbezirks zu- geteilt, nachdem sie in die Bücher eingetragen worden sind. Jeder Geldbriefträger zählt die Beträge der Anweisungen zusammen; die Summe seiner Aufstellung wird von einem Revisionsbeamten durch Nachaddieren auf ihre Richtigkeit hin geprüft. Dann erst empfängt der Briefträger den fest, gestellten Geldbetrag und beginnt seinen Bestellgang. Kehrt er zurück, so liefert er dem Kassenbeamten das etwa nicht an den Mann gebrachte Geld ab und giebt gleichzeitig die quittierten Postanweisungen zurück. Geld und Anweisungen werden alsbald von einem Revisionsbeamten mit einander in Vergleich gestellt, und hierbei auch die Unterschriften, welche diesem Beamten insbesondere von den oft wiederkehrenden kaufmännischen Firmen geläufig und bekannt sind, geprüft. Findet der Revisor das Ergebnis in Ordnung, so werden die Postanweisungs-Abschnitte gebündelt und bei Seite gelegt. Nach einiger Zeit werden die linken Ecken der gebündelten Postanweisungen zum Zeichen, daß sie definitiv erledigt sind, abgeschnitten und im Schranke nach Jahrgängen und Monaten aufbewahrt. * Berlin, 14. September. Kanonier Dreyfus. Ein Verwandter von Kapitän Dreyfus genügt zur Zeit in der preußischen Armee seiner Militärpflicht. Es ist der Kanonier Mathieu Dreyfus, ein Vetter des schicksalsreichen Kapitäns. Mathieu stammt aus Straßburg im Elsaß und ist zum zweiten Garde-Feld-Artillerie-Regiment in Potsdam ausgehoben worden, späterhin aber als Hilfsschreiber zur Oberfeuerwerkerschule kommandiert worden. * Homburg, 14. September. Die Hochzeit einer amerikanischen Millionärin fand Dienstag vormittag in der katholischen Kirche von Bad-Homburg statt. Eine der reichsten Erbinnen des Dollarlandes, Miß Anne Russell Allen von St. Louis wurde mit dem Herzog Don Pietro de Sante Montefeltro della Ro- veret vermählt. Die Braut gehört der Kentucky'schen Linie )er Familie Allen an; ihr Urgroßvater war Ethan Allen, der „Held von Ticonderoga", ihr Vater Bradford Allen, vertrat den Distrikt St. Louis im Kongreß. Der General- onsul der Vereinigten Staaten in Rom, de Castro geleitete )ie Braut zum Altar, Generalkonsul Günther von Frankfurt a. M. und Baron Pfyffer Heideck von Luzern fungierten als Zeugen. Die Trauung vollzog Monsignore Ragonesi, »er eigens zu diesem Zweck von Rom gekommen war. Während das Paar am Altar stand, traf ein Telegramm »es Papstes ein, das den Neuvermählten den Segen des )l. Vaters brachte. Ein Telegramm von vielen Seiten Länge kam von den Behörden und der Bürgerschaft von Viterbo, einem italienischen Städtchen, in dessen. Nähe die Besitzungen des Herzogs gelegen sind, und das ihn neulich zu seinem Bürgermeister erwählte. Miß Ella Hunting Howell von New Aork war Brautjungfer, und hatte speziell zum Ehrentage ihrer Freundin die Reise über den Ozean gemacht. Die Hochzeitsgeschenke waren von erlesenster Kost- »arkeit. Die Brautgabe der Mutter bestand in einem Thee- ervice von getriebenem Silber und einem Paar prächtiger Pferde. Die Großmutter der Braut Mrs. Greer brachte ihrer Enkelin einen kostbaren silbernen Tafelaufsatz und eine »iamantbesetzte Herzogskrone. Der Bräutigam überraschte eine Braut mit einem prachtvollen Schmuck von Brillanten und Saphiren. Nach der Ceremonie vereinigte sich die Elite der amerikanischen und englischen Gesellschaft Hom- iurgs in dem Heim der Braut, der Villa Roma in Bad- Homburg zu einem splendiden Champagnerfrühstück. a"fi Diy . "*• 8 Aen bi? 5*^ zu etln. 11 Hr bie, 9 et Rbi ^SLrZ :tÄUpS* ,,tf^.Ä*fc sr==i=B==saa= $ l‘bl ßchn-I « A? irjÄS’Ä ®* ^tte einen Vorsvrunn Innl9Ul9 ^dacht wurde' langet Hand vorbereiteten 3»w?g ilufnUt Ölungen. J“ großen Don besten Kreise nach dieser ^ verschloßen. Die iusgefuhrt worden, da sich »kehr mit den Geldbrief- md durch einen anderen 'M M bekannt, Angelegenheit zur Haft. ehorde in ihre Beamten den gemeinhin auch ein ng der Quittungen und Neschästsgang.hierbei ist ' werden an jedem Bor- usienbeamten (Postsekretär> |en ihres Bestellbezirks zu, eingetragen worden sind. Beträge der Anweisungen ufstellung wird von einem lieren auf ihre Richtigkeit |t der Briefträger den fest- feinen Bestellgang. Kehrt mbeamten das etwa nicht unb gilbt gleichzeitig bie (Selb unb Univeifungai insbeamten mit einander auch die HnUx\fyx\Un, exe non den o\t wieder- geläufig und bekannt sind, i Ergebnis in Ordnung, so chnitle gebündelt und bei t werden die linken Ecken zum Zeichen, daß sie de- t und im Schranke nach wahrt. , Kanonier Dreyfus. teyfuS genügt zur Znt « Nilitärpstichr. .Es ist der Letter des sch'ckMelchen Straßburg im Wß! und ^Regiment in Potsdam aber als hiWmber M :in „b D>-°-'°s««' t «aUY x>er ®eneral= iful ®ünÄ7,,Etn fungier«« btd , $«goA 09 «>«■ ÄS/Jte l-»M? Mich-»,ip »!'* '£• *ti" utjUlM u?btt den Ozea" SS-**^* ‘“hä®' «9h'*sau iS**1 • Berlin, 14. September. Zur Errichtung eines Heims für anständige Mädchen rüstet die Heilsarmee. Der von Thomas McKie erlassene Ausruf verweist auf die Schwierigkeit, die ein anständiges Mädchen hat, eine Wohnung zu billigem Preise zu finden. In vielen Häusern werden alleinstehende Mädchen überhaupt nicht als Mieterinnen zugelassen. Auf der Suche nach einem bescheidenen Zimmer oder einer Schlafstelle schallt es ihnen oft genug entgegen, daß man an Mädchen nicht vermiete. McKie giebt zu, daß die Vermieter oft genug schlechte Erfahrungen machen. Aber darum bleibe es doch hart, daß alle Mädchen, die sich von ihrer Arbeit ernähren, darunter leiden, keine Stätte finden sollen, an der fie anständig und billig wohnen können. Dieser Unbill will nun die Heilsarmee entgegentreten. Sie beabsichtigt, Einrichtungen zu treffen, welche braven Arbeiterinnen ein gutes und preiswertes Unterkommen gewähren. Tin „Metropole für Mädchen" soll erstehen. Das Haus soll 50 Betten haben, allen ohne Ansehen des Bekenntnisses und der Nationalität offen stehen, und es soll alles enthalten, was das Leben angenehm und gemütlich macht. Man will das Heim zur Weihnachtszeit eröffnen und hofft, bis dahin die auf 20 000 Mk. veranschlagten Kosten beisammen zu haben. * Köln, 15. September. Der Fabrikant Clemens August Hoffsümmer aus Düren wurde von der Aachener Strafkammer wegen Verbrechens gegen § 175 zu sechs Monaten, der Mitangeklagte Bachem zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. * Helgoland, 15 September. Der alte Fischer Denke, ein bekanntzes Helgoländer Original, hat sich gestern abend vom Felsen herabgestürzt und ist heute gestorben. Das Motiv zu dem Selbstmorde ist unbekannt. Auszug MS den Standesamtsregistern der Stadt Meßen. Aufgebote. September: 3. Georg Reichwein, Taglöhner zu Gießen, mit Margarethe Launspsch hterielbst. 9 Johannes Stein, Brauer zu Ltch, mit Marie Christine Stabet zu Gießen. 11. Witham Heinrich Merten, Bergmann zu Gosenbach, mit Emitie Stein zu Herdorf. 11. Wilhelm Wnbrlauer, Lehrer zu Uckersdors, mii Lina Marte Klaas daselbst. 11. Heinrich Werkmann, Geometer und Bauzeichner zu Mainz, mit Karoline Christine Elisr Sauer Hierselbst. 12. Dr. Heinrich Pitz, Realgymnafiallehrer dahier, mit Katharina Johanna Fresenius Hierselbst. 13. Christian Melchior Martin Rain, Bahnarbeiter dahier, mit Bertha Mar»« Friederike Leweren; Hierselbst. 14. Tobias Boller II.. Dienstknecht zu Münzenberg, mit Elisabethe Bender Hierselbst. 15. Karl Heinrich Jrle, Kaufmann zu Großen-Linden, mit Karoline Ernestine Helene Christiane Reinhardt Hierselbst. Eheschlietzungen. September: 9. Louis Georg Heinrich Rothe, Bureau-Vorsteher dahier, mit Emma Vorlop Hierselbst. Gedorene. September: 6. Dem Schuhmacher Karl Amend eine Tochter, Bertha. 7. Dem Gastwirt Johannes Marker ein Sohn, Emil Karl. 8. Dem Schneider Christian Vaubel eine Tochter, Elisabeth. 8. Dem Poltzeiamtmann Theodor Muhl eine Tochter. 8. Dem Steinhauermeister Jacob Atzbach eine Tochter, Luise Katharine Elisabethe Margarethe. 9. Dem Restaurateur Albert Kuhnd «in Sohn, Hellmuth August Konrad. 9. Dem Fuhrknecht Johannes Hofmann ein Sohn, Georg Heinrich. 9. Dem Schlosser August Appel ein Sohn, Karl Wilhelm. 10. Dem Postboten Karl Pfeiffer ein Sohn, Georg. 10 Dem Taglöhner Heinrich Schäfer XIII. ein Sohn, Friedrich Wilhelm Kaspar. 11. Dem Dachdecker Karl Heck eine Tochter, Erna. 11. Dem Bäckermeister Johann Peter Pfeiffer ein Sohn, Ernst 12. Dem Forstasskssor Jacob Weder ein Sohn, Waldemar Karl Gustav Jacob. 12. Dem Buchhalter Hubert Heinz eine Tochter. 13. Dem Schutzmann Heinrich Schnabel eine Tochter. Gestordenr. September: 6. Karl Steih, 4 Jahre alt, Sohn von Dienstknecht Christoph Steih dahier. 9. Franz Koeyroets, 38 Jahre alt, Ziegelarbeiter zu Schladern. 11. Christian Gilles, 29 Jahre alt, Maurer von Niederelbert. 11. Heinrich Strack, 53 Jahre alt, Schuhmacher dahier. 12. Luise Frenzel, l1/» Monat alt, Tochter von Kürschner Otto Richard Frenzel dahier. 12. Georg Schlicht, 64 Jahre alt, Maulwurfsfänger zu Phllippsüin. 12. Anna Elisabeth Laura Herrlein, 10 Monate alt, Tochter von Major Georg Herrlein hier- selbst. 13. Wilh.lmine Brandstätter, geb. Debusmann, 33 Jahre alt, Ehefrau von Postschaffner Robert Brandstäiter zu Wetzlar. 13. Katharine Karoline Nobl, geb. Nohl, 55 Jahre alt, Ehefrau von Holzhändler Johann Karl Nohl zu Klein-Steinhetm, Kr. Offenbach. 14. Jakob Hölken, 48 Jahre alt, früher Schreiner, aus Schlitz. Gottrrdieust in der Synagoge. DienStag den 19. und Mittwoch den 20. September 1899: Laubhüttenfest. 1. Tag. Vorabend 616 Uhr, morgens 880 Uhr Predigt, nachmittags 4 Uhr, abends 718 Uhr. 2. Tag. Vorabend 718 Uhr, morgens 8“ Uhr, nachmittags 4 Uhr, abends 7" Uhr._____________________ Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Gießen, <6. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. Jt 1.10—1.20, Hühnereier per St. 0—0 2 St. 13—15 Enteneier 1 St. 0—0 H, Gänseeier per St. 6—00 H, Käse 2 St. 5—8 Kasematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 19 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar Jt 0.70—0.80, Hühner per St. vH 1.00—1 30, Hahnen per Stück Jl 0.60—0.90, Enten per St. 1.80—2.00, Gänse per Pfund st, u 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pso. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 66—74 Schweine- flersch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. du—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—'<0 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bis 6.00 Jl, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Clr. vH 5.60—8.50, Milch per Liter 1« H. Dauer Der Marktzelt von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nach- mittags. Wäbrend Der ersten 3 Stunden der Marktzeü darf in: Umhenieben nickt feilgeboten werden. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Hochwasser. Berlin, 16. September. Aus dem Hochwasserge- biet wird gemeldet: In Leipzig hat das Hochwasser der Elster seinen Höhepunkt erreicht und ist im Fallen begriffen. Aus dem Gebirge werden jedoch seit gestern nachmittag neue heftige Regengüsse gemeldet. In Dresden ist die Elbe gestern außerordentlich rasch gestiegen und dürfte, wie im September 1890, eine Höhe von 4 Meter erreichen. Die sächsisch, böhmische Dampf-Schifffahrts-Gesellschaft mußte bereits den Be- trieb einstellen. Neuerliche wolkenbruchartige Regenguffe'lassen auch in anderen sächsischen Landesteilen die Lage wieder bedrohlich erscheinen. — Der Prinz-Regent von Bayern war bei seiner gestrigen Ankunft in München tief erschüttert über die entsetzlichen Verheerungen durch das Hochwasser. Die Prinzregenten, brücke wird auf seine Kosten wiederhergestellt werden. Die Staats-Regierung wird vorläufig anderthalb Millionen Mark als Staatshilfe bewilligen, um der ersten Not zu steuern. Die Isar fällt jetzt zusehends. — Durch die fortgesetzten Zuflüsse der Hochwässer ihrer Nebenflüsse steigt die Donau immer höher, und erreichte gestern bei Wien 4,6 Meter über den normalen Stand. Nach 6 Uhr abends ist die Traunbrücke bei Gmunden über den Ausfluß der Traun infolge des angestauten Schwemmholzes ein gestürzt. 20 Arbeiter die auf der Brücke beschäftigt waren, sind ertrunken, nur ein Mann ist gerettet. Nachmittags ist auch die Brücke über den Traunfall eingestürzt. Auch bei Preß» bürg ist das Wasser der Donau rapide gestiegen. Eine große Gefahr wird jedoch von dem Steigen der March befürchtet. Nachmittags herrschte im Marchthale großer Regen. -Die Ereignisse in Frankreich. Paris, 16. September. Mit lebhafter Spannung sehen alle Politiker der ersten Sitzung der Haute Cour und dem Bekanntwerden des Anklagematerials entgegen. Uebereinstimmend erkennen alle Parteien an, daß die Existenz des Ministeriums vom Verlaufe dieses Prozesses abhängt. Anscheinend wollen die Verteidiger, deren Zahl 68 beträgt, durch Rechtskniffe den Prozeß hinausschiebcn. Perpignan, 16. September. Wichtige Papiere sind bei dem Vize-Präsidenten des Royalisten- Klubs und bei seinem Advokaten, dem Vorsitzenden des Nationalisten-Klubs, beschlagnahmt worden. Paris, 16. September. Der Minister-Präsident Waldeck- Rousseau empfing gestern Delegierte der sozialistischen und radikal-sozialistischen Abgeordneten der Kammer und erklärte ihnen, daß die Beweise des Komplottes gegen die Regierung unwiderlegbar seien. * Paris, 16. September. General Mercier und der frühere Kolonialminister Lebon stellen, wie verlautet, für den nächsten Januar ihre Kandidaturen für die Senatswahlen auf. Paris, 16. September. Bis jetzt haben 142 Abgeordnete ihre Zustimmung zur sofortigen Einberufung der Kammer gegeben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß nunmehr auch die Gruppe Meline ihre Zustimmung geben wird. Paris, 16. September. Im Kriegsministerium ist über die angebliche Verhaftung eines Spions an der Ostgrenze nichts bekannt. Rom, 16. September. Heute abend wird der „Osser- vatore Romano" einen Brief des Papstes veröffentlichen, der an die französischen Bischöfe gerichtet ist und in welchem der religiöse Friede empfohlen wird, da alle Menschen Kinder Gottes seien. Der Papst erwähnt jedoch nirgends die Affaire Dreyfus. Zum Attentatsprozefi. Belgrad, 16. September. Wie verlautet, werde infolge der Intervention einiger Großmächte nur der Attentäter Knesevic hingerichtet werden, während die anderen Angeklagten, falls sie das Kriegsgericht zum Tode verurteilt, vom König begnadigt werden würden. Belgrad, 16. September. Ministerpräsident Ge- orgiewic hat vor zwei Tagen seine Entlassung eingereicht, die vom Könige jedoch ab gelehnt wurde. Im Ministerium sollen bedeutende Meinungs-Verschiedenheiten herrschen. TrausvLal uud England. London, 16. September. Der Vertreter des Bureau Dalziel in Prätoria telegraphiert, er hätte Donnerstagabend eine Unterredung mit dem Präsidenten Krüger gehabt, welcher behauptet hätte, die Briten in Transvaal wünschten das Stimmrecht gar nicht. Nach seinem Dafürhalten sei keine Ursache für einen Krieg vorhanden. Alles könnte durch ein Schiedsgericht geregelt werden. London, 16. S.ptember. Die Morgenblätter veröffentlichen die Thatsache, daß bei Einstellung der Freiwilligen in die Armee 50 Prozent aller sich Meldenden aus Gesundheitsrücksichten abgewiesen werden mußte. Berlin, 16. September. In einem Hotel des Nordens erschoß gestern der verheiratete Kellner Lauer seine Geliebte, die unverehelichte Modistin Klara Wilke und darauf sich selbst. Kiel, 16. September. Eine Kolonne in Außen-Arbeit befindlicher Strafgefangener überfiel und mißhandelte den beaufsichtigenden Beamten. Fünf Gefangene entkamen, die übrigen wurden eingefangen. Lemberg, 16. September. Die aus vier Personen bestehende Familie eines Nachtwächters ist infolge Genusses giftiger Pilze gestorben. London, 16. September. Aus Kingston wird gemeldet, daß ein neuer Cyclon in Antigua ungeheuren Schaden angerichtet hat. London, 16. September. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß gestern dort ein großes Erdbeben verspürt wurde, wodurch unter der Bevölkerung große Panik entstand. Kaiserliche Anerkennung- Darmstadt, 16. September. (Telephonmeldung). Ein Handschreiben des Kaisers an den Großherzog giebt nach der „Darmst. Ztg." der lebhaften Befriedigung Ausdruck über die vortreffliche Haltung und kriegsmäßige Ausbildung des 23. Dragoner-Regiments, welche das Regiment bei der Teilnahme am Kaisermanöver bewiesen. Katholikentag. Mainz, 16. September. (Telephonmeldung). Das „Mainzer Journal" meldet, daß auf dem am 24. September in Mainz stattfindenden 6. Katholikentag der Reichstagsabgeordnete Dr. Lieber in der Stadthalle über die allgemeine politische Lage sprechen wird. Brovpreise vom 17. September bis 1. Oktober 1899. 1 Kg. (2 Pfd.) 2 Kg. (4 Pfd.) 1 Kg. (2 Pfd.) 2 Kg. (4 Pfd.) Der hiesige« Bäcker. Tafelbrod . . 28 Pfg. 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot) . Tafelbrod . . 56 , 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod . Weißbrod . . 26 „ in der Köln. Confurn-Anstalt Weißbrod . . 52 , 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod . Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrod bei: r. Schmidt, Gr.-Linden... 24 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . W. Fabel von Wieseck ... 24 C. Post von Wieseck .... 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrod bei: Joh. Kd. Belte v. Kirch-Göns . 44 Pfg. W. Weitzel von Lang-Göns . L. Schmidt (Großen-Linden) . 48 , Wilh. Fabel von Wieseck . . L. Steinmüller, Gr^Linden . 48 „ C. Post von Wieseck . . . . 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrod bei: L. Schmidt, Großen-Linden . 22 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . W. Steinmüller, Lang-Göns . 22 , 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrod bei: Joh. Kd. Belte v. Kirchgöns . 40 Pfg. L. Steinmüller, Gr.-Linden . W. Steinmüller in Langgöns. 44 „ W. Weitzel v. Lang-Göns . . L. Schmidt Gr.-Linden ... 44 „ C. Post von Wieseck .... 8 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrod bei: SMU. Fabel von Wieseck . . 66 Pfg. Ernst Christ von Wieseck . . E. Post von Wieseck.... 66 24 Pfg. 24 Pfg. 48 Pfg 48 „ 52 , 22 Pfg 69 Pfg. Der Brodverkäufer. Bei den hiesigen Brodverkäufem bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 16. September 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Heute morgen verstarb nach kurzemLeiden meine liebeGattin Frau Katharine Miner. Peter Fakiner. Beerdigung: Montag nachmittag 3 Uhr von der neuen Klinik aus. MnMIilMu ÄL MaÄtzlM Freibaak. 6440 Heute nab Montag: OchseußeW 40 psg. Die Freibank ist bis 9 Uhr abends geöffnet. MaIafa neu u gebraucht, für Gas, lilUlUl v Benzin, Petrol, u. Dampf rc. Arbeitsmaschiuen all. Art, Acetylen- und Luftgas-Anlagen. Günstige Zahl- ungsbeding. A. Collin, Frankfurt a. M., G., Kaiserstraße 60. [6561 Guter Privat - MittagsW. 6703____________Goethestratze 46, I. 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