1899 Dienstag den 17. Januar Nr. 14 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Bezugspreis vierteljährlich L Mark 20 Psg. «ouallich 75 Psg. mit Bringcrlohn. Annahme Don Anzeigen zu der nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. Alle Anzcigen-BermittlungSstellen de» In- und Auslande- nehmen Anzeigen für den Aießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamlkieuV tätter werden dem Anzeiger wdchentlich viermal beigelegt. Zlints- und Anzeigeblatt fiw den Aveis Gieren. I * Redaktion, Expedition und Druckerei: KchntSratze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für heßische UolKsIrunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Amtttche^Wl. Gießen, den 14. Januar 1899. Betreffend: Festschrift zum 25. November 1898. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Das nachstehende Ausschreiben teilen wir Ihnen unter der Empfehlung mit, die angegebene Festschrift für die in Ihren Gemeinden bestehende oder in Aussicht genommene Jugendbibliothek anzuschasfen. v. Bechtold. Zu Nr. M. d. I. S. 30657. Darmstadt, den 20. Dezember 1898. Betreffend: Wie oben. Das Grotzh. Ministerium des Innern (Abteilung für Schulangelegenheilen) an die Großh. Kreisämter. Gelegentlich der Feier der Enthüllung des Denkmals Seiner Königlichen Hoheit des Großherzögs Ludwig IV. am 25. November 1898 ist im Staatsverlag eine Broschüre, verfaßt von Hauptmann ä In suite Zernin, erschienen, die in kurzen Zügen ein Lebensbild Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. giebt. Wir erachten das kleine Werk für geeignet zur Anschaffung für Volks-, Gemeinde- und Schulbibliotheken, und geben Ihnen anheim, das geeignet Erscheinende in dieser Hinsicht zu veranlassen. Der Preis betrügt pro Exemplar 40 Pf.g, und sind Bestellungen direkt an die Buchhandlung des Staatsverlags in Darmstadt zu richten. Auf je 10 Exemplare wird ein Freiexemplar gewährt. S o l d a n. ________________________________v. Werner. Gießen, am 15. Jannar 1899. Betreff end: Das Ersatzgeschäft pro 1899. Der Zivilvorfitzende der Grotzh. Ersatz- Kommisfion Gießen au die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises. Mit Rücksicht auf den frühen Beginn des diesjährigen Ersatzgeschäftes wollen Sie alsbald mit Aufstellnng der neuen Stammrollen beginnen und solche mit denjenigen pro 1897 und 1898 ungesäumt einsenden. Etwaige Zugänge sind besonders in Vorlage zu bringen. __________________Boeckma n n. Ein Gesetzentwurf zur Besteuerung der Warenhäuser. In den Großstädten nicht allein, sondern auch in den Mittelstädten schreitet die Errichtung von großen Warenhäusern rüstig vorwärts. Für das Publikum bieten diese Großlager ja immerhin manche Annehmlichkeiten, weil in denselben so ziemlich alles zu haben ist, was die Phantasie sich nur ausdenken kann: Eisenwaren, Schuhwaren, Kon- fektions- und Manufaktur-, Papierwaren, Möbel aller Art, Konserven und Kolonialwaren. Die Sache wäre also ganz schön, wenn nicht der Kleinhandel und das Kleingewerbe Gefahr liefen, durch die großen Warenhäuser vollständig ruiniert und unterdrückt zu werden. Denn scheinbar sind in den letzteren die Preise so niedrig gestellt, daß kein gewissenhafter Handwerker oder Händler damit konkurrieren kann. Nach unseren Erfahrungen sind aber die Preise in den Bazaren nur scheinbar so niedrig. Man kann in dieser Hinsicht die Warenhäuser mit dem „billigen Mann" vergleichen, der früher auf jedem Jahrmarkt zu finden war und feine Waren unter lautem Schreien anpries. Ein Artikel war vielleicht thatsächlich billig, aber dieser bildete nur die Lockspeise für den Absatz der übrigen Artikel, welche man nicht teurer in jedem soliden Geschäfte kaufen konnte. Jeder mag sich vergegenwärtigen, daß auch die großen Warenhäuser nichts verschenken können, daß sie vielmehr viel verdienen müssen, da die Spesen ungleich hoch sind. Alle bessere Ware ist ebenso teuer wie in den Kleingeschäften; billig kauft man nur Minderwertiges, welches in großes Massen geramscht worden ist. Die Zeit, wo Handwerk noch einen goldenen Boden hatte, ist längst vorüber; aber Handwerk und Kleinhandel bilden neben der Landwirtschaft noch heute die Grundfeste des Staats und müssen daher geschützt werden. Das soll nun in Preußen durch eine hohe Besteuerung der Warenhäuser geschehen. Bisher war den Kommunen in dieser Hinsicht freie Hand gelassen, da ihnen vom Staate die Gewerbesteuer überwiesen worden war. Weil aber die Kommunen im allgemeinen den großen Warenhäusern gegenüber nicht im Sinne der Negierung vorgegangcn sind, so ist ein besonderer Gesetzentwurf in der Ausarbeitung begriffen, welcher eine gerechten Steuerlasten-Verteilung anstreben soll. Wir haben schon früher einmal ausgeführt, daß keineswegs die Rede davon fein kann, die großen Warenhäuser vollständig zu unterdrücken. Das würde den bestehenden Gesetzen widersprechen und auch nicht mit den geltenden Rechtsanschauungen in Einklang zu bringen sein. Es darf sich nur darum handeln, das Kleingewerbe und den Kleinhandel angesichts der Schädigungen, welche ihnen durch die Großbazare entstehen, durch Herabsetzung der Gewerbesteuer zu unterstützen und den Ausfall den großen Warenhäusern aufzuerlegen. Auf den Inhalt des Gesetzentwurfs und auf dessen Wirkung darf man umsomehr gespannt sein, als er vielleicht von einzelnen Bundesstaaten angenommen werden wird. (xx) Deutsches Deich. Berlin, 14. Januar. Der Kaiser hat den Historienmaler Pape beauftragt, das Fest des Schwarzen Adlerordens im Bilde festzuhalten. Aus diesem Grunde wird auch der jüngste Ritter, Professor Menzel, der unter den Rittern erscheint, verewigt werden. Berlin, 14. Januar. Das Kaiserpaar hat am heutigen Todestage des Vaters der Kaiserin, des Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg einen kostbaren Kranz auf dem Sarge des in Primkenau beigesetzten Herzogs niederlegeu lassen. Berlin, 14. Januar. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag um 2 Uhr unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in seinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 14. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Kronenordens 2. Klasse an den Oberst v. S ch w a r tz k o p p e n. Berlin, 14. Januar. Rittmeister v. Rüdgisch von den 1. Dragonern in Tilsit tritt in türkische Dienste, um bei der Reorganisation der türkischen Kavallerie thätig zu sein. Berlin, 14. Januar. Der im Reichsamt des Innern ausgearbeitete Gesetzentwurf betreffend den Schutz der Angestellten im Handelsgewerbe wird sicherem Vernehmen nach in den nächsten Tagen bcm Bundesrate zugehen. In demselben ist eine Minimal-Ruhezcit vorgesehen, und auch die Frage des Ladenschlusses in gewissem Umfange berührt. Berlin, 14. Januar. Der 'nationalliberale Landtagsund frühere Reichstags - Abgeordnete Amtsgerichtsrat Dr. Piefchel ist in der letzten Nacht gestorben. Berlin, 15. Januar. Zu der heute Vormittag statt- gefundcuen Feier des Krön rings- und Ordens fest es hatten sich die hier anwesenden Personen, denen der Kaiser heute Ordens- und Ehrenzeichen verlieh, im Königlichen Schloß versammelt, uni von der Ordens-Kommission die für sie bestimmten Dekorationen in Empfang zu nehmen. Hierauf begaben sich die Dekorierten in die Schloßkapelle, um daselbst das Kaiserpaar, die Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses zu erwarten. Nachdem das Kaiserpaar beim Eintritt in die Kapelle von der Geistlichkeit empfangen worden war und feine Plätze eingenommen hatte, begann der Gottesdienst. Nach Beendigung desselben fand im Weißen Saale, in der Bildergallerie und den angrenzenden Gemächern Tafel statt, bei welcher der Kaiser einen Toast auf das Wohl der neuen und der älteren Ritter ausbrachte. Nach Aushebung der Tafel begab sich das Kaiferpaar in den Rittersaal, wo es viele der eingeladenen Personen durch Ansprachen auszeichncte. Es erhielten u. A.: Das Groß- kreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe der kommandierende General des 3. Armeekorps General v. Lignitz, der Generalinspekteur der Kavallerie, General Edler von der Planitz. Das Großkreuz des Roten Adlerordcns mit Eichenlaub: der Jnspecteur der Feldartillerie, General v. Hoffbauer, der Gencral-Quartier- meister Oberhoffer. Den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe: der kommandierende General des 4. Armeekorps v. Klitzing. Den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub: der Generalinspekteur des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, General Freiherr v. Funck, der Chef der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Karcher, der kommandierende General des 2. Armee- Feuilleton. Heryarl Kauptmanns „Möerpelz". (Originalberichf.) . zweiten Male hat sich Gerhart Hauptmann den Grillparzer-Preis errungen, zuerst für fein viel bekämpftes und noch mehr gelobtes „Hannele", und jetzt wieder für den „Fuhrmann Henschel", gegen dessen Bedeutung sich noch keine ernsthafte Stimme erhoben hat. Aber selbst diejenigen, die in einseitiger Kunstauffassung und in blindem Wüten gegen den Naturalismus dessen erfolgreichsten Jünger in Deutschland mit allen ihnen zu Gebote stehenden Waffen on.gbg^lffen haben, mußten die glänzende Satire in des Dichters Diebskomödie: „Der Biberpelz", anerkennen. Die Gattung der literarischen Satiren ist bei uns nicht allzureich vertreten; erst in allerjüngster Zeit hat man sich ihrer Pflege wieder energischer gewidmet. Nach dem „Biberpelz" haben sich auf diesem Gebiete der Münchener Joseph Ruderer mit seiner „Fahnenweihe" und der Wiener Max "Bürgermeisterwahl" versucht und be- ayrt. „Der Biberpelz" ist jedoch noch immer der Gipfel gef b *n ^ristophanes ihren genialsten Meister Kunst kommt von können, aber wer etwas kann, braucht deshalb noch kein Künstler zu sein. Erst das durch die Idee zum Ausdruck gebrachte und geläuterte Können erhebt den Schaffenden zum Künstler. Die geschickteste Laubsägearbeit hat mit der Kunst so wenig zu thun, wie die Thätigkeit des Anstreichers; sie stellt im günstigsten Falle der Geschicklichkeit des Ausführenden ein gutes Zeugnis aus. Nun hat man behauptet, der Naturalismus strebe nichts weiter an, als eine möglichst getreue Wiedergabe des Lebens, und je treuer diese Kopie ausfalle, um so naturalistischer sei sie. Damit hat man den Naturalismus ungefähr auf die Stufe der Photographie gestellt. Wer einmal versucht hat, den einfachsten Vorgang darzustellen, wird gefunden haben, daß cs schlechterdings unmöglich ist, dies bis in alle Einzelheiten der Natur nachzubilden, und sein Versuch wird ihn sehr bald belehren, wie schwer es ist, auch nur einigermaßen der Wirklichkeit nahezukommen. Genug von dieser unhaltbaren Theorie, die in sich selbst zusammenfÄlt. Was wir an dem „Biberpelz" v.wundern, das ist die geniale Treffsicherheit, mit der Hauptmann die einzelnen Personen und in ihnen Vertreter gewisser Stände charakterisiert hat. Seiner Kunst liegt alles Typische fern. Der Amtsvorsteher Wehrhahn ist bis in jede Faser seines Strebertums und seines Bureaukratismus hinein individuell gezeichnet, und doch stellt der Dichter damit zugleich einen Typus des modernen Strebers und Burcankraten auf die Beine. Wie er nach oben hin kriecht, wie er alles, was ihm verdächtig erscheint, freiere Ansichten zu hegen, vom Wurme der Sozialdemokratie angefreffen wähnt, das find außerordentlich bezeichnende Züge. Bei der Anlage des Stückes hat Hauptmann offenbar Kleists „Zerbrochener Krug" vorgefchwebt. So wie sich bei Kleist der Richter Adam nach langem Prozeß als schuldig entpuppt, steht auch bei Hauptmann der die Untersuchung leitende Amtsvorsteher am Schluß als der Gefoppte, der Geprellte da, und die Waschfrau Wölfin, der das Stibitzen gleichsam zur zweiten Natur geworden ist, lacht sich ins Fäustchen, als er ihr zuletzt mit dem Brustton der Ueberzeugung erklärt, sie sei eine ehrliche Frau. Wenn man es wagen darf, an diesem Meisterwerk etwas auszusetzcn, so ist es höchstens das, daß das Gerichtsverfahren zu sehr in die Länge gezogen wird, wodurch bei schlechter Darstellung leicht eine gewisse Ermüdung entsteht. Auch drängt sich die Tendenz im vierten Aufzug etwas zu stark vor; wenn sie weniger handgreiflich wäre, wirkte sie vielleicht eindringlicher. Aber eine literarische Satire ohne Tendenz? Das ist wie eine Cigarre ohne Nikotin. Wir könnten stolz darauf sein, wenn wir viele solcher prächtigen Satiren besäßen. lorps, Generalleutnant v. Langenbeck, der kommandierende General des 9. Armeekorps, v. Massow, der kommandierende General des 7. Armeekorps, Mikusch-Buchberg. Den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub: der Ministerialdirektor im Kultusministerium, Dr. Althoff, der Oberlandesgerichtspräsident von Frankfurt a.M., I)r. Hagens, die Direktoren der Reichspost, Krätke und Sydow, der Unterstaatssekretär im Ministerium für Elsaß-Lothringen, v. Schraut. Den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub : der Präsident des Reichsversicherungsamtes Gäbel, der Geh. Oberfinanzrath und Mitglied des Reichsbankdirektoriums Dr v. Glasenapp, der Gesandte in Lissabon, Graf v. Tatten- bach. Den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife: der vortragende Rat im Ministerium des Innern, Holleuffer, der Geh. Obersinanzrat und Mitglied des Reichsbankdirektoriums v. Klitzing. Den Rothen Adlerorden 3. Klasse: der Prinz Georg v. Schöneich-Carolath. Den Roten Adlerorden 4. Klasse: der Hofschauspieldirektor a. D. Haase, der Bankdirektor und Reichstagsabgeordnete Dr. Heiligenstadt, der Reichstagsabgeordnete Prof. Kropatschek, der Amtsgerichtsrat und Reichstagsabgeordnete Letocha, der Oberlandesgerichtsrat und Reichstagsabgeordnete Rören. Den Kronenorden 1. Klasse: der Viceadmiral Tomsen und der Gesandte in Belgrad, Frhr. v. Waecker-Gotter. Den Stern zum Kronenorden 2. Klasse: der Direktor des kaiserlichen Gesundheitsamts Dr. Köhler. Den Kronenorden 2. Klasse: der Bischof Dr. Weber zu Bonn und den Kronenorden 3. Klasse der Bankier Hugo Landau in Berlin. — Zum Wettstreit deutscher Männer gesang- 0 er eine wird aus Kassel geschrieben: Wie bereits jetzt feststeht, wird das Kaiserpaar am 26. und 27. Mai hier in Kassel wohnen, um dem Wettstreit der deutschen Männergesangvereine beizuwohnen. Die Ueberreichung des Preises an den siegenden Verein wird diesmal persönlich durch die Kaiserin erfolgen. Es wird, nach allen geplanten Veranstaltungen zu schließen, dieser Wettgesang ein Fest werden, wie es Kassel noch nicht gesehen hat. Es werden an 10,000 Sänger erwartet. Die musikalische Kommission in Berlin, die das Ganze leitet, besteht außer dem Generalintendanten Grafen Hochberg noch aus den Herren Hofmusikalienhändler Bock, Prof. v. Herzogenberg, Profesior Vierling, Musikdirektor Herrn. Prüfer, Geheimer Ober- Regierungsrat im Kultusministerium, Erich Müller. Der Wettgesang wird in der Hauptsache zwei Nummern umfassen; er beginnt mit einem zu diesem Zwecke eigens komponierten längeren Tonwerke (Preischore) und endet mit dem Vortrag eines Liedes im Volkston. Ein dritter Gesang ist der freien Wahl eines jeden Vereins überlassen. Natürlich müssen die Gesänge ohne jegliche Instrumentalbegleitung sein; sie dürfen ferner keine Soli enthalten und höchstens zehn Minuten dauern. Das Preisrichteramt werden, wie schon erwähnt, neun hervorragende Musiker, Komponisten und Dirigenten ausüben. Sie müssen erst noch gewählt werden. Der vom Kaiser gestiftete Wanderpreis wird der „Nat.-Ztg." zufolge aus einem Kleinod in Gold bestehen, wahrscheinlich einer goldenen Kette mit Schild, die von dem Vorsitzenden des siegenden Vereins bei allen festlichen Anlässen um den Hals zu tragen ist. — Der lippische Landtag ist alsbald wieder geschlossen worden und soll Ende Februar wieder zu einer längeren Tagung einberufen werden. Ueber diese auffallende Anordnung bringt ein Berliner Blatt folgende Mitteilungen: Der Landtag mußte seine Beratungen über das Eisenbahnprojekt Paderborn-Niehaben, zu denen er einberufen war, abbrechen, weil bei der Regierung ein Telegramm der Westfälischen Eisenbahn: Gesellschaft,' mit welcher der Bau vereinbart war, einlief, daß sie den Bau ablehne. Mußte es schon überraschen, daß die Gesellschaft erst den Landtag zusammentreten und seine Beratungen nahe bis zum Abschluß gelangen ließ, bevor sie ihre Absage mitteilte, so ist die Begründung, die ihr so spät erst eingefallen ist, noch sonderbarer : die Gesellschaft lehnt den Bau ab, weil der größere Teil der Strecke auf lippischem Boden liegt. Es darf nicht Wunder nehmen, wenn man in dem Ländchen diesen Handstreich auf eine Seite zurückführt, wo man ihm gegenwärtig nicht wohl will. Die „Lippische Landesztg.,, bemerkt: „Der Grund der Ablehnung ist ein recht eigentümlicher und weckt lebhaft die Gedanken an politische Gegensätze." — Sozialdemokratisches. Wenn ein Arbeitgeber einmal gezwungen ist, seinen Betrieb einzuschränken und Arbeiter deshalb zu entlassen, dann erhebt sich in der sozialdemokratischen Presse gewöhnlich großes Geschrei über den „schwarzen Undank der Kapitalisten"; daß aber Sozialdemokraten, wenn es sein muß, noch viel rücksichtsloser vorgehen können, als der rücksichtsloseste Geldsackmensch, das ist ja auch schon zur Genüge bekannt, wird aber aufs neue glänzend illustriert durch zur Zeit sich in Chemnitz zwischen der Partei und dem Verleger des Parteiblattes abspielende Vorgänge. In Chemnitz erscheint seit 14 Jahren im Verlage des Buchdruckereibesitzers Ludwig der sozialdemokratische „Chemnitzer Beobachter". Das dreimal wöchentlich erscheinende Blatt konnte nicht im entferntesten mit den am Orte erscheinenden sogenannten bürgerlichen Blättern konkurrieren, und daß deshalb die Parteigenossen mit ihrem Organ nicht zufrieden waren, darf nicht wunder nehmen, wie auch das nicht, daß sie Schritte unternahmen, das Blatt zu heben, es vor allem täglich erscheinen zu lassen. Befremdlich bleibt nur die Art und Weise, wie mit dem bisherigen Verleger umgesprungen wird. Abkaufen will man dem Manne feine Druckerei nicht, weil angeblich das Material zu alt ist; den Druck des Blattes will man ihm auch nicht weiter lassen, obwohl die Preßkommission selber zugesteht, daß seine Druck- oyjcrte „ziemlich annehmbar und billig" ausgefallen sei der Mmin soll mit allen Mitteln „abgesägt" werden, wie es in solchem Falle im Parteijargou heißt. Daß der Verleger vierzehn 3* treuim Parteidienste stand, daß er der Partei wegen alle Privatkundschaft aufgeben mußte und jetzt auch solche nicht mehr erlangen kann, das macht alles nichts; „wenns ans Bezahlen geht, könne man nicht mit Gefühlsduseleien und Gutmütigkeit vorgehen", sagte der Vorsitzende der Agitationskommission in einer Volksversammlung, welche über die Zukunft des Verlegers vor einigen Tagen entscheiden mußte. Der Verleger wehrt sich aus Leibeskräften gegen eine völlige Kaltstellung; aber es wird ihm nichts anderes übrig bleiben, als seine Druckerei als altes Eisen zu verkaufen und nach vierzehnjähriger Arbeit für die Partei sich einen anderen Erwerb zu suchen. Ausland. Wien, 15. Januar. Wie das Amtsblatt bekannt giebt, sind die Geschworenengerichte im Kreisgerichts-Sprengel Neu-Sandeck aufgehoben worden. Wien, 15. Januar. Der Grillparzer-Preis im Betrage von 2400 Gulden wurde wiederum Gerhart Hauptmann für fein Drama Fuhrmann Henschel zuerkannt. Wien, 15. Januar. Die Baumwollspinner haben beschlossen, die beabsichtigteBetriebseinschränkungnichteintreten zu lassen, weil die Absatz-Verhältnisse sich inzwischen gebessert haben. Wien, 15. Januar. In der letzten Nacht nahm der Sturm, der im Laufe des gestrigen Tages etwas nachgelassen hatte, wieder an Gewalt zu. Nach den schon heute früh aus der Umgegend eingelaufenen Nachrichten ist bedeutender Schaden angerichtet worden. Budapest, 14. Januar. Die Situation ist andauernd eine gespannte. Banffy, Lukacs und Fejervary reiften heute nach Wien und werden Dienstag zurückkehren, an welchem Tage die Opposition die Antwort auf ihre Forderungen erhält. Paris, 14. Januar. Der Telephon-Verkehr ist noch vielfach gestört, da der in den letzten Tagen herrschende Sturm zahlreiche Telephonstangen umgeworfen hat. Rotterdam, 14. Januar. Infolge des Sturmes sind gestern mehrere Barken gesunken. Vier Personen ertranken. Namur, 14. Januar. Die Maas ist aus ihren Ufern getreten. Weite Streben stehen unter Wasser. Brussel, 14. Januar. Es unterliegt keinem Zweifel, daß infolge der Siege seitens der Aufständischen Batetelas im Mangome-Gebiet auch am Lomani Kwango und Kassai Gährungen begonnen haben. Der Kongostaat dirigirt zahlreiche Truppen dorthin, zum Schutze seiner Handels- Faktoreien. Antwerpen, 14. Januar. An Schiffsunfällen während des Sturmes der letzten Tage werden noch gemeldet : Der Dreimaster „Frania" scheiterte bei Vlissingen, der Dampfer „Tamdam" scheiterte ‘6ei Maasluis und der Dampfer „Neutral" bei Rotterdam. Die Besatzung wurde gerettet. London, 15. Januar. Den Gerüchten über Verhandlungen betreffend Kompensationen, durch welche über die englisch-französischen Streitfragen hinweggekommen werden soll, liegt bisher nichts Greifbares zu Grunde. Keineswegs kann von schon eingeleiteten Verhandlungen die Rede sein. Alles hierauf bezügliche ist auf bloße Fühler zurückzuführen; daß aber solche stattfinden, gilt nach einer Londoner Meldung als ein Beweis dafür, wie wenig man daran denkt, die Schwierigkeiten auf anderem als auf friedlichem Wege zu lösen. Man ist überzeugt, daß es unter Schonung der Empfindlichkeit Frankreichs gelingen werde, sowohl bezüglich Madagaskars als bezüglich der Fischereifrage in Neufundland' zu einer Ausgleichung zu gelangen, ohne Maßnahmen ergreifen zu müssen, die bei Frankreich die noch keineswegs beseitigte Verstimmung, welche die Erledigung der Faschodafrage hinterlassen, verschärfen könnten. New-York, 14. Januar. Hier hat sich ein Tabaks- Syndikat gebildet, welches ein Regierungs-Monopol für Havanna-Cigarren und Havanna-Tabak fordert. — Alle ostasiatischen Kenner der Verhältnisse auf den Philippinen stimmten darin überein, daß die Amerikaner vor Manila und Jlo-Jlo große Fehler begingen. Ein Uebereinkommen mit Aguinaldo wäre der beste Ausweg. Aguinaldo fordert eine Verfassung entsprechend der kubanischen. — Angeblich behaupten die Amerikaner die Herrschaft auf den Philippinen nur im Gebiet der Bai von Manila. Alles Uebrige, mit Ausnahme von Mindanao, wo die Spanier bleiben, ist in der Gewalt der Aufständischen. Die amerikanischen Freiwilligen sind durch das Klima und die schlechte Nahrung entmutigt und bekunden das Verlangen, nach den Vereinigten Staaten zurückzukehren. — Die deutsche Regierung hat vor einiger Zeit bereits in Washington amtlich erklären lassen, daß sie in Bezug auf die Philippinen auf jeden Wunsch verzichtet und nicht einmal eine Kohlenstation für sich in Anspruch nehme. Hiernach müssen alle von englischen Blättern verbreiteten entgegengesetzten Gerüchte, die dann zum Teil von den amerikanischen Blättern übernommen werden, als tendenziöse Erfindungen bezeichnet werden, vor allem die tolle Nachricht, Prinz Heinrich selber habe Aguinaldo die Versicherung übermitteln lassen, die deutsche Regierung sei entschlossen, die Aufständischen gegen die Zusicherung einer Kohlenstation auf den Philippinen zu unterstützen. — Die Lage auf den Philippinen. Der Sonderberichterstatter des New-York Herald in Manila, dessen Berichte bisher rosig gefärbt waren, meldet am Donnerstag nun auch Sturm. Die Lage, telegraphiert er, wird stündlich schlimmer. Ein zweiter Ausruf Aguinaldos erklärt, daß die Feindseligkeiten beginnen würden, wenn die Amerikaner versuchen sollten, Jlo-Jlo zu nehmen. Ich besuchte Aguinaldos Außenposten, die um Manila herum aufgestellt sind, am Samstag und Sonntag. Die Truppen der Eingeborenen sind begeistert bei dem Gedanken eines Angriffs auf Manila. In allen Häusern werden Anschläge verteilt mit der Aufschrift: Unabhängigkeit ober Tod! Es heißt, daß die Eingeborenentruppen in der Umgebung von Manila 30,000 betragen. Alle legen glühenden Haß gegen die Amerikaner an den Tag. Ich wurde häufig auf den Verdacht hin, ein Amerikaner zu fein, angehalten, aber wieder freigelaffen, wenn ich meinen vom Konsul ausgestellten Paß vorzeigte. Aguinaldos Soldaten verlangen insgesamt Manila angreifen zu können. Sie erklären, sie würden keine andern Bedingungen, als die vollständige Unabhängigkeit annehmen. Tausende von Eingeborenen verlassen Manila; die Märkte sind von Vorräten entblößt. Das 1. kalifornische Regiment, das vor einer Woche mit Bestimmung nach Jlo-Jlo in 5 Steamer eingeschifft wurde, wird gerade jetzt wieder ausgeschifft; ein Zeichen dafür, daß General Otis seine Absichten auf Jlo-Jlo aufgegeben hat und alle seine Truppen zur Verteidigung von Manila sammelt. Die neuesten Berichte aus Jlo-Jlo vom 11. ds. besagen, daß die amerikanischen Truppen noch nicht gelandet sind. (Sie sind inzwischen zurückberufen worden, um General Otis in Manila zu stützen.) Die Weiber und Kinder haben Jlo-Jlo verlassen, und die Banken haben ihre Kassen auf bje Kriegsschiffe geschafft. Die Eingeborenen haben Petroleum über alle Häuser in der Stadt gegossen, um sie in Brand zu stecken, wenn die Amerikaner eine gewaltsame Landung versuchen sollten. Lokales und MovinMes. Gießen, den 16. Januar 1899. * * Die Mittwochs-Vorträge des Herrn Professor- Philippi über „Grundsätze der Kunstbetrachtung und Richtungen der modernen Kunst" in der Aula des Gymnasiums beginnen am 18. Januar um 5 Uhr. Sie sind unentgeltlich, und wer sich für den Gegenstand interessiert, kann, wie wir auf mehrfache Anfragen nochmals mitteilen, ohne besondere Anmeldung teilnehmen. P. Stadttheaten Das Regenwetter beeinflußt augenscheinlich ben Theaterbesuch in ungünstiger Weise, denn in. der gestrigen Sonntagsvorstellung war das Haus in allen seinen Teilen nur schwach besetzt. Vielleicht trug auch die Wahl des Stückes schuld daran, denn Moser, dessen „Bibliothekar" gegeben wurde, übt, wie wir schon gelegentlich des „Stiftungsfestes" feftfteüten, nur noch geringe Anziehungskraft aus. Unser vieraktiger Schwank ist, wie so viele seinesgleichen zusammengewürfelt, aber ganz vergnüglich, und enthält verschiedene dankbare Aufgaben. In der Titelrolle wirkte Herr Wilhelmi namentlich durch Erscheinung und Spiel ergötzlich, sein Ton hätte noch verschüchterter sein dürfen. Den mit Größenwahn behafteten Schneider gab Herr Direktor Helm recht gut, desgleichen Herr Liebscher den polternden Onkel aus Indien. Die Charaktere der Liebenden, die am Schlüsse zu zwei Paaren vereinigt werden, (Herr Dietz sch und Frl. Schuhmann, Herr Merker und Frl. Pauli) waren richtig von einander abgetönt. Als Gouvernante durfte Frau Kruse noch schwärmerischer sein; einige ihrer Pointen, z. B. das mehrfach wiederholte „Dekorum", gelangten nicht zur vollen Geltung. Die kleineren Rollen waren durch Frl. Rux und die Herren Walter und Werner genügend besetzt. • * Kaufmännischer Verein. Eines recht zahlreichen Besuches erfreute sich das gestern Abend im hiesigen Vereinshaufe veranstaltete Konzert. Die Leistungen unserer Regimentsmusik waren vorzügliche und fanden auch den verdienten Beifall. Zur Hebung der Geselligkeit innerhalb des Vereins werden von jetzt ab jeden Sonnabend musikalische Unterhaltungsabende stattfinden; hoffentlich entschädigen die Mitglieder durch zahlreiches Erscheinen den Vorstand für die entstandenen Mühen und Kosten. * * Einbruch. In der Nacht von Samstag zum Sonntag wurde in einer Metzgerei in der Neustadt eingebrochen und die Ladenkasse mit 5.80 Mk. sowie einige Pfund Wurst gestohlen. Die Diebe wurden in der Person des Dienstknechts Kaspar Baitz aus Windhausen und des Taglöhners Peter Ortmüller von hier ermittelt-und verhaftet. Beide hatten auch in derselben Nacht in einer weiteren Metzgerei einzubrechen versucht, es gelang ihnen jedoch nicht, den Rollladen zu öffnen. Die beiden Einbrecher sind Gewohnheitsdiebe, haben beide schon mehrfache Strafen wegen Diebstahls erlitten und dürften jetzt auf eine Reihe von Jahren unschädlich gemacht sein. • * Unfall. Ein an Epilepsie leidender Handwerksbursche stürzte gestern Abend auf dem Marktplatze zusammen und mußte in die Klinik gefahren werden. • * Ein Wütender. In verflossener Nacht belästigte ein Student, nachdem er wegen einer Übertretung notiert worden war, die patrouillierenden Schutzleute fortgesetzt in einer Weise, daß er, da wiederholte Verwarnungen unbeachtet blieben, verhaftet werden mußte. Im Arresthause griff er sogar die Beamten thätlich an und beleidigte sie, zertrümmerte auch die Thüre der Zelle, sodaß er sich demnächst wegen Widerstand, Beleidigung und Sachbeschädigung zu verantworten haben wird. * * Aus dem Justizdienst. Nach einer unterm 7. Januar ds. Jahres erlassenen Bekanntmachung des Großh. Ministeriums der Justiz sind die seitherigen Bestimmungen über ben Vorbereitungsdienst und die Prüfung der Gerichtsschreiber und Gerichtsvollzieher aufgehoben und durch neue ersetzt worden, aus denen wir folgendes entnehmen: Wer Gerichtsschreiber bei einem Amtsgericht, oder Hilfsgerichtsschreiber bei einem Gericht werden will, muß 1. wenigstens zwei, (seither drei) Jahre mit Erfolg im Vorbereitungsdienste beschäftigt gewesen sein; 2. hiernächst eine Prüfung bestanden haben. Während des Vorbereitungsdienstes darf dem Aspiranten keinerlei Vergütung geleistet werden (seither war eine geringe Bezahlung zulässig). Zu dem Vorbereitungsdienste darf nur zugelaffen werden, wer 1. das 18. (seither 16.) Lebensjahr vollendet hat, 2. sich über ben erfolgreichen Besuch einer höheren Schule bes Großherzogtums Hessen fe9 von Sahegen 79 Qul den &lbtt . ausge- '"2tttaW ^erklären, rle «JWnbtje Un, Äentn Ialt" entblößt. ntt ®od)e mit SÄ tnurbe, 0* bofir aufgegeben 3 v°u SJlaniln ° »out 11. bs. 9 nid)t gelandet en» um General io Kinder haben 'hle Kassen auf n haben Petro- sen, um sie in ine gewaltsame ta. uar 1899. frn Professor tung und Mch- s Gymnasiums öre sind unent- ieressiert, kann, Mitteilen, ohne einflußt augen- Weise, denn in i Haus in allen : trug auch die , dessen „Biblio- gelegentlich des ige Anziehungs- ie so viele seines- litglich, und ent- der Titelrolle Erscheinung und cschüchtnter sim »n Schneider gab iHerr Liebscher e Charaktere der i vereinigt werden, , Herr Merker mnber abgetönt. i (djträtmcaWr sach rv'rederchvite Die kleineren Herren Walter recht zahlreichen m hiesigen Dereins- ieistungen unserer mbtn auch denvcr- ielligkeit innerhalb Sonnabend musika- entlich entschädigen Kn den Vorstand UtagiumS»«* .t einaebrochcn einige Pfund Wurst tßerio« des un unb Wj* e>‘-«nX •Ä? beiden E«bttch" ;(t auf M enber i$t belästig".^ **> chädigung i •r unten" I'^^jni- g des üb-r des^Ässihreiber der er!-t' ÄS <«5 * 'SM .3-W er d-LHö» ausweist, durch Vorlage entweder des Abgangszeugnisses einer höheren Bürgerschule mit der Durchschnittsnote „gut", oder des Zeugnisses eines Gymnasiums, eines Realgymnasiums oder einer Realschule, worin mindestens der erfolgreiche Abschluß der Untersekunda bescheinigt ift; 3. gute Sittenzeugnisse besitzt. Die Prüfung wird alljährlich im Monat Oktober von einer aus fünf Mitgliedern bestehenden Kommission in Darmstadt abgehalten. Sie ist eine schriftliche, welche nicht über drei Tage dauern soll, und eine mündliche, die mehrere Tage umfassen kann. Dre Noten, welche erteilt werden können, sind „sehr gut", „gut", „im Ganzen gut" und „genügend". Zu der Prüfung der Gerichtsvollzieher werden für die Folge nur solche Bewerber rugelassen, welche das 18. Lebensjahr vollendet haben, gute Sittenzeugnisse vorlegen können, im Besitze eines Civilver- sorgungsscheines sich befinden und einen einjährigen Vorbereitungsdienst absolviert haben. Die Anmeldung zu letzterem erfolgt bei dem Amtsgerichte, in dessen Bezirk der Aspirant seine Vorbereitung beginnen will. Auf die dermalen zum Vorbereitungsdienste zugelassenen Aspiranten finden noch die seitherigen Bestimmungen Anwendung. Mit den vorstehend erwähnten Neuerungen, insbesondere mit der Bestimmung, wonach eine bessere Schulbildung verlangt wird, (seither genügte der Besuch einer Fortbildungsschule), ist der schon längere Zeit in Justizkreisen geäußerte Wunsch erfüllt. Nachdem auch eine bessere Bezahlung des Gerichtsschreiberpersonals zu erwarten steht, erscheint die höhere Anforderung, die nur zur Hebung des Standes beitragen kann, nicht unbillig. Lr. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 66 Jahren, am 17. Januar 1833, starb zu Oberzell bei Würzburg Friedrich König, welcher im Jahre 1810 in England die Schnellpresse erfand. Durch diese epochemachende Erfindung war der entscheidende Schritt zur Massenhaftigkeit und Schnelligkeit der Produktion im Buchdruckereigewerbe und zur außerordentlichen Entwicklung des Zeitungswesens gethan, das so mächtig in die Gestaltung des öffentlichen Lebens eingegriffen hat. König wurde am 17. April 1774 in Eisleben geboren. Vermischtes. ♦ Wetzlar, 13. Januar. Für den die Gemeinden Kinzenbach, Krofdorf-Gleiberg und Vetzberg umfassenden Standes- amtsbrzirk Krofdorf und den die Gemeinden Launsbach und Wißmar umfassenden Standesamtsbezirk Launsbach ift Herr Bürgermeistereifekretär Jakob Carl zu Krofdorf widerruflich zum stellvertretenden Standesbeamten ernannt worden. G. Frouhausen, 10. Januar. Em hiesiger Einwohner hatte das Unglück, beim Herabgehen von der Treppe aus- zugleiten und fo schlimm htnzufallen, daß er sich einen Rippen- bruch zuzog und nun schwer krank danirderliegt. — Das über unseren Ort niedergegangene Unwetter hat auch hier große Verheerungen angerichtet. Nebst stark beschädigten Dächern, von denen die Ziegel herabfielen, sind auch viele Gartenzäune umgerissen woiden, viele Bäume teils entwurzelt, teils anders schwer beschädigt. * Erfurt, 13. Januar. Der orkanartige Sturm, welcher seit gestern Abend das Thüringer Land durchbraust, richtete im Gerathale großen Schaden an. Hunderte von Obstbäumen liegen an den Chausseen, und der Windbruch im Walde ist ein erheblicher. Ein Teil der noch im Bau sich befindenden Bohnschen Eisengießerei bei Erfurt wurde vom Sturm niedergerissen. Manschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. * Dresden, 13.Januar. Ein Dresdener Juwelier wurde gestern von einem Hotelfremden um einen Brillantschmuck im Werte von 10000 Mark betrogen. * Carl Stangens Sonderfahrt nach dem Orient mit dem eleganten Schnelldampfer „Bohemia", der sich bei den im vorigen Jahre ausgeführten Sonderfahrten außerordentlich gut bewährt hat und wiederum gechartert worden ist, wird am 21. Februar bestimmt angetreten. Der Reiseplan ist auf Aegypten, Palästina, Syrien, Türkei (Konstantinopel), Griechenland, Malta, Tunis und Italien gerichtet. Eine günstigere Gelegenheit, die genannten Länder ohne besondere Anstrengung, unter sorgsamer, bewährter Führung und bei bester Verpflegung zu besuchen, dürfte in nächster Zeit kaum wieder geboten werden. Es sind nur noch einige Plätze zu 1500 bis 2000 Mk. in besten Kabinen zu vergeben und empfiehlt es sich daher für Reflektanten, sich baldigst an Carl Stangen» Reise-Bureau, Berlin W., Mohrenstraße 10, zu wenden. * Zur Geschichte der Kalender. Der erste in Deutschland gedruckte Kalender hat, wie wir einem im neuesten Heft von Reklams Universum erschienenen Aufsatze entnehmen, den „Meister Johann von Gmunden" zum Verfasser, der 1406, im Alter von 36 Jahren, als Kanonikus der Stephansktrche in Wien starb. Das im Jahre 1439 gedruckte, als immerwährende Kalender gellende Werk dieses Mannes stellt sich dar als ein Holzschnitt, oder eigentlich find es zwei Holzschnitte, der eine ist auf die Vorderseite, der andere auf die Rückseite eines großen Papierblattes aufgedruckt. Der ganze Kalender besteht also nur aus diesem einzigen Blatte. Die Vorderseite zeigt die ersten sechs, die Rückseite die letzten sechs Monate des Jahres. Jeder Monat nimmt eine von oben nach unten verlaufende, also eine Längskolumne, für sich in Anspruch, an deren Kopfe sich das betreffende MonatsbUd in Medaillenform hübsch präsentiert. Jeder dieser zwölf Längs- kolumnen wird nun, abgesehen von den Bildern mit ihren Unterschriften, je nach der Länge der Monate, von 28 bis 31 seitlich von links nach rechts verlaufenden Querkolumnen durchschnitten, die hauptsächlich angeben, welcher Heilige jedem einzelnen Tag zukommt und wann die unbeweglichen Feste einfallen. Das großgedruckte A, das zuerst beim 1. Januar erscheint, ist der Sonntagsbuchstabe. Ferner sehen wir noch, ungefähr in der Milte jeder Längskolumne, die Bilder des Tierkreises, gleichfalls in Medaillonform. Vorn links stehen jedesmal die großen lateinischen Buchstaben K L mit einem Häkchen, welches die Abkürzung andeuten soll. Dies weist hin auf die Herkunft des Wortes „Kalender" oder „collen der", wie es noch im 15. Jahrhundert heißt. Der erste Tag eines jeden Monats ward bei den alter Römern „Colendae" genannt; davon stammt „Calendarium" ab, was eigentlich nur das Verzeichnis der Zinsen bedeutete, die am ersten Tage eines jeden Monats fällig waren. Lateinisch ist auch noch die Sprache dieses alten Kalenders. In der Lücke am Schluß des Monats Februar nennt sich der Verfasser. UniverMs Nachrichten. — Zürich. Durch Vermittlung des Herrn vr. Paul Hirzel hat ein ungenannter Freund die große und wertvolle Bibliothek des verstorbenen ProfifforS Jakob Bächtold dem deutschen Seminar der Untversilät Zürich geschenkt. — Dorpat. Der ordentliche Prosessor der deutschen und vergleichenden Sprackkunde an der hiesigen Universität, Wirklicher Staatsrat Dr. Leo Meyer, ist nach 33V,jährigem Dienst aus seiner Stellung entlassen worden. Ddyer wurde 1865 aus Göttingen auf den damals neubegründeten Lchrstubl berufen. Zu seinem Nachfolger ist der Pelersburger Privatdozent Kudrjuwskt ernannt worden. Kirchliche Nachrichten. Svangelische Gemeinde. Montag den 16. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandensaal der Johanneskirche. Kolosserbrief, Kap. 3, Trachten nach dem Himmlischen, Kampf wider das Böse. Pfarrer Dr. Naumann. Verkehr, Zand- und Volkswirtschaft. Sefitltzrrg, 14 Jan. Fruchtpretse. Weizen.Al6,20—16,50, gern 13,60—00,00, Gerste ^t. 15,20-15,40, Hafers 13,60-13,80, Trbsen A 00,00-00.00, Linsen A 00,00-00,00, Wicken A 00,00, Leiv A 00.00, Kartoffeln A 0,00—0,00, Samen A 00,00—00,00. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 16. Januar. Das „Kleine Journal" meldet aus Paris: Esterhazys Geständnisse bezüglich seiner Beziehungen zu Herrn v. Schwartzkoppeu gelten allgemein als ein bedeutender Schritt zur Hebung des Dreysus-Dramas. Nach dem Dementi des Generalstabes, wonach Esterhazy niemals in Diensten der Gegenspionage gestanden habe, zweifelt niemand mehr an dem Verrat Esterhazys. Letzterer ist bereits von allen seinen früheren Freunden verlassen. Die vollständige Rehabilitierung Dreyfus' ist nur noch eine Frage weniger Wochen. Marburg, 16. Januar. Am Samstag wurde in Hilchenbach, Kreis Siegen, ein Arbeiter erstochen und die Leiche ins Wasser geworfen. Zwei der That verdächtige Individuen wurden bereits verhaftet. Budapest, 16. Januar. An der von der Unabhängigkeits-Partei gestern arrangierten Protest-Kundgebung nahmen etwa 10000 Personen teil. Es wurde beschlossen, gegen den außergesetzlichen Zustand 'zu protestiren und die Abgeordneten aufzufordern, das allgemeine Wahlrecht einzuführen. Bei dem nach Schluß der Versammlung erfolgten Umzug durch die Straßen kam es wiederholt zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Eine große Anzahl Teilnehmer am Umzuge wurden verhaftet. Bruex, 16. Januar. Bergrath Scholz, Direktor der nordböhmischen Kohlenwerke, hat sich auf der Reise von Prag hierher in einem Coupe 1. Klasse erschossen. Der Selbstmord hängt mit Uebergreisen des Kohlen-Abbaues in das staatliche Kohlengebiet zusammen, wofür der Staat Ersatzansprüche an die Gesellschaft in Höhe von einer Million Gulden geltend macht. Die Angelegenheit erregt das größte Aufsehen. Brüssel, 16. Januar. Der Präsident des internationalen Syndikats Tom Mann erläßt einen Ausruf an alle belgischen Arbeiter und Arbeiterverbände, um sich mit ihnen zu verständigen und gleichzeitig mit den englischen Arbeitern ein internationales Syndikat der Hafenarbeiter zu gründen, um auf diese Weise höhere Lohnsätze und günstigere Arbeitszeiten zu erzielen. Brüssel, 16. Januar. Gestern Abend hielten die Christlich-Sozialen eine große Versammlung ab, au der über 4000 Personen teilnahmen. Priester Dhäns hielt eine Ansprache. Die Versammlung sprach sich für den Anschluß an das liberal-sozialistische Bündnis gegen die Klerikalen aus. Brüssel, 16. Januar. Die „Reform" meldet: Einem Spezial-Telegramm aus dem Kongogebiet zufolge sei eine ganze Kolonne belgischer Soldaten von den Aufständischen der Negerstämme niedergemetzelt worden. Die Aufständischen zerstörten alsdann acht Negerdörfer. Alle Hütten wurden niedergebrannt und deren Bewohner getötet. London, 16. Januar. Ein englisches Sozialistenblatt versichert, die drei Leiter der französischen, deutschen und belgischen Sozialdemokratie, Jaures, Liebknecht und Van der Velde würden im März mehrere Konferenzen in England veranstalten und Propaganda machen für eine internationale Verständigung aller Sozialisten. Meyers Konversalioiis - Le xi ko in , lauch in Umtausch gegen älter« Werke) sowie alle andern Bücher 1 s liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VIL Bekanntmachung. In dem Firmenregister des unterfertigten Amtsgerichts wurden folgende Einträge vollzogen: 1. Karl Bourgeois zu Gießm betreibt daselbst feit 1. August 1898 unter der Firma seines Namens ein kaufmännisches Geschäft mit Schreibmaterialien 2c; 2. Arthur Heß in Gießen betreibt daselbst feit 1. Januar 1899 unter der Firma „Arthur Heß" ein Rohtabak-Agentürgeschäst. 3. David Kaminka zu Gießen bdreibt daselbst unter der Firma ,D. Kaminka" ein Handelsgeschäft mit Uhren, Gold- und Silbelwaren seit 8. August 1898. 4. Ludwig Kohlermann II. Witwe zu Gießen betreibt bafe'bft feit 23. Juli 1893 unter der Firma „L. Kohlermann II. Witwe" ein kaufmännisches Geschäft. 5. Das seither unter der Firma „Jean Dern & Cie." zu Gießen bestehende Handelsgeschäft ist vom 1. Januar 1899 ab auf Oskar Gutmann daselbst übergegangen, welcher dasselbe unter unveränderter Firma weiter führt. Procura ist erteilt dem Kaufmann Georg Böhm zu Gießen. 5. Nachdem Kaufmann Albert Heichelheim zu Gießen in dar seither von Commerzienrat S. Heichelheim unter der Firma „Aron Heichelheim" daselbst betriebene Bankgeschäft als Teilhaber mit Wirkung vom 1. Januar d. I. ab eingetreten ist, führen dieselben das Geschäft in offener Handelsgesellschaft unter unveränderter Firma weiter. Gießen, am 11. Januar 1898. Großherzogliches Amtsgericht. __Neuenhagen._______________ 641 Ortsgewerbeverein. Hierdurch werden diejenigen Mitglieder, welche sich zur Sterbekaffe des Landesgewerbevereins angemeldet haben, zu einer Versammlung auf Dienstag, 17. Januar, abends 8’/2 Uhr im Kaiser« Hof eingeladen. Tagesordnung: Mitteilungen, Wahl eines Rechners und der Delegirten. [653] Der Vorstand. Holzversteigerungen in Hräflicher Höerförsterei LarBach: I. Dienstag den 24. Januar d. I., bei Freienseen 1. im Kreuzseenerbergr 900 rm Buchen-Scheiter. 300 rm -Prügel, 147 rm -Stöcke, 450 rm -Reiser- 2. aus Hoheraiu (nachmittags beim Feuer im Kreuzseenerberg ausgeboten): 40 rm Buchen- Scheiter 2. Klasse, 110 rm -Stöcke, 114 rm -Reiserprügel, Kohl- reifer flächenweise; II. Donnerstag den 26. Januar d. I., im Distrikte Hirschroth (4 Kilometer von Bahnstation Villingen entfernt): 850 rm Buchen« Scheiter, 227 rm -Prügel, 143 rm -Stöcke, 510 rm -Reiser. Zusammenkunft jedesmal vormittags 10 Uhr, am ersten Tage bei b^r Löbsacksmühle (Freienseen), am zweiten Tage in den Hirsch- röther Wiesen. Laubach, den 12. Januar 1899. 629 Gräfliche Oberförsterei. MMNlmMM Bekanntmachung. Der Bedarf an Schreibmaterialien des unterzeichneten Distrikts pro Etatsjahr 1899/1900 soll vergeben werden. Die Offerten sind unter Uebersendung von Mustern nebst Preisangabe bis längstens den 1. k Mts. auf dem Geschäftszimmer (Brandplatz 7) dahler ein» zureichen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 15. Januar 1899. Großh. Gendarmerie-Distrikt Oberheffen. Kullmann, 654 Oberstleutnant und Distrikts-Kommandeur. Wer schnell und billigst Stellung I finden will, der verlange per Postkarte die Deutsche Iakauzenpoft in Eßlingen. | Bekanntmachung. Ansprüche aus der von Johannes Gerhard II. von Steinbach auf Fl. XVI,401 der Gemarkung Steinbach am 5. März 1872 zu Gunsten des Spar- und Vorschußvereins Steinbach errichteten Hypothek sind, da die Urkunde nicht aufzufinden ift, und Hypothekargläubiger bescheinigt hat, dan er Ansprüche darau; nicht mehr bildet, binnen 6 Wochen bei unterzeichnetem Gericht bei Meldung der Löschung der Hypothek anzumelden. Gießen, 19. Januar 1899. Großh. Amtsgericht. Wiener. 640 |ln1hußi*ruuiuii, Holz-Verfteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 23. Januar 1899, vormittags 973 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Distrikt Tanne, versteigert werden: 120 Kiefernstämme mit 61,54 im, 22 Eichenftämme mit 4,21 fm, 27 Kiefern-Derbstangen m.2,98km, 3 rm Eichen-Scheitholz, 198 „ Kiefern^ „ 10 „ Eichen Knüppelholz, 9 t „ Küfern ,, 900 Wellen Elchen-Reisig, 4580 „ Kiefern „ 29 ,, Birken- „ 56 rm Nadel-Stockholz. Die Zusammenkunft ift auf der Grünbergerstraß-, 4. Schneise. Gießen, den 16. Januar 1899. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ________Gnauth._______655 Mittwoch den 18. Januar d. Jo., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'scken Saale versteigert: Sofas, Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, 1 vollständiges Bett, ein Linoleumbelag, 1 Ausziehtisch, ein Schreibtisch, 1 Regulator, eine Partie Schuhwaaren u. a. m. 648 Geißler, Gerichtsvollzieher. L. t. Beethoven. R. Wagner. liefern - Fichten- Eicken- e: -E •8 Q D S Ä S 5^ © -ö tratze 13 parterre. 0 94 Raummeter Festmeter 41 6 38 1 12 60 60 20 20 3 bis Gartenstraße 10. 646 Heller. 636 618 hiermit eingeladen. 0191 Mehrere alte Pioniere. J. Kaan jr uckt. Lndwigstratze 37, UI. 668 Wilh. Herbert. nimmt. 662 Ofen Herd Kamin 0) mit Wasser zu verdünnen, Ueberall käuflich. daher billig Im Gebrauch. 664 Emil Kalbfleisch zu verkaufen. 643 Vor Nachahmung wird gewarnt. 638 Zu erfragen in der Expedition d. Bl. 657] Ein sauberes Laufmädchen, oder von auch iunge Frau, für zwei Vormittags- 663] Guter, gebrauchter Heerd wegzugs- ftunden gesucht. Götbestr. 33 II. Stock, halber billig zu verkaufen. Nordanlage 271 Äauf-Geftlche Caprtatren Der-loreir verschiedenes (ltinpfflihiiu]en Vermietungen Stelleii-Gelnche 3ii verstauten Offene Stellen 20 25 S E o 0) 112 8 130 120 60 15 26 10 12 70 90 c o 22 6 60 600 120 35 30 200 100 auf im 2 8 4 6 6 8 *8 <9 -8 -8 •8 (9 7 15 30 fm 30 o Preisen bestens empfohlen. 633 Näheres bei der Expedition dieses Blattes unter F. 8. (h Stark Ein grauer Mantelkragen | verloren. Abzugeben Sonnenstraße 13. ff. Holffeinlsche Meiereidntter versendet in Postcolli, (Netto 9 Pfund) zu den billigsten Tagespreisen per Postnach- nahme Meldorf i./H. Q, Sager, 661] Versandhaus Holst. Meiereibutter. 0193] Eine tüchtige Waschfrau so- fort gesucht. Senkenbergftratze 7. Montag den 23. Januar, vormittags 11 Uhr, im grossen Saale des Gesellsehaftsvereins. Alle ehemaligen Pioniere werden zu einer Versammlung >eute (Dienstag) Abend 9 Uhr Darmstädter Haus Subluisjms-DerkMf bereits gefällten Dohes. Das nachstehende, im laufenden Winter gefällte Bau- und Nutzholz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden und find Gebote in verschloffenen und portofreien Schreiben mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens den 30. Januar 1899 bei der unterzeichneten Großh. Bürgermeisterei Lich einzurcichen. Später ein- gereichte Gebote bleiben unberücksichtigt. Die Eröffnung der eingelaufenen Schreiben erfolgt am folgenden Tage, d. h. am 31. Januar 1899, vormittags lOVa Uhr, auf dem Bürger- meisterei-Büreau in Lich. in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter. Die Gebote find getrennt nach Waldeigentümer, Holzart und Sortiment pro Raummeter und Festmeter einzureichen und zwar ohne jeden Vorbehalt. Die allgemeinen Verkaufsbedingungen, denen fich die Käufer stillschweigend zu unterwerfen haben, sind bei den betreffenden Waldeigentümern einzusehen oder gegen 70 Pfg. in Briefmarken bei uns zu beziehen. Das Holz wird auf Wunsch im Walde vorgezeigt nach vorheriger Anmeldung bei den unter Ord.-Nr. 1 bis 6 angeführten gleichnamigen Großherzoglichen Bürgermeistereien. Der Biberpelz. Eine Diebskomödie in 4 Akten Gerhart Hauptmann. Programm. 1. Symphonie Nr. 7, A-dur, op. 92 . . . 2. Lieder-Vor träge. 3. Siegfried-Idyll....... 4. Vorspiel und Isoldens Liebestod Isolde: Frau M. Wittich. Versteigerung. Dienstag den 17. Januar d. IS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung Neustadt 55 dahier: 70 Hühner, 1 Break, eine Partie Filzhüte, zirka 810 Meter Sammet, Atlas, Jakonett, Aermelfutter, Satin, Gardinen, Herren-Hemden, 1 Sofa, 1 Tisch, 1 Spiegel, 1 Pfeilerschränkcken, 1 Portisre mit Gardine, 1 Waschtisch, 1 Nachttisch und 1 Regulator. 656 Born, Gerichtsvollzieher. Giessener Stadttheater. Dienstag den 17. Januar 1899 r Erhöhte Preise. Zweites und letztes Gastspiel von Carl William Büller. Waldeigentümer. I Gummischuhe in besten Fabrikaten billigst bei Anzeigen nach Auswärts werden stet- zu Originalpreise« besorgt durch die Erpedition des Sießeser Anzeigt». *) 6 Buchenstämme. 2 Elsbeerstämme. Auf das unter Ord.-Nr. 1 a und b verzeichnete Gehölz kann getrennt für jeden Bezirk eingereicht worden. Lich, den 14. Januar 1899. Großherzogliche Bürgermeisterri. Großer Laden mit Wohnung, in erster Geschäftslage, zu vermieten. Gest. Reflektanten belieben ihre Adrefle unter Nr. 634 in der Expedition dieses Blattes niedezulegen. Als zweite Hypothek (Kauf- chilling) von promptem Zinszahler und auf prima Objekt 8000 Mk. gesucht. Gest. Offerten unter Nr. 550 »efördert die Exped. d Bl. Gemeinde Lich: a) Vorderwald „ „ b) Hinterwald Hungen „ Muschenheim „ Ober-Beffingen „ Langsdorf Gräfl. Laubach. Oberförsterei Arnsburg Mvser-Dkrtllluf. Beste Kapitalanlage. Mehrere neue, borzüglich gebaute, äußerst praktisch eingerichtete Wohn- und Geschäftshäuser mit Hofraum, Bleichplatz, Waschküche, Gas- und Wafferleitung, in recht guter Lage, zu den festen Preisen von 18,000, 21,000 und 21,500 Mark mit 2- bis 3000 Mk Anzahlung, Restkapital zu 4 Prozent. Rentabilität vorerst 19,600 und 23,800 Mk. zu 5 Prozent gerechnet, späterhin mehr. Anfragen unter E. 635 an die Exp. d. Bl. erbeten. Geschäfts-Verlegung. Wegen Neubau meines Hauses verlegte mein Geschäft vom 15. Januar auf weiteres nach 9 Seltersweg 9 "MI neben Herrn Metzgermeister Gustav Sack. Jakob Braun, Mehgermister. 0195] Junger raffereiner Dachshund zu kaufen gesucht. Offerten mit Preis- anqabe unter 0195 an die Expedition. R. Wagner. R. Wagner. Redaetion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Z>ie heutig- Kummer umfaßt 10 Scitcn Entlaufen am Sonntag morgen ein brauner, langhaariger Jagdhund, auf den Namen „leH" hörend. Derselbe trägt ein Halsband aus Gliedern von starkem verzinktem Draht. Den» Wiederbringer gute Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Mein reich affortiertes Lager in echten Sdjmtiitt Merck« (* Jwtrt) halte ich in Stücken von 4.20 Meter zu außerordentlich billige» txxxxxxaoaooaoooa o aiDoooouooooaui» « » xc o Familienpensionat Darmstadt g □ SaalbaastrBsse. 645 O □ Frau Elly Wagner. g o Beste Empfehlungen. Prospekte zur gell. Verfügung. q oatxxxjooocxjoooooooraioioooooocxxxjDoroao 6. Vorspiel zu Die Meistersinger von Nürnberg . VinltiillnbAUAn zum Concert für Nicbtmitglieder zu Mk. 2.50 (Sperrsitz LinirillSKaneD Mk. 3.50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst ChalUer ^Rudolphs Nacbf.), für Studirende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Zur Hauptprobe kk. *• r Schülerkarten 50 Pfg. Anfang 8 Uhr. Ende 10*, Uhr. 0188] Arbeitrcheutel vonBrsmarckpraße- Südanlage verl. Abzug. Westanl. 36, part. Verloren Freitag Mittag in der Bleich» oder Bruchstraße eine gelbe Bernstein» broche in Form eines Kleeblattes. Abzugeben gegen Belohnung Frankfurter- Concert-Verein. Viertes Concert Montag den 23. Januar 1899, abends 61/, Uhr, im grossen Saale des Gesellsehaftsvereins. Dirigent: Herr G. Trautmann, Grossh. Univ -Musikdirektor- Solistin: Frau Marie Wittich, Königl. Kammersängerin. Orchester: Die Homburger städtische Kurkapelle. Mlhligcr Hchuschukider, auf Werkstelle, findet dauernde Be- schästigung bei A. Handrich. 651] Für mein Kolonialwaren- und Delikateffengeschäft suche sofort oder auf Ostern einen Lehrling. Eberh. Metzger. 642] Antritt sofort. Resp. la. Hamburger Haus zahlt sol. Herren 120 Mark pro Monat und hobeProvision ür Zigarrenverkauf an Wirte, Private usw. Offerten unter B. 2248 an G. L. Daube & Co., Hamburg. 637] Für Platz und Umgegend wird ein fleißiger, tüchtiger Vertreter gesucht, welcher bei Wirten gut eingeführt ist. Chr. Lange, Billardfabrik, Hannover, gegr- 1850. nur mit ENAMELINE der modernen Ofen-Politur. Aaiser-Uanorama Neuen-Baue 1. Diese Woche: 514 Womantische Weise: Ober-Italien, Lago Maggiore, Como- und Lugano-Lee,Jsola-Bella, Pescatori, Sonnenauf und Untergang am Seerc. Stephanstraße 28 ist der zweite Stock, 3 Zimmer mit allem Zubehör, per 1. März zu vermieten. Näheres bei Architekt Huhn, Bleichstr. 16, oder Lokomotivführer Gernand, Wetz- steinstraße 24. ___________________652 0189] Ecke der Stein- und Dammstraße 41 ist eine schöne 5 Zirnrnerwobnung nebst Zubehör sowie Gartenanteil 1 Treppe hoch zu verrniethen. Näheres Steinstraße 30 parterre.___________________________________ 496] Schöner Laden, für jedes Ge- schäft geeignet, mit Wohnung zu verrn. Näheres in der Expedition d. Bl. Om«t-Mk1 mit dem von uns gecharterten Schnelldampfer „B 0 11 C Hl 1 <1 vom Oesterr. Lloyd, 4000 Tonnen Gehalt, 5300 Pferdekräfte. 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Stellenbureau L. Hofmann, Dammstraße 22. zur Erlernung der Bildhauerei gesucht. 'unb ein Kederwagen 659] Dienstmädchen in jeder Eigenschaft, als Köchinnen für Herrschaftshäuser, beffere Haus- und Kindermädchen, einfache Landmädchen finden durch nur streng reelle Bermittelung Stellen per Februar, März und 1. April. Stellenbureau L. Hofmann, ____________Dammstraße 22.________ Gesucht tüchtiges Mädchen, welches etwas von der Küche versteht und die Hausarbeit über- Gesucht. Eine ordentliche Lauffrau oder Lauf- mädcken gegen guten Lohn für sofort gesucht. Frau Schmidt, Bahnhofstr. 64. 647] Ein jüngeres Mädcken für leichte Hausarbeit sofort gesucht. _________C. Bender, Schulstraße 5. 649] Lauffrau oder Mädcken gesucht. _________________Seltersweg 36. 631] Auf 1. Februar ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes Mädchen ge-