«<-. 296 Gi-ftcs Blatt. Samstag dm 16. Drcember»SO« Hrschrtol lLgllL mit AuSnabmt dtS MsniagS Die Gießener Ma«ttle«k kälter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal betgeUgt. Gießener Anzeiger Aejugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pjg. mit Bringerloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 P>g vierteljährlich Annahme von Anzeigen zu dec nachmittag- für den felgtnbtn Daß erscheinenden Nummer biS vorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-Berm^tNungSstellen drS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblcrtt für den Ttreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnkflraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hesiische Volkskunde. Adreste für Depelchcn: Anzeiger Hießen. Fernlprecher Nr. 51. Vom 1. Januar 1900 ab beträgt die Postbezugsgebühr des Gießener Anzeigers ohne Bestellgeld nur noch Mk. 2,00 statt bisher Mk. 2,50. Der Bezugspreis durch die Zweigstellen und Zeitungsträger: ML 2,20 vierteljährlich, MK. 0,75 monatlich, bleibt einstweilen bestehen, desgleichen der durch die Abholeftellen in Gießen: MK. 1,90 Vierteljährlich, MK. 0,65 monatlich. Abholestellen bestehen zurzeit: Neustadt 30, M Mootz. Seltersweg 59, Rühl Wwe. Wallthorstraße 45, Kaufmann ß. Aort. Weserstraße 8 (Ecke Steinstr.), Köchlin Wwe. Ludwigsplatz 4, R- Schlabach Rachfolger. Klinikstraße 2Ä (Ecke Frankfurtersttaße), Kaufmann Lenhard. Erke Liebig- und Ebelftraße, Kaufmann Rfeiffer. Rodheimerstraße (Krofdorferstraße 2), Wirt ßh. Kaubach. Amtlicher Keil. Bekanntmachung. Vetr.: Landwirtschaftliche Vorträge. Am Sonntag dem 17. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, wird Herr Landwirtschaftslehrer Reichelt aus Alsfeld in Ettingshausen im Rathaussaal einen Vortrag über Irüyjayrsöestellung und Saatgut halten. Ich lade hierzu jedermann freundlichst ein und ersuche die Herren Bürgermeister von Ettingshausen und der umliegenden Orte um ortsübliche Bekanntmachung. Gießen, den 11. Dezember 1899. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Bekanntmachung. Nach Beschluß des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen soll der Bezug von Thomasphosphatmehl, Superphosphat und Kainit durch den landwirtschaftlichen Bezirks- Verein, jedoch ohne jegliche Garantieleistung durch den Verein, vermittelt werden. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht: 1) daß bei Bestellungen von Mitgliedern des landwirt- schastlichen Bezirksvereins, die den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transports der künstlichen Dünger per Bahn bis Gießen, Grünberg, Hungen, Lollar, Lang-Göns auf die BezirkSvereinS- kaffe übernommen werden; 2) daß Bestellungen von Landwirten, welche nicht Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht vorher noch Mitglieder des landwirtschaftlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behufe bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten; 3) daß zur Ausführung der Bestellungen rc. eine Kom- Mission gebildet werden wird; 4) daß Bestellungen bei dem Unterzeichneten bis längstens 10. Januar 1900 einzu- reichen sind; 5) daß die Zahlung des Düngers bei Empfang der Ware alsbald zu erfolgen hat. Die Vermittlung wird nur dann anSgefühtt, wenn bis zum 10. Januar Bestellungen in genügender Zahl eingelaufen sind. Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden zu veröffentlichen, Anmeldungen entgegenzunehmen und längstens bis zum 10. Januar an den Unterzeichneten einzusenden. Gießen, den 11. Dezember 1899. v. Bechtold. Bekanntmachung, In Inheiden ist die Maul- und Klauenseuche erloschen und Aufhebung der Sperrmaßregeln angeordnet worden. Gießen, den 15. Dezember 1899. Großh. Kretsamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. In Bettenhausen ist in einem Gehöfte die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 15. Dezember 1899. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. In Rödgen ist die Maul-und Klauenseuche erloschen. Aufhebung der Sperrmaßregeln ist angeordnet. Gießen, den 15. Dezember 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Nach amtlicher Feststellung ist die in zwei Gehöften hiesiger Stadt bestehende Maul- und Klauenseuche am 20. d. Mts. noch nicht abgeheilt. Mit Rücksicht hierauf darf gemäß § 64 der Instruktion des Bundesrats, Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 27. Juni 1895 der auf den 20. Dezember d. Js. in der Stadt Wetzlar anstehende Biehmarkt nicht stattfinden. Die Abhaltung dieses Marktes wird deshalb hiermit verboten. Die Herren Gemeindevorsteher des Kreises ersuche ich, die vorstehende Anordnung auf ortsübliche Weise in ihren Gemeinden sofort bekannt machen zu lassen. Wetzlar, den 11. Dezember 1899. Der Königliche Landrat. Eduard v. Hartmann über die Aufgaben Deutschlands im zwanzigsten Jahrhundert. Aus Berlin wird uns geschrieben: Ein geistreicher Kopf hat einst den Philosophen „das Gehirn" der Welt"-genannt. Dieser Ausspruch ist nicht nur geistreich, sondern auch sehr richtig. Oftmals find die kommenden Ereignisse von den Denkern ihrer Zeit vorausgesagt worden, nicht etwa weil sie ein besonderes „prophetisches Gemüt" hatten, sondern nur, weil sie eben verstanden, die Geschichte, diese uralte Lehrmeisterin des Lebens, richtig zu interpretieren. Aber in den seltensten Fällen hat man diesen Voraussetzungen Glauben geschenkt, und wenn die Ereignisse später dem Propheten recht gegeben, dann hatte man diesen längst vergessen. Ein solcher Prophet darf der einst so vielgenannte „Philosoph des Unbewußten", Eduard v. Hartmann, genannt werden. Als echter Denker hat Eduard v. Hartmann den Zusammenhang mit der Außenwelt nie ganz verloren, und einige Mal im Jahre brachte „Die Gegenwart" Auf fätze aus der Feder des Gelehrten, in welcher dieser zu den Ereignissen des Tages Stellung nimmt. — Die Ereignisse der letzten Jahre, die Entwicklung Deutschlands zu seiner heutigen Weltmachtstellung hat Eduard v. Hartmann in diesen seinen Aufsätzen bereits zu einer Zeit prophezeit, da noch niemand daran dachte. Da wir augenblicklich vor einer ereignisreichen Zeit stehen, bin ich wieder einmal nach der stillen Villa in Groß - Lichterfelde hinauspilgert, um mit dem Philo- sophen über die „Ereigniffe des Tages" zu sprechen. Die Unterhaltung ging bald auf die Verhandlungen im Reichstag über, und ich frug den Philosophen, was er über das Schicksal der Flottenvorlage denke. „Ich glaube, die Sache ist schon heute erledigt," entgegnete er, „Sie werden in den Kreisen der Intelligenz wohl überall die gleiche Antwort finden, volle Zustimmung zu der Vergrößerung unserer Flotte, und da schließ ich und endlich in allen derartigen Fragen die Intelligenz der Nation das entscheidende Wort spricht, so glaube ich, daß schon heute die Annahme der Vorlage durch den Reichstag gesichert ist." Ich machte den Einwurf, daß Deutschlands Hauptstärke doch in seiner Landmacht liege, und der Philosoph, der selbst aktiver Ossizier war, gab dies auch zu. „Aber die Situation," so erklärte er, „Hot sich in den letzten Jahren eben vollständig geändert. Der japanisch- chinesische Krieg hat den Schwerpunkt der auswärtigen Politik Rußlands von Europa nach Asien verlegt. Als wir noch in der Gefahr waren, von Frankreich und Rußland gleichzeitig angegriffen zu werden und wenig Aussicht auf eine erfolgreiche Hilfe seitens Oesterreichs und Italiens für uns vorhanden war, da war ich selbst einer der eifrigsten in der Forderung, jeden nur verfügbaren Groschen für die Landarmee zu verwenden, denn das Hemd ist uns näher als der Nock; es war damals wichtiger, erst unsere Existenz zn sichern, als an eine Marine zu denken. Seit dem japanischen Krieg hat sich die Sache vollständig geändert. Rußland hat erkannt, daß es in Asien größere Interessen hat, als in Europa, und auch in Frankreich ist die feindliche Stimmung gegen uns im raschen Schwinden begriffen. Wir sind zudem Frankreich in der Einwohnerzahl über den Kopf gewachsen und dadurch auch mit unserer Armee de« Franzosen numerisch überlegen; durch die Caprivi'sche Heeres- vorlage, welche die zweijährige Dienstzeit eingeführt hat, ist außerdem unsere Armee in einer Berfaffung, daß wir mit Ruhe den Dingen entgegensetzen können." Wenn wir eine allen anderen überlegene Armee haben, so warf ich ein, wozu brauchen wir noch eine große Flotte? Etwa zum Schutz unseres Handels? Wie kommt es dann, daß wir trotz unserer bisherigen kleinen Flotte doch die zweite Stelle im Welthandel errungen haben? Ist es bei dem heutigen System des freien Handels für alle Nationen denn nicht eigentlich eine Last, Kolonien zu erwerben und eine Kriegsflotte zu bauen? „Solange England der Beherrscher des Welthandels war," entgegnete der Philosoph, „so lange konnte es in großmütiger Weise dem Handel der fremden Staaten die offenen Thüren gewähren. Aber aus dem bescheidenen Kou- tinentalstaat Deutschland ist in wenigen Jahrzehnten eine Weltmacht geworden. Die englischen Kaufleute klage« immer mehr, daß die deutschen Waren an vielen Orten den englischen Handel verdrängen. England konnte Deutschland gutwillig dulden, so lange deffen Handelsthätigkeit sich in bescheidenen Grenzen bewegte. Heute ist Deutschland ein ebenbürtiger Konkurrent Englands auf dem Weltmarkt geworden, der England immer unangenehmer wird und dieses wird nicht Anstand nehmen, in den überseeischen Gebiete», die es durch seine starke Flotte beherrscht, den deutschen Kaufmann au die Wand zu drücken, ebenso wie es wahrscheinlich mit Vergnügen eine Gelegenheit ergreifen würde, die deutsche Flotte hinwegzusegen, um dadurch den deutschen Handel zu vernichten, der ihm immer unbequemer wird." „Die Frage des zwanzigsten Jahrhunderts wird die sein, ob es drei oder vier Weltmächte geben wird. Ob neben England, Rußland und Amerika, Deutschland seine Weltmachtstellung erhalten, oder ob es wieder verkümmern wird, wie die skandinavischen Staaten und wie Frankreich, deffen langsamer aber sieter Niedergang im Vergleich zu seinem Nachbar unverkennbar ist." „Die Frage, ob Deutschland seine Weltmachtstellung erhalten wird, hängt von der Frage ab, ob es im stände ist, eine Flotte zu schaffen, um gegebenen Falls seine überseeischen Interessen mit dieser Flotte verteidigen zu können. Die Weltmachtstellung Deutschlands ist durch seinen überseeischen Handel bedingt und für diesen überseeischen Handel ist ein Schutz durch eine starke Kriegsflotte unentbehrlich. — Der spanisch-amerikanische Krieg, der Samoa-Konfltkt und neuerdings der südafrikanische Stieg, haben Deutschland die Notwendigkeit, seine Kriegsflotte zu vergrößern, so recht ad ocuhis demonstriert und niemals sicherlich ist die Stimmung in Deutschland für eine Flottenvermehrung günstiger gewesen, als gerade im gegenwärtigen Augenblick. ES spricht für den psychologischen Scharfsinn unseres Kaisers, daß er gerade im gegenwärtigen Augenblick die Initiative zu der Flottenvorlage ergriff, wo das rücksichtslose Vorgehen Amerikas und Englands auf Samoa den Deutschen noch in frischer Erinnerung ist, und unsere Ohnmacht zur See uns in dem südafrikanischen Kriege eine Neutralität kandibaten nur noch Probst Fehr in WormS, Dekan EngelWiederaufstellung der neuen Uhr gewiß freudig begrüßt werden, da der bisherige Mangel einer Uhr im südlichen aufzwingt, obwohl unsere vollste Sympathie auf Seilen der Buren ist. Dieses Gefühl der Ohnmacht wird der deutschen. Nation ein Ansporn sein, für die Schaffung einer starken | Kriegsflotte einzutreten, deren Besitz die Frage entscheiden i muß, ob Deutschland Weltmacht bleibt oder nicht. Hoffentlich wird man auch in den binnenländischen I Provinzen und in Süddeutschland die partikularistlschen Sonderinteressen den großen nationalen Interessen des Reiches unterordnen. Stadtteile recht sehr empfunden worden ist. ** Zur Beachtung! Mutwilligerweise hat am 17. Oktober er. auf der Sinteret Chaussee der 28jährige Zimmermann Philipp G. von Mensfelden einen Stock in V , ________ , Speichen des von Fräulein Horn aus Limburg gefahrenen I bestätigen, verbleiben auf der aufgestellten Liste J)cr Bischoss- Zweirades geworfen, sodaß diese herunterstel und sich ver- I f '' T ' Emmelius. Herr Adolf Braun hat um Erlaubnis zur Legung einer Drainage von seinem Grundstück in der Lichtenau nach der städtischen Wiese am Schäferbrunnen nachgesucht. Die Erlaubnis soll unter Bedingung des Widerrufs erteilt werden, sofern Gesuchsteller sich bereit erklärt, die frag!. Wiese aus die Dauer von 6 Jahren für 12 Mk. jährlich zu pachten. Herrn Karl Puth soll die Erbauung einer in 40Mir. Entfernung vom Wieseckerweg zu errichtenden Feldscheuer ausnahmsweise unter der Bedingung erteilt werden, daß die Entfernung der Scheuer nach Ablauf von zehn Jahren angeordnet werden kann, wenn das öffentliche Interesse dies erheischt. Das Gesuch des Herrn Kommerzienrat Heyligen- staedt um Erlaubnis zur Errichtung zweier Anbauten an die Fabrikanlage in der verlängerten Liebigstraße wird be- befürworten. △ Mainz, 14. Dezember. Ein gelegentlicher Darm« städter Korrespondent des „Mainzer Journal" teilt dem letzteren mit, daß die von dem Mainzer Domkapitel der Regierung unterbreitete Liste für den bischöflichen Stuhl in Mainz nunmehr an das Domkapitel zurückgesandt worden sei. Im Anschluß hieran erklärt das „Mainzer Journal", daß ihm eine offizielle Bestätigung vorstehender Mitteilung bis jetzt noch nicht zugegangen und es auch außer stand sei, die weitere Nachricht ihres Korrespondenten zu kontrollieren, daß die Regierung die Streichung der Namen Prinz Max von Sachsen, Weihbischof Fischer er- । von Köln und Pfarrer Forschner von hier von der Liste , |V~ —— —?----- die vorgenommen habe. Im Falle sich vorstehende Mitteilungen führung der oberen Partien m Holzkonstruktton erforder- I •‘ . .. „ r,.., l cm ■ r i . r „ I « J. _ /T«. _■ a___a __.k.Hinllä nPI lirrnnTTPT starken Kälte noch nicht vornehmen. Es wird die liche Dispens wird ebenfalls befürwortet. Einem infolge Umbaus des Postamts in der Bahn- • * • •• Erledigte Stellen für Militärauwarter im Bezirk des 18. Armeekorps. Endorf (Amt Allendorf), Kreis Arnsberg, Polizeidiener beim Amt Allendorf, 800 Mk. Anfangsgehalt. — Ober-Postdirektionsbezirk Frankfurt (Main), zwei Landbriefträger , je 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Ober Postdirektionsbezirk Frankfurt (Main), zwei Briefträger und Postschaffner, 900 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Mainz, Garnison-Bauamt I, Baubote, 2,50 Mk. täglich. ** Ueber Luci Bierna, welche von München aus ver- schiedenc Gastspiele absolvierte, liegen die günstigsten Kri- titen vor, welche der Künstlerin das beste Zeugnis ausstellen. Ganz besonders gerühmt werden ihre „Eva", „Fron-Fron", „Cyprienne" und „Rautendelein". Bilder der Künstlerin sind in den Schaufenstern der Herren Challier, Frees und Noll ausgestellt. Alle drei Gastspiele finden diesmal zu mittleren Preisen statt. ** Die neue Turmuhr für die katholische Kirche ist fertig und auch bereits montiert und wird in der nächsten Zeit wieder in Betrieb gesetzt werden; die Uhr ist bereits gestern hier eingetroffen, doch kann unser Stadtuhrmacher, Herr G. Spies, die Aufstellung wegen der eingetretenen Hardt in Bensheim und der BistumSverweset Domkapitular Dr. Brück. — Der Schiffsverkehr ift seit heute vollständig eingestellt und nur noch die kleinen Trajektboote, die den Verkehr zwischen hier und Kastel vermittelte«, sieht man sich mühsam durch die Eismassen des Rheines fortarbeiten. Die hiesigen und auch der Gustavsburger Hafen sind gedrängt voller Schiffe und sind viele Schiffsführer in Verlegenheit, wo sie ihre Fahrzeuge bergen sollen. Die fliegenden Brücken und Fähren auf der Strecke zwischen Bingen und Worms haben ihren Verkehr eingestellt, ebenso ist die Trajektverbindung zwischen Rüdesheim und Bingen unterbrochen. Oberhalb der Eisenbahnbrücke hier haben sich mächtige Landlehnen festgelegt, die bereits das Zulaufen des Rheinarmes zwischen den dort gelegenen Inseln und dem jenseitigen Rheinufer verursachten. Die Nahe hat sich an ihrem Ausfluß in den Rhein bereits festgestellt. Bei bedeutendem Sinken des Barometers waren verflossene Nacht 3 Grad Kälte weniger als die vergangene Nacht, indem das Thermometer uns 10 Grad unter Null zeigte. Mainz, 14. Dezember. Krematorium. Der hiesige Verein für Feuerbestattung wird demnächst einen Antrag bei der Stadtverwaltung um Errichtung eines Krematoriums einbringen, und zwar soll dasselbe auf dem Teile eines Geländes errichtet werden, welches direkt an den christlichen Friedhof anstößt, welches aber erst von der Stadt Mainz zur Vergrößerung des Friedhofes erworben werden soll. Es würde somit das Krematorium sich wohl innerhalb des Friedhofes, aber nicht unmittelbar inmitten der Grabstätten desselben befinden. Mit der Errichtung eines Krematoriums ist auch selbstverständlich die Erbauung eines Kolumbariums beabsichtigt. Von beteiligter Seite glaubt man recht bald im Besitze der notwendigen Mittel zu fein, um mit der Errichtung der erforderlichen Bauten beginnen zu können. Amöneburg, 14. Dezember. Amöneburg ist noch das einzige Städtchen, das keine G emeind cum lag en erhebt. Die jeweilige Stadtbehörde wird niemals in die Lage versetzt werden, solche erheben zu müssen, wenn unser städtischer Haushalt in der seitherigen schön geordneten Weise weiter geführt wird. Denn die alljährlich wiederkehrevden Einnahmen der Stadtkasse sind ziemlich bedeutend Es vereinnahmt die Stadtkasse für Aecker und Wiesenpachtgelder etwa 10000 Mk., an Bauholzkaufgeldern gegen 12000 Mk. Die sonstigen Einnahmen belaufen sich auf 3000 Mk. und außerdem giebt die Sparkasse alljährlich vom Reingewinn je nach Bedarf 6 bis 10000 Mk. an die Stadtkasse ab. Die Gesamteinnahme beträgt also bis zu 35000 Mk. Im Verhältnis zum städtischen Vermögen hat die Stadt kaum nennenswerte Schulden. nF- Zig ) Kirchvers (Kreis Marburg), 12. Dezember. Hier und in einigen Nachbargemeinden sind die M afern aufgetreten. Am schlimmsten hat die Krankheit bisher wohl in unserem Dorfe gehaust, da schon mehrere Kinder derselben zum Opfer gefallen sind. Hanau, 13 Dezember. Oberst Schiel, der als Führer des deutschen Freikorps im südafrikanischen Kriege in der Schlacht bei Elandslaagte verwundet wurde, ist auch vielen Einwohnern der hiesigen Gegend bekannt, da derselbe als junger Mann vor Ableistung seiner Dienstpflicht bei den Bockenheimer Husaren als landwirtschaftlicher Volontär } auf der nahen Domäne Baiersröderhof weilte. Schon da- I mals zeigte er lebhaftes Interesse für das Ausland, indem er sehr gern mit dem in Marmöbel wohnhaften Wilhelm Riegler, der damals von seinen Irrfahrten aus Südamerika zurückgekehrt war, verkehrte, und diesen Verkehr auch nach Ableistung seiner Militärdienstpflicht wieder aufnahm. Schiel ist, waS vielleicht nicht allseits bekannt sein dürfte, ein geborener Frankfurter, Sohn eines dortigen Weinreisenden. letzte. Die Strafkammer in Limburg verurteilte den G. I am Montag zu 3 Monaten Gefängnis. *» Akademische Vorträge. In der Aula des Kollegien- I Hauses sprach am Mittwoch, den 13. b. M. Herr Privat- I dozent Dr. Kinkel über Leben und Philosophie Friedrich Nietzsches. Der Vortragende legte bar, daß brei fßenoben im Entwicklungsgänge Friedrich Nietzsches sich unterscheiden I lassen. In der ersten romantischen Periode (bis 1878) steht I Nietzsche unter dem Einflüsse Schopenhauers und Wagners. Die Willensmetaphysik und Aesthetik Schopenhauers sind sein Ausgangspunkt; in Schopenhauer sieht er das Ideal des Philosophen, wie in Wagner dasjenige des Künstlers. I Die zweite Periode (bis etwa 1882) charakterisiert sich durch eine Abwendung von den romantischen Jugendidealen (Ab- I fall von Wagner und Schopenhauer) und eine Hinneigung I zu positiven und rationalistischen Anschauungen, Bekämpfung jeder Metaphysik und aller transzendenten Ideen (feindliche Stellung zum Christentum). Die Erkenntnis stehl jetzt für Nietzsche höher als die Kunst, der Gelehrte höher als der Künstler. Das Problem der Entstehung der Moral tritt mehr und mehr in den Vordergrund. Die dritte Periode I (bis 1888) stellt sich gewissermaßen als eine Synthese der I beiden ersten bar. In ber erneuten Bevorzugung bes Trieb- I haften, Irrationalen im Menschen nähert er sich ber Ro I mantik seiner Jugenb, in ber Behanblung des Problems I ber Moral steht er ber zweiten Periobe näher. Der Ge- I banke, baß bie Einzelnen, die großen Männer — nicht bie I „viel zu vielen", bie Durchschnittsmenschen — bas Ziel ber Entwicklung ber Menschheit sinb, kehrt in veränberter Form in allen brei Perioben toieber. Wenn Nietzsche in ber ersten Periobe im Künstler, in ber zweiten im Gelehrten (Freigeist) | bas Jbeal ber Menschheit sieht, so vereinigt der „Ueber- mensch" beide, den Künstler und Gelehrten, in einer Person. Will man Nietzsche eine gerechte Würdigung zuteil werden | lassen, so muß man ihn in erster Linie als Dichter und erst I in zweiter Linie als Philosoph ansehen. Als Philosoph hat I er mehr anregend als wirklich schöpferisch gewirkt. Seine Philosophie ist voller Widersprüche und fast in keinem Punkte abschließend. Als Dichter zeichnet er sich durch seine anschauliche Gestaltungskraft, seinen Bilderreichtum, seine Gedankenfülle ebenso sehr aus wie durch die Schönheit seiner Sprache. Als Künstlerwerke sind seine Schriften von unvergänglichem Wert. — Die in großer Zahl erschienenen Zuhörer und Zuhörerinnen spendeten den fesselnden Darlegungen des Vortragenden reichen Beifall. ---- Aus dem Vogelsberg, 14. Dezember. (Eingesandt.) Im „Schottener Kreisblatt" vom 12. Dezember stand zu lesen, daß die Manöverflurentschädigungsgelder durch die Großh. Distriktseinnehmerei Ulrichstein für sieben Gemeinden | mit 4300 Mark zur Auszahlung jetzt gelangten. Wir | können konstatieren, daß dies leider nicht der Fall ist, ob- । wohl die Leute jetzt vor Weihnachten das Geld sehr gut gebrauchen könnten. Denn als Leute aus dem Kreis Lauterbach, der schon längst Anweisungen zum Erheben an die einzelnen Gemeinden hinausgegeben hat, die Entschädigungsgelber erheben wollten beim Distrikseinnehmer in Ulrichstein, schickte sie bieser Herr wieder fort mit bem Bemerken, er brächte im Januar diese Gelder selbst mit in die Orte beim Erheben der Steuern. Ist dieser Herr berechtigt, die oft armen Leute so lange warten und einen stundenlangen Weg umsonst machen zu lassen? Hätten sie teiae Manöverschäden gehabt, so hätten die Einzelnen längst ihre Frucht verkauft und dafür bas jetzt so nötige Bargelb zu Hause. O Vom höheren Vogelsberg, 13. Dezember. Seitbem hier etwas Schnee gefallen, ist auch gleichzeitig starker Frost eingetreten, mitunter bis zu 10 Grab Reaumur. Wenn auch die Straßen mit nur wenig Schnee bedeckt sind und auch an einigen Stellen, wie alljährlich um diese Zeit, mit zerkleinerten Basaltsteinen aufgefüllt sind, so wird doch der Schlittensport schon als „etwas neues für die Saison", ziemlich stark betrieben. Zu schwerem Lastfuhrwerk dagegen l muß und kann nur ber Wagen benutzt werben. ----- Vom oberen Vogelsberg, 14. Dezember. In ber Oberförsterei Grebenhain sind 20 Italiener als Holzhauer eingetreten, ba an dem Bahnbau ber Strecke Lauterbach-Grebenhain gewisse Arbeiten nicht mehr ausgeführt werben können. Diese Arbeiter leisten verhältnismäßig mehr als bie hiesigen Leute, erlauben sich bagegen auch eine bessere Kost. Genannte Italiener sollen eine Frau als Köchin im Walbe haben, welche regelmäßig das Essen her- stellt, was bei den hiesigen Holzhauern wegfällt, welche sich gewöhnlich nur mit Kaffee und Brot begnügen, denn andernfalls würde sich dies Geschäft auch nicht gut rentieren, ba I bie Löhne gering waren. Darmstadt, 14. Dezember. In ihrer letzten Sitzung I beschloß die Handelskammer Darmstadt, die zollfreie Einfuhr von Weinen zur Kognakbereitung zu befür- I warten, dagegen bie Erhöhung des Zolles auf aus- I ländischen Kognak und die Freigabe getrockneter Feigen, I Rosinen und Konnten zur Bereitung von Kognak nicht zu fürwortet. . _, 1 Herr Wilh. Schomber beabsichtigt, an der Schottstraße ein Zwillingshaus zu errichten Der wegen der Aus- sührung des oberen Stockwerks in sichtbar bleibender Holzkonstruktion erforderliche DiSpenS soll befürwortet werden. Das östliche EiShaus der Brauerei A. Dönnrngh osf soll einen Kühlraumaufbau erhalten. Der wegen Aus- Lokales und Urovinnelles. Gießen, 15. Dezember 1899. ** Geschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) Vor 21 J'bren, «m 16. Dezember 1878, starb zu Sachienbaulen der Dichter Kart Ferdinand Gutzkow, ein beständig gärender Gern, der Mn £- M’tt. 1 bct 6uilnh^tinee Ü?Ä Sd'Sp» Milde hier ? bttthi k Jj61“ M hort 9tl Bulauft# L:x»K . ’"btt 6,1,61 ®’m* «toort« R Wohl MeMb der *? ht AadMn migmes Krematoriums u»g« Kolumbarium» e.9™ Dan recht bald ru lein, um mit der _ beglnuen zu können, lmöneburg ist noch das kindeumlagen erhebt, liemals in die Lage Der« :n- wenn unser fiädtischen geordneten ®ei[e weiter id) tv/ederkehreoden Ein« ich bedeutend tzr w t und Diesenyachtgeider ttldern gegen 12000 Mk. ögen hat die Siadt kaum nF- Ztg.) 12. Dezember. Hier und die Masern ausgetteten. t bisher wohl in unserem re Kinder derselben zum Herst Schiel, der als a sLdchikaniichen Kriege rnrvundet wurde, ist auch egend bekannt, da derselbe ag seiner Dienstpflicht bei lndwirtschaftlicher Volontär Jerhof weilte. Schon da- e für das Ausland, indem iöM wohnhaften Mhel« ^fahrten aus Südamerika ! diesen Verkehr auch nach ht wieder ausnahm. Schm > -könnt sein«e. «Np dortigen Mrerdnetrn brr 1899. E &$££ «na,t-b“Ä «■>*"• 12 Ulf. lie gtbauuug einf' lW,uet '"5 , btt sch°"° VX %et *ftÄ *S>. * «KÄ« Hofstraße für zweckmäßig erachteten GeländeauStausch stimmt die Versammlung zu, desgl. dem Austausch von Gelände am Kockerbeck'schen Neubau an der Ecke Sonnenstraße und Schulstraße. Herrn Realgymnasiallehrer Dr. Pitz soll das zwischen feinem Gelände nach Anlage der vom Schiffenberger Weg nach dem Ludwigsplatz geplanten Straße (Parallelstraße zur Gartenstraße) noch verbleibende städtische Gelände überlassen werden. Der Kaufpreis wird auf 10 Mk. pr. lllMlr. für das nach dem Schiffenberger Weg zu gelegene Gelände, auf 8 Mk. für da« in der Richtung nach dem LuwigSplatz zu gelegene Gelände festgesetzt. Die Lieferung der Bordsteine für die Trottoiranlagen in der Stefanstraße wird an die Unternehmer Müller in Allertshausen und Preußisch-Hessisches Basaltwerk in Wiesbaden übertragen. Die Forderung des ersteren für 270 lfd. Mtr. betrug 1227 Mk., des letzteren 1247 Mk. Mit Rücksicht auf die möglichst ungehinderte Lieferung werden dem ersteren 70, dem letzteren 200 lfd. Mtr. übertragen. Für die Ueberwölbung deS Klingelbachs sind 44000 Mk. in das Budget eingestellt, wozu noch etwa 12000 Mk. für Geländeerwerbung kommen. ES wird beschlossen, die Ueberwölbungsarbeiten der Firma Dycker- hoff in Biebrich, welche auch die beiden Wieseckbrücken (Moltke- und Goelheftraße) ausführte, zu übertragen. Die vor einigen Jahren für die beim Versenken von Leichen beschäftigten Friedhofsarbeiter angeschafften schwarzen Kleider mußten im Laufe dieses Jahres durch neue ersetzt werden. Die Lieferung wurde aus der Hand vergeben, die Kosten im Betrage von 108 Mk. werden be willigt. Auf die zufolge gemeinschaftlicherSub Mission ausgeschriebenen Nutzhölzer aus dem Stadtwalde für 1900/1901, wobei etwa 250 Festm. Eichenschnittholz und Bauholz, 150 Festm. Schwellenholz, 40 Festm. Buchenschnittholz und 1000 Festm. Kieserngrubenholz anfallen, wurden folgende Höchstgebote erzielt: Eichenschnitt- und Bauholz 42.05 Mk., Eichen-Schwellenholz 31 Mk., Buchenschuittholz 18 Mk., Kieserngrubenholz 12.52 Mk. per Festmeier. Den Angeboten soll, mit Ausnahme des Eichengrubenholzes, auf welches unbefriedigende Gebote abgegeben wurden, der Zuschlag erteilt werden. Ein in der Nähe der Wannschneise gelegener Steinbruch von 10943 Quadratmeter soll aus die Dauer von 6 Jahren zu 637 Mk. an Herrn Johs. Nickel verpachtet werden; ferner der Rest eines von letzterem aufgegebenen Steinbruchs zum Preise von 200 Mk. an Herrn Philipp Pfeffer in Annerod. Herrn L. Hahn III. in Steinbach soll weiter die Entnahme von Sand aus einem Hügel an der 5. Schneise gestattet werden. Zu Punkt 17 der Tagesordnung: Die Entleerung und Abfuhr der Senkgruben betr., berichtete Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß die Vereinigung der dieses Geschäft bisher besorgenden Landwirte den Preis von 1 Mk. 70 Pfg. auf 3 Mk per Faß erhöht habe. Es habe dieser Aufschlag in den Kreisen der Hausbesitzer und Mieter, welch' letztere wohl die Mehrkosten mittragen müßten, Beunruhigung erzeugt. Sowohl durch eine Eingabe verschie dener Hausbesitzer wie nach Aeußerungen von Mitgliedern der Stadtverordneten Versammlung sei die Bürgermeisterei in der Annahme bestärkt worden, daß der Zeitpunkt zur Wahrung der Interessen der Beteiligten gekommen sei. Die Eingabe einer Anzahl Bewohner des Selterswegs gipfelt in dem Ersuchen, daß die Stadt bis zur Fertigstellung der Kanalisation die Sache in die Hand nehmen möge. Heber Dov Weilinackic» werben dir gciamicn Vorräte Louis Bourgeois im Hause Brandgasse 3, Louis Feldhaus im Hause Wallkhorstraße 6, Heinrich Aff im Hause Wolfstraße 21, Ludwig Kratzer zu Friedrichs« dorf im Hause Dammstraße 39, Wilhelm Ullrich i« Hause Schloßgasse 7, Wilhelm Stumpf im Hause Bergstraße 22, Skalitzky im Hause Westanlage 39 und Friedrich Faatz im Hause Riegelpfad 38. Dagegen verneint bezüglich der Gesuche von Heinrich Prieß um Erlaubnis zum Ausschank von Branntwein in seiner Wirtschaft Ebelstraße 2, Balthaser Melior um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb mit Brannlweinausschank im Hause Marburgerstraße 29, Joh. Häuser zu Klein-Linden im Hause Liebigstraße 64, Georg Jörger zu Darmstadt im Hause Neustadt 14, Georg Stiehl im Hause Krosdorser- straße 13, Joseph Seeler im Hause Ludwigstraße 9 und Valentin, Rodheimerstraße 38. Das Gesuch deS Christoph Arnold um Erlaubnis zum Wirtschastsbetrieb im Hause Stephanstraße 42 wurde abgelehnt, dagegen, wenn ein Spezereigeschäft damit verbunden, der Brannt- weinverkauf über die Straße gestattet. Bezüglich des Gesuches des Heinrich Nau zu Gießen im Hause Sternstraße 76 wird, da dasselbe noch nicht fertrggestellt, dre Beschlußfassung ausgesetzt. die Behandlung der Angelegenheit in der landwirtschaftlichen i Kommission wurde mitgcteilt, daß sowohl die Möglichkeit I einer weiteren Steigerung der Forderungen seitens der betreffenden Landwirte ins Auge zu fassen ser, wie dre Aussichtslosigkeit, ein Konkurrenzunternehmen ins Leben zu rufen, weil ein solches doch nur mit einem Bestehen von wenigen Jahren (bis zur Fertigstellung der Kanalisation) rechnen könne. Die Kommission erachtete es aber im Falle einer Verständigung für nötig, daß nicht nur der Preis entsprechend reduziert werde, sondern daß auch dre Bedingung zu stellen sei, daß der Preis vor Ablauf von 5 Jahren nicht erhöht werde. Weiter werde man, sich darüber klar machen müssen,»ob die Stadt selbst die Abfuhr I übernehmen könne. Man habe in der Kommission die I Schwierigkeit eines solchen Schrittes nicht unterschätzt. In I sanitärer' Hinsicht würde indes der in städtischer Regie befindliche Betrieb den Anforderungen besser entsprechen, auch die notwendige Anschaffung von Geräten würde sich in etwa 5 Jahren abschreiben lassen; auch werde die Stadt in eigener Regie rationeller arbeiten können. Die Stadt werde die Abfuhr zumSatzevon2Mk.ausführen können; besondereSchwierigkeiten bereite die Unterbringung des Grubeninhalts, bei Anlage besonderer Ablageplätze, Abgabe an größere Oekonomien, Verwendung bei der Kompostbereitung usw. jedenfalls nicht. Aus diesen und anderen Erwägungen hat die Landwirtschaftliche Kommission beantragt, daß die Abfuhr und Entleerung der Senkgruben in Regie der Stadt zu übernehmen sei, falls die seitherigen Unternehmer sich nicht solidarisch für gebunden er- I achten, rückwirkend bis 1. Dezember d. I., für die nächsten fünf Jahre die Abfuhr für 2 Mk. pro Faß zu übernehmen. In einer Konferenz der Unternehmer mit dem Oberbürgermeister haben erstere unter Betonung sonstiger widriger Umstände besonders Klage über häufige Bestrafungen in Fällen geführt, in denen nach Ansicht her Polizei die Wegschaffung und Unterbringung des Grubeninhalts zu Unzuträglichkeiten geführt. Dem wurde auf Grund angestellter Erhebungen entgegengehalten, daß im laufenden Jahre nur viermal Anzeige erstattet wurde in Fällen, in denen die Polizei zum Einschreiten berechtigt war. Herr Oberbürgermeister Gnauth brachte weiter eine längere Eingabe der Herren Oekonomen Georg Simon und Fr. Co st zur Kenntnis der Versammlung, worin einesteils die Erhöhung der Abfuhrkosten als gerechtfertigt hingestellt, andernteils die Anlage besonderer Abladeplätze angeregt wird, in welch letzterem Falle man sich unter Umständen zu einem Satze von 2 Mk. verstehen könne. Die weiter in der Eingabe zum Ausdruck gebrachten Zweifel, ob die Stadt das Recht habe, das Abfuhrgeschäft in eigene Regie zu übernehmen, wurde durch Herrn Oberbürgermeister Gnauth widerlegt mit der Mitteilung, daß die Stadt ein diesbezügliches Ortsstatut zu erlassen wohl berechtigt sei. Nach stattgehabter Diskussion, an welcher sich die Herren Löb er, Gnauth, Schwall, Hanau, Krumm, Petri und Dr. Gaffky beteiligten, wurde der Antrag der Landwirtschaftlichen Kommission zum Beschluß erhoben. Herr Beigeordneter Wolfs gab sodann der Versammlung Kenntnis von der Rechnung der Armenkasse pro 1898/99, des Voranschlags derselben pro 1899/1900, der Rechnung der Plockischen Stiftung pro 1898/99 und des Voranschlags derselben pro 1899/1900. Die Bedürfnisfrage zum Wirtschaftsbetrieb wurde bejaht bezüglich der Gesuche von Ferdinand Schott im Hause Wolkengaffe 27, Philipp Bauer im Hause Bahnhofstraße 57, Ludwig Löb im Hause Neuenweg 62, Heinrich Schäfer im Hause Nordanlage 1, waren, Bettwäsche. Kolter, Tilchnicher, Servietten, Schürzen, Taschentücher, Damen Wüsche, Unter- röcfc mit ganz bedcutenver Pret-ermLftlgung verlaust. — Anfertigung von eleganter Herren-Garderobe nach Matz in eigener Werlstätte unter Garantie su> hifcUaicii £iy m Herren-Anzügen, Neberziehern, Joppen, Hosen. Westen. 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Neidlinger, in der Bahnhofstraße 4 kann man sich durch den Augenschein von der Wahrheit des eben Gesagten überzeugen. Die verschiedenen Arten der Original Singer FamUien-Näh- maschinen, die hier zur Ansicht ausgestellt sind, lassen die Vorzüge der Erzeugnisse der Singer Compagnie ins glänzendste Licht treten. 50tC dort auSgelegten prächtigen Kunststickereien wessen den Besucher aus die neue Eigenschaft ihrer Familien Nähmaschinen hin, die fie den Damen noch lieber und werter macht, denn zuvor. Wir haben auf diese moderne Kunststickerei bereits mehrfach hinzuweisen Gelegenheit gehabt, stehen aber nicht an, auch heute zu wiederholen, daß diese Neuerung, zu der sie durch einige kleine von jedermann vorzunehmende Aenderungen, ohne jegliche besondere Maschinerie, gebracht wird, der Original Singer Familien-Nähmaschine einen um so größeren Wert verleiht. Seitdem das Städtische Technikum Limbach im Königreich Sachsen in städtischen Besitz und in städtische Verwaltung übergegangen ist, hat es einen merklichen Aufschwung genommen Durch glückliche Auswahl tüchtiger L- Hrkräfte, durch Aufwendung ansehnlicher Geldmittel und auch dadurch, daß nach den Grundsätzen der Staatslehranstalten der Unterricht erteilt wird, hat sich das Städtische Technikum Limbach in Sachsen zu einer nach jeder Richtung hin empfehlenswerten Schule entwickelt. In allen Lehrabteilungen, in Hoch- und Tiefbau, im Maschinenbau sowohl, wie auch in der elektrotechnischen Abteilung hat sich im letzten Semester die Schülerzahl vermehrt, die Gesamtschülerzahl nahezu verdoppelt. Wenn der Aufschwung auch in dem nächsten Semester anhalten sollte, werden die für lange Zeit berechneten, in stattlichen Rohbaugebäuden befindlichen, mit Centraiheizung und Gas- glühlicht ver'ehenen Schulräume nicht mehr ausreichen und neue Schul- anlagen erbaut werden müssen Der Uebergang bte Technikums in städtische Verwaltung wird für Schule und Schüler Lvn segensreicher Wirkung sein. Alice-Schule. Sonntag deu 17. und Montag den 18. Dezember findet die Wkihnchts-Ausstklluiig m SWerjuueu-Arbeitell statt. Geöffnet von 10 bis 1 Uhr und 2 bis 4 Uhr. 8656 Der Vorstand. ^önntagsverein für Mädchen. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saal der Kleiuriuderschule. Die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und gehen. Um 4 Uhr fi b t gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Erzählung. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden Wir laden zur Teilnahme freundlichst ein. Der Vorstand des Sonntagsvereins: 8108 Dr. Naumann, Pfarrer Kleinkinder-Bewahranftalt. Schon am nächsten Sonntag, dem 17. Dezember, soll die Chriftbescheruug unser» r Anstalt gehalten werden. Nachmittags 8 Uhr findet zunächst in der Johauueskirche bei brennenden Chriftbävrnen eine kirchliche F-ier statt, die zugleich als Gemeindegottesdienst gehalten wird. Nach Schluß desselben werden in der Kleiukiuderschule, auch im Lichte de» Chriftbaumes, dm Kindem ihre Gaben beschert werden. Zu der kirchlichen Feier in der Johanneskirche laden wir die ganze Gemeinde freundlichst 'in. Zu der Bescherung in der Anstalt s lbst können wir, außer den Angehörigen der Kinder, wegen des beschränkten Raumes leider niemand einladen. Alle, die uns für die ChristbScherung unserer Anstalt noch Gaben zui> dacht haben, bitten wir, dieselben bis Ende dieser Woche an eine der Vorstandsdamen gelangen zu laff n. Gießen, den 11. Dezember 1899. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann. 8617 D 04487 O B Versicherung- gegen Einbruch-Diebstahl empfiehlt die Frankfurter Transport-, Unfall-, und Glas- Versicherungs-Aktien-Gesellschaft. Prospekte und jede Auskunft durch die Generalagentur Giessen Adolf Bieler, Westanlage 62. 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Oktober 1899 — S. 25 ff. der Gesetzsammlung für das Fürstentum Reuß Arlterer Linie — die Müudelmäßigkeit verliehen worden. Greiz, den 6. Dezember 1899. 8668» Mitteldeutsche AodenKredit-Anstatt. Sonnenstrasse 25. J. H. Fuhr Sonnenstrasse 25. «kld ’ ©lief •