Nr. 191 Erstes Blatt. Mittwoch dm 16. August IS»» Kießmer Anzeiger Hmeral-Anzeiger a*ne>*e »•« Anzeigen ju btt n.chmittag» für Vtw >£ftx t<| erscheinenden Nummer bi» vor». 1V Uhr. Krr«g»,rei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«- monatlich 75 Pf>. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. Alle Anzeigen'BermittlungSstellen de» In» und Lu»l«d«L nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eutDego«. fr^dst ttgllch »it Au»mch»e de» Montag». Wie Gießener »erden dem Anzeiger »dchentltch viermal d ei gelegt. Anrts- und Anzeigeblutt für den Krefe Gieren. AedaKion, Lrpedition und Druckerei: Zchnlstrahe Kr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger chieß«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betreffend: Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Maul- und Klauenseuche. Mit Rücksicht auf die zurzeit bestehende erhöhte Seuchengefahr ordnen wir hiermit an, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, welche aus den Kreisen Biedenkopf, Wetzlar, Marburg, Kirchhain, Friedberg, Büdingen, Alsfeld, Lauterbach und Scholten, sowie aus sonstigen verseuchten Bezirken eingeführt, oder auf Viehmärkten, insbesondere auf Schlachtviehmärkten, angekauft wurden und nicht zum Zwecke sofortiger Schlachtung unmittelbar in ein öffentliches oder Privatschlachthaus übergeführt werden, an demjenigen Standorte, an dem sie nach ihrer Einführung in den Kreis Gießen oder nach ihrer Wegbringung von dem Viehmarkte zuerst eingestellt werden, mindestens 7 Tage verbleiben müssen und denselben innerhalb der nächsten 14 Tage (nach Ablauf der 7 tägigen Quarantäne) nur verlassen dürfen, wenn sie innerhalb jener Contumazzeit nach dem Zeugnis des Kreisveterinärarztes keine seuchenverdächtige Erscheinungen gezeigt haben. Selbstverständlich ist, daß alle Tiere der genannten Arten, die mit den der Contumaz unterstehenden während der Zeit derselben in einem Gehöfte untergebracht sind, denselben Vorschriften unterworfen sind. Gleichzeitig wird vorgeschrieben, daß alle Tiere, die der fraglichen Maßnahme unterworfen sind, unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von letzterer dem Kreisveterinäramte angemeldet werden. Wird zur Ausführung eines der Quarantäne unter» wvefenen Tieres ein kreisveterinärürztliches Zeugnis ^Abs. 1) verlangt, so hat die Requisition des Kreisveterinärarztes durch die Ortspolizeibehörde zu erfolgen. Die Tagegelder für die durch obige Maßnahmen veranlaßte Reisen des Kreisveterinärarztes sind der Polizeikasse zur Hälfte von den Besitzern wieder zu ersetzen. Für die Ausstellung des Zeugnisses ist keine Gebühr zu entrichten. Zugleich wird hiermit der Handel mit Klaueuvieh im Umherziehe« auf die Dauer vou 6 Wochen untersagt. Gießen, 14. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 14. August 1899. Betreffend: Wie oben. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden nnd der Polizeikommissariate des Kreises, sowie Großh. Polizeiamt Gießen. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie wiederholt in ortsüblicher Weise zur allgemeinen Kenntnis bringen und deren Befolg strengstens überwachen. v. Bechtold. Gießen, den 14. August 1899. Betreffend: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Gendarmerie des Kreises. Auf die vorstehende Bekanntmachung weisen wir Sie zu Ihrer Bemessung und zur strengsten Üeberwachung hiermit hin. v. Bechtold. Bekanntmachung, " betr.: Maul- und Klauenseuche zu Lang-Göns. Nachdem in einer Schafherde in der Gemarkung Lang- Göns die Maul- und Klauenseuche in großem Umfang festgestellt worden ist, und die seuchenkranken Schafe fast sämtliche Wege dieser Gemarkung seither betreten haben, haben wir Weidesperre und Gemarkuugssperre ange- srdnet. Das Durchtreiben von Klauenvieh durch die Gemarkung ist darnach verboten. Gießen, den 15. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Bei dem technischen Bureau des Kreises Gießen ist die Stelle eines Bautechuikers zu besetzen. (Anfangsgehalt 1600 Mark). Bewerber wollen ihre Meldungen unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes und von Zeugnissen über seitherige Beschäftigung bis zum 16. September anher einreichen. Gießen, am 11. August 1899. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Bei dem technischen Bureau des Kreises Gießen ist die Stelle eines Geometers II. Klafft zu besetzen. (Anfangsgehalt 1500 Mark). Bewerber wollen ihre Meldungen unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes und von Zeugnissen über seitherige Beschäftigung bis zum 16. September anher einreichen. Gießen, am 11. August 1899. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Aufnahme der Zuchttiere in das Provinzialherdbuch im 2. Körbezirk. Die Körkommission des 2. Körbezirkes (Simmenthaler Vieh) wird nachfolgende Körtermine abhalten: 1. Montag den 21. August, vormittags i/,10Uhr, in Hungen, vormittags 11 Uhr in Villingen, nachmittags 1 Uhr in Nonnenroth, nachmittags 3 Uhr in Ober-Bessingen und nachmittags 4 Uhr in Ettingshausen; 2. Dienstag den 22. August, vormittags */zl0Uhr tu Bellersheim, mittags V21 Uhr in Ober-Hörgern, nachmittags 3 Uhr in Eberstadt und nachmittags V25 Uhr in Holzheim. Die Züchter von Simmenthaler Vieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen, werden ersucht, ihre betreffenden Tiere an einem von betr. Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, damit die Arbeiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können. Anmeldungen zur Körung sind an den Vorsitzenden dieser Kommission, Herrn Gutspachter Pfannstiel- Angenrod, oder den Geschäftsführer, Herrn Landwirtschaftslehrer Reichelt in Alsfeld, zu machen. Laubach, den 11. August 1899. Der Präsident des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen: Friedrich Graf zu Solms-Laubach. —■—g————sags—■»—m Das Attentat gegen Labori. Als im Frühjahr gelegentlich des Rennens in Auteuil die Nationalisten ihre Fäuste und Stöcke erhoben gegen das Oberhaupt der französischen Republik, da konnte man schon ermessen, wessen diese Wüteriche par excellence fähig seien, falls im Laufe der Revisionsverhandlung die Schuldlosigkeit des Kapitäns Dreyfus mehr und mehr erhärtet werden würde. Denn der Anschlag gegen Loubet war nur dem Umstande zuzuschreiben, daß unter seiner Präsidentschaft die Revision des Dreyfusprozeffes möglich geworden^war, daß er seine Autorität nicht dazu mißbrauchte, eine Rehabilitierung des Verurteilten unter allen Umständen zu verhindern. Die Nationalisten vermochten es damals nicht, die große Masse des Volks auf ihre Seite zu ziehen; die That zog ihnen nur die Empörung und den Spott aller wahren Patrioten zu. Aber unter den letzteren wurden auch ernste Befürchtungen laut, daß es bei den gegen Loubet ausgesprochenen Drohungen nicht bleiben werde, daß die wütenden Anhänger Döroulödes zum Aeußersten greifen würden, um auch nur eine Verschleppung der Freisprechung Dreyfus zu erzielen. Wie gerechtfertigt diese Besorgnis war, das zeigt der gegen den Verteidiger Dreyfus', gegen den Maitre Labori am Montag früh ausgeübte mörderische Anschlag. Wir bringen an anderer Stelle die uns telegraphisch zugegangenen näheren Mitteilungen über das Attentat, aus dem nur hervorgeht, daß dasselbe ein ungeheures Aufsehen und eine erhebliche Panik veranlaßt hat. Es handelt sich dabei um einen grenzenlos feigen Uebersall, und wenn die Nationalisten wirklich hinter dem Attentäter stehen sollten, so haben sie ihr Ansehen und ihre politische Bedeutung mit einem Schlage vernichtet. Alle Franzosen müssen sich mit Abscheu von einer Partei wenden, die Leute in ihrem Dienst hat, die einer solchen That fähig sind. Uebrigens haben Kundige von jeher der mit so großem Geschrei ins Leben gerufenen Patriotenliga ein jämmerliches Ende vorhergesagt. Und wenn wir fragen, was ist der unmittelbare Anlaß zur That? Es ist die ohnmächtige Wut darüber, daß alle Mittel nicht verfangen wollen, der Gerechtigkeit in die Arme zu greifen, die Wut darüber, daß der Zeuge General Mercier, auf den man im Lager der Nationalisten so große, aber auch die letzte Hoffnung gesetzt hatte, versagte. Dahinzu trat noch, daß die Verhaftung Deroulödes und anderer Parteigänger der Nationalisten diesen zeigte, wie entschlossen die Regierung vorzugehen beabsichtigt, wie ihr selbst eine Vernichtung der Partei kein Hindernis sein wird, um endlich volle Aufklärung in die unselige Dreyfusaffaire zu bringen. Die Nationalisten sehen ihren letzten Hoffnungsanker verschwinden, und da sie infolge der scharfen Bewachung des Kapitäns Dreyfus diesem selbst nicht beikommen konnten, so wendeten sie sich gegen Den Verteidiger Labori, dessen rastlosem Bemühen sie wohl mit Recht den größten Teil des Erfolges zuschreiben, welchen die Revisionsfreunde gehabt haben. Vielleicht hofften diejenigen, welche den Mordanschlag anstifteten, durch die Beseitigung Laboris eine Verschleppung des Prozesses herbeizuführen. Darin dürften sie sich jedoch geirrt haben. Der ganze Verlauf der Dreyfus-Affaire hat uns bereits in eine Tiefe von Verworfenheit blicken lassen, die kaum noch einer Steigerung fähig war. Das Attentat von Rennes setzt aber allem Vorangegangenen die Krone auf und läßt einen besorgten, bangen Blick in die Zukunft berechtigt erscheinen, die für Frankreich ein ungemein trübes Aussehen hat. (xx) Prozeß Dreyfus. Rennes, 14. August. Die heutige Sitzung des Kriegsgerichts begann wiederum um 6V2 Uhr. Dreyfus wurde in der gewohnten Weise zum Lyceum geführt. Kaum hatten die Mitglieder des Kriegsgerichts ihre Plätze eingenommen, als die Schreckenskunde von dem Attentat gegen Labori eintraf. Eine ungeheure Aufregung machte sich im Sitzungssaale geltend. Der Präsident des Kriegsgerichts mahnte das Publikum wiederholt zur strengsten Ruhe. Rufe wurden ausgestoßen: „Hoch Labori!" „Das ist unerhört!" Mit Thränen in den Augen bat der Verteidiger Demange um Unterbrechung der Sitzung. Dieselbe wurde gewährt. Während der Pause wurde von allen Seiten die ruchlose That lebhaft besprochen, und Rufe des Abscheus wurden laut. Um ll/2 Uhr wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen, und zwar mit der Fortsetzung des Verhörs Merciers. Derselbe betonte nochmals, daß er trotz der Geständnisse Esterhazys überzeugt sei, daß Dreyfus das Bordereau abgefaßt habe. Nunmehr folgte das Verhör Casimir Periers, welches derselbe in der Samstagssitzung nochmals beantragt hatte. Casimir Perier blieb wieder dabei, daß er niemals von Lebrun-Renault Mitteilungen über angebliche Geständnisse Dreyfus' erhalten habe. Uebrigens sei Dupuy im Elysee anwesend gewesen, als Lebrun-Renault empfangen wurde. Pörier brachte alsdann einen Brief zur Verlesung, dessen Verfasser Dupuy ist. In demselben wird festgestellt, daß General Mercier den Kapitän Lebrun-Renault nach dem Elysee entsendet hatte, damit der Präsident Casimir Perier ihm für seine begangenen Indiskretionen eine Rüge erteile. Weiter erklärt Casimir Perier in seinen Aussagen, es sei unrichtig, daß während dieser Zeit das Verhältnis zu Deutschland Besorgnis erregend gewesen sei. Es habe vielmehr damals vollständige Ruhe geherrscht, was zur Genüge dadurch bewiesen wurde, daß man nur eine einfache kurze Note über die Dreyfus-Angelegenheit veröffentlichte. Es sei auch nicht am 6. November, wo nach Merciers Behauptung die kurze Note veröffentlicht worden sei, sondern erst zwei Tage später. Unrichtig sei auch die Behauptung, daß mit Rußland ein Notenwechsel stattgefunden habe. Zur Antwort aufgefordert, entgegnet General Mercier, er habe dem General Bois- deffre Befehle für eine eventuelle Mobilisierung gegeben. Casimir Perier bemerkt alsdann, er wolle nicht auf die Dielen Anspielungen Merciers antworten, weil er die Debatte nicht in die Länge ziehen wolle. Mercier habe alles mögliche gethan, um ihn (Perier) so viel als möglich in die Angelegenheit hineinzuziehen. Betonen wolle er noch die That- sache, daß Mercier als Kriegsminister ohne Wissen und Willen des Präsidenten der Republik 60000 Mann früher als beabsichtigt gewesen, zur Reserve entlassen habe. Mercier antwortet, er habe Casimir Perier in die Angelegenheit hineingezogen, weil er geschworen habe, die ganze Wahrheit zu sagen. Von Demange über die unberechtige Mitteilung geheimer Schriftstücke befragt, antwortet Mercier, dieselben seien durch die damalige ernste politische Lage veranlaßt worden. Demange fragt weiter den Zeugen Mercier, ob er besondere Gründe gehabt habe, die offizielle Uebersetzung des Panizzardi - Telegramms, die früher im Dossier vorhanden gewesen sei, zu unterdrücken. Mercier antwortet, er habe die Uebersetzung als sein persönliches Eigentum betrachtet und habe dieselbe, nachdem sie ihre Dienste geleistet, vernichtet. Nunmehr erklärt Casimir Perier nochmals, er habe niemals versprochen, dahin wirken zu wollen, daß die Debatte ohne Ausschluß der Oesfentlich- keit stattfinden solle. Es folgt das Verhör des Generals Billot. Derselbe versichert, er habe bei seinem Eintritt in das Ministerium von der ganzen Dreyfus-Angelegenheit nicht mehr gewußt, als wie andere Leute auch. Des weiteren spricht sich der Zeuge über die Brauchbarkeit Picquarts aus und verwahrt sich gegen die Behauptung, daß er Picquart an die tunesische Grenze habe schicken wollen, um ihn für immer zu entfernen. Bedauern müsse er (Billot), daß er die meiste Zeit, während der er Minister war, sich mit der Dreyfus-Angelegenheit habe abgeben müssen. Hierauf kommentiert Billot das von einem Franzosen belauschte Gespräch zweier deutscher Offiziere in Berlin. Dreyfus sprang auf und schrie zu Billot gewendet: Das ist eine Lüge. Von dem Vorsitzenden aufgefordert, dies nochmals zu sagen, wiederholt Dreyfus, die Aussage des Generals Billot sei eine Lüge. Die Sitzung wurde jetzt unterbrochen. Nach Wiederaufnahme derselben beginnt das Verhör Cavaignacs. Dieser erklärt, er habe die Untersuchung des Kassationshofes mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Seine Ansicht über die Schuld Dreyfus müsse er mit den Geständnissen begründen, die Dreyfus dem Capitän Lebrun-Renault gemacht habe. Er weigere sich, über die Fälschungen Henrys Auskunft zu geben, indem er sich darauf stützte, daß der Kassationshof diese Angelegenheit erledigt habe. Alsdann erklärt Cavaignac, von einem Industriellen in Boulogne gehört zu haben, daß dieser 1894 Dreyfus in Brüssel getroffen habe. Advokat Demange sagt, er werde jetzt keine Bemerkung mehr unbeantwortet lassen, da sich die Zeugen als Ankläger aufspielten. Demange hebt hervor, daß sich die Aussagen Merciers mit denen Cavaignacs in direktem Widerspruch befänden. Während Cavaignac bestimmt berichtete, daß Boisdeffre am 6. November von Paris abwesend gewesen sei, versicherte Mercier, daß an demselben Tage Boisdeffre von ihm den Mobilisierungs- Befehl erhalten habe. Sodann wird Zurlinden hervorgerufen, der sich auf das Bordereau stützt, sowie auf die Erklärung der Schreibsachverständigen. Am Ende seines Verhörs sagt Zurlinden, er wolle die ganze Wahrheit ans Licht bringen. Bei diesen Worten springt Dreyfus auf und sagt, ich bin mit Ihnen einverstanden, ich verlange nur die volle Wahrheit. Das Verhör Hanoteaux, welches jetzt folgt, ist nur insofern von Belang, als der ehemalige Minister des Aeußern versichert, daß die politische Lage während des Prozesses im Jahre 1894 eine sehr ernste gewesen Jei. Er habe sogar den General Mercier gebeten, von dem Prozesse abzulassen. Hiermit wird die Sitzung aufgehoben und auf Mittwoch früh 6»/z Uhr vertagt. Deutsches Reich. Berlin, 14. August. Die Bautischler und Einsetzer Berlins haben einen Generalstreik proklamiert, und seit heute früh feiern sie auf den Bauten und in den Werkstätten. Auch in den Kreisen der Maurer soll man, wie eine Korrespondenz meldet, entschlossen sein, den paritätischen Arbeitsnachweis, dessen Schaffung die Arbeitgeber nicht zulassen wollen, eventuell durch einen Streik zu erzwingen. Berlin, 14. August. Die schlimmen Nachrichten aus China find, wie die „Germania" von unterrichteter Seite erfährt, von dem deutschen Gesandten in Peking bisher nicht bestätigt worden. Die Untersuchung ist noch im Gange. Die chinesischen Behörden wurden auf die nach Deutschland gelangten Berichte aufmerksam gemacht und auf die Folgen hingewiesen, welche christenfeindliche Ausschreitungen nach sich ziehen müßten. — Zur Kanalvorlage. Der Präsident des Abgeordnetenhauses vonKröcher war Sonntag von Marien- bad in Berlin eingetroffen, ist aber bald darauf wieder abgereist. Er gedenkt heute abend zu den bevorstehenden Plenarsitzungen zurückzukehren. Ein Montagsblatt, das gern in Sensation arbeitet, will wissen, daß auf die zweite Lesung der Kanalvorlage unmittelbar die dritte Lesung folgen werde und so schnell erledigt werden könne, daß das Herrenhaus bereits am 23. d. M. von neuem zusammentreten werde. Den offiziellen Stellen ist eine solche Anordnung unbekanntste wird mithin als verfrüht bezeichnet. Auf alle Fälle müssen die Entscheidung des Präsidenten und die Beschlüsse der Fraktionen abgewartet werden. Die Konservativen, Freikonservativen und Nationalliberalen werden am 15. vormittags, das Centrum und die Polen ebenso tagen, ersteres auch noch am 16. vormittags, sowie an diesem Tage die beiden freisinnigen Fraktionen des Abgeordnetenhauses. Frankfurt a. M., 14. August. Die '„Franks. Ztg." meldet aus Rennes: Der Zustand Laboris hat sich verschlimmert. Das Gerücht, das Dossier Laboris sei gestohlen worden' bestätigt sich nicht. Dagegen benutzte einer der Mordgesellen den Augenblick, wo Labori niederfiel, zwei aus seiner Tasche gefallene Briefe zu stehlen. Es ist ein Brief Clemenceaus an Jaurös und einer Reinachs an Labori. — In Mannheim ist die von Sozialdemokraten gemeinsam mit Demokraten für den 20. August geplante Gedenkfeier für die badische Revolution vom Jahre 1849, bei der Reichstagsabgeordneter Liebknecht sprechen sollte, durch eine bezirksamtliche Verfügung verboten worden. Magdeburg, 14. August. Der 12. Verbandstag des Centralverbandes deutscher Bäcker-Innungen „Germania" wurde heute durch den stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Obermeister B e r n a r d-Berlin im Beisen staatlicher und städtischer Behörden eröffnet. In Vertretung des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, von Bötticher war der Oberpräsidialrat Davidson erschienen; auch Assessor Brauer" wohnte den Verhandlungen bei, desgleichen der Reichstagsabgeordnete Euler (Centr.). Nachdem Obermeister Bernard das Hoch auf den Kaiser ausgebracht, wurde in die Verhandlungen eingetreten. Die Errichtung einer Witwen- pensions- und Altersversicherungs-Kasse, die vom Centralverband fundiert ist, wurde einstimmig angenommen; 10000 Mk. wurden aus der Verbandskasse bewilligt. Es folgte ein Referat über den Maximalarbeitstag und dessen Schädigungen. Diesbezüglich wurde eine Resolution einstimmig angenommen, wonach die deutschen Bäckermeister gegen den Maximalarbeitstag protestieren und der Reichskanzler ersucht wird, beim Bundesrat die Aufhebung der Verordnung zu beantragen. Sollte die Aufhebung undurchführbar sein, dann möge der Bundesrat den Maximalarbeitstag dahin abändern, daß an dessen Stelle eine acht resp. zehnstündige Ruhezeit festgelegt werde. Der Bundesrat möge bestimmen, daß nur die wirklich Schuldigen, welche die Verordnung übertreten, bestraft werden. Die Anzeige- Pflicht hat binnen acht Tagen einzutreten. Eine weitere Resolution, welche sich gegen den einheitlichen Ladenschluß richtet, gelangte ebenfalls zur Annahme und soll dem Reichstag und dem Bundesrat übermittelt werden. — Das Handelsmuseum in Philadelphia. Daß es sich bei dem Kongreß und der Ausstellung in Philadelphia nur oder ganz vorwiegend um amerikanische Interessen handelt, wird auch in der dortigen ^Presse mehr oder weniger offen anerkannt. So heißt es tn einer angesehenen deutsch-amerikanischen Zeitung: Die Vorbereitungen für die „Nationale Export-Ausstellung", welche in den Tagen vom 14. September bis 30. November hier stattfindet, werden mit der größten Energie betrieben. . . . Daß diese Ausstellung von weittragender Bedeutung für die Entwicklung der „nationalen" Industrie sein wird, ist außer Zweifel. Wenn auch andere Ausstellungen die Fortschritte amerikanischer Industrie gezeigt und dadurch indirekt dem amerikanischen Exportgeschäft genützt haben, so war doch bei keiner die Förderung des amerikanischen Außenhandels der ausgesprochene Hauptzweck des Unternehmens. Das ist bei der kommenden Philadelphier Ausstellung zum erstenmal der Fall. Ausland. Rom, 14. August. Auch die neuesten Gerüchte von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes Leos XIII. sind unbegründet. Der Leibarzt vr.Lapponi hat einem Berichterstatter erklärt: Es ist nichts wahres an dem Gerede, das jedesmal im Sommer neu auftaucht, obwohl man wissen könnte, daß den hochbejahrten Personen und ganz besonders dem heiligen Vater der Sommer viel besser bekommt, als der Winter. Die Räume, in denen er 'ebt, lassen die Hundstagshitze nicht übermäßig fühlbar werden. Gerade an Ohnmächten, von denen man gegenwärtig fabelt, hat der Papst seit zehn Jahren — so lange behandele ich ihn — niemals gelitten. Vielleicht rühren die gegenwärtigen Vermutungen betreffs eines Unwohlseins daher, daß ich mich gestern um 6 Uhr in den Vatikan begeben habe, um vom Kardinal Mocenni Abschied zu nehmen, der nach Terracina fahren wollte. Mein Urlaub war von vornherein auf 14 Tage festgesetzt, und diese habe ich bei meinen Eltern in Abbegnano in den Marken verbracht. Ich bin nicht vor der Zeit zurückberufen worden und würde nicht auf Urlaub gegangen sein, wenn der heilige Vater nicht in guter Gesundheit gewesen wäre. Wenn man sein Alter in Betracht zieht, kann man nur jedermann eine ähnliche Gesundheit wünschen. Rom, 14. August. Es verlautet bestimmt, daß Pelloux die Kammerauflösung fallen lassen wird, weil der Ausfall der Wahlen in Ravenna, Mailand und Forti eine Niederlage der monarchischen Parteien bei einer Neuwahl voraussehen läßt. Brüssel, 14. August. Die „Jndep. Beige" erfährt aus Rennes, daß unter den Offizieren der dortigen Garnison em Komplott entdeckt worden sei; die Offiziere hätten be- chlossen, in corpore in den Gerichtssaal einzudringen und rurch ihre Haltung den Vorsitzenden zu bewegen, den Anschluß der Oeffentlichkeit anzuordnen. Rennes, 14. August. Der Anwalt Demange ver- icherte gestern mehreren Journalisten gegenüber, die Prozeß- Verhandlungen würden bedeutend länger dauern, als man bisher angenommen habe. Rennes, 14. August. Der Erzbischof von Rennes verbot die anläßlich des morgigen Feiertages beabsichtigte Prozession. — Für heute sind große Sicherheitsmaßregeln getroffen worden. Jedermann, der sich irgend eine Kundgebung zu schulden kommen läßt, wird verhaftet werden. — Heute morgen mußten sämtliche Besucher vor Betreten des Sitzungssaales des Kriegsgerichts Stöcke und Schirme in der Garderobe abgeben. — Wie es heißt, soll bei der geringsten Kundgebung wahrend der heutigen Verhandlung des Kriegsgerichts sofort der Sitzungssaal geräumt werden. Rennes, 14. August. Der Zu st and Laboris hat sich etwas gebessert. Die Aerzte treffen Vorbereitungen,, um durch einen operativen Eingriff die Kugel zu entfernen. Aus allen Teilen der Welt treffen fortgesetzt Beileidstelegramme für Labori ein. Der Attentäter ist immer noch nicht verhaftet. Rennes, 14. August. Zu dem Attentat auf Labori wird noch gemeldet: Derselbe befand sich in der Begleitung des Obersten Picquart und eines Verwandten, auf dem Wege nach dem Lyceum. Ein Individuum, welches sich verborgen gehalten hatte, stürzte plötzlich aus dem Hinterhalt und feuerte zwei Revolverschüffe auf Labori ab. Derselbe wankte einen Augenblick und fiel dann in die Arme seiner Begleiter. Diese legten ihn auf den Boden und machten sich an die Verfolgung des Mörders. Derselbe stolperte und wurde von einem Arbeiter aufgehalten. Denselben bedrohte der Attentäter mit dem Revolver, weshalb es ihm gelang, sich in ein Roggenfeld zu flüchten. Eine Anzahl Gendarmen machten sich an seine Verfolgung, lieber die Verwundung Laboris wird gemeldet, daß dieselbe ziemlich gefährlich sein soll. Labori verlor gleich nach dem Attentat das Bewußtsein, und eine heftige innere Blutung trat ein. Er wurde nach seiner Wohnung gebracht und Aerzte herbeigerufen. — Heute mittag wurde ein offizielles Bulletin über ben Gesundheitszustand Laboris ausgegeben. Diesem zufolge ist das Befinden des Verletzten befriedigend. Die Aerzte haben bis jetzt noch nicht konstatieren können, ob die Kugel einen Lungenflügel oder das Rückgrat verletzte. Rennes, 14. August. Im Sitzungssaale des Kriegsgerichts kam es zwischen den Journalisten infolge des Attentats auf Labori zu heftigen Auseinandersetzungen. Der Direktor des Gaulois, Arthur Meyer, sprach die Ansicht aus, daß alle Journalisten für das Attentat verantwortlich seien. Madame Severin protestierte dagegen mit den Worten: Sie allein sind für den Vorfall verantwortlich. Gendarmen trennten die Streitenden._________ Lokales und Provinzielles. Gießen, den 15. August 1899. * * nn. In unserem hessischen Forstwesen wird in aller Kürze eine umfassende Reorganisation der Dien st- bezirke und des Beamtenpersonals vorgenommen werden. Zunächst sollen 4 neue Oberförfterstellen und 10 neue Forstassessorenstellen geschaffen und dafür ein Betrag von 30,000 Mk. ins Staatsbudget eingestellt werden. Auch die Einteilung der Oberförsterei-Bezirke wird eine Aenderung erleiden, insbesondere hat man bei der Ober» sorstbehörde eine Verkleinerung der Dienstbezirke ins Auge gefaßt. Mit dieser Reorganisation wird dann sicherlich eine ganze Reihe von berechtigten Wünschen befriedigt. * • Jubiläum. Sonntag den 20. dss. Mts. feiern die Mitglieder der Gießener freiw. Feuerwehr: 2. Hauptmann Franz Wigandt und Obmann Ludwig Friedrich ihr 25jähriges Dienstjubiläum als Feuerwehrleute. * * Darmstädter Silberlotterie. Bei der gestern stattgehabten Ziehung fielen laut Telegramm an Herrn Kaufmann Richard Buchacker, Neuen Säue, der erste Gewinn auf Nr. 21293, der zweite auf Nr. 1691, der dritte auf Nr. 36009. ' * * Telegramme nach dem Laudbestellbezirk des Auf. lieseruugsortes (z. B. Telegramme von Gießen nach Annerodwaren bisher nur dann zulässig, wenn der Empfänger Telegraphenanschluß mit der Aufgabepostanstalt hatte, unt> ben Antrag stellte, berartige Telegramme ihm zuzusprechen mittels bes Fernsprechers. Diese Beschränkung fällt zukünftig weg, sobaß nunmehr allgemein bie Aufgabe von Telegrammen nach bem Lanbbestellbezirk bet Aufgabepostanstalt zulässig ist. Die Taxe beträgt 3 Pf. pro Wort, wie bei Stadt-Telegrammen. Müssen bie Telegramme, weil telegraphische Verbindung mit bem Lanborte nicht besteht, burchBote beförbert werben, bann hat ber Aufgeber neben der 3-Pf.-Gebühr noch bie wirklich entstehenben Botenkostew zu zahlen. Diese Anorbnung entspricht einem langgehegten- Wunsche bes Publikums, und ist insofern von großem Wert, weil Eilbriefe nach dem Landbestellbezirke der Aufgabepostanstalt nicht zulässig sind. § § Rodheim a. d. Bieber, 14. August. Nächsten Sonntag den 20. August feiern wir Hierselbst unser diesjähriges Kirchweihfest. Durch bie Bieberthalbahn ist Rodhcim ein beliebter Ausflugsort geworben, unb wirb dieselbe auch biesmal wieber für geeignete Verbinbung von unb nach ber Stabt sorgen. Die beißen Wirte K. Schlierbach IV. (Schreiner) unb K. Benber haben auch biesmal wieber für gutbesetzte Tanzmusik gesorgt. Das Trompeterkorps ber 2. Abteilung bes hessischen Felbartillerie-Regiments Nr. 11 zu Fritzlar wirb wieber seine frischen Weisen erklingen lassen. Der Korpsführer, Herr Stabstrompeter Knierim, hat selber bie Leitung übernommen. Für gute Speisen unb Getränke wirb bestens gesorgt. — Durch bie Bieberthalbahn ist reich- lich Gelegenheit geboten, um von unb nach ber Stadt zu gelangen. Auf Wunsch wird bie Bieberthalbahn schon um Val Uhr mittags einen Extrazug nach Robheim einlegen. § Aus dem Walde, 10. August. Von dem diesjährigen großen Hirnbeereichturn unserer Wälder brachten wir kürzlich eine Mitteilung. Den Beerensuchern und Freunden des Himbeergelee ist nun ein Strich durch die Rechnung gemacht worden durch ein Verbot der Oberförsterei, welches bei Strafe das Himbeersuchen in den Waldbezirken ver- netet. Im Interesse des Forstschutzes im Geheege und der >§agd im Walde mag dieses Verbot begründet sein, aber chade wäre es doch gewesen, wenn ein solcher Beerenertrag, wie ihn dieses Jahr die Wälder liefern, elendiglich zu Grunde hätte gehen müssen. Und was hätten unsere Haus- rauen wohl für ein Lamento angestimmt, wenn kein Himbeergelee in die Vorratskammer gekommen wäre? Jetzt^ nach der Himbeerernte, kommen die Brombeeren. Auch fit sind gut geraten. Sie finden sich wohl im Felde an der Hecke, aber doch auch wiederum am meisten im Walde. Hoffentlich wird das Brombeersuchen nicht verboten, denn wo die Brombeere ein Gestrüpp bildet, da kann von junger Heege wohl nicht mehr die Rede sein. W. Aus Watzenborn Steinberg, 14. August. Ein herrliches Fest war es, das am vorigen Sonntage „im schönsten Wiesengrunde" inmitten der Doppelgemeinde Watzenborn- Steinberg gefeiert wurde. Der hiesige Kriegerverein be* ging sein 25 jähriges Stiftungsfest, da er am 16. August 1874 ins Leben trat. Mit Fug und Recht mußte ein solcher Tag einen festlichen Rahmen erhalten. Unser Kriegerverein mit seinen 130 ordentlichen Mitgliedern dürfte einer der stärksten sein, die sich in hessischen Dorfschaften überhaupt finden. Eine ganze Anzahl auswärtiger Kriegervereine war herbeigeeilt, um den Jubilar an seinem Ehrentage zu begrüßen und das Fest zu verschönern. Es war denn auch ein imposanter Festzug, der sich nachmittags gegen 3 Uhr durch die Straßen der weitläufig angelegten Gemeinden Watzenborn-Steinberg bewegte. Auf dem Festplatz — der bekannten Festwiese zwischen Watzenborn und Steinberg — angekommen, begrüßte der wackere Präsident, Herr Jos. Eberhardt Leicht die zahlreiche Versammlung, besonders der auswärtigen Vereine. Die Festrede, die sich über Gründung, Entwicklung, Aufgabe und Zukunft des Vereins verbreitete, hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Sommerlad, Ehrenmitglied des Kriegerve'reins. Er hob treffend hervor, daß der Jubilar noch nicht altersschwach sei, sondern auf der Höhe seiner Kraft und Leistungsfähigkeit stehe. Eine besondere Ehrung erfuhren drei Vorstandsmitglieder, die seit Gründung des Vereins ununterbrochen dem Vorstand angehörten, und ihm große und treue Dienste leisteten. Es sind dies 1. Herr Joh. Eberhard Leicht, der allezeit rührige und unermüdliche Präsident des Vereins, der sich keine Mühe verdrießen läßt, wo es gilt, für das Blühen und Gedeihen des Vereins zu wirken. 2. Herr Johs. Harnisch V. Veteran aus 1866 und 1870/71. 3. Herr Jakob Sommer II., ebenfalls Veteran aus den Jahren 1866 und 1870/71. Diesen drei Herren wurden vom Redner im Auftrage des Vorstandes der „Hassia" kunstvoll ausgeführte Diplome überreicht, worin ihre Verdienste um den Verein anerkannt wurden. Bei prachtvollem Wetter verlief der Festtag in harmonisch-schöner Weise, und wir glauben, nicht zu viel zu behaupten, wenn wir sagen: Jeder Festteilnehmer kehrte heim, wie der Berichterstatter, mit dem befriedigenden Gefühle: „Es ist schön gewesen". Alsfeld, 10. August. Bei den Bauarbeiten für das hiesige neue Steueramtsgebäude, dessen Herstellung seit einiger Zeit in Angriff genommen worden ist, ereignete sich heute ein beklagenswerter Unglücksfall. Der hiesige Taglöhner Wagner, der sich mit anderen am Heben eines schweren Steinblocks beteiligte, muß seinen Kräften dabei zuviel zugemutet haben. Er sank infolge Ueberanstrengung plötzlich zu Boden. Beim Trinken von Wasser, das dem Erschöpften gereicht wurde, drang Blut hervor. Von den Kameraden in seine Wohnung gebracht, verstarb der Bedauernswerte — vermutlich an den Folgen einer inneren Verletzung — etwa eine Stunde später. (Oberh. Ztg.) x Unter-Seibertenrod, 14. August. Unsere Mitteilung von der hiesigen Bürgermeisterwahl bedarf der Berichtigung. Nicht unser verdienter seitheriger Bürgermeister, der sein Amt nach 29 jähriger Verwaltung niedergelegt, ist wiedergewählt worden, sondern an seiner statt sein Sohn. Dessen einstimmige Wahl zeigt aber gleichwohl die Wertschätzung der Verdienste des Vaters. n. Altenstadt, 14. August. Unter regster Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft, die schon im Fahnenschmuck der Häuser lebhaften äußeren Ausdruck fand, feierte heute unser Kriegerverein sein 25jähriges Stiftungsfest, mit dem das diesjährige Vereinsfest des Bezirks Altenstadt verbunden war. Kurz nach 1 Uhr mittags traten die Vereine an und sammelten sich vor der mitten im Ort errichteten Festtribüne, von der herunter der langjährige Präsident des Jubelvereins, Herr Uhrmacher Wagner, herzlichste Begrüßungsworte an sie richtete. Herr Pfarrer Uhrig von hier hielt dann die Festrede. Die Frauen und Jungfrauen Altenstadts ließen nun mit freundlichen Widmungsworten durch Fräulein Peppler eine Fahnenschleife überreichen, für die der Präsident lebhaften Dank spendete. Sodann überreichte dieser namens des Vorstandes vom Hassiaverband den Mitgliedern, die unserm Kriegerverein seit seiner Gründung angehören, Diplome. Ein solches Diplom erhielt auch der Präsident, Herr Wagner, der 25 Jahre dem Vorstand angehört und schon 23 Jahre das Präsidium inne hat. Nach dieser Ueberreichung setzte sich dann der stattliche Festzug, von Festreitern und Radfahrern auf schön geschmückten Rädern geführt, nach dem Festplatz in Bewegung, der, im Wiesengrund des anmutigen Nidderthals gelegen, einen herrlichen Blick auf die malerisch gelegenen Orte der Umgebung und die mit prachtvollen Wäldern gekrönten, das Thal umsäumenden Hügel bot. Hier entwickelte sich bald das lebhafte heitere Treiben, das diesen Festen eigen ist. Aus -er Zeit für -ie Zett. Vor 200 Jahren, am 16. August 1699, starb zu Berlin Fr. Rud. Ludw. Frhr. von Canitz, dessen Gedichte reine und fließende Sprache zeigen. Wenn sie auch ohne höheren dichterischen Wert, so sind sie doch frei von der damals herrschenden Manier Hoffmannswaldaus. Sein berühmtes Trauerlied auf den Tod seiner Gattin atmet wahres Gefühl. Er wurde am 27. November 1654 zu Berlin geboren. Kttteratur, Wissenschaft und Kunst. — Emile ZolaS neuer Roman „Fruchtbarkeit" hat kürzlich in »Aus fremden Zungen", der Stuttgarter Zeitschrift für die moderne Eizähtungstitleratur des Auslands, in deutscher Hebers setzung zu erscheinen begonnen. Der Roman dreht sich um ein tiefernstes Hebel, an dem die sranzöstsche Nation krankt: die Entvölkerung und die ihr zugrunde liegende Genußsucht und Sittenlosigkeit. Diesem ebenso gewaltigen wie heiklen Stoff eine epische Form zu geben, bedurste eS einer Meisterhand und einer Titanenkraft, wie sie unter allen lebenden Dichtern nur Zola besitzt. Mit der ganzen ihm eigenen Kühnheit, die keine Scheu und keine Schönfärberei kennt, deckt der große Naturalist die im modernen Paris herrschende und auch schon aus die Provinz übergreifende Entsittlichung auf; aber er zeigt und preist auch das Heilmittel für alle diese Schäden: die Rückkehr zu einer natürlichen Lebensweise, und flieht so aufs neue den liefen sittlichen Ernst kund, den er in der Dreyfus Affaire in unvergeßlicher Weise vor den Augen der ganzen Welt bewiesen hat. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemesien am 15. August, zwischen 11 u. 12 Hhr mittags: Wasser 18°, Luft 22°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verkehr, Kand und UolksVirtschast. Gießen, 15. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10—1.20, Hühnereier per St. 7—0 2 St. 14—15 Enteneier 1 St. 7—8 Gänse« eier per St. 10—11 H, Käse 2 St. 5—8 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 32 Tauben per Paar X 0.65—0.80, Hühner per St. X 0.90—1.00, Hahnen per Stück X 0.60—0.90, Enten per St. JL 1.80—2.40, Gänse per Pfund X 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 Schweine» fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 -A, Kalbfleisch per Pfd. 60—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bis 9.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. X 7.00—8.00, Milch per Liter 16 H. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 15. August. Der Kaifer ist gestern abend um 6 Uhr von Arolsen wieder in Wilhelmshöhe einge- tr off en. Berlin, 15. August. Der große Kreuzer „Hansa" wird heute seine Ausreise nach Ostasien antreten, um dort zum Kreuzergeschwader zu stoßen. Der Kreuzer wird Beirut anlaufen und dort 5 Tage vor Anker gehen. Dieses Anlaufen steht mit der vorjährigen Palästina-Reise des Kaiserpaares in Verbindung. Wien, 15. August. Der verhaftete Ober-Revident des Eisenbahn-Ministeriums, von Mosetig, ist geständig, im Februar an den pensionierten Staatsbahnbeamten von Przyborowski die Kopie des Truppen-Beförderungs-Planes der Staatsbahn ausgeliefert zu haben. Der letztere versprach dem Ober-Revidenten 200 Gulden, verschwand jedoch, ohne einen Heller bezahlt zu haben. Der Ober-Revident ist verheiratet und sehr verschuldet. Rennes, 15. August. In dem Gehölz von Couesmes, vier Kilometer vom Thatorte entfernt, wurde einJndividuum verhaftet, welches des Attentats an Labori dringend verdächtig ist. Ferner nahm ein Polizei-Kommissar auf dem Bahnhofe von Lemans einen Marine-Maschinisten namens Gallain fest, der aus Rennes kam und nach Havre reisen wollte. Sein Signalement stimmt ebenfalls mit dem des Attentäters überein. Rennes, 15. August. Die Briefe, welche Labori nach dem Attentate gestohlen wurden, sollen bedeutungslos sein. Die Polizei glaubt, daß Labori einem regelrechten Komplott zum Opfer gefallen ist. Einem Gerücht zufolge sollten gleichzeitig hier und in Paris die Führer der Dreyfus- Partei ermordet werden. Dieses Gerücht erscheint übertrieben. Rennes, 15. August. Das Besinden Laboris war gestern abend schwankend. Er war nicht ganz fieberfrei, aber bei voller Besinnung. Indessen steht nicht fest, ob die Kugel nicht doch die Lunge verletzt hat. Genaueres erwartet man von der Untersuchung mit Röntgen-Strahlen, wozu ein Spezialist aus Paris berufen ist. Ob und wann Labori seine Thätigkeit als Verteidiger im Dreyfus-Prozeß wieder aufnehmen kann, steht dahin. Die Eltern Laboris sind hier angekommen. Alle Minister ersuchten telegraphisch um Bericht über das Befinden Laboris, welchen nachmittags auch Frau Dreyfus besuchte. Diese brachte einen Brief ihres Mannes. Dieser Brief war der einzige, welchen Labori las. Rennes, 15. August. Nach der gestrigen Sitzung des Kriegsgerichts wurde der Redakteur Judet vom „Petit Journal" beim Ausgang mit dem Rufe A bas empfangen und von Arbeitern verfolgt, weil er behauptet hatte, das Attentat sei ein Koup des Dreyfus-Syndikats. Judet mußte in ein Haus flüchten. Rennes, 15. August. Der Schuß auf Labori wurde aus einer Entfernung von 6 Metern abgegeben. Der Attentäter stand hinter einer Gaslaterne, als er auf sein Opfer zielte. Er wird als ein bartloser, 25jähriger Bursche beschrieben, von spanischem Typus. Als Demange von der gestrigen Sitzung heimkehrte, traf er Labori bei klarem Bewußtsein und ließ sich von dem Verlauf der Sitzung erzählen. Die Aerzte glauben, daß nach achttägigem Krankenlager, wenn keine Komplikationen eintreten, Laboris Herstellung zu erwarten sei. Rennes, 15. August. In den Kreisen der Bürgerschaft wird ein Aufruf des Maire, welchen auch sein Adjunkt Le Herisse, der bekannte nationalistische Deputierte unterfertigt hat, auf das beifälligste ausgenommen. Ein Vorschlag wurde gemacht, die Bürgerschaft und die gesamte französische wie die fremde Presse sollten vor Laboris Wohnhause defilieren, doch wurde die Ausführung dieses Vorschlages einem späteren Zeitpunkte Vorbehalten. Den Soldaten, welche Labori gestern morgen von der Straße empor hoben, sagte er: Ich danke Euch brave Kameraden. Wenn euch jemand sagt, daß ich ein schlechter Franzose sei, so glaubt ihm nicht. Ihr werdet eines Tages verstehen, daß für Recht und Wahrheit kämpfen, Frankreich dienen heißt. Frau Labori wird, wenn es unbedingt sein muß, ihren Gatten darauf vorbereiten, daß er von der Verteidigung Dreyfus auf ärztliche Anordnung abstehen müsse. In Voraussicht dieser Eventualität denkt man an Albert. Alles hängt ab von der Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffes._____________________________ Seidenstoffe, Sammte nnd Velvets kauft fcde Dame nm besten und billigsten direkt von ifeS» soZWaÄnfch. von Elten &Keussen, Krefeld. Visitkarten in allen Schriftarten und Kartons werden schnell and billig angefertigt in der Briihl’schen Universität»' Buch- u. Stein- Druckerei i \ (Pietsch Erben) A Giessen \ Schulstrasse --\ 7. Cementröhrenlieferung. Die Lieferung der zum Bau mehrerer Straßenkanäle erforderlichen Cemeutrohre soll im Wege schriftlichen Angebots Dienstag den 22. August d. I., vormittags 11 Mr, im Amtszimmer des Unterzeichneten vergeben werden. vormittags 11 Uhr, bei dem Voranschlag und Bedingungen zur 0,80 0,30 0,30 0,30 In Großen-Buseck ... 31 Gr. -Buseck—Alten-Buseck 11 ,/2 // n n n // // // n ii ii t) ti H If MS., „ 2 „ 2 h 2 Es sind erforderlich für die Straße: Lollar—Friedelhausen . . 9 Stück gerade und 2 Kopfstücke, 0,30 m weit. Großen-Buseck—Reiskirchen 7*/z Gießen—Rödgen . . . IO1/» M Angebote find bis zum 22. d. Unterzeichneten einzureichen, woselbst Einsicht offen liegen. 5981 Gießen, den 12. August 1899. Der Großherzogliche Kreisbauinspektor. Stahl. Verdingung. Die zum Ausbau der Straße Q—Ql, zwischen Riegelpfad und Liebigstraße, erforderlichen Erd- und Planierarbeiten, Maurer-, Pflaster- und Chauffierarbeiten, sowie die Stein- zeug-Lieferung sollen Samstag den 26. d. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin ein- zuretchen. Gießen, den 15. August 1899. Das Stadtbauamt. Schmandt. 6007 Verdingung. Die zum Ausbau der Liebigstraße , zwischen Ebelstraße und Straße Q—Ql, erforderlichen Erd- und Planierarbeiten,Maurer-,Pflaster- und Chauffierarbeiten sollen Samstag den 26. d. Mts., vormittags 11 Vs Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen zur Einsicht bei uns auf Zimmer Nr. 7 offen. Angebote auf Vordruck, der dort erhältlich, find bis zum genannten Termine einzureichen. Gießen, den 15. August 1899. Das Stadtbauamt. Schmandt. 6008 Submission. Von der unterzeichneten Direktion soll im Wege öffentlicher Submission eine noch gut erhaltene Patroneu- drehbauk für Feinmechanik verkauft werden. Diejelbe steht nachmittags zwischen 3 und 5 Uhr in der Klinik zur Ansicht frei. Offerten mit Preis rngabe sind versiegelt bis zum 17. August 1899, vormittags 11 Uhr, auf dem Vrr- waltungsdureau einzureichen. Der Zuschlag erfolgt bis 21. August 1899. Gießen, am 12. August 1899. Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik. Sommer. 5985 Verdingung. Die zur Ingebrauchnahme fertige Herstellung des Empfangsgebäudes nebst angebautem Güterschuppen auf Bahnhof Homberg der Neubaustrecke Nieder-Ge- münden—Nieder-Ofleiden soll vergeben werden. Die Bedingungen und Zeichnungen, letztere soweit der Vorrat reicht, sind gegen postfreie Einsendung von 1 Mark für erstere, 2 Mark für letztere durch Betriebssekretär Baetz zu beziehen, auch liegen dieselben bei der unterzeichneten Bauabteilung während der Geschäftsstunden zur Einsicht aus. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Milt» woch den 30. August, vormittags 11 Uhr, zu welcher Zeit die Eröffnung erfolgt, an die Unterzeichnete einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. 5990 Grünberg i. H., den 14. August 1899. Großh. Hess. Eisenbahn-Bauabteilung. > (ßuiiifehliiiiiuii Stadt. Schlachthaus. Freibank. 5983 Heute und morgen: SchwkinMch 50 pfg. Achtung* I Schweinefleisch 50 Pfg. ladenrein, heute in dem Laden des Herrn Metzger Dörner in der Neustadt. 02858 Ernst Fleck. Soeben wieder eingetroffen MAGGI 5684 zum Würzen der Suppen, Neue Linsen empfiehlt 5999 J. M. Schulhof. — wenige Tropfen genügen — H. Gengnagel, Neuen-Bäue 10. Original-Fläschchen werden mit Maggi billig nachgefüllt. B0T* Heute Mittwoch frische Einmachgurken und Zwiebeln auf Oswaldsgarten. 02873 Marktanzeige! Auf dem Krammarkt am Mittwoch, dem 16. August, verkaufe große Posten Hemdenflanelle drei Meter für nur eine Mark. Sonstige Artikel sehr billig. Schild: Elberfelder Fabriklager c Kunstgewerbliche 1'3? 22 C5 in ESCHEN KEW"5 cj ^Werkstatt Lederarb eiten. .—, D.bchlemmci 'Offenbach® M. f'A Bucheinbände, V/itlnmngstafeln,Wandmappen' • Fahnenbandeliers J Ü* CD CD O Mittwoch den 16. 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August: GrossesMilitärExtraKonzert ausgeführt von der Kapelle des 5882 Königs-Ulanen-Regiments (I. Hannoverschen) No. 13 aus Hannover (Chef 8e. Majestät der Deutsche Kaiser Wilhelm II.) unter Leitung des Kgl. Stabstrompeters Herrn H. Fischer. Programm. I. Teil. 1. Marsch der früheren hann. Gardes du Corps (Parademarsch der Königs-Ulanen). 2. Ouvertüre z. Op. „Die Zauberflöte“ v. Mozart. 3. Ich sende diese Blumen Dir! Lied v. Wagner. 4. Morgenblätter, Walzer v. Joh. Strauss 5. Ich und Du! Konzertpolka für zwei Trompeten (Solo) v. H. Fischer. II. Teil. 6. Ouvertüre z. Op. „Das Glöckchen des Eremiten“ v. Mailard. 7. Herzkönigin, Gavotte v. Thiere. 8. Grosse Fantasie aus Rich. Wagners „Walküre* v. Seidel. 9. Aubade printaniöre v. Lacombe. 10. Goldelse, Fantasie für Cornet ä, Piston (Solo) v. Köpke. (Herr Freise.) 111. Teil. 11. Fanfaren aus der altritterlichen Trompeter- und Paukerkunst, nach Motiven aus der Zeit vom 12. bis 17. Jahrhundert. 12 Potpourri a. d. Op. „Mignon“ v. Thomas. 13. Blau Veilchen, Mazurka v. Eilenberg. 14. Auf der Wacht! Solo für Piston (in der Entfernung). 15. Retraite (Zapfenstreich und Gebet der Kavallerie) v. Wieprecht. Anfang 8 Uhr. Enträe 75 Pfg, Karten im Vorverkauf a 60 Pfg. bei Herrn Ernst Challier, ' Musikalienhandlung, Neuenweg. Viehmarkt in Vilbel. Dienstag den 22. August I. I. findet dahier ein Viehmarkt aller Gattungen statt, wozu Jntereffenten freundlichst eingeladen werden. Anfang 7 Uhr morgens. Der Auftrieb geschieht nur von der Brücke aus. Mit demselben ist eine Prämiierung der schönsten zu Markt gebrachten Tiere, sowohl von Händlern, wie von Selbstzüchtern, owie eine Verlosung von Kühen, Rindern, Schweinen und einer Reihe irakischer Gebrauchsgegenstände verbunden. Letztere findet in dem Zelte ;es Gastwirts Herrn W.lhelm Isaak Hinkel auf dem Marktplätze statt. Wir gestatten uns noch, darauf aufmerksam zu machen, daß sich der Markt seither eines wachsenden Zuspruchs zu erfreuen hatte und laden daher zu recht zahlreichem Besuch hiermit ergebenst ein. 6989 Das Comite- SM- und KihkO ;ii Kug-Gülls Eingetr. Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Einladung zur 37. ordentlichen Generalversammlung welche Sonntag den 27. August d. I., nachmittags 3 Mr, in dem Saale des Wirts Konrad Brückel IX. abgehalten werden soll. Die Genoffenschafter werden hierzu eingeladen und um recht zahlreiches Erscheinen ersucht. Tages-Ordnung: 1. Mitteilung der Jahresrechnung für 1898 und Geschäftsbilanz. 2. Beschlußfassung über Verteilung des Geschäftsgewinnes und dem Vorstand zu erteilende Decharge. 3. Erwerb und Veräußerung von Grundeigentum. 4. Mitteilung des Verbandsrevifors über die am 3. Januar d. I. vollzogene außerordentliche Revision der Sparkasse, Erklärung des Aufsichtsrats hierauf und Beschlußfassung der Generalversammlung. 5. Ecgänzungswahl des Aufsichtsrats. 6. Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten. Lang-GönS, den 12. August 1899. Der Vorstand der Spar- und Leistkasse zu Lang-Höns Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. A. Henrich, Direktor. 5993 Achtung! Kammerjäger Schwarz empfiehlt sich zur Vertilgung von Ratten, Mäusen,Schwaben,Wanzen,Ameisen unb Gartenungeziefer. Rabikale Ausrottung. Bestellungen erbeten in ber Expedition b. Bl. 6006 10" Hundehalsband (Marke 1493) mit Kette verloren. Um Rückgabe bittet ben Finber 02888 Gros, Frankfurterftraße 7. Donnerstag den 17. August 1899, 8Vs Uhr, 10"* Uebung. -H0 Das Kommando. Exemplare unserer heutigen Ausgabe enthalten einen Prospekt über die „Kurmethode Weidhaas", die bei Asthma, Brustleiden, Athemnot, Lungenbluten und Magenleiden laut den Attesten von Aerzten und Privatpersonen sich vorzüglich bewährt hat.___________________________________ 6004 ReUttiee L. Barkharbt. — trat an» B-rl», brr VrStzl'fcherr Uninerfltiti-Budi- unb Stewbrackerei (Pirtsch «trbee) i« Gietzm.