Qg er. 7926 ar| "svk. rein. en 16. Novenib. WhtzM. k Ibsen. Triesch rfurt. Sambnrg 8006 la u«» «uS« ®0*m" i. IM, M b Rot-Wei»-,,,. 3W«1U. $«*»«• mit.) >6 3# ber töitfttuet *.b Weihuachts-Feie^ ts-Bescheruug M-er i\ dirMHMM - bis zum ».Dezember ins, Henn H. Möller, melden. b02l *** * 6---"' „ «L r;:S^' , ,1246 iplitfllieb« Ä>*> &u*.. . Ende nach 10 Ohr. b Whledeien Rlchtnnaeo 1 °°a an der Abendkasse, herein, 8. WvlmSn d. Z. • ^ouembety, werfest er Turnhalle, lbendr 8'/, Uhr. "36 t haben ZntM. 80C0 Der Vorstand. Ur. L70 Drittes Blatt. Donnerstag den 16 November 189« Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Svoahme tzoo Anzeigen zu der nachmittag« für den senden La, erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-DermittlungSstellen deS In- und Auslande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint lägNch mit Ausnahme des Montag«. Die Gießener AamillenStätter werden dem Anzeiger »öcheuUich viermal beigelegt. AAezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Plg. inonatlich 75 Plg^ mit Bringerlohn Aints- und Anzeiseblntt für den ^tveis Gieszen. Iiedaktion, Expedition und Druckerei: Zchntstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dtätter für hessische UolKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. * Dom Kriegsschauplatz. II. Die Parlamentärflagge ist, so wird von London aus mitgeteilt, nach Berichten von beiden kriegführenden Seiten bereits wiederholt von Engländern wie Buren mißachtet worden, wenn alle unparteiischen Zeugen in diesen unseligen Vorgängen nichts als durchaus unbeabsichtigte Mißstände gesehen haben. Wie nahe liegend, erhoben die extremen Organe beider Parteien aber sofort die schwere Anklage der beabsichtigten und planmäßigen Verletzung der Parlamentärflagge und des roteu Kreuzes, und besonders die englische Presse erhob schon seit Wochen großes Geschrei über Vorgänge, die damals noch nicht einmal in irgendwie glaubhafter Weise festgestellt waren. Die Anschuldigungen erwiesen sich, sowie GleScoe- Dundee und Elendslaagte in Frage kamen, bald als gerade so erfunden, wie die vorher ergangenen Meldungen, nach denen die Buren einen Bahnzug mit flüchtenden Frauen und Kindern beschoflen und bei der Einnahme von Dundee wehrlose Bürger niedergemacht hätten. Dagegen stellte sich heraus, daß mindestens in einem, wahrscheinlich in drei Fällen, ein unseliges Verhängnis es gewollt, daß englische Artilleristen einmal auf einen Burenparlamentär und in den übrigen beiden Fällen (von denen indes nur einer, wie gesagt, offiziell festgestellt ist) auf Buren- ambulanzen gefeuert. Das war offenbar auch der eigentliche Grund, weshalb die englische Presse in so leidenschaftlicher Form die Buren, nicht etwa desselben unseligen Mißverständnisses, sondern des absichtlichen Treubruchs und der Mißachtung des roten Kreuzes beschuldigte. Heute hüllt sich diese Anklage in ein scheinbar offizielles Gewand, allerdings auch nur, Dank der Rabulistik einer erregteu Polemik. Sie stützt sich diesmal auf den offiziellen Bericht General Bullers, nach welchem ein Burengeschütz auf eine Patrouille gefeuert, welche unter der Parlamentärflagge zum Austausch Verwundeter entsandt und zwar ehe diese in die englischen Stellungen zurückgekehrt. Offenbar ist das nicht absichtlich geschehen, denn die ganze Haltung General Jouberts wie dessen Charakter und der aller übrigen Burenführer, sprechen dagegen. Selbst die willkürliche Annahme englischer Blätter, die Buren hätten sich dafür rächen wollen, daß bei einer früheren Gelegenheit unter fast gleichen Verhältnissen auf sie geschossen worden (es handelt sich um einen Waffenstillstandsbruch englischerseits, welcher damit begründet wurde, die in dem Fesselballon befindlichen englischen Offiziere hätten während der Waffenruhe die Buren strategische Bewegungen vornehmen sehen) erscheint hinfällig, denn dazu hätten sie schon weit früher Gelegenheit gehabt, und zwar als in einem der ersten Gefechte eine englische Bombe mitten durch eine Burenambulanze fuhr. In diesem Falle hatten die offiziellen Organe der Burenrepubliken ausdrücklich ihrer Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß dem nicht ein absichtlicher Treubruch englicherseits zu Grunde läge. Umso bedauerlicher erscheint die Leidenschaftlichkeit der englischen Presse heute, wo sie sich auf das Zeugnis General Bullers berufen kann. Nicht wie ein Schrei der Entrüstung, sondern wie ein wilder Ruf nach Rache geht es durch manche dieser Blätter und selbst die maßvollsten rufen pathetisch die gesamte civilisierte Welt zum Zeugen auf gegen die Burenbarbaren. Der „Daily Telegraph" fordert ein sofortiges Abkommen über die Strafen, welche für diese Barbareien zu fordern seien. Er nennt die Buren elende und verräterische Feiglinge und droht mit Vergeltung. Die „Times" sind vorsichtiger, aber ihrer Art gemäß wäscht sie sich bereits die Hände, da es nun „schwierig sein wird, angesichts solcher Thatsachen, die Achtung unserer Soldaten für die Gesetze der modernen Civilisation zu sichern". Der „Globe" schreibt wörtlich: „Wenn der Krieg von einem Kämpfenden in böswilligen Mord verwandelt wird, so ist die Vergeltung nur allzu sicher und wird nicht zu streng getadelt werden. Wir müssen uns außerdem erinnern, daß Verrat nicht ein Laster ist, welches unter den holländischen Afrikandern sich erst in letzter Zeit entwickelte. Wir sind im Kampf, wie bei den Unterhandlungen daran gewöhnt. Die „Sun", um ein extremeres Beispiel anzuführen, erklärt bereits: „Es ist nicht zu bezweifeln, daß unsere Leute furchtbare Vergeltung verüben werden, falls sich diese Niederträchtigkeiten wiederholen und ein furchtbares Element der Rache dürfte so in den Krieg eingeführt werden. Krügers Phrase von „einem Preise, welcher die Menschheit erblassen machen wird", ist noch nicht vergessen". Ueber die bisherigen Operationen der Buren spricht sich das „Berliner Militär-Wochenblatt" wie folgt aus: Wenn man die Operationen der Buren und ihre taktischen Leistungen während der Anfangsperiode des südafrikanischen Krieges und hauptsächlich bei der Unternehmung gegen Natal betrachtet, so kann man weder ihrer Führung noch der Gesamtheit ihrer kriegerischen Scharen die berechtigte Bewunderung und das Zeugnis eines selten hohen Grades von Disziplin, vollen Verständnisses für die Absichten der räumlich getrennten höheren Führung, zielbe* wußter, nur auf Begeisterung, Ausdauer und williger Ertragung großer Strapazen sich aufbauender Verfolgung ihrer Ziele und der Bewährung hoher militärischer Tugenden bei der Kraftbemessung mit dem Feinde versagen. Die Aufgabe, welche sich General Joubert gestellt hatte, einheitlich und gleichzeitig mit allen verfügbaren Kräften vor den englischen Stellungen anzukommen und nahe vor der Front der Engländer die Vereinigung der bisher auf weiten Räumen getrennt stehenden Heeresteile des Oranje- und Transvaal-Staates zu bewerkstelligen, stellt an die Führung und die Truppe so hohe Anforderungen, daß die neuere Kriegsgeschichte den Beleg hierfür nicht versagt, wenn sie Beispiele des teilweisen oder gänzlichen Mißlingens dieser Operation selbst bei fest« gegliederten und organisierten Heerkörpern europäischer Armeen zeigt, welche — wenigstens was das Gelände betrifft — nicht mit gleichen Schwierigkeiten zu rechnen hatten, wie der Vormarsch der Buren. Daß die Schwierigkeiten dieser Operationen in einzelnen vorübergehenden oder stellen- Feuilleton. . * Der Buren Gottesglaube. Wie tapfer sich die Buren mit ihrem mächtigen Gegner schlagen, erzählen täglich die Depeschen vom südafrikanischen Kriegsschauplatz. Von der merkwürdigen, gehobenen Stimmung, die unter ihnen unmittelbar vor Ausbruch des Krieges herrschte, und die ihren frommen Sinn zum Ausdruck brachte, von dem ungebeugten, trotzigen Mut, der unter ihnen alt und jung erfüllt, erfährt man jetzt aus Briefen, die die Post aus jenen fernen Gebieten brachte. Schade, daß nicht ein großer Maler der denkwürdigen Sitzung des Volksraad beiwohnte, die dem Kriege unmittelbar voranging; die Zahl berühmter Historienbilder wäre gewiß um ein bedeutendes Gemälde bereichert worden. Schon der trockene stenographische Sitzungsbericht liest sich ergreifend: „Beide Häuser des Volksraad waren einberufen, doch nur vierzehn Mitglieder waren zur Sitzung erschienen, die übrigen waren an die Grenzen unter die Waffen geeilt. Präsident Krüger erhebt sich, heißt es in dem Berichte, und mit ihm die ganze Versammlung. Totenstille herrscht im Saale, und Krüger beginnt mit vor Rührung zitternder Stimme, der aber seine große, starke Ueberzeugung Kraft verleiht, zu sprechen. „Die beiden Häuser," sagte er, „sind nie unter so außergewöhnlichen Umständen versammelt gewesen, wie heute. Krieg droht uns, und weshalb? Weil der Geist der Lüge die Ueber- hand gewonnen hat. Wir müssen es dankbar anerkennen, daß Gott unser Volk in dieses Land gepflanzt und geführt hat. Wenn auch Tausende über uns kommen, ohne Gottes Willen brauchen wir nichts von dem abzugeben, was der Herr uns gegeben hat, und was wir ihm allein verdanken. Erheben wir unsere Gebete zu ihm, er wird entscheiden, und seine Entscheidung wird nicht auf Lüge gegründet sein, sondern auf Wahrheit und Recht. Lasset uns beten, fortwährend beten, damit Gott uns führe; er wird für Recht und Gerechtigkeit eintreten, bis wir ganz von den Briten erlöst sind." Krüger forderte dann die Anwesenden auf, den Psalmvers aufzusagen : „Der Herr wird mit uns streiten, und wenn er mit uns ist, wer wird dann gegen uns sein?" worauf er fortfuhr: „Beim Einfalle Jamesvns waren Tausende von Kugeln gegen uns gerichtet, nur drei von unseren Leuten sind gefallen, aber mehr als 100 auf der anderen Seite. Das ist ein Beweis, daß nur Gott die Kugeln lenkt. Auch damals hat er uns gerettet, um zu zeigen, daß er der Lenker der Welt ist, und sonst niemand." Kein Applaus erscholl nach dieser Rede, kein Ruf wurde gehört, schweigend standen, die Mitglieder des Volksraad da, alle von der Wahrheit der Worte Krügers durchdrungen." — So weit der Bericht. Daß auch die jungen Leute in Transvaal nicht anders denken und fühlen als ihr alter Präsident, zeigt ein Brief, den ein junger Bure an seine Mutter schrieb: „Wir sind alle unter die Waffen geeilt", heißt es in diesem Schreiben, „und bereit, für unser teures Vaterland zu streiten. Wir wissen, wir kämpfen für eine gerechte, ehrliche Sache. Es ist wahr, England ist mächtig, aber nicht allmächtig. Gott allein ist allmächtig, und er wird dafür sorgen, daß Macht nicht Recht wird. Wir legen unsere Sacke in seine Hand und werden ihn bitten, daß er unser General sei. H^r ist kein Haus, in dem nicht geweint und geklagt wird. Die schmerzlichsten Szenen erlebt man auf dem Bahnhofe, dort wird Abschied genommen von den Lieben, von Eltern und Geschwistern. Es ist rührend. Als gestern ein Zug mit dreihundert Mann abreiste, da sang alles auf dem Bahnhofe: „Der Herr wird sich erheben zum Streite, er wird seine Hasser verjagen und zerstreuen." — Der in Bloemfontain erscheinende „Expreß" berichtet vom 10. Oktober: „Der Geist, der sich des Volkes bemächtigt hat, ist erstaunlich. Alles will in den Krieg ziehen, man wird befehlen müssen, um Leute zu Hause zu halten, sonst wird die Stadt leer. Allgemein ist der Glaube, daß Gott uns retten wird." * Ueber die zunehmende Ueppigkeit der Diners in Beamten» und Offiziersfamilien führt das Berliner „Militärwochenblatt" Klage: „Die Tafel, seufzend unter Silber und kostbarem Porzellan, ist mit einer Fülle seltener Blumen geschmückt, womöglich auch das Speisezimmer entsprechend dekoriert. Eine Schar von Lohndienern serviert und schenkt die Weine ein, zu jedem Gericht eine besondere Sorte. Die Gerichte nicht der Saison entsprechend, sondern Frühlingsdelikatessen im Winter und von weither verschriebene Leckereien zu allen Jahreszeiten. Der Wirt muß ein großes Portemonnaie und der Gast einen sehr widerstandsfähigen Magen besitzen, um solchen Anforderungen zu entsprechen. Auch die heutigen Bälle im Offizierskorps ersticken unter der Pracht der Ausstattung und Bewirtung." Der Artikel fordert eine Reform des geselligen Verkehrs innerhalb des Regiments. Dort sei „leicht und ohne Schwierigkeit Wandel zu schaffen, wenn der Kommandeur mit gutem Beispiele voran gehe und in angemessener Weise die Parole ausgebe: Keine Diners, sondern einfache kameradschaftliche Geselligkeit". „Wenn er und andere Familien es dann verstehen, dem freundschaftlichen Beisammensein auch einen geistigen uud gemütlichen Inhalt zu geben, dann braucht man nicht zu dem öden Kommiß-Pekko früherer Zeiten zurück zu kehren, sondern man kann Anregung und Erheiterung suchen und finden, welche Form auch die Zusammenkünfte haben mögen. Der Kommandeur kann z. B. einen regelmäßig wiederkehrenden EmpfangS- abend (jour fixe) bei sich ansetzen, wo jedermann willkommen ist, wo allerlei anmutende Zerstreuung und ein einfaches Abendbrot geboten wird. Den Familien sei der jetzt vielfach in Aufnahme gekommene 5 Uhr-Thee empfehlen. Hier bieten und Frankreich und England zwei wirklich nachahmenswerte Beispiele". Schwieriger gestalte sich die Reform des Verkehrs mit anderen Kreisen. Aber wo man den Offizieren geflissentlich durch lukullische Gastmähler imponieren wolle, da bleibe nichts übrig, als den Verkehr abzubrechen.. Der Artikel mahnt das Offizierkorps dringend zur Einkehr mit Rücksicht auf die Ausdehnung der Sozialdemokratie. „Der biedere Offiziersbursche, der ehedem zu seinem Leutnant wie zu einem höheren Wesen aufsah, er wird jetzt sehr bedenkliche Betrachtungen anstellen, wenn er Zeuge des im geselligen Verkehr getriebenen Luxus wird. Wir selbst sammeln Brennstoff zu dem Scheiterhaufen, den die Sozialdemokratie für uns aufschichtet, wenn wir uns vom Protzen- tum imponieren lassen und es den Reichsten gleichzuthun suchen". * Neues von Serenissimus. Die „Frkf. Ztg." schreibt: Ein hoher Herr hat kürzlich irgendwo in Deutschland einen denkwürdigen Ausspruch gethan, welcher verdient, der Allgemeinheit bekannt gegeben zu werden. Das Ganze klingt wie eine Geschichte von Serenissimus, und soll auch, der Diskretion halber, als solche erzählt werden. Also: Serenissimus besucht eine seiner Residenz benachbarte aufblühende Stadt. Er fährt mit dem Bürgermeister durch eine Straße von schönen neuen Häusern. Gedankenvoll betrachtet er die Herrlichkeit eine Weile und wendet sich dann an den Stadtgewaltigen: „Aeh, äh — schöne Straße! Häuser alle hier gebaut"? weisen Mißerfolgen bei den ersten taktischen Berührungen mit dem Gegner nachwirkten, haben allerdings die Gefechte zwischen dem 20. und 24 Oktober gezeigt. Gerade dadurch aber wird die Schwierigkeit der von Joubert eingeleiteten Operationen in das rechte Licht gestellt, wie andererseits auch der taktische Gesamterfolg, den die Buren aus jenen Gefechten unter Bekundung außerordentlich anerkennenswerter kriegerischer Eigenschaften zogen, den Beweis dafür liefert, daß der auf der Grundlage zutreffender Berechnungen und richtiger Beurteilung der Verhältnisse aufgebaute Plan auch unter Friktionen mit voller Energie aufrechterhalten und folgerichtig durchgeführt wurde bis zum gesteckten Ziele — der engen Einschließung der englischen Streitkräfte in Ladysmith. Ktteratur. Im Verlag von I. Lang, Karlsruhe, ist neuerdings ein Buch erschienen, das die Beachtung weiterer Kreise verdient. „Beiträge zur Erziehung der deutschen Jugend mit besonderer Berücksichtigung der Pflege der Liebe zu Fürst und Vaterland, Kaiser und Reich für Haus und Schule". Bearbeitet von Edm. Hartmann, Gymnasiallehrer in Gießen. Brosch. 1,80 Mk., geb. 2,50 Mk. In klarer und überzeugender Sprache giebt uns der Verfasser den Zweck der Erziehung und die Mittel zur Erreichung desselben an. Mit gleicher Gewissenhaftigkeit wird die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes besprochen, die Pflege der Gesundheit, die Kräftigung und Erhaltung gesunder Nerven durch ausreichende Bewegung in Gottes freier Natur besonders betont und auf die Schäden im Hause aufmerksam gemacht, die durch eine verkehrte Körperpflege die Gesundheit des Kindes bedrohen. Ein gesunder Geist kann nur in einem gesunden Körper wohnen, ist der Wahlspruch des Verfassers. Ein besonderer Vorzug des Buches besteht darin, daß die Wichtigkeit eines schönen Familienlebens vor Augen geführt und das tiefe Wirken der Mutter auf das Herz des Kindes in gemütvoller Weise geschildert wird. Der Ausspruch unseres großen Göthe: „Vom Vater hab' ich die Statur, des Lebens ernstes Führen, Vom Mütterchen die Frohnatur und Lust zu fabulieren", scheint dem Verfasser bei seinen Ausführungen vorgeschwebt zu haben. Der Zweck der Erziehung kann aber nur dann vollständig erreicht werden, wenn Schule und Haus harmornisch und sich gegenseitig ergänzend zusammenwirken, wenn die Eltern im Lehrer ihren Freund und Verbündeten sehen und seiner mühevollen Arbeit nicht hemmend entgegentreten. Nur dann kann ba* schwierige Werk der Kindererziehung zu gutem Ende geführt und ein Geschlecht herangezogen werden, das befähigt ist, Gemeinsinn zu pflegen und an der Kulturaufgabe des deutschen Volles thatkräftig mitzuarbeiten, ein Geschlecht, das jederzeit treu hält zu Fürst und Vaterland, Kaiser und Reich. Darauf besonders hingewiesen zu haben ist ein weiterer Vorzug unseres Büchleins. Rechnet man noch dazu die hübsche Ausstattung und den billigen Preis, so darf man wohl hoffen, daß es einer guten Aufnahme sicher sein und einen willkommenen Ratgeber für Eltern und Erzieher bilden wird. Es dürfte sich bald viele Freunde unter uns erwerben und eine schöne Gabe für den Weihnachtstisch sein. Kb. Schiffsnachrichten Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch dte Agenten 6er Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 13. November. [$er transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Dresden, Kapitän P. Grosch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 11. November, 9 Uhr vormittags, wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bekanntmachung. Der seitherige Unternehmer der Tonuenabfuhr in der Stadt Gießen wünscht — wenn thunlich schon auf 1. Januar k. I. — seiner vertragsmäßigen Verpflichtung enthoben zu werden. Wir bringen dies «it dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß die Bedingungen für Uebernahme dieses Geschäfte« auf unserem Amtszimmer Nr. 15 offengelegt sind und Bewerber aufgefordert werden, ihre Meldungen unter Angabe der näheren Bedingungen für den Eintritt in den derzeitigen Vertrag bis längstens 25. d. M. verschlossen bei uns einzureichen. Gießen, den 11. November 1899. Großherzogliche Bürgermeisters Gicherr. 7999 Gnauth. WimnMWlMn Submission. Für die psychiatrische Klinik soll für dte Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1900 auf dem Wege öffentlicher Submission die Lieferung von circa 7000 Ceutueru Patent CoakS vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittag« von 8 bis 6 Uhr in dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Donnerstag den 23. November 1899, vormittags 11 Uhr, in dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bi« zum 5. Dezember b. I. Gießen, den 9. November 1899. G oßh. Verwaltungs-Direktion der psychiatrischen Klinik. Sommer. ' 7931 -DnstttgrrmM Donnerstag den 16. tobt. 1899, nachmittags 2’/» Uhr, wird in dem Bieker'schen Saale eme große Partie Schmiedeeisen versteigert. Die Bersteigerung findet bestimmt statt 7880 Geißler, Gerichtsvollzieher. Mr miet nn gen 3996] Eine schöne 4-Zimmerwohnung, 1. Etage, mit Zubehör ist per sofort zu vermieten. Näheres Westanlage 41 pari. (>199] Schöne Wohnung, 4 Zimmer nebst Zubehör mit Gartenanteil, freie Lage, per sofort, eventuell für später, zu vermieten. E. Hanau, Marburgerstraße 44. 5415] Ludwigstraße 32: Logis, part., 8 Zimmer nebst Zubehör, per sofort zu verm. Näheres Bahnhofstraße 2V. 6062] Logis, 5 bis 6 Zimmer nebst Zubehör, zu vermieten. __________L. Huhn, Bleichstraße 16. 5688] 3-Zrmmerwohnung zu vermieten. Licherstratze 21. Näheres Licherstraße 19.______________ 6906] Zu vermieten Stephanstratze 15: Beletage u. Parterre, 6 Zimmer-Wohnung mit Gas- und Closeteinrichtung. 4. 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