Nur für kurze MV 493 : Kinder- ' 30, 50, 70, 80, !80 biS 300 Pf' ! Damen- ), 90, 100, 120 'U fe,/l Woüe, ! meliert 90 und 100 Pf. Strümpfe. odarbeit. der Han- to,e n &•* I« 40,28, 50, i Gießen rtiokal ceszeitm ibergerstraße 47 uiidnippt gut im Lm;e Zeit. 4 Herren. tzartigm Erfot- ^*1«*™*$ «tym*L!L- D-M Ide&t'0, Fulda irburg - November 7947 1899 Donnerstag den !6 November ❖ He An>«i,rl. v«cu«ttta»irßeüen fees Jiu nn6 Ku3k «* Bthroni Änjdgtn tot fee» Gießener Anzri-ic BtMlbn, Vtyefcitten und Druckerei: Xetür«!« A». 7. Haiti <*»e Unzeiten »u bet fik ^^ceMea Xeg erscheinrnden -turumrr "*A »stw. 16 * Vom Kriegsschauplatz, i. Der neue Aeldzugsplao. Der „Spektator" erklärt die Entsetzung Ladysmiths für die wichtigste Ausgabe des Krieges. Kimberley und Maseking können, sagt er, dem Schicksale des Kriegs über- laffen werden, Ladysmith aber muß entsetzt werden, ehe irgend etwas anderes unternommen wird. Es giebt zwei Wege, das zu thun. Wir können eine neue Armee in Eastcourt (das indessen bereits geräumt worden) bilden und wen» wir, sagen wir 15000—20000 Mann und reichliche Kferefle für Depeschen: Fernsprecher Nr st. Nr. 270 Kweitcs Blatt oirrlkijährlich 2 Mart 20 monatlich 75 mit Bringerkotz« Bei Postbezug 2 Mark 50 Pstz virrleltShrUch Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amt— und Anzeigebltttt für den Arris Metzen gekommen sein werden. , , Hamburg, 14. November. Wie dem „Hamburger Korrespondent" aus Port Elisabeth gemeldet wird, beschlagnahmt das dortige Steueramt alle Kauf- mannsguter, die für Kaufleute in Transvaal und Oranje-Freistaat in den südafrikanischen Häfen von englischen Schiffen gelandet werden, als Knegs- Paris, 14. November. Der frühere Unterstaatssekretär Etienne, dem Lord Salisbury in seiner Guildhallrede die Ehre einer Erwiderung erwiesen hat, fährt fort, gegen England zu Hetzen. „Es ist", sagte er gestern einem „Libers- Mitarbeiter, „eine Lebensfrage für unfern Einfluß m Afrika, jeden Erfolg Englands, jede Vergrößerung zu verhindern". Marquis Castellane schlägt im „Gaulois" ernstlich vor, jetzt, da die englische Flotte in entfernten Gewässern verwendet und England von Truppten entblößt sei, rasch 20 000 Mann an die englische Küste zu werfen und London zu besetzen; es werde ein militärischer Spaziergang sein und England auf lange hinaus unschädlich machen......(ejielje auch „Neueste Meldungen" und Drittes Blatt. Vorräte dort haben, auf Ladysmith zu dessen Entsätze marschieren, und, durch ein gleichzeitiges Vorgehen der Garnison von Ladysmith, die Buren zwischen zwei Feuer nehmen Der andere Plan ist, eine Armee von 50 000 Mann an der Grenze des Oranjesrei- staates zu konzentrieren, sagen wir bei de Aar, und auf Bloemfontein zu marschieren; das wird die Freistaatburen, wenn nicht das Hauptkorps der Transvaalburen, zwingen, sofort von Ladysmith herbeizueilen, um die Invasion zu verhindern. Unter den gegenwärtigen Umstanden ist der beste Plan, den gewöhnlichen Regeln der Strategie nicht zu gehorchen und direkt zum Entsätze von Ladysmith von East- court aus zu eilen. Der Zweck dieses Krieges ist sowohl vom militärischen wie politischen Standpunkte die Zerstörung der Kampfmacht der Buren. Wir wollen deren militärische Maschinerie demontieren und für immer außer Thätiqkeit setzen. Wenn uns dies gelingt, haben wir das ^spiel gewonnen und werden von aller Angst befreit, den Freistaat und das Transvaal hinauf und hinabrennen zu müsfen, um überall unabhängigen Burenkommandos zu begegnen und einen Guerillakrieg im großen führen zu müssen. Aber es liegt auf der Hand, daß, wenn wir Ladysmith indirekt entsetzen und die Buren, oder deren Hauptmacht sich von der Belagerung Ladvsmith zurückziehen und nur ein Truppenkorps zurücklassen, staxk genug, unsere Truppen zu beschäftigen und deren Vormarsch durch die Pässe aufzuhalten, der Guerillakrieg begonnen haben wird. Der Krieg wird als Guerillakrieg in Natal fortgesetzt und ein großer neuer Guerillakrieg organisiert und eröffnet werden, sobald wir versuchen, über den Oranjefluß vorzurücken. Avancieren , wir indessen von Eastcourt ab, so werden die Buren schwerlich der Versuchung widerstehen, sich in einen großen allgemeinen Kampf einzulassen, d. h. gerade das zu thun, was wir wünschen." So der „Spektator". In militärischen Kreisen fürchtet man immer noch, daß General White nicht wird aushalten können, bis das nötige Ersatzheer in Durban vereinigt und marschsertig ist. Der militärische Kritiker des „Globe" weist bereits darauf hin, daß die von den Kriegsschiffen nach Ladysmith gesandten Geschütze schweigen, sei es, weil sie noch nicht erfolgreich in Position gebracht werden konnten, oder aus dem leichtverständlichen Grunde, daß der kommandierende General I seine Munition zu sparen sucht. Eines der verdächtigsten Zeichen in der Haltung der I Buren ist, daß dieselben die Brücke über den Tugela- fluß bei Colenso nicht zerstört haben. Sie erklären, I ihre Absicht, Ladysmith zu nehmen und dann auf die Haupt- I stadt Natals zu marschieren und die Erhaltung der Bulwer- brücke beweist, daß sie ihres Erfolges sehr sicher sind. Nach I später eingetroffenen Berichten von weißen Augenzeugen der I Kämpfe vom zweiten und dritten aber schweigen die bnti- I schen Kanonen einfach, weil sie von der schweren I Burenartillerie zum Schweigen gebracht worden. Die Stadt Ladysmith ist thatsächlich von Garnison und I Bewohnern geräumt; die erstere hat sich in ihrem Lager südlich der Stadt verschanzt, die Bürger- I schäft unter dem Schutz der Burenkanonen in ein improvisiertes Lager am Fuße des Jsimbulwana begeben. Die „Times" melden heute aus Durban, vom 6. November, daß die Meldungen von Eingeborenen über britische Er- I folge übertrieben seien. „Reuter" indes versendet auch heute wieder eine Depesche, gleichfalls aus Durban, I welche behauptet, die Berichte der Eingeborenen würden „durch andere Quellen" bestätigt ... die Zahl der Verwundeten und Getöteten war schrecklich ... die Buren heulten um Gnade, das Schlachtfeld war mit Leichen be- I deckt, Ladysmith ist voller Gefangener und Verwundeter... Morgen wird uns derselbe „Reuter" voraussichtlich das I gerade Gegenteil bringen. * Loudon, 14. November* Nach einer Meldung aus Prätoria treffen die auswärtigen Konsuln allwöchentlich beim italienischen Geschäftsträger zusammen, um die An- aelegenheit betreffs die Interessen der verschiedenen Nationali- I täten zu beraten. Die Gefangenen auf dem Rennplatz I werden streng bewacht. — Bei Mafeking stehen I 7000 Buren. , Loudon, 14. November. Der Burenfuhrer Nathan I Marks wurde inLadysmith als Spion verhaftet. Präfident Krüger hat gedroht, sämtliche gefangenen englischen Offiziere erschießen p lassen, wenn Marks hingerichtet werden sollte. Loudon, 14. November. Hiesige Blätter wollen wiffen. Ausland. Wien, 14. November. Die Gerüchte, daß in Czernowitz 300 Priester rumänischer Nationalität wegen Teilnahme an einer Priester-Versammlung in eine Dis- ziplinar-Untersuchung gezogen sind, sind unbegründet. Nur wenige Urheber der Demonstration wurden zur Verantwortung gezogen. Triest, 14. November. Auf dem Lloyddampfer Berenice, welcher sich an den Kap Verdi-Inseln befindet, ist nn weiterer Pestfall konstatiert worden. Paris, 14. November. Die Regierung veröffentlicht eine offiziöse Note, welche ihr aus Rußland zugegangen ist und in welcher erklärt wird, daß die Einigkeit zwischen Rußland und Frankreich niemals eine vollständigere gewesen sei als jetzt und zwar in allen poetischen Fragen. Diese Meldung ist eine Antwort aus die heftigen Angriffe, welche während der letzten Zeit gegen den Minister des Aeußern Delcassö gerichtet worden sind. Paris, 14. November. Der „Matiu" versichert, er wiffe aus authentischer Quelle, daß die Summe von 1800000 Franks in der Zelle eines Paters gefunden wurden und daß dieser Pater General-Assistent des Ordens der Augustiner ist. ~ Paris, 14. November. Die Kammer ist zur Eröffnung lebhaft gefüllt und in allen Teilen des Hauses stark besetzt. Präsident Decbanel verliest die vorliegenden Interpellationen. Ministerpräsident Waldeck-Rousseau ersucht diejenigen Anträge zu vereinigen, welche ine allgemeine Politik sowie die Armee und den Klerikalismus betreffen. Die Kammer beschließt die sofortige Diskussion. Die Rechte veranlaßt eine lärmende Szene, weil der Präsident es ab* lehnt, einen Brief Doroulöde's zu verlesen. Schließlich gelangte ein Abgeordneter der Rechten zum Wort, um die allgemeine Politik der Regierung zu kritisieren. Nach Erledigung des Zwischenfalls Döroulöde beschloß die Kammer, dem Vorschlag der Regierung gemäß sämtliche Interpellationen in eine einzige über die Politik der Regierung zu vereinigen. Die verschiedenen Redner griffen me Regierung aufs schärfste an; besonders die Redner der Rechten zeich- tiefen sich durch ihre Hefligkeit aus; sie befchuldtgten Wal- deck-Rouffeau und Gallifet, die Mitfchuldigen der Sozialtsteu zu fein, welche heute der Kammer eme Revanche lieferten. Mehrere Redner sind in ihren Worten so maßlos, daß sie Deutscher Reichstag. 100. Sitzung vom 14. November. 2 Uhr. I Hu Ehren des hundertsten Sitzungstages der Session prangen auf I feint Prüsidialtische drei Blumensträuße. — Das Haus ist ziemlich I gilt @rQf Ballestrem eröffnete die Sitzung. Er begrüßt I die Anwesenden herzlichst unter Hinweis auf jenen Blumenflor und I dessen Veranlassung. | Aus der Tagesordnung stehen Petitionen. Alsdann I folgen einige geschästlicheMitteilungen. Das Andenken der v-rstorbenen Mitglieder Spies und G a n d e r wird m der üblichen »eise, durch Erheben von den Sitzen geehrt. K I Hine Reihe von Petitionen betr. AbänderungderGe- I werbeordnung wurden der Regierung als Material überwiesen; I desgleichen die Petitionen betr. Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes. Eine Petition aus München! betr. Reform des Jrrenwesens und des Entmündigungsverfahrens wird 1 durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Eine Petition um I Erlaß eines Reichswo h n un g s g e s e tz e s soll nach dem An- I trage der Kommission durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt werden. Hierüber entspinnt sich eine längere Debatte, an der sich die I Abgg Stockmann als Referent, Hasse (natl.) und Schrader I (srs. Vg) beteiligen. . Letzterer führt aus, hier handle es sich nicht nur um eme Frage I fees Wohnungswesens, der Wohnungsnot, sondern um eine Frage der I Rot überhaupt. Sehr vieles könnten auf diesem Gebiete die Arbeitgeber I thu». Hr empfehle, durch Resolution den Reichskanzler um Einsetzung I einer Kommission behufs Anstellung von Erhebungen zu ersuchen. Abg. Hitze (Centr.) schließt sich dem Kommissionsbeschluffe an. I Ion Reichswegen könnten Gelder für Wohnungszwecke nicht flüssig ge- I macht werden; das sei Landessache, und er hoffe, daß der Finanz- I Minister dafür zu haben sein werde. 3 I Abg. Schmid t-Frankfurt (Soz.) befürwortet ein Reichswohnungs- I gesetz. Einzelstaaten und Kommunen seien zu der Lösung dieser Frage I nicht genügend befähigt. Er erklärt schließlich seine Zustimmung zu I dem Anträge Schrader. - ,. r , «bg. Franken (natl.l empfiehlt den Antrag Haffe, die Sache i für heute abzuletzen. r „ | Abg. Stoecker spricht sich gleichfalls für Uebergang zur Tagesordnung aus. Es müsse irgend etwas geschehen, und zwar nicht nur m großen Städten, sondern auch in der Provinz seren dre Zustande zu Wimm, um die Sache auf die lange Bank zu schieben. Er stimme sowohl für den Antrag Hasse, wie für den Antrag Schrader. Abg. Wurm ist für ein Reichsgesetz. Er unterstütze den Antrag Schrader, die Sache einer Kommission zu übertragen. Geh. Ober-Reg.-Rat Gruner sagt, es sei schwer, die Wohnungsfrage von Reichswegen zu lösen. Es sei nicht möglich, polizeiliche Vorschriften Über diese Frage zu erlaffm, ohne gleichzeitig dre erforderlichen I Mittel zur Beschaffung von Wohnungen bereit zu stellen. Abg. Fischbeck (fr. Vp.) stimmte der Einsetzung einer gemischten Kommission zur Vornahme von Erhebungen behufs späteren Erlasses eines Reichsgesetzes bei. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Schrader wird gegen die Stimmen der Konservativen angenommen; dre Petitionen werden demnach dem Reichskanzler überwiesen, welcher eine Kommission berufen muß, an der auch sich Mitglieder des Reichstages zu beteiligen haben, um Erhebungen über die Wohnungsstage vorzunehmen. Hierauf folgt eine Petition des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke um Erlaß eines Trunksuchts- gcsetzes. Die Kommission beantragt Ueberweisung teils als Material, ells zur Berücksichtigung. ,, ,, «kg. Beckh -Coburg befürchtet, daß em Trunksuchtsgesetz doch nur ein Klassengesetz gegen die unteren Stände sein würde. Er empfiehlt Uebergang zur Tagesordnung. . Abg. Stephan (Centr.) empfiehlt dagegen dringend den Antrag der Soz. D. erwartet von solchem Gesetz mehr Nachteile als Nutzen. Man solle vielmehr auf Abhilfe der sozialen Not hinwirken, auf Schutz gegen die Ausbeutung der Arbeiter, bann roerbe bie Trunksucht von selbst abnehmen. Mit Polizeigesetzen sei nichts zu erreichen. Auch bie Biersteuer solle man abschaffen, damit weniger Schnaps ge- ^"^Abg° Quentin (n.-l.) ist für den Antrag der Kommission. Er erkennt an, daß die Trunksucht durch schlechte soziale Verhalttiiffe gesteigert werde, doch würden oft Lohnerhöhungen m geistigen Getränken angelegt. Es handle sich hier um eine der dringendsten Ausgaben der ^Nach ^weiteren Bemerkungen wird der Kommissions-Antrag ange- Verschiedene Petitionen betr. Einführung eines Zolles auf gärtnerische Produkte beantragt die Kommission als Material zu überweisen. Das Haus beschließt demgemäß. Es werden dann noch einige Petitionen erledigt. Eine Petition über Abänderung des Vertrages über die Ausführung eines militärischen Kasinogebäudes in Straßburg, wird an die Budgetkommission verwiesen. Es folgen Wahlprüfungen: Die Wahl von Smalaktzs wird für gültig erklärt, die Wahl von KardorffS beanstandet. Morgen 1 Uhr: Postgesetznovelle. Schluß 6 Uhr. OrMsbeilsgrn: Meßrner FsmMen blätter, Der tzeMchk Landwirt, MsNsr fflr hessische DMslmndt. daß die englische Regierung bei der französischen Regierung vorstellig geworden ist, damit dieselbe die Einschiffung der Offiziere nach Transvaal untersage. Es sollen nämlich, wie die englische Regierung erfahren haben will, 300 Offiziere beabsichtigen, nach Transvaal abzugehen. London, 14. November. Aus Durban wird gemeldet, daß heute bei Ladysmith der Sturm erwartet wird. London, 14. November. Nach einem Telegramm aus Kimberley schleudert der Feind jetzt Geschosse in die dortigen Wasserwerke. Loudon, 14. November. MM 1K* Meßcntr km 8u|tiy! xouoon, i*. z/cuutmu^. „Daily Mail" versichert, daß spätestens am Donnerstag 11000 Mann britische und Kolonialtruppen unter Lord Methuen in Estcourt versammelt sein werden, um sofort zum Entsätze von Ladysmith vorzurücken. Sollte Ladysmith indes nicht in ernster Gefahr schweben, so dürste der Vorstoß verschoben werden, bis Kavallerie, reitende Artillerie und Marine Infanterie nach- zur Ordnung gerufen werden müssen. Gegeu^den Abgeordneten Lasses mußte sogar die Zensur angewandt werden; derselbe hatte gesagt, die Offiziere hätten das Recht, fich gegen die Schandregierung aufzulehnen. Waldeck-Rousseau vnd Gallifet rechtfertigten daun in längeren Reden die von der Regierung getroffenen Maßnahmen. Sofia, 14. November. Die drahtlich gemeldete Ver- zichtleistung des Fürsten Ferdinand auf die Hälfte seiner Civilliste, die nach dem Wortlaute der bulgarischen Verfassung 600,000 Fr. betrug, inzwischen auf das Doppelte erhöht wurde, daher jetzt für das Finanzjahr 1900 wieder nur 600,000 Fr. ausmacht, muß unzweifelhaft einen günstigen Eindruck im Lande Hervorrufen. Der Zeitpunkt für diesen Verzicht war gut gewählt, da gerade heute der Finanzminister die Vorlage über die Abstriche an den Gehältern der Offiziere und Beamten in der Sobranje einbringt. Der Fürst bezeichnet es denn auch in dem bezüglichen Erlasse an den Ministerpräsidenten als seine Pflicht, die Regierung in ihren Bestrebungen, die Finanzkrise ohne auswärtige Anleihe zu lösen, zu unterstützen und mit gutem Beispiele voranzugehen._______________ Males und VrooiryieUes. Gießen, den 15. November. ** GeschichlSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 30 Jahren, am 16. November 1869, wurde der durch den Franzosen Ferdinand Less'ps gebaute Suez-Kanal eröffnet. Diese Durchstechung der Landenge von Suez ermöglichte es, daß der Seeweg zwischen Europa und Indien fast um die Hälfte verkürzt wurde. Der Kanal ist 160 Km. lang, 75/100 Mtr. breit und 9 Mir. tief. ** ES freue fich, wer da athmet im rosigen Licht. Wir leben noch, sind gesund, frisch und munter, die ausgestandene Angst ob des dräuenden Weltunterganges hat außer der Verwirrung, die sie in einigen Köpfen anrichtete, nennenswerten Schaden nicht gestiftet. Unser bejahrter Planet hat gezeigt, daß er allen Prophezeiungen gewachsen ist — im Frühjahr, wenn die Laubfrösche wieder erwachen, wird sich ein lustiges Gequäke erheben über den Wetterpropheten, der alle Welt genarrt hatte. Es konnte thatsächlich eine ernsthafte Befürchtung überhaupt nicht bestehen; denn nirgends war eine glaubhafte Nachricht aufgetaucht, daß spekulative Köpfe Fenster vermietet oder Tribünen errichtet hätten, von denen man gegen Entrichtung eines mäßigen Eintrittspreises das nicht allzu häufige Schauspiel eines Erdunterganges bequem hätte genießen können. So lange so etwas nicht der Fall ist, sind alle Gerüchte aus überirdischen Kreisen mit großem Mißtrauen aufzunehmen. Run aber bleibt alles beim alten. Es mag viele Leute geben, die ihre Sache bereits auf nichts gestellt und mit dem letzten Nickel auch schon das Andenken an den letzten Gläubiger verjubelt hatten — es wär' so schön gewesen, es war einfach nichts. Wir gehen unseren gewohnten Geschäften nach, sind alle in unseren Betten erwacht, der Bäckerjunge hat in aller Herrgottsfrühe geklingelt, der Langschläfer hatte sich noch einmal umgedreht, und als er fich wirklich wieder in das irdische Jammerthal zurückversetzt fühlte, seufzte er — vielleicht hatte er sich mit dem festen Vorsatz niedergelegt „jenseits von Gut und Böse zu erwachen." Kein unterirdisches Getöse und Gebrüll, keine unsägliche Gewalt von außen her oder was sonst zu den Requisiten eines Erdunterganges gehören mag, hatte den nächtlichen Schlummer gestört, er kann höchstens, wenn er mit der trauten Gattin am Frühstückstisch die Zeitung durchfliegt und erfahren will, wie es bei der Weltkatastrophe eigentlich zuging, singen und sagen: „Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben einander so lieb!" Auf leisen Sohlen kommen die Rechnungen gegangen, wie an anderen Tagen auch — vergeblich hatte man sich vorgenommen, beim drohenden Untergang ein möglichst anständiges und unschuldiges Gesicht zu machen, das alles war vergebens. Unwirsch fragt man sich heute, woher eigentlich solche unkontrollierbaren Gerüchte stammen. Sind sie Börsenmanöver, um eine Hausse oder Baisse zu erzwingen? Will man, daß kurz vor Thoresschluß sich Engländer und Buren gerührt umarmen, sich gegenseitig um Entschuldigung bitten und sich ewiger, unentwegter Liebe und Freundschaft versichern? Dem gewöhnlichen Sterblichen bleiben diese Dinge ein unlösbares Rätsel, nicht einmal der selige Schäfer Thomas, der auf dem Gebiete der unerfüllt gebliebenen Prophezeiungen doch gewiß eine Autorität war, könnte eine nach jeder Richtung hin befriedigende Auskunft geben. Es bleibt aber unter allen Umständen immer eiu ungemütliches Gefühl, etwas unlöslich an einen Himmelskörper gebunden zu sein, über dessen Bahnen kein Kursbuch eine zuverlässige Mitteilung enthält, der unter gewissen Bedingungen doch einmal entgleisen wird, und wo in letzter Linie kein lebendes Wesen für eine Betriebsstörung verantwortlich gemacht werden kann. Man darf aber nicht allzu ängstlich sein, vor allem nicht Weissagungen, wie sie jetzt bestanden, allzu leichtfertig Glauben schenken. Denn man bedenke nur, was alles hätte entstehen können, wenn man wirklich darauf vertraut hätte, daß thatsächlich heute im Weltenraume etwas passiert wäre. Gestern morgen hätte der ganze Erdenbetrieb gestockt — wer wird am Abend vor einem solchen Ereignis an geputzte Stiefel denken, wer hätte andere mindestens ebenso wichtige Dinge besorgt, wenn wir nun jetzt in einzelne Teile zersplittert, direktionslos im Weltenraum herumschwirrten ? Denn der Komet, mit dem wir kollidieren sollten, würde doch hoffentlich nicht so grob gewesen sein, daß er unsere arme Erde gleich in Atome aufgelöst hätte, ein Paar Kontinente wären vielleicht doch übrig geblieben, wir hätten uns vielleicht doch noch einige Zeit auf einer Erdscholle von der Größe Europas halten können, dann hätten wir Streitsüchtige auf dem Mars absetzen können, während die Friedfertigen wahrscheinlich am liebsten auf die Venus übergesprungen wären. Es müßte sich wirklich für derartige Veranlassungen ein Jules Verne finden, der sichere Auswege angiebt, wie man sich bei einem Weltuntergang retten kann. Vorläufig aber wollen wir unserer Mutter Erde ein Vertrauensvolum ausstellen, sie hat uns glorreich über die Krise des ominösen Drei- zehnten hinweggetragen, und nur der alte Dessauer hat Recht, wenn er singt: „So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage!" * . n ** Bürgermeister-Versammlung. Am Montag (13. Nov.) fand im Saale des Cafs Ebel eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen unter Vorsitz des Herrn Provinzialdirektors v. Bechtold statt. Nach Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden und vor Beginn der Tagesordnung machte Herr Professor Dr. Winckler, nach einem kurzen Vortrage über die Maul- und Klauenseuche, die Mitteilung, daß nach seinen Beobachtungen das Verfüttern von abgekochter Milch seuchekranker Tiere an gesunde Tiere diese gegen die Ansteckung sichere, was entsprechend den Erfahrungen auf bakteriologischem Gebiete darauf beruhe, daß die spezifischen Seuchebazillen in der Milch durch die Abkochung getötet, aber die chemischen Stoffwechselprodukte (Toxine) unverändert blieben. Er empfahl, in großem Umfange Versuche damit zu machen, und ihm das Ergebnis mitzuteilen. — Herr Medizinalrat Dr. Haberkorn sprach die Ueberzeugung aus, daß die Wahrnehmungen des Herrn Prof. Dr. Winckler zutreffend seien, und führte die Analogie des Tuberkulins an, welches in gleicher Weise wirke. — Herr Regierungsrat Dr. Wagner referierte darauf ausführlich über das neue Gesetz, betreffend den Urkundenstempel. Er bemerkte, wie dieses Gesetz in die Lebensverhältnisse tief eingreise, und deswegen, sowie wegen der Haftbarkeit der mit der Stempelverwendung befaßten Beamten eindringend studiert werden müsse; er hob insbesondere als neu und einschneidend hervor die Bestimmungen über die Verstempelung der Baubescheide, Gewerbskonzessionen, Wirt- schastskonzessionen, Wandergewerbescheine, Tanzerlaubnisscheine und Vollmachten. Zum Schluß wurde bemerkt, daß die vorgesehenen Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz uoch nicht erschienen seien. Herr Dr. Wagner machte danach zu Punkt 2 der Tagesordnung auf Mängel bei be[r Behandlung der Gesuche um Wirtschaftskonzessionen aufmerksam, und faßte alles zusammen, was dabei zu berücksichtigen sei. — Herr Kreisbauinspektor Stahl begründete die Notwendigkeit der Abschaffung der Pflugschleifen wegen der durch sie verursachten Beschädigungen der Kreisstraßen und anderer (haussierter Wege, und schlug vor, entweder die Pflüge auf kleinen Karrenwagen zu transportieren oder die Schleifen mit kleinen Rädern zu versehen, und ein Reglement in diesem Sinne zu erlassen, wie dies auch in anderen Bezirken schon geschehen sei; die Versammlung stimmte grundsätzlich zu, es wurde aber von Herrn Bürgermeister Leun, Großen- Linden, eine längere Uebergangszeit, von etwa 1—2 Jahren, wegen der Kosten verlangt. — Herr Kreisamtmann Boeckmann referierte über die Haftpflichtvrrsiche- rung der Gemeinden. Er wies unter Bezugnahme auf die Bestimmungen des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches, der Unfallversicherungsgesetze rc. auf die zahlreichen Fälle hin, in denen Gemeinden für Handlungen oder Unterlassungen ihrer Beamten und Vertreter einzustehen und Schadenersatz zu leisten hätten. ES wurde die gemeinschaftliche Versicherung der Gemeinden unter günstigen Bedingungen bei der Versicherungsgesellschaft „Wilhelma" in Magdeburg für Personen- und Sachschaden empfohlen. Weiter referiert derselbe über die seitherige Art der Vertilgung der der Landwirtschaft schädlichen Vögel, insbesondere der Sperlinge und der Raben, und die Frage, inwieweit eine Aenderung der Bestimmungen und Anordnungen notwendig sei. Man war nach längerer Diskussion darin einig, daß möglichst ein Scharfschießen nach Sperlingen im Felde zur Zeit der Reife der Feldfrüchte und der Kirschen durch zuverlässige Personen zu gestatten sei, da ein Verscheuchen mit blinden Schüssen nicht genüge, daß bei den Raben aber insbesondere im Winter eine entschiedene Vertilgung zu betreiben sei. — Herr Boeckmann gab noch Kenntnis davon, daß in diesem Herbste ein starkes Ueberhandnehmen der Mäuse gemeldet werde, uud es sich um ein sicheres, leicht anzuwendendes Mittel dagegen handle. Die Versammlung einigte sich dahin, daß die Gift- legung durch einzelne Angestellte der Gemeinde nicht genüge, vielmehr das Einlegen von Strychninhafer in die Mauslöcher durch jeden erwachsenen Grundbesitzer unter Aufsicht des Ortsvorstandes geschehen müsse. An die nahezu vierstündigen Verhandlungen schloß sich ein gemeinschaftliches Essen im Cafs Ebel, welches allgemeine Anerkennung fand. ** Der Hessische Landwirtschaftsrat hat sich an die Eisenbahndirektion um Fahrpreisermäßigung bei der Rückbeförderung landwirtschaftlicher Wanderarbeiter gewendet. Das Gesuch wurde indessen abschlägig beschieden. •* Thealerverem. Es dürfte viele interessieren, zu erfahren, in welcher^Weise die Nora des Frl. Triesch von der Kritik beurteilt worden ist. Die erste Aufführung der „Nora" mit Frl. Triesch fand in Frankfurt am 15. April d. I. statt. Ein berufener Kritiker schrieb über dieselbe: „Die Künstlerin hat mit dieser Leistung das Einleuchtendste und Beste gegeben, das aus ihrer reichen Begabung bisher erblüht ist. Nie war sie einfacher, nie beredter, nie rührender. Und dabei glich sie nicht der Raabe, nicht der Düse, nicht der Prokesch, — sie füllte die Gestalt mit einem so besonderen Eigenleben, daß sie neben jedem Bilde, das in der Erinnerung auftaucht, für sich bestehen bleibt. Mit den ersten Worten fing sie die Stimmung ein, und weit über die flüchtige Stunde hinaus hielt sie fest. Nirgends ein Zuviel, nirgends eine Absicht, allenthalben das feinste Sichanschmiegen an die Gedanken der Dichtung, kein Ton lauter als nötig, keine Farbe bunter 'als richtig, und von Anfang bis zu Ende eine bezwingende Wärme ausströmend — so wurde die Nora des Frl. Triesch eine Sehenswürdigkeit unseres Theaters, an der sich noch recht viele empfängliche Herzen erfreuen und erheben mögen. So, wie das Publikum sich heute hingegeben, haben wir es lange nicht gesehen. Der Beifall, den es Frl. Triesch spendete, nahm förmlich südliche Formen an und steigerte sich nach jedem Aktschluß bis zu stürmischen Zurufen. — Dem Aufsehen, das die Nora des Frl. Triesch erregte, entsprach die große Zahl der Wiederholungen der Vorstellung: Es fand schon folgenden TagS, am 16. April, die zweite Aufführung statt, der sich Wiederholungen am 18., 19., 24. April anschloffen. In der nächsten Zeit verging keine Woche, in der nicht „Nora" auf Dem Spielplan gestanden hätte. — Wir machen noch auf die Bilder der Künstlerin in den Schaufenstern der Herren Challier, Noll und Frees aufmerksam; der letztere hält auch Texte des Schauspiels zum Preise von 20 Pfg. vorrätig. •• Am Sonntagabend fand im „Postkeller" der Familieu- abend des Hessischen Waisenschutz (Verband Gießen) zur vollen Zuftiedenheit aller Anwesenden statt. Ganz besondere Anerkennung verdienen die Vorträge des Frl Moldauer aus Schotten, die durch ihre komischen Stücke große Erfolge erzielte. Später wurden einige Herren, die sich.für das gemeinsinnige Wohl besonders verdient gemacht haben, durch Anerkennungsdiplome beehrt. Hierbei waren zwei höhere Beförderungen von der Oberfechterei in Mainz für ganz besondere Anerkennung zur Ueberreichung eingelaufen. — Hoffen wir, daß die bevorstehende Weihnachtsfeier mit Bescherung ebenso gemütlich verlaufen möge, zur Freude der Mitglieder und zur Forderung gemeinsamer Bestrebungen. ** Ortsgewerbeverein. Wie im vergangenen Winterhalbjahr, so sind auch jetzt wieder an einem jeden Dienstag abend im Kaiserhof Leseabende eingerichtet worden, und werden sowohl die neuen wie neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete der Fachlitteratur als auch Stoffmuster verschiedener Art — mit Angabe der Bezugsquelle — ausgelegt. Dem Vorstand des Ortsgewerbevereins gebührt deshalb auch der Dank für diese, einem jeden vorteilbringende Einrichtung. Der gestrige Leseabend wurde noch dadurch belebt, daß Herr Baumeister und Hauptlehrer Traber einen Vortrag über die Einwirkung äußerer Kräfte auf Körper verschiedener Art behandelte, und seine instruktiven Darlegungen an der Hand der von ihm konstruierten Modelle — Lehrmittel — überzeugend veranschaulichte, so daß man den Wunsch aussprach: das Gehörte und Gesehene vor einer größeren Versammlung zu wiederholen. A Ruppertenrod, 14. November. Die Müller aus den benachbarten Orten des Ohm-Felda- und Jls- und Seenthales hielten vorgestern hier in der Gastwirtschaft „Zur Krone" eine Versammlung ab. Gegenstand der Beratung bildete das Molter der Müller. Allseitig betonte man, daß das Molter oder das Entgelt für das Mahlen nicht mehr den Zeitverhältnissen entspräche. Alle Verdienste, alle Löhne seien gestiegen, dazu die Anlage und Betriebskosten der Mühlen ungemein gewachsen, nur das Molter bestehe noch in seiner alten Form. Einstimmig wurde i« der Versammlung beschloffen, für die Zukunft eine kleine Erhöhung in dem Molter ober in bem Entgelt für bas Mahlen eintreten zu lassen. 0 Nidda, 13. November. Herr Bürgermeister Roth wurde an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Rullmann zum ausführenden Mitgliede des Kirchenvorstandes gewählt. — Am Sonntag waren es 35 Jahre, daß Herr Dekan Hofmeyer seinen Dienst in Nidda antrat; demselben wurden seitens der Kirchengemeindevertretung zahlreiche Glückwünsche dargebracht. -o- Laubach, 14. November. Am vorigen Samstag hielt der Eis verein seine Generalversammlung^ und wählte den Vorstand neu. Derselbe besteht aus den Herren Amtsrichter Zimmermann, Gymnasiallehrer Becker und Dr. Keller, Rentner Klipstein, Dr. Dietz und Gerichtsschreiber Keil. Die gräfliche Wiese, die als Eisfläche diente ist wieder gepachtet worden; hoffentlich bleibt nun das Eis nicht aus in diesem Winter. — Gestern abend zeigte im „Schützenhof" der Missionar Groh, Lehrer am Prc- digerseminar zu Akropony auf der Goldküste, mittelst einer Laterna magica Lichtbilder aus der Mission, wozu er sehr interessante Erläuterungen gab; dies ist eine neue Art, Missionskenntnisse zu verbreiten, wie sie in England schon lange geübt wird. Groh, unser hessischer Landsmann ans Bermutshain, geht nächstes Frühjahr wieder nach Afrika. Laubach, 12. November. Ein Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können, ereignete sich gestern abend in hiesiger Stadt. Die Pferde des hiesigen Arztes Dr. 93 o g e 1 wurden unweit des Unterthores scheu und rannten in rasendem Lauf nach der Wetterbrücke beim hiesigen Kriegerdenkmal. Am dortigen Prellstein stieß der Wagen an; jetzt gelang es endlich bem Kutscher, bie Pferbe zu bändigen. Der Wagen war schwer beschädigt; die Pferde dagegen waren unverletzt geblieben. Glücklicherweise war Herr Dr. Vogel kurz vor dem Unfall ausgestiegen. Ebenso ist es als ein besonderes Glück zu bezeichnen, baß bie sonst belebte Straße von Kindern frei war. n. Bübingen, 13. November. Herr Kr eiSveterinär- arzt Schmitt in Nidda kandidiert jetzt auch hier für die bevorstehende Landtagswahl in unserem Wahl' bezirk. Die Aufforderung dazu an ihn ist von Seiten der Reformpartei (antisemitische Partei) ergangen. Das Gerücht, Herr Pachter Bähr auf bem Herrnhaag, ber seither genannte Kandidat dieser Partei, werde eine Wahl nicht annehmen, findet hierdurch seine Bestätigung. Da die Wahlmänner zur genannten Kandidatur noch keine Stellung genommen haben, läßt sich über den Ausfall der Wahl gar nichts mehr Voraussagen. Mainz, 13. November. Vom 1. April 1900 ab sollen zwei Unteroffiziere des Fußartillerie: Regiment (Brandenburgisches Nr. 3 „General-Feldzeugmeister"), welche $*«ammer Wllr jüm’Ä’V Sx-« Men moUte rifi ° der KU [.fl[ten I einziger U nicht ein yerd b|!' Sa»8t«! ftW»* 14 asä eriiittn m ®* tmftnttim MW *be,r " Lbig erneitri »«» » ben «rM eine die In betreffende Notiz en früheren Amtsrichter 3n der gestrigen A richtig! fich dieses sei toüt aus Alzey über unb über bie Verha berichtet und dabei bi leiten nur geschehen Mer", der dm Wi M sehen Mit. tomm W nach d Dazu wird unö ges der Oberamtsrichter auf sein Nachfucher jährigen treuen Du wr seiner Pension! unfähig gewesen i Hieraus folgt, ba| mehr als drei Iahi zn ersehen, daß es deckte Unregelmäßig?! jxgefäoben meiben s »ehr in ber Sage un lltbenvachung eintret dieser Richtigstellung Menlvys, 13. eine gernensarne1 Stadtverordnri Vorstehers statt, um der Absicht unseres Mrgermeisterstelle i erschienen. Nach stimmig beschloffen, "hezulegen, daß e sein Amt hier Beschluß dem Hern Herren bestehender »eister Grünewald i «rnntnis und gab Bewerbung um di Wen. Hiermit W unsere Bürger ges d. genehmig, Äflr 1891 u 6lNte „ $8it S'Wet •SÄ, •5 »8». k«. kh ® ■ We b«( b'1'^ iÄ91 «ich« '«■ - L A «d-N 9*f- tnifjirJ J’W», l,9a"9: 68 Wtt gnSgJan8 Wo» ■' 24- »Uil ™u8 H «Nt L N«. '»töte L J* .'ä*Ä ■***»18 »ÄÄ JÖäSr Uör.5. i“ ™ ®R für gaii *9 «mgtiQufen3 MMWtt mit 8t, W M Sich! btt * 8*tbungtll, 01 vergangenen Mnin- an «nem jeden Dienstag ewgerrchtet worden, und lltsten Erscheinungen aus s auch Stoffmuster ver- ^ezugsquelle - ausge« Vereins gebührt des- “jeden tiorfeilbringtnbt d wurde noch dadurch nchtlrhrer Traber einen -rer Kr'che A'^n sem rchEveu Dar- )m instruierten Modelle iNschaulichte, so daß man )örte und Gesehene vor »iederholen. ier. Die Müller aus )nr-Felda- und Jls- und er in der Gastwirtschaft ng ab. Gegenstand der Müller. Allseitig betonte Entgelt für ba§ Mahlen Mche. Äffe Serbitnftt, ie Anlage und BctnebS- rchsen, nur das Malier GWrnrnitz wurde ix dir Much eine ürm in dem Entgelt sür das zerr Bürgermeister Roth Bürgermeisters Rullmann % AirchenvorstandeS es 35 Jahre, daß Herr in Nidda antrat; de»' mgemindevntrrtung zahl- Am vorigen eneralversammlling. Derselbe besteht auS den lf Gp-iasiallehrer BeSn „ n, Dietz und Geruht- "SÄ”*-;” «Sä » EU W* »-l-b-mpM Q„. j(tt s&fÄ 5*7 a"’Äbi,|rf bezeichn p war- iLr Herr W fflj tat ly i»b*‘Ä«ei ®a? i 1 Jjj seT seither i S-Ej«e S^«S ., igOO “* „ i. Rpnl 1 imCn* K'9^ Handel und Uertrehr. UolKswirtschafl. Bom Lande, 14. November. Eine bemerkenswerte Verteuerung hat das Petroleum erfahren. Das Liter konnte man seither im Einzelverkauf für 20 Pfg. erstehen, jetzt kostet es 24 Pfg. Da das Petroleum in seiner Qualität gegen früher bedeutend herabgegangen ist — die Brenndauer und Lichtstärke sind viel kürzer und schwächer —, so ist der Aufschlag für den kleinen Mann wohl empfindsam. der französischen Sprache mächtig find, zur Ueberwachung der deutschen Ausstellungs-Abteilung für die ganze Dauer der Weltausstellung nach Paris kommandiert werden. Dieselben erhalten freie Zivilkleidung, freie- Logis und täglich 10 Mk. Löhnung. Da aber im ganzen Regiment nicht ein einziger Unteroffizier der französischen Sprache mächtig ist, so werden zwei dieser Chargierten bis dahin ««-gebildet. Mainz, 14. November. Der Lehrling eines Weinhauses, in dem gestern ein Brand auSbrach, wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung verhaftet. — Mainz, 14. November. Die Ergänzungswahle n zu der Landtagswahl der Abgeordneten durch die am 8. l. Mts. erwählten Wahlmänner find auf kommenden Samstag, den 18. d. Mts., anberaumt. O Mainz, 14. November. In Ausführung eines schon vor längerer Zeit gefaßten Beschlusses wird mit Beginn des kommenden Frühjahrs die hiesige Eisenbahnbrücke über den Rhein eine bedeutende bauliche Umänderung beziehungsweise Verstärkung erfahren, wozu gegenwärtig die Vorarbeiten im Gange sind. Wie wir hören, soll die Eisenkonstruktion des stromaufwärts gelegenen Teils der Brücke, soweit dieselbe den Rhein überschreitet, nach und nach vollständig erneuert und mit Rücksicht auf die starke Belastung durch den Güterverkehr bedeutend verstärkt werden. Namhafte Geldanforderungen hierfür soll der Landtag zu erwarten haben. — Die Lokaldampfschiffahrt zwischen hier »nd Biebrich ist von heute an während der Dauer der Wintermonate eingestellt. Alzey, 14. November. Der „Köln. Ztg." hatten wir kürzlich eine die Zustände am hiesigen Amtsgericht betreffende Notiz entnommen, derzufolge diese Zustände dem früheren Amtsrichter Nehr zur Last zu legen sein sollten. In der gestrigen Abendausgabe des rheinischen Blattes berichtigt sich dieses selbst in der folgenden Weise: „In Nr. 810 war aus Alzey über Unordnungen am dortigen Amtsgericht und über die Verhaftung des dortigen Gerichtsschreibers berichtet und dabei bemerkt worden, daß die Unregelmäßigkeiten nur geschehen konnten, weil der „alte Oberamts- richter", der dem Weine allzu sehr huldigte, nichts sah oder nichts sehen wollte. Daß aber auch schlimmeres passierte, komme jetzt nach dem Tode des Oberamtsrichters zutage. Dazu wird uns geschrieben: Am 15. September 1897 wurde der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Alzey, Anton'.'Nehr, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner lang- jührigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. Er war vor seiner Pensionierung Über ein Jahr krank und dienstunfähig gewesen und hatte einen richterlichen Vertreter. Hieraus folgt, daß die Dienstaufsicht des Verlebten vor mehr als drei Jahren ein Ende nahm. Schon hieraus ist zn ersehen, daß es nicht richtig sein kann, wenn jetzt entdeckte Unregelmäßigkeiten der Gerichtsschreiberei einem Manne zugeschoben werden sollen, der seit so langer Zeit gar nicht mehr in der Lage und nicht mehr in dem Rechte war, eine Ueberwachung eintreten zu lasten." — Wir nehmen von dieser Richtigstellung gerne Notiz. Biedenkopf, 13. November. Gestern nachmittag fand eine gemensame Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten unter Vorsitz des Stadtverordneten- vvrstehers statt, um über Maßnahmen zu beraten, die infolge der Absicht unseres Bürgermeisters Grünewald, die Bürgermeisterstelle in Herborn zu übernehmen, für geeignet erschienen. Nach längerer Diskussion wurde nahezu einstimmig beschlossen, dem Herrn Bürgermeister den Wunsch nahezulegen, daß er auf die Stelle in Herborn verzichte und sein Amt hier weiter verwalte, sowie ferner, daß dieser Beschluß dem Herrn Grünewald sofort durch eine aus zwei Herren bestehende Deputation mitzuteilen sei. Herr Bürgermeister Grünewald nahm von diesem Beschluß sichtlich erfreut Kenntnis und gab der Deputation die Versicherung, seine Bewerbung um die Bürgermeisterstelle in Herborn zurückzuziehen. Hiermit hat eine Angelegenheit, die seit einiger Zeit unsere Bürgerschaft beunruhigte, einen sehr befriedigenden Abschluß gefunden. war als Komponist und Musikdirigent über Bayern- Grenzen hinaus bekannt; seine Frau ist eines der be- fähigsten Mitglieder des Schlierseer Bauerntheaters. Sie gastiert zur Zeit in Berlin und wurde telegraphisch herbeigerufen. * Würzburg, 14. November. In Bürgstadt a. M. erschoß gestern mittag der Inhaber des Gasthauses „Zum Schwan" seine Frau. Er feuerte zur Unterhaltung mit dem Jagdgewehr nach Wafierfiaschen, die er im Garten aufgestellt hatte. Die Frau kam zufällig des Weges und ein Schuß zerschmetterte ihr den Kopf. • Leipzig, 14. November. Ein elfjähriges Mädchen sprang aus Unlust am Schulbesuch aus dem vierten Stock eines Hauses in den Hof herab. Es blieb merkwürdiger Weise ohne jede Verletzung. Graz, 14. November. Heute nacht kam es zwischen unbekannten Radfahrern und den Insassen eines Fiakers zum Streite. Die Radfahrer feuerten mit einem Revolver. Ein Passagier wurde getötet, zwei schwer verletzt. Näheres ist nicht festgestellt. * Antwerpen, 14. November. Der belgische Dampfer „Belgique", ist im Aermelkanal gesunken. Acht Mann der Besatzung sind ertrunken. * Madrid, 14. November. Der portugiesische Botschafter teilte der hiesigen Post mit, daß Wechsel einer Berliner Firma auf eine Lissaboner Bank im Werte von 100000, 60000, 50000, 40000, 30000 und 21455 Mk. entwendet worden sind. Es werde versucht, die Wechsel hier mit falschem Indossament zur Einlösung zu bringen. Die Polizei fahndet auf die Diebe. Vermischtes. Koblenz, 13. November. Zum Sekretär der hiesigen Handelskammer wurde Generalsekretär Dr. jur. Eugen Gertz in Mainz gewählt. • Hausham, 12. November. Als heute nacht der verheiratete Fahrhäuer, Herr Gg. Rail in Ausübung seines Dienstes auf der Förderschale durch das Gesenk 9 Ost fahren wollte, riß nach der „Münch. Post" das Seil und Rail saustesamt der Förderschale in biegraufige Tiefe. Zu einer formlosen Masse zerschmettert wurde der verunglückte heute morgen zu Tage gefördert. — Rail Universität und Hochschule. Ernannt r Der außerordentliche Professor der Mathematik Dr. Paul Stäckel zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Kiel. — Die Oberkonsistorialräte vr. Prinz in g und Kelber in München, sowie der Superintendent Lotze in Gera von der theologischen Fakultät der Erlanger Universität zu Ehrendoktoren. — Der außerordentliche Professor der österreichischen Reichsgeschichte an der Universität in Wien, Dr. Sigmund Adler, zum ordentlichen Professor dieses Fachs. — Der außerordentliche Profeffor der Mathematik an der Universität in Krakau, Dr. Stanislas Kepinski, zum ordentlichen Professor dieses Fachs an der technischen Hochschule in Lemberg. — Der Gerichtssekretär und Privatdozent Dr, Karl Grünberg zum außerordentlichen Profesior der politischen Oekonomie an der Universität in Wien. — Der Privatdozent Dr. Wladimir Sieradzki zum außerordentlichen Professor der gerichtlichen Medizin an der Universität zu Lemberg. — Der Privatdozent Dr. Julian Nowak zum außerordentlichen Professor der Veterinärkunde und Veterinärpolizer an der Universität in Krakau. Verschiedenes: Der Prof. Lic. Dr. phil. A. Hegler von der Tübinger evangelisch-theologischen Fakultät ist am 10. November von der theologischen Fakultät zu Gießen zum Doktor der Theologie honoris causa promoviert worden. — Der außerordentliche Professor der philosophischen Fakultät Hr. Dr. phü. Kretzschmar in Leipzig ist für dre Zeit von Weihnachten dieses Jahres bis zum Schluß des Semesters beurlaubt worden. — Zum Prorektor der Universität Erlangen ist der Jurist Professor Dr. Kipp gewählt worden. — Der ordentliche Profeffor an der philosophischen Fakultät der Universität Halle, Dr. Cantor, ist für das Winterhalbjahr von der Verpflichtung, Vorlesungen zu halten, entbunden worden. Jagd und Spsrt. Gute Strecke. Der österreichische Thronfolger wellte dieser Tage als Gast des Grafen Harnoncourt in Ecska in Ungarn, wo auf Füchse gejagt wurde. Die Gesamtstrecke während der vier Jagdtage betrug 111 Füchse, von denen Erzherzog Franz Ferdinand allein 103 Füchse erlegte. Arbeiterbewegung. Breslau, 14. November. Die Verwaltung von Königshütte entließ einige zwanzig Arbeiter, die den letzten Streik veranlaßt hatten. Diejenigen Ausständigen, welche zu den alten Bedingungen weiter arbeiten, erhalten Prämien. Charterst, 14. November Zwischen einer Anzahl Einwohner und einer Truppe Vlämen kam es gestern abend zu einer blutigen Schlägerei, bei welcher 8 Personen schwer verletzt wurden. Die Polizei war nicht stark genug, um die Ruhe wiederherzustellen. Berp, 14. November. Meldungen zufolge sind heute auch die Arbeiter zweier weiterer Nebenunternehmungen des Simplonbaues in den Streik eingetreten, sodaß insgesamt 2000 Mann die Arbeit niedergelegt haben. Das Militär mußte gestern mittag gegen Unruhen einschreiten und die Ansammlungen der Streikenden zerstreuen. Letztere schossen einen jungen Italiener nieder, welcher in Brieg Arbeit suchte. Die Arbeitswilligen werden mit Gewalt von den Werken vertrieben. Soldaten und Gendarmen wurden beschimpft. Auf der gestrigen Versammlung rief man „TodI" und „BlutI" Die Forderung der Streikenden an Löhnen allein beliefe sich auf 1600 000 Franks. Unter großem Militär aufgebot dürften morgen die Arbeitswilligen die Arbeit fortsetzen. Heute herrscht Ruhe. Bei solchem „weniger Licht und mehr Geld" fallen die Wasserkräfte in die Erwägung, die insbesondere im Vogelsberg bei gar vielen Ort- chasten mit geringen Kosten zum Betrieb einer elektrischen Lichtanlage so überaus zweckdienlich verwendet werden könnten. Leider mangelt noch vielfach auf dem Lande die Erkenntnis von der Bedeutung einer elektrischen Lichtanlage, sowie das Verlangen nach „mehr Licht." Frankfurter Börse vom 14. November. "Wechsel auf New-York zu 4.19i/2-201/g. Prämien auf Kredit per ult. November 1.10 / , do. per ult. Dez. 2.75°/ , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 0.907 , do. per ult. Dez. 2 25 ‘/o, Lombarden per ult. Not. 0.56%, do. per ult. Del. 0.90'/o, Staatsbahn per ult. Dez —.—%. Notierungen: Kreditaktien 230.50-600.CO-000, Diskonto- Kommandit 191.80-00, Staatsbahn 140.80, Gotthard 143.—, Lombarden 32.10, Ungar. Goldrente 97.85, Italiener 92 80, ßprozentige Mexikaner —.—, Bproz. Mexikaner 25.90, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 5% /q bz 1% bis 2% Uhr: Kredit 230.50-000.00, Diskonto Kommandit 191.20—30.00, Staatsbahn 140.80-000.00-00, Lombarden 32.10. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 16.November, abends 8Uhr, Bibelstunde im unteren Konfirmandensaal (Kirchstraße): 1. Brief des Petrus, Kap. 1, Vers 13 ff. Pfarrer Dr. Grein.________________________ Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau »Herold". Berlin, 15. November. Wie verlautet, haben die frei- finnigeVolkspartei und die deutsche Volkspartei gestern nachmittag nach der Plenarsitzung des Reichstages sich bereits mit dem neuen Flottenplane beschäftigt und gegen denselben Stellung genommen. Berlin, 15. November. Die Mitteilung, welche seinerzeit der „Lokal Anzeiger" machte von der Ermordung des Leutnants v. Queis in Kamerun bestätigt sich jetzt. Der Vater des ermordeten Offiziers, der konservative Reichstagsabgeordnete v. Queis hat die betrübende Nachricht gestern von dem Kolonialamt erhalten. München, 15. November. Der Staatssekretär Tirpitz trifft demnächst hier ein, um dem Regenten über die Flo11 en f r ag e zu berichten und sich mit dem Minister- Präsidenten v. Crailsheim darüber zu beraten. Wien, 15. November. Heute findet in Budapest ei« Kronrat statt, zu welchem sich auch der österreichische Ministerpräsident, Graf Clary, und der Leiter des Finanzministeriums, Ritter v. Kniazolocki, begeben werden. Wien, 15. November. Die wegen grausamer Mißhandlung ihrer Kinder angeklagten Eheleute Hummel sind wegen beabsichtigten gemeinen Mordes zum Tode verurteilt worden. Warschau, 15. November. Zwischen Petersburg und dem kaiserlichen Lustschloß Spala hat in den letzten Tagen ein reger Depeschenwechsel stattgefunden. Der Kriegs - Minister erhielt Befehl zu Truppen-Verschiebungen. Die Beschleunigung der Abreise des Zaren von Spala wird in unterrichteten Kreisen als ein Zeichen der Verschärfung der Situation in Asien auf gefaßt. Bom Kriegsschauplatz. Loudon, 15. November. Die Lage in Ladysmith ist offenbar zu bedenklich, um Nachrichten darüber durchzulaffen. Aus Pietermaritzburg liegt ein Telegramm vor, weiches besagt, offiziell werde erklärt, das Bombardement von Ladysmith dauere täglich fort, verursache aber keinen ernstlichen Schaden. Ein Brot koste in der Stadt schon 3 Schillinge. Nach einer Kapstädter „Zentral-News"-Meldung hat der dortige General Postmeister bekannt gemacht, daß von sämtlichen über Kapstadt expedierten amtlichen Telegrammen außer den englischen nur noch die zwischen der portugiesischen Negierung und dem General-Gouvernement von Portugiesisch- Ostaftika passieren können. — Nach einer Pariser „Dalziel"- Meldung hätte die englische Regierung von der französischen Regierung Aufklärung darüber verlangt, wieso sie beim Ausbruch des Transvaal-Krieges französischen Offizieren habe erlauben können, in das Buren-Heer einzutreten. Gent, 15. November. Gestern abend fand hier eine stark besuchte Versammlung gegen den südafrikanischen Krieg statt. Die Versammlung war von Sozialisten einberufen worden. Als Hauptredner fungierte der Sozialistenführer Anseelo. Eine Tagesordnung gegen Chamberlains Politik wurde mit großer Mehrheit angenommen. Paris, 15. November. Dem „Gaulois" zufolge hat Prinz Louis Napoleon, der als Oberst in der russischen Armee dient, den Zaren um Urlaub gebeten, um nach Transvaal gehen zu können und dort in den Reihen der Buren zu kämpfen. Der Zar hat, um die Neutralität zu wahren, den Urlaub verweigert. Bekanntmachung. MU Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 8. September d. IS. hat eine Abänderung der in § 3 der Polizeiverordnung vom S. Januar 1891 festgesetzten Bestimmungen bezüglich der Schlachtzeiten im städtische« Schlachthanse in folgender Weise stattgefunden: Das Schlachten von Horn- und Kleinvieh kann den Tag über stattfinden: x. vom 1. Mai bis 31. August von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, k vom 1. September bis 30. April von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Das Schlachten der Schweine hat zu geschehen: x. vom 1. Mai bis 31. August von 6 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags, d. vom 1. September bis 30. April von 7 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags. Wir bringen diese von jetzt ab in Kraft ttetende Abänderung zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 12. November 1899. 8026 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießeu. Guauth. Bekanntmachung. Die am 6. d. Mts. abgehaltene Verpachtung von 110 Triebvierteln ist nicht genehmigt worden. Wir bringen die» mit dem Bemerken zur Kenntnis, daß eine nochmalige Verpachtung derselben auf Montag den 20. November d. I. festgesetzt worden ist und daß des Vormittags von 10 Uhr ab, mit Zusammenkunft auf der Straße nach Lich am Bahnwärterhäuschen, die zwischen altem Steinbacherweg und der Grünbergerstraße gelegenen Trieb- viertel, und des Nachmittags von 3 Uhr ab, mit Zusammenkunft au der Landmannstraße, diejenigen unterhalb der Grünbergerstraße zum Ausgebot kommen. Gießen, den 15. November 1899. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 8025 Bnauth. MimiltMlhWell Hekanntmachung. An Stelle des durch Wegzug ans» geschiedenen Herrn Karl Otto Bender in Hungen ist am 4. November l. I. Herr Medizinalrat Dr. Rouge dahier bis zur nächsten General- Versammlung als stellvertretendes Mitglied des Vorstandes der Spar- unb Leihrasse in Hungen, eingetragene Geuossenschast mit unbeschränkter Hastpflicht, durch den Aufsichtsrat bestellt worden. Hungen, am 11. November 1899. Großherzogliches Amtsgericht. Mraimte neueste Farben Roie 21L. prima Qualität Carl Nowack. Bekanntmachung» Die landw. Haushaltungrschule zu Ltr.dh im beginnt ihren I. nächst jährigen 5 monatlichen LchrkursuS Dienstag, den 2. Januar 1900. Die Schule hat die Aufgabe, junge Mädchm zur Führung einer »ohlgeordneten, einfachen bürgerlichen Haushaltung vorzubereiten. Gegenstände des Unterrichts find: Hauswirtschaft und Milchwirtschaft, Gemüsebau, Obftverwertung, Gesundheit«- und Ernährungslehre, Krankenpflege, Rechnen, Abfaffung von Aussätzen und Briefen, Buchführung, sowie weibliche Handarbeiten. Auch ist für gute Lektüre gesorgt und wird der Gesang gepflegt. Die Schule besitzt einen Garten beim Hause, eigene Molkerei und Geflügelhaltung. Die unmittelbare Leitung der Anstalt untersteht einer Vorsteherin (Hausmutter) und einer Asfistentin (Jndustrielehierin). Sowohl diese als die Mädchen wohnen im Anstaltsgebäude. Für Unterricht und Logis find 30 Mk. pro Kursus und für Kost und Verpflegung 1 Mk. pro Tag zu entrichten: außerdem find nur noch etwaige Ausgaben für Arzt und Apothike zu bestreiten. Ausführliche Programme, aus denen das Nähere über die Anmeldungen, die möglichst ftühzeitig erbeten werden, zu ersehen ist, find von dem Unterzeichneten, sowie von Herrn Oberamtmann Westernacher zu Lindheim erhältlich. Büdingen, den 31. Oktober 1899. Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins I r l e, Gr. Kreisrat. Submission. Die Lieferung von 1200 Ctr. HÜtteukoaks soll auf dem Weg der öffentlichen Submission zur Lieferung vergeben w.rden. Die Lieferungsbedingungen liegen au den Wochentagen nachmittags von 8 bis 6 Uhr auf dem Verwaltungs« Lnreau off in. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, find bis zum 24, dss. Mts., vormittags 12 Uhr, anher einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen. Gießen, 10. November 1899. Großh. Direktion der chirurgischen und ophthalm. Umv. -Klinik. 8009 I. V.: Poppert.______Vossius. Mckbrief-Erledigung. Der gegen den Knecht Peter Johann Jüugel aus Stentrop, geboren am 3. Juni 1876 zu Lchn- heim, unterm 13. Oktober 1899 wegen Diebstahls erlassene Steckbrief ist erledigt und wird hierdurch zurück- -enommen. — (Aktenzeichen 2 J. Nr. 1116 99.) 8016 Dortmund, den 9. Nov. 1899. Der Erste Staatsanwalt. Kekanntmachung. Donnerstag den 16. d. Mts., «ach mittags 3 Uhr, sollen Neustadt 55 dahier 1. Haus- und Küchengeräte aller Art, i Fahrrad, 1 Nähmaschine und ein größerer Posten Schuhwaren, 2. i Revolver, 3 Stühle und 4 Bilder zwangsweise gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung der Gegenstände unter ad 2 findet voraussichtlich bestimmt statt. Gießen, 15. November 1899. 8020 Seipel, Gerichtsvollzieher. 1200 abgängige hölzerne Bahnschwellen, auf der Bahnstrecke Butzbach —Lang-Göns lagernd, kommen am Samstag dem 18. d. Mts. zur Versteigerung. Die Versteigerung beginnt bei Wärterposten 80 III (bei Butzbach) vormittags 9 Uhr. Die aus Bahnhof Lang-Göns lagernden Schwellen werden daselbst nacbmittags 2»/, Uhr versteigert. 8032 Gießen, 14. November 1899. Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion 1. Hotzversteigerüng^ Freitag den 17. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, soll am SW Brandplatz über dem sogen. Mordkeller da« daselbst gefällte Holz — Birnbaum-, Kastanien- uad Ftchtenstamm, sowie Knüppelholz und Reisig — gegen Bar- zahlung versteigert werden. 8028 Capitalien Offiz., Geschäfts!., Beamte,konl.mied. Höhe. Rückp. Salle, Berlin HO. IS. WWilliMit ÄL MllHtzNS. Freibank. 7977 Heute nrrd morgen: SthMmeflkisch 50 M Rindfleisch 50 Psg. 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Nach Schluss des Theaters Omnibusverbindung nach verschiedenen Richtungen. Billete in der Musikalienhandlung Ernst Challier und an der Abendkasse. GEGR; 1846 Turnverein. Samstag den 18. November d. I. (nicht 19. November): Winterfest in unserer Turnhalle. HF Anfang abends 8% Uhr. Nur Mitglieder haben Zutritt. 8000 Der Vorstand. Gießener Zither-Klub. (WoMäligtleits-Werein.) Wie alljährlich, so veranstalt.t auch dieses Jahr der Gieheuer Zither-Klub (Wohsthätigkeits-Ver,in) am erste« Weihnachts-Feiertage in Steius Garten eine Weihnachts-Bescherung hiesiger armer, bedürftiger Kinder. Diejenigen, welche auf die Wohlihätigkeit obengenannten Vereins reflektieren, werden ersucht, sich bis zum i. Dezember d° I. bei dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Herrn H. Möller-. Nordaulage 1, schriftlich oder mündlich zu melden. 8021 Gasthaus ;um Mäher Hof empfiehlt: gutes Logis guten bürgerlichen Mittagstifch in und außer Abonnment. ff. Mer aus der Maueret I. K. Ihring, Lich. Gut gepflegte Weitz- und Rot-Weine zu billigen Preisen. SOU Für Vrreiue und Reisende stehen separate Zimmer zur Verfügung. Achtungsvoll A. Bahnefeld9 Zchanffnstraße 2. Die htsn- uai Lebens-Versicherungs-Anstak zu Darmstadt ladet zum Beitritt zu der in Bildung begriffenen Jahresgeseklschaft für steigende Rente« hiermit ein. Diese auf Gegenseitigkeit und Erbverbrüderung beruhende Versickerungsart bezweckt, ihren Teilnehmern gegen unwiderrufliche Kapitaleinlagen jährliche Renten zu gewähren, welche mit zunehmendem Lebensalter des Versicherten steigen« Eine volle Einlage beträgt 200 Mark. Teileinlagen sind zulässig. Die Jahresrente kann auf 150 pCt. der Einlage steigen. Die Jahresrenten in den bestehenden Jahresgesellschaften (724b Mitglieder mit 13389 Einlagen) aus einer vollen Einlage von ursprünglick ICO fi. resp. 200 Mark betragen für 1899 zwischen 7 Mark 24 Pfg. und 257 Mark 14 Pfg. Die in Bildung begriffene Jahresgesellschaft wird vorausfichtlich zu Ende des laufenden JahreS 1899 geschloffen werden. 8üi2 Nähere Auskunft wird bereitwilligst erteilt von dem Agenten der Anstalt F. Stammler, ©btr-Poflfthrdür in SlkM Visitkarten in jeder beliebigen Schriftart und Kartonierte werxUa eu massigen Preisen angefertigt in der BräM’schen Univ.-Druckerei (Pietsch Erben) Schulstraeee 7. Nack beendigtem Kursus im Friseur- Institut zu Frankfurt a. M. empfehle ich mich den verehrten Damen als Friseuse in und außer dem Hause. 8008 Hockacklend Math. Gröningen Steinstratze 59, II. Kopfwäschen wird billigst berechnet. ____ 8014] Eine in verkehrreicker Lage Gießens (Eckhaus) belegene Restauration ist zum 1. Januar, eventl. schon Mit«. Dezember, an qualifizierten Wirt zu ver- aeben. Bewerber wollen Adreffe unter O. Ä an Haasenstei« & Bögler- Gtetze«, senden. i»nd Verlag der Brühl'schen UniverfitötS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.