«'/, Uhr, ereim, Mdirehot. ^Nigeria. Lt- BwthoTei. B. Wagner. B- Wagner. B- Wagner. lk' 2 50 (Sperrtit, ÜUD6 Ton Ermt ‘rrn Hauererwalter probe Mk. i,_ 632 11 Uhr, ’ereins. XXXXXXXÄ istadt § 645 Q r. § ^Mtügnng. y ^QOÜOQQO lNg. t vom 15. Januar -K ack. Mtißtt. tzk Ipptei) »eutlich billiges Oesterr. Lloyd, irnar. ffirkoi» o Mark r> 1 e 0 0 I* ..II hi*«“1" eU 638 -ßiireau >se 10-,, au. . Siebener Anzeiger Keneral-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mar! 50 Pfg. vierteljährlich. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Alle Anzeigen.Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Die Gießener A«milienölät1er werden dem Anzeiger wöchentlich viermal brigelegl. Amts- und Anzeigeblatt für den Atreis Gieren. Januar bis Nov. 1897 Eck- und Winkeleisen schmiedbares Eisen grobe Eisenwaaren (11 Monate) 72711 102066 44363 November 1898 10566 17 633 4943 Redaktion, Expedition und Druckerei: Schalstraße Ar. 7. Januar bis Nov. 1898 (11 Monate) 94154 125 728 46 377 Januar bis November 1898 ausgeführten Eisenwaren müßten Hufeisen gewesen und dieser fünfte Teil müßte in den letzten zwei Monaten ausgefallen sein. — Amerikanische Verdächtigungen. Die deutsche Presse ist genötigt, wieder einmal gegen allerlei deutschfeindliche Ausstreuungen über unsere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten entschieden Einspruch zu erheben. So schreibt der „Hamb. Korrespondent": Die neuesten Verdächtigungen ausländischer Blätter, wonach die auf den Philippinen lebenden Deutschen mit den dortigen Eingeborenen gemeinsame Sache gegen die Vereinigten Staaten gemacht haben sollen, sind auf Grund amtlicher Ermittelungen als durchaus wahrheitswidrig zurückzuweisen. Anfang November wurde in einer in Manila erscheinenden Eingeborenenzeitung ein Brief veröffentlicht mit der Unterschrift vpn drei Deutschen (die übrigens keinerlei Anspruch darauf haben, als Vertreter ihrer Landsleute auf den Philippinen zu gelten). In dem Schreiben wurde mit dem Ausdruck des Bedauerns festgestellt, daß zwischen den Deutschen und den Eingeborenen kein besonderes Einvernehmen herrsche. Diesen Brief haben Blätter in Manila und Hongkong zu einer autoritativen Kundgebung des Deutschtums auf den Philippinen gestempelt und ihn in solcher Gestalt zur Vergiftung der deutsch-amerikanischen Beziehungen auszubeuten versucht. Die deutsche Kolonie Manilas hat die betreffenden Zeitungen zur Aufnahme von Berichtigungen veranlaßt. Es ist immer wieder das alte, seit dem Beginn der spanischamerikanischen Differenzen so oft hervorgetretene Gaukelspiel, dem hiermit nochmals die Maske abgerissen sei. — Eine Betrachtung über die deutsche Sozialdemokratie im vergangenen Jahre, die sich durch zwei Nummern der „Sozialen Praxis" hindurchzog, ist nun zum Abschluß gebracht. Der Endgedanke ist der, daß die Regierung heute sehr wohl in der Lage sei, aus der Arbeiterbewegung etwas Anderes zu machen: Für das praktische Verhalten der Sozialdemokratie wird jedenfalls die Gestaltung der inneren Politik von entscheidender Bedeutung sein. Mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit hat das der Abgeordnete v. Vollmar am Schluß seiner Etatsrede ausgesprochen: „Unser ganzes politisches Vorgehen liegt sehr viel in Ihrer Hand, und wenn Sie deswegen glauben, Anlaß vermindert haben soll, 50000 Doppel-Centner; d. h. der fünfte Teil der sämtlichen vorgenannten, in den Monaten Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, ____Mütter für hessische Uolkskunde. Eck- und Winkeleisen schmiedbares Eisen grobe Eisenwaaren haft, die wissenschaftliche Arbeit der Verhandlungen und die geselligen Veranstaltungen zu vereinigen, anstatt, wie dies zuweilen in Deutschland üblich ist, tagelang jeden Vormittag und jeden Nachmittag nur für die Verhandlungen zu benutzen. Von den vier Tagen des eigentlichen Kongresses waren nur zwei gänzlich den Verhandlungen gewidmet, während die übrigen beiden zu Exkursionen benutzt wurden, auf denen man aber das sämtlichen Teilnehmern vorschwebende Ziel, alles, was man irgend lernen konnte, zu lernen, nicht außer acht ließ. Ueberhaupt wird dieses Ziel von der Library Association mit einer Rührigkeit und Emsigkeit verfolgt, die ihresgleichen suchen. In jedem Jahre findet das Annual Meeting in einem anderen Distrikt oder einer anderen Stadt statt, so daß den Teilnehmern Gelegenheit geboten wird, ihre Kenntnis der Einrichtungen und Eigentümlichkeiten fremder Bibliotheken beständig zu vermehren, für den Bibliothekar ein außerordentlich wichtiger Umstand. Denn jede Bibliothek pflegt irgendwelche Eigentümlichkeiten aufzuweisen, die sie von anderen unterscheidet, und dem Interesse des Fachmannes nach der einen oder anderen Richtung hin Stoff bietet; man könnte sich kaum eine falschere Ansicht bilden, als wenn man annehmen wollte, daß die englischen Volksbibliotheken alle nach einer Schablone eingerichtet und verwaltet würden. Deshalb wissen die englischen Bibliothekare es auch sehr zu schätzen, daß ihnen durch die Jahresversammlungen ihrer Assoziation Gelegenheit geboten wird, auch stets neue Bibliotheken kennen zu lernen. Ja, man ist in diesem Eifer so weit gegangen, daß man im Jahre 1892 das Annual Meeting in Paris abhielt — man bedenke einmal, was es heißen würde, wenn eine deutsche gelehrte Gesellschaft ihre Generalversammlung in einem fremden Lande und teilweise in fremder Sprache abhielte. Denn als eine gelehrte Gesellschaft muß man die Library Association of the United Kingdom doch wohl bezeichnen, da sie sich nicht nur mit organisatorischen, sonBerlin, 15. Januar. Der Besuch des Kaisers beim Grafen von der Osten-Sacken erfolgte aus Anlaß des russischen Neujahrfestes. Er währte zirka drei Viertelstunden. Auch der Reichskanzler, der Staatssekretär Bülow, sämtliche Botschafter und zahlreiche andere Persönlichkeiten erschienen bei dem russischen Botschafter zur Beglückwünschung. Berlin, 14. Januar. Die angebliche Schädigung des deutschen Handels. Das „Berliner Tageblatt", der Rufer der Dänen im Streit, läßt sich aus Kopenhagen über London berichten, daß „Deutschland infolge der Ausweisungen in den letzten beiden Monaten im Vergleich zu den Vorjahren 30 Millionen Mark im Handel mit Dänemark einbüßtc. An Hufeisen allein wurden für eine Million Mark weniger eingeführt, die Norwegen lieferte." Dazu bemerkt das „Leipz. Tagebl.": Die Tendenzmacherei und die Unwahrheit dieser Nachricht liegt auf der Hand. Im Jahre 1896 betrug unsere ganze Ausfuhr nach Dänemark im Spezialhandel 97,4 Millionen Mark nach deutscher, 126,1 Millionen Kronen nach dänischer Statistik. Die letztere Summe ist so hoch, weil sich darin auch die über den Zollfreihafen Hamburg eingeführten Güter befinden. Wie kann da von einer Abnahme von 30 Millionen Mark in den letzten beiden Monaten die Rede sein, ganz abgesehen davon, daß die amtliche Statistik für Dezember gar nicht vorliegt? Noch größer wird der Blödsinn der Zahlen des „B. T.", wenn wir den Artikel Hufeisen ins Auge fassen. In der Statistik ist er nicht besonders aufgeführt, ec kann sich aber nur unter folgenden drei Rubriken befinden. Nun führte Deutschland nach Dänemark in Doppel-Centnern aus: der» auch mit wissenschaftlichen (bibliographischen und anderen) Arbeiten befaßt. Deshalb gehören ihr auch nicht nur die Bibliothekare der public libraries an (die, wie erwähnt, doch auch ihrerseits recht wohl wissenschaftlichen Bestrebungen dienen), sondern auch unterschiedslos die Bibliothekare der rein gelehrten Bibliotheken, wie namentlich des Britischen Museums, die mit den Volksbibliotheken auch im übrigen in einem viel engeren Zusammenhänge stehen, als in Deutschland, wo dieser Zusammenhang eigentlich doch noch gar nicht angebahnt ist. So werden denn auch die Vorträge auf den Annual Meetings der L. A. von den einen, wie von den anderen gehalten. Es darf deshalb nicht wundernehmen, daß in diesem Jahre z. B. der Bibliothekar der public libraries zu Bristol über Inkunabeln und Manuskripte seiner Bibliothek vortrug, während ein Herr vom Britischen Museum über die Veröffentlichungen der L. A. in Vergangenheit und Zukunft sprach. Leider verbietet mir der beschränkte Raum dieses Aufsatzes, näheres über die Verhandlungen hinzuzufügen, unter denen namentlich noch ein Vortrag über „Schulkinder in den Volksbibliotheken" von John Ballinger, Bibliothekar der public libraries der Stadt Cardiff, bemerkenswert war. Unter den Exkursionen, die die ganze Gesellschaft gemeinschaftlich unternahm, war besonders interessant die nach Stonyhurst College, so viel mir bekannt ist, dem einzigen von Jesuiten geleiteten College in England. Dasselbe besitzt eine ziemlich große Bibliothek (ich glaube, 60,000 Bände), in der natürlich allzu gefährliche Naturforscher und Historiker nicht vertreten sind, die aber, wie alle übrigen Einrichtungen der Jesuiten, und namentlich dieses Colleges, zeigen, daß die Patres sich doch die moderne Wissenschaft bis zu einem sehr erheblichen Grade zu eigen zu machen bestrebt sind. Das zeigten auch die wissenschaftlichen Anstalten, namentlich das treffliche astronomische Observatorium, die mit dem College, das seiner Hauptsache nach eine Schule darstellt, verbunden sind. (Fortsetzung folgt.) Deutsches Reich. Darmstadt, 14. Januar. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog empfingen heute den Stabsarzt Dr. Böttcher vom 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115, den Assistenzarzt Dr. Krohn 'vom 1. Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23, den Oberlandesgerichtsrat Dr. Linkenheld'; eine Deputation der Landes-Universität Gießen, bestehend aus den Herren Profefforen Rektor Dr. Löhlein, Dr. Stade und Dr. Siebeck- bie Professoren Dr. Sticker und Dr. Walther aus Gießen, den Lehrer an der höheren Mädchenschule in Gießen Dr. Markert, den ersten Vorsitzenden des Ausschusses der Stu- drerenden der Technischen Hochschule Paul Doflein, den Bürgermeister in Hochheim bei Worms Gorth, den Hochbauaufseher Lynker aus Friedberg, den Präsidenten des Krtegerverems Phil. Bechtold aus Nidda; zum Vortag den Staatsmimster Rothe, den Justizminister Dr. Dittmar, den Bekanntmachung. Die Frankfurterstraße, zwischen Liebig- und Wilhelm- straße, fft am 16. und 17. L Mts. wegen Erneuerung des Schienengeleises an dem Uebergang der Frankfurter- straße für Wagen und Reiterverkehr gesperrt. Gießen, den 14. Januar 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. November 1897 6185 10 272 3517 Feuilleton. Englische Molksöiöliotyeken. Von Dr. Ernst Schultze. (8. Fortsetzung.) Der Stand der englischen Bibliothekare ist recht ausgedehnt — ausgedehnter als in Deutschland, wo außer den großen Staats- (Universitäts- u. s. w.) Bibliotheken nur einige Stadtbibliotheken eigene Bibliothekare beschäf- tigen, während sehr viele .andere dieser letzteren Kategorie, sowie die meisten anderen Bibliotheken nur im Nebenfach üon Oberlehrern u. s. w. verwaltet werden. Ich habe bereits vorhin erwähnt, daß die englischen Bibliothekare dem- zufolge in emer großen Gesellschaft, ber Library Association, KEÄ ble °"hrere hunbert Mitglieder zählt; in Deutschland hat man gerade erst im Jahre 1897 im An- fW an dieVersammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Dresden den Versuch gemacht, eine solche Oiganisation herbeizuführen - nach Lage der Verhält- msse werden dieser Organisation aber, wenn sie sich hält, ekn^i nür Bibliothekare selbst angehörex, während in auch eine ganze Reihe von Personen, nhJ $ JUr ^Wirksamkeit der Bibliotheken in der einen ober anderen Weise interessieren, Mitglieder der Library Association sind. J Ich habe auf meiner Reise Gelegenheit gehabt, der -Jahresversammlung (Annual meeting) dieser einfluß- ceidjen und bedeutenden Körperschaft beizuwohnen. Die- SJflnb??? 221 bis 26. August 1898 in drei kleinen Mi » nördlich von Liverpool (Southpost, Preston und 2^^.att, und war von ungefähr 300 Personen be- .lT- Diese Teilnehmer setzten sich nicht nur aus Biblio- : runb Mitgliedern von Bibliotheksausschüssen zu- toi-r sondern wurden zum Teil auch von Einwohnern gnLr a 1 . Siebte, die sich für die Verhandlungen des 9 esses interessierten, gebildet. Man verstand es meisterAlso auf der ganzen Linie Zunahme und nicht Ab- nähme. Nehmen wir den Preis des Doppel-Centners Huf- | eisen mit — gering gerechnet — 20 Mark an, so gehören Kabinettsrat Römheld, den Hoftheaterdirektor Werner, den I zu der Million Mark Hufeisen, um die sich der Handel Kabinettsbibliothekar Dr. Lennert. ia.« c«t< cnnnn ------. c t Amtlicher Teil. Gießen, den 12. Januar 1899. Betr.: Die Einfuhr von Rindvieh in den Gemeinden des Kreises Gießen im Jahre 1898. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen <* bi- Großh. Bürgermeistereien M Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 30. November 1895 (Gießener Anzeiger Nr. 284) noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch an Erledigung derselben erinnert. v. Bechtold. zu solchen Klagen zu haben so klagen Sie nicht uns, sondern sich selbst an." Sollte bald, um mit Schmoller zu reden, auf das Wellenthal der sozial-politischen Reaktion der Wellenberg des Fortschritts folgen, so werden, wie das Parvus und Ledebour ganz richtig voraussehen, die Heine' schen Ideen aufhören, bloße „Doktorfragen" zu sein, und praktisch werden. Ob dann die ganze sozialdemokratische Partei den Umschwung mitmachen, oder ob eine Spaltung eintreten wird, läßt sich jetzt natürlich noch in keiner Weise voraussehen. Als ganz sicher aber darf es unseres Erachtens gelten, daß eine neue Aera sozialpolitischer Reformen nicht dieselbe unversöhnliche Haltung der Sozialdemokratie vorsinden würde, wie 1890, wo ihr revolutionärer Größenwahn noch in voller Blüte stand. Die damals von Vollmar proklamierte Politik: „Dem guten Willen die offene Hand" würde jetzt sicherlich, wenn nicht in der ganzen, so doch in einem sehr großen Teil der Partei beifällige Aufnahme finden. — Sturm und Unwetter. In der Nacht zum Donnerstag wurde England von dem größten Sturmwetter seit vielen Jahren heimgesucht. Von vielen Orten wird starker Schneefall und Hagel gemeldet. London ist beinahe vom Verkehr abgeschnitten. Bis zum Freitag Abend waren in London keine Nachrichten vom Festlande eingegangen. Die Nachrichten aus dem Jnlande treffen hauptsächlich auf dem Bahnwege ein; sie berichten, daß viele Menschen ums Leben gekommen sind und ungeheurer Schaden angerichtet ist. An der ganzen Küste haben sich viele kleinere Schiffsunfälle zugetragen, bei denen Menschen zu Grunde gegangen sind. Bei Llanfair-Fechan (Wales) geriet an einer Stelle, wo die Schienen weggespült waren, während der Sturm am stärksten raste, ein Eisenbahnzug ins Meer. Der Lokomotivführer und der Heizer ertranken. Die Landesstation Folkestone ist nahezu zerstört. In Manchester warf der Orkan einen Schornstein um, wodurch fünf Personen erschlagen wurden. — Der Sturm hat überaus große Ver- wüstungen in zahlreichen mittel- und oberrheinischen Städten angerichtet. Bei Bingen wurde ein Trajektschiff der Staatsbahn vom Sturm erfaßt und mit zahlreichen Passagieren stromabwärts getrieben. Unterwegs stieß das Schiff mit mehreren Kähnen zusammen, sodaß sich der Fahrgäste große Aufregung bemächtigte. Bei Bingerbrück erst gelang die Landung. — Aus mehreren Eifeldörfern laufen Nachrichten über den Einsturz von Stallungen und Scheunen ein. Frankfurt a. M., 15. Januar.- Schauspielhaus. Fuhrmann Henschel. Im Gegensatz zu der schlechten Besetzung von Schnitzlers „Vermächtnis" war Hauptmanns „Fuhrmann Henschel" glänzend besetzt. Es will etwas sagen, wenn wir behaupten, daß Herr Bauer in der Titelrolle als Held des Stückes so gut war, wie noch in keiner Rolle. Er hatte eben diesmal keinen Augenblick Gelegenheit, sich, wie er das so gern thut, interessant zu machen, sondern im Banne des Dichters und seines Wortes war er gezwungen, stets schlicht zu bleiben. Auch Fräulein Triesch als Hanne in ihrer Eigenschaft sowohl als Magd, wie später als Fuhrmännin, kann stolz auf ihr Spiel sein. Ebenso hatte Herr Bolz als der feine, ewig vermittelnde Siebenhaar seinen besten Tag. Herr Diegelmann, der den Schwager des Henschel gab, trug gleichfalls nicht wenig dazu bei, den Höhepunkt des Stückes im Zusammenprallen mit seinem Schwager zum Vollausdrnck zu bringen. Auch Herr Grün als etwas zigeunernder Gastwirt, Herr Fricke als Kellner und Liebhaber sowie endlich Fräulein Jrmen als abenteuerdürstende Schenkwirtstochter waren sehr gut. Wenn Fräulein Boch nicht angenehm spielte, so hing dies mit ihrer geradezu unerträglichen Rolle zusammen, welche thatsächlich einen großen Teil des ersten Aktes ungenießbar machte. Das Stück selbst würde ohne den großen Zauber, der heute von dem Namen des Dichters ausgeht, wenigstens für die ersten zwei Akte nicht die geistige und dramatische Geduld des Publikums gefunden haben, bis dann im 4. unb 5. Akt die ganze Gewalt des Dichters den Zuhörer packt. Die Größe und die Tendenz des Autors, .uns Menschen wieder zu geben, die unter der Last der Arbeit einherkeuchen und nur für eine ganz geringe Spanne Zeit in der Lage sind, rein menschlich sich zu manifestieren, diese Größe bleibt ihm auch hier wieder unbestritten. Was die eigentliche Handlung betrifft, so läßt sich nicht leugnen daß diese ziemlich uneinheitlich und zerfahren ist. Krefeld, 14. Januar. In sämtlichen mechanischen Sammetwebereien, auch in denen mit eintägiger Kündigungsfrist, ist nunmehr die Kündigung erfolgt, sodaß jetzt sämtliche Sammelweber ausständig sind. Ausland. Wien, 14. Januar. Die Stimmung unter den deutschen Abgeordneten ist wegen der obergerichtlichen Entscheidung in der Reichenberger Sprachen-Affaire eine äußerst erregte. Wien, 15. Januar. Das bedrohte Deutschtum Oesterreichs rüstet sich zum parlamentarischen Verzweifln n g s k a m p f e. Aus den Reihen der deutschen Oppositionsparteien, namentlich aus den Abgeordnetenkreisen der Deutsch-Böhmen, wird für die am Dienstag wieder beginnende Reichsratstagung eine entschiedene und scharfe Obstruktion angekündigt. Die Prager „Bohemia" schreibt in einem offenbar von Abgeordneten eingegebenen Artikel: „Die bisherige neue Taktik wird unter dem Drucke der Verhältnisse und der Halbheiten abgeneigten Stimmung der deutschen Wählerkreisc der Obstruktion weichen, und zwar einer echten, unverfälschten, welche in der Formel: „Ohne Aufhebung der Sprachenverordnungen kein Budget, kein Ausgleichsprovisorium, kein Rekrutenkontingent" einen klaren und unzweideutigen Ausdruck gefunden hat. Die Obstruktion darf nur mit ihren Ursachen verschwinden, und die Sprachenverordnungen sind nur die letzte, aber nichts weniger als die einzige Ursache. Man darf nicht übersehen, daß im österreichischen Reichsrate nicht die Parteien die Mehrheit bilden, sondern daß diese Mehrheit durch außerhalb des Parlamentes thätige, ausschlaggebende Einwirkungen ins Leben gerufen wurde. Die Obstruktion ist der Notschrei eines ganzen Volkes, sie ist der Aufruf gegen das ausschließliche Mehrheitsprivilegium, welches den Tschechen, Polen und Slovenen die Herrschaft in die Hände liefert. Die Deutschen lehnen es mit kraftvoller, feierlicher Entschiedenheit ab, in Oesterreich ein kümmerliches, gedemütigtes Minoritätsdasein zu führen und von der parlamentarischen und administrativen Ausübung des slavischen Mehrheitsprivilegiums empfindlich getroffen zu werden, und da die Obstruktion als die wirksamste und deutlichste Form dieses Protestes erscheint, muß die Obstruktion die neue Taktik sein. - „T. R." Paris, 14. Januar. Zum gerichtlichen Stande der Dreyfussache wird der „Voss. Ztg." aus Paris gemeldet, der Kassationshof beschleunige unter dem Druck der öffentlichen Meinung seine Untersuchung und werde sie Anfang nächster Woche abschließen. Er wage nicht, seine ursprüngliche Absicht zu verwirklichen und einfach die Unschuld von Dreyfus zu verkünden, sondern werde mit starker ausführlichster Begründung das erste Urteil aufheben, da das Begleitschreiben, die Unterlage dieses Urteils, nicht von Dreyfus sei, und dem Kriegsministerium anheimgeben, den wirklichen Schuldigen, auf den das Begleitschreiben Hinweise, durch ein neues Kriegsgerichtsverfahren ausfindig zu machen. „Matin" fügt die Bemerkung hinzu, die Begründung des Urteils werde derart sein, daß sie eine neue Verurteilung Dreyfus' durch das Kriegsgericht ausschließe. — Dasselbe Blatt erzählt, Dreyfus habe, seit ihm angekündigt wurde, daß das höchste Gericht mit seinem Fall befaßt sei, den Seinen dreimal geschrieben, doch sei ihnen nur ein Brief von den dreien zugestellt worden. Dreyfus ahne nicht, unter welchem Zwang das Wiederaufnahmeverfahren beschlossen wurde. Er sei überzeugt, daß der Beschluß aus eigenem großherzigen Antrieb Boisdeffres gefaßt wurde und erschöpft sich in Dankesergüssen für Boisdeffre und die Kameraden des Offizierkorps, die nicht aufgehört hätten, an die Wiederherstellung seiner Ehre zu denken. Havre, 15. Januar. Die Hafengegend ist vollständig überschwemmt. — Der Bericht des Kronprinzen von Griechenland über den Krieg ist nunmehr erschienen; derselbe umfaßt 400 Seiten und schreibt die Verantwortung für die Niederlage dem Mangel an Organisation, den schlechten Vorbereitungen und den Fehlern einiger Befehlshaber zu, die seine Befehle nicht ausgeführt hätten, namentlich der Weigerung Smolenskis, nach Domoko zu kommen. — Da der erwähnte General große Volkstümlichkeit genießt, so mag diese an sich ja vielleicht berechtigte Beschuldigung immerhin nicht unbedenklich erscheinen. Males und Urovinstelles. Mainz, 15. Januar. Die zweite Herrensitzung, welche am Freitag unter dem Präsidium des Herrn August Lembach stattfand, übertraf die erste noch bei weitem. Zum Beginn der Sitzung hielt Herr Lembach eine witzige Ansprache mit dem Refrain: „Mag alles wechseln auf der Erde, die Mainzer bleiben wie sie sind". Es folgte Lied Nr. 1, vom Narren Rudolf verfaßt: „Wo bleibt der echte Karneval". Das Protokoll verlas diesmal Narr Grimm. Derselbe'glossierte in äußerst gelungener Weise die erste Sitzung. Narr Gerhards jr. sang, nach einem Vortrag der Kapelle, „die Liebe ist meine höchste Seligkeit". Selbstverständlich mußte er sich zu einer Zugabe verstehen. Lied Nr. 2, „Macht der Töne" betitelt, hatte den Hofpoeten Korn zum Verfasser und mußte zum Teil wiederholt werden. Darauf bestieg Narr Koch, der vor einigen Jahren Präsident gewesen, das Podium und erfreute die Narrhallesen durch einen gut gelungenen Vortrag, in dem er besonders die städtische Verwaltung mitnahm. Zwei Proletarier, die Narren Benack und Hettergott, tauschten alsdann ihre Erfahrungen aus, worauf Lied Nr. 3 vom Narren Dremmel gesungen wurde. Lohnmann Mathes (Narr Kahn), der dieses Jahr sein 25jähriges Jubiläum als Karnevalsredner feiert, erschien jetzt und erzählte von seiner feinen Kundschaft. Beifall und Tuschs wollten nach seinem Vortrag kein Ende mehr nehmen. Narr Diebold erfreute darauf durch den Vortrag einiger Kouplets. Es folgte Lied Nr. 4 „Allerneuestes Sportlied" von Eugen Binder. Dem Urnarren Schneider brachte sein Vortrag, und dem Narren Gerhards sein Lied vielen Beifall. Alsdann bestieg Alterspräsident Jacobi die Tribüne und erzielte mit seinem Vergleich zwischen Wiesbaden und Mainz Tuschs und Beifall in Menge. Abermals erschienen zwei Proletarier, die Herren Rudolf und Falk, und auch ihnen fehlte es nicht an Beifall. Das gleiche kann man nicht vom Narren Goldschmitt aus Frankfurt behaupten, denn dieser wurde durch den Narrhallamarsch gezwungen, seinen Vortrag frühzeitig abzubrechen. Lied Nr. 6 „Hut ab. Kapp uff" vom Narren Becker 111., beschloß die gelungene Sitzung. — Der gestrige große Maskenball war nur von ungefähr 1400 Personen besucht. Phantasiemasken waren, trotzdem der Ball den Charakter einer Kochschule trug, vorherrschend. Der Grund zum schlechten Besuch mögen wohl einige am selben Abend stattgefundene andere Bälle, wie der beim Provinzialdirektor v. Gagern, gewesen sein. Die Stimmung war jedoch eine äußerst animierte. H L.M. Vermischtes. * Eine seltsame Meldung kommt aus Triest. Danach ist dort ein Segelschiff Namens „Cäsaria", das Jquique in Peru im November verließ, von einem Hamburger Rheder zum Kauf angeboten worden. Der Rheder fügte seinem Angebot hinzu, er habe Grund zu der Annahme, daß das Schiff mit der verschollenen „Santa Margherita" Johann Orths, des früheren Erzherzogs Johann von Oesterreich, identisch sei. Allerdings hatte die „Santa Margherita" eine Salpeterladung eingenommen, ehe sie zu ihrer letzten Fahrt auslief. Wenn dies aber der einzige Anhaltspunkt für die Vermutung des Hamburger Rheders ist, dann muß man die Nachricht von dem Wiederauftauchen des Schiffes mit dem größten Mißtrauen aufnehmen. * 92' Millionen Mark für Klebemarken wurden 1897 im Deutschen Reiche ausaegeben. Die Zahl der eingeklebten Marken betrug 4301/, Millionen; im Vorjahre hatte die Zahl der Marken 421 Millionen, der Erlös 89*/a Mill. Mark betragen. Von den Marken zu 20 Pfennig, die von Leuten mit einem Jahresverdieuste von 500 bis 720 Mk. benutzt werden, setzte der Staat 158 Millionen Stück ab. Von den Marken zu 24 Pfennig wurden 103i/2 Millionen Stück verwendet. Am wenigsten werden Marken zu 30 Pfg. verlangt. Von diesen wurden 74y2 Millionen mit einem Gesamtwerte von 22y3 Millionen Mark verkauft. * Zur Geschichte des Aluminiums macht die „Central- Ztg." für Optik und Mechanik eine Mitteilung, die beweist, daß wahrscheinlich schon im Alter tum e einmal ein Verfahren zur Gewinnung dieses Metalles gefunden worden war. Es handelt sich um eine Stelle in der Naturgeschichte des Plinius, die wenig bekannt ist, obschon der Begründer der modernen Aluminium-Industrie, der französische Chemiker Deville, der auf der Pariser Weltausstellung 1855 die ersten Aluminium- Barren ausstellte, auf sie hingewiesen hat. Plinius erzählt, daß einst im Palaste des Kaisers Tiberius, der in den Jahren 14 bis 37 n. Chr. regierte, ein Metallarbeiter erschien und ein metallisches Geschenk anbot, das äußerlich wie Silber aussah, aber auffallend leicht war. Der Kaiser fragte den Arbeiter, wo dieses Metall zu finden wäre, und erhielt die Antwort, daß er es aus einer thonhaltigen Erde hergestellt hätte. Tiberius fragte weiter, ob noch sonst jemand um das Vorhandensein und die Herstellung des Metalls wüßte, worauf der Arbeiter zu seinem Unheil erwiderte, daß außer ihm nur Jupiter das Geheimnis kenne. Der Kaiser nämlich war von dem Argwohn erfaßt, daß das neue Metall den Wert des Goldes und des Silbers schädigen möchte, und ließ daher die Werkstatt des römischen Aluminiumerzeugers sofort zerstören und diesen selbst enthaupten, sodaß die Erfindung vollkommen verloren ging. Die Erzählung, so wie sie Plinius giebt, läßt wohl kaum einen Zweifel daran, daß jener römische Arbeiter vermutlich ein einfacheres Mittel zur Herstellung des reinen Aluminiums erfunden hatte, als wir es heute kennen. Denn das schwierige und umständliche Verfahren, das jetzt an der Wende des neunzehnten Jahrhunderts zur Aluminiumerzeugung benutzt wird, war für die technischen Hilfsmittel des Altertums schwerlich ausführbar. So nehmen wir vielleicht heute noch an dem Verluste teil, den die Habgier und der Unverstand eines römischen Kaisers vor 18'/, Jahrhunderten der Welt beibrachte. * Für unsere Blaujacken! An den Aufsichtsrat der Gesellschaft „Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" hat der kommandierende Admiral v. Knorr, unter dem 17. Dezember v. I. ein Schreiben gerichtet, in welchem es u. a. heißt: „daß es mit Freuden zu begrüßen wäre, wenn zuerst in Wilhelmshaven mit dem Bau eines Seemannshauses begonnen werden würde. Die im genannten Orte herrschenden sozialen Verhältnisse machen es besonders wünschenswert, den Unteroffizieren und Mannschaften dieser Garnison recht bald eine gemeinsame Erholungsstätte zu schaffen, damit sie dem verderblichen Einflüsse des Straßen- und Kneipenlebens mehr entrückt werden." Aus dem Schreiben geht ferner hervor, daß in Wilhelmshaven sich im Winter über 6000 Unteroffiziere und Mannschaften meist befinden. Auch ist am 3. Januar d. I. der Gesellschaft folgendes Schreiben des Gouvernements von Kiautschou zugegangen: „Tsintau, den 17. November 1898. Der Tätigkeitsbericht der Gesellschaft „Seemanushaus für Unteroffiziere und Mannschaften der Kaiserlichen Marine" vom September d. I. ist an mich gelangt. Aus dem beigefügten Aufruf ersehe ich, daß die Gesellschaft mit der Absicht umgeht, auch in Kiautschou ein Seemanshaus zu errichten und damit auch hier ‘für das Wohl der der Heimat fernen Besatzung der Schiffe unserer Marine zu sorgen. Wenn irgendwo, so wird gerade hier ein Seemannshaus bei dem gänzlichen Mangel an sonstigen Zerstreuungen auf regen Besuch rechnen und eine Stätte der Erholung bilden können. Ich habe deshalb, um auch von hier eine Anregung zu schaffen, veranlaßt, daß ein besonders günstig gelegenes Bauterrain mit Garten für das Scemannshaus reserviert bleibt, das unentgeltlich und abgabefrei der Gesellschaft überlassen werden kann. Weiteren Mitteilungen darf ich entgegensehen, ich werde dann alles von hier aus thun, um das Unternehmen zu fördern." Die Gesellschaft „Seemanushaus usw." wendet sich an das deutsche Volk mit der Bitte, ihre Bestrebungen durch finanzielle Unterstützung fördern zu helfen. Noch ist ein weiter Weg bis zur Beschaffung der zum Bau der beiden Seemannshäuser in Wilhelmshaven und Kiautschou benötigten, naturgemäß sehr beträchtlichen Mittel. Gaben nimmt das Hofmarschallamt Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich in Kiel entgegen, auch das Bankhaus Ed. Rocksch Nachf. in Dresden ist gern bereit, Beiträge entgegenzunehmeu und nach Kiel weiterzuleiten. * Die reichsten Berliner. Nach der Veranlagung zur Ergünzungssteuer ist am höchsten besteuert ein Berliner mit einem Vermögen von 27 Millionen Mark. Je ein Berliner ist ferner im Besitze von 26 Millionen, be- ziehungsweise 25 Millionen, etwas über 24 Millionen und 21 Millionen. Es gibt also 5 Berliner, die mehr als 20 Millionen Mark ihr eigen nennen. Mehr als 10 Mill., aber weniger als 20 Millionen Mark besitzen nach dtt Angaben der städtischen Statistik 29 Berliner. Zehnfach Millionäre gibt es demnach insgesamt 34 in der Reichs- )n 01111 Oesterreich, ^gherita- UÄl* MaltspuE 1'1' bann mu6 1 Schisses wurden 1897 “'"«Wien Are hatte die °s 89'/, Mig >enmg, die von 1 bis 720 Mk neu Stück ab' 8V1 »Honen m i» 3O^g. ntn lnit einem rtauft. 1 die „Central- ^g' die beweist, al ein Verfahren ’fben war, hte des Plinius, r der modernen iler Deville, der sten Aluminium- Plinius erzählt, ns, der in den ‘.tallarbeiter er- das äußerlich ix. Der Kaiser reden wäre, und hvnhaltigen Erde , ob noch sonst Herstellung des einem Unheil et« Geheimnis kenne, i erfaßt, daß das Silbers schädigen römischen Mmi- selbst enthaupten, ging. Die Er- wohl kaum einen r vermutlich ein inen Aluminiums enn das Menge n der Wende des nerzeugung benutzt tel des Altertums ielleicht heute noch nd der Unverstand juberten der Welt »rat dn ne nnd Mm c ivmMndierende ezemder v. I. ein a. heißt: M uerft in «h-^ >s begonnen werden ‘„(tat« Mata 2«t, bcn U» ifon ich b«ld ew Ute ß- * SneiperfebtnS Mhr ht tatt eteor, 9X 6000 Unter- ti ift a» !»deS sNen J* SW* ' hier lärbli "-sh°>b-7^ en tarn'- „„„ >h i»611”', wenbet W blltj Be!»°bEch ijt e« Heise»- 6,iht« und t Gaben «sä»** bet Je» btf*;A«rt l von ^llionen ,bit» ; ,f besitzt amW ’?»«> anit Hauptstadt. Leute, die ihr Vermögen auf wenigstens drei Millionen Mark eingeschätzt haben, gab es 1896/97 (einschließlich jener 34) im ganzen 252. Gewöhnliche Mark- Millionäre, das heißt Leute, die „blos" eine Million Mark besitzen, gab es 921. Die Zahl der Millionäre in Berlin, das heißt, der Glücklichen, die mindestens eine Million Mark zur Ergäuzungssteuer veranlagtes Vermögen besitzen, 'beträgt also nach den letzten Ermittelungen 117a. Das Einkommen dieser 1173 Personen ist freilich nicht immer Jo, wie man es sich bei einem Millionär vorftellt. So haben zwei noch nicht einmal ein Einkommen von 3000 Mark, sind also kaum wohlhabende Leute zu nennen. Und doch muß der eine 620,60 Mark, der andere gar 683,80 Mark allein an Ergänzungssteuer bezahlen, so daß den beiden nicht allzuviel von ihrem Einkommen übrig bleibt. Berliner, die mindestens eine halbe Million Mark, aber unter einer Million besitzen, also halbe Millionäre, gibt es 1679. Davon haben ebenfalls zwei noch nicht einmal ein Einkommen von 3000 Mark im Jahre. Auf wenigstens 100000 Mark, aber noch nicht zu einer halben Million, haben es schon 11 257 Berliner gebracht. Um zu den oberen Zehntausend, d. h. den 10000 reichsten Leuten in Berlin zu gehören, muß man ein Vermögen von mindestens 150000 Mark besitzen. Mindestens 6000 Mark, d. h. Überhaupt ein Vermögen im Sinne des Ergänzungssteuer- Gesetzes, besaßen 54 849 Berliner. Ohne die 1067 von der Ergänzungssteuer Befreiten sind dies 3277 vorn Hundert der Bevölkerung, so daß von 100 Berlinern je etwas über 3 überhaupt ein Vermögen besitzen. Das gesamte steuerbare Vermögen der Berliner beträgt 7 Milliarden 824 Millionen Mark ----- 12,22 vom Hundert des gesamten steuerbaren Vermögens der preußischen Monarchie mit 64 Milliarden Mark. * Nach neueren Berichten ans Südwest Afrika fällt dort andauernd ein ungewöhnlich starker Regen, der um so mehr begrüßt werden muß, als eine Reihe von Jahren hindurch große Trockenheit und Dürre herrschte. In Großnamaland war mehrere Jahre eine solche Not vorhanden, daß die Verwaltung die Eingeborenen mit Nahrungsmitteln unterstützen mußte. Ebenso war es der Fall im Kaplande und in Transvaal. Der Regen wird nun namentlich auch auf die Bebauung des Landes einwirken, zumal sich in letzter Zeit eine Strömung zur Seßhaftmachung und zum landwirtschaftlichen Betriebe gezeigt hat. Eingewirkt hat darauf die Herabsetzung der Preise für Regierungsland und die Erleichterung der Zahlungsbedingungen; auch die Eingeborenen wenden sich mehr der Landwirtschaft zu. Auf dem Schürfgebiete von Bersaba, für welches sich eine Gesellschaft in Keetmanshoop gebildet hatte, sind keine Diamanten, sondern nur Granaten gefunden worden. Von dem Schürfgebiete in Gibeon, auf welches noch von anderer Seite Anspruch gemacht wird, verlautet noch nichts. * Einer von uns Beiden. Der „Freie Rhätier" enthält folgende Anekdote: Als einst Moltke in Ragaz war, ging er allein durch den Wald nach dem Dorfe Pfäfers. Es war sehr heiß geworden, und er verspürte großen Durst, " daher trat er in eine Dorfschänke, um sich mit einem Trunk zu erfrischen. Der Wirt setzte sich zu ihm und fragte: „Wohl Kurgast in Ragaz?" — „Ja". - „Der Moltke soll ja da sein." — „Ja". — „Wie schaut er denn aus?" — „Nun, wie soll er denn aussehen? Wie Einer von uns Beiden!" Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Der Philharmonie in Berlin, deren neuer Beethoven- Saal jetzt eröffnet ist, nachdem bereits vor einigen Monaten die Erweiterungsbauten der prächtigen Anlage in Benutzung genommen sind, ist das soeben erschienene, herrlich auSgestattete Heft9 der „Modernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W 57, Leipzig, Wien, Stuttgart, Preis 60 Ptg.) gewidmet. In Wort und Bild werden die neuen Räume der Philharmonie, die Geschichte deS für die Musik so bedeutungsvollen Instituts, das Philharmonische Orchester, seine Mitglieder, Kapellmeister und hervorragenden Gäste, unter denen man Ferrocci, Busoni, Teresa Carreno, Marcella Srm- drich, Pablo de Sarate, Ärrigo Serato, Eugen d Albert, Eugen Gura, Alexander Peischnikeff und andere Gröhen finbet, von Georg ttlß, und Dr. Leopold Schmidt in feffelnder Weise vorgesührt. Wundervoll sind das große Tableau mit den Bildniffen der hervor ragendsten Gäste und sämtlicher Kapellmeister, nicht minder ausgezeichnet ist das große Gruppenbild mit sämtlichen 62 Orchester- Mitgliedern, sowie die Ansichten deS großen Saales, deS neuen QderlichtsaaleS und beS neuen Beethovensaalek, eines Raumes von 30 Meter Länge, 20,05 Meter Breite und entsprechender Höhe, der 771 Saal und 295 Balkonplätze enthält, im Empirestil in Wttß und Gold gehalten ist und einen herrlichen Deckenschmuck aufweift, er in drei großen, von Professor Vital Sck.mllt gemalten Bildern eine Apotheose Beethovens baisttltt. Die „Moderne Kunst" hat sich mit diesen treffltchen Gaben ein wirkliches Vfte Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. ,b°^ Komplett gebunden 4- Auflage 1899 Zeit ste^etth^K" W 12* 8 zfl-/1 U ■ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenftrahe 2. Angebot der Arbeitnehmer r 2 Bäcker, 1 Glaser 3 Schneider, 1 Bauschlosser, 1 Bauschreiner, 8 Taglöhner, 2 Taglöhner für leichtere Arbett, 3 Fuhr knechte, 1 Kellner, 2 Hausburschen, 1 Haushälterin, 1 besseres Hausmädchen für Bad-Nauheim, 1 Dienstmädchen, 1 Büglerin, 1 Büreaugehilfe. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Bäcker, 1 Krankenwärter, 3 tüchtige Bauschreiner, 1 Taglöhner für zeitweise Arbeiten, 4 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 3 Lauffrauen, 8 bis 10 Ausripperinnen, 3 bis 4 Lumpensortiererinnen, 2 Flickfrauen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Barbier, 1 Buchbinder, 2 Glaser, 2 Lackirer, 1 Mechaniker, 1 Sattler, 1 Schmied, 1 Schneider, 2 Schreiner, 4 Schuhmacher, 1 Spengler, 2 Schriftsetzer.______________________________________________________________ Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse und der Plockischen Stiftung für 1897/98 liegt zu jedermanns Einficht acht Tage lang auf dem Armenamt offen. Gießen, den 14. Januar 1899. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. 627 Wolff. Bekanntmachung. Dienstag den 17. Januar, nachmittags 3 Uhr, soll das Abfallholz aus den Anlagen in der Südanlage, in der früher Schüler- fcven Besitzung und in dem Wiener Hof, darunter ein Linden- und ein Platanenftamm, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 13. Januar 1899. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolfs. 622 GroHMes KWMkrWltWmM Beginn des Sommer-Semesters Mitte April. Schluß Ende August d. I. Die Schule umfaßt vier Bau-Abteilungen. Das Schulgeld beträgt 50 Mark. Programme und Anmeldeformulare find durch die Direktion der Landes«Baugewerkschule, Darmstadt, Neckarstraße 3, zu erhalten. Schluß der Anmeldefrist am 1. März d. I 444 Die Direktion. Aachener Badeofen D. R.-P. lieber 50 000 Oefen im Gebrauch. In 5 Minuten ein warmes Bad! Original Houben’s Gasöfen «BrolDecteI C TT/mhnn Crthn fanl lanhfin Wiederverkäufer an 206 Ocliitniitnittiljiinijen Verdingung von Fuhrlöhnen. Die Abfuhr des Straßen-Kehrichts im Rechnungsjahr 1899/1900 nach ben städtischen Wiesen im „Stolzen- morgen" in den „Torflöchern'', an der „Traubentränke", am „Wall- brunnen" und an der „Plocksbrücke' soll Samstag, 21. Januar 1899, vormittags 11/, Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Abfuhr umfaßt zirka 2040 cbm, die in 6 Lose geteilt sind. Die Bedingungen liegen während der Dienstftunden bei uns zur Einsicht offen und sind Angebote auf vorgeschriebenem Formular bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 12. Januar 1899. Das Stadtbauamt. Schma ndt.601 Echten Emmnlhaler ZchMsterkase recht vollsaftig, sowie feinsten Edamer Käse empfiehlt 214 E. Dort, Wallthorstraße 45. Im Konkurs über das Vermögen des verstorbenen Kaufmanns Lieb- mauu Katz in Gießen betragen nach dem auf der Gerichtsfchreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen nieder- gelegten Verzeichnis die bei der Schlußverteilung zu berücksichtigenden bevorrechtigten Forderungen 17136,38 Mk., welche in Gemäßheit der gesetzlichen Rangordnung die nur noch 335,86 Mk. betragende Masse überwiesen ist. Die nicht bevor- rcchtigten Forderungen gehen leer aus. Gießen, den 14. Januar 1899. I. Boeck, Konkursverwalter. Zagdverpachlung. Donnerstag den 26.1. M., vormittags IO Uhr, soll die der Stadt Nidda in dasiger Gemarkung zustehende Feld- und Waldjagd — zirka 930 Hektar Feld und 50 Hektar Wald — im Rathaussaale dahier aus weitere 6 Jahre an dm Meistbietenden verpachtet werden. Nidda, den 10. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Nidda. Erk. 561 Iagkwerpachtimg Mittwoch den 8. Februar, nachmittags 1 Uhr, soll die der Gemeinde Harbach zustehende Feld- und Waldjagd auf weitere 6 Jahre auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei öffentlich verpachtet werdm. Harbach, den 12. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Harbach. Münch. 655 Dienstag de« 17. und Mittwoch de« 18. Januar 1899, jedesmal mittags 2 Uhr, sollen im Pfandlocale zu Gießen, Seltersweg 11, gegen Barzahlung versteigert werben: r, _ . Sosa, Kommode, Kleidersckranke, Schreibsekretär, Nähmaschine, Sattlerwaren und andere Hausgeräte, sowie 2 Wagen, 20 Zentner Heu, drei Säcke gute Speisekartoffeln und leere Säcke, sowie eichene Bohlen. Die Versteigerung ber Kartoffeln findet bestimmt am 17. Januar statt. 240 Kemmer, Pfandmersier. Frischt, ger. Kieler Mlioge and ger. Zchellßscht empfiehlt zgEhmstr-b- «• Neuester Ernte L Mk. 2,50, S,—, 3,60, 4,—, 6,— pr. ’/2 Kilo vorzüglich «ter Qualität. «w Zu haben in Oleasen bei J. M. Schulhof, Marktstraroe, B. s ch lab ach Nchf., Ludwigsplatz, und K. Bender, Wallthorstr. 14^ einzig richtiger Zusatz zur Kuhmilch für kleine Kinder und Magenleidende. Niederlagen durch Plakate kenntlich. W für Industrie und Gewerbe beste und sparsamste Betriebskraft der Gegenwart. 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Aus 1 Liter feinstem Weingeiste, 1 I* Liter Wasser und einer Flasche Kognak-Effenz erhält man einen wohl- bekömmlichen Kognak von hohem Genuß« werte, einen Kognak, welcher der chemischen Zusammensetzung nach dem echten wesentlich gleich ist. Beweis: „Ich zahle demjenigen ein« „tausend Mark, welcher in der von mir „bereiteten Kognak-Effenz, in Flaschen „mit meinem Namenszuge, außer dem „notwendigen Färbemittel Stoffe entdeckt, „welche in echtem Kognak nicht enthalten »sind. Dr. F. W. Mellinghof.^ Wenn die Redensart „Für Güte und Reinheit wird garantiert' nicht immer Glauben findet, so ist für Kognak dieser Zweifel um so mehr berechtigt, als hier der Nachweis ungehöriger Bestandteile überaus schwierig ist. Findet fick dagegen das Aroma in konzentrierter Form, als Effenz, so hat der Chemiker leichte Arbeit. Die tadellose Beschaffenheit von Melling« Hoffs Kognak-Effenz ist somit in der That durch die obige Erklärung gewährleistet. Man weise daher Essenzen fraglicher Herkunft entschieden zurück und kaufe ausschließlich Originalflaschen zu 75 Pfg. mit dem Namenszuge des Herstellers, Dr. F. W. Mellinghof Irr Mülheim a. d. Ruhr, in Apotheken und Drogerien. Nur so ist man sicher, vor Getränken be« wahrt zu bleiben, die mit Kognak nur den Namen gemein haben. In Gießen zu haben bei Emil Fisch- bach und Otto Schaaf. 271 Neue Rollmöpse, »tt 5 Pfg., 100 Stück 4,50 Mk. fite. Mismarckßeringe, fite, russische Kronsardinen empfiehlt 212 Eb. Dort, WMHorstraße 45. Tägl. frische Kreppe empfiehlt 486 Fr. Hennings, Seltersweg 14. Tägl. frische Kreppe! empfiehlt 0175 K. Euler, LirdwigSplatz 3. MtWWs BelMaltinen 160 (Zentimeter breit, in vorzüglicher Qualität, für den billigen Preis von CäT 1 Mark per Meter empfehlen C. Röhr & Co. Weisskraut, Irsing pro Stack 10 Pfg. wird frei ins Haus geliefert. 612 Bestellungen ver Postkarte erbeten. Kardthof 18. 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Badische v. 86 Bayr.St.-Obl. a.Heff.Si.-Obl. 101.60 93.55 101.40 93.90 100.90 101.80 101.60 93.85 101.60 94.— 100.80 101.25 4 3 4 47. 5 47, 5 4 6 5 3 Ung. Goldrte.. do. Anl. do.Staatsrte. do.E.B.Gold v. 89 . . . . Arg. hm. Anl. do. äuß. v. 88 ChinefischeAnl. Egypt. unific. . Mexico v. 90 . do. Eisenb. . do. ©Uber. . rlädtt.««. 100.50 87.50 98.15 101.15 73.50 99.30 99.05 100.60 87.20 97.85 101.05 86.— 74 — 99.20 4 4 4 4 4 «istud.-priortt. Deutsch«. Hess. Ludwigs- bahn v. 68/69 do. v. 75/78 . Allg.dt.Kleinb. «—«Mdtsch» Elisab.-B.strfr. Kaschau-Oderberger v. 91 Lombarden. . do...... Oest. Staatsb. do. I-VIII . do. v. 85 . . do. Erg.-Retz Prag-Dux 96 . Raab-Oedenb. (alte) . . . do. v. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar.E.B. Livorneser . . Sicil. v. 91 . ToScanier . . Ruff. Südost . do. Südwest Rjäsan-UralSk Wladikawkas. Anatolier. . . Salon.-Mon. . 102.40 100.60 99.70 76.75 102.— 101.90 4 4 4 37, 4 37, »7, 4 4 »7, 37, 4 4 37, 4 4 IfaaHbritft. Gothaer unkb. 1903 .... Grundschbk. Ser. V—VI do. I- II do. unk. 1906 Frkft. Hypbk. XIV..... bo.xn-xm 101.50 100 — 98.— 100.30 97.40 101.50 100.— 98 — 100.80 97.40 37, 4 4 4 47, Westdeutsche Bodencredit in Cöln . . Ung. Lds.-Ctr. Sioerst. Buderus . . . Eisenb. Rtbk. . Hirzh. u. Lollar 99.30 97.90 100.20 98.60 99.30 97.20 99.20 100.20 Der. Königs- u. Laura . . . Oest. Staatsb. do. Südbahn Gotthardbahn. Iura-Simplon Princ Henry . 217.40 154.90 27.50 150.70 104’— 216.70 153.50 27.40 151 — 104 50 sl/e 8 81/ do..... do...... Württemberg. « »Uittdisch,. kriech. E.B. v. 1890 .... Gliech.Monop, Italiener Site, do...... Oest.Goldrte.. Oest. Silberrte. Portug. Staat do...... 99.90 92.10 99.35 91.80 101.20 97’45 25.05 97.30 24 85 4 8 4 99.70 77.- 102.25 92.75 88.80 90.66 86.60 79.10 77.— 101.40 59.30 62 25 do. XV. . . Frkft. Hyp.- Creditverein do. Ser. 27 . do. Ser. 28, 30, 33 . . . do. Ser. 29 . Ldw.Cred.-Bk. Hambg. Hypbk. Ser.141-250 do. 46—190 Meining. Hyp. do. neue . . 99.— 99.50 101.— 97.30 98.20 100.75 100.— 97.50 97.— 100.30 99 — 99.50 101.— 97.30 98.— 100.75 100.10 97.50 97.— 100.40 -avk-Artiev. Dtsch.Reichsbk. Berliner Hand. Darmstädt. Bk. Deutsche Bk. . Dt. Genoffbk.. Disct.-Comm. Dresdener . . MiUeldt. . . . Nationalbk. . . Oest. Cred.-Act. -idrstrie-Artieu 166.80 167.50 153.40 166.05 168 60 154.10 4 4 in Vtocmten, Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 148.70 171 15 5 4 5 3 4