Sonntag den 16 April 1809 Viertes Blatt. 89 Meßmer Anzeiger en N ZeiS5 Mneral-Anzeiger Anrts- unb 2lnzeigeblcrtt füv den Uveis Gieren D«' Äebahion, Expedition und Druckerei: -«-»lftratze Nr. 7. I Ne»ug»prelL virrleljährltch 2 Mark 20 Pf-, monatlich 75 Psg. mit vringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Rtk Anzeigen.DermittlungSstelleu deS In- und Au-laudeS nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegau M6et«t ILgNch tr Ausnahme des Montags. Btt Gießener zsiiittienvrätler • dem Anzeiger «kShnl-ttich viermal beigelegt. Wirihme von Anzeigen zu der nachmittags f*r de» tz^nden Lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietze«. Fernsprecher Nr. 51. Dnilfctri. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Der hessische Kandunrt, Klätter für hessische DolKsKnnde. ’• Aprü I zu Gib 1A pel l lempe. n (Sopran). ;end, sind n. e zn haben ees’schen Bildet nieht itir ihlicImM > ich«» etB ’M Mt W d Leiha* * «I* Uf *6'-' schaugesetz. Berlin, 14. April. Zu dem Telegraphenwege „Dein Auge schwelg' hier voll Behagen, Die Blicke über Thal und Hain, Doch sucht Befried'gung dann Dein Magen, So kehr' im „Breuberger Hofe" ein! Denn der Wirt, der unten vom Durst Dich befreit. Hat dem Freund der Natur diese Stätte geweiht." Der überwältigende Eindruck des herrlichen Panoramas, das sich unseren Blicken von dieser Stelle aus bietet, läßt uns sofort die zarte Anspielung des Tempelsttfters auf die Befriedigung der Magenfrage vergessen, und wir gehen nach längerer Umschau an der „Marienlinde" und der „Karlsruhe" vorürer den Burgweg hinan, jedoch mit dem feste» Vorsatze, beim Abstieg nach Neustadt auch das gastliche Haus „zum Breuberger Hof" aufzusuchen, und dem Wirte, der das Nützliche mit dem Angenehmen so schön zu verbinden weiß, unsere Aufwartung zu machen. Die Burg Breuberg war ehemals eine gewaltige Veste. Jahrhunderte hat es gedauert, bis das „Hoche Haus Breuberg" aufgerichtet ward, und ein gar wechselvolles Schicksal ist der Burg im Laufe der Jahrhunderte beschieden gewesen. Hebet die Zeit der Erbauung derselben ist urkundlich nichts bekannt geworden, doch wird sie bereits zu Anfang des 13. Jahrhunderts genannt. Verschiedene Besitzer haben die Burg Breuberg auf- und umgebaut, während der ewigen Fehden und Kriegsunruhen war sie öfters von Feinden heimgesucht, doch gelang es diesen niemals, sie einzunehmen. Die mächtigen SOZai«TX haben den Stürmen der Zeit bis auf den heutigen Tag getrotzt, eine Reihe stattlicher, zum teil noch wohl erhaltener Staatssekretär v. Podbielski kann dem Hanse bte interessante Mitteilung machen, daß seit gestern abend bte internationale Kabelverbindung mit Deutsch-Südwestafrika funktioniert. Wir sind also mit Swakopmund direkt verbunden. Der Staatssekretär befürwortet sodann die Vorlage. Abg. Lenz mann (frs. Vp.) hat erhebliche Bedenken gegen das Gesetz. Er gebe zu, daß das Recht der Telegraphie auf Benutzung öffentlicher Wege geregelt werden müsse. Hier aber handele es sich um einen gewaltigen Eingriff in das Eigentumsrecht. Durch das ganze Gesetz ziehe sich wieder der gleiche fiskalische rote Faden, rote durch die anderen beiden Vorlagen der Reichspostver- waltung. . Staatssekretär v. Podbielski meint, das Eigcntums- interesse komme erst in zweiter Linie; in erster Linie gehörten die öffentlichen Wege den öffentlichen Zwecken der Allgemeinheit. _ , L ... Morgen 1 Uhr: Fortsetzung der Debatte und Fleisch- würden. c, m , Abg. Oertel (Sachsen) (kons.) meint, die Vorlage erfülle nicht alle Wünsche für das platte Land, aber dieses sei ja an Bescheidenheit gewöhnt. Die Mehrbelastung der großen Städte sei gerechtfertigt. f4 Abg. Dasbach (Zentr.) hält den Tarif für viel zu kompliziert; auch sei viel zu viel dem diskretionären Ermessen des Reichskanzlers überlassen. Wünschenswert sei, daß auch an kleineren Orten mehr öffentliche Stellen errichtet würden, und daß nicht mehr so viele falsche Anschlüsse vorkämen, wie dies in Berlin geschehe. Staatssekretär v. Podbielski bemerkt, im letzten Jahre seien nicht weniger als 5000 öffentliche Stellen errichtet worden, weitere 5000 folgten in nächster Zeit. Abg. Blell (frs. Vp.) ist bezüglich des Ermessens des Reichskanzlers ganz derselben Ansicht, wie Abg. Dasbach. Solche Dinge gehörten in das Gesetz selbst. Abg. Graf Bernstorff-Lauenburg (Rp.) erklärt, seine Freunde billigten das System der Vorlage, die Abstufung der Gebühren nach der Größe der Städte. Abg. Pachnicke (frs. Vp.) meint, der neue Tarif müsse in der Kommission recht genau angesehen werden; allem Anscheine nach sei er sehr verwickelt, und dabei schaffe er zum Teil Verteuerungen. Die Vorlage geht an die Kommission für die Postvorlage. Es folgt die erste Lesung des Telegrap hen- Wegegesetzes. fröhliche Stunden in der erwachenden Natur zu verbringen? „ Wir haben uns aufgemacht, um am frühen Morgen dem Odenwalde, und speziell dem epheuumrankten Breuberg, der mit Recht die Perle des östlichen Odenwaldes genannt wird, einen Besuch abzustatten. Die Eisenbahn führt uns durch die Thäler des Odenwalds nach dem Städtchen Höchst, von wo aus wir die schöne Landstraße nach Neustadt, das am Fuße des Breuberges sich ausbreitet, hinauswandern. Wie viele Orte des Odenwaldes, erfreut sich dieses Städtchen infolge seiner reizenden Lage in dem geschützten Mümlmg- thale seit Jahren einer wachsenden Frequenz, und nur selten werden Besucher des Odenwaldes unterlassen, hier einmal Einkehr zu halten. . Bei dem Dörfchen Sandbach verlaffen wir die Straße und gelangen zunächst an das St. Marien-Waisenhaus, eine im Grün verborgene Stätte, wo christliche Nächstenliebe mehreren hundert Waisenmädchen ein freundliches Asyl geschaffen hat. Von hier aus steigt der Weg bequem den Berg hinan, und nach kurzer Wanderung können wir rasten an der „Gustavsruhe", einem lieblichen Rondel im Waldes, schatten, dann führt die Straße nach dem Aussichtstempel, von dem sich eine herrliche Aussicht auf das zu unseren Füßen liegende Neustadt und die umliegenden Höhen Durch eine an dem Aussichtstempel angebrachte Tafel erfahren wir, wer der Stifter dieses prächtigen Ruhepunktes ist. Die Inschrift besagt: eine Petition an den Reichstag gerichtet, die es als eine unnötige Härte bezeichnet, daß jetzt der Grundsatz, wonach die Unternehmer späterer elektrischer Anlagen verpflichtet sind, bereits vorhandene elektrische Anlagen gegen störende Einflüsse auf ihre Kosten zu sichern, nunmehr auf alle öffentlichen Wege, also auch auf die städtischen Straßen, ausgedehnt werden soll. „Namentlich für die Städte ist es eine Härte, wenn dieselben gezwungen sein sollen, bei späterenAnlage» auf ihren eigenen Straßen auch noch die Kosten der Sicherung der Telegraphenanlagen zu tragen. Die Städte haben die Straßen meist mit großen Kosten angelegt, sie legen solche Straßen fortgesetzt an, oft mit Millionen von Kosten, sie führen neue Wege durch den Stadtbezirk, die von der Telegraphenverwaltung gern sofort für ihre Zwecke benutzt werden, und wenn die Städte später mit eigenen Anlagen kommen, insbesondere mit der Anlage von elektrischen Bahnen, die für die Befriedigung des Verkehrsverhältnisses immer unentbehrlicher werden, dann hätten die Städte nach § 6 des Gesetzentwurfs die Kosten der Sicherung der vorhandenen Telegraphenleitungen selbst zu tragen. Das erscheint als eine Unbilligkeit, und nach dieser Richtung hin wird daher der Gesetzentwurf einet erheblichen Einschränkung bedürfen. M.P.C. Bei den letzttägigen Reichstagsverhandlungeu spielte die Frage der Ausdehnung des Postregals i eine besondere Rolle. Die Anlegung der Posten wurde in Preußen schon unter der Regierung des großen Kurfürsten als ein ausschließliches Vorrecht des Staates angesehen. | Als Hauptmomente für den Begriff der Posten hielt man Feuilleton. Gin Frühlingstag im Odenwald. Don Carl Geißler. Raum sind die verspäteten Schneeflocken des scheidenden lbitlers gewichen, noch hat die Erde ihr winterliches Kleid nd)t vollständig abgestreift und vollen Frühlingsschmuck an- ickAt, und doch regt es sich überall in Feld und Wald mit baren Zeichen des erwachenden Frühlings. An Bäumen mb Sträuchern knospt es. die Gänseblümchen und Veilchen, 'kch:neeglöckchen, Anemonen und Schlüsselblümchen, die ersten treten des Frühlings, strecken die Köpfchen hervor aus Tumbem Laub und sprossenden Gräsern, und der laue ^Hlingswind schüttelt recht kräftig die weißen Blüten an s-ii Schlehenbüschen, die sich beeilt haben, die Ankunft des :vz.^s zu verkünden. In diesen Tagen regt sich nun wieder [ In Wandertrieb im Menschen, und man zieht hinaus in :kt «rwachende Natur, die gerade jetzt ihren Freunden ein .chwartiges und doch so freundliches Bild bietet. Ein herrlicher Tag, geschaffen zum Wandern in die stöme Gotteswelt! Düster und grau ragen zwar noch die Häupter der Hlen und Eichen in die Lüfte, aber das Grün der Fichten tib das blumige Gewand der Wiesen erfreuen das Auge; - iveißblauer Himmel, aus dem zuweilen recht warme kimenstrahlen die Erde küssen, breitet sich über der Land- fiG aus, — wer möchte da nicht hinauSeilen, ein paar Deutscher Reichstag. 65. Sitzung vom 14. April. 1 Uhr. Vas Haus ist dicht besetzt. Am Bundesratstische: t Staatssekretär v. Bülow, Staatssekretär Tirpitz. Auf > Mit ^»geSordnung steht dieJnterpellationbetreffend Samioa. Staatssekretär von Bülow erklärt sich bereit, die Mnpellation sogleich zu beantworten. Abg. Lehr (nl.) begründet die Interpellation. An ' DkN bedauerlichen Vorgängen vor und auf Samoa trage ZrglAid die Hauptschuld. In Amerika aber habe sich be- n-tili rine erfreuliche Reaktion seitens der Deutsch-Amerikaner . gtjeig:. Es denke natürlich niemand daran, Deutschland England und Amerika den Krieg erklären; aber es V\m -gegenüber dem Verhalten Amerikas und Englands .«Mastliche Mittel der Abwehr, durch Ablehnung wirt« 'chchliicher Zugeständnisse namentlich gegenüber Amerika, Mlhamden. Wenn Deutschland rechtzeitig für Vermehrung Btr Motte gesorgt hätte, statt erst im vorigen Jahre, dann water, ihm solche schmerzlichen Erfahrungen erspart geblieben. Breiten des „Weltbürgertums" seien vorüber, die Reichs- ^iiraing könne darauf rechnen, daß sie alle hinter sich habe, ronn sie die deutschen Interessen energisch wahre. (Bravos : eib Zischen.) Staatssekretär v. Bülow erklärt, die Reichsregierung Ute 'sest an der durch die Samoa-Akte geschaffenen Reichste An und für sich würde Deutschland eine reinliche «chejpung für nützlich halten; es habe aber keinen Anlaß, mKrqüglich die Initiative zu ergreifen. Deutschland er- : ®rt' alle Maßnahmen für rechtsunverbindlich, welche zu ttinb( kämen ohne des einstimmigen Beschlusses der drei Asisin, lieber die letzten Vorgänge auf Samoa lägen Bi! j ritzt nur verstümmelte und lückenhafte Telegramme des btutidqen Konsuls und ausländischer Blätter vor. Von entir Konflikt zwischen dem Admiral Kautz und dem Kapitän tos ,[Falke" sei hier an amtlicher Stelle nichts bekannt, «s werde ein solcher hier auch für vollständig unbe- wünbet gehalten. Wegen der Verhaftung des Plantagen- "tittr* Hufnagel habe die deutsche Regierung England ge- tottn, dafür zu sorgen, daß unserem Landsmanne kein Leid Melhe, falls er unschuldig sein sollte. In die Streitig- Ktittn der Thronfolge habe Deutschland sich nicht emgcmischt Ul!) |Tic gemißbilligt. Er, Redner, habe die Entsendung mir Spezialkommission in Vorschlag gebracht, für deren «Müsse Einstimmigkeit gefordert und sie auch erlangt. 5 t e nglische Regierung habe ihre Zustimmung erklärt. Nach Üni LZorschlageDeutschlands solle fein Beschluß cechtsgiltig fein, Är micht die 3 Kommissare zugestimmt hätten. Er hoffe, dbie Kommission zu einer gerechten und billigen und P alle Teile annehmbaren Regelung kommen werde, «tch'chland werde nur einer solchen Regelung zustimmen, wiche die klaren deutschen Rechte und die deutschen politischen Interessen nicht beeinträchtige. Deutschland habe die Pflicht, Handel und Wandel, Eigentum und Erwerb einer Landsleute auf Samoa zu schützen und zweitens ;abe Deutschland vertragsmäßige Rechte, deren Aufrechterhaltung unsere nationale Ehre erfordere (Bravos). Deutschland werde nicht mehr verlangen, als ihm zustehe, werde sich aber diese Rechte nicht verkürzen lassen (lebh. Beifall). Abg. Richter (frf. Vp.) zur Geschäftsordnung: eine Besprechung der Interpellation halten wir nicht für erforderlich. Ich habe nur zu bemerken, daß wir als Mitunterzeichner der Interpellation mit der Begründung derselben nichts gemein haben. Hätten wir gewußt, daß der Abg. Lehr seinen spezifischen Chauvinismus zum Ausdruck bringen werde, bann würden wir die Interpellation nicht mitunterzeichnet haben. (Beifall.) ^n gleicher Weise sprechen sich die Abgg. Lieber (Zentr.) und Rickert (frs. Vp.) aus. Die Abgg. v. Levetzow (kons.), Graf Arnim (Rp.), Graf Bismarck (kons.) und Liebknecht (Soz.) halten eine Besprechung der Interpellation nicht für angebracht. Damit ist der Gegenstand erledigt. Es folgt die Fortsetzung der ersten Lesung der neuen Fernsprechgebührenordnung. I gefdi-Ob°rbü^rm°ist°r -v°n 16 großen ©täbUn Schluß 5'/, Uhr. Deutsches Reich fest, den regelmäßigen Gang, die Beförderung von Briefen (zu denen später auch Geld- und Mittelpackete traten) gegen Bezahlung, die Zugänglichkeit für jedermann und vornehmlich den Wechsel der Transportmittel. Dagegen bestand ein Postzwang d. h. die Verpflichtung des Publikums, sich der Posteinrichtungen in den betreffenden Fällen zu bedienen, nicht. Als besondere Vorrechte der Posten galten: Die Befugnis, über ungehegte Aecker und Wiesen zu fahren, durch das Hornsignal andere Fuhrwerke zum Ausweichen und die Brücken- und Thorbeamten zum schleunigen Oeffnen der Barrieren zu veranlassen, in Notfällen von den Anwohnern der Straße Hilfeleistung zu fordern, ferner die Befreiung von der Pfändung und vom Fahr- und Brücken- gelde. Mit Errichtung des Königtums brach sich eine einheitliche Postgesetzgebung Raum. Am 10. August 1712 erschien die Allgemein^Preußische-Poftordnung, das erste größere organische Gesetz über das Postwesen. Sie enthält in 12 Kapiteln die gesetzlichen, reglementarischen und wichtigsten technischen Bestimmungen, nach denen das Recht, Beförderungsanstalten mit Posteigenschaften (besonders Regelmäßigkeit, Wechsel der Transportmittel) zur Beförderung von Personen und verschlosseneu Briefen, anzulegen, ausschließlich dem Staate Vorbehalten ist. Der Geld- und Packet-Beförderung ist keine Erwähnung gethan. Die gesetzwidrige Versendung von Briefen wurde hart bestraft; sowohl der Beförderer als auch der Absender wurde mit einer Geldbuße von 10 Thlr. für jeden Brief belegt, und bei Verletzung des Postregals wurden Pferde, Wagen und Sachen konfisziert; außerdem trat noch Geldbuße oder Gefängnlshaft ein. Nur an Tagen, an welchen die Postbeförderung ruhte, waren gewisse Ausnahmen gestattet. — Durch Edikt vom 20. Juli 1715 wurden alle verschlossenen Briefe und Packete bis 20 Pfund dem Postzwange in allen Teilen der Monarchie gleichmäßig unterworfen. Die Strafen für Verletzungen des Postregals wurden erhöht und selbst auf die Empfänger ausgedehnt, welchen verboten wurde, von Reisenden, Schiffern, Fuhrleuten postzwangspflichtige Gegenstände anzunehmen. Während der Regierung Friedrich des Großen fand eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen über das Postregal statt. Alle Edikte rührten von der französischen Postregie her, welche Friedrich der Große im Jahre 1766 in seinen Staaten einsetzte. Der Postzwang für Packete wurde auf Sendungen bis einschließlich 40 Pfund ausgedehnt. Im Fall gesetzwidriger Beförderung zahlten der Absender und der Fuhrmann je 50 Thlr. Strafe; im ersten Rückfalle betrug sie 100 Thaler, im zweiten fand außer der Geldbuße noch Leibesstrafe statt. Im weiteren trat beim zweiten Rückfalle Konfiskation der Pferde und Fahrzeuge der Fuhrleute beziehungsweise Schiffer ein. Jedermann war verboten, sich nfit Mietspferden stationsweise auf einer Postroute fortschaffen zu lassen. Zuwiderhandlungen wurden mit einer Strafe von 200 Thlr. geahndet, welche zur Hälfte vom Reisenden, zur Hälfte vom Fuhrmann zu erlegen war. Die Verwaltung der Post wurde unter Friedrich dem Großen vornehmlich vom Finanzprinzig beherrscht. Im Jahre 1794 trat das allgemeine Landrecht in Kraft, dessen über das Postregal gegebenen Bestimmungen fast ganz der Postordnung von 1782 entnommen waren. Als im Jahre 1815 die Umgestaltung der Territorialverhältnisse der preußischen Monarchie erfolgte, hörte die unter Friedrich dem Großen geschaffene Einheit in der Postgesetzgebung auf. Im Geltungsbereiche des Allgemeinen Landrechts fanden die preußischen postgesetzlichen Bestimmungen weitere Anwendung, während in einem Teile der Rheinprovinz die französische Gesetzgebung in Kraft war. — Erst nach erfolgter Reorganisation der Verwaltung des Postwesens im Jahre 1850 wurde, um Einheitlichkeit zu schaffen, ein Entwurf zu einem neuen Postgesetz ausgearbeitet, der die Billigung der Kammern fand. Das neue Postgesetz hob zunächst den zuletzt in der Verordnung vom 26. Mai 1820 normierten Postzwang für Reisende, welcher viele Unzuträglichkeiten für das Publikum im Gefolge gehabt hatte, vollständig auf. Verschlossene Briefe unterlagen selbstverständlich ferner dem Postzwange; letzterer erstreckte sich aber auch auf gemünztes Geld und Papiergeld, ungemünztes Gold und Silber, Juwelen und Pretiosen, sowie auf die nach dem Gesetze vom 2. Juni 1852 einer Stempelsteuer unterliegenden Zeitungen und Anzeigeblätter. Bezüg- Bauwerke erhebt sich auf dem Bergkegel, weit ragen sie ins Land hinein, mahnend an die Tage vergangener Ritterherrlichkeit. Durch das uralte, eisenbeschlagene, aus mächtigen Eichenstämmen hergestellte Burgthor, an welchem das in Stein gehauene Wappen des Grafen Michael II. von Wertheim (1499) prangt, außerdem auch das Bild des sogen. „Breileckers" in die Mauer eingelassen ist, gelangen wir in den Burghof und begeben uns zunächst zu dem Förster, der hier oben seine Wohnung hat, und eine Wirtschaft betreibt. Der Junge des Försters ist unser Führer und zeigt uns alles Sehenswerte, dessen sich die Burg rühmen kann. Der Rittersaal, dem wir zuerst einen Besuch abstatten, ist interessant und bemerkenswert durch seine herrliche Stuckdecke, die zahlreichen Wappen des Erbach'schen Hauses, außerdem auch eine Reihe von Gruppen aus der griechischen und römischen Mythologie veranschaulicht. Hebet Trümmer einst stattlicher Bauwerke gelangen wir nach dem ebenfalls verfallenen ehemaligen Zeughaus und dem Hexenturm, besichtigen die Heberreste der alten Burgkapelle und nehmen Notiz von dem 350 Fuß tiefen Brunnen, der indessen längst versiegt ist und besteigen dann den mächtigen Bergfried, von dessen Höhe man die ganze Burg am besten übersieht. Ein prächtiges Landschaftsbild erblicken wir zu unseren Füßen, das reizende Mümmlingthal mit den freundlichen Ortschaften Neustadt, Rai-Breitenbach, Rosenbach und Mühlhausen, in der Ferne zahlreiche Höhen des Odenwaldes, die Tromm, die Neunkircher und Knodener Höhe und viele andere, im Osten die Höhen des Spessarts und des Main- lich der Versendungen durch Expressen bestimmte das Gesetz im § 7: „Postzwangspflichtige Gegenstände können durch expresse Boten oder Fuhren versandt werden, doch darf ein solcher Expresser nur von einem Absender abgeschickt sein und Gegenstände für andere weder mitnehmen noch zurückbringen." Unb im § 8 wurde ausgesprochen, daß bei Versendungen und Reisen von Ortschaften, von wo ab und nach Orten, wohin keine Postbeförderung stattfindet, die Beschränkungen aus dem Postregale und dem Postzwange bis zur nächsten auf dem Wege nach dem Bestimmungsorte belegenen Postanstalt ausgeschlossen beiben sollen. Auf solche Sachen, welche die Posten anzunehmen nicht verpflichtet waren, fand der Postzwang überhaupt keine Anwendung. Das Postgesetz vom 5. Juni 1852 führte nicht unerhebliche Erleichterungen für den Verkehr ein, im übrigen aber hielt es an dem Prinzipe fest, daß dem Staate für die Beförderung gewisser Gegenstände das ausschließliche Recht gewahrt bleiben müsse. In den Strafbestimmungen für Post- und Portoübertretungen ließ das neue Gesetz in mehrfacher Beziehung Milderungen eintreten. Durch die Errichtung des norddeutschen Bundes wurde eine ganz neue Lage für das Postwesen geschaffen. Ausland. Niederlande. Zur Beruhigung der Entrüstung, daß die blutsverwandten südafrikanischen Republiken bei den Einladungen zur Friedenskonferenz übergangen worden sind, ward die anscheinend aus amtlicher niederländischer Quelle kommende Erklärung abgegeben, der Zar habe bei Fertigstellung der Einladungslisten geäußert, er wolle keinen einzigen afrikanischen Staat einladen, auch nicht den „Hnabhängigen Kongostaat"; er habe von Anfang an die Absicht gehabt, die europäischen Mächte, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und nur einzelne große asiatische Staaten einzuladen. Diese Erklärung stellte die niederländische Presse durchaus nicht zufrieden und es regnete harte Vorwürfe an die Adresse des Ministers des Aeußern. Jetzt kommt nun eine andere Lesart zu Tage. Danach wollte man einen etwaigen Einwand Englands ausschließen, daß die Südafrikanische Republik nicht als völlig unabhängiger Staat betrachtet werden könne, da sie zufolge Vertrages verpflichtet sei, der englischen Regierung von allen zu schließenden internationalen Verträgen Mitteilung zu machen und zur Ratifizierung derselben ohne Zustimmung der englischen Regierung nicht übergehen kann. — Was den Vatikan betrift, so gesteht man in dessen Kreisen nun zu, daß die noch in den letzten Tagen fortgesetzten Bemühungen, welche die Beteiligung der Kurie an der Konferenz in einer ausnahmsweisen Form ermöglichen sollten, gänzlich aussichtslos sind. Der Jnternuntius im Haag erhielt daher die Weisung, keine weiteren Schritte in dieser Frage zu unternehmen. Während der Dauer der Konferenz-Beratungen wird der Jnternuntius nicht im Haag weilen, sondern einen Urlaub antreten. Es sei nicht ausgeschlossen, daß die englische Regierung in der Einladung Transvaals einen Beweggrund gefunden haben würde, dem Friedenswerk ihre aufrichtige Unterstützung zu entziehen. Petersburg, 14. April. Heber die Ursachen und den Stand der Studentenbewegung bringt jetzt das amt- liche Blatt, der „Regierungsbote", einen ausführlichen Bericht. Auf allen den beteiligten Hochschulen, so heißt es in dem Berichte, stehen sich zwei Parteien gegenüber: eine gemäßigte, die für die Wiederherstellung der Ordnung eintritt und eine radikale, die bei der Fortsetzung der Unruhen und der Forderung verschiedener Vorrechte beharrt. Die Leitung der Petersburger Bewegung übt ein sogenanntes Organisationskomitee aus, welches Aufrufe veröffentlicht. Die Hauptführer der Bewegung wurden verhaftet und bei ihnen verschiedene unerlaubte Druckschriften beschlagnahmt. Die Leiter der Bewegung an allen betreffenden Hochschulen stehen mit einander in Verbindung und vergewaltigen die große für die Ordnung eintretende Partei. Die Studenten, die sich an der Bewegung beteiligt haben, verlangen ihre Wiederaufnahme, Amnestie für die bestraften Kommilitonen und teilweise auch eine Umformung der Universitäts-Inspektion. Das Petersburger Organisationskomitee veröffentlichte einen Aufruf, in welchem auf die Notwendigkeit eines Kampfes zur Erreichung politischer Reformen hinaewicie, Bei der Mehrzahl der Studenten erregte der Ausrul ' dessen Widerspruch, weil dadurch der Beweguno ein nie wünschenswerter Charakter verliehen werde. Zam rin sagt der „Negierungsbote" : „Obgleich an den Unruhen rn die Minderheit der Studenten teilnahm, find so viele & deuten ausgeschlossen worden, da die Forderungen der deuten hinsichtlich einer Abweichung von den Satzungen den bestehenden Gesetzen von der Obrigkeit nicht erftL werden können. Denjenigen Studenten, welche ihre inae liche Verirrung offen bekennen und sich bedingungslos £ Vorschriften der Obrigkeit unterwarfen, soll es ermöa' werden, ihre Bildung abzuschließen, die Führer btr‘v roegung dagegen, welche die Studenten za ungeseni-^ Handlungen verleiten und eine gedeihliche Lehrtätigkeit Dr* hindern, unterliegen der ganzen Strenge des Gesetzes - Aus der Zeit für die Zeit Vor 132 Jahren, am 16. April 1761, enrt., Langenburg der Schriftsteller Karl JuliusL^^ t boren, Verfasser der satirischen „Briefe eines in reisenden Deutschen", des „Demokritos" oder „Hinter!^ ■ Briefe eines lachenden Philosophen", Sammlungen" Ü3I Scherzen und Späßen an „einen humoristischen Reflex < faden gereiht und mit Lesefrüchten aus verschiedenen Dlss, l schäften ausgefüllt" und einiger historischer Werke. * beschloß sein einförmiges Leben am 20. Juli 1832 \ Kupferzell im Hohenloheschen. Vor 109 Jahren, am 17. April 1790, starb zu K, delphia Benjamin Franklin, der sich nicht allein bnii Erfindung des Blitzableiters, sondern auch als Verfasser Verbreiter nützlicher Volksschriften und erster Begrur. einer öffentlichen Bibliothek in Nordamerika verdient mca Als kluger Geschäftsführer feines Vaters in Paris erzeig feine schlichte Erscheinung einen solchen Enthusiasmus r. die Freiheit, daß viele reiche französische Edelleute über : i< Meer setzten, um in hochherziger Begeisterung Gut i Blut für den amerikanischen Freiheitskampf zu ,, durch welchen sie Rousseau's Ideale verwirklicht , glaubten. Franklin wurde am 17. Januar 1706 i geboren. Vermischtes. * Die Protestatiouskirche zu Speyer, für welche mor n Sonntag den 16. April, in den eoang. Kirchen Dentschla^ eine Kollekte erhoben werden soll, wird errichtet zn Gedächtnis der unerschrockenen Protestation, welche die cvar; Fürsten und Städte am 19. April 1529 gegen einen im der kathol. Mehrheit des Reichstags gefaßten, die Reformaik gefährdenden Beschluß erhoben. Der Gedanke des ist aus der Mitte der eoang. Gemeinde zu Speyer entstamm die vor 200 Jahren in den Raubkriegen Ludwigs 5/7 von Frankreich ihre Kirchen in Flammen aus gehen sich llo sich seither mit einem wenig würdigen und allmählich bu fällig werdenden Gotteshause begnügen mußte, h 19. September 1890 wurde der erste Spatenstich vollzog» am 24. August 1893 gelegentlich der Generalversamml^r, des Evangelischen Bundes, der Grundstein gelegt. t: großer Teil des Mauerwerks ist jetzt errichtet und erkennen, daß der Bau eine herrliche Zierde de§ beutich Vaterlandes, ein würdiges Wahrzeichen des Protestantüir:! zu werden verspricht. Freilich fehlt zur Vollendung ni die Summe von 400 000 Mark; aber es ist wohl zu hoff', daß, wie einst beim Lutherdenkmal in Worms, so auch br alle die freudig mithelfen werden, die den Namen Protestan.-. als einen Ehrennamen tragen wollen. • Die für die allgemeinen Sitzungen der 71. Lechrv- lung deutscher Naturforscher und Aerzte in München in «u sicht stehenden Vorträge sind: a) Naturwissenschaftlich Geheimrat Boltzmann-Wien über ein noch zu bestimmt - Thema. Geheimrat Förster-Berlin: „Die Wandlung d? astronomischen Weltbildes seit einem Jahrhunden vr. Fridtjof Nansen: „Forschungsreise nach der Nordpol, region und deren Ergebnisse", b) Medizinische: Geheime thals, alle deutlich erkennbar und scharf umriffen in der sonnigen Beleuchtung des schönen Frühlingstags. So gerne der Blick an einem solch schönen Bild haftet, so müssen wir uns bald wieder auf den Rückweg begeben, da die frische Bergluft in solcher Höhe schier unangenehm zu werden beginnt. Auf schmalem Bergpfad zwischen epheuumrankten Mauern, Weingeländen und Hecken erreichen wir das freundliche Neustadt, das sich feit Jahren eines starken Fremdenverkehrs erfreut, der viel zur Hebung des Städtchens beiträgt. Neustadt nimmt unter den Luftkurorten des Odenwaldes schon jetzt einen hervorragenden Platz ein, seine vorzüglich schöne Lage in dem reizenden Mümlingthal zwischen Höhen und Wäldern und dem malerischen Breuberg im Hintergründe, nicht minder aber die gute Verpflegung, die man hier findet, sichern dem aufblühenden Städtchen von vornherein die Gunst der Touristen und Sommerfrischler. Wir erinnern uns nun der an dem Aussichtstempel an der Marienlinde angebrachten poetischen Widmung und betreten den „Breuberger Hof", den wir seit unserem letzten Hiersein sehr verändert finden. Ein hübsches Gartenetablisie- ment ist entstanden mit zahlreichen komfortablen Fremdenwohnungen, Badegelegenheiten und Speiseräumen, auch ein sehr geräumiger Saal ist vorhanden, dessen Wände mit hübschen Landschaftsbildern geschmückt sind. Wir nehmen hier Platz und machen es uns nach des Abstiegs Mühen bei Speise und Trank bequem. Im Schankraum fesselt unser Interesse eine Inschrift in Verfeu, die die ganze Wand bedecken; sie beginnt: „Seid willkommen hier in diesen Hallen, Stärket auch die Seele und den Leib; Dieses kann man hier so gut erreichen, Wie beim weltberühmten Pfarrer Kneipp" und preist, wie dies selbstverständlich ist, die ©orjüge ' ► „Breuberger Hofes" in Bezug auf die Stärkung des ).ei und trägt dann auch den landschaftlichen Schönheiten jo» stadts gebührende Rechnung in folgenden Strophen: „Dazu strömt, die Brust und Lunge stärkend, Rings aus Kiefernwäldern Harzesduft; Durch den Geist zieht neupulsierend Leben Hoffnungsschwellend in der würz'gen Luft. Unb bann wallt, bie Schn'n unb Nerven stähle«» Zu den grünen, freien, deutschen Höh n, Ja, diese Kur wird glänzend sich bewähren, Unb neu gestärkt ein jeder von uns gehn." Als Verfasser bieser Verse ermitteln wir — den Wirt „zum Breuberger Hof" — sondern ben i grenzenben bayerischen Mainthale als Natur- und - bichter nicht unbekannten Schuhmacher Franz Wer Klein-Heubach bei Mltenberg, der bet gelegentlicher Wesenheit in Neustadt seine Muse zugleich in ' des Wirtes vom „Breuberger Hof" unb bes ausbluh Luftkurortes gestellt hat. . « Der Abenb bricht bämmernb herem unb wtt trete Heimwanberung an. Friebliche Stille lieÖ* unb Flur; aus den Wälbern tont uns der «bschleds.-n her Vögel entgegen unb bie Glocken läuten den «den $ dst E" *'.wS i «gängig 9? ki frei« & N t waren (in®] »b 3« Atü zum 6tn rmW zu Mn. • Bett'»! trägt ja gar ! (in LustsPl ganz der Aus . zmmer Ms, 1 Ma \ YeM'- £ ♦ Atgeg mit ja ein : sieht W - Utyn abtui ASM W MV. W HcjteanwaU d 11 Karl 66r! jtarcltot Ehrt Schäler, Echlo Blaalt, geb. bigler, mit ffi Hetzer dahin, r Ytorgine Scho »atn dahin, Wetkullchn d Zbtcbor Ech-r 12. Milch R Unia blnftlb fi/fe Sitnibt t) WtW Ratfcr Avril: 8. 6 W hieMst. W non Ilbai Wüt Bmun \ April: 4. Eohn. 5. Der Mat Int 5. ! ktm ZuM M 6iipar 6 7. rem Dachd« »estwirl »Übel lehn 6mU BS Wit eine roch Wwtan Ginh 3M M ein SM v. vrrge». 1 sjahrb tWrung wwntnfjfofft J°ni Me, io ?Jne- > Hausk 7 vausarbeil, Ulttn Henftbi r Heute frei Carl humorig .auS.veHtz Dorischer M 20. fr tyril H ,U3uli., 'nefe tintj - ytor obttj cj > ch * Qu L r nten,tV. ‘Ä- ttl» bitiy.^ Renten ? JW bti J iril 1190, fr dn sich ch :rn auch alt ?n und ch rbamerifa tr Vaters in"; solchen Sch jösischeEdkü er Begeistrr freiheilskam rale verwirft 7. Januar 11. |tt5. vsWt. für vang. Lichiü.- 1 soll, W enr Dteftalion,^.': ril 1529 W, m s geM ix Stritt DnMttör aMp tt> «’W niib ML begnügen ms rfte EMslich ■ der totM: Grundstein gdt: jtft erridjkt r. iche ßinbc 11 -es Protests! >[t zur vollende er es ist vH >- in WomS, so c den Namen Pn. Ihn Bergmann-Berlin: ..Die Errungenschaften der Radio- «mohie für die Behandlung chirurgischer Krankheiten". «Ift nmrat Dr. Birch-Hirschfeld-Leipzig: „Wissenschaft und jBlfinft“. Professor Dr. Klemperer-Berlin: ^Justus von Irrig und sein Einfluß auf die Medizin". Die allgemeinen • Bjiingen werden Montag, den 18. September und Frei- i lag, den 22. September im königl. Hoftheater stattfinden. : Die gemeinschaftlichen Sitzungen einzelner Abteilungen stü) schon eine Reihe von Themata in Aussicht genommen, toii welche demnächst berichtet werden soll. . • Ein köstlicher Krauenberuf, in England bereits das z - Gült ingut der Gebildeten und der höchsten Kreise, wird in Aiutiichland durch den evangelischen Diakonieverein allgemeiner -Möglich gemacht. Es ist die Krankenpflege, in «Her gebildete Frauen, Jungfrauen und Witwen, auch Baute, im Alter von 20—35 Jahren unentgeltlich und ii freier Station und ohne sich für die Zukunft irgend weichten zu müssen, in einjährigem Kursus ausgebildet »tt'k n. Nach der Lernzeit wird auf Wunsch feste^ pensions- Lxik^tigte Anstellung gewährt. In den sieben Diakonie- fcniniiren (in Danzig, Stettin, Magdeburg, Elberfeld, Erfurt mb Zeitz) werden immer wieder Stellen frei. Die beste Zrl zum Aufangen ist der Sommer. Bewerbungen sind ji den evangelischen Diakonieverein in Berlin-Zehlendorf W richten. • Vereinfachung. Direktor (zum Autor): „Ihr Stuck wägt ja gar keine Bezeichnung, ob es ein Trauer- oder «in Lustspiel ist?" — Dichter: „Das will ich eben yins der Auffassung des Publikums überlassen." * Immer Geschäftsmann. Patient (zum Apotheker): 1 Mark 50 Pfennig for de Medizin?! . . . Heißt >k Geschäft! Ich bin krank und Se nehmen em!" Entgegenkommend. Kunde: „Teufel, da haben Sie nr na ein ganzes Eck vom Ohr weggeschnitten! Das -st-jl schön aus!" — Bader: ..Soll ich's vielleicht 'n Wen abrunden?" Auszug MS -en Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Klusgebote. Hpdl: 10. Friedrich Werner Konrad Heinrich Berthold HooS, ‘.MtUnmalt dahier, mit Elisebeth Emma Stammler zu Darmstadt. 'N fiatl Christoph Ranft, PostsekieiLr zu Mülhausen i. E., mit :tncllne Christine Koaradtne Schultheis hterfelbst. 11. Friedrich iCdtffrr, Schloster dahier, mit Christiane Auguste Konradine Henriette itiaerllt, geb. Maus, hterfelbst. 11. Friedrich Jung, Kaufmann Diglit, mit Wilhelmine Lanz zu Sinn. 11. Daniel Sand, Schrift- ffgn dahier, mit Karoltne Jakobtne Margarethe Henriette Johanna Bsigine Schmidt hterfelbst. 12. Ludwig Jacob Roth, Jnstrumenten- aitbc dahier, mit Franziska Neidenbach hterfelbst. 12. Georg Hahn, rBnkulfcher dahier, mit Karoltne Ulrich hterfelbst. 12. Wilhelm TlitrLir Schwteder, Apotheker dahier, mit Elisabeth Körber hterfelbst. :ij s- inrtch Rrttz, Bahnarbetter dahier, mit Lina Helene Kathartne Mer hterfelbst. 14. Otto Btngel, Tape,ter dahter, mit Marie Hilft Schmidt hterfelbst. 14. Hetnrtch Schltffer, Heizer dahter, mit Wsatath Katharine Huhn hterfelbst. Eheschließungen. «pril: 8. Christian Junker, Feldwebel dahier, mit Anna Emilie Mfei hterselbst. 8. Philipp Schick, Hilfdbremfer dahier, mit Anna Kn! Dion Albach. 10. Karl Wirth, Schreiner dahter, mtt Anna QMllit Benner daselbst. Geborene. «prtl: 4. Dem Metzgermrtfter Gustav August Trinkaus ein Sofa. 5. Dem Ingenieur Friedrich Karl Orth «ine Tochter, Johanna Und« ine. 5. Dem Arbeiter Christian Burk eine Tochter, Kathartne. S Zugführer Ernst Franz Hetlmann etn Sohn. 6. Dem Wirt «itl Kaspar Sommerlad etn Sohn, Karl Jakob Friedrich Hetnrtch. 5 Un Dachdeckermetster Martin Müller eine Tochter. 8. Dem Oiflullrt Wtlbelm Gerhardt eine Tochter, Emmy. 10. Dem Schrtft- f'qn @mU Böttger eine Tochter. 10. Dem Uhrmacher Wilhelm foali eine Tochter, Elli Auguste Rosa Emma. 12. Dem Kaufmann Wann Gantz eine Tochter, Johanna. 12. Dem Etsendreher Franz 3M 'Gantz eine Tochter. Gestorbene. Aprll: 8. Georg Martin H.iorto, Sang. 63 Jahre att, Pumpenmacher dahier. 10 Friedrich Ca.l Georg Smrl Hadeoicht, 66 Jahre alt, Fabrikant dahier. 12. Heinrich Weber, 23Jahre all, TaziShner von Dollarts Hain, Kreis Schotten._______ Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemei'ude. toctrawte. Lukasg-.metnde. Den 9. April. Philipp Schick, Hilfsbremser zu Gietz^i, und Anna Fink, Tochter des oerftorbenen Landwirts KaSpar Fink zu Albach bet Ltch. JohanneSgemetnde. Den 10. April. Carl Wirt, Schreiner zu Gtetzen, und Anna EmUte Benner, Lochter deS verstorbenen Hüttenarbeiter« Ludwig Benner zu LudwtgShütte. MilttSrgemetnde. Den 8. «prtl. Christian Junker, Feldwebel tm Infanterie- Regiment Nr. 116 (Kaiser Wilhelm) zu Gießen, und Anna Emilie Balser, Tochter des StadtgSrtner« Johanne« Balser zu Girhen. Getaufte. Matthöusgemetnde. Dm 9. AprU. Eine uneheliche Tochter, Marie Emilte, geboren den 21. Dezember. _, r . _ , . .. Dmselbm. Dem Milchkutscher Karl Schäfer ein Sohn, Friedrich Konrad, geboren dm 23. Februar. MarkuSgemeinde. Den 9. April. Dem Kaufmann Georg Wallmfel« etn Sohn, Robert Ludwtg, geboren den 18. Januar. .. Dm 13. April. Dem Kaufmann Friedrich Schneider eine Tochter, Amalie EmUie, geboren den 10. Milrz. LukaSgemetnde. Den 9. Aprtl. Dem ArbeUer August Seite etn Sohn, Georg August, geboren den 5. Februar. JohanneSgemetnde. Dm 9. «prtl. Dem Lehrer Adam Kneipp etn Sohn, Friedrich Jakob, geboren den 6. März. , Dmselbm. Dem Kunst- und HandelSgartner Fritz Schmitz etn Sohn, Wilhelm Carl, geborm den 25. Dezember. Denselben. Dem Ztmmermeister Georg Schubecker eine Tochter, Anna Helme, geboren den 11. November. Beerdigte. MatthüuSgemeinde. Den 12. Aprtl. Friedrich Habentcht, Lampmfabrtkant und Stadtverordneter, 66 Jahre alt, starb dm 10. April. MarkuSgemeinde. Dm 11. Aprtl. Georg Lang, Pumpmmacher, unverheiratet, 62 Jahre alt, starb dm 9. Aprtl. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 15. April. Wie der „Vorwärts" meldet, erzählt man in Botschafterkreisen als unbedingte Wahrheit, daß der Oberbürgermeister Dr. Kirschner die kaiserliche Bestätigung überhaupt nicht erhalten werde. Der Kaiser habe die Absicht ausgesprochen, aus Berlin und den gesamten Bororten eine besondere Provinz zu machen. Alsdann solle ein Oberpräsident an die Spitze des ganzen Gebiets gestellt werden, während jedem einzelnen Distrikt ein Regierungsrat als Oberhaupt beigegeben würde. Zur Verwirklichung dieses Planes bedürfe es natürlich der Zustimmung des Landtages, und deshalb solle eine diesbezügliche Vorlage dem Landtage noch in dieser Session zugehen. Man glaubt an maßgebender Stelle, daß der Landtag für eine derartige Vorlage jetzt reif sei. Berlin, 15. April. Die wirtschaftliche Vereinigung des Reichstages hat gestern abend beschlossen, die geplante Interpellation über den Frühmarkt- und Mittags-Verkehr in der Heiliggeiststraße vorläufig zu vertagen. Das BankGesetz wurde vox der Tagesordnung abgesetzt und der Schlachtvieh- und Fleischbeschau «Gesetzentwurf weiter be« prochen. Berlin, 15. April. Bon der englische« Regierung ist, wie die „National-Zeitung" zuverlässig erführt, der deutschen Regierung Erklärt worden, daß die Nachrichten über an« gebliche englische Absichten auf Tonga unbegründet sind. Berlin, 15. April. Die gestrigen Erklürxngex deS Staatssekretärs v. Bülow im Reichstage machten nach einer Londoner Meldung des „Lokal Anzeiger" in dortigen politi« chen Kreisen tiefen Eindruck. Namentlich die Stelle, welche sich auf einen eventuellen Krieg bezüglich Samoa bezieht, und die Aufrechterhaltung der Vertragsrechte für eine deutsch-nationale Ehrensache erklärt, wirkte in London wie eine Bombe, und bildete gestern abend in den politischen Klubs und den Wandelgängen des Unterhauses den aus« schließlichen Gesprächsstoff. Die meisten hervorragenden Politiker greifen die Ansicht auf, daß die Festhaltung der deutschen Regierung zum größeren Nachgeben seitens Englands und Amerikas führen werde, da England zweifellos keinen Bruch mit Deutschland Samoas wegen riskieren dürfte. In den deutschen Kreisen Londons herrscht große Befriedigung über die feste Aufrechterhaltung von Deutschlands Würde durch die Regierung. Demselben Blatte zufolge hält man in Paris auf der englischen und amerikanischen Botschaft die Samoa - Affaire für un« mittelbar nicht gefährlich, doch glaubt man, daß die Erfahrungen der letzten Wochen alle drei Vertragsmächte veranlassen werden, ihre Wehrmacht in den zur Zeit umstrittenen Gegenden zu verstärken, um gegen die unberechenbaren Improvisationen der Eingeborenen vorzubeugen. Die vollständige Abschaffung des Königstums auf Samoa wäre nach der Ansicht eines amerikanischen Diplomaten die radikalste Lösung. Berlin, 15. April. Nachdem die Vorverhandlungen abgeschlossen sind, soll nach einer Meldung der „Kreuzzeitung" das Disziplinar-Verfahren gegen den sozialistischen Privatdozenten Dr. Arons unter einstweiliger Suspension der Erlaubnis zum Halten von Vorlesungen an der Uni« versität eröffnet fein oder doch unmittelbar bevorstehen. Erkennende Disziplinarbehörde ist in erster Instanz die hiesige philosophische Fakultät. Wien, 15. April. Die gestrige Erklärung des Staatssekretärs v. Bülow im Reichstage wird von der gesamten hiesigen Presse sehr günstig ausgenommen. Das „Fremdenblatt" schreibt: Die ganze Angelegenheit war bisher ein Spielball kleiner ungerechter Gewalten. Dieselbe ist, wie aus den Ausführungen des Staatssekretärs v. Bülow ersichtlich, nunmehr in die Hände einer die Verträge respektierenden Diplomatie gebracht und wird nun auf Grund der Verträge ruhig der Lösung zugeführt werden. Seraing, 15. April. Die Arbeiterbewegung gewinnt immer mehr an Ausdehnung. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung erklärte der Vorsitzende, der Abgeordnete Smeets werde die Regierung über das außerordentliche Truppenaufgebot und deren herausfordernde Haltung interpellieren. Paris, 15. April. Die Zeitung „Aurore" versichert, Esterhazy und Fleury hätten Mitteilungen seitens eines früheren Ministers erhalten, und Maunod bestätigt diese Meldung. Er erklärt, daß Minister Hanotaux, während er Mitglied des Kabinetts Bourgeois war, Artikel für den „Eclair" schrieb und durch Vermittelung eines Redakteurs des „Eclair" an diesem Generalstabsblatt gearbeitet hat. Paris, 15. April. Der heute ftattfinbenbe Minister« rat wird sich mit dem Schreiben des Hauptmanns Frei- stätter an den Minister zu befassen haben. b) WiziB ur(i« dß V AO «i nS1“ in diese: und br so gut & chastlch"A folgen^, Ä «VT# i'1* w Je dd:: .en. itzunzen dn tntt in 3M a) WxW ein noch zu - (in: M «£ it einem ? Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstrahe 2. Hngetot der Arbeitnehmer r 2 Buchbinder, 1 Magazinarbeiter, 1 Auf- Ktn, 1 Fabrbursche, 1 Haushälterin oder Gesellschafterin, 1 älterer Dienstbote zur Muiing des Haushaltes. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Bäcker, 2 Buchbinder, 2 tücht. Küfer, «4 Zimmerleute bei gutem Lohne, 2 Tapezierer, 2 tückt. Bauschloffer, mehrere ' Nsyrnenschlosser, 3 tücht. Huf- und Wagenschmiede, 1 Wagner, 1 Schuhmacher ! Lande, 10 Bauschreiner, 1 Fuhrknecht, 1 Kutscher, 26 Taglöhner bei gutem Wr.e. 1 Hausknecht, 3 Hausburschen, 1 Fahrbursche, 5 Dienstmädchen für Küche ul' Hausarbeit, 1 kräftiges Dienstmädchen für Hausarbeit bei hohem Lohne, 1. iltener Dienstbote zu einer alleinstehenden Dame, 1 Putzfrau, 1 Büffetfräulein. Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Barbier, 1 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Drucker, UHcrier, i Küfer, 1 Kellner, 1 Kupferschmied, 2 Lackierer, 1 Sattler, 1 Schmied, llilweibet, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, 2 Spengler, 1 Tapezier, 1 Wagner. (ihnpfi’hhiiujeu Stadt. Schlachthaus. Freibank. 8138 Heute und Montag Ochsknfikislh 50 pfg. Cigarren grosse Auswahl in allen Preislagen bei Carl Retter Lindenplatz Kcke Wallthorstrasse. Champoniere«. Damenkopfwaschen mit Trockenapparat für 1 Mark bei sorgfältigster Ausführung empsiehlt H. Plank, Ariseur, 3267 Kaplansgasse 2. 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Alle, welche gesonnen sind, sich an dem neu zu gründenden Nassauer-Verein zu beteiligen, werden gebeten, ihre Anmeldung von heute an bis Mittwoch abend im .Solmfer Hof-" od. „Nassauer Hof", Bahnhofstraße, abzugeben. 3274 Mehrere Nassauer. G. F. F. 3248 Montag den 17. April 1899, ___ abends 8 Vs Uhr, ___ B0~ Versammlung —Wgs bei Bogt, Sonnenstraße. DaS Kommando. ewew«**6 Wed. Drogist, die Branche gänzlich beherrschend, ebenso tüchtig in der Färb« und Materialwarenbranche, sucht Reise- oder ähnlichen Posten. Offerten unter Herba 01305 an die Expedition dieses Blattes. Dir beauf > benachrichtigen, I stattfinden wert 1. $01 Stjir einfac 2. Dient m i Gich 3. M -h° B-z fach Die Herrek > w angegebenen Eisenbahnverhältnisse von prosessor vr. Sommer, Sieben. in Steins Saalöau wozu eine große Anzahl Meldungen vorliegen. Einen Lehrling sucht 01333 C. A. Kader, Spenglermeister. Agenturen zum Besuche von Wirten für Frankfurt und Umgegend und Kreis Friedberg 3260 zu übernehmen gesucht. 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