J1 b'8 171 September Stellung 's hrung n Kuhmilch le bei Säuglingen. luelle Masser, Sttj**«** 6. Dmtagti. rechdarchfall. älern verwendet. S0- 1877 Drogerien. J*“* I* le" 17. d. Mts. s SS nement : und Leben. la! iges. immer 30 Pf. Wochd)M';iri(toa i und ist die in* reitelste. Tilghch [1 wo deutscher d.' dabfl/ ^itungsverkäuf«- schienten Jahr ängc von 189b b* 'm i. Band, sind ebenso einzelne stenlos r ^agend“ , Kmjtrerlif ) 100.09 00.00 ’embet 1* Wenentt (jolb'9t^e ifliejett S&*»* L.-;SS: rtzss " 89.56 9810 24.10 100.M M ** ^knoten dto. ßOOOO 1809 Nr. 218 Zweites Blatt Samstag den 16 September Alle Anzeigen-vermittlungSstrllen bei In- und ÄullanbtÄ nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgtgeu Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Lna«ch«« »en Anzeigen zu der nachmittag- für den srlgeQdeo Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Aezugspret- vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh». Erscheint ttßNch mit Ausnahme des Montags. Die »ießener Js«»4«<»ßlttter werden dem Anzeiger wöchenttich viermal bctgetegt. Gießener Anzeiger General-^Heizer Anrts- und Anzeigeblntt für den Tiveis Gieszen. Nedaktion, Expedition und Druckerei: Kch»tstraße Ar. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieß«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde._________________ Ew. Kgl. Hoheit in vollster Uebereinstimmung zu wissen über die zu erstrebenden Ziele und die hohe Wichtigkeit, die der Erhaltung und Stärkung der Wehrhaftigkeit unsres deutschen Vaterlandes gebührt. Ich verlasse heute das herrliche Baden mit den herzlichsten Segenswünschen und mit warmbewegtem Danke für die Aufnahme, die Mir hier von Ew. Kgl. Hoheit, von der Stadt Karlsruhe und von allen Kreisen der Bevölkerung zu Teil geworden ist. Es hat alles das Meinem Herzen wahrhaft wohl gethan, und kann Ich nur mein lebhaftes Bedauern wiederholen, daß die Kaiserin, Meine Gemahlin, nicht mit Mir an diesen erhebenden Eindrücken teilnehmen konnte. Ew. Königl. Hoheit würde Ich ganz besonders dankbar sein, wenn Sie auch allen Beteiligten in Ihren Landen Kenntnis von diesen Meinen Gefühlen geben möchten. Ich verbleibe mit herzlicher Liebe, unveränderlich aufrichtiger Verehrung und Freundschaft Ew. Kgl. Hoheit freundwilliger Vetter, Bruder und Neffe (gez.) Wilhelm Rex. Karlsruhe, den 13. September 1899. — Vom Hofe verbannt. Der Nachricht, daß die Hofwürdenträger, die gegen den Kanal gestimmt haben, bis auf weiteres nicht bei Hofe empfangen werden sollen, ist die „Freis. Z." etwas näher getreten. Sie hat darüber folgendes herausgefunden: Als Hofwürdenträger kommen im ganzen 19 Mitglieder des Abgeordnetenhauses in Betracht, 16 Kammerherren, von denen zwei auch Schloßhauptleute sind, außerdem noch der Schloßhauptmann v. Dziembowski, Kammerjunker Graf Finck zu Finckenstein und der Erbtruchseß Graf zu Solms-Rödelheim. Die 16 Kammerherrn sind dieAbgg. v. Arnim, v. Bandemer, Frhr. v. Bodenhausen-Burgkemnitz, Frhr. v. Bodenhausen-Lebusa, v. Buch, Frhr. v. Buddenbrock, Regierungspräsident v. Colmar-Meyenburg, Burggraf zu Dohna, Frhr. v. Erffa, v. Heyden, Graf v. Kanitz, Rabe v. Pappenheim, Frhr v. Plettenberg-Mehrum, v. Prittwitz und Gaffron, v. Riepenhausen und v. Veltheim. Die Abgg. v. Buch und v. Veltheim sind nicht bloß Kammerherren, sondern auch Schloßhauptleute. Von den 19 Hofwürdenträgern ist nur der Schloßhauptmann v. Dziembowski frei- konservativ; alle übrigen gehören der konservativen Partei an. Von diesen Hofwürdenträgern sind die beiden Landräte Frhr. v. Bodenhausen-Burgkemnitz und Frhr. v. Bodenhausen-Lebusa, sowie der Regierungspräsident v. Colmar wegen ihrer Kanal-Abstimmung bereits zur Disposition gestellt worden. 16 von 19 Hofwürdenträgern haben in allen vier Abstimmungen gegen den Kanal gestimmt Drei Kammerherren, Burggraf zu Dohna, Frhr. v. Plettenberg-Mehrum und v. Veltheim haben in der ersten Abstimmung für den Dortmund-Rheinkanal gestimmt, sich aber bei den übrigen Abstimmungen teils der Stimme enthalten, teils ohne Entschuldigung gefehlt. Köln, 14. Sept. Die „Köln. Volksztg." schreibt zu i den beunruhigenden Nachrichten aus Schantung: Eine Erklärung, der man von amtlicher deutscher Scüe bisher eine Bestätigung nicht gegeben habe, liege vielleicht darin, daß die aus dem Alt-Ruhrgebiet an den deutschen Gesandten'in Peking gerichteten Telegramme von der chinesischen Regierung aufgefangen worden seien. In Berlin halte man an der Auffassung fest, daß der diplomatische Schutz sich nur auf deutsche Staatsangehörige zu erstrecken habe, aber nicht auf die christlich gewordene chinesische Bevölkerung, da man sonst zu unabsehbaren Konflikten mit der chinesischen Regierung kommen werde. Das Blatt sagt, aus dieser unklaren Lage werde die Diplomatie eine Aus- I flucht suchen müssen, zumal die Kulturarbeit der dortigen I deutschen Ingenieure bedroht ist. Man macht sich „darauf gefaßt, daß der Bahnbau unter beständigem militärischen Schutz betrieben werden muß, und daß nach der Fertigstellung der Bahn die einzelnen Stationen militärisch besetzt bleiben müssen, um sie vor der Zerstörungswut des chme- I fischen Pöbels zu sichern. . Posen, 14. September. Der Chefredakteur der polnischen Wochenschrift „Fraca" in Posen, Dr. Casimir Rakowski ist heute aus dem Königreich Preußen ausgewiesen worden. Die Ordre lautete zuerst, er habe binnen 24 Sttinden das preußische Gebiet zu verlassen. Es ist ihm jebod) etne Frist bis zum 30. ds. zur Ordnung seiner persönlichen Ver- hältnisse gestattet worden. des Ingenieur- und Pionier-Korps Generalleutnant Freiherr i von der Goltz den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichen- I laub und Schwertern am Ringe, der Flügel-Adjutant des I Kaisers Major Morgen die königliche Krone zum Roten I Adlerorden 4. Klasse' mit Schwertern, der Flügeladjutant | des Kaisers Oberst von Mackensen den Kronenorden I 2. Klasse. — Vom Bund der Landwirte. Die „D. Tgsztg." | behauptet, die Maßnahmen der Regierung hätten dem I Bunde der Landwirte großen Nutzen gebracht. Die Bei- I trittserklärungen hätten sich ganz erheblich gehäuft. I Das Blatt schreibt darüber: Die meisten Landwirte und Gewerbetreibenden, die ihren Bet- I tritt anmelden, begründen es damit, daß sie zwar bisher aus außer- I lichen und innerlichen Gründen dem Bunde serngeblteben seien, e8 I aber jetzt für ihre unabweisbare Pflicht erachten müßten, beizutreten, damit der Bund feine Tätigkeit zu Gunsten der Landwirtschaft und I des Mittelstandes trotz der Befehdung um so entschiedener und | kräftiger durchführen könne. Unter den Beilretenden find, — und I das ist befonders interessant, — ziemlich viele, besonders aus Schlesien, die offen erklären, daß sie früher freisinnig gewesen, I jetzt aber durch das Vorgehen der Regierung und durch die Haltung I der freisinnigen Partei bekehrt seien. Endlich verdient auch hervor- I gehoben zu werden, daß eine ziemliche Anzahl von Staatsbeamten I a. D. dem Bunde in jüngster Zeit betgetreten ftnb.„ Einer dieser Beamten begründet seinen Beitritt damit, daß er es für seine Pflicht I halte, die Bestrebungen des Bundes im Interesse des Standes zu I unterstützen, der diejenigen Elemente in sich vereinige, welche unserm I Herrscherhaufe, unserm Heere und den Beamten hauptsächlich dazu I verhalfen hätten, Preußen zum großen Staate zu machen. Ein I anderer schreibt, daß er sich dem Bunde jetzt um so lieber anschließe, I als es den aktiven Beamten verwehrt werden solle, mit den staats- I erhaltenden Landwirten zusammenzugehen und ihrer Jnteressenoer- I tretung anzugehören. Das Anwachsen einer oppositionellen Stimmung m sonst regierungsfreundlichen Kreisen ist nicht gerade unwahrscheinlich. Freilich darf man solchen Stimmungen auch nicht zu viel Wert beimessen; sie pflegen nicht von I Dauer zu sein. Zu wünschen wäre nur, daß nicht neue Fehler von selten der Regierung gemacht werden. — Wie die „Berl. Neuest. Nachrichten" hören, hat sich das Befinden des Finanzministers Dr. v. Miquel zwar ein wenig gebessert, doch ist der Minister noch nicht I imstande, Vorträge entgegenzunehmen. — Der Kultusminister Studt gedenkt am nächsten Samstag, Sonntag und Montag in Münster zu verweilen. Die Übersiedelung seiner Familie nach Berlin wird erfolgen , sobald Dr. Bosse seine bisherige Wohnung ge- I räumt hat. — Nach den neuesten Bestimmungen trifft das Zar en- I paar von Kopenhagen kommend, am Samstag dem 16. ds. Mts. zum Besuch der Prinzessin Heinrich in Kiel ein. Am Sonntag erfolgt voraussichtlich die Weiterreise nach I Darmstadt. — Vor der Abreise des Kaisers aus dem Gebiete des Großherzogtums Baden ist noch eine kaiserliche Kundgebung ergangen. Die Karlsruher Zeitung veröffentlicht an der Spitze ihrer heutigen Ausgabe folgendes Schreiben I des Großherzogs: „Mein lieber Herr Staatsminister Nokk! Ich übergebe Ihnen hiermit ein Handschreiben Sr. Majestät des deutschen Kaisers und Königs von Preußen, das Aller- höchstderselbe beim Schlüsse der großen Manöver der drei Armeekorps an Mich gerichtet hat. Außer den militärischen Fragen, welche in diesem Handschreiben berührt werden, spricht Seine Majestät auch seine dankbare Befriedigung über die Eindrücke aus, welche Allerhöchstderselbe während seines Aufenthalts im Lande gewonnen hat. Hocherfreut I über die ausgesprochenen Gefühle dankbarer Anerkennung I Sr. Majestät des Kaisers wünsche Ich, daß Allerhöchstdessen I Aeußerung allgemein bekannt werden möge, und ersuche Ich Sie, die Veröffentlichung des kaiserlichen Handschreibens baldig zu veranlassen. Ihr ergebener (gez.) Friedrich. I Karlsruhe, 13. September 1899." Das Handschreiben des Kaisers lautet: Durchlauchtigster Fürst! Freundlichst geliebter Vetter, Bruder und Oheim! Bei dem heutigen Scheiden aus Ew. Kal. Hoheit Landen ist es Mir ein aufrichtiges I Herzensbedürfnis, Ew. Kgl. Hoheit durch Übersendung anliegender Abschriften Meiner Ordres an die kommcm- I biercnben Generale des XIV. und des zu Ew. Kouigl. Hoheit Armeeinspektion gehörigen XV. Armeekorps von Meiner hohen Freude Kenntnis zu geben, mit der Mich der vortreffliche Zustand beider Armeekorps erfüllt ha . Das nie ermüdende Interesse und die htngebendeThatigkeit, welche Ew. Kgl. Hoheit mit Aufopferung Ihrer Kräfte allezeit der Ausbildung Ihrer Truppen widmen, finden in so glänzenden Erfolgen ihren schönsten Lohn Mir aber gereicht es zu wahrhafter Genugthuung, Mich mit Ausland. Venedig, 14. September. Morgen entscheidet die Versammlung hiesiger Industrieller und Künstler über den Boykott der Pariser Weltausstellung. Brüssel, 14.September. General Mercier, der nicht Der HochverratSprozetz in Belgrad. In gewissem Sinne hat der Prozeß, welcher sich gegenwärtig in der serbischen Hauptstadt abspielt, manche Aehn- I lichkeit mit der Dreysusaffaire. Die französischen Chauvinisten brauchten ein »Opfer, an dem dargethan werden konnte, welche Anstrengungen die Feinde Frankreichs, insbesondere natürlich Deutschland machen, um die Pläne der französischen Heeresverwaltung in die Hand zu bekommen, also die Republik jenseits der Vogesen schwer zn schädigen. Der Dreyfusprozeß wurde inszeniert, d. h. vom Zaune gebrochen, I und es ist erklärlich, daß die Anstifter um keinen Preis ihr Opfer aus den Fingern lassen wollen. In Serbien steht I das Ansehen der Dynastie Obrenowitsch schon lange unter I pari, besonders der König-Vater Milan hat sich die Sympathien seiner früheren Unterthanen und des Auslandes I verscherzt, so daß es die höchste Zeit war, die Farbe der I Obrenowitsch etwas aufzufrischen. Da hat Milan am I 6 Juli d. I. das Glück, daß ein „Attentat" gegen ihn I verübt wird, bei dem er unversehrt bleibt, wobei jedoch der I Thäter in die Hände der Behörden fällt. Vater Milan I erntet eine Fülle von Beileidsbezeugungen, er ist durch das I Attentat auch in Serbien wieder populär und zum Herrn I bet Situation geworden. Wir wollen gar nicht so weit I gehen und behaupten, daß das Attentat bestellte Arbeit war, aber zu verkennen ist nicht, daß die Affaire von Milan im weitesten Sinne ausgenutzt wurde, um mit seinen persön- I lichen Feinden, den Radikalen reinen Tisch zu machen. Eine große Zahl von Verhaftungen ist erfolgt, und wenn die serbische Regierung sich auch noch so sehr gegen die Annahme wehrt, daß der Prozeß gegen den Attentäter und seine vermeintlichen Anstifter eine Posse ist, so wird sich durch diese amtlichen Versicherungen, die ja auch die serbische Gesandtschaft in Benin zu machen für gut befunden hat, I niemand bethören lassen. Der Prozeß mußte den Radikalen gemacht werden, damit die Regierung sich ihrer entledigen konnte, ob das aber selbst unter Anwendung französischer I Gerichtspraxis gelingen wird, ist denn doch noch zweifelhast. I Aeußerlich ist bei dem Belgrader Prozesse alles vermieden worden, um den Verdacht aufkommen zu lassen, als solle das Recht gebeugt werden; aber wer zweifelt wohl daran daß die Richter unter dem Einflüsse der Regierung stehen' und nach deren Wünschen den Prozeß fuhren! Was auf das „Geständnis" des Attentäters Kneszevic zu geben ist geht aus dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen klar hervor, die Widersprüche seiner Aussagen mit denen der übrigen Angeklagten, die er stark belastet, sind denn doch zu offenkundig, als daß man nicht annehmen mußte, tg läge ihm nur daran, die Mitglieder der radikalen Partei zu schädigen und vor der Oeffentlichkeit bloszustellen. Der Prozeß in Belgrad bleibt eine Posse, wie auch das Urteil ausfallen möge. Ob das jetzige Vorgehen gegen die Radikalen der Dynastie zum Segen gereichen wird, ist sehr zweifelhaft, umsomehr als ja keine einzige Partei die herrschenden Zustände im Lande gutheißen kann. Die ! Regierung hat sich schon häufig auf die Radikalen stützen müssen, diese Stütze geht aber verloren, wenn die Partei unter Hintansetzung aller Rechtsgrundsätze verfolgt wird. Mag auch der Prozeß mit der Verurteilung etner Anzahl Angeklagter enden, die Regierung wird daraus kaum Vorteil ziehen, vielmehr die Folgen ihres Vorgehens später schwer empfinden.(xx) Deutsches Reich- Berlin, 14. September. Der Kaiser ist heute früh 7 Uhr auf der Wildparkstation wieder eingetroffen und hat sich sofort nach dem Neuen Palais begeben. Um 8i/2 Uhr vormittags ist et mit der Kaiserin nach Hubertusstock abgereist. — Die Kaiserin empfing und erwiderte gestern den Besuch der Königin von Württemberg. An der Abendtafel der Kaiserin nahm die Königin und die Herzogin Philipp von Württemberg und Umgebung teil. — Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine große Anzahl Auszeichnungen aus Anlaß der diesjährigen großen Herbstübungen. Es erhielten n. a. der württembergische Kriegsminister Freiherr Schott zu Schottenstein das Großkreuz des Roten Adlerordens, der kommandierende General des 13. Armee-Korps Generalleutnant Freiherr von Falkenhausen den Roten Adl-rorden 1. Klaffe mit Eichenlaub, der kommandierende General des 14. Armee-Korps General von Bülow den Schwarzen Adlerorden, der kommandierende General des 15. Armee- Korps, Generalleutnant Freiherr von Meerscheidt-Hüllesem -den Noten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub, der Chef mehr aktiv ist, und deshalb frei in seinen Handlungen ist, beauftragte den bekannten hiesigen antisemitischen Senator und Advokaten mit Erhebungen über alle belgischen Blätter, welche während des Dreyfus-Prozesses dem genannten General wenig schmeichelhafte Dinge gesagt haben. Paris, 14. September. Guörin hielt heute auf dem Dache seiner Festung eine Truppenschau ab über seine 12 Mann zählende Besatzung. Eine Dame, welche sich aus einem gegenüberliegenden Fenster mit Gusrin durch die Zeichensprache unterhielt, wurde verhaftet. Paris, 14. September. Die „Patrie" meldet, die Regierung sei thatsächlich bereit, eine allgemeineAmnestie zu fordern, in welche alle mit der Dreyfus-Angelegenheit zusammenhängenden Prozesse inbegriffen sein sollen. Nur die Komplottangelegenheit soll ausgeschlossen sein. Paris, 14. September. Der Senatspräsident kehrt am Sonntag nach hier zurück. Die Instandsetzung der neuen Gefängniszellen im Bibliotheksaal des Senatspalastes wird am Samstag beendet. Weiter wird ein spezieller Saal eingerichtet, damit die Angeklagten sich nicht mit den Familiengliedern unterhalten können. Auch für den Gerichtshof und für den Regierungskommissar wird je ein Saal eingerichtet. Die Senatoren sollen zur Verhandlung im Frack und weißer Binde erscheinen, um der Angelegenheit den Stempel der Feierlichkeit aufzudrücken. Paris, 14. September. Wie der „Franks. Ztg." gemeldet wird, sandte die Königin von England an den englischen Botschafter in Paris, der ihr die Verurteilung Dreyfus' angezeigt, eine französische, nicht chiffrierte Depesche, worin sie ihre -tiefe Betrübnis über die empfangene Nachricht ausdrückt und erklärt, die Verurteilung Dreyfus' sei eine Herausforderung an die menschliche Vernunft. Auch die Exkaiserin Eugenie telegraphierte einem ihrer hiesigen Freunde, sie sei tief betrübt über die Verurteilung Dreyfus'. Paris, 14. September. „Aurore" veröffentlicht einen Brief des Professors And^ade von der Universität Montpellier, der an den Justizminister gerichtet ist und in dem er mitteilt, daß er im Besitz eines Schriftstückes sei, welches die Unschuld Dreyfus' beweise. Er fordert, da dies eine neue Thatsache sei, die Revision des Prozesses, und behauptet, er habe das Schriftstück dem Präsidenten Jouaust angeboten, derselbe habe aber nicht für nötig befunden, ihm zu antworten. Der Professor schließt seinen Brief mit der Bekräftigung, das Kriegsgericht von Rennes habe sich auf eine grobe Weise täuschen lassen. „Ich schwöre, daß Dreyfus unschuldig ist, und erkläre mich bereit, dies vor der Justiz- kammcr auf Grund unwiderleglicher Beweise darzulegen." „Aurore" bemerkt, daß das Schriftstück ein Brief eines Schweizer Obersten und vom September 1896 datiert sei. — Von den Philippinen liegen wieder neuere Mitteilungen vor, die nicht eines weiteren Interesses entbehren. An erster Stelle wird gemeldet, daß der deutsche Vizekonsul Streisf auf Jloilo weder tot noch sallit ist, wie gerüchtweise verlautete. Doch hat er durch die Beschießung von Jloilo und die neueren Kämpfe auf Negros fast alles verloren, was er in langen Jahren erworben hatte. Er wird, wenn er keinen Ersatz erhält, einen Vergleich schließen müssen. Der Tagalen-Anführer Aguinaldo hat eine Verfügung erlassen, die von dem Minister des Auswärtigen, Philipp Buencamino gegengezeichnet ist, worin er alle Schisse, welche unter amerikanischer Flagge segeln, als gute Prise erklärt unter Respektierung der nichtamerikanischen Passagiere und deren Eigentums. Solchen Schissen soll auch kein Zutritt in einen philippinischen Hafen gestattet werden. Aus diesem Grunde ließ er den Dampfer „Saturnus" in San Fernando nehmen, der 100,000 Doll, bar führte neben vielem Proviant; das Schiff wurde verbrannt. Wie das möglich war, ist unbegreiflich, da sich jetzt 23 Unions-Kriegsschisse in den philippinischen Gewässern befinden! Pr'ätoria, 14. September. Die letzte Depesche Chamberlains wurde nachmittags im Volksraad in Gegenwart des Präsidenten Krüger und der Mitglieder des Ausführenden Rates verlesen. In der Depesche wird die Antwort innerhalb 48 (?) Stunden verlangt. Während des ganzen Nachmittags wurden zwischen der hiesigen Regierung und der Regierung des Oranje-Freistaates Depeschen ausgetauscht. Nachdem die Ansichten des Oranje-Freistaates endgiltig festgestellt sein werden, wird morgen früh die Antwort aufgesetzt und den beiden Volksraads unterbreitet werden. Die Lage wird von der öffentlichen Meinung im allgemeinen für ernst angesehen. Staatssekretär Reitz, der über seine Ansicht befragt wurde, sprach sich dahin aus, daß er die Sachlage nicht für völlig hoffnungslos halte. Lokales rmd ProvinMrs. Gießen, den 15. September 1899. ** Zum Fall Dettweiler bemerken wir auch an dieser Stelle berichtigend, daß nicht auf Amtsenthebung, sondern nur auf einen Verweis erkannt worden ist. Wir hatten bereits die richtige Meldung im Satz, als das Depeschenbureau „Herold" die falsche Nachricht uns zugehen ließ. Der Irrtum selbst ist uns bei einem sonst so angesehenen Institut unbegreiflich, und wir bedauern, daß namentlich im Hinblick auf die verschiedenen Familienbeziehungen, die Dr. Dettweiler in Gießen hat, diese Falschmeldung Eingang in unsere Spalten gefunden hat. ** Ernannt wurde am 9. September l. I. der Steueraufseheraspirant Franz Wetzel aus Mörlenbach zum Steueraufseher. ** Einen riesigen „Aufsitzer" hat ein Wormser Blatt soeben erlebt. Es bringt in seiner jüngsten Nummer folgende Notiz: „Darmstadt, 13. September. (Eia. teleph. Mitteil.) Der Großherzog hat dem Geheimen Oberschulrat i. P. Professor Dr. Schiller aus Anlaß seines | 50jährigen Dienstjubiläums das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen." — Die „N. H. V." bemerken dazu: Entweder hat ein „guter Freund" das Blatt mystifiziert, und in diesem Falle ließe sich ja leicht ermitteln, von welcher Stelle aus das Gespräch geführt wurde, oder dem „Korrespondenten" desselben ist der riesige „Bär" aufgebunden worden. Daß der vor einigen Wochen disziplinierte Direktor Schiller, dessen unqualifizierbaren Angriffe gegen die hessische Regierung in der Zweiten Kammer von allen Parteien, mit alleiniger Ausnahme der Sozialdemokraten, auf das Schärfste verurteilt wurden, nicht nachträglich eine so hohe Aus- ! Zeichnung erhalten konnte, bedarf wohl nicht erst besonderer Versicherung. ** Radrennen. Neben den Berufsfahrer-Rennen wird auf unserer Rennbahn an der Hardt unstreitig das Mannschafts-Rennen um den Wanderpreis der Stadt Gießen das größte Interesse erregen. Schon jetzt wägt man in Sportkreisen ab, welcher von den gemeldeten vier Vereinen die meiste Aussicht hat, das erste Mal den Preis zu gewinnen. Die „Wanderer, G. R.-G.", sind in der Lage, eine ganz brillante Mannschaft ins Feld zu schicken: Duill, Nikolaus, Burron, Betge und Dönjes jun. sind Fahrer, die alles einsetzen werden, um den Wanderpreis zu erringen. Ihnen steht als gleichwertiger Gegner gegenüber die Mannschaft des Radfahrer-Vereins „Wanderlust"- Weisenau, bestehend aus Seischab, Drescher, Göller, Gottrom und Fries. Weitere Rivalen sind der Radfahrverein Lollar und der „Radsport"-Frankfurt a. M. * * Fahrrad-Diebstahl. Am Dienstag dieser Woche ist aus dem H ruse Südanlage 7 ein Fahrrad, Straßenrenner Opel III, Jtr. 75 333 gestohlen worden. Der Bestohlene hat Anzeige bei der Polizei erstattet und eine Belohnung von 20 Mk. für die Wiedererlangung seines Fahrzeuges ausgesetzt. • * Befitzwechsel. Die Selterswasserfabrik des Herrn Dr. Mettenheimer in der Sonnenstraße wurde an die Herren Apotheker Spieß-Wetzlar und Ludwig Süll- Frankfurt a. M. für den Preis von 31,000 Mk. verkauft. • • Polizeibericht. Ein hier zugereister Handwerksbursche, Schreiner Jakob Hölken aus Schlitz, mußte, weil sehr krank, von der Herberge nach der Klinik mittelst Krankenwagen verbracht werden. Gleich nach dem Eintreffen verstarb derselbe. ** Die Verhandlungen der evangelischen Landessynode wurden gestern (Donnerstag) um 9’/4 Uhr mit Gebet eröffnet. Das Haus tritt in die Spezialdebatte über die vorliegenden Gesetzentwürfe, zunächst den über die Gehalte der Geistlichen, ein. Berichterstatter Brand empfiehlt namens des Ausschusses Annahme der Paragraphen des Gesetzes in möglichst unveränderter Form. Die §§ 1 bis 6 werden einstimmig angenommen. Zum § 7 kommt ein Antrag der Geistlichen mit Vikaren zur Verlesung, die um Teilnahme an der Gehaltsaufbesserung bitten. Ober-Konsistorial- Präsident Buchner beantragt Ablehnung, das Gesuch widerspreche den Rechtszuständen früherer Gesetze und sei gleichbedeutend mit der Bitte um ein Privileg. Das Kirchen- Regiment müsse sich unbedingt ablehnend verhalten, er bitte daher von weiteren Aeußerungen über den Antrag abzusehen. Berichterstatter Brand empfiehlt Annahme des § 7. Synodale Iost, Pfarrer in Bechtheim, hat einige Bedenken gegen verschiedene Punkte. — Nach aufklärenden Bemerkungen seitens des Kirchenregiments erklärt sich Synodale Jost einverstanden. Die §§ 7 bis 11 werden angenommen. Synodale D. Weiffenbach, Direktor in Friedberg, stellt den Antrag auf Einfügung eines Paragraphen, wonach für die noch nicht definitiv angestellten Geistlichen, PfarrVerwalter, Vikare eine jährliche Zulage von 80 beziehungsweise 50 Mark gewährt werden soll, je nachdem sie zwei Jahre im Dienste stehen oder nicht. — Er begründet den Antrag in warmen Worten. Ober-Konsistorial-Präsident Buchner bittet, den Antrag zurückzuziehen, das Ober-Konsistorium habe ein warmes Herz und würde noch höher gehen, sobald es möglich sei. Synodale D. Weiffenbach glaubt durch Aufklärung und Zusicherung des Vorredners den Zweck seines Antrags erreicht zu haben und zieht ihn zurück. — Die folgenden Paragraphen des Gesetzes und ein Zusatzparagraph des Ausschusses werden angenommen, danach der ganze Gesetzentwurf. Der nächste Gesetzentwurf betrifft die Gehalte der im Geschäftskreis des Ober-Konsistoriums und des Predigerseminars in Friedberg angestellten Beamten und Bediensteten. Nach Begründung durch Berichterstatter Brand wird § 1 angenommen. Zu § 2 wird ein Antrag Heß, Kirchenrat in Crumstadt, dem Direktor des Predigerseminars eine jährliche Stellenzulage von 400 Mk. zu bewilligen, allseits befürwortet und als Zusatz zu § 2 angenommen. Zu einem Gesuch des Seminardieners Haber wird ein von Synodale Weiff-enbach gestellter Antrag auf andere Gehaltsnormierung avgelehnt, doch soll durch Großh. Ober- Konsistorium etwas geschehen. Das Ober-Konsistorium wird ermächtigt, den Angestellten desselben und dem Diener am Predigerseminar für 1899/1900 als einmaligen Bezug den Unterschied zwischen dem derzeitigen Gehalt und dem durch vorliegenden Gesetzentwurf vorgeschlagenen auszubezahlen. Danach wird die ganze Gesetzesvorlage angenommen. Es kommt zur Einzelberatung des Gesetzentwurfes, die allgemeine geistliche Witwenkasse betr. Die §§ 1 und 2 werden angenommen. Synodale Wahl-Hausen bittet um Streichung des zweiten Absatzes des § 3, der die Befreiung von den Beiträgen zur Witwenkasse den Geistlichen ehemaliger preußischer Gebietsteile nicht gewährt. Ober-Konsistorial-Präsident Buchner und Synodale Goldmann, Exz., widersprechen; der Antrag wird gegen 2 Stimmen abgelehnt. Die §§ 3—7 und das ganze Gesetz werden angenommen. Zum Gesetzentwurf, betreffend die einmalige Aufbesserung der Gehalte der Geist- ltchen für 1999/1900, bittet Ober-Konsistorial-Präsident i Buchner um Annahme ohne weitere Diskussion. Synodale D. Weiffenbach begründet eine Resolution: Hohe Synode wolle an Großh. Oberkonsistorium das Ersuchen richten, dasselbe wolle in Erwägung ziehen, ob nicht auf budgetmäßigem Wege Sorge getragen werden könne, daß den Vikaren, Pfarrverwaltern u. s. w., die länger im Dienste stehen als der jüngste der definitiv angestellten Pfarrer, eine Zulage von 100 Mk. erteilt werden könne. Oberkonsistorialpräsident Buchner: Man könne derartige Fälle nicht kasuistisch, sondern nur prinzipiell erledigen. Festlegen könne sich das Oberkonsistorium nicht, die Konsequenzen solcher Anträge seien nicht zu übersehen. — Auf eine Anfrage des Synodalen Wahl-Schlitz über die An- I rechnung der Militärzeit gibt Oberkonsistorialpräsident i Buchner entsprechende Aufklärung. Der Antrag Weiffen- | bach wird mit Mehrheit abgelehnt, der Gesetzentwurf selbst genehmigt. Ein Antrag des Synodalen v. Dieffenbach- Schlitz, den Anfang der Unterrichtsstunden in den höheren Schulen nach den Ferien betr., wird nach Antrag des Ausschusses, nachdem die Schulabteilung die nötige Weisung gegeben, als erledigt erachtet. — Ein weiterer Antrag des Synodalen D. Dieffenbach betrifft den Erlaß gesetzlicher Bestimmungen über die regelmäßige Untersuchung der Kirchen und Pfarrhäuser auf ihren baulichen Zustand. Der Ausschuß beantragt, die Sache für erledigt zu erklären. SynodaleLühl, Pfarrer in Nieder-Eschbach, bittet um einstimmige Annahme des Antrags Dieffenbach. Nach längerer Debatte wird der Ausschußantrag angenommen. Zum nächsten Punkt, Nachweis des Vermögensstandes der unter Verwaltung Großh. Ober-Konsistoriums stehenden Fonds in der Finanzperiode 1890/95, beantragen die Ausschüsse Genehmigung der Rechnungen, der Ueberschreitung Voranschlags in Einnahme und Ausgabe und Festsetzung des auf die Rechnungsperiode 1895/1900 zu übertragenden Betrags auf 486,927 Mk. 48 Pfg. Dem Antrag wird stattgegeben. Der Antrag des Synodalen D. Dieffenbach, die Umgestaltung des Vikariatswesens in der hessischen Landeskirche betr., wird vom Antragsteller, der eine Denkschrift sich vorbehält, zurückgezogen. Synodale Jost-Bechtheim hat den Antrag gestellt, in Filialorten, wo kein Pfarrhaus ist, ein Di en st zimmer auf Kosten des Lokalkirchenfonds durch allgemeine Verordnung zur Verfügung zu stellen. Der Antrag wird aus verschiedenen Gesichtspunkten begründet. Der Ausschuß beantragt, den Antrag für erledigt zu erklären. Der letztere Antrag wird mit Mehrheit angenommen. Das Großh. Oberkonsistorium beantragt Zustimmung der Landessynode zu verschiedenen Aenderungen im Pfarrverband und in den Kirchengemeindeverhältnissen, sowie zur Gründung neuer Pfarrstellen. Hier wird die Beratung um 1 Uhr abgeschlossen. Beginn der morgigen Sitzung 9’/4 Uhr, vormittags. D. T. A. * Mainz, 13. September. Am 1. Oktober bss. IS. kommt im hiesigen Direktionsbezirk der früheren Linien der Hessischen Ludwigsbahn die schon wiederholt angekündigte Bahnsteigsperre definitiv zur Einführung. Gleichfalls von diesem Tage ab werden die zwischen Hamburg—Frankfurt-Mainz—Weißenburg und Basel verkehrenden Schnellzüge 41, 42, 75 und 76 in D-Züge umgewandelt. Die Wagen werden alsdann von Hamburg bis Basel und umgekehrt durchgeführt. Worms, 14. September. Vor kurzem hatten Wormser Zeitungen eine Hetze gegen den Gymnasiallehrer Professor Dr. Staudinger in Worms eröffnet, die zur Einleitung einer Disziplinaruntersuchung durch die Oberschulbehörde führte. In der vom Geheimen Oberschulrat Nodnagel vorgenommenen Untersuchung zerflossen die Anschuldigungen in nichts. Dann wurde Professor Staudinger, jedenfalls im Interesse des Dienstes, nach Darmstadt versetzt. Die Versetzung, die allerdings nicht als Strafversetzung aufzufassen ist, genügte den Angreifern nicht, und es wurde nun die Nachricht verbreitet, es schwebe noch ein Disziplinarverfahren gegen Staudinger. Die „Franks. Ztg." kann demgegenüber authentisch erklären, daß diese Nachricht erfunden ist. Vom Hochwasser. Bei den fortdauernden Regengüssen ist leider keine Hoffnung vorhanden, daß das von vielen Orten gemeldete. Hab und Gut, Leben und Verkehr bedrohende Hochwasser im Steigen nachlassen werde. Die neuesten Meldungen aus den Hochwassergebieten bestätigen vorwiegend diese Annahme. Aus dem besonders stark betroffenen Odergebiete liegen uns folgende Nachrichten vor: Görlitz, 13. September. Das Hochwasser hat vielfach großen Schaden angerichtet, so in Friedland und in Seidenberg. In Marklissa hat ein Dammbruch stattgefunden. Die Görlitzer Neiße fällt langsam, ihr höchster Stand betrug 2,20 Meter. Breslau, 13. September. Nach den bis 7 Uhr abends eingezogenen amtlichen Telegrammen steigen noch die Neben-- flüsse der Oder, die Oppa, die Lohe, die Peile, der Bober und die Lausitzer Neiße. Die Strombauverwaltung nimmt an, daß der Scheitel der Oderwelle und derjenige aus der Glatzer Neiße gerade Zusammentreffen werden. Danach steht noch recht erhebliches Hochwasser der Oder bevor. Teschen, 13. September. Die Oppa ist über ihre Ufer getreten und hat weite Länderstrecken überschwemmt; sämtliche Brücken und Stege sind fortgerissen, und der Bahnverkehr ist unterbrochen. Hirschberg i. Schl., 13. September. Das Wasser erreichte hier Mittags mit 4,50 Metern den höchsten Stand und fällt nachmittags bei aufklärendem Wetter langsam. In den Oberläufen stieg das Wasser zwischen 7 und 9 Uhr vormittags bis zur Höhe von 1897, floß aber infolge der ^Hochwasser rchen aus Obe lehren f ?°"enmann, Au ?nb ausgetreten ^schwemmt. W 1897 em Wn Ort n gqtch ^isch bei dem k iSf?» tote Lilien Nfsä bergv? te Scha! |D1 js» sneckeM ffiÄ rfinrt'" «ott d- gingett uns folge" 9 lautend«'1 tritt toW* muhten gesperrt bedroht. , der Merflan Ufetbaiiltn sollen unterbrochen. Dresden, Direktion meldet' Steigen begnssen von 220 Centn» jährigen Division! worden. wird geschrieben e München, 1 zurzeit aufs hi) Gebirge enorme Steigen begriffe! metertief unter! fortgerissen. Die stört. Die Stal Gas vorhanden i| auf bei: Sohlenil vernichtet worden steht zur Stunde Wasserleitung, toi schwemmt Tier- slüchtrn. - Der sichtlich für mel Expreßzüge ver Schnellzüge nut nur bis Salzbu Betrieb der elel werden, da das schwemmt ist. - Teilen Oberbau gleiche Nachrich zwischen Tölz und Schliersee t werden. Z Kos, Stadtteile unter hall-Berchtesgad W tzvWmmen, führte, bemerkte Tierleichen. Dei München, 1: Maßnahmen geb Beleuchtung zu, elektrischen Trai ist die beim eng Hausen führende M dem Vormi Menschenleben ni Straßen unter 9 Fuhrwerk vom 2 Mien am Chiem SttW nttI rt ?°d Sblütg i( bat and, 1 KK TL-r-.S >“Sä«Ä “ d-rsLZ »-iffen* *«h M Stft* W-F DiGvbach betrifft T' 8-ML ^‘"''•nSUiebetid* H«tta9 angenommen. Ä^e*lbti d°r Äx™ Werten "p Wutwjeti di, 8uä= £’ ber uNNung Ausgabe und Festsetzung ^o/l900 zu überttagenden. W- Dem Antrag wird Synodalen D. Dieffen- 8 Vikariatswesens in »irh vom Antragsteller, Zurückgezogen. Synodale stellt, in Filialorten, wo immer aus Kosten des -e Verordnung zur Ver- nrd aus verschiedenen Ge- isschuß beantragt, den An- Der letztere Antrag wird s Großh. Oberkonsistorium vessynode zu verschiedenen rd und in den Kirchen- wie zur Gründung neuer ! Beratung um 1 Uhr oben Sitzung 9’/4 Uhr, vor- D. T. A. Am 1. Oktober dsS. IS. k der frieren Linien der : wiederholt angekiindigte Einsührung. MchM Mchrn tzomdurg—Franl- öasel verkehrenden Schnell- ).Züge umgewandelt. Die ;mburg bis Basel und um- !or kurzem hatten Wormser >en Gymnasiallehrer r in Worms eröffnet, die ntersuchung durch^e O er- om Geheimen Oberschulrat uchung zerflossen die An- mdeProfeffor Stauding-, tea nach Darmffadt versetzt. (Sm * Md e« mrd- s >r*i' «** -■ss-Js •JS* neu ete DOt: ,wnfier hat vielfach 18 tn 6i- lai de« bi« s-LZ bet Das ^Stand tembel- Ochsten BetetnÄ« ,ndelN^7 i undy fcfS** * Flußregulierung schnell ab und staute sich wieder in Hirschberg vor der Sattlerschlucht. Der an den Uferbefestigungen angerichtete Schaden ist groß. In Krummhübel wurde im Stadtteil Tanuicht ein Haus eingerissen. Die Grummeternte ist streckenweise völlig vernichtet. Laufstege und Zäune wurden in großer Zahl fortgeschwemmt. Die Eisenbahn Erdmannsdorf—Krummhübel stellte Vormittags wegen Unterspülung der Lomnitzbrücke den Verkehr em, nahm denselben jedoch Nachmittags wieder auf. Die in den Sommerfrischen befindlichen Fremden verlassen das Gebirge in großer Zahl. Von der Elbe und ihren Zuflüssen gingen uns folgende Meldungen über die Hochwassergefahr zu: Trautenau, 13. September. Infolge anhaltenden Regens tritt im Aupagebiet Hochwasser auf. Viele Wege und Brücken mußten gesperrt werden. Die Gemeinde Freiheit ist schwer bedroht. Hohenelbe, 13. September. Heute früh betrug hier der Wasserstand plus 1,80 Meter. Die neu hergestellten Uferbauten sollen gefährdet sein. Die Telegraphenlinie ist unterbrochen. Dresden, 13. September. Die Königliche Wasserbau- Direktion meldet: Die Elbe in Böhmen ist in starkem Steigen begriffen; morgen früh ist hier ein Wasserstand von 220 (Zentimeter über Null zu erwarten. Die diesjährigen Divisions-Manöver des 12. Armeekorps sind abgesagt worden. Aus Süddeutschlaud wird geschrieben: München, 13. September. Die Hochwassergefahr ist zurzeit aufs höchste gestiegen. Die Isar bringt aus dem Gebirge enorme Wassermassen und ist in fortwährendem Steigen begriffen. An der Isar liegende Stadtteile stehen metertief unter Wasser, sie sind teils geräumt, teils bereits sortgerissen. Die städtischen Elektrizitätswerke sind fast zerstört. Die Stadt ist größtenteils ohne Licht, soweit nicht Gas vorhanden ist. Die Allgemeine deutsche Sportausstellung auf der Kohleninsel wurde geschlossen, weil sie zum Teil vernichtet worden ist. Das neu errichtete, große Volksbad steht zur Stunde in großer Gefahr, ebenso die städtische Wasserleitung, wo teilweise Röhrenbruch droht. Die Isar schwemmt Tier- und Menschenleichen an. Die Fremden flüchten. — Der Eisenbahnverkehr nach Kuffstein ist voraussichtlich für mehrere Tage unterbrochen. Die Nord-Süd- Expreßzüge verkehren nur bis München; die Kuffsteiner Schnellzüge nur bis Rosenheim. Der Orientexpreßzug wird nur bis Salzburg durchgeführt. In München mußte der Betrieb der elektrischen Trambahnen Nachmittags eingestellt werden, da das städtische Elektrizitätswerk zum Teil überschwemmt ist. — Die Isar steigt noch weiter. Aus allen Teilen Oberbayerns kommen betreffs der Gebirgsflüsse gleiche Nachrichten. In Tölz stürzte die große Brücke zwischen Tölz und Krankenheil-Tölz ein. In Tegernsee und Schliersee mußten zahlreiche bedrohte Häuser geräumt werden. In Rosenheim und Wasserburg stehen die äußeren Stadtteile unter Wasser. Die Bahn Freilassing—Reichenhall—Berchtesgaden ist unterbrochen. Zwischen den Trümmern von Holzstämmen, welche die Isar durch München mit sich führte, bemerkte man zwei männliche Leichen und einige Tierleichen. Der Regen hält ohne Unterbrechung aiu München, 13. September abends. Infolge besonderer Maßnahmen gelang es, für die Stadt München die elektrische Beleuchtung zur Hälfte durchzuführen. Der Verkehr der elektrischen Trambahnen blieb eingestellt. Am Nachmittage ist die beim englischen Garten über die Isar nach Bogen- Hausen führende eiserne Brücke eingestürzt. Da die Brücke seit dem Vormittage abgesperrt war, sind Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen. In Rosenheim, wo einzelne Straßen unter Wasser stehen, ist ein Fuhrmann mit seinem Fuhrwerk vom Wasser weggerissen worden. In Stock bei Prien am Chiemsee ist ein Haus eingestürzt. In Wasserburg am Inn, das vollständig unter Wasser steht, kann der Verkehr nur mit Kähnen aufrecht erhalten werden. Auch Bad Eibling ist teilweise überschwemmt. — Außerdem hat auch in Oesterreich das Hochwasser großen Schaden angerichtet. Die Nachrichten aus Obersteiermark über die wachsende Wassersgefahr mehren sich, so aus Mürzsteg, Radmer, Kapellen, Rottenmann, Aussee. Die Flüsse Mürz, Mur und Enns sind ausgetreten und haben Brücken, Zäune und Getreide fortgeschwemmt. Der Wasserstand hat die Höhe vom Jahre 1897 erreicht. Lawinenstürze werden befürchtet. In ganzen Orten stehen die Häuser unter Wasser. Der Bahnverkehr zwischen Mürzzuschlag und Neuberg ist eingestellt^__________________________________________________________________________ Vermischtes. * Berlin, 14. September. Große Unterschlagungen eines Geldbriefträgers beim Hauptpostamt. Der bei dem Hauptpostamt in der Spandauer Straße angestellte Geldbriefträger Gustav Schwartz hat, wie bis jetzt feststeht, zum mindesten 12 000 Mk. unterschlagen, die ihm zur Auszahlung auf Postanweisungen anvertraut waren. Der Betrag stellt die hinterzogene Summe eines Tages dar; die Unterschlagung ist in der Weise bewirkt, daß Schwartz die Unterschrift unter den Postanweisungen gefälscht hat. Der Defraudant ist flüchtig. Man vermutet, daß sich in feiner Gesellschaft eine Frauensperson befindet, mit der er das Weite gesucht hat. Alle Hafenplätze sind seitens der hiesigen Kriminalpolizei verständigt worden. Der ungetreue Beamte, der das in ihn gesetzte Vertrauen so schmählich getäuscht hat, war seit zwölf Jahren bei der Neichspost Ihätig. Seit acht Jahren ist er fest angestellt; seit vier Jahren ist er in der Geldbestellung thätig. Seine Amts- lührung hatte bisher zu Tadel keine Veranlassung gegeben. Die Lebensweise war einfach; Schwartz hatte mit seiner §rau in der Kleinen Hamburger Straße eine sehr bescheidene Wohnung vier Treppen hoch inne. Umso überraschender kam die Kunde von seiner That; denn für die Annahme, daß sich eine Frauensperson in seiner Gesellschaft befinde, sind nur Vermutungen vorhanden. Seine Gattin, die er immer gut in der neunjährigen Ehe behandelt hat, will wenigstens hiervon nichts wissen. Sie hat ihn zuletzt einen halben Tag vor seiner Flucht gesehen; irgend welche Aufregung war an ihm nicht wahrnehmbar. Als die Frau nach ihrem Mann Nachfragen auf dem Postamte hielt, wurde man aufmerksam. Da Schwartz am nächsten Morgen nicht zum Dienst erschien, wurden die von ihm abgelieferten Postanweisungen durch Umfragen bei den Adressaten auf die Richtigkeit der Unterschrift geprüft. Hierbei ergaben sich die Fälschungen. Die Abteilung II der Oberpostdirektion setzte sofort einen Postinspektor als Untersuchungs-Kommissar nieder, der seinerseits die Kriminalpolizei benachrichtigte. In dem gegen Schwartz erlassenen Haftbefehl ist das Signalement wie folgt angegeben: Alter: 34 Jahre, Gestalt: schlank, Größe: 1,71, Gang: schiebend, Haare: dunkelblond, Vollbart: zugespitzt. Besonderes Kennzeichen: Eine kleine Narbe über dem linken Auge. Es ist die Frage aufgeworfen worden, auf welche Weise der ungetreue Beamte einen so großen Betrag auf einmal in die Hände bekommen konnte. Einmal beantwortet sich die Frage durch den Bestellbezirk des Schwartz, der die verkehrsreichsten Geschäfte der City umfaßte, dann aber erhalten hie Geldbriefträger zur Auszahlung auf Postanweisungen seitens ihrer vorgesetzten Behörde anstandslos bis 20 000 Mark. Dergleichen Fälle wie diese Defraudation, gehören zu den größten Seltenheiten. * Altona, 13. September. Ein Militärgewehr gestohlen ist in der gestrigen Nacht in der Hauptwache im hiesigen Rathaus. Zwei anscheinend betrunkene Männer waren in das Gebäude eingedrungen und verübten allerlei Allotria. Der Wachmannschaft wollte es nicht gelingen, die Leute in Güte zur Wache hinauszubringen. Während sich die Soldaten mit dem stärker Betrunkenen zu schaffen machten, ergriff dessen Begleiter, ohne daß es bemerkt wurde, ein Gewehr und lief dann fort. Als die Wachmannschaften dann auch den anderen Eindringling zur Wache hinausgebracht hatten, waren sie froh, die Kerle los zu fein, aber groß war ihre Bestürzung, als später die Entdeckung gemacht wurde, daß aus dem Gewehrständer ein Gewehr fehlte. Alle Nachforschungen sind bisher erfolglos geblieben. * Aachen, 13. September. Aus Glasgow kommt die Nachricht, daß daselbst am Montag ein Angehöriger der hiesigen technischen Hochschule, Reginhard Frankenburg', den heldenmütigen Versuch, einer ertrinkenden Dame Hilfe zu bringen, mit dem Tod in den Wellen bezahlen mußte. Frankenburg war ein von seinen Lehrern als talentvoll und gewissenhaft geschätzter, von seinen Kameraden wegen seines offenen, liebenswürdigen Charakters geachteter junger Mann. * Rosenheim, 14. September. Heute nacht ist infolge Wehrbruches der Isar ein Bahnpfeiler zwischen Mühldorf und Rohrbach unterspült. Ein Güterzug stürzte ab und fiel ins Wasser. Das gesamte Zugpersonal mit Ausnahme eine einzigen Wagenwärters ist verunglückt. • Gastein, 14. September. Der Hotelier W e is m a y e r stürzte bei einer Bergtour ab und blieb tot. * Graz, 14. September. In ganz Steiermark ist die Lage infolge des Hochwassers sehr bedrohlich. * Petersburg, 13. September. Mit 84 Jahren Mutter zu werden, das kommt nicht alle Tage vor. Dem russischen Blatte „Narod" zufolge hat eine 84jährige Greisin auf der Ziegelei von Balaschew in Kolpino zwei Mädchen auf einmal das Leben gegeben. Eines der Kinder starb bald nach der-Geburt, das andere und die greife Mutter sollen wohlauf sein. Witwe ist, dem „Narod" zufolge, die „junge" Mutter noch obendrein. * Kalisch, 14. September. In der Synagoge zu Leutschitz entstand durch das Herabfallen einer Lampe eine Panik, bei welcher 32 Frauen und Kinder totgedrückt wurden. Viele Personen wurden verwundet. Kirchliche Nachrichten. Svavgelifche Gemeinde. Sonntag den 17. September. 16. nach Trinitatis. Gottesdienst. 3u -er Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Letzte Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9*/a Uhr: Pfarrer Dr. Grein. In -er JohannesNrche. Vormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Die Neukonfirmierten aus -er Lukasgemein-e werden ersucht — da keine Christenlehre mehr stattfindet — nach dem Gottesdienst zu einer kurzen Besprechung dazubleiben. Wir sehen uns veranlaßt, daran zu erinnern, daß der Trauung in der Kirche auch ein einmaliges kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und richten deshalb an unsere Gemeindeglieder die Bitte, etwaige Trauungen spätestens eine Woche vorher bei dem zuständigen Pfarrer anzumelden, damit das Aufgebot noch rechtzeitig ertasten werden kann. Katholische Gemeinde. Samstag den 16. September. Nachmittags um 4° Uhr, morgens 8-» Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 7» Uhr. G-ttndirnst der i-rarlitischen KrlIgiou^eMch«st. Sabbathfeier am 16. September 1899. Freitag abend 6>r Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 725 Uhr. Wochengottesdieirst morgens 6» Uhr, abends 6 Uhr. Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. September 1899; Laubhüttenfest. 1. Tag: Vorabend 6^ Uhr, morgens 8 Uhr: Pre-igt, nachmittags 4 Uhr. ... 2-^ag: Vorabend 7« Uhr, morgens 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Festesausgang 715 Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau »Herold". Berlin, 15. September. Die Kaiserin gedenkt, vorausgesetzt, daß das Wetter erträglich bleibt, in Hubertus- flock bis zur Rückkehr des Kaisers aus Schweden zu verweilen. Das Kaiserpaar wird dann gemeinschaftlich die Reise nach Rvminten antreten. Berlin, 15. September. Der russische Minister des Aeußern, Graf M urawiew ist gestern abend aus Petersburg hier auf Bahnhof Friedrichstraße angekommen. Er wurde von sämtlichen Herren der russischen Botschaft unter Führung des Botschaftsrates v. Bullazell empfangen. Der Minister ist noch am Abend nach Wiesbaden weiter gereist, wo er sich bis zur Ankunft des Zaren in Darmstadt aufzuhalten gedenkt. Berlin, 15. September. Aus dem Hochwassergebiete wird gemeldet: In Sprottau hat der Bober seit gestern nachmittag das ganze Ueberschwemmungsgebiet unter Wasser gesetzt. Der südliche Stadtteil von Sprottau ist vollständig überschwemmt, ebenso die Hausgärten in der Bahn- hofsstraße. Die Parterre Wohnungen auf dem Fischwerder werden vom Wasser durchflutet. Hier mußte die Feuerwehr zur Rettung von Personen mittelst Kähnen in Action treten. Die ganze städtische Promenade ist überschwemmt. Der Schaden ist sehr bedeutend. Auch in Leipzig ist infolge der starken Regengüsse der letzten Tage seit gestern Mittag Hochwasser eingetreten. Die Elster und ihre Nebenflüsse sind in schnellem Steigen begriffen. In München hat der Kriegsminister auf Wunsch des Bürgermeisters Train- und Pionierabteilungen vom Manöver telegraphisch zurückberufen, da Gefahr für die weiteren Brücken besteht. Einen schauerlichen Anblick bieten die von zerstörten Kirchhöfen angeschwemmten Leichen. Posen, 15. September. Der Regierungs - Präsident z. D. v. Jagow ist, wie die „Posener Zeitung" mit Bestimmtheit mitteilt, zum Landeshauptmann für die Provinz Sachsen in Aussicht genommen. Karlsruhe, 15. September. Die „Süddeutsche Reichs- Korrespondenz" stellt fest, daß der Botschafter Fürst Münster nicht hier vom Kaiser empfangen worden ist. Wien, 15. September. In politischen Kreisen gilt als nahezu feststehend, daß die Verständigungs-Konferenz bei dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses Dr. Fuchs nicht zustande kommen wird, weil die Deutschen fern bleiben. Wien, 15. September. Seit gestern hat sich das Wetter allgemein aufgeklärt. Aus den Provinzen wird ein Fallen des Wassers gemeldet. Jede weitere Hochwassergefahr scheint also beseitigt. Innsbruck, 15. September. Infolge des Hochwassers entgleiste in Loogang ein Personenzug. Drei Bahnbedienstete wurden schwer, zwei Kondukteure und zwei Reisende leicht verletzt. Zara, 15. September. Bei dem Anhalten eines des Schmuggelns verdächtigen Schiffes wurden die österreichischen Zollbeamten von der Besatzung des Schiffes mit Revolvern angegriffen und sodann das Schiff angezündet. Ein italienisches Fahrzeug rettete die bereits in großer Gefahr schwebenden Zollbeamten und verhaftete die ganze aus Türken bestehende Besatzung samt dem Kapitän. Andermatt, 15. September. In der ganzen Furka wütet ein furchtbarer Schneesturm. Lüttich, 15. September. Am Montag findet hier eine Protest - Versammlung gegen das Urteil in R ennes statt. Als Hauptredner wird der bekannte Domion fungieren. Paris, 15. September. Einem hier eingelaufenen Telegramm aus Rom zufolge sollen Deutschland undJtalien die Frage erwägen, die Posten der Militär-Attache in Paris unbesetzt zu lassen und dieselben mich in den übrigen Staaten des Auslandes allmählich abzuschaffen. Paris, 15. September. Auf dem Manöverfelde Lacroix für Meuse wurde ein verdächtiges Individuum verhaftet. Die Blätter sprechen von der Verhaftung eines deutschen Spions. London, 15. September. Der gestrige Tag verlief hier in fieberhafter Aufregung, weil man die Antwort Trans- vaals erwartet hatte. Aus Prätoria wird aber gemeldet, daß die Antwort bereits revidiert sei und heute Morgen den Mitgliedern der beiden Raads unter Beobachtung tiefsten Stillschweigens unterbreitet werde. Es geht das Gerücht, Präsident Krüger beabsichtige, den Volksraad zu ersuchen, darüber abzustimmen, ob es angezeigt sei, im Hinblick auf die schwierige Lage die Ansicht der Bevölkerung betreffs der Antwort an England durch das allgemeine Referendum einzuholen. London, 15. September. Die Polizei erfuhr, daß von den Jingos organisierte Rowdies die heutige Protest- Versammlung in Manchester gegen den Transvaalkrieg stören wollten. Es sind umfassende Schutzmaßregeln getroffen. ooöoaoooooooooooaoDoooooooQaooooaooooooooQooooooooooooooooooco Wiener Cafe Separates Spielzimmer mit 2 Billards. 6666 8oOÖOOOOööüO©ÖO06OO0OOOQÖOOOÖO9OOOOOÖOOOOOöOQOOCOÖOOCX)ODOOpggp Reiche Auswahl in- und ausländischer Zeitungen. €?• Nauheimer. errichtet habe. LröS««»s: Zsmslss den 16. September, abend? 6 Wir Motel Grossherzog Von Messen. Einem geehrten Gesamtpublikum die ergebene Mitteilung, dass ich in meinem Hotel ein mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattetes, echtes WrMgermM- UnßchttW eines Fchinlhsen. Ein der Gemeinde Wieseck gehöriger fetter Faselochs soll Dienstag den LS. September 1899, vormittags 10 Uhr, auf dem Bürgermeisterei Bureau dahier an den Meistbietenden versteigert werden. Wieseck, am 14. September 1899. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. 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